#41

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 03.09.2015 18:28
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31

1975 hatte es schon Sprüche

Theo


Im Hintergrund rechts zu sehen, die imposante Ruine des Hauses Vaterlands/ganz früher Haus Potsdam
Schade, dass man dieses Gebäude, eine Stahl- Mauerwerkskonstruktion aus dem Jahre 1911, abgerissen hat. Es war noch eines der wenigen Gebäude im Bereich des Potsdamer Platzes, die nach 1945 stehen geblieben sind.


https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Vater...e_bei_Nacht.jpg

>>>Das Haus Vaterland war von 1928 bis 1943 ein großer Gaststättenbetrieb und Vergnügungspalast am Potsdamer Platz in Berlin mit rund einer Million Besuchern im Jahr, der als Vorläufer der heutigen Erlebnisgastronomie angesehen werden kann. Nach einem kriegsbedingten Großbrand 1943 wurde in Teilen des Gebäudes ein eingeschränkter Restaurantbetrieb mit mehreren Unterbrechungen fortgeführt und schließlich im Juni 1953 endgültig eingestellt.<<<
https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_Vaterland_(Berlin)



Der Berliner Klaus Lindow hat eine Internetseite über die Geschichte des Gebäudes mit Außen- und Innenaufnahmen erstellt:


http://www.haus-vaterland-berlin.de/
http://www.haus-vaterland-berlin.de/frameset/index.html


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#42

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 08:28
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte.
Oh, hier geht’s ja toll durcheinander. Na ja, beim Potsdamer Platz kein allzu großes Wunder.
Eigentlich sind die meisten Fragen von Donaustrom schon beantwortet, im Thread Geisterbahnhöfe. Dort sind auch die entsprechenden Skizzen, Pläne usw. eingestellt. (Abendfüllendes Programm.)
Daher nur in Kurzform zu den Fragen.
U8 – war und ist nie am Potsdamer Platz. Die geht von Heinrich Heine-Straße nach Bernauer Straße, also ganz wo anders. Die U-Bahn-Linie, die Du meinst, ist die Linie Pankow – Ruhleben.(Damals Linie A) Dann ein ganzes Bündel bezüglich des Zustandes der U-Bahn-Linie hinter der Mauer am Ende der Abstellgruppe, das Bild in #15 mit den Gleisabschlüssen. Die Erklärung von Stabsfeld, #2, ist da korrekt. Wie weit konnte die BVG die Gleisanlage zwischen Gleisdreieck und PoP nutzen? Genaugenommen –können –bis zur Mauer, sie hätte 1961 sogar den U-Bahnhof PoP als Endpunkt nutzen können. (S. Maronbefehl –die U-Bahn der Linie A endet aus Ri. W im Bhf-PoP) Die BVG hat das aber nicht gemacht, daher Endbhf. Gleisdreieck. Rest-M-Bahn und so –siehe Stabsfeld König.
Zwischen dar Ausfahrt PoP bis zur Vermauerung gab es keinen Notausstieg. Der erste war schon auf WB-Gebiet. (Nach dem Gebietsaustausch 72, Vorher: gedeckelt, verschlossen. Soviel ich weiß, wurde dieser NA erst 1991 wieder in Betrieb genommen, vorher fuhr da ja nichts.)
So-dann wird es Schwierig: Gebietsaustausch. Es gibt eine Darstellung des Senats dazu. Kann ich nur „suchen“ empfehlen.
So viel zur U-Bahn.
Allgemein: Im Thread gehen der U-Bhf und der S.Bf schön munter durcheinander. Beide Bahnhöfe sind baulich total voneinander getrennt gewesen, hatten keine Verbindung miteinander. Der auf vielen Plänen vorhandene Fußgängertunnel wurde angedacht, aber nie gebaut! Es gab auch keine Schleichwege oder Geheimgänge- gehört in den Bereich Urban Legend.
Die drei S-Bahn-Eingänge vor der Mauer: Es waren drei! Am 13.08 verschlossen, noch im August 61, vor dem Bau der ersten Generation der Mauer vermauert. Die GM 75 stand auch nie auf einen Eingang, Am dichtesten dran –genau auf der Kante, war sie am nördlichsten der drei Zugänge. Dieser Zugang war dann mit Platten gedeckelt und hatte oben drauf noch eine Betonkappe. Die beiden anderen Zugänge –Betonplatten und „glattgezogen“ auch mit Beton. Die Zugänge vor der Mauer: Einer – der Mittlere- „offen“-Zugang der GT und der Eisenbahner, irgendwo mussten die ja rein kommen. Im Thread Geisterbahnhöfe ist der Film „Rundgang….“ Eingestellt. Da ist der Zugang zu sehen. Die beiden anderen Zugänge waren gedeckelt- Betonplatten. Entgegen der landläufigen Meinung; Kein Zugang des Bf. POU war mit Beton zugefüllt.
Und – allgemein: Die Mauer stand immer vor dem eigentlichen Grenzverlauf. Es gab nur wenige Ausnahmen, wo wirklich absolut keine andere Möglichkeit bestand. Im Bereich Potsdamer Platz war das nicht der Fall. Ach – hat der Senat von Westberlin die Straßen bis zur –Sektorengrenze -(beliebte Falle, nicht?) Ja, wer sonst? Und genau bis zum „Strich“, und nicht nur die Straßen, man glaubt gar nicht, wie viele notwendige technische Anlagen so unter der Straße liegen.
Soviel erst mal.
73,Hans


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#43

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 11:30
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen , Gemeinde….
Sozusagen : Sammelsurium von Fragen und Feststellungen in diesem Thread. Bunt durcheinander.
#23 : Wer weiß, warum man den alten Bahnhof an Westberlin abgetreten hat? Hatte die DDR kein Interesse dran?
Verstehe ich nicht. Der alte Bahnhof Potsdamer Platz (Ursprünglich Leipziger Pl.)liegt (Lag) östlich vom jetzigen, in Ri. Pankow, und wurde bereits zu Kaisers Zeiten zurückgebaut. Den kannst Du doch nicht meinen. Der U-Bahnhof PoP Lag /liegt schon immer östlich der Grenze, da hat man nichts „abgetreten“. Ist auf der von dir eingestellten Karte gut zu erkennen. Was du möglicherweist meinst-das Stück Tunnel, seit 61 ungenutzt, das beim Gebietsaustausch im Rahmen Lennee-Dreieck zu WB Kam. ( Das Foto mit Mauer und Prellböcken, Gleisabschluss, weiße Gasbetonsteine) Ausführlich dazu in Geisterbahnhöfe.

Der S-Bahnhof lag in seiner Gesamtheit, komplett, auf DDR-Gebiet. Selbst die Zugänge vor der Mauer!
--Nur mit dem Gebietsabtausch 1972 kam ein Tunnelteil der U 8 (wie die anderen Geisterstrecken)….—
Ne. Per Definition: Geisterstrecken: Teil der U6, Teil der U8, und Teil der Nord-Süd-S-Bahn, welche unter dem Teil der Hauptstadt……usw. verliefen. Da wurde nichts unter WB langgeführt, Warum auch. Da war doch ganz normaler Betrieb. Umfangreiche Karten dazu: Geisterbahnhöfe.

#27 „Über das Zwischengeschoß konnten die B-Punkte von außen unbemerkt betreten und verlassen werden.“ Hm. Schöne Idee. Ging bloß nicht. Weil: Die Zugänge waren definitiv vermauert. Über das Zwischengeschoß lief da nichts. Es gibt mehrere Fotos von den geschlossenen Scherengittern samt Mauer dahinter.

#35 Der Sinn- na ja. Aber das Studio am Stacheldraht gab es da schon lange nicht mehr.

#40 Aua, Kalubke. Da sind aber die Pferdchen durchgegangen. Bzw. du hast die allertollste Quelle über UTA erwischt. Die Teilstücke (Vorratsbauten) der U-Bahn – wenige- und die Autobahnstücke – Achsenkreuz usw. lagen alle weit in WB. Autobahn-Höhe Ehrenmahl, U-Bahn „Hinter den Reichstag –westlich. Und Definitiv – Vom Hängeboden aus gab es keine Verbindung zu irgendwas- auch die häufig erwähnten geheimen Verbindungen zum Adlon, zur Reichskanzlei und –noch ein Haufen ach so geheimer S-Bahn-Anlagen gab es einfach nicht.

# 12 Hm. Kleines Problem: Der von Theo eingestellte Bahnhofsplan ist zwar der am leichtesten zugängliche ( „Signal“ hat ihn wohl deshalb auch genommen) aber – es ist ein Plan, der so nie ausgeführt wurde. Der Fußgängertunnel wurde nie gebaut. Der Plan diente „Signal „zur Erläuterung eines Projektes, den Bahnhof POU für Westberliner zu öffnen, zu nutzen. Der Grenzverlauf ist da nur schematisch eingetragen. Und bevor eine neue Urban Legens aufkommt – das war nichts offizielles, sondern der Wunschtraum einer Bürgerinitiative. Nachzulesen in „Signal“ –Monatsschrift des Verbandes…. Entstanden übrigens in Verbindung mit dem Gebietsaustausch Lennee-Dreieck
.
#20 Äh, oh nein. Was machst du heute bloß? Das ist U-Bahn! Nix Bahngelände Reichsbahn! Die Vermauerung am Tunnelmund kam übrigens erst nach dem Gebietsaustausch, wurde also durch die BVG zur Bauwerkssicherung hingestellt. Vorher war da eine Art Scherengitter. Die Strecke, die Z-Kom da gelaufen ist – bis zur Mauer, das war die sogenn. „Alte“ Mauer, ging also bis an den Beginn der alten Abstellgruppe PoP, diese Mauer wurde nie entfernt. Dahinter noch rund 50 -80 m bis zu der Wand, die auf dem Prellbockbild zu sehen ist. Beide Mauern : Keine Tür / Durchschlupf oder so vorhanden.
Und Dein Letzter Satz in der 20: Nun –dir hätte der Arsch abgefahren werden können, dem Z-Kom nicht.
73. Hans


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#44

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 12:13
von Harzwanderer | 2.937 Beiträge

U-Bahntunnel Potsdamer Platz, "Blickrichtung Gleisdreieck".







Quelle und sehr gute weitere Fotos: http://www.pravda-tv.com/2014/01/mauer-u...ahnhofe-videos/


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zuletzt bearbeitet 07.09.2015 12:20 | nach oben springen

#45

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 13:21
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #35
Der Sinn des Spruches auf dem 1975'er Foto im Beitrag #31 von @eisenringtheo: "BULLEN MIT SENDERN AUS DEM HAUS, SIE WERDEN KÖRPERLICH MIT SENDERN ANGEGRIFFEN, ES HERRSCHT TERROR IN DEUTSCHLAND" erschließt sich mir irgendwie nicht so ganz. Kann es vieleicht sein, dass mit "SENDERN AUS DEM HAUS" das "Studio am Stacheldraht" gemeint war und mit "SIE" die DDR-Bürger? Die etwas hölzerne Ausdrucksweise sowie die ordentlich und sorgfältig gemalten Buchstaben könnten die Vermutung aufkommen lassen, dass der Spruch von der DDR aus dort rangemalt wurde, sozusagen als Propaganda-Gegenaktion. Dann wäre es die DDR gewesen, die als erstes auf die Idee kam, die Mauer mit Graffitis zu bemalen und eine kleine zeitgschichtliche Sensation, oder?

Gruß Kalubke



Hallo Kalubke,
ich habe auch über den Spruch sinniert und es kann durchaus sein, dass er gar nicht von "West"-Sprayern stammt.
Das Studio am Stacheldraht schloss aber bereits 1969/1970, wenn der Spruch später angebracht wurde, ist es
noch rätselhafter.

http://www.berlin-mauer.de/videos/studio-am-stacheldraht-565/


Nochmal zum Thema "Spraykunst und Mauer", ein damaliger Mauerkünstler


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#46

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 13:38
von Harzwanderer | 2.937 Beiträge

Der mit den "Sendern" war damals meiner Erinnerung nach ein bekannter "Spinner" in West-Berlin. Der dachte wohl, alles wird von irgendwo ferngesteuert und sprühte sowas in der Art überall hin. Das Studio am Stacheldraht spielte wohl keine große Rolle dabei und auch nicht irgendwelche Ost-Propaganda.

Das mit den Graffitis ging erst mit der "schönen" neuen Fertigteil-Mauer so richtig los, die ursprünglich ja sogar geweißt wurde.


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zuletzt bearbeitet 07.09.2015 14:08 | nach oben springen

#47

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 14:01
von Kalubke | 2.301 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #43

[...]
#27 „Über das Zwischengeschoß konnten die B-Punkte von außen unbemerkt betreten und verlassen werden.“ Hm. Schöne Idee. Ging bloß nicht. Weil: Die Zugänge waren definitiv vermauert. Über das Zwischengeschoß lief da nichts. Es gibt mehrere Fotos von den geschlossenen Scherengittern samt Mauer dahinter.
[...]
#40 Aua, Kalubke. Da sind aber die Pferdchen durchgegangen. Bzw. du hast die allertollste Quelle über UTA erwischt. Die Teilstücke (Vorratsbauten) der U-Bahn – wenige- und die Autobahnstücke – Achsenkreuz usw. lagen alle weit in WB. Autobahn-Höhe Ehrenmahl, U-Bahn „Hinter den Reichstag –westlich. Und Definitiv – Vom Hängeboden aus gab es keine Verbindung zu irgendwas- auch die häufig erwähnten geheimen Verbindungen zum Adlon, zur Reichskanzlei und –noch ein Haufen ach so geheimer S-Bahn-Anlagen gab es einfach nicht.
[...]
#20...Und Dein Letzter Satz in der 20: Nun –dir hätte der Arsch abgefahren werden können, dem Z-Kom nicht.




#27: Guck mal 2. Bild in #44 von @Harzwanderer: Das ist doch einer der vermauerten Aufgänge am ehem. Potsdamer Tor. Und was sieht man da in der Vermauerung? Ein vermauertes Türchen und eine vermauerte Luke. Und warum waren auf die Aufgänge anstelle der Betondielen solche seltsamen Schleppdächer montiert worden? Auf der Postkarte aus den 60'ern in #36 von @Fischerhütte, die den Leipziger Platz zeigt, ist unmittelbar am Ausgang Potsdamer Tor Nord ein gemauerter mannshoher B-Unterstand zu sehen.

#40 Sicher, eine Menge der NS-UTA sind nach dem Krieg im Zuge der Enttrümmerungen verschwunden, aber z.B. den Luftschutzbunker am Adlon gab es tatsächlich noch. Wo könnte denn der Genosse Busch sonst noch untertägig die Seiten gewechselt haben? In einer Doku über das MfS in der Wendezeit hat man den unterirdischen Übertritt sogar filmisch nachgestellt. Da lief er einen Tunnel lang, der wie eine außer Betrieb befindliche S- oder U-Bahnstrecke aussah (z.B. Halterungen von Signalkabeln an den Wänden) und bog dann in eine Nische ab, von der aus eine Steintreppe nach oben durch die gewölbte Tunneldecke führte.

#20 Das hatte ich damals schon bedacht und bin extra am stillgelegten Außengleis des Bahnsteiges der Linie E in Richtung Friedrichsfelde in den Rathaustunnel gelaufen, aber nicht auf dem Gleis sondern auf dem Laufsteg an der Seite. Na und in der Betriebswerkstatt auf dem Bahnsteig der Linie D hinderten mich gewisse Mauern daran, den Gleisen zu nahe zu kommen.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 07.09.2015 18:23 | nach oben springen

#48

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 17:31
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Zum Haus Vaterland: Bilder Abriss
http://www.haus-vaterland-berlin.de/cont...ch01_gross.html
Standen auf dem Gebiet, das 1972 ausgetauscht wurde, noch andere Gebäude? Und war das Gebiet bis 1972 mit Grenzanlagen gesichert?
Theo


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#49

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 19:03
von Grenzläufer | 1.783 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #48
Zum Haus Vaterland: Bilder Abriss
http://www.haus-vaterland-berlin.de/cont...ch01_gross.html
Standen auf dem Gebiet, das 1972 ausgetauscht wurde, noch andere Gebäude? Und war das Gebiet bis 1972 mit Grenzanlagen gesichert?
Theo


ich kann dir nur den ersten Teil deiner Frage beantworten. Das Haus Vaterland stand westlich der Köthener Straße direkt neben dem
Potsdamer Bahnhof.

Hier eine Ansichtskarte von 1927
http://static1.akpool.de/images/cards/29/293161.jpg

Das Bahnhofsgelände, dass bis 1938 zu Kreuzberg gehörte, dann Mitte zugeschlagen wurde und 1972 zu Berlin-West kam, stand der Potsdamer Bahnhof mit seinen Seitenbahnhöfen (Wannseebahnhof und Ringbahnhof).

https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Pot...enbahnhoefe.jpg

Diese Gebäude wurden in den 50igern abgerissen.

Ich war mit meinem Vater und meinem Bruder als Kind auf dem Gelände, auch in der Ruine des Haus Vaterlands. Ich habe mit beiden nochmal gesprochen, dort stand sonst nichts mehr. Direkt neben dem Haus Vaterland stehende Häuser östlich der Köthener Straße gehörten schon immer zu Kreuzberg.

Hier sind eine Fotos vom Potsdamer Personenbahnhof und auch Haus Vaterland zu sehen:
http://www.potsdamer-platz.org/potsdamer_bahnhof.htm

Auf dem Plan, den du hier ins Forum gestellt hast

http://files.homepagemodules.de/b150225/...n2_voUgpahR.jpg

kann man Potsdamer Personenbahnhof mit Wannseebahnhof und Ringbahnhof sowie das Haus Vaterland erkennen.

Weitere links mit Bebauung des Gelände

http://www.bruhaha.de/potsdamer_platz/seite7.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Be...t-bemasst-1.jpg

http://www.drehscheibe-online.de/foren/r...646306,page=all

Luftbild von 1956 mit den Ruinen des Potsdamer Personenbahnhofs und Haus Vaterland (unten rechts)....(Ruine Columbushaus steht noch o.T.)

http://www.bruhaha.de/potsdamer_platz/seite11.html


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#50

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 07.09.2015 19:37
von Hans | 2.166 Beiträge

Abend, Gemeinde….
Ja, Kalubke,mach ich doch.
“ Guck mal 2. Bild in #44 von Harzwanderer: Das ist doch einer der vermauerten Aufgänge am ehem. Potsdamer Tor.“
Das ist die Vermauerung- allerdings nur die Innerste von 3 bis Vier, je nach Ausgang. Es müsste der Mittlere der drei westlichen Ausgänge sei. ( Nicht ganz 100 %ig.)Die Tür links ist dann zur ex-Fahrkarte. Ändert aber nichts an meiner Aussage.
„ ist unmittelbar am Ausgang Potsdamer Tor Nord ein gemauerter mannshoher B-Unterstand zu sehen.“ Ja, ein B-Stand –neben dem Zugang. Warum – falls dein gedeckter Zugang da gewesen seien sollte, nicht auf dem Zugang? Wäre doch viel logischer, oder? Dann hätte man doch nicht die Treppe hoch und um den Eingang herum ins Häuschen gemusst. Und – Wie weit vor der Mauer? Solange die erste Generation Mauer stand, konnte man wohl von dort beobachten, die war ja nicht ganz so hoch. Mit Aufkommen zweite/dritte Generation war der B-Stand dann weg.

" z.B. den Luftschutzbunker am Adlon gab es tatsächlich noch. Wo könnte denn der Genosse Busch sonst noch untertägig die Seiten gewechselt haben? In einer Doku über das MfS in der Wendezeit hat man den unterirdischen Übertritt sogar filmisch nachgestellt. Da lief er einen Tunnel lang, der wie eine außer Betrieb befindliche S- oder U-Bahnstrecke aussah (z.B. Halterungen von Signalkabeln an den Wänden) und bog dann in eine Nische ab, von der aus eine Steintreppe nach oben durch die gewölbte Tunneldecke führte".
Schön. Aber –Urban Legens. Es gab keine Verbindung zwischen dem Adlon-Bunker, oder irgendeinen anderen Bunker zur gesamten Nord-Süd-Bahn. Und der Adlon Bunker lag ja nun mal am Adlon, also an der S-Bahn, Nähe ULU.
Ach so- hypothetisch,und dann? Da steht der Genosse B. also im S-Bahn-Tunnel. Und dann? Läuft er durch den Tunnel, im Dunkeln, im Verkehr? Die Trittbrettanlage überschwebt er? Dann steht er vor POU. Weiter? Ne- einfach unrealistisch.
Die einzigen Verbindungen – vom Reichsbahn-Verwaltungsgebäude zur U-Bahn Linie A waren Feuersturm-Durchschlupfe aus dem Reichsbahnbunker (im Innenhof des RB-Amtes) Die konnte man benutzen, wenn man durch das darinstehende Wasser hindurch watete, ungefähr 1m tief. Allerdings –eben auf die Linie A , und kurz vor Thälmannplatz. Ungeeignet, weil dahinter, PoP, ist in Ri. Westen zu.Da hätte man wesentlich einfacher in Thälmannplatz ins Gleis hüpfen kömmen. Sind nur ein paar Meter mehr zu laufen. Ok. Diese Art von Spiogenten- Geschichten werden nie aussterben. Und –wie so viele ähnliche „Dokumentationen“ über geheime Tunnel des MfS usw.– toll erfunden. Das meiste dieser Geschichten ist einfach erstunken und erlogen. Übrigens – die Decke der N-S-S-Bahn ist gerade, Quadratisches Profil.
Theos Frage hat Grenzläufer ja inzwischen beantwortet. Nur eine Bemerkung: Er spricht da vom Potsdamer Fernbahnhof. Nicht dass der nächste Irrtum entsteht.
73, Hans


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#51

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 23.09.2015 14:42
von walli | 17 Beiträge

Absolut genial! Danke dafür!
Hast du das Foto gesehen:

Das hat was, bin ich total begeistert von.
Wäre auch mal ein richtig gutes Motiv für eine Postkarte. Fällt jemanden eine gute Überschrift dazu ein? Würde sie mir hier bestellen wollen.
Die hier: http://www.sausewind-shop.com/out/pictur..._uniform_z1.jpg
finde ich auch genial, weiß jemand wo man die noch herbekommt?


Das Leben bietet uns Brücken, wir müssen sie nur sehen und den Mut haben, sie zu begehen.
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#52

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.11.2015 00:26
von Kalubke | 2.301 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #50


[...]
Da steht der Genosse B. also im S-Bahn-Tunnel. Und dann? Läuft er durch den Tunnel, im Dunkeln, im Verkehr? Die Trittbrettanlage überschwebt er? Dann steht er vor POU. Weiter? Ne- einfach unrealistisch.
[...]


Hallo Hans,

zum Thema mutmaßlicher unterirdischer Schleusungsweg vom Genossen Oberst B. hier noch ein interessantes Foto vom Potsdamer Platz, das aus erhöhter Position in Richtung Brandenburger Tor aufgenommen wurde. Da sieht man deutlich, dass der S-Bahnausgang Columbus Haus genau mit der Grenzmauer überbaut wurde und auf der östlichen Seite noch ein schmaler Spalt frei blieb. Auch gut zu sehen: Genau an dieser Stelle stehen auf der westlichen Seite der Mauer die hier bereits erwähnten, als Sichtblende aufgestellten Winkelstützelemente. GAK's bzw. sonstige Leute, die ins Vorgelagerte wollten, konnten also theoretisch dort über den Ausgang Columbus Haus unbemerkt bis unmittelbar an die Mauer und von da aus über ein durch die Sichtblenden von Westberlin aus nicht einsehbares Schlupftor durch die Mauer ins Lenne-Dreieck gelangen.



Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 27.11.2015 20:40 | nach oben springen

#53

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 12:28
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde,...... Hallo, Jörg.
Erst mal Danke für das Foto, das hatte ich noch nicht.
Ich weiß ja, du magst die tolle Geschichte mit Gen. B. Kleines Problem dran. Der Ausgang sah auf der anderen Seite so aus. Allmählich fange ich an, zu bedauern, dass ich dir da immer widersprechen muss.
Im Moment ist vom Museum übrigens eine Nachtwanderung angedacht, so etwa im März/April. Soll von ULU nach POU , über den Hängeboden gehen. Thema währe da das Einsturzunglück beim Bau der NS-Bahn. Aber an deiner Lieblingsstelle geht’s da eben auch lang. Wenn es geht - weiß ich noch nicht genau- werd ich an dich denken. Hoffen wir mal das Beste. Allerdings ist die DB z.Z. nicht sehr kooperativ, aber die Jungens sind dran.
73, Hans
.


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#54

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 12:51
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Der Deckel kam erst relativ spät. War diesern Abgang schon in WB? Und wenn ja, wer hat die Abdeckung durchgeführt? Auf wessen Kosten?
1975


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#55

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 13:18
von Hanum83 | 4.797 Beiträge

Diese Bilddokumente sind sehr interessant für mich da meine Frau und ich sehr oft am Potsdamer Platz zu Besuch weilen, neben diversen Shows sind die Spielbank und die Fox-Bar im Hyatt immer ein Muss für uns beim Berlin-Abstecher.
Gut das dies heute alles möglich ist, sah ja einfach fürchterlich aus damals.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 28.11.2015 13:19 | nach oben springen

#56

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 16:31
von Kalubke | 2.301 Beiträge

Hi @Hans, das wäre super, wenn das klappt mit der Begehung.

Zu Deinem Foto: Ich fürchte Du hast den Abgang Potsdamer Ecke Bellevue erwischt. Der lag komplett westwärts vor der Mauer und wurde wahrscheinlich von dem Touristenpodest aus abgelichtet. Außerdem fehlt die Sichtblende.

Zu Theo: Alle Eingänge lagen im Ostsektor und die Sektorengrenze (bzw. die alte Verwaltungsgrenze zwischen den Stadtbezirken Tiergarten und Mitte) führte fein säuberlich drum herum (siehe vergrößerter Ausschnitt). Aufwand und Kosten der Abdeckungen werden somit zu 100% dem Osten zugefallen sein.

In der Vergrößerung sieht man gut den schmalen Spalt des Abganges Columbus Haus rechts neben dem Mauerfuß, der offen geblieben war und durchaus weiter als Ausstieg genutzt werden konnte.



Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 28.11.2015 20:20 | nach oben springen

#57

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 16:52
von marc | 577 Beiträge

@Kalubke

ungesehen als Gakl ins Lenedreieck ist sicherlich etwas übertrieben. Auf dem Lenedreieck war in den 80er Jahren ein großer Polenmarkt.



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#58

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 17:13
von Harzwanderer | 2.937 Beiträge

Nee der war woanders. Der Polenmarkt war zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal ungefähr westlich parallel zum U-Bahntunnel der an einer Rampe aufwärts und dann zum Hochbahnhof Gleisdreieck führt. Das war eine offene Erdfläche (eine Art Parkplatz) und ein traurig armseliger Schrottmarkt. (auf dem Bild in Post #54 hinten rechts geht die Fläche los, das Lennédreieck liegt dagegen hart links)



Quelle: http://www.tagesspiegel.de/images/261240.../2-format43.jpg


Das Lennédreieck war eher so ne Unkrauthölle und "zu meiner Zeit" schon westlich aber nochmal extra eingezäunt. Man konnte da wohl aber reinklettern, wenn man gewollt hätte.Hier steht das Hotel Esplanade/Kaisersaal noch an seinem alten Ort.



Quelle: http://gsb.download.bva.bund.de/BR/schaufenster/img/38-6.jpg


Zange, marc, Kalubke und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.11.2015 17:29 | nach oben springen

#59

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 17:20
von Zange | 397 Beiträge

"Armseliger Schrottmarkt",

supercool ausgedrückt


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
zuletzt bearbeitet 28.11.2015 17:24 | nach oben springen

#60

RE: Potsdamerplatz - Abgänge S-Bahn und U-Bahn zur Mauerzeit

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 28.11.2015 17:22
von Harzwanderer | 2.937 Beiträge

Das war zu der Zeit, als die Polen bitterarm waren und alles verkauft haben, was irgendwie noch ne Mark West gebracht hat. Alte Autobatterien und irgendwelches polnisches Zeug, dass man wirklich nicht gebrauchen konnte. Hat mehr Mitleid bei einem ausgelöst, wenn man die Dinge gesehen hat.

Angeblich gab es dort allerdings auch "gebrauchte" Autoradios in großem Stil.


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zuletzt bearbeitet 28.11.2015 17:23 | nach oben springen


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25 23.10.2013 16:59goto
von West_Tourist • Zugriffe: 5718
Nordkoreas U-Bahn
Erstellt im Forum DDR Politik Presse von Freedom
5 28.08.2015 18:52goto
von Harzwanderer • Zugriffe: 3271
Die S-Bahn-Fahrkarte in die Freiheit
Erstellt im Forum Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer von Angelo
3 30.08.2010 08:51goto
von Zaunkönig • Zugriffe: 3714
Suche Grenzübergänge mit der Bahn
Erstellt im Forum Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien von Teufel
10 17.07.2009 20:26goto
von CaptnDelta • Zugriffe: 999
Eine Fahrt mit der Berliner U-Bahn durch die Geisterbahnhöfe von Ost berlin
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
29 22.09.2011 15:57goto
von StabsfeldKoenig • Zugriffe: 22408
Eine Fahrt mit der West-Berliner S-Bahn entlang der Mauer 1990 Teil 2
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
3 27.04.2009 08:40goto
von Grete85 • Zugriffe: 3891
Berliner S-Bahn entlang der Mauer nach Fronau 1988
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
3 29.08.2013 11:28goto
von EK82I • Zugriffe: 1654

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