#1

Mit Jugendtourist nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 00:32
von Thüringerin | 62 Beiträge

2015

Neulich schrieb ein Freund, dass er für seine Familie zum Mittagessen Schopska-Salat zubereitet. Sofort musste ich an Bulgarien denken und meine zwei Reisen in dieses Land, beide zu DDR-Zeiten über Jugendtourist, beide schön und wert, sich daran gerne und mit einem Schmunzeln zu erinnern.

1989

Am Abend vor meiner Abfahrt musste ich mir noch einen Vortrag von meiner Mutter anhören, dass ich ja nicht leichtsinnig sein und „das mit dem Fallschirm“ auf keinen Fall machen sollte, weil es bestimmt gefährlich wäre. Ich hatte nach meiner letzten Reise davon geschwärmt und war keineswegs abgeneigt, das mal auszuprobieren. Natürlich sagte ich das meiner Mutter nicht, ich würde es ihr sowieso erst hinterher erzählen ;-)

Nun saß ich im Zug nach Dresden und erinnerte mich an meine erste Reise nach Bulgarien. Das war im Mai 1985. Zwei Wochen Slanchev Bryag am Sonnenstrand in der Nähe von Nessebar. Wie würde es wohl dieses Mal werden? Immerhin würde mich der erste Teil der Reise wieder in diesen Badeort führen. Ich schloss meine Augen und ließ meine Gedanken vier Jahre zurück wandern …

1985

Es war unsere Hochzeitsreise. Wir kannten niemanden in unserer Reisegruppe. Erst im Transitbereich vor dem Abflug lernten wir flüchtig ein Pärchen in unserem Alter kennen – prima – vielleicht konnte sich daraus eine Urlaubsbekanntschaft entwickeln und ich hoffte insgeheim, sie hätten nichts gegen eine Runde Skat ab und zu.

Unsere Unterkunft in Slanchev war recht einfach, aber für uns vollkommen ausreichend. Es war immer besser, vorher nicht allzu hohe Ansprüche und Erwartungen zu haben. Wir hatten einen kleinen, sehr spärlich eingerichteten Bungalow, der aus einem einzigen Raum bestand und sich auf einem großen Campingplatz befand. Links und rechts an der Wand neben der Eingangstür befand sich je ein Fenster (ohne Mückenschutz). Es war gerade mal Platz für zwei Betten – eins davon stand rechts an der Außenwand, das andere links an der Außenwand, dazwischen war ein knapper Meter Platz. Ein kleiner Tisch und zwei Stühle, ein Spiegel, KEIN Schrank. Unsere Koffer hatten wir unter das Bett geschoben. Wenn wir etwas heraus nehmen wollten, dann mussten wir das nacheinander tun. Zu den Toiletten und Gemeinschaftsduschen hatten wir etwa 50 Meter zu gehen, wenn es eilig war, sind wir halt schneller gelaufen. Meistens mussten wir rennen ;-) Gegen Mitte der 2. Woche haben wir das Essen dann ganz gut vertragen und konnten den Gang zum Örtchen entspannter gehen. Frühstück und Abendessen gab es in einem nahe gelegenen Speisesaal. Das Essen war nicht besonders abwechslungsreich, aber wir sind satt geworden. Tagsüber haben wir uns manchmal frisch gebratenen Fisch gekauft, den gab es sehr günstig, total lecker und direkt vom Rost herunter. Zum Strand war es nicht weit, vielleicht 200 Meter. Er war für uns einfach traumhaft, feiner Sand, das Wasser sauber, angenehme Badetemperatur – herrlich!

Mit den Toiletten hatte ich anfangs meine Probleme. Eigentlich gab es auf dem Campingplatz gar keine richtigen Toiletten in den Sanitärbereichen. Die Duschen und WC´s erinnerten eher an Wellblechhütten. Die Wände hatten einen gewissen Abstand vom Erdboden, so dass man von außen immer die Füße der Menschen sehen konnte, die sich gerade darin aufhielten. Das fand ich ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die Toiletten waren gefliest und hatten jeweils ein Loch von ungefähr 10 Zentimeter Durchmesser (+/- … kann mich nicht genau erinnern) im Boden. An der Seitenwand war ein Griff zum Festhalten und hinter dem Loch kam bis auf eine Höhe von ca. 1 Meter ein Rohr aus dem Boden, auf dem sich oben der Spülknopf befand und vorne dran, wie bei einem Wasserhahn, eine nach unten zeigende Öffnung. Wenn man den Spülknopf betätigte, kam das Spülwasser aus dieser Öffnung mit reichlich Druck herunter gespritzt in Richtung Loch. Es war keine gute Idee auf die Toilette zu gehen, wenn gerade mehrere Leute duschten, denn dann reichte das Wasser oft nicht für die Spülung. Auch war es von Vorteil, vor der Betätigung des Spülknopfes zuerst die Tür der Toilette zu öffnen, damit man schnell hinaus springen konnte, bevor das Wasser herunter spritzte, denn die Toilettentür ging nach innen auf. Andernfalls konnte es passieren, dass man dem Wasserstrahl und dem, was er mit seinem Druck wegspülen sollte, nicht ausweichen konnte und sich hinterher die Unterschenkel waschen musste.

Leider hatte ich noch nie vorher die Gelegenheit gehabt „Lochgeschäfte“ zu üben, entwickelte aber schnell eine relativ gute Treffsicherheit. Manchmal gönnten wir uns den Luxus und benutzten die stillen Örtchen gepflegter Restaurants, auch wenn wir dafür blechen mussten.

Abends oder am Strand spielten wir manchmal Skat. Ich hatte es erst vor einiger Zeit gelernt und wollte jede Gelegenheit zum Üben nutzen. Die Frau des anderen Pärchens hatte keinen Bock zum Skat spielen. Sie wollte es auch nicht lernen. Leider. Sie zickte deshalb ab und zu, also gaben wir nach und machten, was sie gerne wollte. Meistens waren wir uns aber einig und verbrachten zwei wirklich schöne Wochen zusammen.

Damals habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Schopskasalat gegessen. Hmmmm – lecker!

1989

Ich guckte auf die Uhr. Der Zug näherte sich Dresden. Diesmal reiste ich alleine. Der Mann, den ich 1985 geheiratet hatte, war inzwischen mit einer anderen Frau liiert, ich hatte noch keinen neuen gefunden und meine Bekannte, mit der ich zusammen verreisen wollte, hatte kurz vorher abgesagt. Auf meine Reise wollte ich deshalb nicht verzichten. Ich war froh, dass ich sie ergattert hatte und Anschluss würde ich in der Reisegruppe schon finden.

Ich zwängte mich mit meinem Koffer Richtung Ausgang. Vor mir stand ein gut aussehender Mann in meinem Alter, auch mit Koffer. Ob er auch zum Flughafen will? Und wenn ja wohin würde er fliegen? Nachdem er ausgestiegen war, nahm er mir meinen Koffer ab und trug ihn aus dem Zug. Das fand ich sehr nett von ihm.

Am Flughafen in Dresden kaufte ich mir noch ein paar Filme für den Fotoapparat. Hinter mir standen zwei Frauen. Eine sagte zu mir, dass ich mich von der Mundart her anhören würde, als ob ich aus dem Bezirk Suhl komme und dass sie eine Reisegruppe aus diesem Bezirk suchen würden, die heute nach Burgas fliegt. Ja, sagte ich, das könnte meine Reisegruppe sein. Und schon hatte ich Anschluss gefunden. Elke, Ina und ich waren von diesem Zeitpunkt an für zwei Wochen fast unzertrennlich. Beim Check in stellte sich heraus, dass mein Kavalier aus dem Zug auch in unserer Reisegruppe war. Er reiste ebenfalls allein :-)

Die Reise führte uns zunächst für eine Woche nach Slanchev, danach ein paar Tage ins Rilagebirge und zum Schluss in die bulgarischen Rhodopen nach Pamporovo. Wir waren gespannt! In der ersten Unterkunft gab es Dreibettzimmer – das passte gut, allerdings gab es auch hier Gemeinschaftsduschen für die ganze Etage .

Da ich mich in Slanchev schon bestens auskannte, zeigte ich Ina und Elke die ganze Bucht bis nach Nessebar. Meistens hatten wir einen „Schatten“ mit zwei Beinen dabei, der Süße aus dem Zug ;-) Aber wir waren nun mal zu dritt und verstanden uns prima, deshalb war er für uns tabu, es wär vielleicht sonst kompliziert geworden.

Gleich am zweiten Tag wagte ich „das mit dem Fallschirm“. Es war für uns relativ teuer, aber ich hatte es mir nun mal in den Kopf gesetzt. Wir guckten erst eine Weile zu. Keine einzige Frau war vor uns dran. Nach dem Bezahlen gab es für Elke und mich kein Zurück mehr. Ina wollte uns fotografieren. Die Sache lief folgendermaßen ab: Ich bekam eine Schwimmweste und Gurte um den Körper geschnallt bzw. musste mit den Beinen hinein steigen.



Hinter meinem Rücken führten ein paar Seile zum Fallschirm, der von zwei Männern bis über ihre Köpfe hochgehalten wurde. Vorne an meinem Körper wurde das Seil mit Karabinerhaken in meinen Gurt eingehakt, das andere Ende des Seils lag als großer Haufen ein ganzes Stück vor mir in Richtung Meer und das Endstück ging von dort aus bis zu einem Motorboot, das am Strand startbereit wartete. Als ich vorschriftsmäßig hinten und vorne angeseilt war, entfernte sich mein Seilermeister und ich stand ganz allein da, vor mir in Richtung Meer lag der Haufen Seil und das Boot, hinter mir der der hoch gehaltene Fallschirm, der sich im Wind leicht blähte. Dann fuhr das Boot los, zog das Seil hinter sich her und der Haufen wurde immer kleiner. Als sich das Seil vor mir straffte, musste ich ein paar Schritte mitspringen, dann spannten sich auch hinter mir die Seile und mit einem kräftigen Ruck wurde ich nach oben in die Luft gezogen.



Es nahm mir richtig den Atem, doch es war genial! Dann ging es raus auf`s Meer. Ich war ziemlich weit oben und unter mir sah ich Tretboote und andere Boote im Wasser. Ich hab es sehr genossen. Irgendwann stoppte das Boot und ich schwebte nach unten und platschte unsanft ins Meer. Das Boot kam gleich an und die Männer fischten mich mitsamt dem Fallschirm heraus. Ich war total begeistert und hätte es am liebsten gleich nochmal gemacht.

Unser „Schatten“. Er war wirklich sehr nett. Wir konnten uns gut mit ihm unterhalten. Auch hatte er ein besonderes Talent, uns wunderbar die Sonnencreme einzumassieren, da hatte er echt ein Händchen dafür. Leider habe ich seinen Namen vergessen, ich weiß aber noch, woher er war, aber das ist ja nicht so wichtig. Manchmal wollten wir drei Mädels allerdings auch mal alleine los. Das hat ihm nicht so wirklich gefallen. Aber da musste er durch. Bei einem unserer kleinen Ausflüge zu dritt lernten wir zwei Autohändler aus Westdeutschland kennen. Sie stammten aber ursprünglich aus anderen Ländern, ich glaube der eine war aus Jemen. Wir fanden das sehr exotisch und spannend. Natürlich war es für uns DDR-Bürger streng verboten, während einer Jugendtouristreise Kontakt zu Bürgern aus dem imperialistischen Ausland aufzunehmen. Schließlich war das ja unser Klassenfeind. Das war uns allerdings reichlich egal, als wir im weißen Golf Caprio der beiden saßen und uns durch Slanchev chauffieren ließen.



Dumm nur, dass uns jemand beim Reiseleiter verpetzt hat und wir uns dafür verantworten mussten. Wir versprachen ihm hoch und heilig, uns nicht mehr mit ihnen zu treffen und gingen noch am gleichen Abend, unartig wie wir waren, mit den beiden ins Casino, wo wir als DDR-Bürger sonst nie rein gekommen wären, wir hatten ja auch nicht die richtige Währung dafür. Diese Gelegenheit konnten wir jedenfalls unmöglich versäumen! Außerdem war es schon dunkel, als wir aufbrachen und dort würde bestimmt keiner von unserer Gruppe sein, der uns verpetzen könnte. Ach, war das ein aufregender Abend!



Es gab eine Varieté-Vorstellung, Snacks, Sekt, Tanz und beim Roulett hatte ich richtig Glück. Es war eine vollkommen neue Welt, die wir erlebten. Wie im Rausch flogen die Stunden an uns vorbei. Keiner der anderen aus unserer Reisegruppe hat was mitgekriegt – zum Glück! Wahrscheinlich hätten wir sonst nie wieder so eine Reise bekommen. Ich hatte am Ende des Abends so viel Geld (die beiden haben es mir in Leva umgetauscht), dass ich in Sozopol in einem Plattenladen etliche Lizenzschallplatten kaufen konnte und noch jede Menge Mitbringsel für Familie und Freunde. Die Schallplatten habe ich übrigens beim Rückflug unter einigen in der Reisegruppe verteilt und in Dresden wieder eingesammelt, damit ich keine Schwierigkeiten mit dem Zoll bekomme.

An einem anderen Tag nahmen die beiden Männer uns mit in ihr Hotel „Kuban“. Wir staunten über die Zimmer, die ein eigenes Bad, einen kleinen Kühlschrank mit Getränken und einen Balkon mit herrlichem Blick auf den Strand hatten - was für ein Luxus gegenüber unserer Unterkunft. Trotzdem fühlten wir uns unwohl. Irgendwie gehörten wir da nicht hin und verabschiedeten uns recht schnell wieder …

Das Abendessen nahmen wir immer in der Nähe unserer Unterkunft in einem Saal ein, der über zwei Etagen verfügte. In der Mitte befand sich eine größere Tanzfläche, außen herum waren die Tische zum Essen angeordnet. Über eine große Treppe gelangte man hoch auf eine Art Galerie, wo weitere Tische mit Blick auf die Tanzfläche standen. Im vorderen Bereich befand sich ein kleines Podest, auf dem eine Band abends für die Gäste Livemusik spielte. Zu den Mahlzeiten war der Saal immer voller Menschen. Die ältere Generation verbrachte den Abend meistens dort bei der Tanzmusik der Band, wir gingen meist woanders hin.

An einem Nachmittag kamen Elke, Ina und ich zufällig an dem Saal vorbei und hörten Musik. Wir guckten mal nach und sahen die Band bei der Probe. Sie winkten uns herein. Wir konnten uns kaum verständigen, durften aber mal die Instrumente ausprobieren. Elke konnte Schlagzeug spielen und ich Gitarre. Ganz spontan spielten wir ein paar bekannte Songs, Bassist und Keyboarder passten sich uns an – es hörte sich gar nicht mal so schlecht an. Wir fanden das total aufregend und beschlossen am Abend zwei Stücke zu spielen, es aber vorher den anderen aus der Reisegruppe nicht zu verraten. Die Band war einverstanden. Wir einigten uns auf „As tears go by“ von den Rolling Stones für die junge Generation und „My bonnie is over the ocean“ zum Schunkeln für die älteren Leute. Den Rest des Tages waren wir total aufgeregt. Lampenfieber pur! Dann war da noch die Frage, was wir anziehen sollten. Schließlich entschieden wir uns für die Marke „nix besonderes“ – was anderes hatten wir eh nicht dabei. Zur Essenszeit strömten alle in den Saal. Wir hatten Herzklopfen ohne Ende und mussten doch so tun, als ob alles so ist wie immer. Als alle da waren, die Band sich langsam bereit machte und sich auf ihr Podest begab, sagte ich ganz forsch in unsere Runde: Wisst ihr was? Ich spiel heut auch mal in der Band mit. Elke sagte: Ich bin dabei. Da lachten alle. Einer sagte: So seht ihr aus! Haha! Ich spielte erstmal beleidigte Leberwurst. Dann sagte ich: wetten? Und ein paar gingen darauf ein. Ein Teller ging herum und ein paar Leva sammelten sich darauf. Nun mussten wir spielen. Also gingen wir mit weichen Knien vor Richtung Band, die uns schon belustigt entgegen sahen. Wir taten so, als ob wir mit ihnen reden würden, sie nickten eifrig. Als sich Elke hinter das Schlagzeug setzte und ich die Gitarre nahm, ist dann doch einigen der Kinnladen runter geklappt. Die hatten ja keine Ahnung, wie wir innerlich geschlottert haben. Von unserer heimlichen Probe am Nachmittag wussten sie natürlich auch nichts. Dann haben wir einfach losgelegt, erst „As tears go by“ und dann hat der ganze Saal mitgesungen und geschunkelt bei „My bonnie … bla bla bla“.



Schade, dass wir nur dieses eine Foto haben und wir sind gar nicht richtig zu erkennen. Egal. Auf jeden Fall hatten wir unseren Spaß und es war doch gar nicht so schlimm, dachten wir hinterher, als alles vorbei war und die Leute geklatscht haben. Die Band hat uns dann eingeladen zur „Extra-für-uns-After-Show-Party“. Und das war das Beste an dem Abend.



Eigentlich schade, dass unsere Woche am Meer so schnell vorbei war.

Im Rilagebirge waren wir in einem schönen, aber recht abgelegenen Hotel untergebracht. Die Zimmer waren groß, viel Holz und – welch Glück – drei Betten drin! Unser „Schatten“ war nun wieder öfter um uns rum. Er war froh, dass wir wieder mehr Zeit mit ihm verbrachten. Im Gebirge war es sowieso gut, einen starken Beschützer zu haben, wo es da doch Bären und Wölfe gibt (wir haben aber keine gesehen oder gehört).



Wir wanderten bei herrlichem Wetter und im Rila-Kloster begegnete ich einem Mönch, der sehr gut deutsch sprach. Er fragte nach meiner Herkunft und wir stellten fest, dass wir beide eine Zeit lang in Schmalkalden verbracht haben. So ein Zufall!

Die letzte Station unserer Reise war Pamporovo. Wir hatten ein für unsere Verhältnisse tolles Hotel mitten in der Stadt, sogar mit eigenem Badezimmer. Das Hotel hatte allerdings einen Nachteil für uns Mädels: Es gab nur Zweibettzimmer. Elke und Ina nahmen natürlich eins zusammen, schließlich kannten sie sich schon ewig und hatten ja die Reise zusammen gebucht. Da man bei Jugendtourist keinen Anspruch auf Einzelzimmer hatte und auch keins verfügbar war, musste ich also ein Zimmer mit jemandem aus der Reisegruppe teilen. Es war nur eine weitere Person allein reisend - unser „Schatten“. Also teilten wir uns ein Zimmer für die letzten paar Tage.

Im Winter wäre es in Pamporovo mit seinen Skipisten bestimmt interessanter gewesen. Als wir mit dem Sessellift bis hinauf zum Fernsehturm auf dem Snejanka-Gipfel fuhren, stellte ich mir vor, wie die Piste unter mir im Winter vor lauter Skifahrern wimmeln würde.

Von der Aussichtsplattform des Fernsehturms konnten wir bis nach Griechenland gucken. Die Grenze nahm ich als gerodete Schneise durch den Wald wahr. Ich fand die Grenze sehr nah und nicht wirklich streng gesichert, so wie ich das von der Staatsgrenze der DDR her kannte. Aber vielleicht täuschte das auch. Jedenfalls konnte ich sagen, ich habe Griechenland gesehen (zumindest ein ganz kleines Eckchen davon). Ein paar Monate später öffnete sich dann der "Eiserne Vorhang" für uns - aber dass es so kommen würde, daran habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu glauben gewagt. Es war immer nur die heimliche Sehnsucht nach der Ferne da ...

Die Tage in der Stadt waren trocken und heiß. Es gab keine Abkühlung und wir vermissten sehr das Schwarze Meer. Wenigstens gab es einen Springbrunnen …



Die Nächte in Pamporovo waren nicht weniger heiß. Also diese Zweibettzimmer aber auch! ... ganz frech grins ;-)


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#2

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 00:53
von andyman | 1.872 Beiträge

Toller Beitrag.Danke dafür.Gruß aus Südschweden
andyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#3

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 10:37
von Fritze | 3.474 Beiträge

Ein schöner kurzweiliger Beitrag !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#4

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 13:10
von Schakal | 271 Beiträge

Leben in der DDR, Urlaub in Bulgarien. Das lässt sich doch aushalten. ;)

Drei Fragen sind noch offen:

1. Hast du noch Kontakt zu den anderen beiden Mädels?
2. Gab´s nach deiner Rückkehr in die DDR irgendwelchen Ärger, weil du als friedliebender, sozialistischer Mensch Kontakt zu imperialistischen Leuten hattest?
3. Warst du inzwischen mit "richtigem Geld" mal wieder in Bulgarien?


--- Ex oriente lux.---
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#5

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 13:37
von Thüringerin | 62 Beiträge

Hallo @Schakal

1. Nein, habe keinen Kontakt mehr. Ina hat dann geheiratet. Mit Elke hab ich mich noch ein paar mal getroffen, bei ihr in der Nähe von Gera bzw. bei mir. Wir haben den nächsten Urlaub im August 1990 auf Gran Canaria zusammen verbracht (das wäre auch wieder so eine Geschichte ...), danach haben wir uns aus den Augen verloren.
2. Ich hatte schon etwas Bammel, aber es gab keine Probleme. Meine Stasiakte war auch nach der Wende nicht mehr auffindbar. Bei uns im Kreis wurden viele Unterlagen rechtzeitig vernichtet. Schade, hätte mich mal interessiert, was darin stand.
3. Nein, leider nicht. Hab nur mal in Katalogen geblättert und mir die Orte angeguckt und einige bekannte Hotels wieder gefunden. In der Wendezeit kam mein Kleiner auf die Welt, wir haben umgebaut, ich verlor meine Arbeit, Geld war knapp, befristeter Job in Bayern - immer alles ziemlich unsicher, da denkt man zuletzt ans Reisen. Später, als so nach und nach alles wieder im grünen Bereich war, hatte ich erst einmal andere Reisewünsche. Irgendwann fahre ich aber nochmal nach Bulgarien, vielleicht mal für eine Woche nach Slanchev, gucken, wie sich alles verändert hat.

LG von Heike


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#6

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 13:46
von Schakal | 271 Beiträge

@Thüringerin . Aha , na sei froh, die Erinnerung und auch Erfahrung kann dir keiner mehr nehmen. So kann das auch heute kein Mensch mehr erleben. Ist halt Geschichte. Ich bin damals 1987 gerade mal mit dem Zug bis nach Bad Schandau gekommen, da war die Reise schon zu Ende. Allerdings war ich auch nicht mit Jugendtourist unterwegs, sondern privat und nach Bulgarien wollte ich auch nicht, sondern in eine andere Richtung.

Meine Stasiakte hatten sie Gott sei Dank noch nicht vernichtet.... So hat jeder seine Abenteuer erlebt.^^


--- Ex oriente lux.---
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#7

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 14:30
von ulei mendhausen | 89 Beiträge

Der Salat war lecker und schön daß er Dich inspiriert hat. Auch wenn Du davon nicht gekostet hast.


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zuletzt bearbeitet 10.08.2015 18:34 | nach oben springen

#8

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 16:45
von Gert | 12.354 Beiträge

hallo @Thüringerin , hast einen schönen Bericht geschrieben über die Reise nach Bulgarien.
Ich war im Sommer 1984 auch in Bulgarien, am Strand von Albena. Das war eine schöne Ecke, sehr schöner Sandstrand, Hotel war auch gut und glücklicherweise auf mitteleuropäischen Toilettenniveau ( ich habe die Balkantoiletten mit den 2 Fußabdrücken und dem Loch in der Mitte gesehen, für mich der Horror ) Hatte meinen damals kleinen Sohn dabei und wir haben viel Spass gehabt. Die Bulgaren waren sehr gastfreundlich. Das kann man heute so sagen, denn ich hatte das"richtige" Geld dabei. Ich habe mit Ostdeutschen vor Ort gesprochen und sie klagten ihr Leid wie sie deichseln und improvisieren mussten, um den Urlaub einigermassen über die Runden zu bringen. Das war kein schöner Zustand für sie und ehrlich gesagt hat mir das am Ende der Reise auch nicht mehr gefallen. Ich bin dann nie wieder in ein Ostblockland zum Urlauben gefahren.

Gruß von einem rheinischen Thüringer Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#9

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 16:53
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

Und das ganze mit einer der härtesten Währung der Welt,konnte also nur ein wunderbarer Urlaub sein


ulei mendhausen, Thüringerin und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 18:26
von Thüringerin | 62 Beiträge

Na, @ulei mendhausen, mein Kuchen neulich schien dir ja geschmeckt zu haben. Da hoff ich doch mal, dass ich irgendwann mal in den Genuss deiner Kochkünste komme. Grüße übrigens von meinem Mann und meinen Eltern. Vielleicht sollte ich mal hier UNSERE Geschichte erzählen, immerhin begann sie ja auch als eine DDR-Urlaubsgeschichte ...
Hallo @Gert , weißt du, ich hab mich immer mit allem abgefunden und selten beklagt im Urlaub, egal wie die Bedingungen auch waren. Wir haben einfach über Einiges hinweg gesehen und aus jedem Urlaub das Beste gemacht. Hauptsache für mich war, ich kam überhaupt mal weg und eine andere Wahl als Ostblock gab es eh nicht für uns. Ich fand Bulgarien großartig, in der CSSR gab/gibt es wunderschöne Flecken, Ungarn, Masuren - wir mussten nehmen, was für uns möglich war. Die ewigen Jammerer haben mich genervt. Ich wollte mich erholen, was erleben, nette Leute kennen lernen und das ging im gewissen Rahmen auch mit wenig Geld. Ansonsten halt improvisieren - da hast du recht. Aber warum nicht, ich glaub darin waren wir schon immer gut auch mit Alu-Währung ging so einiges, stimmt`s @Pit 59 ?


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zuletzt bearbeitet 25.07.2015 18:27 | nach oben springen

#11

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 18:34
von Pit 59 | 10.131 Beiträge

auch mit Alu-Währung ging so einiges, stimmt`s

Es ging. Was aber alles mit der richtigen Währung ging muss mir niemand erklären. Ungarn war für uns der Treffpunkt,nur mit Alu-Chips musste der DDR Bürger schon auf einiges verzichten,ich habe es mehrfach Live erlebt


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#12

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 18:41
von Lutze | 8.033 Beiträge

War das wirklich streng verboten,sich mit westdeutschen Urlaubern
in Bulgarien als DDR-Bürger sich zu unterhalten?
Hat Jugendtourist dieses Verbot ausgesprochen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#13

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 18:48
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #12
War das wirklich streng verboten,sich mit westdeutschen Urlaubern
in Bulgarien als DDR-Bürger sich zu unterhalten?
Hat Jugendtourist dieses Verbot ausgesprochen?
Lutze


Wer beruflich in Bulgarien unterwegs war hatte häufig Kontakt mit Bürgern aus dem NSW ohne Folgen.
DDR-Touristen sollten Westkontakte vermeiden.
Oft trafen sich DDR-Flüchtlinge in Bulgarien mit ihren DDR-Verwandten.Hierbei kam es oft zu Nicklichkeiten z.b. Unterbringung im gleichen Hotel usw.
seaman


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#14

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 18:52
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #12
War das wirklich streng verboten,sich mit westdeutschen Urlaubern
in Bulgarien als DDR-Bürger sich zu unterhalten?
Hat Jugendtourist dieses Verbot ausgesprochen?
Lutze



Lutze,

entsprechende Verbote sind mir nicht bekannt.


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#15

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 19:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Ich hatte nicht den Eindruck, dass die DDR Bürger nicht mit Bundesbürgern sprechen dürften.jedenfalls habe ich keinen Hinweis dieser Art gehört. Sie waren in keiner guten Position . Die bulgarischen Genossen ließen alle Solidarität mit den Genossen aus der DDR fallen, wenn mit DM oder Dollar gewinkt wurde. Die DDR Bürger taten mir leid, weil es demütigend war.


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.07.2015 19:06 | nach oben springen

#16

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 19:06
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #14
Zitat von Lutze im Beitrag #12
War das wirklich streng verboten,sich mit westdeutschen Urlaubern
in Bulgarien als DDR-Bürger sich zu unterhalten?
Hat Jugendtourist dieses Verbot ausgesprochen?
Lutze



Lutze,

entsprechende Verbote sind mir nicht bekannt.

So sehe ich das auch,nur im Eingangs-Beitrag ist von
streng verboten die Rede
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
EMW-Mitarbeiter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 21:42
von Thüringerin | 62 Beiträge

Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.07.2015 21:20 | nach oben springen

#18

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 22:57
von vs1400 | 2.387 Beiträge

es wurde halt nicht gern gesehen,
wie so einiges eben.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#19

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 23:33
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Thüringerin im Beitrag #5
Hallo @Schakal

1. Nein, habe keinen Kontakt mehr. Ina hat dann geheiratet. Mit Elke hab ich mich noch ein paar mal getroffen, bei ihr in der Nähe von Gera bzw. bei mir. Wir haben den nächsten Urlaub im August 1990 auf Gran Canaria zusammen verbracht (das wäre auch wieder so eine Geschichte ...), danach haben wir uns aus den Augen verloren.
2. Ich hatte schon etwas Bammel, aber es gab keine Probleme. Meine Stasiakte war auch nach der Wende nicht mehr auffindbar. Bei uns im Kreis wurden viele Unterlagen rechtzeitig vernichtet. Schade, hätte mich mal interessiert, was darin stand.
3. Nein, leider nicht. Hab nur mal in Katalogen geblättert und mir die Orte angeguckt und einige bekannte Hotels wieder gefunden. In der Wendezeit kam mein Kleiner auf die Welt, wir haben umgebaut, ich verlor meine Arbeit, Geld war knapp, befristeter Job in Bayern - immer alles ziemlich unsicher, da denkt man zuletzt ans Reisen. Später, als so nach und nach alles wieder im grünen Bereich war, hatte ich erst einmal andere Reisewünsche. Irgendwann fahre ich aber nochmal nach Bulgarien, vielleicht mal für eine Woche nach Slanchev, gucken, wie sich alles verändert hat.

LG von Heike


@Thüringerin

Danke für die gute Reisebeschreibung.

Nur mal eine Frage. Wieso bist du der Meinung das eine Akte von Dir beim Mfs gegeben haben soll ?



passport


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#20

RE: Mit "Jugendtourist" nach Bulgarien

in Leben in der DDR 25.07.2015 23:37
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Thüringerin im Beitrag #17
Hallo @Lutze und @Gert Wir mussten uns ja gerade deshalb vor unserem Reiseleiter verantworten - Kontakt mit westlichen Bürgern - omG - was für ein Fehltritt ! Das muss man sich heut mal vorstellen, jetzt lachen wir natürlich drüber! Aber damals standen wir da, wie kleine Sünder, nur weil wir halt mal mit diesen Leuten rum gezogen und in ihrem Golf mit gefahren sind. Ob das nun irgendwo nieder geschrieben war, dass es nicht erlaubt war, Kontakt aufzunehmen - keine Ahnung, ich hätte mir nicht getraut danach zu fragen und außerdem haben wir uns ja sowieso nicht dran gehalten. Aber trotzdem hatten wir erstmal ziemlich Düsengang und waren von da an etwas vorsichtiger. Schließlich wusste man nie, wer einen beobachtete.

oh, damals hatte ich keine Ahnung, dass die Menschen aus der DDR dort in Bulgarien so unter Druck standen. Ich habe auch das Gespräch nicht gesucht, aber hier und da traf man natürlich Leute aus der DDR einfach weil sie meine Sprache sprachen und so kam man ins Gespräch. Die Sachsen konnte man natürlich sofort identifizieren, aber Berliner und Norddeutsche konnten ja auch Bundesdeutsche sein. In der Badehose hast du sowieso nicht erkennen können, woher einer kam, war mir eigentlich auch egal. Ich hatte genug mit meinem lebhaften, damals 7 jährigen Sohn zu tun, er machte immer Blödsinn. Einmal hat er eine ältere Dame mit Steinen beworfen, na da hatte ich einen Terz am Hals.


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All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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