#61

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 26.09.2015 19:58
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #60
Zitat von G.Michael im Beitrag #59
Hackel, ob an der Werkzeugausgabe liegt,mit der Narrenfreiheit?
VEB S.M. Kirow, Betriebsteil Böhlitz Ehrenberg, Werkzeugausgabe, genau die selbe Situation, unser Walter Q, schon verstorben dem ist egal was war
niemand an's Leder.
Interessant wurde es immer wenn er über seine Zeit bei der Fremdenlegion berichtete.
Micha


Wahrscheinlich ein Posten zur Kenntlichmachung, eine Geheimsprache der Kaderleiter.? .....aber Scherz beiseite, unser O.W. war abwechselnd in russischer, englischer und französischer Gefangenschaft und seine Räuberpistolen waren schon legendär und wurden vom Eisenbahner- Publikum noch ausgebaut, ein Teil der Kultur des Umgangs mit Problembürgern, der nichts mit Stasigefängnissen und staatlichen Repressalien zu tun hatte.
So wie unsere Kabarettisten ihre Herrscher aufs Korn nahmen so machte das O.W. auch mit direkten Vorgesetzten und auch dem Generalsekretär ohne Rücksicht auf die eigene Zukunft, die dem damals schon Fast- Rentner egal gewesen zu sein schien.
Es ist wohl wie mit der übermütigen Rotfeder, die dem Hecht so lange vorm Schnabelmaul herumschwimmt bis es zuschnappt, ein O. F. ( Weidling) bekam das schmerzlich zu spüren, ist aber eine andere Geschichte, aber für Künstler dieses Kalibers war die Aussperrung vom Publikum ja auch Mobbing der übelsten Sorte und eine Bankrotterklärung der verantwortlichen Kulturfunktionäre.



Da kann ich mich auch noch an einen Kollegen unserer Prod.-Abteilung erinnern. Der erzählte auch immer von seinen Abenteuern im 2.Weltkrieg. Parisanenjagd in Russland und sowas. Wir meinten nur, wo der überall wie lange dabei war, hat der 2.WK 50 Jahre gedauert und keiner hat seine Storys wirklich ernst genommen. Eine erzählte mal, daß er erfahren hatte, daß er in der Küche gearbeitet hat und die Geschichten, die ihm die Soldaten erzählten, als seine eigenen Erlebnisse ausgab.



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#62

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 26.09.2015 22:30
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Ich verstehe jetzt nicht den Zusammenhang mit "Mobbing". Auch habe ich in den Betrieben, in denen ich gearbeitet habe, solche Typen nicht kennen gelernt. Eher in ner Dorfkneipr im Fläming. Aber das ist nen anderes Thema.

LG Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#63

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 26.09.2015 22:51
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #62
Ich verstehe jetzt nicht den Zusammenhang mit "Mobbing". Auch habe ich in den Betrieben, in denen ich gearbeitet habe, solche Typen nicht kennen gelernt. Eher in ner Dorfkneipr im Fläming. Aber das ist nen anderes Thema.

LG Moskwitschka


Mossi, sieh es mal so, gemeint sind Leute, die sich durch gewisse Verhaltensweisen vor "Mobbing" geschützt haben. Dabei nahmen sie in Kauf
genommen vom Umfeld nicht mehr ganz ernst genommen zu werden.
"Schubbel" in Glöwen einberufen, dem kam das Wort "Sie" nicht über die Lippen, egal welcher Dienstgrad, auch der Oberst war ein "Du" eingekleidet, am Ende hat er nur seinen
Trainingsanzug behalten und seine 18 Monate in der Schumacherwerkstatt abgerissen.
Kurios, er blieb als Zivilbeschäftigter in der Werkstatt.
Micha


Moskwitschka hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#64

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 26.09.2015 23:09
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Na gut. Vielleicht habe ich nur das Gefühl, dass dann die falschen diese "Freifahrkarte" bekommen haben. Man möge mir meinen Einwurf nachsehen.

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 26.09.2015 23:10 | nach oben springen

#65

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 12:12
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #47
An deser Stelle wird es hypothetisch, denn wie ein Mensch in dieser Situation reagiert, hängt von vielen induviduellen Faktoren ab.

Im besten Fall im Sinne von - Was mich nicht umbringt, macht mich stark!

Die meisten werden sich wohl anpassen und sich die persönliche Niesche suchen, um nicht mehr angreifbar zu sein.

Im schlechtesten Fall führt es zu ernsthaften Erkrankungen oder löst sie aus.

Es ist daher ein sehr komplexes Thema, über das ich auch nicht streiten möchte @Klauspeter , sondern einfach austauschen, welche Erfahrungen andere gemacht haben und/oder zu neuen Denkansätzen führen könnten. Auch bei mir

LG von der Moskwitschka

EDIT

Hallo Moskwitschka,

ich war gestern ab Nachmittag zur Geburtstagsfeier meines Enkels.

Anknüpfen möchte ich noch einmal an Dein Beispiel von der sehr guten Studentin, die sich aber im Fach M-L absichtlich schlechte Noten verschaffte.

Ich möchte ein anderes Beispiel bringen, um aufzuzeigen, worum es mir geht.

Als ich vor ganz ganz langer Zeit Schüler der 5. Klasse war, wurde kurz vorher verbindlich für alle Schulen der Russisch-Unterricht eingeführt. Das Fach Russisch stieß damals insgesamt auf wenig Zustimmung. Manche Eltern sagten ziemlich offen in Elternversammlungen: "Unsere Kinder sollen die Sprache des Feindes lernen, die Sprache der Sieger? Die Sprache der Besatzer; der Russen? " Einige Schüler reagierten dann auch entsprechend im Russisch-Unterricht. Sie störten oft so lange und so heftig, bis die Lehrerin verzweifelt und heulend aus der Klasse lief.
In keinem Fach wechselten die Lehrer so häufig, wie in Russisch. Ich möchte nicht wissen, wie viele dieser jung ausgebildeten Lehrerinnen enttäuscht ihren Beruf an den Nagel hingen, oder einen Nervenzusammenbruch erlitten. Diese Lehrerinnen wurden in ganz schlimmer Art und Weise gemobbt. Keiner konnte ihnen irgendwie helfen.

Ich bringe dieses Beispiel, weil hier eine Sprache zum Politikum wurde. Eine Sprache, die ich sehr mag, wurde plötzlich mit historischen Ereignissen in Zusammenhang gebracht, für die die Sprache überhaupt nichts konnte.

Der Russisch-Unterricht an den Schulen wurde per Gesetz eingeführt und an Gesetze hat man sich zu halten. Es hat noch niemandem geschadet, eine Sprache zu lernen.

Und jetzt noch einmal zu Deinem Beispiel von der sehr guten Studentin, die ihre Abneigung gegen das Fach "Marxismus-Leninismus" durch schlechte Noten zum Ausdruck brachte:

Das Fach M.-L. wurde per Gesetz zum Bestandteil jedes Studienfaches ( außer bei den Theologen, wenn ich nicht irre). Gesetze sind für jeden verbindlich. Es hat noch niemandem geschadet, sich zusätzlich mit einer Wissenschaft, wie dem Marxismus-Leninismus zu beschäftigen, auch wenn man diese Wissenschaft ablehnt.

Klaus


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#66

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 12:58
von Freienhagener | 3.859 Beiträge

Mit der Begründung kann man auch jeden (auch Ingenieure) nebenbei Theologie studieren lassen...


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#67

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 13:45
von Klauspeter | 987 Beiträge

Kennst Du ein entsprechendes Gesetz ?


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#68

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 16:31
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #47
An deser Stelle wird es hypothetisch, denn wie ein Mensch in dieser Situation reagiert, hängt von vielen induviduellen Faktoren ab.

Im besten Fall im Sinne von - Was mich nicht umbringt, macht mich stark!

Die meisten werden sich wohl anpassen und sich die persönliche Niesche suchen, um nicht mehr angreifbar zu sein.

Im schlechtesten Fall führt es zu ernsthaften Erkrankungen oder löst sie aus.

Es ist daher ein sehr komplexes Thema, über das ich auch nicht streiten möchte @Klauspeter , sondern einfach austauschen, welche Erfahrungen andere gemacht haben und/oder zu neuen Denkansätzen führen könnten. Auch bei mir

LG von der Moskwitschka

EDIT


Um das mal "Zusammenzufassen", Verweigerung in M/L führte zu ernsthaften Erkrankungen ....., wie krank ist das denn?

Erstens
M/L war kein "Spezialfach", sondern gehörte als fester Bestandteil des Grundstudiums zu jedem Studium. Egal ob es sich um eine Fachschule, Ingenieurschule, Ingenieurhochschule, Technische Hochschule oder Universität handelte.
Zweitens
Das "Fach" M/L gab es als solches nicht!
Hingegen gab es im sogenannten Grundlagenstudium einen; Heute: Studiengang; Grundlagen des Marxismus/Leninismus welcher sich über drei Studienjahre erstreckte und dessen Inhalt Philosophie, Politische Ökonomie des Kapitalismus und Sozialismus und wissenschaftlicher Kommunismus (ab 1980? wissenschaftlicher Sozialismus) war.
Wie jedes Fach war der Besuch dieser Lehrveranstaltungen, Vorlesungen und Seminare, Pflicht für alle Studenten.
Jedes einzelne Teilfach wurde mit einer mündlichen Prüfung testiert und nach Ablauf der drei Jahre fand eine Gesamtprüfung über alle drei Bestandteile des M/L statt. aus dem Ergebnis dieser Prüfung und den vorherigen Teilnoten wurde die Abschlußnote M/L gebildet welche im Staatsexamen erschien.
Im "Diplom" gab es keine "Note für M/L".

Sollte natürlich ein Student durch provozierende Verweigerungshaltung in einem der einzelnen Fachrichtungen des M/L auffallen wurde dieser Student darauf hingewiesen.
Da alle drei Teilgebiete des M/L, wie gesagt, Pflichtveranstaltungen für den Studenten waren, hatte ein Nichtbesuch von diesen Lehrveranstaltungen schwerwiegende Folgen.
Um zu mündlichen Prüfungen in einem Teilgebiet zugelassen zu werden war die Voraussetzung der regelmäßige Besuch dieser Vorlesungen/Seminare.
Keine Teilnahme = keine Prüfungszulassung so Einfach war das.
Die Entscheidung nicht an diesen Lehrveranstaltungen teilzunehmen oblag einzig und allein in der Entscheidung des Studenten.
War er der Meinung; "was interessiert mich der Scheiß" und ging nicht hin hatte er auch mit den Konsequenzen zu leben.
Keine M/L Prüfungszulassung = kein Staatsexamen, kein Staatsexamen = kein Diplom!

Darüber zu fabulieren das dies eventuell zu "ernsthaften Erkrankungen" führen könne ist sowas von weit hergeholt und ist weltfremd hoch 3.

Und "gemobbt" wurde der Student garantiert nicht.

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#69

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 16:49
von Georg | 1.008 Beiträge

Mobbing ?

Den Begriff Mobbing hab ich in der DDR nie gehört.
Wenn ich im Internet richtig lese, dann wurde " Mobbing " nach 1990 erst zu einer richtigen Disziplin in Sozialwissenschaft und Justiz. Mit dem Begriff
Mobbing bezüglich des DDR Alltages, der Arbeitswelt usw. werden im Nachhinnein Wertmaßstäbe gesetzt und Wertungen getroffen, die bis dato nicht
fixiert waren. Also Maßstäbe rückwirkend angelegt - nun ja, wenn es Spaß macht.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#70

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 19:34
von Freienhagener | 3.859 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #67
Kennst Du ein entsprechendes Gesetz ?


Eben nicht, weil es absurd ist, per Gesetz eine Weltanschauung studieren zu lassen.

Will sagen: ML per Gesetz ist absurd, wie Theologie per Gesetz.
Capice?

Zitat von Georg im Beitrag #69

Den Begriff Mobbing hab ich in der DDR nie gehört.



Na und? Ist doch egal, wie man Psychoterror nennt.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 27.09.2015 19:37 | nach oben springen

#71

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 27.09.2015 22:45
von bürger der ddr | 3.610 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #70
Zitat von Klauspeter im Beitrag #67
Kennst Du ein entsprechendes Gesetz ?


Eben nicht, weil es absurd ist, per Gesetz eine Weltanschauung studieren zu lassen.

Will sagen: ML per Gesetz ist absurd, wie Theologie per Gesetz.
Capice?

Zitat von Georg im Beitrag #69

Den Begriff Mobbing hab ich in der DDR nie gehört.



Na und? Ist doch egal, wie man Psychoterror nennt.



Etwa so wie heute "Ethik" in den Schulen?



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#72

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 28.09.2015 16:54
von Freienhagener | 3.859 Beiträge

...oder Team statt Kollektiv


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#73

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 28.09.2015 18:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #65
... ( außer bei den Theologen, wenn ich nicht irre). ...
Doch, da irrst Du.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#74

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 29.09.2015 07:09
von Georg | 1.008 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #72
...oder Team statt Kollektiv


Geschwister, selbst Zwillinge erhalten unterschiedliche Namen ! Warum denn nur ?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#75

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 20.10.2015 19:46
von Rainer-Maria Rohloff | 1.357 Beiträge

Mobbing, im Alltag, auch Arbeitsalltag, in der Schule? Da kannst du dich schützen, geh Ihm möglichst aus dem Weg. Wechsle einfach auf dem Schulhof öfter mal den Standort, halte dich möglichst nahe am Lehrer, dem von der Aufsicht, meide den Mobbingverursacher, oder kaufe Ihn mit Gefälligkeiten,(kann Kaugummi sein, den im Mehrpack, ist billiger) spiele Ihm was vor, zeige nicht deine Angst, lache laut, auch wenn dir zum heulen ist.

Oder tritt einem Judoclub bei. Gibt es in jeder größeren Kleinstadt. Wirkt Wunder, denn schon wenn du dir vorstellt wie Fiesling durch einen O-Uchi-Gari zu Boden geht, oder durch einem Uki-Goshi über deine Hüfte fliegt hast du das Selbstvertrauen eines....na sagen wir es wird dich etwas beruhigen.(vor der nächsten Auseinandersetzung)

Bei Kollegen, or ne wenn ich die ganzen Arschlöcher(entschuldigt) hier aufliste, die mir schon über den Weg gelaufen sind, das wird ne richtig köstliche Geschichte, auch wenn ich damals als sensibles junges Kerlchen am liebsten Zuhause geblieben wäre.

Rainer-Maria also meine Enkelin(8) vor kurzem: "Opa, brauchst du die Restpackung Kaugummi noch?" Ich so...ne, nicht unbedingt, die kannste bekommen, aber lass es die Oma nicht sehen" Später, frag ich meine Tochter: "Ißt die Sophie neuerdings Kaugummi?" Ne Vater, den gibt Sie der dürren Marlies, das ist das Mädchen aus ihrer Klasse, die vom Charakter her so ein kleines Mistvieh ist"

Ich muss der Sophie unbedingt mal den Seoi-Nage(Schulterwurf) zeigen. Gerade wenn Gegner wenig Gewicht hat eignet der sich vorzüglich, kurz eingedreht, fest zugefasst und ab geht die Post HAAAAAAAAAa



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#76

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 21.10.2015 13:26
von Rainer-Maria Rohloff | 1.357 Beiträge

Mal ne schöne Geschichte, aus alter Zeit, ich nenne sie:

"Ist dieser Maurer Müller auch da?" von Rainer-Maria Rohloff

Wenn wir nach der recht schweißtreibenden Arbeit in den Rohrkanälen, Kesselhäusern der Freunde(in deren Kasernen) Nachmittag unter der Dusche standen war da nicht unbedingt im Duschraum selber die feinste Sauberkeit, hieß der Zementfussboden war nass, bedeckt mit regelrechten Pfützen und die Holzbänke für die Klamotten, auch Handtücher einfach zu schmal und duschten so drei Mann wurde es eng, ne, nicht an Duschen selber sondern mit der Abtrocknerei.

Der Rainer mit Maurer Müller(großer kräftiger Dorfbursche, finsterer Typ, maulfaul dazu, war erst paar Wochen bei uns im VEB) im Duschraum da fällt mir doch von dem Kerl das Handtuch, oder war es die Hose voll in die Seifenpfütze rein. Anfangs hatte ich das gar nicht mitbekommen, der Dunst vom Duschnebel und ich gehe raus kommt der Kerl wutentbrannt hinterhergehastet....was das sollte und zeter und Mordio.... na jedenfalls das wäre wohl dumm geendet für mich Tarzanspargel wenn nicht unser Brigadier dazwischen gegangen wäre.

Ab dem Tag hatte ich so ne Art Trauma.Das drückte richtig im Darm, ohne Mist, das war wie früher im Kindergarten wenn so ein Brutalo dir an die Wäsche wollte. Jede Baustelle(Kaserne) die wir anfuhren, vom Heizhaus her neu begannen, da kam meine Frage.."Ist dieser Maurer Müller auch da?"
"Was fragste denn andauernd nach dem Müller, ist das jetzt dein neuer Freund", kam es na jeder kennt das, wie das so ist etwas schadenfroh ironisch zurück.

Und war der Kerl auch da denn die Maurer hatten mit dem Fuchs mauern(das ist der Rauchkanal zum Schornstein) meistens Vorlauf vor uns Rohrleitungsfritzen hatte ich ein richtig mieses Gefühl im Bauch.

Irgendwann, wir laufen von einer Kaserne(Flugplatz Waldpolenz bei Brandis/Machern) die gut drei Kilometer bis zur S-Bahn kommt doch im schnellen Schritt der Müller von hinten, holt auf und packt mich so herzhaft an der Schulter...meint sinngemäß "Mensch Rainer vor mir musst du doch keine Angst haben, ich bin sowas von gutmütig und unkompliziert nu komm, wir gehen in Machern noch in die Kneipe" na jedenfalls der Abend wurde richtig lang.

Wahrscheinlich hatte dem Kerl mal einer meiner Kollegen erzählt, das ich immer nach Ihm fragte.

Rainer-Maria



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#77

RE: Gab es in der DDR Mobbing?

in Themen vom Tage 21.10.2015 20:53
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #9

Den folgenden Beitrag habe ich bereits 2011 mal hier eingestellt, er passt zum Thema und zeigt leider wie Schwache gedemütigt werden, auch unter Erwachsenen sollte immer einer den Mut besitzen diesem Treiben Einhalt zu gebieten.


"Es gab eine Zeit (1964), da betätigten wir uns „künstlerisch“. Wir gossen Gipsplatten in verschiedenen Geometrien ca. im A5-Format. Nach dem Aushärten wurden die Platten schwarz bemalt und anschließend wurden Figuren eingeritzt. Meist irgendwelche Akt-Bilder aus dem Magazin, die in der Kontur auf die Platten übertragen wurden. Jeder in unserer „Stube“ hatte dann so ein Kunstwerk über seinem Bett hängen. Eine Ausnahme bildete unser als „komischer Kauz“ bezeichneter Soldat S. Er war fanatischer Reichsbahner (ja die DDR hatte eine Reichsbahn!) und so verzierte er seine Platte mit dem Reichsbahn-Logo „Rad mit Flügeln“. Das gab natürlich wieder neuen Anlass für Spott und Gelächter. Nach einem Ausgang haben wir dann mit den Stiefeln Zielschießen auf sein Kunstwerk veranstaltet. Es fiel in Bruchstücken zu Boden und Soldat S. kamen die Tränen.
Aus heutiger Sicht ein sehr schäbiger Charakter von uns, ja das wäre wieder ein neues Thema, denn wer Außenseiter war, dem wurde es schwer gemacht."

MfG

GKUS64



Bernd, natürlich kann ich mich an diesen Eisenbahner gut erinnern. Er hatte damals tatsächlich alle Fahrpläne der Reichsbahn im Kopf - was natürlich von allen Grenzern für Auskünfte genutzt wurde!

Ich habe kürzlich mit Ihm gesprochen - er lehnt es ab zu Untersuhler Grenzertreffen zu kommen!


MfG
Jawa350
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