#41

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 19:12
von pathfinder | 23 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #39
Zitat von pathfinder im Beitrag #37
Ja, das war sogar die Oibe-Liste. Daher auch meine Frage wie diese gefunden, wie Glaubwürdig und Vertrauenswürdig ist.
Teilweise ist diese sogar noch im Netz.



Alle Listen die ich gelesen habe, waren nicht korrekt.


Aber das würde dann ja bedeuten, das Leute hinzugefügt bzw. entfernt und damit auch mit den Konsequenzen leben mussten? O.o
Gab es denn nachweislich Menschen die ihre Tätigkeit abgestritten haben obwohl sie auf den Listen standen und darlegen konnten das sie keine Tätigkeiten verfolgten?



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#42

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 19:18
von passport | 2.642 Beiträge

Zitat von pathfinder im Beitrag #23
Zitat von damals wars im Beitrag #17
Keine Angst, in Halle, meiner Heimatstadt, wurden die sogenannten IM Listen in der Bild ungeprüft veröffentlicht veröffentlicht,
und keiner der "Bürgerrechtler", die diese Liste verkauft haben, wurde belangt.
Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, das einer die von Dir benannten Personen kennt, sehr gering.


Danke wars, das war doch schon einmal die erste wirklich hilfreiche Info.
Und leider werden einige hier diese Person kennen, da sie auch schon namentlich benannt wurde - und ja, ein Bürgerrechtler.

Und um nochmal die Verwirrung zu meinen eigentlichen Fragen zu lösen:
Zitat von pathfinder im Beitrag #9

Wer hat jemals Stasi-Listen und dessen Wahrheitsgehalt bzw. Vollständigkeit überprüft.
Liste und Namen tauchen auf einmal aus dem nichts auf, teilweise durch eine Person entdeckt. Grad bei jemand der angeblich nie in der Materie war ist dies doch eigentlich unvorstellbar wenn dieser dann solche Unterlagen aus dem nichts präsentiert.

Wer hat damals Spezialausbildungen erhalten die auf "Menschenjagd" ausgerichtet war? Ging dies ohne Stasitätigkeit?

Wie genau kam man an wichtige Unterlagen zur Stasiäuflärung? Wie sind geheime Anlagen zur Kenntnis gelangt?
Wir könnte der Werdegang einer solchen Entdeckung sein?

Wurden Personen der Stasiaufklärung tatsächlich direkt nach der Wende verfolgt so das sie erst einmal "flüchten" mussten?[/b]
Für mich schon eine sehr zweifelhafte Angelegenheit da sie ja ein hohes politisches Interesse und somit Straftaten sehr schnell verfolgt wären.


Ich freue mich das so eine rege Diskussion zustande kommt.




@pathfinder

Wer hat Dir den Dieses berichtet ? Wie kommst du zu dieser Einschätzung ?

Was sind bei Dir Personen der "Stasiaufklärung" die flüchten mussten ? Verräter aus den Reihen des MfS ?



passport


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#43

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 19:22
von pathfinder | 23 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #42


Wer hat Dir den Dieses berichtet ? Wie kommst du zu dieser Einschätzung ?

Was sind bei Dir Personen der "Stasiaufklärung" die flüchten mussten ? Verräter aus den Reihen des MfS ?



passport


Dies sagt nicht nur die Person selber über sich - öffentlich als auch im privaten Rahmen.
Und genau diese Person ist es die flüchten musste. Und genau das ist die Frage, wie kam die Person zu den ganzen Infos die er als Forscher nutzt aber angeblich nur kurzzeitig als IM in jungen Jahren gearbeitet hat.



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#44

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 19:42
von der alte Grenzgänger | 1.010 Beiträge

Wegfinder, das wird jetzt langsam "zu kryptisch"
(oder einfacher gesagt: albern !)
Wenn die Person Deines Interesses so öffentlich schon mal war / noch ist, dann könntest Du durchaus auch etwas deutlicher werden... (ist ja dann schon "Person der Zeitgeschichte"..

Siggi
(der noch mitlesen wird...)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#45

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 19:50
von pathfinder | 23 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #44

Wenn die Person Deines Interesses so öffentlich schon mal war / noch ist, dann könntest Du durchaus auch etwas deutlicher werden... (ist ja dann schon "Person der Zeitgeschichte"..



Ich versteh dich schon, theoretisch ja, praktisch ist es aber so, das ich befürchte das sich genau diese Person durch die Fragen angegriffen fühlt. Und das will ich keinesfalls. Ist wirklich ein WER wichtig für das WIE? Ich drück es mal so aus, wegen dieser Person sind nach eigenen Aussagen "einige Köpfe gerollt". Nur möchte ich gerne wissen wie dies ging. Und bitte sagt mir jetzt nicht, ich solle diese Person doch selber Fragen. Dann weiß ich das noch ein Kopf mehr rollen würde - meiner (bitte nicht wortwörtlich nehmen. Eher auf die unmögliche Situation des Fragens bezogen.)



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#46

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 19:53
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von pathfinder im Beitrag #45
Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #44

Wenn die Person Deines Interesses so öffentlich schon mal war / noch ist, dann könntest Du durchaus auch etwas deutlicher werden... (ist ja dann schon "Person der Zeitgeschichte"..



Ich versteh dich schon, theoretisch ja, praktisch ist es aber so, das ich befürchte das sich genau diese Person durch die Fragen angegriffen fühlt. Und das will ich keinesfalls. Ist wirklich ein WER wichtig für das WIE? Ich drück es mal so aus, wegen dieser Person sind nach eigenen Aussagen "einige Köpfe gerollt". Nur möchte ich gerne wissen wie dies ging. Und bitte sagt mir jetzt nicht, ich solle diese Person doch selber Fragen. Dann weiß ich das noch ein Kopf mehr rollen würde - meiner (bitte nicht wortwörtlich nehmen. Eher auf die unmögliche Situation des Fragens bezogen.)




Wenn Du so weiter schreibst, werden sich die sachlichen Antworten im Rahmen halten. In jeden Forum.


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#47

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 20:50
von Vierkrug (gelöscht)
avatar

@Alfred - woher soll er es denn wissen. Aber es stimmt schon, so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es es dann auch zurück.
Die im März 1991 veröffentlichte Liste mit OibE in der "taz", wie auch auf anderen Internetseiten ist nicht korrekt, dass wissen wir. Sogar die "taz" hat bei ihrer Veröffentlichung eingräumt, dass nicht alle OibE in der Liste aufgeführt sind.
Ich gehe nur von der Anzahl der OibE in unserer HA aus und wie viele davon in/auf dieser Liste zu finden sind.

Schönen Abend noch und eine angeregte Diskussion zu dieser Thematik.

Vierkrug

@pathfinder - kleiner Hinweis, OibE wird so geschrieben - Offizier im besonderen Einsatz


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zuletzt bearbeitet 19.09.2015 20:53 | nach oben springen

#48

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 21:08
von pathfinder | 23 Beiträge

Ich verstehe nicht denn Sinn und Zweck der Namen.
Wieso ist wichtig für eine Antwort das anstatt
"Wer hat jemals Stasi-Listen und dessen Wahrheitsgehalt bzw. Vollständigkeit überprüft.
Wer hat jemals Stasi-Listen von Herrn ... und Frau ... auf dessen Wahrheitsgehalt bzw. Vollständigkeit überprüft." steht
Oder
"Wie genau kam man an wichtige Unterlagen zur Stasiäuflärung? Wie sind geheime Anlagen zur Kenntnis gelangt?
Wir könnte der Werdegang einer solchen Entdeckung sein?

Wie genau kam Frau ... oder Herr ... an wichtige Unterlagen zur Stasiäuflärung? Wie sind geheime Anlagen zur Kenntnis gelangt?
Wir könnte der Werdegang einer solchen Entdeckung sein?"


"Wurde Personen der Stasiaufklärung tatsächlich direkt nach der Wende verfolgt so das sie erst einmal "flüchten" mussten?
Dies betrifft einen Personenkreis von daher sind ja umfassende Namensnennungen gar nicht möglich
Wer hat damals Spezialausbildungen erhalten die auf "Menschenjagd" ausgerichtet war? Ging dies ohne Stasitätigkeit?
Da gehen schon gar keine Namen, da es eine Personengruppe umfasst


Zwei der Fragen hab sich ja auch schon beantwortet. Danke nochmals.



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#49

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 21:20
von IM Kressin | 918 Beiträge

Der Thread

G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

beinhaltet und beantwortet einige Deiner Fragen!

Lies Dich ein, dann sehen wir weiter!

Es grüßt Dich

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#50

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 21:23
von utkieker | 2.929 Beiträge

Was soll ich denn einen IM zum Vorwurf machen, daß er Insider- Wissen an eine allseits bekannte Firma weiter gegeben hat? So lange er nicht als Anwalt, Arzt oder Geistlicher zur Vertraulichkeit des Wortes verpflichtet war, kann er sich Jedermann zu wenden. So lange ein solcher IM konspirativ mit dem MfS kooperierte war ihn Diskretion sicher.
Leider verlief die deutsche Einheit 1990 nicht auf Augenhöhe zweier souveräner Staaten, sondern auf dem Prinzip der Unterwürfigkeit. Jeder, der die DDR im öffentlichen Dienst verteidigt hatte oder ihr Ansehen gestärkt hatte, war nach dem Anschluss an die BRD suspekt. Die wenigsten von ihnen konnte man strafrechtlich belangen. Kurzer Hand wurde die moralische Keule geschwungen. Die anheischige "Moral" kennt weder Gesetz noch Urteil, verlangt aber sich ihr zu beugen, vor allem dann, wenn man öffentlich an den Pranger gestellt wird.
Eines der prominentesten Wendeopfer war Prof. Horst Klinkmann, von der sogenannten "Ehrenkommission" wurde Klinkmann aus dem Hochschuldienst der Universität Rostock entlassen. Nur durch internationale Proteste (USA, Italien, China u. a.) konnte Klinkmann rehabilitiert werden. Aber welche Fürsprecher hatte denn schon ein IM? Die Unterschrift unter eine Verpflichtungserklärung scheint den Moralisten wichtiger zu sein als das persönliche Engagement in 25 Jahren deutscher Einheit. Strafen, die man irgendwann mal verbüßt hat, werden nach einer gewissen Zeit getilgt, moralische "Sünden" gelten lebenslang.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#51

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 22:50
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von pathfinder im Beitrag #41
Aber das würde dann ja bedeuten, das Leute hinzugefügt bzw. entfernt und damit auch mit den Konsequenzen leben mussten?
Hinzugefügt wohl kaum, aber entfernt wurde mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit. Zumindest für die allseits bekannte MA_stasi.txt wurde's schon vor Jahren von Andy Müller-Maguhn (ccc) nachgewiesen. Im Anhang der Artikel aus der Datenschleuder 074, auch zu finden unter nierenspen.de/og_eing.htm. Wenn jetzt 'Dein Herr B.' an einem 17. der Monate Februar bis August Geburtstag hat, wird's spannend, hä?


Dateianlage:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#52

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 22:54
von pathfinder | 23 Beiträge

@ IM Kressin : Danke, und ja es hat mir tatsächlich weiter geholfen wie so einiges "ans Licht" kam. Es hat zwar auch einige Fragen aufgeworfen aber auch gleich mit beantwortet.



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#53

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 22:58
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #47
@Alfred - woher soll er es denn wissen. Aber es stimmt schon, so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es es dann auch zurück.
Die im März 1991 veröffentlichte Liste mit OibE in der "taz", wie auch auf anderen Internetseiten ist nicht korrekt, dass wissen wir. Sogar die "taz" hat bei ihrer Veröffentlichung eingräumt, dass nicht alle OibE in der Liste aufgeführt sind.
Ich gehe nur von der Anzahl der OibE in unserer HA aus und wie viele davon in/auf dieser Liste zu finden sind.

Schönen Abend noch und eine angeregte Diskussion zu dieser Thematik.

Vierkrug

@pathfinder - kleiner Hinweis, OibE wird so geschrieben - Offizier im besonderen Einsatz



Das ist ja auch nicht weiter verwundelich, denn z.B. einige OibE der HV A waren als Residenten im OG tätig und in der Wendezeit hat Diestel höchstpersönlich dafür gesorgt, dass sie aus der ZPDB gelöscht wurden, damit ihre wahre Identität nicht ans Licht kommt. Nicht zu vergessen auch diejenigen, die nach der Wende zu anderen Diensten gewechselt sind.

Gruß Kalubke



IM Kressin und pathfinder haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2015 22:59 | nach oben springen

#54

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2015 22:58
von pathfinder | 23 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #51
Wenn jetzt 'Dein Herr B.' an einem 17. der Monate Februar bis August Geburtstag hat, wird's spannend, hä?


Ok, jetzt hast du mich wirklich erst einmal schlucken lassen. Aber nein, mein Herr B hat nicht zu diesem Zeitpunkt Geburtstag.
Aber dennoch für mich mehr als nur Hilfreich, da es mir zeigt das es richtig ist das ich Fragen stelle.



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#55

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 20.09.2015 00:58
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von pathfinder im Beitrag #48
Ich verstehe nicht denn Sinn und Zweck der Namen.
Wieso ist wichtig für eine Antwort das anstatt
"Wer hat jemals Stasi-Listen und dessen Wahrheitsgehalt bzw. Vollständigkeit überprüft.
Wer hat jemals Stasi-Listen von Herrn ... und Frau ... auf dessen Wahrheitsgehalt bzw. Vollständigkeit überprüft." steht
Oder
"Wie genau kam man an wichtige Unterlagen zur Stasiäuflärung? Wie sind geheime Anlagen zur Kenntnis gelangt?
Wir könnte der Werdegang einer solchen Entdeckung sein?

Wie genau kam Frau ... oder Herr ... an wichtige Unterlagen zur Stasiäuflärung? Wie sind geheime Anlagen zur Kenntnis gelangt?
Wir könnte der Werdegang einer solchen Entdeckung sein?"


"Wurde Personen der Stasiaufklärung tatsächlich direkt nach der Wende verfolgt so das sie erst einmal "flüchten" mussten?
Dies betrifft einen Personenkreis von daher sind ja umfassende Namensnennungen gar nicht möglich
Wer hat damals Spezialausbildungen erhalten die auf "Menschenjagd" ausgerichtet war? Ging dies ohne Stasitätigkeit?
Da gehen schon gar keine Namen, da es eine Personengruppe umfasst


Zwei der Fragen hab sich ja auch schon beantwortet. Danke nochmals.



Die sogenannte "Hamster-Liste", welche auf wechselnden Domains noch heute im Web kursiert (u.a. zeitweise nierenspende.de), ist zumindestens in Teilen plausibel. So ist z.B. ein Abgleich mit bekannten Dynamo-Leistungssportlern (als öffentliche Referenzpersonen), sowie eigingen privaten Referenzpersonen (deren hauptamliche Tätigkeit sich in meinem Bekanntenkkreis bereits vor der "Wende" herumgesprochen hatte), erfolgreich gewesen.



pathfinder hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#56

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 20.09.2015 02:35
von pathfinder | 23 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #51
... Zumindest für die allseits bekannte MA_stasi.txt wurde's schon vor Jahren von Andy Müller-Maguhn (ccc) nachgewiesen.

Nachdem ich mir die Datei noch einmal durchgelesen habe komm ich immer mehr in Verwirrung.
Soweit ich weiß wurden doch die Listen in einer Nacht und Nebelaktion verbracht. Das heißt doch aber das die Daten schon manipuliert in der Behörde gelegen haben müssen. Warum wurden die manipuliert und nicht vernichtet? Wäre doch für mich irgendwie logischer.

"... daß aufgrund dieser deutlichen Indikatoren für eine Manipulation der Datenbestände..." aus zitierter Datei (nur das niemand sagt ich behaupte es sei Manilpulation)



zuletzt bearbeitet 20.09.2015 02:40 | nach oben springen

#57

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 20.09.2015 15:27
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von pathfinder im Beitrag #56
Zitat von 94 im Beitrag #51
... Zumindest für die allseits bekannte MA_stasi.txt wurde's schon vor Jahren von Andy Müller-Maguhn (ccc) nachgewiesen.

Nachdem ich mir die Datei noch einmal durchgelesen habe komm ich immer mehr in Verwirrung.
Soweit ich weiß wurden doch die Listen in einer Nacht und Nebelaktion verbracht. Das heißt doch aber das die Daten schon manipuliert in der Behörde gelegen haben müssen. Warum wurden die manipuliert und nicht vernichtet? Wäre doch für mich irgendwie logischer.

"... daß aufgrund dieser deutlichen Indikatoren für eine Manipulation der Datenbestände..." aus zitierter Datei (nur das niemand sagt ich behaupte es sei Manilpulation)


Die Liste ist offensichtlich bei auflösung der eigenständischen Sozialversicherung des MfS und Datenübergabe an die allgemeine Sozialversicherung als illegale Kopie in die Hände selbsternannter Journalisten (Zeitung "Die Andere") geraten und (zumindestens in Teilen) veröffentlicht worden. Durch die Presseveröffentlichung ist das juristischen Problem entstanden, daß diese Liste im Rahmen des Presse- und Urheberrechtes zitier- und weiterveröffentlichbar ist, andererseits das Stasi-Unterlagengesetz (welches allerdings erst nach der ersten Presseveröfentlichung erlassen wird) dies verbietet. Ob Unvollständigkeiten vorsätzlich herbeigeführt wurden oder Datenfehlern auf Datenträgern bei der Weitergabe geschuldet sind, läßt sich heute nicht mehr klären. Hinweise auf frei erfundene oder bewußt veränderte Datensätze sind bisher jedoch nicht bekannt geworden.



IM Kressin und pathfinder haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#58

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 20.09.2015 20:06
von pathfinder | 23 Beiträge

Ah, also wahrscheinlich sind die Fehler also via "Stille Post" entstanden. Danke für die Info



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#59

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 21.09.2015 11:44
von 94 | 10.792 Beiträge

Eher wahrscheinlich finde ich ist, das Derjenige welcher die Liste leakte an einem 17.Mai geboren wurde. Na wie auch immer nochmal zu den Begrifflichkeiten ... ma_stasi.txt ist die sogenannte 'HAMSTER-Liste', was als Bakronym Hauptamtliche Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit Entgelte für die Rentenversicherung bedeuten soll. Die 'offizielle' Bezeichnung der REDABAS-Datenbank lautete seinerzeit Fipro, was für ausgeschprochen Finanzprojekt bedeuten soll.
Eine weiter Liste ist die auch als 'Schläferliste' bekannte Aufstellung von ca. 1200 OiBE, eine größtenteils eine Teilmenge der 'Hamster'-Liste.

Thema im Forum war's schon paarmal, z.B. ...
Stasi Mitarbeiterliste MFS Mitarbeiter
Die sog. "Hamster-Liste"
Stasi-Offiziere - die Liste.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Die große Lebenslüge?

in Mythos DDR und Grenze 21.09.2015 16:38
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #14
An Hackel39
Im Prinzip gebe ich dir ja recht, nur eines m uß man wissen, Insider sehen die Handlungen mit anderen Augen,sie waren ja zum bestimmten Teil Zeitzeugen von bestimmten Handlungen und schätzen dann Realität und verfilmte Darstellung anders ein. Ich kann nur sagen, vieles hat einen objektiven Sachverhalt als Grundlage, aber die Darstellung geht weit an der Realität vorbei. Diese Übertreibungen werden dann leider von vielen nicht mehr als filmeschaffenden Freiraum und künstlerische Darstellung, sondern als Wahrheit verstanden.
Wären es reale Handlungen, wären sie wahrscheinlich so langweilig, daß sie sich keiner ansehen würde.Für eine Aufarbeitung der Vergangenheit sind sie jedenfalls nicht geeignet,höchstens zur Verzerrung der Geschichte, und um den Haß aufrecht zu berhalten.
Ähnliches lag bestimmt auch den Verfilmungen aus der Nazizeit zugrunde, wo bestimmt auch Zeitzeugen gesagt haben, so war es aber nicht. Auch sie mußten damit leben.
Also ich habe mir am Anfang einige angesehen, ich glaube der letzte war, " das Leben der Anderen", wurde mit dem Oscar ausgezeichnet, und was dort für ein Unsinn zusammengetragen wurde war haarsträubend, da konnte nur jeder operativ arbeitende MA des MfS mit dem Kopf schütteln.
Das Abhörmaßnahmen liefen, heut wie damals ist ja unbestritten,aber so und noch solche Dialoge überhaupt nicht.
Da hätte Mielke aber getobt und da wären jede Menge Köpfe gerollt.Seitdem schaue ich mir solche Laienphantastereien n icht mehr an.
Den Film über die Grenzöffnung 9.11.89.konnte man mit wenigen Abstrichen akzeptieren.


Es ist meinerseits immer wieder kritisch festzustellen, saß ich damals jene DEFA- Spielfilme mit Alltagsbezug mit anderen Augen gesehen habe als heute.
Den "Datenabgleich" mit den wahren Beweggründen der Regisseure, Schauspieler und Drehbuchschreiber (mit oder ohne diverse Romanvorlagen) hat es damals nicht gegeben und so blieb jemanden, der nur unterhalten werden wollte lediglich das Resüme "Arbeit, Arbeit, Arbeit...ist doch unser Alltag usw. ...der Blick auf die tatsächlichen Botschaften der Filmhandlung oft verborgen, das muß ich als zumindest für mich als eben erst ins Leben gestarteten Berufsanfänger bilanzieren.
Umso erfreuter bin ich heute darüber, solche Filme nochmal sehen zu können, auch wenn es andere, die es damals schon " begriffen" haben nervt, mir gibt es etwas und das hat nichts mit Nostalgie zu tun.
Vielleicht wäre man als junger Genosse damals auch schon kritischer gewesen, wenn man sich die Mühe gemacht hätte, kritikwürdige Komponenten der Filmhandlung nicht als Querulantentum und feindselige Grundeinstellung abzutun sondern eben solche Quertreiber zu verstehen.
Nur stellvertretend dazu nenne ich mal einen " Polizeiruf" bei dem ein junger technischer Zeichner sehenden Auges offensichtliche schwere Planungsfehler unkommentiert in seinem Auftrag weiterverarbeitet hat und nachdem alles zu spät war meinte, daß er ja kein hochbezahlter Ingenieur oder Projektant sei sondern nur ausübendes Organ.
Damals hätte ich dem einfach nur einen symbolischen Tritt verpaßt zumal " hochbezahlt" es im Sozialismus auch gar nicht gab, viel entscheidender war aber, daß man ihm trotz seines offensichtlichen Talents nicht hatte studieren lassen und da sieht die Sache nun mal anders aus, womöglich hätte den Sozialismus in seinem Lauf doch keiner aufgehalten, wenn er seine Eliten anders behandelt und bestimmte Charakterschwächen seiner Protagonisten toleriert hätte.



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