#1

Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 19.08.2015 22:39
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

@Alfred hat ein neues Thema aufgemacht Als Herr Tiedge in die DDR kam Ich bin seinem link gefolgt und stolperte über folgenden Satz:

Am 19. August 1985 reiste Hansjoachim Tiedge, Gruppenleiter des westdeutschen Bundesamtes für Verfassungsschutz, über Helmstedt-Marienborn in die DDR und bat um Asyl.

Neugierig geworden, wie das in der DDR damals mit dem Asyl war, habe ich auf die Schnelle folgendes gefunden:

Auch in der DDR gab es Asylsuchende, politische Flüchtlinge und Asylberechtigte, wenn auch in sehr viel kleinerer Zahl als in der Bundesrepublik. Auch in der DDR war das Asylrecht – als Recht des Staates, aber nicht als subjektives Recht der Asylsuchenden – in der Verfassung verankert: Die "Bekundung von Glaubens-, Rassen-, Völkerhass, militärische Propaganda sowie Kriegshetze und alle sonstigen Handlungen, die sich gegen die Gleichberechtigung richten", wurden in der Verfassung der DDR von 1949 im Sinne der staatlichen Verpflichtung zur Wahrung der "Völkerfreundschaft" für verbrecherisch erklärt.

Weder ausgewiesen noch ausgeliefert werden durften demnach Personen, "wenn sie wegen ihres Kampfes für die in dieser Verfassung niedergelegten Grundsätze im Ausland verfolgt werden" (Art. 10 der Verfassung von 1949). Diese Prinzipien und die Asylgewährung wurden auch in die Verfassung von 1968 /1974 übernommen. Nach der Verfassung von 1968/1974 (Art. 23) konnte Bürgern anderer Staaten oder Staatenlosen Asyl gewährt werden, die "wegen politischer, wissenschaftlicher oder kultureller Tätigkeit zur Verteidigung des Friedens, der Demokratie, der Interessen des werktätigen Volkes oder wegen ihrer Teilnahme am sozialen und nationalen Befreiungskampf verfolgt" wurden. Die Entscheidung darüber war höchstrangig: Das Ausländergesetz von 1979 legte fast, dass ausschließlich der Ministerrat über die Asylgewährung und Anerkennung zu entscheiden hatte.


http://www.bpb.de/gesellschaft/migration...n-der-ddr?p=all

Wie wurde das damals in der DDR umgesetzt? Vielleicht finden sich hier im Forum Zeitzeugen oder insider.

@Lutze um auf Deine Frage zu Tiedge einzugehen So richtig in Feierstimmung waren die Genossen nicht gerade darüber - Man musste wahrscheinlich auch erst mal in diesem Fall über die Anwendung des Asylrechtes in der DDR nachdenken Denn es war bestimmt nicht so einfach ihn wie die Griechen, Spanier und Chilenen zu integrieren.

LG von der Moskwitschka

EDIT Tippfehler


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2015 22:55 | nach oben springen

#2

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 16:20
von Schlutup | 4.099 Beiträge

Moin Moin,

wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, hat die DDR auch Sinti und Roma gerne mal in die BRD abgeschoben.

Gruß Tom



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#3

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 16:28
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #2
Moin Moin,

wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, hat die DDR auch Sinti und Roma gerne mal in die BRD abgeschoben.

Gruß Tom

Sie sind wohl bis´61 freiwillig gegangen worden.

http://www.auslaender-in-der-ddr.com/fl%C3%BCchtlinge/roma/


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#4

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 16:31
von Schlutup | 4.099 Beiträge

Es gab 82 Denkmäler zur politischen Geschichte, 411 Gedenkstätten für den antifaschistischen Widerstandskampf , 217 Schulen, sowie 4377 Arbeitskollektive, benannt nach Widerstandskämpfern und ein Gedenkstein auf dem Friedhof Marzahn zur Erinnerung an die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma…

Quelle: https://defiantantifa.wordpress.com/2012...rden-vergessen/



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#5

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 16:51
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Da kam kürzlich eine Doku in der ARD:

http://www.ardmediathek.de/tv/Dienstags-...castId=17603906.

zumindest was die Chilenen betraf.

friedliche Grüße Andreas


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#6

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 17:06
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #1
Wie wurde das damals in der DDR umgesetzt? Vielleicht finden sich hier im Forum Zeitzeugen oder insider.

Ich erinnere mich an die griechischen Kinder, die Ende der 40er Jahre zum Ende des griechische Bürgerkriegs (der begann im März 1946 und endete am 9. Oktober 1949). in die DDR kamen. Allerdings wurden die (in Dresden) separat untergebracht und Kontakte mit uns deutschen Kindern wurden vermieden bzw. unterbunden.

Später waren es, nach dem Sturz von Salvatore Allende, Chilenen.
Viele führenden chilenische Mitstreiter von Allende zogen den Aufenthalt in der Bundesrepublik jedoch vor und kamen nur zur Solidaritätsveranstaltungen in die DDR.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 20.08.2015 17:14 | nach oben springen

#7

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 17:28
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #4
Es gab 82 Denkmäler zur politischen Geschichte, 411 Gedenkstätten für den antifaschistischen Widerstandskampf , 217 Schulen, sowie 4377 Arbeitskollektive, benannt nach Widerstandskämpfern und ein Gedenkstein auf dem Friedhof Marzahn zur Erinnerung an die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma…

Quelle: https://defiantantifa.wordpress.com/2012...rden-vergessen/


Gedenkstätten und Denkmäler sind das Eine. Materielle Zuwendungen das Andere. Sinti und Roma zählten in der DDR zur " Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Diese Angehörigen hatten in der DDR eine ganze Menge Rechte und genossen einige Bevorzugungen. Denen konnte nicht so schnell jemand am die Karre fahren. Ein spezielles Beispiel davon hier in EF in der Nähe meiner Firma: Beim Bau der NQV (nördliche Querverbindung) mußte die Mittelhäuser Straße, von der Stadt her kommend, eingebunden werden. Da die NQV gleichzeitig eine mehrgleisige Bahnlinie überqueren mußte, war es unumgänglich, die Mittelh.Str. soweit ansteigen zu lassen und dort an die NQV anzubinden. Die Weiterführung nach Mittelhausen war dann um etwa 100 m versetzt auf der anderen Seite der Bahnlinie, aber das ist nebensächlich. Vor dem Bau der NQV querte die M.Str. S-förmig die Bahn mit Schranke. Unmittelbar an der Böschung der NQV befand (und befindet sich noch) sich das EFH einer Zigeunerfamilie, natürlich mit kleinen Stallungen für Kleinvieh, Schuppen, eine Menge Gerümpel und ein paar Bäumchen. Aber genau dort lang hätte die angehobene M.Str. von der Stadt her geradeaus führen müssen. Es wurde dder Familie sonstwas angeboten, sogar ein EFH mit Freigehege, wie er es eben so gewohnt ist. Es half nichts, er wollte dort wohnen bleiben. Was blieb den Straßenplanern übrig, als die M.Str. in einem Bogen um das Haus zu legen und ca. 50 m weiter in die NQV einzubinden. Ein Normalbürger wäre zwar auch entschädigt worden, bis zum EFH m.E., aber letztlich hätte er nichts gegen den Abriss ausrichten können.



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#8

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 17:31
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Ich erinnere mich an einen Mitstudenten aus dem Libanon (1973 - 77) an der TU Dresden.
Es hiess, dass er sein Land verlassen musste, weil er dort als Befreiungskämpfer verfolgt würde.
Er war wohl Angehöriger der PLO - und Arafat war ja in der DDR ein anerkannter Verbündeter und Freund der Partei- und Staatsführung.
Ob er (der Libanese) einen Status als Asylbewerber hatte - daran habe ich keinerlei Erinnerung.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#9

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 17:46
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #6
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #1
Wie wurde das damals in der DDR umgesetzt? Vielleicht finden sich hier im Forum Zeitzeugen oder insider.

Ich erinnere mich an die griechischen Kinder, die Ende der 40er Jahre zum Ende des griechische Bürgerkriegs (der begann im März 1946 und endete am 9. Oktober 1949). in die DDR kamen. Allerdings wurden die (in Dresden) separat untergebracht und Kontakte mit uns deutschen Kindern wurden vermieden bzw. unterbunden.

Später waren es, nach dem Sturz von Salvatore Allende, Chilenen.
Viele führenden chilenische Mitstreiter von Allende zogen den Aufenthalt in der Bundesrepublik jedoch vor und kamen nur zur Solidaritätsveranstaltungen in die DDR.


Grün: Was hättest Du erwartet ? Die Unidat Popular war keine kommunistische Partei. Sie war ein Wahlbündnis von linken Parteien, der sozialistischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei (!) und der christlichen Linken. Auch wenn sicherlich bekannt war, daß die BRD über den Sieg der UP alles andere als erfreut war und dann nach dem Putsch seitens bundesdeutscher Politiker geheuchelte Krokodilstränen vergossen wurden, war die BRD für viele verfolgte Chilenen ein sicheres Land. Kennst du den Fiim "Das Geisterhaus" Da spielen die Entwicklungen in Chile bis zum Putsch in einer Familiensaga eine Rolle. In dem gleichnamigen Roman von Isabell Allende (einer Tochter von S.Allende) geht einer der Filmhelden, ein Anhänger Allendes und Widerständler gegen Pinochet, in´s Asyl nach Kanada und nicht in ein sozialistisches Land. Warum sollten sich alle nun ausgerechnet die kleine DDR aussuchen ? Beantworte mir mal diese Frage nachvollziehbar !



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#10

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 18:23
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Sinti und Roma zählten in der DDR zur " Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Diese Angehörigen hatten in der DDR eine ganze Menge Rechte und genossen einige Bevorzugungen. Denen konnte nicht so schnell jemand am die Karre fahren.



Das liest sich aber in dem Beitrag (von @Schlutup verlinkt) etwas anders @DoreHolm

Ein genauerer Blick in die Gesetzbücher macht also deutlich, dass Anerkennung in diesem Sinne für Sinti und Roma lediglich unter einer Vielzahl diskriminierender Einschränkungen und Bedingungen möglich war.
Als einzige Opfergruppe mussten sie Nachweise über einen festen Wohnsitz, sowie Arbeitsplatz erbringen.
Ähnlich wie die vorangegangene Anerkennungspraxis erforderte auch diese viele Nachweise und das Überwinden bürokratischer Hürden. Ausführlicher Lebenslauf, vierseitiger Fragebogen und das Erbringen von Zeugen für die eigene Inhaftierung (weil die tätowierte Häftlingsnummer nicht ausreichte), stellte viele vor kaum zu erfüllende Aufgaben.
Konnten die genannten Voraussetzungen nicht glaubhaft nachgewiesen werden, wurde die Anerkennung nicht “nur“ verweigert, sie konnte auch in Folge einer erneuten Überprüfung wieder entzogen werden. Ein “Verstoß“ gegen den sozialistischen Arbeitsethos, wie ein selbstständiges Gewerbe, konnte sogar durch den sogenannten “Asozialenparagraphen“, die juristische Legitimation dieses andauernden Rassismus, Haftstrafen nach sich ziehen.

Unter diesen Umständen erhielten bis 1966 lediglich 117 der circa 600 in der der DDR lebenden Sinti und Roma die ihnen zustehende Anerkennung als “Verfolgte des Naziregimes“.


LG von der Moskwitschka

PS Obwohl ich mich schon frage, ob die in der DDR lebenden Sinti und Roma den Status eines "Asylanten" hatten. Nach meinen Verständnis waren sie Deutsche bzw. DDR - Bürger


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

zuletzt bearbeitet 20.08.2015 18:30 | nach oben springen

#11

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 18:27
von damals wars | 12.113 Beiträge

Sie dürfte wohl die bekannteste Asylsuchende sein: https://de.wikipedia.org/wiki/Michelle_Bachelet
Ich kenne auch einen Chilenen, der hier eine Familie gründete und auf der Silberhöhe wohnte. Er hatte sein Studium in der DDR beendet und arbeitete als Chemiker in BUNA.

https://www.youtube.com/watch?t=14&v=R_ORS1JFUzM
https://www.youtube.com/watch?t=14&v=R_ORS1JFUzM


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#12

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 20:02
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #9
... In dem gleichnamigen Roman von Isabell Allende (einer Tochter von S.Allende) ...


tatsächlich?, ich denke es ist die Nichte von S. Allende.

friedliche Grüße Andreas


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#13

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 20:07
von damals wars | 12.113 Beiträge

Das Buch ist so beeindruckend, das man sich Späße dazu sparen kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Isabel_Allende
Zitat: Sie ist die Nichte 2. Grades des früheren chilenischen Präsidenten Salvador Allende und die Großcousine von dessen Tochter, der gleichnamigen Politikerin Isabel Allende.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#14

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 20.08.2015 22:55
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #10
Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Sinti und Roma zählten in der DDR zur " Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Diese Angehörigen hatten in der DDR eine ganze Menge Rechte und genossen einige Bevorzugungen. Denen konnte nicht so schnell jemand am die Karre fahren.



Das liest sich aber in dem Beitrag (von @Schlutup verlinkt) etwas anders @DoreHolm

Ein genauerer Blick in die Gesetzbücher macht also deutlich, dass Anerkennung in diesem Sinne für Sinti und Roma lediglich unter einer Vielzahl diskriminierender Einschränkungen und Bedingungen möglich war.
Als einzige Opfergruppe mussten sie Nachweise über einen festen Wohnsitz, sowie Arbeitsplatz erbringen.
Ähnlich wie die vorangegangene Anerkennungspraxis erforderte auch diese viele Nachweise und das Überwinden bürokratischer Hürden. Ausführlicher Lebenslauf, vierseitiger Fragebogen und das Erbringen von Zeugen für die eigene Inhaftierung (weil die tätowierte Häftlingsnummer nicht ausreichte), stellte viele vor kaum zu erfüllende Aufgaben.
Konnten die genannten Voraussetzungen nicht glaubhaft nachgewiesen werden, wurde die Anerkennung nicht “nur“ verweigert, sie konnte auch in Folge einer erneuten Überprüfung wieder entzogen werden. Ein “Verstoß“ gegen den sozialistischen Arbeitsethos, wie ein selbstständiges Gewerbe, konnte sogar durch den sogenannten “Asozialenparagraphen“, die juristische Legitimation dieses andauernden Rassismus, Haftstrafen nach sich ziehen.

Unter diesen Umständen erhielten bis 1966 lediglich 117 der circa 600 in der der DDR lebenden Sinti und Roma die ihnen zustehende Anerkennung als “Verfolgte des Naziregimes“.


LG von der Moskwitschka

PS Obwohl ich mich schon frage, ob die in der DDR lebenden Sinti und Roma den Status eines "Asylanten" hatten. Nach meinen Verständnis waren sie Deutsche bzw. DDR - Bürger



Grün: Das war also bis 1966. Ich lasse mich gern belehren, aber nach meinen Informationen damals wurde der gesamten Volksgruppe dieser Status zuerkannt, egal ob nun tatsächlich verfolgt oder "übersehen", weil die Sinti und Roma genauso wie die Juden einer geplanten Gesamtvernichtung durch die Nazis ausgesetzt waren.



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#15

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 21.08.2015 10:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Aus ein Interview mit Janko Lauenberger, einem Enkel von Kaula aus 'Ede und Unku'.
Ich möchte mal drei Frage mit Antwort hier reinstellen ...

taz Einerseits war die Gruppe Sinti Swing in der DDR anerkannt, Sie sind sogar einige Male im Fernsehen aufgetreten. Andererseits hatte auch dieser angeblich so antifaschistische Staat Probleme, die Sinti und Roma als Verfolgte des Naziregimes anzuerkennen und zu entschädigen. Empfinden Sie das nicht als Widerspruch?
R.L. Die DDR war ein einziger Widerspruch. Die haben sich halt gern geschmückt mit den Sinti. Aber wenn es ums Eingemachte ging, wenn es Probleme gab, dann waren sie sofort überfordert.
taz Wünschen Sie sich trotzdem noch manchmal die DDR zurück?
R.L. Jaaa!
taz Warum?
R.L. Es ist ein Klischee, aber es ist trotzdem was Wahres dran: Die Leute sind netter miteinander umgegangen. Als Kind in der DDR aufzuwachsen, das war richtig toll. Ich war 13, als die Mauer fiel. Das war genau zum richtigen Zeitpunkt. Wäre sie später gefallen, wäre es wahrscheinlich schwierig für mich geworden. Ich wäre denen zu rebellisch gewesen.

Das ganze Gespräch ... www.taz.de/!5086098


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 21.08.2015 10:29 | nach oben springen

#16

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 23.08.2015 17:30
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Ein weiteres Thema um die momentane Flüchtlingsproblematik samt ihren Kritikern aufzuweichen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Grenzläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 29.08.2015 21:26
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #10
Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Sinti und Roma zählten in der DDR zur " Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Diese Angehörigen hatten in der DDR eine ganze Menge Rechte und genossen einige Bevorzugungen. Denen konnte nicht so schnell jemand am die Karre fahren.



Das liest sich aber in dem Beitrag (von @Schlutup verlinkt) etwas anders @DoreHolm

Ein genauerer Blick in die Gesetzbücher macht also deutlich, dass Anerkennung in diesem Sinne für Sinti und Roma lediglich unter einer Vielzahl diskriminierender Einschränkungen und Bedingungen möglich war.
Als einzige Opfergruppe mussten sie Nachweise über einen festen Wohnsitz, sowie Arbeitsplatz erbringen.
Ähnlich wie die vorangegangene Anerkennungspraxis erforderte auch diese viele Nachweise und das Überwinden bürokratischer Hürden. Ausführlicher Lebenslauf, vierseitiger Fragebogen und das Erbringen von Zeugen für die eigene Inhaftierung (weil die tätowierte Häftlingsnummer nicht ausreichte), stellte viele vor kaum zu erfüllende Aufgaben.
Konnten die genannten Voraussetzungen nicht glaubhaft nachgewiesen werden, wurde die Anerkennung nicht “nur“ verweigert, sie konnte auch in Folge einer erneuten Überprüfung wieder entzogen werden. Ein “Verstoß“ gegen den sozialistischen Arbeitsethos, wie ein selbstständiges Gewerbe, konnte sogar durch den sogenannten “Asozialenparagraphen“, die juristische Legitimation dieses andauernden Rassismus, Haftstrafen nach sich ziehen.

Unter diesen Umständen erhielten bis 1966 lediglich 117 der circa 600 in der der DDR lebenden Sinti und Roma die ihnen zustehende Anerkennung als “Verfolgte des Naziregimes“.


LG von der Moskwitschka

PS Obwohl ich mich schon frage, ob die in der DDR lebenden Sinti und Roma den Status eines "Asylanten" hatten. Nach meinen Verständnis waren sie Deutsche bzw. DDR - Bürger





Das was Du zitierst, hört sich erstmal befremdlich an, doch nehmen wir die Massnahmen, abseits davon ob es sie tatsächlich gab, einmal auseinander.

Kein Land wird eine pauschale Entschädigung erbringen, naja die Deutschen vielleicht.
Wieso mussten sie Nachweise über den Wohnsitz und Arbeitsplatz erbringen?
Kann es sein, dass Sinti und Roma von den ganzen Opfern die einzigen Fahrensleute waren, ohne festen Wohnsitz, wo sich die Frage eines festens Wohnsitzes für andere Opfergruppen (die Juden z.B.) garnicht stellte?
Bei der Arbeit ebenso? Was für die einen bei einer geregelten Arbeit mit fester Anstellung ein Bedürftnis ist, könnte für andere eine Qual sein?
Gab es in der DDR nicht die Pflicht zur Arbeit und die Pflicht einen Wohnsitz zu haben?

Muss nicht jeder der neu in eine Region zieht bürokratische Hürden überwinden?

Warum vertraute man ihnen mit den Häftlingsnummern nicht?
Kann es sein, dass man aus Erfahrung ein Misstrauen hatte die Behörden könnten betrogen werden?
Könnte es sein, dass dieses Misstrauen so alt wie die Sinti und Roma selbst ist und die Gründe dafür auf festen Füssen stehen?
Soll ich meine betrügerischen Erfahrungen mit Mitgliedern dieser Volksgruppen aufzählen?
Ich meine jetzt nur, falls Du mir sagen möchtest es wären diskriminierende Vorurteile mit der Betrügerrei, aus Schaden wird man klug, das wussten wohl bereits die Behörden in der DDR.
Wie sahen und sehen denn die selbstständigen Gewerbe von Sinti und Roma oft aus?


Also, aus reiner Lebenserfahrung kann ich sagen, das Misstrauen war begründet.
In der DDR kannte ich keine, doch nach der Wende, eben aus Unwissenheit, wurde ich bereits im Jahr 1990 zum erstenmal Opfer eines Betruges seitens eines Kesselflickers mit einem Messerset, angeblich aus Solingen.

Wenige Jahre später, weil ich damals immernoch der Auffassung war, Einzelfall, wieder einlullen lassen und betrogen worden, mit Schmuck.

Vor 10 Jahren wollte einer Geld tauschen, täuschte vor Lkw Fahrer zu sein und musste seine Maut zahlen, doch die Mautstelle konnte angeblich nicht wechseln. Er fragte ob ich das könnte, ich gab ihm die 100 Euro klein, und er gab mir das Geld was er mir vorher gezeigt hatte, doch das waren dann nur noch 10 Euro und der Rest Lei. Ich bekam das schnell mit, doch da sass er schon in einem Auto und war weg.
Usw., usw.

Ich sehe sie auf meinen Balkantouren regelmässig an der Strasse, wie sie Diebesgut verkaufen, gefälschte Markenware etc.pp.
Sehen mein deutsches Nummernschild und sind sofort bei mir, weil der deutsche Kohle hat und gutgläubig ist und sich als "Tourist" nicht auskennt.
Wer freundlich seine Ware anbietet, den lasse ich erzählen, doch kaufen tue ich dann nichts, ist eh nur Plunder und man weiss nie aus welchen Kanälen das kommt. Ich meine ein nagelneues IPhone von eh nur 200 Euro auf 50 Euro runterhandeln hat schon etwas, allerdings etwas von offensichtlichen Betrug oder von geklautem Zeug.

Viele sind aber aufdringlich, dem letzten habe ich nach mehrmaligen NEIN sagen und ablehnen seines Angebotes und der mehrmaligen Bitte weiter zu gehen, angeschrien und gesagt, wenn er sich nicht gleich verpisst, schlage ich ihn tot. Nein kein Witz, die Brechstange liegt immer neben mir und ich habe sie auch schon mehr als einmal gezeigt, und wer da kommt, welches Volksmitglied, ist gleichgültig.

In Nadlag an der ungarisch-rumänischen Grenze, sind immer welche die den Lkw aus Eimern waschen wollen.
Da sie Geld verdienen wollen und etwas dafür tun, das wäre immerhin ehrliche Arbeit, das ehrt sie.
Doch das ehrt sie nur solange, solange ich dem Waschen zustimme oder ich sie dazu auffordere.
Allerdings wenn man nein sagt, sind sie in einem Moment wo man nicht aufpasst schon am Waschen und wollen dann Geld, Geld was mein Geld ist, was ich nicht erstattet bekomme.
Also sage ich natürlich nein, warum sollte ich mein Privatgeld für die Firma geben, eine Sozialstation bin ich auch nicht, zumal 5 Euro für bischen Kabine und Scheiben waschen, wo ich doch in einer Waschanlage oder auf einem rumänischen Waschplatz für den kompletten Zug 15-20 Euro zahle.
Das mit dem unaufgeforderten waschen ist mir einmal passiert, beim 2. mal war ich mit der Brechstange draussen und habe den Typen gejagd, sein Glück das er ein Fahrrad hatte.
Seither meiden mich die Händler und Wäscher dort, sehen mich und laufen schnell weiter, haben wohl geschnallt das mit mir nicht zu spassen ist wenn ich betrogen oder belästigt werde, dem Letzten hatte ich gesagt, merk dir dieses Nummernschild und mein Gesicht.

Es gibt noch weitere Geschichten, auch eine positive, na die gute und eine schlechte lasse ich nun auch noch von Stapel.
Heben wir das Gute für den Schluss auf...

Ich fuhr irgendwo bei Alicante zu einem Kunden, kam auf eine Kreuzung die wie ein Kreisel aufgebaut war.
Es war etwas eng da, ich musste geradeaus aber eben den Kreisbogen ziehn.
Ich belegte die Fahrbahn wo 2 Autos nebeneinander passten so, dass sich keiner neben mich stellen konnte um keinen beim anfahren wegzupusten.
Alle standen hinter mir, so wie es gedacht war, nur einer mit einem Transporter nicht, der quetschte sich halb über den Fussweg an mir vorbei und stand dann halb vor, halb neben mir.
Grün kam, er hätte einfach wegfahren können und es hätte keine Probleme gegeben.
Wie das grün kam und wir anfuhren, zog er unnötigerweise scharf nach rechts und ich musste ausweichen, es war volle Absicht.
Da ich leer war, war ich aber bereits gut in Fahrt knallte die Bordkante hoch auf den Fussweg -gut das dort keine Fussgänger waren- und haarscharf vor der Hauswand kam ich noch zum stehen, bzw. schaffte es auszuweichen, der Spiegel war schon dran.
Reichlich angepisst fuhr ich weiter und er stand an einer V Kreuzung und wartete wohl auf mich.
Als ich fast auf seiner Höhe war, fuhr er an und zog wieder nach rechts, ich wieder die Bordkante hoch.
Da hats dann gereicht, ich wusste noch nicht das es ein Kesselflicker war, war in dem Fall auch egal aufs erste.
Er fuhr das V links hoch ich war schon zu weit um ihn zu folgen.
Blitzschnell hat mein Kopfnavi gerattert, ich sah weiter oben eine Querstrasse die auf seine münden musste.

Auf 1800 Grad, volles Rohr, der Scania V8 musste alles geben, mit quitschenden Rädern, in der Linkskurve fast umgekippt, weiter.
Es kam wie es kam, ich erwischte ihn und konnte ihn blockieren, ich wollte ihn zur Rede stellen.
Er stieg aus, einen stabilen Stock in der Hand und schlug sofort auf mich ein.
Einen Treffer konnte er landen, die Narbe habe ich noch heute am Arm, den ich den Kopf schützend davor hielt.
Den zweiten Versuch hat er nicht geschafft, ich war dann auf Angriff eingestellt und hatte ruckzuck den Stock in meinen Händen, gelernt ist gelernt, auch wenns 20 Jahre her war mit der Selbstverteidigung.
Als ich ihn seiner selbst gewählten Bestimmung zuführen wollte, stieg seine Frau aus und stellte sich hochschwanger zwischen ihn und mich und bettelte mich an.
Das war sein Glück, meins natürlich auch, ich hätte ihn dort geschlachtet.

Na dann könnte man noch erzählen wie sie -während ich schlief- in Frankreich meine Stossstange auf einem Parkplatz als Latrine benutzten und lauter Scheisshaufen davor lagen.

Die gute Geschichte, ich fuhr mit dem Auto nach Spanien, machte in einem Wäldchen Rast und Mittagsschläfchen im Auto.
Wurde wach, eine Familie hatte sich in meiner Nähe niedergelassen und deren Sohn interessierte sich für mein Auto Mitsubishi Eclipse.
Er wollte gern mal einsteigen gaben mir seine Eltern zu verstehen, na warum auch nicht, davon geht ja nichts ab oder kaputt.
Ich liess ihn gewähren, trotz der vielen negativen Erfahrungen mit diesen Menschen und er hatte seinen Spass.
Zum Dank gabs dann Kaffee und Kuchen von der Mutter und man verabschiedete sich herzlich voneinander, ja so gehts eben auch, leider aber Einzelfall.


Warum ich das nun so aufgeschrieben habe, ich wollte damit die krassen Gegensätze bei diesen Volksgruppen näher beleuchten und das gesunde Misstrauen durch die Behörden der DDR begründen.

Das hier und da nahezu rassistische Beweggründe zu bestimmten Verhalten seitens der Behörden bzw. dessen Mitarbeiter führen konnten, das möchte ich auch nicht verleugnen, die Abneigung und das Misstrauen gegenüber Fremden gabs schon damals in der DDR.
Es sind aber eben nicht nur böse und/oder rassistische Vorurteile, oft sind es reine Erfahrungen die Menschen misstrauisch werden lassen, in meinen Geschichten konnte man das sicherlich gut verfolgen.

Es darf nie pauschales Asyl geben, die strenge Handhabung in der DDR war berechtigt und sinnvoll denn man kann in keine Köpfe reinschauen.
Wenn das heute noch genauso streng gehandhabt werden würde, gäbe es wohl weniger Widerstand.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
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Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#18

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 29.08.2015 23:30
von polsam | 574 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #2
Moin Moin,

wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, hat die DDR auch Sinti und Roma gerne mal in die BRD abgeschoben.

Gruß Tom


Hi Tom,
Ich hab noch nicht Alles gelesen, aber woher stammt dein Wissen über vermutlich/angebliche Abschiebung dieser Minderheit?


zuletzt bearbeitet 29.08.2015 23:39 | nach oben springen

#19

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 30.08.2015 07:33
von Schlutup | 4.099 Beiträge

Moin moin Manfred,

auf einer BGS Internetseite:

BGS Einsatz am Bahnhof in Büchen kam es, da die DDR beschlossen hatte, im Sommer 1959 die aus Osteuropa in die DDR eingewanderten Zigeuner in die Bundesrepublik abzuschieben. ....................

Gruß Tom



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#20

RE: Asylrecht und Asylpolitik in der DDR

in Leben in der DDR 30.08.2015 07:58
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #18
Zitat von Schlutup im Beitrag #2
Moin Moin,

wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, hat die DDR auch Sinti und Roma gerne mal in die BRD abgeschoben.

Gruß Tom


Hi Tom,
Ich hab noch nicht Alles gelesen, aber woher stammt dein Wissen über vermutlich/angebliche Abschiebung dieser Minderheit?



In den 70er Jahren wurden einige Sinti und Roma in der DDR straffällig und inhaftiert.
Diese wurden wegen Menschenschleusungen festgenommen.Meist kamen sie in Gruppen über die polnische Grenze und die Clans aus Ost+Südeuropa suchten schon dabei in Personenverstecken einen Weg nach WB,Bundesrepublik D. oder Nordeuropa.Mitunter wurden diese mit gefälschten Dokumenten auf der Dänemark bzw.Schwedenfähre in LKW bzw. Campingwagen gegriffen.Das Staatsgebiet der DDR wurde als Schleusungsweg und "Umschlagsplatz" benutzt.
Seinerzeit beschäftigte Prof.Dr. Kaul als renommierter Anwalt sich mit der Verteidigung dieser straffälligen Sinti und Roma.
Im Zusammenhang mit diesen Anklagen der DDR-Generalstaatsanwaltschaft erschien dort dann ein sog. Zigeunerkönig und seines "Bürgermeisters" eines Clans der am Niederrhein(Moers) sesshaft war.Diese verlangten die sofortige Freilassung.
Nach Verhandlungen traf man dann ein Agreement und die betroffenen Mitläufer wurden abgeschoben.Verurteilte wurden nach der Hälfte der Haftzeit entlassen
Im Gegenzug versichte der Clankönig in Zukunft keine Schleusungen mehr über DDR-Territorium durchzuführen und auch Einfluss auf seine Sippe in Belgien und Schweden zu nehmen.
In den 80er Jahren waren diese Schleusungen dann kaum noch vorhanden.

Ergänzung:
Ab 1945 existierten auf dem späteren DDR-Gebiet keine aktiven Zigeunerclans.


seaman


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