#41

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 11:46
von seaman | 3.487 Beiträge

Zur Aufgabe von Kundschafterin Dr. Gabriele Gast:
In der DDR nannte man diese Tätigkeit Gegenspionage bzw.äussere Abwehr.International üblich ist dafür der Begriff Konterspionage.
Experten bzw. Kenner der Geheimdienstmaterie bezeichnen die Gegenspionage als Krone der nachrichtendienstlichen Arbeit.
Für die Geheimdienstmitarbeiter der DDR war die Zielstellung dazu vorgegeben,durch komplexe Massnahmen in die Zentren,Agentennetze und operativen Aussenstellen gegnerischer Geheimdienste einzudringen.Ziel und Zweck dabei war es,Pläne und Absichten gegen die DDR und Verbündeten aufzudecken.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Persönlich:
Schon bei meiner damaligen Ausbildung zum Einsatz im OG wurde vermittelt,dass diese Tätigkeit eine legitime Wahrnehmung des Rechts auf Selbstverteidigung darstellt und völkerrechtlich gedeckt sei.Davon machte auch der Staat DDR Gebrauch.
Mit der Aufdeckung,offensiven Bekämpfung bzw. Paralysierung und Verhinderung von Aktivitäten gegnerischer Geheimdienste wurde für die DDR äussere Sicherheit gewährleistet.
Der Aufklärung der DDR gelang es mit ihrer Gegenspionage über Jahre westliche Geheimdienste zu paralysieren.
Das ist auch ein Verdienst von Dr. Gabriele Gast.

seaman


1941ziger, Larissa, passport, DoreHolm, Rostocker und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 11:48 | nach oben springen

#42

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:03
von mucker82 | 236 Beiträge

Irgendwo ist Frau Gast eine tragische Figur. Sie wurde von der Stasi mit Hilfe von falschen Versprechungen umgedreht um an Informationen zu gelangen.
Ein verpfuschtes Leben. Ob es das wert war?


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 12:04 | nach oben springen

#43

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:05
von Vierkrug (gelöscht)
avatar

Man sollte das Wirken und Handeln von Gabi Gast, wie auch ihre Motivation im Konsenz mit der damaligen weltpolitischen Lage sehen und betrachten. Mehr werde mich auch nicht weiter hier im Thread dazu darlegen, denn ich habe Gabi auf dem gemeinsamen Segeltörn auf der Ostsee persönlich näher kennen lernen dürfen. Sie hat meinen Respekt und auch meine Achtung, nachdem ich in den Gesprächen mit ihr nicht nur die Motive für ihr Handeln kennen gelernt habe.

Vierkrug


IM Kressin und Rostocker haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 12:05 | nach oben springen

#44

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:08
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von mucker82 im Beitrag #42
Irgendwo ist Frau Gast eine tragische Figur. Sie wurde von der Stasi mit Hilfe von falschen Versprechungen umgedreht um an Informationen zu gelangen.
Ein verpfuschtes Leben. Ob es das wert war?



Das sieht Frau Gast aber selbst nicht so.


nach oben springen

#45

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:09
von seaman | 3.487 Beiträge

"Oft bin ich angesichts dieser persönlichen Bilanz meiner Kundschaftertätigkeit gefragt worden, ob sie das alles denn wert gewesen sei, da sie sich ja nicht einmal finanziell gelohnt habe. Doch immer mußte ich mit der Antwort enttäuschen, daß die Frage zwar menschlich verständlich, aber zugleich höchst unpolitisch sei. Gewiß, vordergründig und noch dazu aus der Retrospektive urteilend, haben sie Recht. Aber stets übersehen sie die konkrete zeitgeschichtliche Konstellation zum Zeitpunkt meines Handelns und daß diese nicht deshalb schon an Relevanz verliert, weil sie im Rückblick plötzlich unbedeutend scheint. Sie war vielmehr die Realität, in der sich wesentliche Jahre meines Lebens vollzogen und ich meinen politischen Standort fand. Ob dieser lediglich ein vermeintlich falscher war und gar ein unproduktiver gewesen ist, weil die DDR unterging, mag man an Stammtischen diskutieren. Die Geschichte wird es nicht kümmern. Sie verläuft nicht bloß in den Bahnen der Restauration. Sie kennt ebenso die Periode des Umbruchs und der revolutionären Erneuerung. Nichts bleibt, wie es ist. Dieses eherne Gesetz der Geschichte gilt auch für den neuen gesamtdeutschen Staat."


Auf eine Frage in einem Interview ob ihr die Zusammenarbeit mit dem MfS heute peinlich sei kam die Antwort:

"Nein, was soll mir denn daran peinlich sein. Da müßte mir ja der Ost-West-Konflikt peinlich sein, denn das stand ja im Hintergrund, und den habe ich nun wirklich nicht zu verantworten. Nein, ich habe vor dem Hintergrund eben eines bestimmten zeitgeschichtlichen Geschehens gehandelt, das war einfach so, das kann man nicht wegdiskutieren, auch wenn heute sich viele nicht mehr so recht daran erinnern, und vor dem Hintergrund hatte mein Handeln seine Logik, und da hat mir nichts peinlich zu sein."
"
Zitate Gabriele Gast

Gruss seaman


Fritze, Damals87 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 12:10 | nach oben springen

#46

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:17
von GKUS64 | 1.605 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #33


P.S. mal seh'n wer rausbekommt, welchen Oberst ich in #29 meinte ...


Endlich wieder mal ein Ratespiel! Ich stelle mal ein Lösungsbild ein (etwas unscharf, aber darum geht es ja heute nicht!), der gesuchte ist der 3. von links! Das Rätsel geht weiter: wer ist es?


Udo und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#47

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:23
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von mucker82 im Beitrag #42
Irgendwo ist Frau Gast eine tragische Figur. Sie wurde von der Stasi mit Hilfe von falschen Versprechungen umgedreht um an Informationen zu gelangen.
Ein verpfuschtes Leben. Ob es das wert war?


Meinste so was geschieht heute nicht mehr, hat man kürzlich nicht einen BND Mitarbeiter am Arsch gehabt, der für den US Geheimdienst gearbeitet hat. Aber wahrscheinlich werden solche Leute auch umgedreht. Aber solange der Verrat geliebt wird und der Verräter nicht. Ist mir das schnuppe. Und tragische Figuren gibt es in solchen Organisationen immer--damals wie heute.


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#48

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:28
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #33
Auch im Militärstrafrecht? Und eins noch, Du schriebest im #21, ich zitiere: Ende 1989 , Anfang 1990 war leider einiges möglich. Sollte es nicht besser statt leider endlich heißen?

P.S. mal seh'n wer rausbekommt, welchen Oberst ich in #29 meinte ...


Станислав Евграфович Петров

http://www.spiegel.de/einestages/vergess...d-a-948852.html


Fritze, IM Kressin und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 12:34 | nach oben springen

#49

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:40
von IM Kressin | 907 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #48
Zitat von 94 im Beitrag #33



Станислав Евграфович Петров


Da ich dieser Sprache und Ausdrucksform nicht mächtig bin, vielleicht auch einige andere (West) User und Nachgeborene

https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_...fowitsch_Petrow

Es grüßt Euch
Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
Fritze und turtle haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#50

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:45
von Udo | 1.258 Beiträge

Hat sich niemand das Bild angeschaut???
Der 3. von links ist eindeutig jener Herr, den Gert so "mag".


nach oben springen

#51

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:47
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #50
Hat sich niemand das Bild angeschaut???
Der 3. von links ist eindeutig jener Herr, den Gert so "mag".


Meinst Du unser Gert mag Wladimir Wladimirowitsch? Den habe ich sofort erkannt.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#52

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:52
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #46
Zitat von 94 im Beitrag #33


P.S. mal seh'n wer rausbekommt, welchen Oberst ich in #29 meinte ...


Endlich wieder mal ein Ratespiel! Ich stelle mal ein Lösungsbild ein (etwas unscharf, aber darum geht es ja heute nicht!), der gesuchte ist der 3. von links! Das Rätsel geht weiter: wer ist es?




Nun ja, ein Rätsel ist nicht so lustig, wenn unten schon die Lösung steht...
Was ist der Vorname von Wladimir Putin? a) Putin, b) Horst Seehofer c) Wladimir d) er hat keinen..
Theo


nach oben springen

#53

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 12:53
von Udo | 1.258 Beiträge

Klar mag Gert den. Er mag ja auch Alfred Tetzlaff, deshalb parodiert er ihn immer so schön.


nach oben springen

#54

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 13:13
von Kalubke | 2.289 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #33
Auch im Militärstrafrecht? Und eins noch, Du schriebest im #21, ich zitiere: Ende 1989 , Anfang 1990 war leider einiges möglich. Sollte es nicht besser statt leider endlich heißen?

P.S. mal seh'n wer rausbekommt, welchen Oberst ich in #29 meinte ...


Leider K. A., aber folgender Auszug aus der Studie: "Rätsel des kalten Krieges" des Zentralen Stabes für geschichtliche nachrichtendienstliche Studien der CIA (gesamte Studie im Anhang) dürfte nicht uninteressant sein:


ABEL ARCHER 83

Ein weiterer gravierender Vorfall fand im Jahr 1983 während der jährlichen NATO-Kommandostabsübung mit dem Codenamen "ABEL ARCHER 83" statt. Die Sowjets waren mit dieser Übung aus den Vorjahren vertraut, aber die 1983’er Version schloss zwei wichtige Veränderungen ein:

• Im Originalszenario (das später modifiziert wurde), sollte die Übung 1983 auch höhere Beamte einbeziehen, den Verteidigungsminister und den Vorsitzenden des Vereinigten Stabes, den Präsidenten und den Vizepräsidenten. Solche eine hochrangige Beteiligung bedeutete eine größere Öffentlichkeitswirkung und größeres Aufsehen als es während der vorangegangenen Übungen der Fall war.
• ABEL ARCHER 83 schloss eine Übung der simulierten Freigabe von Kernwaffen durch die NATO-Streitkräfte ein

Laut Gordievsky (KGB-Überläufer) sandte in der Nacht vom 8. oder 9. November die KGB-Zentrale ein Blitztelegramm an die westeuropäischen KGB-Residenturen, in dem ihnen unzutreffenderweise berichtet wurde, dass die US- Streitkräfte in Europa in Alarmbereitschaft stünden und einige Stützpunkte bereits mobilisiert wurden. Im Telegramm wurde vermutet, das der (nicht existente) Alarm eine Antwort auf den damaligen Bombenanschlag auf einen US-Marinestützpunkt im Libanon war, oder mit bevorstehenden US-Armeemanövern in Zusammenhang stand, oder der Beginn des Countdowns zu einem nuklearen Überraschungsangriff war. Die Empfänger wurden darum gebeten, den US-Alarm zu bestätigen und die Hypothesen zu beurteilen.

Gordievsky beschrieb die Reaktionen folgendermaßen:

Aus der durch die Krise ausgelösten angespannten Atmosphäre und der Rhetorik der letzten Monate schloss der KGB, dass amerikanische Streitkräfte alarmiert worden waren - und sogar den Countdown zu Krieg begonnen haben könnten.... während der Operation RYAN erreichte die Welt fast den Rand des nuklearen Abgrunds. Während ABEL ARCHER 83 kam sie, ohne es wahrzunehmen, gefährlich nahe – und wahrscheinlich näher, als in der Zeit der kubanischen Raketenkrise von 1962.

Die Geschichte von ABEL ARCHER 83 ist von Journalisten mit internen Kontakten zum Weissen Haus und zur Whitehall immer wieder erzählt worden. Die verschiedenen Versionen konzentrierten sich auf drei Themen:
-die USA und die UdSSR kamen nahe an einen Krieg als Folge der sowjetischen Überreaktion;
-nur Gordievskys rechtzeitige Warnung des Westens verhinderte, dass die Dinge aus der Hand glitten;
-Gordievskys Informationen überzeugte Präsident Reagan davon dass der Kreml tatsächlich einen US-nuklearen Überraschungsangriff der USA befürchtete.

Einige Wochen nach ABEL ARCHER 83, berichtete die Londoner CIA-Residentur vermutlich auf der Basis der Informationen, welche die Briten von Gordievsky erhielten, dass die Sowjets beunruhigt waren, über die reale Möglichkeit, dass die Vereinigten Staaten einen nuklearen Angriff gegen sie vorbereiteten. Der Berater des Nationalen Sicherheitsrates Robert McFarlane, welcher die Berichte im Weissen Haus erhielt, ignorierte sie anfangs als sowjetische Panikmache statt als Beweise tatsächlicher Sorge um die amerikanischen Absichten und übermittelte dies Reagan, als er sie dem Präsidenten übergab. Aber eine im Frühjahr 1984 von CIA Direktor William Casey dem Weissen Haus übersandte weitreichendere Studie über die sowjetischen Befindlichkeiten, teilweise basierend auf Berichten des Doppelagenten Gordievsky, hatte eine ernüchernde Wirkung. Reagan wirkte nach dem Lesen der Studie ungewöhnlich ernst und fragte McFarlane, "Denken Sie dass sie (die Russen) das wirklich glauben konnten? ... ich verstehe es nicht, warum sie das glauben konnten - , aber man sollte drüber nachdenken" ... Auf einem Treffen am selben Tag, sprach Reagan über die biblische Prophezeiung von Armageddon, einem letzten Kampf zwischen Gut und Böse vor dem Weltuntergang, einem Thema, daß den Präsidenten faszinierte. Mc Farlane dachte, dass es kein Zufall war, dieses Armageddon in Reagans Gedanken.

Ist Gordievskys Interpretation glaubwürdig?

Nach einem US-aussenpolitischen Korrespondenten stieg der Umfang und die Dringlichkeit der Kommunikation innerhalb des Warschauer Paktes während der Übung. Außerdem berichteten US-Quellen, dass sowjetische Jagdflugzeuge mit Kernwaffen an Bord auf Luftwaffenstützpunkten in Ostdeutschland und Polen in Alarmbereitschaft versetzt wurden. Jedoch ein US-Experte, der einige ältere sowjetische politische und militärische Beamte befragte, berichtete, dass keiner von ABLE ARCHER gehört hatte und alle leugneten, dass das Politbüro oder sogar die Spitzen des Verteidigungsministeriums darauf aufmerksam wurden. Außerdem berichtet Dobrynin in seinen Memoiren, dass die oberste Führung die Kriegsdrohungen ernst genommen hatte und widmete der KAL 007-Tragödie mehrere Seiten. ABLE ARCHER erwähnte er jedoch nicht.

Ein wichtiges Beweisstück – das Blitztelegramm aus der KGB-Zentrale, auf das eingangs hingewiesen wurde - fehlt in den RYAN-Telegrammen, die Gordievsky 1991veröffentlicht hat. ABLE ARCHER 83, schien im Weissen Haus mehr Eindruck hinterlassen zu haben, als das im Kremel je der Fall war. Die Übung war letztendlich doch nicht mit der Kuba-Krise vergleichbar, als die Supermächte auf einem Kollisionskurs waren, und die US-Nuklearstreitkräfte in voller Alarmbereitschaft standen, und – wie sich vor kurzem offenbarte - die UdSSR Kernwaffen auf Kuba eingesetzt hätten.


Gruß Kalubke

p.s. Ich las gerade in wiki, dass die Sache mit Petrow im September 1983 war und mit einem Satellitenfehlalarm zu tun hatte. also nicht mit ABLE ARCHER. Es gab also mehrere kritische Vorkommnisse in zeitlich kurzer Folge.


Dateianlage:


GKUS64, 94, mucker82 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 13:47 | nach oben springen

#55

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 13:15
von SiK90 (gelöscht)
avatar

Ein Verräter bleibt immer ein Verräter!
Ich könnte mir vorstellen, dass auch der VS Großmann nur mit "der Kneifzange angefaßt" hat.


nach oben springen

#56

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 14:26
von turtle | 6.961 Beiträge

„Ich liebe den Verrat, aber ich hasse Verräter.“

Julius Cäsar


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#57

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 14:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #52
Nun ja, ein Rätsel ist nicht so lustig, wenn unten schon die Lösung steht...

Na nee, ich fragte ja nach einem weitern Offizier außer Petrow. Auch war Petrow im Jahre 83 'nur' Unteroberst (so die wörtliche Übersetzung von Подполковник - Oberstleutnant), ich fragte aber nach einem Oberst. Und da brachte Kalubke den Gesuchten ... O.A.Gordijewski

Hier noch ä bissel recherchierter Hintergrund zu РЯН, auf deutsch RJaN oder neumodsch auch RYAN genannt ...
www.heise.de/tp/artikel/29/29076/1.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Kalubke, turtle und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#58

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 14:29
von IM Kressin | 907 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #54
Zitat von 94 im Beitrag #33



Studie: "Rätsel des kalten Krieges" des Zentralen Stabes für geschichtliche nachrichtendienstliche Studien der CIA (gesamte Studie im Anhang) dürfte nicht uninteressant sein:


ABEL ARCHER 83

Ein weiterer gravierender Vorfall fand im Jahr 1983 während der jährlichen NATO-Kommandostabsübung mit dem Codenamen "ABEL ARCHER 83" statt. Die Sowjets waren mit dieser Übung aus den Vorjahren vertraut, aber die 1983’er Version schloss zwei wichtige Veränderungen ein:

• Im Originalszenario
• ABEL ARCHER 83 schloss eine Übung der simulierten Freigabe von Kernwaffen durch die NATO-Streitkräfte ein

Laut Gordievsky (KGB-Überläufer) sandte in der Nacht vom 8. oder 9. November die KGB-Zentrale ein Blitztelegramm an die westeuropäischen KGB-Residenturen. Die Empfänger wurden darum gebeten, den US-Alarm zu bestätigen und die Hypothesen zu beurteilen.

Gordievsky beschrieb die Reaktionen folgendermaßen:

Aus der durch die Krise ausgelösten angespannten Atmosphäre und der Rhetorik der letzten Monate schloss der KGB, dass amerikanische Streitkräfte alarmiert worden waren - und sogar den Countdown zu Krieg begonnen haben könnten.... während der Operation RYAN erreichte die Welt fast den Rand des nuklearen Abgrunds. Während ABEL ARCHER 83 kam sie, ohne es wahrzunehmen, gefährlich nahe – und wahrscheinlich näher, als in der Zeit der kubanischen Raketenkrise von 1962.

Die Geschichte von ABEL ARCHER 83 ist von Journalisten mit internen Kontakten zum Weissen Haus und zur Whitehall immer wieder erzählt worden. Die verschiedenen Versionen konzentrierten sich auf drei Themen:
-die USA und die UdSSR kamen nahe an einen Krieg als Folge der sowjetischen Überreaktion;
-nur Gordievskys rechtzeitige Warnung des Westens verhinderte, dass die Dinge aus der Hand glitten;
-Gordievskys Informationen überzeugte Präsident Reagan davon dass der Kreml tatsächlich einen US-nuklearen Überraschungsangriff der USA befürchtete.

Einige Wochen nach ABEL ARCHER 83, berichtete die Londoner CIA-Residentur vermutlich auf der Basis der Informationen, welche die Briten von Gordievsky erhielten, dass die Sowjets beunruhigt waren, über die reale Möglichkeit, dass die Vereinigten Staaten einen nuklearen Angriff gegen sie vorbereiteten. Der Berater des Nationalen Sicherheitsrates Robert McFarlane, welcher die Berichte im Weissen Haus erhielt, ignorierte sie anfangs als sowjetische Panikmache statt als Beweise tatsächlicher Sorge um die amerikanischen Absichten und übermittelte dies Reagan, als er sie dem Präsidenten übergab. Reagan wirkte nach dem Lesen der Studie ungewöhnlich ernst und fragte McFarlane, "Denken Sie dass sie (die Russen) das wirklich glauben konnten? ... ich verstehe es nicht, warum sie das glauben konnten - , aber man sollte drüber nachdenken" ... Auf einem Treffen am selben Tag, sprach Reagan über die biblische Prophezeiung von Armageddon, einem letzten Kampf zwischen Gut und Böse vor dem Weltuntergang, einem Thema, daß den Präsidenten faszinierte. Mc Farlane dachte, dass es kein Zufall war, dieses Armageddon in Reagans Gedanken.

Ist Gordievskys Interpretation glaubwürdig?

Nach einem US-aussenpolitischen Korrespondenten stieg der Umfang und die Dringlichkeit der Kommunikation innerhalb des Warschauer Paktes während der Übung. Außerdem berichteten US-Quellen, dass sowjetische Jagdflugzeuge mit Kernwaffen an Bord auf Luftwaffenstützpunkten in Ostdeutschland und Polen in Alarmbereitschaft versetzt wurden. ABLE ARCHER 83, schien im Weissen Haus mehr Eindruck hinterlassen zu haben, als das im Kremel je der Fall war. Die Übung war letztendlich doch nicht mit der Kuba-Krise vergleichbar, als die Supermächte auf einem Kollisionskurs waren, und die US-Nuklearstreitkräfte in voller Alarmbereitschaft standen, und – wie sich vor kurzem offenbarte - die UdSSR Kernwaffen auf Kuba eingesetzt hätten.


Gruß Kalubke

p.s. Ich las gerade in wiki, dass die Sache mit Petrow im September 1983 war und mit einem Satellitenfehlalarm zu tun hatte. also nicht mit ABLE ARCHER. Es gab also mehrere kritische Vorkommnisse in zeitlich kurzer Folge.



Die Verknüpfung dieser Faktoren ergab die unheilvollen Analysen.

So ist es zumindest einem auf ZDF-Info gesendeten Bericht zu entnehmen.

Der US-Präsident soll entsetzt gewesen sein.

Um die Lage zu entkrampfen wurde er gemäß dieses Berichts augenblicklich durch seine Berater im Weißen Haus auf seine Ranch dirigiert. Ein Kamerateam zeigte ihn bei Freizeitaktivitäten, Ausritt und anschließendem Striegeln seines Pferdes.

Das sollte die Friedfertigkeit unterstreichen und signalisieren:
„Sehr her, ich bin auf meiner Ranch, der atomare Schlag fällt aus!“

Die Ernsthaftigkeit und der Anlass der außerordentlichen Berichterstattung war den Nachrichtenagenturen wahrhaftig zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Es grüßt Euch
Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#59

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 14:31
von seaman | 3.487 Beiträge

"Für mich war jeder Mitarbeiter der HVA, der sich in diesen Tagen des Zerfalls der DDR-Nachrichtendienste dem BND, BfV oder den Strafverfolgungsbehörden der Bundesrepublik anbot, ein Verräter übelster Sorte, ein Judas, der andere Menschen der Haft und dem existentiellen Ruin auslieferte, um selbst materiell gut gebettet zu bleiben. Hätten sie vor der Wende die Front gewechselt, hätte man es als ein schicksalhaftes Ereignis hinnehmen müssen. Doch nach der Wende gab es kein Überlaufen mehr, sondern nur noch schnöden Handel mit jenen Menschen, aufgrund deren Kooperationsbereitschaft sie zuvor eine nicht unbeträchtliche Karriere in ihrem Staat gemacht hatten."

Zitat Dr. Gabriele Gast

seaman


DoreHolm und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.07.2015 14:32 | nach oben springen

#60

RE: G. Gast Agentin in der BND - Zentrale

in Bundesnachrichtendienst BND 31.07.2015 14:43
von mucker82 | 236 Beiträge

Hallo seaman,

ich reiche mal den Rest des Zitats nach:

" ...................... Daß Fettaugen auf jeder Suppe oben schwimmen, hatte sich schon nach der braunen Vergangenheit Deutschlands erwiesen. Der Zerfall der DDR-Staatsmacht war nicht dazu angetan, die Relevanz solcher physikalischen Gesetze für den politischen Bereich zu widerlegen."


nach oben springen



Besucher
11 Mitglieder und 40 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: anton24
Besucherzähler
Heute waren 3316 Gäste und 183 Mitglieder, gestern 3912 Gäste und 213 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556913 Beiträge.

Heute waren 183 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen