#1

Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 02:43
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo an alle!

Egal ob im Fernsehen, im Radio, in der Presse oder einfach nur beim Bierholen in der Kaufhalle-überall steht das Thema - Flüchtlinge" gefühlt auf Platz 1. Anders als in offiziellen Verlautbarungen, argumentiert der einfache deutsche Michel voller Unverständnis, nicht selten aggressiv und noch öfter reichlich bescheuert über Menschen, deren Probleme er weder kennt noch versteht.
Da fallen schon mal Fragen wie " was wollen die denn alle hier?" oder Äußerungen wie " wenn ich noch mal auf die Welt komme, dann werde ich Flüchtling. Weil die " Goldstaub in den A..... " geblasen bekommen". Wer Anerkennung benötigt, braucht nur solchen Mist abzusondern. Beifall und Anerkennung sind ihm sicher. Andererseits müssten man schon sehr mutig sein, oder masochistisch veranlagt, um den Quatsch entsprechend entgegenzutreten.
Aber mal ganz ehrlich: wenn selbst Menschen die mit ihren Familien, nur um das nackte Leben zu retten, aus ihrer Heimat vor Krieg oder religiösen Fanatikern fliehen oder dem drohenden Hungertod fliehen mussten, nach der Definition einiger deutscher Mitbürger eigentlich keine "echten Flüchtlinge" sondern lediglich Schmarotzer sind, was waren denn dann die ab dem Sommer 1989 in Massen ihr Land gen Westen verlassenden DDR-Bürger? Saß denen alle die Stasi im Genick? Oder wollten sich diese Menschen nicht vielmehr das nehmen, was ihnen eine bekloppte Politikerriege, "fürsorglich verweigerte"- die Chance auf ein besseres Leben.
Ist das nun so schlimm, wenn Menschen ihr Land verlassen, weil sie meinen das es ihnen anderswo besser geht? Ein ganz klares Nein! Wobei ich zugebe, im Sommer 1989 noch ganz anders gedacht zu haben.
Damals wurden die aus der DDR kommenden, aus welchen Gründen auch immer flüchtenden Menschen mit offenen Armen empfangen. Obwohl die ständig wachsende Anzahl in den einzelnen Kommunen in der Bundesrepublik zu immer mehr Problemen führte.
Das ist doch wohl selbstverständlich! Wirklich? Was wäre passiert, wenn der Flüchtlingsstrom weiter angeschwollen wäre? Zum Beispiel im Fall eines Wahlsieges der PDS im März 1990. Hätten die Bürger der Bundesrepublik Deutschland weiter stoisch Solidarität mit ihren " Brüdern und Schwestern aus dem Osten" geübt, oder wäre die Anfangs so positive Stimmung irgendwann gekippt?
Wer jetzt argumentiert, dass die DDR-Bürger ebenfalls Deutsche waren und schon allein deshalb die Bereitschaft zum Helfen viel größer gewesen ist, dem sei gesagt das die Heimatvertriebenen aus den früheren Ostgebieten, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht selten reichlich " schoflig" behandelt wurden. Und zwar von ihren deutschen Mitbürgern. Je größer die Not, desto geringer die Bereitschaft zum Helfen. Wobei es ja nicht einmal zu solchen Extremsituationen wie nach dem Ende eines verheerenden Krieges kommen muss. Zukunftsängste, sozialer Neid und Konkurenzdenken hat es zu allen Zeiten gegeben. Über kurz oder lang wären die vielen vielen DDR-Bürger einem Teil der Bevölkerung ( West) einfach nur noch als unliebsame Konkurenz erschienen.

Oder etwa doch nicht?? Was meint ihr?

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#2

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 07:14
von Harzwanderer | 2.922 Beiträge

In West-Berlin hätten sie sicher weiter alle DDR-Bürger aufgenommen. Es gab dort viel zu viele, die selbst mal abgehauen waren und das Zusammengehörigkeitsgefühl war viel zu stark. Der Flüchtlingsstrom war auch so stark genug. Als Modrow dran war, verloren viele die Hoffnung und gingen noch weg (ein Harzer Freund von mir auch, nachdem der bisherige MfS-Kreisleiter plötzlich Chef in seiner Firma wurde), obwohl die Mauer ja eigentlich schon offen war. In West-Berlin wurden in der Modrow-Zeit sogar die Messehallen am Funkturm als Notlager genutzt.


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zuletzt bearbeitet 15.08.2015 07:26 | nach oben springen

#3

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 09:26
von Uleu | 527 Beiträge

Ich vergleiche es mit den Zwangseinquartierungen nac h dem 2. WK. Das waren deutsche Flüchtlinge, und was gab es damals schon für Probleme.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#4

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 09:29
von Freienhagener | 3.856 Beiträge

Ganz richtig, diese Gedanken und der Verweis auf die damalige Abneigung gegenüber deutschen Heimatvertriebenen.

Das zeigt, daß der heutige Vorwurf des Rassismus weigehend unzutreffend ist.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#5

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 09:38
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Kann der Flüchtlingsstrom heute aus anderen Kontinenten mit dem der deutschen Vertriebenen nach dem II.WK verglichen werden ?
Ich sage nein.
Einfach aus den Grunde, im Jahre 1945 flohen Tausende mit sehr wenig Hab und Gut zu Menschen, die oft nicht mehr über den
Krieg retten konnten. Und da der Mensch irgendwie doch ein Raubtier ist, entbrannte der Kampf um jede Scheibe Brot.
Somit ist die Ablehnung der Flüchtlinge damals für mich sogar zum Teil nachvollziehbar.

Heute würde sich kaum jemand das Maul über Asylsuchende zerreißen, wenn die Politik die ganze Sache im Griff hätte, ohne
die Probleme auf Länder und ganz besonders die Kommunen abzuwälzen. Wenn es dann aber an die Lebensqualität der
Bürger geht, Störungen der öffentlichen Ordnung, Minderung von Grundstückswerten, Einschränkungen im Bildungswesen
(Turnhallen als Quartiere), Verunstaltung von öffentlichem Raum durch Zeltstädte oder Containersiedlungen, fragt sich der Bürger,
wofür er über Jahre Steuern gezahlt hat bei soviel Unfähigkeit.
Der Innenminister schafft es bis zum heutigen Tage nicht, ausreichend Personal in den Aufnahmeeinrichtungen einzusetzen,
lapidarer Kommentar : "Es ist beherrschbar."
Ich sehe das anders, zumal zahlreiche Flüchtlinge, warum und woher sie auch immer kommen, oft sehr viele Monate in der Luft
hängen, ohne das eine Entscheidung fällt.
Die tägliche Berieselung mit Meldungen über die ganze Misere trägt keinesfalls zur Besänftigung der Gemüter bei, im Gegenteil,
es mehren sich die Fragen, was da auf Regierungsebene und innerhalb der EU überhaupt "gearbeitet" wird.
Dazu kommen die Fragen, warum und wodurch diese Entwicklung ins Rollen gekommen ist, mit bis heute unabsehbarem Ende.
Wer prangert denn die Destabilisierung in den Ländern an, aus denen ein Großteil der Flüchtlinge kommen ?
Die USA müßten kritisiert werden und auch die eigene Politik, die in anderen Kulturen "helfen" wollten, von heute auf jetzt Demokratien nach
westliche Vorbild zu installieren. Wie das ausgegangen ist, erleben wir täglich auf dem Mittelmeer.

Ja, es muß geholfen werden, und das schnell. Aber genauso schnell oder sogar noch schneller muß gesiebt werden, wer bleiben darf und wer nicht,
mit allen Konsequenzen. Wenn eine Gemeinschaft aus 28 Nationen dazu nicht fähig ist, mittendrin Deutschland mit 80 Mill. Einwohnern, ist das ein Armutszeugnis.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#6

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 10:52
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

So einfach ist es leider nicht. Wir im Westen sind mit unserer Politik im Namen der "Freiheit" (und wohl auf "Wunsch" einer "höheren Macht") die Aufgabe angegangen, die ganze Welt von Ungerechtigkeit, Diktatur und Elend zu beseitigen. Diese Aufgabe ist leider kläglich gescheitert. Die vom Westen weggebombten Strukturen wurden in mehreren Staaten von kriminellen Banden übernommen, die Angst und Schrecken verbreiten.
Wir müssen uns nicht wundern, dass sich die Leute in diesen Gebieten nicht einfach so abschlachten wollen und zu uns kommen. Natürlich müssen wir den Leuten helfen, ich verstehe aber den Unmut der Leute hierzulande. Warum müssen gerade wir die Suppe auslöffeln, welche uns die langjährige traditionelle transatlantische Freundschaft eingebrockt hat. Die USA zum Beispiel hat bis Ende Mai nur 1000 Personen aus den Fluchtgebieten aufgenommen.
Wir Europäer müssen die Freundschaft zu den USA neu ordnen und ihr nicht weiter wie Lemminge folgen, sonst bekommen rechtsradikale Positionen immer mehr Zulauf.
Theo


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#7

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 16:17
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #5

Wer prangert denn die Destabilisierung in den Ländern an, aus denen ein Großteil der Flüchtlinge kommen ?



Na dann lass ich mal einen ehemaligen DDR - Bürger zu Wort kommen, der schon fast gebetsmühlenartig sich immer wieder zum Thema meldet. Nur scheinbar hört man ihn nicht in der breiten Öffentlichkeit, noch findet er hier im Forum Unterstützung. Da frag ich mich schon, sind die Verletzungen aus der Wendezeit so tief, dass die LINKE abgelehnt wird. Oder sind es gar die Wessis, mit denen die LINKE ein Bündnis eingegangen sind? Oder ist es einfach nur Schi.. vor der Reaktion von anderen usern, wenn man Gysi erwähnt. Das können doch nicht alles Gründe sein, diese wichtige Stimme zu unterschlagen.

Hier mal Aussagen von Gysi

7. August 2015

Zum zweiten Mal besuche ich diese Gemeinschaftsunterkunft in meinem Wahlkreis in Berlin Treptow-Köpenick. Sie ist voll belegt mit über 380 Personen. Die Zahl der Flüchtlinge nimmt in ganz Europa zu, auch in Deutschland. Die Politik wirkt völlig überfordert. Es gibt wieder viele neue Tote im Mittelmeer. Auch das ist eine Katastrophe. Entweder wir sind bereit, schrittweise die Weltprobleme zu lösen, oder die Weltprobleme kommen zu uns. Das ist die einfache Alternative. Wir müssen die Kriege überwinden. Wir müssen den Hunger überwinden. Wir müssen die Fluchtursachen wirksam bekämpfen. Und die Flüchtlinge, die zu uns kommen, müssen wir natürlich anständig behandeln.


5. August 2015

Der bayerische Ministerpräsident Seehofer wirft Medienberichten zufolge - und zwar völlig zurecht - der Bundesregierung erhebliche Versäumnisse in der Frage der Unterbringung von Flüchtlingen vor. Allerdings vergisst er zu erwähnen, dass es auch seine Versäumnisse sind, da die CSU der Bundesregierung angehört. Die Minister, die seine CSU seit 2005 nach Berlin in die Bundesregierung entsandte, verbissen sich lieber und hingebungsvoll in die Herdprämie und in die Ausländer-Maut und sind vom verfassungsrechtlichen beziehungsweise europarechtlichen Scheitern vorerst paralysiert. Seehofers Poltern ist also unglaubwürdig. Zutreffend ist allerdings, dass die Bundesregierung dem vorhersehbaren Flüchtlingsstrom in der Tat konzeptionslos gegenüberseht und die Bundesländer und Kommunen deutlich zu stark allein lässt mit ihren Problemen. Man darf trotzdem entsetzt sein, wenn unionsregierte Länder wie Bayern und Sachsen jetzt Abschiebelager errichten wollen, um sich Flüchtlingen schneller entledigen zu können. Das ist ebenso zynisch wie Seehofers Idee von den Zeltstädten für Flüchtlinge. Zwei Dinge müssen wir meines Erachtens begreifen. Erstens: Wir sind verpflichtet, Flüchtlinge in jeder Hinsicht anständig zu behandeln. Zweitens: Wenn unser Land keinen Beitrag zur Lösung der Weltprobleme leistet, werden sie immer umfassender zu uns kommen.

Quelle: https://www.facebook.com/gregor.gysi?fref=ts

Oder sind seine Aussagen einfach nicht scharf genug?

LG von der Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

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#8

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 16:36
von Georg | 1.003 Beiträge

Ich denke, daß jede " Flüchtlingswelle " ihre Ursache hat. Da sollte nichts miteinander vermischt werden. Auch Vergleiche sind für mich ausgeschlossen.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#9

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 16:42
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #7

Hier mal Aussagen von Gysi

-------------------------------------------------------------

Oder sind seine Aussagen einfach nicht scharf genug?

LG von der Moskwitschka

Was nutzt es, wenn Gysi scharf formuliert, wenn die herrschende politische Kaste mit Absicht oder aus Betriebsblindheit
ins eigene Verderben steuert.
Auf die Linke wird prinzipiell nicht gehört, ist doch allgemeine Praxis.
Aus Arroganz oder Dummheit ?

Übrigens, viele Stimmen im Volk formulieren ähnlich, aber wer will das hören ?


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#10

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 15.08.2015 16:42
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #5
Kann der Flüchtlingsstrom heute aus anderen Kontinenten mit dem der deutschen Vertriebenen nach dem II.WK verglichen werden ?
Ich sage nein.
Einfach aus den Grunde, im Jahre 1945 flohen Tausende mit sehr wenig Hab und Gut zu Menschen, die oft nicht mehr über den
Krieg retten konnten. Und da der Mensch irgendwie doch ein Raubtier ist, entbrannte der Kampf um jede Scheibe Brot.
Somit ist die Ablehnung der Flüchtlinge damals für mich sogar zum Teil nachvollziehbar.

Heute würde sich kaum jemand das Maul über Asylsuchende zerreißen, wenn die Politik die ganze Sache im Griff hätte,(1)ohne
die Probleme auf Länder und ganz besonders die Kommunen abzuwälzen. Wenn es dann aber an die Lebensqualität der
Bürger geht, Störungen der öffentlichen Ordnung, Minderung von Grundstückswerten, Einschränkungen im Bildungswesen
(Turnhallen als Quartiere), Verunstaltung von öffentlichem Raum durch Zeltstädte oder Containersiedlungen, fragt sich der Bürger,
wofür er über Jahre Steuern gezahlt hat bei soviel Unfähigkeit.

Der Innenminister schafft es bis zum heutigen Tage nicht, ausreichend Personal in den Aufnahmeeinrichtungen einzusetzen,
lapidarer Kommentar : "Es ist beherrschbar."
Ich sehe das anders, zumal zahlreiche Flüchtlinge, warum und woher sie auch immer kommen, oft sehr viele Monate in der Luft
hängen, ohne das eine Entscheidung fällt.
Die tägliche Berieselung mit Meldungen über die ganze Misere trägt keinesfalls zur Besänftigung der Gemüter bei, im Gegenteil,
es mehren sich die Fragen, was da auf Regierungsebene und innerhalb der EU überhaupt "gearbeitet" wird.
(2) Dazu kommen die Fragen, warum und wodurch diese Entwicklung ins Rollen gekommen ist, mit bis heute unabsehbarem Ende.
Wer prangert denn die Destabilisierung in den Ländern an, aus denen ein Großteil der Flüchtlinge kommen ?

Die USA müßten kritisiert werden und auch die eigene Politik, die in anderen Kulturen "helfen" wollten, von heute auf jetzt Demokratien nach
westliche Vorbild zu installieren. Wie das ausgegangen ist, erleben wir täglich auf dem Mittelmeer.

Ja, es muß geholfen werden, und das schnell. Aber genauso schnell oder sogar noch schneller muß gesiebt werden, wer bleiben darf und wer nicht,
mit allen Konsequenzen. Wenn eine Gemeinschaft aus 28 Nationen dazu nicht fähig ist, mittendrin Deutschland mit 80 Mill. Einwohnern, ist das ein Armutszeugnis.


1 Die Kommunen pfeifen auch ohne Flüchtlingsströme auf dem letzten Loch, die haben weder von Schäubles schwarzer Null noch von den Rekordgewinnen der Bundesbank etwas, wer die jetzt vors Loch schiebt, stellt die Chronologie auf den Kopf.
Deren Armut ist ein Indikator dafür, daß wir ganz allgemein Probleme haben, die wir selbst verursacht haben, allen voran das Bestreben der jeweiligen Regierungen egal auf welcher Ebene möglichst lieb zu den Bürgern zu sein und das notfalls auf Pump und mit generationenübergreifenden Verlustvorträgen.
Der schwarze Peter kommt nicht aus Afrika !

2 Und genau hier müßte die Diskussion anfangen, das ist meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt der bisherigen Diskussion bezüglich der Ursachenforschung, wenngleich wir nun damit keine Probleme mehr lösen.
Dieser fatale Reflex, sich erst mal mit jedem Pöbel auf der Straße vorbehaltlos und ungeprüft zu solidarisieren, egal ob die Revolution nun orange oder blutig ist, war die Hauptursache für die Flüchtlingsströme dieser Zeit.
Niemals hätte man gewachsene, stabile Regime und ehemalige Handelspartner, dermaßen über Nacht fallen lassen dürfen, wie das geschah, das gilt für Gadaffi genauso wie für Mubarak und Assad, diese blödinnigen Solidarisierungsbewegungen hat man offensichtlich 1:1 vom Affenfelsen in das tagesaktuelle Weltgeschehen übernommen.
Allein diese Kettenreaktion des Aufruhrs hätte die späteren Bombenwerfer und Eiferer doch mißtrauisch machen müssen, es ging doch gar nicht um konkrete Probleme im Land selbst sondern um eine global ausgerichtete Strategie.

Meiner Meinung nach ist die Bekämpfung der Schlepperbanden nur eine Insellösung, viel wichtiger wäre es nun, Zuständigkeiten der Ersten Welt vor Ort festzulegen, angefangen mit der Schaffung von Sicherheitszonen, Selbsthilfeprojekten, regionale Patenschaften...klingt hilflos, wäre aber eine klare Zuweisung von konkreter Verantwortung an die Adresse der Profiteure (auch des deutschen Steuerzahlers), befristete deutlich höhere Besteuerung der Waffenproduktion zu Gunsten eines Hilfsfonds, Lenkung der Asylantenströme (möglichst wenige Nationalitäten in einem Land), einen Sonderfonds direkt aus dem Bundeshaushalt für die jeweiligen Kommunen, allein schon um der Akzeptanz willen, die zukünftige Integrationsbemühungen voraussetzen wird.
Die Brücken zwischen der Krisenregion und dem aufnehmenden (Paten)land müssen begehbar bleiben, jegliche Stabilisierungen im Kriegsgebiet sind schnell für Rückführungen aus dem Asylgebiet zu nutzen um die hier freiwerdenden Mittel so effizient wie möglich in deren Heimatregion einzusetzen.



der 39., Fußballer 66, GKUS64, Damals87, Rostocker, Fritze, eisenringtheo, Larissa und Heckenhaus haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 11:49
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Man kann hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Nach dem Krieg wurden unsere Großeltern aus ihrer Heimat, zum Beispiel Schlesien oder dem Sudetenland vertrieben! Sie waren Deutsche, und sind nach Deutschland vertrieben worden.
Sie haben nicht wie es heute ist, Unsummen an Euros bezahlt an Schlepperbanden um ein besseres Leben in Aussicht zu haben.

Ebenso die „Flüchtlinge“zu DDR Zeit. Sie waren Deutsche und sind nach Deutschland geflüchtet, bzw. übergesiedelt.
Richtige Flüchtlinge waren zu DDR Zeit in meinen Augen nur diejenigen, die in Bautzen oder Brandenburg inhaftiert waren.
Die anderen sehe ich als Wirtschaftsflüchtlinge an.


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#12

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 11:54
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #11
Man kann hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.



Ganz meine Meinung.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
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#13

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 12:03
von Hanum83 | 4.675 Beiträge

Tja, damals haben wir auch nur einen Flüchtlingsstrom in eine Richtung mit harten Mitteln eingedämmt und definierten dies, oder definieren es noch, als eine gute Tat für den Frieden.
Ist auch so ein Gedanke der sich mir bei dem hinkenden Vergleich aufdrängt.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
(Zusatz-Info auf Wunsch eines einzelnen Users: War dabei auch Postenführer.)
zuletzt bearbeitet 16.08.2015 12:14 | nach oben springen

#14

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 12:03
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #11
Man kann hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Nach dem Krieg wurden unsere Großeltern aus ihrer Heimat, zum Beispiel Schlesien oder dem Sudetenland vertrieben! Sie waren Deutsche, und sind nach Deutschland vertrieben worden.
Sie haben nicht wie es heute ist, Unsummen an Euros bezahlt an Schlepperbanden um ein besseres Leben in Aussicht zu haben.

Ebenso die „Flüchtlinge“zu DDR Zeit. Sie waren Deutsche und sind nach Deutschland geflüchtet, bzw. übergesiedelt.
Richtige Flüchtlinge waren zu DDR Zeit in meinen Augen nur diejenigen, die in Bautzen oder Brandenburg inhaftiert waren.
Die anderen sehe ich als Wirtschaftsflüchtlinge an.






Cottbus sollte nicht vergessen werden
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#15

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 12:14
von 94 | 10.792 Beiträge

Wie sind eigentlich die jüdischen Flüchtlinge ab 1938 zu betrachten? Das rotgestempelte J im Pass war ja ursprünglich nur für die Schweiz gedacht, interessiert haben sich dann aber deutlich mehr Länder dafür.

Und achso, Hoheneck und damit die holde Weiblichkeit nicht vergessen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.08.2015 12:15 | nach oben springen

#16

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 21:20
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #11


Man kann hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.


Nach dem Krieg wurden unsere Großeltern aus ihrer Heimat, zum Beispiel Schlesien oder dem Sudetenland vertrieben! Sie waren Deutsche, und sind nach Deutschland vertrieben worden.
Sie haben nicht wie es heute ist, Unsummen an Euros bezahlt an Schlepperbanden um ein besseres Leben in Aussicht zu haben.

Ebenso die „Flüchtlinge“zu DDR Zeit. Sie waren Deutsche und sind nach Deutschland geflüchtet, bzw. übergesiedelt.
Richtige Flüchtlinge waren zu DDR Zeit in meinen Augen nur diejenigen, die in Bautzen oder Brandenburg inhaftiert waren.
Die anderen sehe ich als Wirtschaftsflüchtlinge an.









Aber was ist mit den Nashi- Birnen ?
Was ist, wenn die Türkei plötzlich "eigene" Flüchtlinge hat, die zu Hunderttausenden bei ihren Familienclans in Deutschland Zuflucht suchen ?
Jeder fünfte hat hierzulande ausländische Wurzeln, das ist rechnerisch die gesamte DDR- Bevölkerung des Jahres 1989, eine unvorstellbare Anzahl, woraus ich schlußfolgern möchte, daß die Aufnahmekapazitäten für die aktuellen Flüchtlingsströme eigentlich noch nicht ausgereizt sein dürften, trotz aller Dramatik in den Berichterstattungen.
@ ABV's Anfrage zielte ja auch auf das fiktive Szenario eines PDS- Wahlsieges 1990 ab verbunden mit Massen an potentiellen und sofort "verwertbaren" Ex- DDR- Konkurrenten an der Werkbank West, aber auch hier kann sowohl in die eine als auch in andere Richtung argumentiert werden.
Die DDR- Wirtschaft hätte massenhaft Fachkräfte für ihre Exportwirtschaft verloren und wäre als Konkurrent auf dem Weltmarkt auch ohne die Repressalien (Cocom- Liste) ausgefallen und der westdeutsche Unternehmer hätte in diesem Umfeld Dumpinglöhne sicher für eine sehr lange Zeit durchsetzen können ohne erst noch zehn Jahre lang auf Schröder warten zu müssen.
Andererseits hätte die Akzeptanz der Gewerkschaften und des westdeutschen Arbeitnehmers auch Grenzen gehabt, wobei nicht auszumachen ist, ob der ostdeutsche Einwanderer sich sofort in neue Klassenkämpfe (mittels Gewerkschaftseintritt) hätte verwickeln lassen oder erst mal seinen Konsumentzug kompensiert hätte.
Ich selbst tippe da auf letzteres, da sich diese Spontanaussiedler zu Hause in keiner konkreten Bedrohungssituation befanden und ihre Solidaritätsverweigerung gegenüber der heimatlichen Krisenregion ja schon mit der Ausreise dokumentiert hatten.
Etwas anderes ist es wiederum mit den Opfern der SED- Willkür, die wollten zu großen Teilen einfach nur noch weg aus dem verhaßten Land, da dürfte Konsum kaum eine Rolle gespielt haben, wobei auch diese Klientel keinesfalls ein einheitliches Verhaltensmuster hatte.
Sollte es allerdings in Einzelfällen tatsächlich so gewesen sein, daß die Peiniger der Vorwendezeit ihnen auf dem Arbeitsamt oder gar im Chefbüro wieder begegneten, so würde ich diesen Umgang zumindest als unzumutbar einstufen, da für eine Versöhnung die Wunden damals wohl noch zu frisch waren.
Es ist so gut wie ausgeschlossen, in der Flüchtlingsproblematik von einer homogenen Masse zu sprechen, hier überhaupt Entscheidungen treffen zu können bedarf einer erstklassigen Menschenkenntnis und auch einer professionellen Distanz zum Einzelfall aber auch enormer Kenntnisse über die Krisenregion, das hatte ich in meinem Vorbeitrag in diesem Thread (Patenregionen) schon angedeutet.



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#17

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 16.08.2015 21:57
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #16
Zitat von Harra318 im Beitrag #11







...........
@ ABV's Anfrage zielte ja auch auf das fiktive Szenario eines PDS- Wahlsieges 1990( ) ab verbunden mit Massen an potentiellen und sofort "verwertbaren" Ex- DDR- Konkurrenten.....





Wir stützen uns doch hier auf Tatsachen und nicht auf Vermutungen!
Außerdem haben es zu diesem Zeitpunkt selbst die dümmsten Kommunisten verstanden was notwendig ist!


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#18

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 17.08.2015 22:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat
Wir stützen uns doch hier auf Tatsachen und nicht auf Vermutungen!

Na nicht doch in diesem Thread, desderwechen wurde'r ja vom @ABV auch 'Was wäre wenn' benamst, odär?! Doch mal zu Deinem fetten deutschen Vergleichen. Irgendwie totaler Käse, denn ... bei Flüchtlingen und auch der Aufnahmewilligkeit des Ziellandes spielt es eine erhebliche Rolle, ob es sich um sogenannte Pull- oder Pushflüchtlinge handelt. Und das ist unabhängig von Rasse, Religion, Hauptfarbe und was der Satz (3) Artikel 3 des GG sonst noch so hergibt.
In einem Fall (DDR->BRD) waren's hochwillkommen, im andern Fall (Protektorat&Generalgouvernement->Altreich) eher nicht. Hier mal bissel Hintergrund zu dem fremdländischen Begriff Push und Pull ...
de.wikipedia.org/wiki/Push-Pull-Modell_der_Migration


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#19

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 18.08.2015 09:13
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #17
Zitat von Hackel39 im Beitrag #16
Zitat von Harra318 im Beitrag #11







...........
@ ABV's Anfrage zielte ja auch auf das fiktive Szenario eines PDS- Wahlsieges 1990( ) ab verbunden mit Massen an potentiellen und sofort "verwertbaren" Ex- DDR- Konkurrenten.....





Wir stützen uns doch hier auf Tatsachen und nicht auf Vermutungen!
Außerdem haben es zu diesem Zeitpunkt selbst die dümmsten Kommunisten verstanden was notwendig ist!


Es ist nun mal eine Konjunktiv- Diskussion....Und meine Smileys setze ich auch selber, bitte um Beachtung.



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#20

RE: Was wäre wenn.......?

in Das Ende der DDR 18.08.2015 12:36
von damals wars | 12.113 Beiträge

Wenn im Westen Oskar Lafontaine die Bundestagswahl gewonnen hätte, wären die Wirtschaftsflüchtlinge sicher wieder alle in die Heimat abgeschoben worden.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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