#241

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 15:57
von schulzi | 1.759 Beiträge

Zitat von Krepp im Beitrag #239
Zitat von schulzi im Beitrag #230

Davon wusste man in Leipzig bestimmt nichts,war immer kaput wen meine Ex und ich ihre Schwester in der 6.Etage besuchten.Sprich in Leipzig gab es Aufzüge erst ab 9.Etage

Hallo,
wo bitte gab/gibt es in Leipzig WBS70 mit 6 Etagen.
Im 6Geschosser(Erdgeschoß+5Etagen) kein Fahrstuhl.
Im 11Geschosser und im PH16 Fahrstuhl vorhanden.
Wobei der PH16 wiederum kein WBS70 ist.

WK 7 z.B. Wegastrasse ,Jupiterstr. bzw wie wir Leipziger auch sagen im Sternenstädtchen


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#242

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 31.08.2015 15:23
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Eine recht nachdenkliche Dokumentation über die Brutzeit der neuen gesamtdeutschen Republik mit Protagonisten, die gut in das vorgegebene Zeitfenster passen.

http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/se...s-2d7967f4.html

Es kommt zum Ausdruck, daß man seine vertrauten Alltagsrezepte im neuen Deutschland nicht mehr verwerten kann, daß uralte Freundschaften der sogenannten Freiheit geopfert wurden (niemand konnte wissen, ob der Weggang in der ersten Welle der Ausreisebewegung unumkehrbar sein würde) und daß man vollkommen fremden Politikern aus einem Land das man nur aus den Nachrichten kennt vorbehaltlos hinterher lief.
Meine Bewertung solcher Charaktere hat sich bis heute kaum verändert und daß ausgerechnet irgendwelche Punker und eine vollkommen unpolitische Rentnerin genau das für eine sehr große Bevölkerungsgruppe (der wenig qualifizierten, der Kinderreichen, der wenig mobilen, der Alternativen....) voraus sagten, was im Gegensatz zur "Blühenden- Landschafts- Perspektive" stand ist ein weiteres Achtungszeichen aus dem Wissensstand dieser historischen Mikroepoche heraus.
Es war auch eine gewisse Dünnhäutigkeit seitens der Ostdeutschen zu vernehmen, die mich eher belustigt hat, so z. B. hat es nichts mit westdeutscher Intoleranz zu tun, wenn man bestimmte Ausdrucksweisen und Dialekte hinterfragte und auch darüber lächelte. In solchen Momenten habe ich eher noch zurück gelächelt, wenn die damit nicht klar kamen.
Bemerkenswert und auch konform mit meinem eigenem damaligen Befinden war die relative Sorglosigkeit der "normal" berufstätigen Facharbeiter aus Branchen, die man für überlebensfähig hielt und auch das streckenweise Entsetzen über den hohen Wahlsieg der CDU- Raubkopie "Allianz für Deutschland" mit der Konsequenz ein Jahr später anderswo weiter zu demonstrieren gegen die gebrochenen Wahlversprechen.



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#243

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 31.08.2015 23:54
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #234
Hallo Moskwitschka,

da haben wir gleichzeitig gepostet.

zu dem alten "Spiegel"-Beitrag:

In den DDR-Wohnheimen waren Regeln eizuhalten, die eher an ein Kinderheim erinnerten, statt an den Umgang mit Erwachsenen. Aber von Abschottung konnte keine Rede sein. Im Laufe der Jahre lockerten sich die Verhältnisse und auch die Bestimmungen. So waren letztendlich Eheschließungen mit DDR-Bürgern möglich, auch wenn das für die Betroffenen Ausdauer abverlangte. Diese Möglichkeit nutzten auch vietn. Akademiker.

Wie ich schon schrieb, nutzten Einige später die Rückkehrprämie, aber nicht "klaglos", sondern nach persönlicher Abwägung. Von den "meisten" kann nicht die Rede sein. Ansonsten hätten wir nicht bis heute die relativ große Zahl vietnamesischer Mitbürger.

Die prekäre Situation der 90er Jahre ist gottseidank vorbei und der vietn. Zigarettenschmuggel im Prinzip erledigt.
Heute sind sie gut in die dt. Gesellschaft integriert. Viele haben inzwischen die dt. Staatsbürgerschaft und die nachfolgende Generation lernt und studiert bestens.
Allein in der Uniklinik Leipzig gibt es mindestens zwei vn Ärzte, davon einer in leitender Position.

Gruß
Micha




Soweit mir bekannt, hatten die Vertragsarbeiter ein Optionsrecht, sich nach Ablauf des 5jährigen Vertrages zwischen Rückkehr und Einbürgerung zu entscheiden. Diejenigen, die die Staatsbürgerschaft der DDR bereits erworben hatten, hatten damit auch nach 1990 Bleiberecht und Staatsbürgerschaft. Dagegen wurde denjenigen noch nicht abgelaufen waren, diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. Auch der Rechtsanspruch darauf, bei Entlassung einen Gewerbeschein zu erhalten, wurde häufig mißachtet, was viele Vietnamesen in Schwarzarbeit und -handel trieb.



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#244

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 01.09.2015 09:50
von Freienhagener | 3.861 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #243
Zitat von Freienhagener im Beitrag #234
Hallo Moskwitschka,

da haben wir gleichzeitig gepostet.

zu dem alten "Spiegel"-Beitrag:

In den DDR-Wohnheimen waren Regeln eizuhalten, die eher an ein Kinderheim erinnerten, statt an den Umgang mit Erwachsenen. Aber von Abschottung konnte keine Rede sein. Im Laufe der Jahre lockerten sich die Verhältnisse und auch die Bestimmungen. So waren letztendlich Eheschließungen mit DDR-Bürgern möglich, auch wenn das für die Betroffenen Ausdauer abverlangte. Diese Möglichkeit nutzten auch vietn. Akademiker.

Wie ich schon schrieb, nutzten Einige später die Rückkehrprämie, aber nicht "klaglos", sondern nach persönlicher Abwägung. Von den "meisten" kann nicht die Rede sein. Ansonsten hätten wir nicht bis heute die relativ große Zahl vietnamesischer Mitbürger.

Die prekäre Situation der 90er Jahre ist gottseidank vorbei und der vietn. Zigarettenschmuggel im Prinzip erledigt.
Heute sind sie gut in die dt. Gesellschaft integriert. Viele haben inzwischen die dt. Staatsbürgerschaft und die nachfolgende Generation lernt und studiert bestens.
Allein in der Uniklinik Leipzig gibt es mindestens zwei vn Ärzte, davon einer in leitender Position.

Gruß
Micha




Soweit mir bekannt, hatten die Vertragsarbeiter ein Optionsrecht, sich nach Ablauf des 5jährigen Vertrages zwischen Rückkehr und Einbürgerung zu entscheiden. Diejenigen, die die Staatsbürgerschaft der DDR bereits erworben hatten, hatten damit auch nach 1990 Bleiberecht und Staatsbürgerschaft. Dagegen wurde denjenigen noch nicht abgelaufen waren, diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. Auch der Rechtsanspruch darauf, bei Entlassung einen Gewerbeschein zu erhalten, wurde häufig mißachtet, was viele Vietnamesen in Schwarzarbeit und -handel trieb.


Das ist mir nicht bekannt. Die DDR drängte auf Rückkehr - noch mehr Vietnam. Möglich war ein Bleiben überhaupt nur durch Eheschließung mit einem DDR-Bürger. Und selbst diese Möglichkeit eröffnete sich erst um1980, bis zuletzt im Prinzip ungewollt. Nach der Genehmigung zur Eheeschließung verlangte die DDR-Seite selbstverständlich einen Reisepaß, den die Vietnamesen in der DDR nicht hatten (es gab eine Art Ausweis). Die vietnamesische Seite verlangte für das Dokument eine hohe Summe (dafür gab es Preislisten, entsprechend der Qualifizierung in der DDR).
Dabei ging es noch nicht mal um eine neue Staatsbürgerschaft. Die haben nach der Wende Leute annehmen können, die 5 Jahre legal in Deutschland lebten.
Diejenigen ausländischen Vertragsarbeiter, Studenten und Lehrlinge, die 1989/90 in der DDR wohnten, wurden von der BRD nicht einfach abgeschoben. Diese Leute versuchte man bezüglich Vietnam mittels des bereits erwähnten Abkommens auf freiwilliger Basis loszuwerden,. Viele blieben dennoch, damals generell und heute immer noch in der Mehrzahl vietn. Staatsbürger. Aufenthaltsmäßig gingen sie den Weg von der Duldung zur Genehmugung und schließlich Berechtigung.
Soweit die Praxis. Vielleicht kannst Du eine andersartige Theorie ja belegen. Ein solcher Beleg würde mich sehr interessieren, um ihn auch ganz woanders zu diskutieren.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 01.09.2015 10:12 | nach oben springen

#245

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 01.09.2015 23:03
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Harsberg im Beitrag #210
Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas
Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.
WBS 70, egal in welchem Bezirk, waren mit FW und E-Herd ausgestattet.
Ab 1970 wurden auch in der 2MP-Bauweise, keine Wohnungen in der DDR mehr mit Ofenheizung gebaut.
Ganz sooo pauschal würde ich das jetzt mal nicht beschreiben, im ländlichen Umfeld wurde auch in den 80igern Platten mit Ofenheizung gebaut.
Meist warns 3stöckig, also nach Zählweise der DDR 2geschoßig.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 01.09.2015 23:04 | nach oben springen

#246

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 10:58
von bürger der ddr | 3.623 Beiträge

@94 , oft wurden ähnliche Bauten als Betriebswohnung von den LPG errichtet, im "kampf" um neue Mitstreiter.

Am Anfang habe ich gedacht, das wird ein interessantes Thema. Gerade für mich, der so viele positiven Erinnerungen an die DDR hat. Doch leider sind diese Erinnerungen meist privater Natur.
Jetzt sind wir bei der Heizform in den Plattenbauten angelangt, warum hat noch keiner die "dünnen" Zwischenwände erwähnt, so das der Nachbar nach dem Sex Punkte vergeben konnte für die "beste Nummer"



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#247

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 11:16
von Heckenhaus | 5.132 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #246

Jetzt sind wir bei der Heizform in den Plattenbauten angelangt, warum hat noch keiner die "dünnen" Zwischenwände erwähnt, so das der Nachbar nach dem Sex Punkte vergeben konnte für die "beste Nummer"


Weil das kein DDR-typisches Phänomen , sondern landesweit zu finden ist.
Ich denke da ganz spontan an die Häuser in Stuttgart-Degerloch rund um die Böhmstraße, vermutlich aus den 60-er Jahren.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#248

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 23:59
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #247
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #246

Jetzt sind wir bei der Heizform in den Plattenbauten angelangt, warum hat noch keiner die "dünnen" Zwischenwände erwähnt, so das der Nachbar nach dem Sex Punkte vergeben konnte für die "beste Nummer"


Weil das kein DDR-typisches Phänomen , sondern landesweit zu finden ist.
Ich denke da ganz spontan an die Häuser in Stuttgart-Degerloch rund um die Böhmstraße, vermutlich aus den 60-er Jahren.


Der typische Baustil der Nachkriegszeit in beiden deutschen Staaten (möglicherweise auch anderen europäischen Staaten) ab den späten 50er Jahren (mit Ausnahme der der Stalin-Allee-Bauten) war auf Leichtbau (dünnere Wand- und Deckenstärken als beim klassischen Ziegelbau) ausgerichtet um billiger und materialsparender zu bauen, als vor dem Krieg. Sowohl Ziegelausgemauerte Betonrahmen-/-säulenbauten, als auch Großblock- und -plattenbauten sind somit leichter (aber auch schlechter isoliert), als klassische Ziegelbauten (vor 1920). Deshalb wurden zuerst die Bauten der Nachkriegszeit nachträglich isoliert. Seit den 90er Jahren baut man deswegen auch wieder mit dickeren Wänden.



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#249

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 03.09.2015 07:38
von Hanum83 | 4.744 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #246
@94 , oft wurden ähnliche Bauten als Betriebswohnung von den LPG errichtet, im "kampf" um neue Mitstreiter.

Am Anfang habe ich gedacht, das wird ein interessantes Thema. Gerade für mich, der so viele positiven Erinnerungen an die DDR hat. Doch leider sind diese Erinnerungen meist privater Natur.
Jetzt sind wir bei der Heizform in den Plattenbauten angelangt, warum hat noch keiner die "dünnen" Zwischenwände erwähnt, so das der Nachbar nach dem Sex Punkte vergeben konnte für die "beste Nummer"





Die Kolchosen haben damals in Richtung Privat-Bauvorhaben wirklich viel möglich gemacht, da ist das Hühnerknie und andere Technik oftmals zur Eigenheim-Baustelle augerückt und auch bei rarem Material ging ein Weg ran.
Habe da mal staunend einen Vertigteil-Keller bewundert, aus zweckentfremdeten Güllebecken-L-Elementen


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 03.09.2015 07:42 | nach oben springen

#250

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 03.09.2015 08:21
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat

Meist warns 3stöckig, also nach Zählweise der DDR 2geschoßig.




3-stöckig ist auch 3-geschossig


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#251

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 03.09.2015 19:13
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #247
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #246

Jetzt sind wir bei der Heizform in den Plattenbauten angelangt, warum hat noch keiner die "dünnen" Zwischenwände erwähnt, so das der Nachbar nach dem Sex Punkte vergeben konnte für die "beste Nummer"


Weil das kein DDR-typisches Phänomen , sondern landesweit zu finden ist.
Ich denke da ganz spontan an die Häuser in Stuttgart-Degerloch rund um die Böhmstraße, vermutlich aus den 60-er Jahren.

Oder auch bei den Gastarbeitern( ist das Wort etwa diskriminierend ?) aus Italien, die Wolfsburg zeitweilig besetzt hatten und mit Sonderzügen in den Urlaub sprich. nach Hause fuhren. Häuser wie bei uns. Oder auch in Essen in Monte Katerno( gemeint Katernberg) Wer hat denn nun WBS 70 wirklich erfunden?
Der 39.


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#252

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 08:34
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
Wer hat denn nun WBS 70 wirklich erfunden?
Der 39.



Na gucke mal hier

https://de.wikipedia.org/wiki/WBS_70#Entwicklung


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#253

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 08:57
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Für alle, die dem Thema "Städtebau" auf den Grund gehen wollen, hier ein Ausstellungstipp in der Berlinischen Galarie:


29.05.–26.10.2015

Radikal modern

Planen und Bauen im Berlin der 1960er-Jahre

Architektur und Städtebau der sechziger Jahre prägen bis heute das Berliner Stadtbild. In dieser Dekade fielen wesentliche stadtplanerische Entscheidungen, und es entstanden zahlreiche bemerkenswerte, heute gefährdete Architekturen. Die Ausstellung ist die erste nähere Betrachtung der in Ost- und West-Berlin entwickelten Planungen und Bauten. Bekannte und neu entdeckte Originalmaterialien verdeutlichen politische, gesellschaftliche und bautechnische Visionen für den Aufbau einer zerstörten und durch den Mauerbau gespaltenen Metropole. Anhand ausgewählter Planungen werden Fragen nach Zielsetzungen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden gestellt. Dazu gehören die Bebauungen entlang der ehemaligen Stalinallee, am Alexanderplatz, am Breitscheidplatz oder im Märkischen Viertel. Darüber hinaus wird aufgezeigt, inwieweit die Entwürfe eine internationale Vernetzung einzelner Autoren erkennen lassen oder sich Kenntnisse des internationalen Baugeschehens niederschlagen konnten. Es sind rund 300 Werke von ungefähr 30 Architektinnen und Architekten, Planungsbüros, Fotografen und Künstlern zu sehen.



http://www.berlinischegalerie.de/ausstel...radikal-modern/

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#254

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 10:01
von Heckenhaus | 5.132 Beiträge

Da möchte doch jetzt ein Herr Kohlhoff Hand anlegen...

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag...vorgestell.html


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Moskwitschka hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#255

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 12:46
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #254
Da möchte doch jetzt ein Herr Kohlhoff Hand anlegen...

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag...vorgestell.html


Einfach häßlich, was der Herr Kohlhoff da vorhat. Und von wegen, einen beschlossenen Bebauungsplan könne man nicht ändern. Alles Humbug. Wenn der politische Wille bei den Stadtoberen da ist, ginge auch das, pfeif auf irgendwelche Grundeigentümerrechte. Sonst ist man doch auch nicht so pingelig, wenn es um Erpressung oder gar Zwangsenteignung von Grundeigentümern geht, wenn deren Grundstäck geplanten Vorhaben im Wege steht und die GE nicht mitspielen.



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#256

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 13:01
von der alte Grenzgänger | 1.001 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #253
Für alle, die dem Thema "Städtebau" auf den Grund gehen wollen, hier ein Ausstellungstipp in der Berlinischen Galarie:
...
LG von der Moskwitschka


Ich war am 15. August da- sind wir umeinander herum gelaufen ?

Siggi
(den als alter Städtebauer solche Sachen sehr interessieren- es gab voriges Jahr (?) auch eine ähnliche Ausstellung im Cafe "Moskau"- auch prima)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#257

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 14:03
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Nee, schade @der alte Grenzgänger Ich habe mir den Besuch für den Herbst aufgehoben, wenn mich meine Freundin aus Köln besucht. Sie in der Bundesrepublik und ich in der DDR "sozialisiert". Mal sehen, ob wir da auch mehr Gemeinsamkeiten, als Unterschiede entdecken. Ich freue mich schon seit Wochen darauf. Auf die Ausstellung und die "Streitgespräche" mit ihr über alte und neue Bausünden.

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

der alte Grenzgänger hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#258

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 14:49
von bürger der ddr | 3.623 Beiträge

Das seltsame war, zu DDR- Zeiten hatte die DDR für mich gar nicht so den "gedanklichen" Stellenwert. es war stinknormal in diesem Land zu leben und man hat sich arrangiert. Bei mir kam noch ein großes Teil Überzeugung dazu.
Ein Erlebnis war für mich ein langes Gespräch mit einem entfernten Verwandten aus der BRD. Wir hatten zusammen schon etwas Wein getrunken und waren da auch etwas offener. Irgendwie hatte ich das Gefühl etwas gemeinsames zu haben, es waren so das Gefühl das jeder seine Sorgen hat und keiner wirklich zufrieden war. Die Politik ließen wir außen vor, da wir beide keinen Streit wollten, so entspann sich ein Gespräch auf mehr privater Ebene. Meine Sorgen, wo bekomme ich den Zement und die Fliesen für den Umbau her, usw. Seine Sorgen der hohe Kredit für das neue Haus und die Angst vor der Arbeitslosigkeit (er arbeitete in einem Zulieferer für Automobilindustrie). Am nächsten Tag haben wir unsere Autos verglichen und stellten fest es wird auf beiden Seiten nur mit Wasser gekocht.

Es war für mich ein interessanter Abend, keiner saß auf dem hohen Roß und jeder konnte den anderen irgendwie verstehen...

Das geschah so um 1985 und die BRD war eine andere als heute. Wenn man bedenkt, das 1989 (4 lausige Jahre nur) das alles ganz anders gekommen ist, ein Gefühl wie aus einer komplett anderen Zeit.
Für mich kam dann die Zeit die Sorgen des "Wessis" selber kennen zu lernen nur die Bundesbürger sind mit diesen Sorgen groß geworden, irgendwie "gewöhnter" und die Arbeitslosigkeit im Osten hatte ja auch eine andere Dimension.
Noch zu erwähnen, ich hatte nie wieder mit ihm einen persönlichen Kontakt. Ich hatte wohl auch zu viel Stolz und wollte nicht wie andere kurz nach Grenzöffnung vor der Tür stehen, wie gesagt ein entfernter Verwandter.

Ich denke in dem Thema sollte es auch um solche Geschichten gehen, persönlich erlebte (private) Geschichte.



thomas 48, der 39., Fritze und der alte Grenzgänger haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#259

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 04.09.2015 18:20
von Freienhagener | 3.861 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #258
Das seltsame war, zu DDR- Zeiten hatte die DDR für mich gar nicht so den "gedanklichen" Stellenwert. es war stinknormal in diesem Land zu leben und man hat sich arrangiert.



Ja, man mußte ja sein Leben gestalten, konnte nicht woanders hin.
Wer wie wir in der DDR geboren wurde oder dort aufwuchs, der kannte es nicht anders (außer von TV-Bildern). D.h. wir mußten uns noch nicht mal dran gewöhnen.
Wie weit die "Prägung" ging, zeigt das Beispiel Trabbi.
In meiner Umgebung gab es Leute, die noch bis nach der Wende dieses Auto über alles lobten. Die letzte Version mit VW-Motor galt ihnen als Nonplusultra. Trotz des beengten und unbequemen Innenraums und anderer Nachteile (wenig PS usw.) lehnten sie höherklassige Autos (was ja jeder Mittelklassewagen war) entschieden ab.
Aber irgendwann kam die Einsicht und der Trabbi war bestenfalls noch Kultfahrzeug, wie andere Oldtimer. Aber anfangs tat man sich schwer (nicht aus finanziellen Gründen wohlgemerkt).


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
utkieker und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.09.2015 18:22 | nach oben springen

#260

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 08.09.2015 09:25
von utkieker | 2.920 Beiträge

Genau @Freienhagener, du bringst es auf den Punkt. Seit dem Dampfauto von Cugnot sind die Bedürfnisse beim Automobil stetig gestiegen. Der Trabant entsprach nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Obwohl ich einen PKW mit 300 PS für reine Energieverschwendung halte, so müsste doch zu mindestens die Golf- Klasse für das werktätige Volk angemessen sein. Aber man war froh, wenn man einen fahrbaren Untersatz sein Eigen nannte, nicht selten verbunden, mit langen Wartezeiten. Man verspricht einen paradiesische Verhältnisse, aber wenn es um deren Einlösung geht, wird man entweder aufs Jenseits oder auf den Sankt Nimmerleinstag vertröstet.
Ich denke, daß man die wachsenden Bedürfnisse nicht gering schätzen sollte aber die DDR tat sich schwer, den Bedürfnissen gerecht zu werden. Solche markigen Sprüche: "So wie du heute arbeitest, wirst du morgen leben!" waren blanker Hohn, wenn man bedenkt, daß eine Steigerung der Produktion nicht innovativ sondern auf den Knochen der Arbeiter erfüllt wurde.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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