#221

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 01:38
von StabsfeldKoenig | 2.654 Beiträge

Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas

Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.


In Berlin hat man aus zwei Gründen kein Gas im Plattenbau: Geschlossene Neubaugebiete wurden generell ohne Gasnetz errichtet, bei Einzelblöcken hat man meist 9 und mehr Etagen gebaut, wo dann gas evtl. baurechtlich nicht zulässig war. Wieviele Etagen hatten in Wittenberge die WBS 70-Blöcke?



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#222

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 01:52
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #221
Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas

Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.


In Berlin hat man aus zwei Gründen kein Gas im Plattenbau: Geschlossene Neubaugebiete wurden generell ohne Gasnetz errichtet, bei Einzelblöcken hat man meist 9 und mehr Etagen gebaut, wo dann gas evtl. baurechtlich nicht zulässig war. Wieviele Etagen hatten in Wittenberge die WBS 70-Blöcke?


Die Begrenzung auf 8 Geschosse war bedingt durch den bei höherer Bebauung vorgeschriebenen Aufzug, konnte sich die Armetei nicht leisten .
Was ich mich bei deinen Postings manchmal frage, glaubst du tatsächlich immer noch an den Weihnachtsmann?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 29.08.2015 02:04 | nach oben springen

#223

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 09:42
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #222
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #221
Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas

Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.


In Berlin hat man aus zwei Gründen kein Gas im Plattenbau: Geschlossene Neubaugebiete wurden generell ohne Gasnetz errichtet, bei Einzelblöcken hat man meist 9 und mehr Etagen gebaut, wo dann gas evtl. baurechtlich nicht zulässig war. Wieviele Etagen hatten in Wittenberge die WBS 70-Blöcke?


Die Begrenzung auf 8 Geschosse war bedingt durch den bei höherer Bebauung vorgeschriebenen Aufzug, konnte sich die Armetei nicht leisten .
Was ich mich bei deinen Postings manchmal frage, glaubst du tatsächlich immer noch an den Weihnachtsmann?


Hallo Hanum, bist Du da sicher mit den 8 Geschossen? Der Original WBS 70 Typ hat nur 6 Geschosse und ich habe auch noch nie einen 8-Geschosser gesehen. Es gab später eine berliner Typenreihe, aber ich glaube auch nur mit 10 Geschossen. Ich glaube auch zu wissen, dass ab Bauhöhe 18 m bei Flachdach, Aufzüge vorgeschrieben waren. Die 6 X 2,80 m des WBS 70 ergaben nur 16,80 m.
Im übrigen ich wohne auch heute noch in WBS 70 und das seit 34 Jahren. Wir hatten vom ersten Tag an Fernwärme mit Heizung und Warmwasser und Elt-Herd. Natürlich wurde zwischenzeitlich modernisiert, neue Fenster, Stahlblech-Eingangstür, neue Balkonbrüstung uvm.. Musste die Modernisierung in neudeutscher Manier selbst bezahlen, 11 % auf die Miete, habe die Modernisierung inzwischen schon 3 mal bezahlt und kein Ende.
Die Heizkörper lassen sich gut regulieren, insgesamt wird geheizt oder nicht nach einem Thermostat für jeden Eingang, welches ausserhalb des Hauses angebracht ist und die Heizung je nach Temperatur regelt. ( Lässt sich austrixen, wenn man dem Thermostat mit etwas warmen nachhilft, sofern man weiß, wo das Teil versteckt ist.)
Der 39..


schulzi und Rostocker haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#224

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 10:12
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #223
Zitat von Hanum83 im Beitrag #222
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #221
Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas

Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.


In Berlin hat man aus zwei Gründen kein Gas im Plattenbau: Geschlossene Neubaugebiete wurden generell ohne Gasnetz errichtet, bei Einzelblöcken hat man meist 9 und mehr Etagen gebaut, wo dann gas evtl. baurechtlich nicht zulässig war. Wieviele Etagen hatten in Wittenberge die WBS 70-Blöcke?


Die Begrenzung auf 8 Geschosse war bedingt durch den bei höherer Bebauung vorgeschriebenen Aufzug, konnte sich die Armetei nicht leisten .
Was ich mich bei deinen Postings manchmal frage, glaubst du tatsächlich immer noch an den Weihnachtsmann?


Hallo Hanum, bist Du da sicher mit den 8 Geschossen? Der Original WBS 70 Typ hat nur 6 Geschosse und ich habe auch noch nie einen 8-Geschosser gesehen. Es gab später eine berliner Typenreihe, aber ich glaube auch nur mit 10 Geschossen. Ich glaube auch zu wissen, dass ab Bauhöhe 18 m bei Flachdach, Aufzüge vorgeschrieben waren. Die 6 X 2,80 m des WBS 70 ergaben nur 16,80 m.
Im übrigen ich wohne auch heute noch in WBS 70 und das seit 34 Jahren. Wir hatten vom ersten Tag an Fernwärme mit Heizung und Warmwasser und Elt-Herd. Natürlich wurde zwischenzeitlich modernisiert, neue Fenster, Stahlblech-Eingangstür, neue Balkonbrüstung uvm.. Musste die Modernisierung in neudeutscher Manier selbst bezahlen, 11 % auf die Miete, habe die Modernisierung inzwischen schon 3 mal bezahlt und kein Ende.
Die Heizkörper lassen sich gut regulieren, insgesamt wird geheizt oder nicht nach einem Thermostat für jeden Eingang, welches ausserhalb des Hauses angebracht ist und die Heizung je nach Temperatur regelt. ( Lässt sich austrixen, wenn man dem Thermostat mit etwas warmen nachhilft, sofern man weiß, wo das Teil versteckt ist.)
Der 39..


der 39 hat alles gesagt, der WBS 70 Typ wurde mehrheitlich mit 5 Obergeschossen gebaut, ab den 6. hätte ein Fahrstuhl eingebaut werden müssen und um diese Kosten und vermutlich auch das nicht gerade " üppig " vorhandene Material einzusparen, wurde so verfahren.
Das war Typenunabhängig.


xxx
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#225

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 10:34
von turtle | 6.961 Beiträge

Mal eine Frage. In der DDR gab es auch sogenannte Gastarbeiter. Ich glaube hauptsächlich aus Vietnam und Kuba. Angeblich mussten die in der DDR arbeiten für die Tilgung von Schulden ihres Landes oder als Ausgleich von Lieferungen aus der DDR. (Jedenfalls hörte ich es so) Mir fielen die Vietnamesen auf, die wohnten in einem Plattenbau für sich. Geschäftstüchtig waren sie ,sah tolle Jeans ,fragte ich wo gibt es die zu kaufen kam die Antwort bei den Vitschies . Die nähten die in Heimarbeit .Label kam nach Wunsch darauf. Doch woher bezogen sie die Stoffe und Zubehör? Das war mir nie klar. Später sah ich sie an jeder Ecke als Zigarettenhändler. Besonders auch in Tschechien kein Markt ohne einen Stand der Vietnamesen.
Wie wurde das gehandhabt ? Durften die nach der Wende ohne Einschränkung in Deutschland bleiben? Durften sie zB.in Berlin in den Westteil?
Ab den 70ern war ich kein DDR Bürger mehr ,und habe mir deswegen keine Gedanken gemacht. Doch jetzt kommen diese Fragen auf.


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#226

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 10:43
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #225
Mal eine Frage. In der DDR gab es auch sogenannte Gastarbeiter. Ich glaube hauptsächlich aus Vietnam und Kuba. Angeblich mussten die in der DDR arbeiten für die Tilgung von Schulden ihres Landes oder als Ausgleich von Lieferungen aus der DDR. (Jedenfalls hörte ich es so) Mir fielen die Vietnamesen auf, die wohnten in einem Plattenbau für sich. Geschäftstüchtig waren sie ,sah tolle Jeans ,fragte ich wo gibt es die zu kaufen kam die Antwort bei den Vitschies . Die nähten die in Heimarbeit .Label kam nach Wunsch darauf. Doch woher bezogen sie die Stoffe und Zubehör? Das war mir nie klar. Später sah ich sie an jeder Ecke als Zigarettenhändler. Besonders auch in Tschechien kein Markt ohne einen Stand der Vietnamesen.
Wie wurde das gehandhabt ? Durften die nach der Wende ohne Einschränkung in Deutschland bleiben? Durften sie zB.in Berlin in den Westteil?
Ab den 70ern war ich kein DDR Bürger mehr ,und habe mir deswegen keine Gedanken gemacht. Doch jetzt kommen diese Fragen auf.



Schau mal hier:
http://rimini-protokoll.de/materialbox/v...es+Vietnam.html

Sicher können hier auch User mit einem vietnamesischen Lebenspartner mehr zu beitragen.

seaman


94 und turtle haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.08.2015 10:44 | nach oben springen

#227

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 10:59
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #223
Zitat von Hanum83 im Beitrag #222
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #221
Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas

Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.


In Berlin hat man aus zwei Gründen kein Gas im Plattenbau: Geschlossene Neubaugebiete wurden generell ohne Gasnetz errichtet, bei Einzelblöcken hat man meist 9 und mehr Etagen gebaut, wo dann gas evtl. baurechtlich nicht zulässig war. Wieviele Etagen hatten in Wittenberge die WBS 70-Blöcke?


Die Begrenzung auf 8 Geschosse war bedingt durch den bei höherer Bebauung vorgeschriebenen Aufzug, konnte sich die Armetei nicht leisten .
Was ich mich bei deinen Postings manchmal frage, glaubst du tatsächlich immer noch an den Weihnachtsmann?


Hallo Hanum, bist Du da sicher mit den 8 Geschossen? Der Original WBS 70 Typ hat nur 6 Geschosse und ich habe auch noch nie einen 8-Geschosser gesehen. Es gab später eine berliner Typenreihe, aber ich glaube auch nur mit 10 Geschossen. Ich glaube auch zu wissen, dass ab Bauhöhe 18 m bei Flachdach, Aufzüge vorgeschrieben waren. Die 6 X 2,80 m des WBS 70 ergaben nur 16,80 m.
Im übrigen ich wohne auch heute noch in WBS 70 und das seit 34 Jahren. Wir hatten vom ersten Tag an Fernwärme mit Heizung und Warmwasser und Elt-Herd. Natürlich wurde zwischenzeitlich modernisiert, neue Fenster, Stahlblech-Eingangstür, neue Balkonbrüstung uvm.. Musste die Modernisierung in neudeutscher Manier selbst bezahlen, 11 % auf die Miete, habe die Modernisierung inzwischen schon 3 mal bezahlt und kein Ende.
Die Heizkörper lassen sich gut regulieren, insgesamt wird geheizt oder nicht nach einem Thermostat für jeden Eingang, welches ausserhalb des Hauses angebracht ist und die Heizung je nach Temperatur regelt. ( Lässt sich austrixen, wenn man dem Thermostat mit etwas warmen nachhilft, sofern man weiß, wo das Teil versteckt ist.)
Der 39..


Also ich möchte mal hinzufügen--ich kenne in Rostock in Toitenwinkel 4 Plattenbauten die in den 80er Jahren errichtet wurden die 5 Geschossig sind--in diesen Bauten wurde schon ein Aufzug mit eingebaut. Heute bei der Sanierung baut man bei einigen 5 Geschossigen von aussen einen Aufzug mit an.


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#228

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 10:59
von Heckenhaus | 5.147 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #224

der 39 hat alles gesagt, der WBS 70 Typ wurde mehrheitlich mit 5 Obergeschossen gebaut, ab den 6. hätte ein Fahrstuhl eingebaut werden müssen und um diese Kosten und vermutlich auch das nicht gerade " üppig " vorhandene Material einzusparen, wurde so verfahren.
Das war Typenunabhängig.

Das stimmt nur bedingt.
Es wurden zumindest in Berlin auch 6-Geschosser gebaut, ohne Aufzug. Alles, was dann höher gebaut wurde, bekam Aufzug,
wobei es egal war ob 8-, 10-,11-, 16- oder 21-geschossig.

Gas in Plattenbauten gab es durchaus, und zwar nicht nur in Einzelobjekten. Die zuvor erbauten Großblockgebäude hatten sowieso Gas.

Wir wohnten ab Anfang der 60-er in Ostberliner Wohngebiet Fennpfuhl, einem Areal zwischen dem S-Bhf Leninallee, jetzt wieder
Landsberger Allee, S-Bahnhof Storkower Straße, damals Zentralviehhof (damals noch ohne Brücke zum Bahnhof) und dem Steuerhaus
(inzwischen abgerissen).
Das ganze Wohngebiet um die Erich-Kuttner-Straße, Conrad-Blenkle-Straße usw besteht aus 5-Geschossern in Plattenbauweise und war
von Anfang an mit Gasherden und Gasdurchlauferhitzern ausgestattet.
Erst bei Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten nach der Wende verschwanden die Gasanschlüsse und es wurde auf Fernwarmwasser
und Elektroherde umgestellt.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#229

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 11:02
von GKUS64 | 1.611 Beiträge

Hallo Peter, ( zu deiner Frage in # 225)

ja bei uns in DD und bei "meinem" früheren Betrieb Pentacon waren sehr viele "Vertragsarbeiter" (so die damalige Bezeichnung) beschäftigt.
Sie waren sehr angepasst und fleißig. Untergebracht waren sie vorrangig in Plattenbau-Wohnheimen. Jeans wurden innerhalb von 3-4 Tagen angefertigt. Man äußerte seinen Wunsch, es wurde maßgenommen (geschah meist gleich am Arbeitsplatz im Betrieb) und 3Tage später hatte man die Hose. Jeans-Stoffe gab es zumindest in den 80er Jahren auch in der DDR. Die Vietnamesen hatten da immer den richtigen Riecher und fanden heraus wo es die Stoffe gab, Ballenweise wurden die dann eingekauft. In ihren Wohnheimen hatten sie richtige Manufakturen mit alten aus Privathand erworbenen Singer- bzw. Naumann-Nähmaschinen eingerichtet. Nach der Wende spezialisierten sie sich dann auf den Gemüsehandel in kleinen Ständen an den Straßenecken. Das ist eigentlich bis heute so geblieben. Jetzt haben sie aber ordentliche Läden gemietet.
Auch der Blumenhandel wird in ähnlicher Weise von ihnen betrieben. Bei mir im Haus (Plattenbau P2/ 1972) wohnt ein Ehepaar mit 10 jährigem Sohn, sehr freundliche angenehme Leute. Auch sie betreiben ein Gemüsegeschäft, mit einem VW-Lieferwagen holt der Mann dann meist schon gegen 4.30 das Gemüse aus der Markthalle. Für mich sind die Vietnamesen ein gutes Beispiel für gute und mögliche Anpassung.
Wie das mit dem Bleiberecht nach der Wende geregelt wurde kann ich im Moment nicht sagen. Anbei noch etwas von WIKI:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&...1SfMc-VjKfxEcag

MfG

GKUS64


turtle hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.08.2015 11:08 | nach oben springen

#230

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:07
von schulzi | 1.763 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #224
Zitat von der 39. im Beitrag #223
Zitat von Hanum83 im Beitrag #222
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #221
Zitat von rotrang im Beitrag #205
WBS 70 und ähnliche Plattenbauten hatten kein Gas

Mein lieber Herr Stabsfeld König mir ist nicht bekannt in welcher Stadt du lebst, aber in Wittenberge waren die Wohnungen mit einem Gasanschluß ausgerüstet und von denen gab es viele.


In Berlin hat man aus zwei Gründen kein Gas im Plattenbau: Geschlossene Neubaugebiete wurden generell ohne Gasnetz errichtet, bei Einzelblöcken hat man meist 9 und mehr Etagen gebaut, wo dann gas evtl. baurechtlich nicht zulässig war. Wieviele Etagen hatten in Wittenberge die WBS 70-Blöcke?


Die Begrenzung auf 8 Geschosse war bedingt durch den bei höherer Bebauung vorgeschriebenen Aufzug, konnte sich die Armetei nicht leisten .
Was ich mich bei deinen Postings manchmal frage, glaubst du tatsächlich immer noch an den Weihnachtsmann?


Hallo Hanum, bist Du da sicher mit den 8 Geschossen? Der Original WBS 70 Typ hat nur 6 Geschosse und ich habe auch noch nie einen 8-Geschosser gesehen. Es gab später eine berliner Typenreihe, aber ich glaube auch nur mit 10 Geschossen. Ich glaube auch zu wissen, dass ab Bauhöhe 18 m bei Flachdach, Aufzüge vorgeschrieben waren. Die 6 X 2,80 m des WBS 70 ergaben nur 16,80 m.
Im übrigen ich wohne auch heute noch in WBS 70 und das seit 34 Jahren. Wir hatten vom ersten Tag an Fernwärme mit Heizung und Warmwasser und Elt-Herd. Natürlich wurde zwischenzeitlich modernisiert, neue Fenster, Stahlblech-Eingangstür, neue Balkonbrüstung uvm.. Musste die Modernisierung in neudeutscher Manier selbst bezahlen, 11 % auf die Miete, habe die Modernisierung inzwischen schon 3 mal bezahlt und kein Ende.
Die Heizkörper lassen sich gut regulieren, insgesamt wird geheizt oder nicht nach einem Thermostat für jeden Eingang, welches ausserhalb des Hauses angebracht ist und die Heizung je nach Temperatur regelt. ( Lässt sich austrixen, wenn man dem Thermostat mit etwas warmen nachhilft, sofern man weiß, wo das Teil versteckt ist.)
Der 39..


der 39 hat alles gesagt, der WBS 70 Typ wurde mehrheitlich mit 5 Obergeschossen gebaut, ab den 6. hätte ein Fahrstuhl eingebaut werden müssen und um diese Kosten und vermutlich auch das nicht gerade " üppig " vorhandene Material einzusparen, wurde so verfahren.
Das war Typenunabhängig.

Davon wusste man in Leipzig bestimmt nichts,war immer kaput wen meine Ex und ich ihre Schwester in der 6.Etage besuchten.Sprich in Leipzig gab es Aufzüge erst ab 9.Etage


zuletzt bearbeitet 29.08.2015 12:08 | nach oben springen

#231

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:17
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #228
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #224

der 39 hat alles gesagt, der WBS 70 Typ wurde mehrheitlich mit 5 Obergeschossen gebaut, ab den 6. hätte ein Fahrstuhl eingebaut werden müssen und um diese Kosten und vermutlich auch das nicht gerade " üppig " vorhandene Material einzusparen, wurde so verfahren.
Das war Typenunabhängig.

Das stimmt nur bedingt.
Es wurden zumindest in Berlin auch 6-Geschosser gebaut, ohne Aufzug. Alles, was dann höher gebaut wurde, bekam Aufzug,
wobei es egal war ob 8-, 10-,11-, 16- oder 21-geschossig.

Gas in Plattenbauten gab es durchaus, und zwar nicht nur in Einzelobjekten. Die zuvor erbauten Großblockgebäude hatten sowieso Gas.

Wir wohnten ab Anfang der 60-er in Ostberliner Wohngebiet Fennpfuhl, einem Areal zwischen dem S-Bhf Leninallee, jetzt wieder
Landsberger Allee, S-Bahnhof Storkower Straße, damals Zentralviehhof (damals noch ohne Brücke zum Bahnhof) und dem Steuerhaus
(inzwischen abgerissen).
Das ganze Wohngebiet um die Erich-Kuttner-Straße, Conrad-Blenkle-Straße usw besteht aus 5-Geschossern in Plattenbauweise und war
von Anfang an mit Gasherden und Gasdurchlauferhitzern ausgestattet.
Erst bei Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten nach der Wende verschwanden die Gasanschlüsse und es wurde auf Fernwarmwasser
und Elektroherde umgestellt.


sorry Heckenhaus, mit den 6.Geschossern in Berlin hast Du Recht, war mir entfallen. " Berlininitiative " ist ja auch schon eine Weile her und das Gedächtnis läßt etwas nach.

Gruß silberfuchs60


xxx
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#232

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:19
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Hallo,

einige Anmerkungen zu den Vietnamesen:

Asiaten sind bekanntlich gute Geschäftsleute. So warteten die Vietnamesen nicht geduldig auf eine Warenlieferung, um sich dann anzustellen, sondern machten die Inhaber privater Stoffgeschäfte, z. B. in Leipzig, zu ihren Partnern, indem sie die "anfütterten".
Im Ergebnis meldeten sich die deutschen Händler bei jeder Lieferung und die Vietnamesen holten die Stoffballen am Hintereingang ab.

1989 sind auch Vietnamesen gleich nach der Grenzöffnung z. B. nach Westberlin gelangt. Da wurde bei den Kontrollen innerhalb kürzester Zeit kein Unterschied zu DDR-Bürgern gemacht. Ohnehin waren offene Lücken in der Mauer.

Als danach der bekannte Rückgang der Wirtschaft eintrat, wurde für die Vertragsarbeiter ein Rückführungsabkommen geschlossen, auf freiwilliger Basis. Wenn ich mich recht erinnere, sollen rund die Hälfte das mit Startkapital "versüßte" Angebot genutzt haben.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
IM Kressin und turtle haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#233

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:19
von Moskwitschka | 2.532 Beiträge

Ich kann mich erinnern, dass in der Wendezeit eine heiße Diskussion um die ehemalgen Vertragsarbeiter entbrannt ist. Meine Erinnerung hat mich nicht getäuscht:

90 000 ausländische Vertragsarbeiter lebten vor dem Fall der Mauer in der DDR. In betriebseigenen Wohnheimen waren sie von fast allen Kontakten zu Deutschen abgeschottet. "Die wurden eingekauft wie Sklaven", sagt Brandenburgs Ausländerbeauftragte Almuth Berger. "Schwangere Frauen hatten die Wahl zwischen Ausreise und Abtreibung. An Wohnfläche wurden den angeblichen Staatsgästen gerade fünf Quadratmeter pro Person zugestanden."

Im wiedervereinigten Deutschland bekamen die Gastarbeiter als erste zu spüren, daß sie als Konkurrenten um knappe Arbeitsplätze nicht erwünscht sind. In vielen Firmen, etwa in Leipzig und Berlin, protestierten ganze Belegschaften gegen die Konkurrenz aus dem Ausland.

Schon die DDR-Regierung unter Lothar de Maiziere versuchte 1990, die Heimkehr der ungeliebten Ausländer mit Schuldenerlassen und Krediten für deren Heimatländer voranzutreiben. Die Bundesregierung setzte später noch eine Rückkehrprämie von 3000 Mark für die Vertragsarbeiter drauf. Die meisten akzeptierten klaglos.

Zur Zeit leben noch etwa 20 000 Gastarbeiter in den neuen Ländern. Kaum 15 Prozent, so die Schätzungen, arbeiten noch in ihrem alten Job. Immer mehr flüchten sich in Schwarzmarktgeschäfte mit geschmuggelten Zigaretten oder Alkohol.

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis spätestens Ende 1994 auch die letzten von ihnen in ihre Heimat zurückkehren. Laut Einigungsvertrag war das Bleiberecht in der alten DDR auf die Dauer des Arbeitsvertrages beschränkt, in der Regel vier bis fünf Jahre. Entsprechend bekamen Gastarbeiter Ost, die weniger als acht Jahre im Lande sind, vom vereinigten Deutschland ihren Aufenthalt lediglich "bewilligt", nicht aber "erlaubt" - amtliches Kürzel dafür, daß sie nach Ablauf ihres Arbeitsvertrages jederzeit weggeschickt werden können.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679811.html

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

turtle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#234

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:34
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Hallo Moskwitschka,

da haben wir gleichzeitig gepostet.

zu dem alten "Spiegel"-Beitrag:

In den DDR-Wohnheimen waren Regeln eizuhalten, die eher an ein Kinderheim erinnerten, statt an den Umgang mit Erwachsenen. Aber von Abschottung konnte keine Rede sein. Im Laufe der Jahre lockerten sich die Verhältnisse und auch die Bestimmungen. So waren letztendlich Eheschließungen mit DDR-Bürgern möglich, auch wenn das für die Betroffenen Ausdauer abverlangte. Diese Möglichkeit nutzten auch vietn. Akademiker.

Wie ich schon schrieb, nutzten Einige später die Rückkehrprämie, aber nicht "klaglos", sondern nach persönlicher Abwägung. Von den "meisten" kann nicht die Rede sein. Ansonsten hätten wir nicht bis heute die relativ große Zahl vietnamesischer Mitbürger.

Die prekäre Situation der 90er Jahre ist gottseidank vorbei und der vietn. Zigarettenschmuggel im Prinzip erledigt.
Heute sind sie gut in die dt. Gesellschaft integriert. Viele haben inzwischen die dt. Staatsbürgerschaft und die nachfolgende Generation lernt und studiert bestens.
Allein in der Uniklinik Leipzig gibt es mindestens zwei vn Ärzte, davon einer in leitender Position.

Gruß
Micha


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
turtle, der 39. und Moskwitschka haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.08.2015 12:37 | nach oben springen

#235

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:46
von Moskwitschka | 2.532 Beiträge

Auch in Berlin sind viele hängen geblieben , ob als Händler, in der Gastronomie oder Gesundheitswesen.

Beeindruckend ist auch immr wieder der größte Asia - Markt in Berlin - Lichtenberg, eine Bereicherung nicht nur für die alten Einheimischen, sondern auch die neuen.



http://www.dongxuan-berlin.de/de/

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#236

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 12:49
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

.... der entsprechende Großmarkt in Leipzig hat denselben Namen.
Er ist auch gesellschaftliches Zentrum, z. B. Sitz mehrerer Vereine, die mit der Stadt Leipzig eng zusammenarbeiten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#237

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 13:19
von Heckenhaus | 5.147 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #235
Auch in Berlin sind viele hängen geblieben , ob als Händler, in der Gastronomie oder Gesundheitswesen.

Beeindruckend ist auch immr wieder der größte Asia - Markt in Berlin - Lichtenberg, eine Bereicherung nicht nur für die alten Einheimischen, sondern auch die neuen.


Berlin imWandel der Zeit, das war einst der VEB Elektrokohle, entstanden aus einem Siemens & Halske - Betrieb.
https://de.wikipedia.org/wiki/VEB_Elektrokohle_Lichtenberg
Links vom Eingang das frühere Kulturhaus, was nun vor sich hin gammelt.

Werde mal sehen ob wir es schaffen, diesem Gebiet einen Besuch abzustatten, Ende September.
Hier hatte ich noch UTP,


.
.
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— Abraham Lincoln –
.
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#238

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 13:24
von Moskwitschka | 2.532 Beiträge

Ich auch @Heckenhaus.

Ich kann mich erinnern, es war ne ganz schöne "dreckige" Angelegenheit. Obwohl wir nur Federn auf die kleinen Kohlebürsten gezogen haben, ist der Staub überall hin gekrochen. ESP hatten wir übrigens auch dort.

LG von der Moskwitschka

EDIT So habe ich sie in Erinnerung


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 29.08.2015 13:46 | nach oben springen

#239

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 13:44
von Krepp | 534 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #230

Davon wusste man in Leipzig bestimmt nichts,war immer kaput wen meine Ex und ich ihre Schwester in der 6.Etage besuchten.Sprich in Leipzig gab es Aufzüge erst ab 9.Etage

Hallo,
wo bitte gab/gibt es in Leipzig WBS70 mit 6 Etagen.
Im 6Geschosser(Erdgeschoß+5Etagen) kein Fahrstuhl.
Im 11Geschosser und im PH16 Fahrstuhl vorhanden.
Wobei der PH16 wiederum kein WBS70 ist.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#240

RE: 98% der DDR

in DDR Staat und Regime 29.08.2015 14:24
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von schulzi im Beitrag #230


Davon wusste man in Leipzig bestimmt nichts,war immer kaput wen meine Ex und ich ihre Schwester in der 6.Etage besuchten.Sprich in Leipzig gab es Aufzüge erst ab 9.Etage


Doch das wußte man aber es wurde ein einfacher Trick angewendet. Das Erdgeschoß wurde zur Nullten Etage und dann kamen noch 5 Etagen drauf, insgesamt waren es zwar 6. Stockwerke aber eben "nur" ein 5 Geschosser ......

Genauso wurde auch in Berlin verfahren mit den WBS70 Blöcken welche 6 Wohnebenen hatten.
Fahrstühle wurden in diesen Blocks erst nach 1990 als Außenfahrstühle ein- bzw. angebaut.


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

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aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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