#241

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.01.2015 11:31
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

Ich hatte kein Datum auf der Postkarte gefunden.

Hier kann man nochmal erkennen, welches Gebiet die Briten den Sowjets wegen der Brockenbahn überlassen hatten.

http://www.pr-rieger.de/reisen/harz/harzgoethe1.jpg


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zuletzt bearbeitet 29.01.2015 11:31 | nach oben springen

#242

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.01.2015 12:21
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #234

Lieber nimmt man in Kauf, das gewissenlose Wanderer und Touris ihre mitgebrachten Verpackungsreste, ihren Müll á la Wegwerfgesellschaft weiträumig auch dort oben verteilen. Aufgesammelt wird er dannn für teuers Geld vom Steuerzahler...anstatt jemanden dort eine kleine Existenz zu gönnen. Typisch Deutschland eben! josy95



Hallo,
richtig! Und wenn man die Genehmigung derart formuliert daß KEINE Einwegverpackungen genutzt werden dürfen, nur Mehrwegglasflaschen, Porzellankaffepötte, Keramikteller für die Halberstädter Wwürstchen oder den Zuckerkuchen, dann wird auch kein ( kaum ) Müll rumliegen
Und da Wald mit Rauchverbot, auch kein Zigarettenverkauf.


Ergänzung,
entsprechende Auflage auch an die Hamburgerbrater, dazu bitte "ausser Haus" auch volle Mehrwertsteuer.



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#243

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.01.2015 12:53
von FRITZE (gelöscht)
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Aber die Verkaufsstrategie von Mc Blöd und Co ist nicht auf wiederverwertbare Stoffe und Gebrauchsgegenstände ausgerichtet !

Und wenn für Gläser oder Teller Pfand an Imbiss- und Verkaufsbuden fällig wird ,könnten ja weniger Kunden kaufen !

Natürlich sind davon die Wanderstrecken nur sekundär betroffen ! Schauen wir auf die Strassengräben ,besonders in der Nähe von grossen Fastfoodkettenfilialen ! Ekelhaft !

Das Verhalten nicht weniger Konsumenten erinnert natürlich nicht an halbwegs gebildete Mitteleuropäer !

Ergänzung : Um beim Thema zu bleiben ! Obwohl ja ein klein wenig Ordnung und Sauberkeit überall gut steht , dürfte es doch gerade bei solchen geschichts- und landeswertvollen Orten ,zu denen ja auch zweifellos der Brocken zählt , besonders gut sein ,ein Aushängeschild auch als solches zu erkennen !


.


zuletzt bearbeitet 29.01.2015 13:13 | nach oben springen

#244

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.01.2015 17:37
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

@josy95

>>>Die Kaffeeklappe. Unter diesem volkstümlichen Namen kannten alle Wanderer und Skiläufer der dreißiger Jahre, die von Torfhaus oder von Andreasberg aus den Brocken besuchten, diese Gaststätte. Offiziell hieß sie allerdings 'Rast am Eckersprung' . Der damals bekannte Harzer Skiläufer Paul Volkmar baute einen Verkaufsstand seines Vaters zum obigen festen Gebäude aus und erhielt kurz vor dem Krieg die Konzession zum Betrieb einer Schankwirtschaft. Leider fiel er 1941 in Russland. Seine Witwe Lissy Volkmar führte die Wirtschaft weiter bis zum Kriegsende. Bei Festlegung der örtlichen Demarkationslinie geriet das Grundstück zur sowjetischen Besatzungszone, obwohl es zur ehemaligen Provinz Hannover gehörte. Das führte letzten Endes zum Abriss dieser jungen Gaststätte. <<<

Auszug aus
Rundgang um Ilsenburg
Aufwärts im Ilsetal Bergwelt östlich der IIse
Zwischen Ilse und Ecker Rund um den Brocken


>>>Keine Sorge, die Zonengrenze ist gut markiert. Schilder warnen vor dem Übertreten. Wenig wird das zonennahe Gebiet befahren. Schades Brockenhotel ist bei den letzten Kämpfen ein Raub der Flammen geworden. Die Kaffeeklappe am Goetheweg und die Baude am Dreieckigen Pfahl, die jeder Skiläufer kannte, stehen nicht mehr. Unheimliche Stille liegt jetzt über dem Eckertal. <<<

Auszug aus ADAC Motorwelt Nr.1 1955 Seite23


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zuletzt bearbeitet 29.01.2015 18:14 | nach oben springen

#245

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.01.2015 20:02
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Grenzläufer im Beitrag #244
@josy95

>>>Die Kaffeeklappe. Unter diesem volkstümlichen Namen kannten alle Wanderer und Skiläufer der dreißiger Jahre, die von Torfhaus oder von Andreasberg aus den Brocken besuchten, diese Gaststätte. Offiziell hieß sie allerdings 'Rast am Eckersprung' . Der damals bekannte Harzer Skiläufer Paul Volkmar baute einen Verkaufsstand seines Vaters zum obigen festen Gebäude aus und erhielt kurz vor dem Krieg die Konzession zum Betrieb einer Schankwirtschaft. Leider fiel er 1941 in Russland. Seine Witwe Lissy Volkmar führte die Wirtschaft weiter bis zum Kriegsende. Bei Festlegung der örtlichen Demarkationslinie geriet das Grundstück zur sowjetischen Besatzungszone, obwohl es zur ehemaligen Provinz Hannover gehörte. Das führte letzten Endes zum Abriss dieser jungen Gaststätte. <<<

Auszug aus
Rundgang um Ilsenburg
Aufwärts im Ilsetal Bergwelt östlich der IIse
Zwischen Ilse und Ecker Rund um den Brocken


>>>Keine Sorge, die Zonengrenze ist gut markiert. Schilder warnen vor dem Übertreten. Wenig wird das zonennahe Gebiet befahren. Schades Brockenhotel ist bei den letzten Kämpfen ein Raub der Flammen geworden. Die Kaffeeklappe am Goetheweg und die Baude am Dreieckigen Pfahl, die jeder Skiläufer kannte, stehen nicht mehr. Unheimliche Stille liegt jetzt über dem Eckertal. <<<

Auszug aus ADAC Motorwelt Nr.1 1955 Seite23



@Grenzläufer ,

super!!! Vielen Dank für diesen tollen Beitrag, diese Super- Recherche!

Die von Dir o. g. Wirtsleute waren Ilsenburger, Frau V. ist mir noch sehr gut aus meiner Kindezeit bekannt. Hatte in Ilsenburg in der Rudolf- Breitscheidstraße (untere Ilsetal - Weg vom Stadtkern Ilsenburg zum Brocken) ein kleines Geschäft, nannte sich "Buntes Lädchen - Spielwaren und Harzandenken Lissi *olkmar". Das war eine ganz liebe, nette Frau! So behalte ich sie auch in Erinnerung!

Leider ist ihr Schwiegersohn mitte der 90-er mit dem Lädchen pleite gegangen. Wie anderorts auch so viele kleine Geschäfte, durch das abrupt veränderte Konsumverhalten. Hier ist damals ein richtiges Stück Ilsenburg den besagten Bach, hier den Bach der deutschen Einheit runtergegangen...

Hatte es anderswo schon mal geschrieben, die Familie (Frau *olkmar lebte zur Wende ja noch und war noch sehr agil) hatte auch versucht, die "Rast am Eckersprung" wieder aufzubauen, neu zu eröffnen. Hatte da auch sehr viel Befürworter im Ost- und Westharz. Mittlerweile hatte sich aber sehr schnell eine ganz dunkelgrüne Fraktion etabliert, die jegliche Pläne diesr Art und mit allen Tricks vereitelte. Hinter vorgehaltener Hand wurde auch erzählt, das westharzer Gastronomen aus dem Bereich Oderbrück/ Torfhaus diese Machenschaften massiv unterstützt haben...

josy95


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#246

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.01.2015 20:22
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

@josy95

Vielen Dank für deinen Bericht über die Wirtsleute der Rast am Eckersprung. Wir hatten in den 1970igern im abgebrannten Molkenhaus bei Bad Harzburg u.a. die Ansichtskarte im Müll gefunden.
An der Grenze Goetheweg/Eckersprung war aber schon zu dieser Zeit nichts mehr zu erkennen, keine Fundamentreste, wobei wir uns an der Stelle auch nicht sehr weit vor trauten, weil dort ein kleiner Beobachtungsbunker der DDR Grenztruppen stand.

Ich habe mal in einem Ausschnitt vom Messtischblatt die Stelle markiert, wo ein Angehöriger des Harzclubs meinte, dass dort die Wirtschaft gestanden hatte. Er konnte aber nicht mehr mit 100%iger Sicherheit sagen, ob sie nördlich vom Goetheweg stand.



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#247

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.01.2015 20:24
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Diese Stelle von Westen kenne ich auch genau, zu Mauerzeiten.


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#248

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.01.2015 20:27
von josy95 | 4.915 Beiträge

@Grenzläufer,

ich möchte jetzt nicht vom Thema abweichen, finde es aber trotzdem erwähnenswert.

Von der alten Gaststätte "Eckerkrug" und auch vom ehem. Forsthaus Eckerkrug, welche direkt vor der Eckerbrücke auf DDR- Seite und am Jungborn einst standen, kann man heute noch sehr gut Reste von Kellergewölben und Fundamenten erkennen.

josy95


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#249

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.01.2015 20:32
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #247
Diese Stelle von Westen kenne ich auch genau, zu Mauerzeiten.



Vom BGS gibt es ein Foto der Stelle wie sie damals -im Winter- aussah. Der Bunker muss in unmittelbarer Nähe der Rast am Eckersprung gestanden haben.


http://www.wolfgangroehl.de/Goslar-Grenz.../Tb/66Tb824.jpg


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#250

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.01.2015 20:36
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Man kam den Goetheweg lang und der war dann mit soner quer gelegten Stange gesperrt, glaub ich. Es gab auch diese Warnschilder "Hier Grenze". Man sah zwischen den Bäumen den relativ nahen Bunker. So ein kleiner, wie ne Telefonzelle mit Sehschlitzen. Bin jedenfalls nicht weiter gegangen. Anfang 1990 habe ich dann mal die Ostseite gesehen und bin die geschlossene Bahnstrecke von Schierke zum Brocken raufgewandert.


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#251

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.01.2015 20:58
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #248
@Grenzläufer,

ich möchte jetzt nicht vom Thema abweichen, finde es aber trotzdem erwähnenswert.

Von der alten Gaststätte "Eckerkrug" und auch vom ehem. Forsthaus Eckerkrug, welche direkt vor der Eckerbrücke auf DDR- Seite und am Jungborn einst standen, kann man heute noch sehr gut Reste von Kellergewölben und Fundamenten erkennen.

josy95




Du sagst es, Kellergewölbe und Fundamentreste. Der Eckerkrug war aber ein gemauertes und unterkellertes Gebäude.
Die Rast am Eckersprung nur ein Haus in Holzkonstruktion und ich nehme an, wegen des hohen Grundwasserspiegel
sicher nicht unterkellert. Die werden damals einfache Natursteine als Fundament verwendet haben....mehr nicht.


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#252

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.01.2015 10:33
von terraformer1 | 193 Beiträge

2008 bin ich die Zinnenstraße von der Hermannsklippe zum Eckersprung gegangen. Hier sieht man, wie ich an der Sitzgruppe rauskomme.
http://youtu.be/I-XbyHrgL0k?t=27m18s


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#253

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.01.2015 13:00
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

Zitat von terraformer1 im Beitrag #252
2008 bin ich die Zinnenstraße von der Hermannsklippe zum Eckersprung gegangen. Hier sieht man, wie ich an der Sitzgruppe rauskomme.
http://youtu.be/I-XbyHrgL0k?t=27m18s



Hallo Terraformer,
hochinteressantes Video, welches du reingesetzt hast.
Dazu habe ich eine Frage. Woher kommt der Name "Zinnenstraße". In alten Reiseführern vom Harz finde ich diese Bezeichnung nicht.

Was mich stark verwundert hat, dass dort Kabel der Grenztruppen zu finden war. Wir hatten in den 1970igern und 1980igern die Info, dass dort kein Signalzaun steht. Ich weiß, dort gab es einen Stacheldrahtzaun parallel der von dir genannten Zinnenstraße.
Ich bin total überrascht, dass dort Kabel der Grenztruppen gefunden wurde.

Es gab zwischen Eckersprung und der Eckertalsperre einen Geländestreifen Richtung "Zinnenstraße", der zur DDR gehörte, für uns als Kinder/Jugendliche "Niemandsland".


zuletzt bearbeitet 31.01.2015 13:03 | nach oben springen

#254

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.01.2015 13:08
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Zum Thema Kabel habe ich noch eine ganz andere Frage:

Mitte der achtziger Jahre, kann auch Anfang gewesen sein, wurde neben dem Glashüttenweg ("Bergseite/Nordseite") ein neues Kabel verlegt. "DP" stand auf den Steinen, es scheint zum Brocken geführt zu haben. Da wurde im Felsboden einen halben Meter tief gegraben für. Sah alles sehr ordentlich aus. Aber man fand auch keinerlei Spuren dort. Ich bin mal ein ganzes Stück zu Bauzeiten dort gewandert. Habe mal im Wald oberhalb Schierkes einen grauen rumänischen ARO-Jeep mit "Männern" gesehen, der dazu gehört haben könnte. Weiß jemand, für wen das war? Brockenmoschee würde ich vermuten. Was war das genau?


zuletzt bearbeitet 31.01.2015 13:12 | nach oben springen

#255

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.01.2015 21:31
von jens-66 | 188 Beiträge

@terraformer1
@Grenzläufer

Ich war `89-`90 auf Scharfenstein.
Musste ein mal mit meiner ETZ 250 A die Zinnenstraße bis zur LO Wendestelle fahren.
Dann noch weiter zu Fuß. Man sieht im Video vom Terraformer, das da viele große Steine auf den Weg liegen bis zur Wendestelle.
Daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern. In Bezug auf die Kabel möchte ich mal leise behaupten, das diese mal zu den stationären
Sprechstellen des Grenzmeldenetzes gehörten .... Jens


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zuletzt bearbeitet 31.01.2015 21:31 | nach oben springen

#256

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.02.2015 02:43
von Grenzläufer | 1.773 Beiträge

Zitat von jens-66 im Beitrag #255
@terraformer1
@Grenzläufer

Ich war `89-`90 auf Scharfenstein.989
Musste ein mal mit meiner ETZ 250 A die Zinnenstraße bis zur LO Wendestelle fahren.
Dann noch weiter zu Fuß. Man sieht im Video vom Terraformer, das da viele große Steine auf den Weg liegen bis zur Wendestelle.
Daran kann ich mich aber nicht mehr erinnern. In Bezug auf die Kabel möchte ich mal leise behaupten, das diese mal zu den stationären
Sprechstellen des Grenzmeldenetzes gehörten .... Jens



Hallo jens66,
danke für deine Antwort. Als du dort mit deiner ETZ langgefahren bist, gab es 1989 noch der Stacheldraht rechts Richtung Eckersprung.
Ich habe hier eine Karte des Abschnitts. Blau die Grenze=Eckerverlauf, gelb die Zinnenstraße. Seid ihr auch auf den grünen Weg Streife
gelaufen? Damals hatte ich den Eindruck, dass dort keine Grenzsoldaten lang liefen.


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zuletzt bearbeitet 01.02.2015 02:44 | nach oben springen

#257

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.02.2015 04:59
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Grenzläufer im Beitrag #251
Zitat von josy95 im Beitrag #248
@Grenzläufer,

ich möchte jetzt nicht vom Thema abweichen, finde es aber trotzdem erwähnenswert.

Von der alten Gaststätte "Eckerkrug" und auch vom ehem. Forsthaus Eckerkrug, welche direkt vor der Eckerbrücke auf DDR- Seite und am Jungborn einst standen, kann man heute noch sehr gut Reste von Kellergewölben und Fundamenten erkennen.

josy95




Du sagst es, Kellergewölbe und Fundamentreste. Der Eckerkrug war aber ein gemauertes und unterkellertes Gebäude.
Die Rast am Eckersprung nur ein Haus in Holzkonstruktion und ich nehme an, wegen des hohen Grundwasserspiegel
sicher nicht unterkellert. Die werden damals einfache Natursteine als Fundament verwendet haben....mehr nicht.




Das denke ich auch mal (Rast am Eckersprung nicht unterkellert). Diese Art Bauten waren der damaligen Zeit gerechte und zweckmäßige Bauten. Auch der Untergrund wird dort eine erhebliche Rolle gespielt haben. Denn wenn man dort "buddelt", bekommt man es ganz schnell mal mit etwas größer geratenen Findlingen zu tun. Anderseits hat dieser Untergrund den Vorteil, man benötigt kein Fundament. Bei Sanierungen von Altbauten findet man hier im Harz, selbst noch im Harzvorland diesen Baustil hier häufig, selbst bei Wohnhäusern. Ein paar Naturscheine auf dem blanken Boden, meißt nur eine Schicht Teerpappe, darauf beginnend die Balkenlage des Fachwerkes. Und wenn man schaut, 100 und mehr Jahre, was diese Bauwerke "auf dem Buckel" haben und oftmals kaum sichtbare Schäden..., allenfalls Nässeschäden und angefaulte Balken.

@Grenzläufer , wenn Du die Ruine der Skihütte am Goethebahnhof kennst, die war natürlich wesentlich massiver gebaut, m. Ea. ist dort zumindest eine Teilunterkellerung zu erkennen. Vor 2 Jahren waren bei Bauarbeiten im Bereich der Einfahrweiche des Goethebahnhofes auch Fundamentreste eines vermutlich kleinen Kellers des ehem. Stationsgebäudes freigelegt worden. Hab da noch Fotos von gemacht, aber leider hat die Speicherkarte meiner Fotoknipse eine Macke. Will aber mal sehen, die Fotodateien noch zu retten.

Solche kleinen Raststätten, liebevoll oft auch Buden genannt, heute würde man moderater Kiosk sagen, gab es ja an vielen markanten Wanderwegen im Harz. So kann ich mich als Kind noch an den kleinen Mini- Kiosk im Bahnhofsgebäude Steinerne Renne erinnern. Die Bausubstanz ist heute noch vorhanden.
Die Betreiber hatten aber alle ihr Auskommen. Wenn bestimmt auch bescheiden, aber es war ihr Broterwerb und Wegwerfverpackungen in Größenordnungen Fremdwörter. Manchmal frage ich mich, wie die Leute das damals auch alles bewältigt haben! Warentransport, selbst zu den manchmal entlegenen Orten ihrer Raststätten wie auch von Ilsenburg zur Kaffeeklappe am Eckersprung zu kommen. Von der heutigen Mobilität hätten die damals glaub ich, nicht gewagt zu träumen!

Mein Vater erzählte auch immer, das es "Gerlachs Bude" gab, vermutlich nach dem damaligen Besitzer benannt. Diese stand bergwärts links neben der unteren Brücke an den Ilsefällen bei Ilsenburg. Zum Ende des Krieges von den Amerikanern oder wem auch immer abgebrannt. Hab da mal nach Spuren gesucht, vergeblich.
Ähnlich ergangen wie den beiden Ilsenburger Skihütten oder die Skihütte am Kollonenweg, wo heute noch der "Eiserne Tisch" als Überbleibselrelikt zu sehen ist.

Auch war neben dem damaligen Forsthaus Scharfenstein eine gastronomosche Einrichtung, die wohl von der Frau des dortigen Försters und, wie damals üblich, Familie betrieben wurde. Wann die geschlossen wurde bzw. ob die nach Kriegsende auf Grund des Grenzverlaufes überhaupt wieder geöffnet wurde, entzieht sich im Moment meiner Kenntnis. Muß mal ein paar von den "Ohlschen" fragen...

josy95


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#258

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.02.2015 05:28
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Grenzläufer im Beitrag #253
Zitat von terraformer1 im Beitrag #252
2008 bin ich die Zinnenstraße von der Hermannsklippe zum Eckersprung gegangen. Hier sieht man, wie ich an der Sitzgruppe rauskomme.
http://youtu.be/I-XbyHrgL0k?t=27m18s



Hallo Terraformer,
hochinteressantes Video, welches du reingesetzt hast.
Dazu habe ich eine Frage. Woher kommt der Name "Zinnenstraße". In alten Reiseführern vom Harz finde ich diese Bezeichnung nicht.

Was mich stark verwundert hat, dass dort Kabel der Grenztruppen zu finden war. Wir hatten in den 1970igern und 1980igern die Info, dass dort kein Signalzaun steht. Ich weiß, dort gab es einen Stacheldrahtzaun parallel der von dir genannten Zinnenstraße.
Ich bin total überrascht, dass dort Kabel der Grenztruppen gefunden wurde.

Es gab zwischen Eckersprung und der Eckertalsperre einen Geländestreifen Richtung "Zinnenstraße", der zur DDR gehörte, für uns als Kinder/Jugendliche "Niemandsland".





@Grenzläufer, bin zwar nicht der @Terraformer, (die bekannten Erbsenzähler lesen hier nämlich auch mit!) aber vielleicht kann ich etwas weiterhelfen.

Zinnenstraße??? Woher diese Bezeichnung kommt, weiß ich auch nicht. Die "alten" Ilsenburger haben früher jedenfalls diese Bezeichnung in ihren Erzählungen, denen wir als Kinder immer so gern und sehnsuchtsvoll lauschten, immer gebraucht. Die waren dort viel Heidelbeeren sammeln oder über diesen Weg auch ab und an mal in den Westen gehuscht.
Die Zinnenstraße vom Kollonenwegabzweig, auch als eine Art verlängerte Hermannchaussee zu sehen, wurde auch erst Ende der 70- iger mit Bau des Kollonenweges in der heutigen Form ausgebaut. Früher soll das nur ein relativ schmale Forststraße gewesen sein, die sich vor der Eckerquelle totlief und nur (so wie heute) als Trampelpfad zur Kaffeklappe weiterführt. Ursprünglich sollte diese Straße für Kfz befahrbar bis zur Kaffeklappe ausgebaut werden.
Inzwischen hat die Nationalparkverwaltung sogar ein Stück am Ende des Ausbaues wieder zurückgebaut/ renaturiert.

Der Grenzverlauf ging ja um die Bockenkuppe herum und der Gipfel selbst und die umliegenden Hanglagen waren alles DDR- Gebiet. Im beschriebenen Teil der Zinne wie auch am Kollonenweg und andern Orts sind in der Tat noch einige(!) Kabelreste, auch Stacheldrahtreste, einfach an Fichten angenagelt zu finden. Auch, vermutlich noch aus den frühen 50- 70-iger Jahren. Noch in Bäume eingedrehte Isolatoren von damals sehr gebräuchlichen einfachen Freileitungen des Grenzmeldenetzes. Erst Ende der 70- iger und Ausbau der Grenzsicherungsanlagen, Bau des Kollonenweges auch zum Brocken begann man mit der Verlegung von Erdkabeln.

Als Signalzaun ausgebildet war im Bereich Scharfensteiin bis Goethebahnhof nur ein einfache Streckmetallzaun von der GK Scharfenstein bis etwa 500 m vor Bahnüberganges Kollonenweg, dort begann ja der "Ableger" der Brockenmauer. Die Mauer war obendrauf mit den üblichen Stacheldrahtreitern in Y- Form versehen, die meines Wissens nach auch im Überwachungssystem des Signalzaunes integriert waren.

josy95


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zuletzt bearbeitet 01.02.2015 05:47 | nach oben springen

#259

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.02.2015 09:11
von terraformer1 | 193 Beiträge

Den Namen "Zinnenstraße" habe ich auch noch in keiner Karte gesehen. Dass der Weg so heißt, weiß ich nur aus einem Bericht der Nationalparkverwaltung über die Renaturierung in dem Bereich. Benannt ist der Weg wohl nach der "Zinne", einer großen Klippe 1 km südwestlich von der Kreuzung an der Hermannsklippe. Vor einem Jahr bin ich auf die Klippe mal hoch gestiegen:
https://www.youtube.com/watch?v=4CStBJAseTg


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#260

RE: Grenzverlauf am Brocken

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.02.2015 11:07
von jens-66 | 188 Beiträge

@Grenzläufer
Streife sind wir als " normale " Soldaten dort hinten im Vorgelagerten nicht gelaufen.
Immer nur in Richtung Brocken am Zaun auf dem Kolonnenweg entlang.
Wenn, dann waren dort die GAK unterwegs oder die SIPO, wenn die Forst dort gearbeitet hat
Warum ich, und mit wem ich dort war, weis ich nicht mehr.
Auch an den Stacheldraht oder ähnliches, kann ich mich nicht mehr erinnern.
Weiter unten in der Peseke sind wir häufiger gewesen.
Das war ja die Abriegelungsstrecke, wenn in Richtung Brocken ein Zaun Feld ausgelöst hat.
Dann wurde dort alle 100 m ein Postenpaar von LO abgesetzt.
Wenn dann wirklich jemand übern Zaun ist, dann kam noch mal ein Postenpaar dazwischen.
Dann also alle 50 m.
Wir wussten ? Wenn der 2. LO nicht kommt, dann ist auch nichts.
Meistens war das Nachts und da ist es wirklich dunkel
Da klappern einem schon mal die Knie.
Mit meinen Motorrad musste ich auch in der Peseke bis zur LO Wendestelle und dann noch bis zur Ecker zu Fuß.
Es ist ja eine herrliche Landschaft dort hinten.
Für mich hatte das damals immer so etwas Geheimnisvolles und ich bin bis heute dort hinten nicht wieder gewesen. Jens


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