#1

Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 06.10.2015 19:58
von Schlutup | 4.102 Beiträge

Veröffentlicht am 29.09.2015


Am ehemaligen Grenzübergang der DDR öffnet Oberstleutnant Harald Jäger 1989 eigenmächtig den Schlagbaum. Harald Jäger hat seit 1961 bei den DDR-Grenztruppen gedient. Er spricht über sein Geld.

https://www.youtube.com/watch?v=cbY0HVDbtB4



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#2

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 00:23
von Zkom IV | 320 Beiträge

Ich habe am 3.10. nochmal den Film "Bornholmer Straße" gesehen. Habe mir danach auf You tube einige Original Videos angesehen.
Dabei ist mir erstmals so richtig klar geworden, was der OSL Jäger dort für eine unglaubliche Verantwortung hatte und wie er diese
Verantwortung gemeistert hat.
Die Menge vor der GÜSt war ja recht aufgebracht. Da gabs auch schon mal ein paar "Schubser" u.ä.
Sowas war man als "Sicherheitsorgan" sicherlich nicht gewöhnt.

In dieser Ausnahmesituation so besonnen zu reagieren.... Hut ab !!!
Obwohl ich diese Aufnahmen vorher schon oft gesehen hatte, wurde mir erst in diesem Moment so richtig klar, welche großartige Leistung
der OSL Jäger und auch alle anderen Befehlshaber dieser Nacht, an der Grenze geleistet haben.

Dafür gilt diesen Menschen mein Dank.
Und ja, wie hier im Forum auch schon oft besprochen, diese Leistung wird in der bisherigen Geschichtsschreibung nicht genügend
gewürdigt.

Es tut mir in der Seele Leid, dass dieser Mann, stellvertretend für viele Andere, mit 850,-€ Rente auskommen muss.
Das ist für diesen Staat ein Armutszeugnis. Zumal wir sonst für viele andere Dinge wesentlich höhere Geldbeträge aus der Sozialkasse
auszahlen.

Gruß Frank



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#3

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 03:43
von Major Tom | 851 Beiträge

Ich bin jene Nacht auch über diesen Grenzübergang rüber, allerdings von West nach Ost und das war gar nicht so einfach bei den Menschenmassen welche mir entgegen strömten. Ich habe dann noch einen Grenzer mit meinem Pass in der Hand gefragt ob ich so durch kann “ach gehn se...“


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
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#4

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 10:02
von turtle | 6.961 Beiträge

Für das besonnene Handeln meine Hochachtung. Was die Rentensituation betrifft ,geht es nicht nur Herrn Jäger so. Da gibt es immer noch zu viel Ungerechtigkeiten. Deutschland ist noch lange nicht zusammen gewachsen.


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#5

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 10:11
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #4
Für das besonnene Handeln meine Hochachtung. Was die Rentensituation betrifft ,geht es nicht nur Herrn Jäger so. Da gibt es immer noch zu viel Ungerechtigkeiten. Deutschland ist noch lange nicht zusammen gewachsen.


Peter,

es geht bei der "Rentenfrage" wohl auch um eine massive Ungleichbehandlung der bew. Organe der DDR. ( wie dies in der DDR immer bezeichnet wurde )


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#6

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 10:20
von Gert | 12.354 Beiträge

ich denke bei diesem Mann sollte man eine Ausnahme machen, nicht im normalen Rentenrecht, denn das ist so Gesetz und Bestandteil des Einigungsvertrages, den die letzte DDR - Regierung so ausgehandelt hat. Er sollte aus irgendeinem gemeinnützigen Topf eine Zusatzrente bekommen und ausserdem das Bundesverdienstkreuz, denn er hat sich um den Frieden und um die Deutschen verdient gemacht.
Das dumme ist, dass er als Angehöriger des Grenzschutzes bei dem MfS auf der Payroll stand und da gehört er eigentlich gar nicht hin. Kein Land der Welt stellt seine GD Mitarbeiter an die Grenze als normale Grenzabfertiger. Auch wieder so ein Kriterium, dass belegt, dass das MfS nicht mit anderen GD vergleichbar ist.


.
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#7

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 10:22
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #5
Zitat von turtle im Beitrag #4
Für das besonnene Handeln meine Hochachtung. Was die Rentensituation betrifft ,geht es nicht nur Herrn Jäger so. Da gibt es immer noch zu viel Ungerechtigkeiten. Deutschland ist noch lange nicht zusammen gewachsen.


Peter,

es geht bei der "Rentenfrage" wohl auch um eine massive Ungleichbehandlung der bew. Organe der DDR. ( wie dies in der DDR immer bezeichnet wurde )


Ja Alfred hast nicht Unrecht ,aber wie immer der "Sieger" diktiert. Da ist nicht alles gleich ,der Eine diente dem Bösen, der Andere dem Guten. Der Eine war Kundschafter der Andere Spion. Bei dem Einem war ich der Böse, der Andere sah mich als Guten. Das ist so mit der Hure Politik ,wer das sagen hat bestimmt.


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#8

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 10:34
von Beethoven | 137 Beiträge

Ich finde auch, dass dieser Mann Hochachtung verdient. Er hätte ja auch eine Alarmkompanie anfordern können (vermute ich) und es wäre anders gelaufen. Schabowski müsste man heute noch für seine unüberlegte Äußerung prügeln. Was da alles hätte passieren können. Ich darf mir so etwas gar nicht vorstellen.
Wenn es nicht so weiter gegangen wäre wie es weiter gegangen ist, hätte man diesen OSL die "Ohren abgeschnitten". Gut das es so kam, wie es kam.

Trennung

Als OSL 2600 Mark der DDR kann er wirklich nur bekommen haben, weil er Angehöriger des MfS war. Als normaler OSL der GT der DDR hätte er keine 2000 Mark gehabt.

In meiner ganz nahen Verwandtschaft gibt es einen Mann, der war Kptn. z. See (also Oberst bei der Marine). Hoch dekoriert und Leiter einer zentralen Institution der NVA. Er bekam damals etwas über 2000 Mark der DDR.
Heute hat er etwas über 1300 € Rente. Damit kann er keine großen Sprünge machen da aber seine Frau auch immer gearbeitet hat und Rente bezieht, kommen sie ganz gut klar.

Gruß


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#9

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 10:56
von Alfred | 6.841 Beiträge

Auch bei der NVA / GT konnte ein OSL wohl ganz ordentlich verdienen.

http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm


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#10

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 11:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Beethoven im Beitrag #8
Ich finde auch, dass dieser Mann Hochachtung verdient. Er hätte ja auch eine Alarmkompanie anfordern können (vermute ich) und es wäre anders gelaufen. Schabowski müsste man heute noch für seine unüberlegte Äußerung prügeln. Was da alles hätte passieren können. Ich darf mir so etwas gar nicht vorstellen.
Wenn es nicht so weiter gegangen wäre wie es weiter gegangen ist, hätte man diesen OSL die "Ohren abgeschnitten". Gut das es so kam, wie es kam.

Trennung

Als OSL 2600 Mark der DDR kann er wirklich nur bekommen haben, weil er Angehöriger des MfS war. Als normaler OSL der GT der DDR hätte er keine 2000 Mark gehabt.

In meiner ganz nahen Verwandtschaft gibt es einen Mann, der war Kptn. z. See (also Oberst bei der Marine). Hoch dekoriert und Leiter einer zentralen Institution der NVA. Er bekam damals etwas über 2000 Mark der DDR.
Heute hat er etwas über 1300 € Rente. Damit kann er keine großen Sprünge machen da aber seine Frau auch immer gearbeitet hat und Rente bezieht, kommen sie ganz gut klar.

Gruß


ich finde das Schabowski Bashing irgendwie ungerecht. Da sucht man sich ein Opferlamm raus, das für die ganze Unfähigkeit des Sytems den Kopf hinhalten muss. Immerhin wurde der Text von hohen Offizieren auch aus dem MfS am selben Tag verfasst und Schabowski war nur der "unglückliche Bote" der aus SED Sicht schlechten Nachricht. Im TV hörte ich , dass Krenz ihm das wohl kurz vor der PK so nebenbei in die Hand gedrückt hatte mit der Bitte das zu verlesen. Offenbar war der Text der Nachricht von den Offizieren so schlampig formuliert, dass so etwas am Ende herauskam. Sie hatten alle nicht ralisiert, dass das die Kapitulationsurkunde der DDR war. Ich brauchte auch einige Minuten, als ich das an jenem Donnerstag Abend im TV sah, zu begreifen welche Tragweite diese so lapidar hingeworfene Nachricht hat.


.
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#11

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 12:52
von freddchen | 58 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #9
Auch bei der NVA / GT konnte ein OSL wohl ganz ordentlich verdienen.

http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm

Unser KC (Major) bekam nach meiner Erinnerung um die 1.600 M. Für DDR-Verhältnisse war das ziemlich viel, für den Job eher nicht...


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#12

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 13:15
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #10
Zitat von Beethoven im Beitrag #8
Ich finde auch, dass dieser Mann Hochachtung verdient. Er hätte ja auch eine Alarmkompanie anfordern können (vermute ich) und es wäre anders gelaufen. Schabowski müsste man heute noch für seine unüberlegte Äußerung prügeln. Was da alles hätte passieren können. Ich darf mir so etwas gar nicht vorstellen.
Wenn es nicht so weiter gegangen wäre wie es weiter gegangen ist, hätte man diesen OSL die "Ohren abgeschnitten". Gut das es so kam, wie es kam.

Trennung

Als OSL 2600 Mark der DDR kann er wirklich nur bekommen haben, weil er Angehöriger des MfS war. Als normaler OSL der GT der DDR hätte er keine 2000 Mark gehabt.

In meiner ganz nahen Verwandtschaft gibt es einen Mann, der war Kptn. z. See (also Oberst bei der Marine). Hoch dekoriert und Leiter einer zentralen Institution der NVA. Er bekam damals etwas über 2000 Mark der DDR.
Heute hat er etwas über 1300 € Rente. Damit kann er keine großen Sprünge machen da aber seine Frau auch immer gearbeitet hat und Rente bezieht, kommen sie ganz gut klar.

Gruß


ich finde das Schabowski Bashing irgendwie ungerecht. Da sucht man sich ein Opferlamm raus, das für die ganze Unfähigkeit des Sytems den Kopf hinhalten muss. Immerhin wurde der Text von hohen Offizieren auch aus dem MfS am selben Tag verfasst und Schabowski war nur der "unglückliche Bote" der aus SED Sicht schlechten Nachricht. Im TV hörte ich , dass Krenz ihm das wohl kurz vor der PK so nebenbei in die Hand gedrückt hatte mit der Bitte das zu verlesen. Offenbar war der Text der Nachricht von den Offizieren so schlampig formuliert, dass so etwas am Ende herauskam. Sie hatten alle nicht ralisiert, dass das die Kapitulationsurkunde der DDR war. Ich brauchte auch einige Minuten, als ich das an jenem Donnerstag Abend im TV sah, zu begreifen welche Tragweite diese so lapidar hingeworfene Nachricht hat.



@Gert , der Text der neuen Reiseregelung war exakt formuliert. Es war die oberflächliche und schlampige Art und Weise wie Schabowski Dieses auf der Pressekonferenz rüberbrachte. Als 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung von Berlin, Chef der BEL und Politbüromitglied sollte man Wissen was diese Worte auslösen würden. Aber Schabowski fuhr nach Wandlitz ung ging schlafen.


passport


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#13

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 13:52
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #12
(...)

@Gert , der Text der neuen Reiseregelung war exakt formuliert. Es war die oberflächliche und schlampige Art und Weise wie Schabowski Dieses auf der Pressekonferenz rüberbrachte. Als 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung von Berlin, Chef der BEL und Politbüromitglied sollte man Wissen was diese Worte auslösen würden. Aber Schabowski fuhr nach Wandlitz ung ging schlafen.


passport

Wenn man sich den genehmigten Reiseentwurf ansieht, erkennt man, dass Honeckers Epigonen im Politbüro uneins waren über die Gestaltung der Reiseerleichterungen und dass sich die wohl die Zögerer durchsetzten: Reisen hätte man bei der VP beantragen müssen und nur Anträge für ständige Ausreisen wären kurzfristig bearbeitet worden. Wie lang oder kurz ist kurzfristig in Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren?
Ohne Herrn Schabowski etwas Böses zu wollen: Man könnte seinem Verhalten auch Absicht unterstellen, um einen Staatsstreich einzuleiten.
Es ist ein Glücksfall der Geschichte, dass sich hochrangige Mitarbeiter der Sicherheitskräfte in dieser schwierigen Situation pflichtwidrig verhalten haben, aber darauf verlassen kann man sich als Polibüromitglied oder Minister nicht, wenn man es vorzieht, in schwierigen Situationen der Verantwortung aus dem Weg zu gehen und/ oder ganz abzutauchen.
Theo


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zuletzt bearbeitet 08.10.2015 13:53 | nach oben springen

#14

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 13:55
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #12


@Gert , der Text der neuen Reiseregelung war exakt formuliert. Es war die oberflächliche und schlampige Art und Weise wie Schabowski Dieses auf der Pressekonferenz rüberbrachte. Als 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung von Berlin, Chef der BEL und Politbüromitglied sollte man Wissen was diese Worte auslösen würden. Aber Schabowski fuhr nach Wandlitz ung ging schlafen.


passport


passport da weisst du sicher mehr oder warst gar dabei, ich kann das nicht bestätigen, da ich den Text nicht gesehen habe. In einem wirst du mir aber recht geben. Wenn es auch geordneter zu einer Ausreisemöglichkeit gekommen wäre und das war ja geplant, die DDR wäre am Ende. Mit oder ohne euren Stempel wäre die Leute in Scharen davon gelaufen und wir hätten damals schon eine Flüchtlingswelle ohnegleiche zu verkraften gehabt.


.
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#15

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 14:18
von passport | 2.634 Beiträge

@Gert ,

Es ging hier nicht um das "abhauen" sondern um die chaotischen Zustände nach der Verlesung der vorläufigen Reiseregelung durch Schabowski.
Nachdem die Grenze offen war entfielen ja die Bedingungen für eine Flucht. Während nach dem 09.11.1989 im November noch ca. 130 000 Personen in die BRD übersiedelten sah das nach den Volkskammerwahelen 1990 ganz anders aus. Nur noch 24 615 Personen zogen in die alten Länder. Nach Einführung der Wirtschafts - und Währungsunion entfiel der begriff Übersiedler.


passport


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#16

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 14:48
von Heckenhaus | 5.130 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #12
Es war die oberflächliche und schlampige Art und Weise wie Schabowski Dieses auf der Pressekonferenz rüberbrachte. Als 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung von Berlin, Chef der BEL und Politbüromitglied sollte man Wissen was diese Worte auslösen würden. Aber Schabowski fuhr nach Wandlitz ung ging schlafen.


Vielleicht hätte er die Erklärung vorher lesen sollen bzw. die Zeit dazu haben müssen, was ich bezweifle.
Er war, so wie ich mich erinnere, äußerst überrascht über das, was er dort las.

Und warum sollte Schabowski nicht schlafen gehen ? Er hatte seinen Job gemacht.
Ändern hätte es kaum noch jemand können, es war ausgesprochen und in aller Munde, und widerrufen auch nicht.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#17

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 14:55
von Signalobermaat | 357 Beiträge

Eisenringtheo, der Pflichtwidrigkeit kann ich nicht folgen.
Vielleicht kannst du dich nicht in so eine Lage versetzen.Nach deiner Auffassung wäre Pflichtbewustsein, auf das Volk zu schießen.Ich spekuliere mal ganz vorsichtig, das hätten einige aus dem Westen vielleicht genau erwartet.Was da los getreten worden wäre, kann sich jeder ausmalen.
Sie haben sich aber genau pflichtbewußt verhalten.
Als ich den Film gesehen habe, konnte ich mich sehr gut in die Lage von Harald Jäger versetzen,und zwar in 2 facher Hinsicht.
1. standen bei uns wie an vielen Dienststellen an mehreren Montagsabenden von einigen Hundert bis vielleicht einigen Tausend Menschen vor den Toren, je nach Größe der Kreise bzw. Bezirksstätte.
Bei uns waren es einige Hundert, vielleicht auch Tausend.Keiner wußte, was in den nächsten Minuten passieren wird.Wir hatten nur Sorge, daß in dieser aufgeheizten Stimmung sich einige Provokateure unter die Menge mischen könnten.
2.Was haben wir von Beginn an gemacht.
Bis auf wenige MA hatten wir alle persönlichen Waffen eingesammelt und weggeschlossen., um vorzubeugend damit es egal aus welchem Grund, zu keinem Vorkommnis mit Schußwaffen kommen konnte.
Nur bei einem Angriff auf das Leben, hätte es diese Ausnahme gegeben.
Die grundsätzliche Weisung war, kein Schuß geht in das Volk.
Ich weiß es nicht, aber ähnlich wird es überall gewesen sein.Das war Pflichtbewustsein DDR weit bei allen Waffenträgern.
Darüber hätte man ja auch mal ein anerkennendes Wort verlieren können und nicht nur Haß
Die Bevölkerung bei uns verhielt sich auch pflichtbewußt und trug so dazu bei, daß es zu keinen gewalttätigen Ausschreitungen kam.
Auch hier ein Danke.
Zu den Telefonaten in dem Film,von ganz oben, zu >Jäger ganz unten, kann mir gut vorstellen, daß es so ähnlich gewesen sein könnte.Die Kollegen hätten besser getan sich ins Auto zu setzen und vor Ort dem Jäger zu helfen, anstatt unqualifiziert zu telefonieren.
Ich weiß nähmlich auch wovon ich rede.
Als am 7.10. die Randale in Berlin zunahmen hatte ein junger Offizier bei uns Dienst,er rief mich an, weil er sich überfordert fühlte, fall es auch bei uns zu solchen Handlungen kommen könnte.
Ich habe mich angezogen und bin auf die Dienststelle gegangen und dort geblieben, um ihm den Rücken zu stärken.
Ich verkneif es mir hier mal von "helfenden Telefonaten" von oben nach unten zu sprechen, in Situationen, wo man hätte Hilfe gebrauchen können.
Die waren manchmal " sehr aufbauend und helfend" Deshalb kann ich die Situation gut nachvollziehen.
Ich hätte dem Harald Jäger für seinen Mut eine Auszeichnung gegönnt, die er sich mehr verdient hätte als der eine oder andere Politiker durch reden.
Es hätte ja nicht unbedingt der Friedensnobelpreis sein müssen,den bekommt man ja am Beispiel von Kissinger und Obahma anzuführen, wenn das Land blutige Kriege führt, man nicht gewinnt und dann den sinnlos gewordenen Krieg einstellt und trotzdem in der Welt weiter herumstänkert.



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#18

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 15:22
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Nun ja, es gibt Dienstvorschriften. Wenn man die missachtet, handelt man pflichtwidrig. Die Verantwortlichen hatten die Wahl entweder die Vorschriften zu beachten, aber ethisch falsch zu handeln; oder aber die Wahl Vorschriften zu missachten und ethisch richtig zu handeln.


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#19

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 15:35
von Lutze | 8.034 Beiträge

Ist dieser olle Zettel den Schabowski verlas nicht irgendwo mal aufgetaucht?
oder war es seine Frau die dauraus noch Kapital rausschindern wollte?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#20

RE: Ein ehemaliger Oberstleutnant der DDR redet über Geld

in Grenztruppen der DDR 08.10.2015 15:57
von Beethoven | 137 Beiträge

Was nicht nur ich dem Herrn Schabowski vorwerfe ist, dass er gar kein Recht hatte, diese Mitteilung öffentlich zu machen. Es war beschlossen worden, dass die Mitteilung über die Öffnung der Grenze erst am nächsten Morgen bekannt zu geben ist. Dann nämlich wären alle an der Grenze Dienst tuenden Soldaten und Offiziere darüber informiert gewesen.

So bestand die Gefahr, dass Schüsse fallen. Zum Glück war der OSL ein ganzer Kerl mit richtig dicken Eiern, der Verantwortung übernommen hat.

Gruß


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