#41

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 15.04.2015 10:25
von Vierkrug (gelöscht)
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Das ist immer noch der Stand.
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Interesse an FDJ-Kaderschmiede
Liegenschaftsfonds verlängert Ausschreibungsfrist für Jugendhochschule am Bogensee

Der Liegenschaftsfonds Berlin versucht erneut, das 17 Hektar große Areal der einstigen Jugendhochschule am Bogensee zu verkaufen. Jetzt wurde das Ausschreibungsverfahren sogar verlängert.

»Egal wie das künftige Konzept für das geschichtsträchtige Gelände aussieht, es ist auf jeden Fall eine riesige Herausforderung. Gründe dafür sind die Auflagen des Denkmalschutzes und die abgeschiedene Lage im brandenburgischen Wald«, sagt Irina Dähne, Sprecherin des Liegenschaftsfonds.
Interessenbekundungsverfahren im Jahr 2006 erfolglos geblieben war, gibt es nun wieder einen Versuch zur Vermarktung. Das Echo sei damals so gering gewesen, dass es erst gar nicht zum ursprünglich geplanten Bieterverfahren kam. »Der Markt war nicht vorhanden«, resümierten die Initiatoren. Dieses Mal scheint das allerdings anders zu sein. Mehrere Interessenten haben sich auf die im Oktober gestartete Ausschreibung gemeldet. Wer dazu gehört, macht der Liegenschaftsfonds aber noch nicht öffentlich. Nur so viel berichtet Dähne: »Sie kommen alle aus Deutschland« und »das Interesse ist größter als wir dachten«.

Um Investoren die Möglichkeit zu geben, ein wirklich fundiertes und finanziell abgesichertes Konzept zu erstellen, wurde jetzt die Ausschreibungsfrist um drei Monate bis zum 31. März 2014 verlängert. »Wir wollen, dass sie in Ruhe an ihren Vorschlägen basteln, auch ihre Ideen mit der Gemeinde Wandlitz abstimmen und notwendige Genehmigungen einholen«, begründet die Sprecherin. Außerdem könnten durch die Fristverlängerung noch weitere Bewerber an dem Verfahren teilnehmen.

Ausschlaggebend dafür, wer den Zuschlag erhält, sei letztendlich nicht nur die Höhe des Gebotes, macht Dähne deutlich. Es gehe vielmehr um ein passendes Gesamtkonzept. Diese neue Herangehensweise verfolgt der Liegenschaftsfonds seit fast zwei Jahren beim Verkauf landeseigener Grundstücke. Demnach soll nicht mehr nur der Preis eine Rolle spielen, sondern auch die soziale, ökologische und städtebauliche Nutzungsidee.

Was die Interessenten jedoch mit den Gebäuden am Bogensee vorhaben, will Dähne noch nicht erläutern. Laut Ausschreibung könnte das riesige Areal beispielsweise als Privatuniversität mit Internat genutzt werden. Denkbar sei ebenso, dass auf das rund 40 Kilometer von Berlins Mitte entfernt gelegene Anwesen eine Schönheitsfarm zieht oder dass dort eine Freizeitanlage eröffnet wird. Möglich sei alles, was praktisch unabhängig von der Außenwelt funktioniert, sagt Irina Dähne.

Die Gemeinde Wandlitz, auf deren Territorium die Immobilie liegt, ist natürlich an einer positiven Entwicklung des gesamten Areals interessiert. »Ich habe angeregt, alles Stück für Stück zu entwickeln, ähnlich wie wir das gerade auf dem Grundstück der einstigen Landespolizeischule in Basdorf umsetzen«, erklärt die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant. Mit dem Liegenschaftsfonds habe man sich darauf geeinigt, dass, bevor es zu einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Grundstücks kommt, auch der Gemeinde die Konzepte vorgelegt werden. »Es muss endlich etwas passieren, denn der ganze Komplex ist schon sehr beschädigt«, sagt Radant. Seit mehr als 14 Jahren stehen die Gebäude nun schon leer. Das Land Berlin muss jährlich mehr als 250 000 Euro für den Unterhalt aufwenden.

Auf dem Gelände, das zu DDR-Zeiten als Kaderschmiede der FDJ diente, befinden sich unter anderem vier große Bettenhäuser, ein Kulturhaus mit Mensa sowie das repräsentative Haupthaus, in dem der Hörsaal, Seminarräume und die Verwaltung untergebracht waren. Einst gab es dort nur eine Villa direkt am See, die der faschistische Reichspropagandaminister Joseph Goebbels 1939 bezog.

Quelle: "ND" vom 30.01.2014 / Artikel von Steffi Bey /Ausgabe Berlin / Brandenburg, Brandenburg
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@Pit 59 - spekulieren kannst Du und darfst Du, aber die Türen bleiben aus ganz anderen Gründen verschlossen und sind somit auch nur zum Teil für die Öffentlichkeit zugänglich. Es gibt auch keinerlei Interesse des Arbeits- und Freundeskreises, diese Liegenschaft zu erwerben, vielmehr geht es um die Erhaltung dieses denkmalgeschützten Areals.
@Harzwanderer - mit dem Parteivermögen der ehemaligen SED bzw. der PdL hat die ganze Geschichte überhaupt nichts zu tun.

Vierkrug


Fritze und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.04.2015 10:28 | nach oben springen

#42

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 15.04.2015 22:39
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Doch, die Hochschule war mal Parteivermögen, da sie durch die SMAD direkt an die FDJ gegeben wurde. Erst 1990 fiel das Gelände an das Land Berlin zurück, wie ich nachlas.

Zitat
Zwei Tage nach Gründung der Freien Deutschen Jugend (am 9.03.1946) wurden Areal und Gebäude von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) an eben diese Instittution übergeben, welche hier eine Jugendhochschule einrichtete.



https://stadtdenker.wordpress.com/2013/1...lave-im-umland/


zuletzt bearbeitet 15.04.2015 22:41 | nach oben springen

#43

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 15.04.2015 22:47
von Grenzläufer | 1.776 Beiträge

>>>24.08.14 Der Hauch zweier Diktaturen umweht das Gelände im Norden Berlins. Niemand wollte bislang die Ex-FDJ-Hochschule der DDR und einstige Goebbels-Villa kaufen. Jetzt unternimmt das Land einen neuen Anlauf. (....)<<<

http://www.welt.de/wirtschaft/article131...lla-sitzen.html


zuletzt bearbeitet 15.04.2015 22:48 | nach oben springen

#44

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 16.04.2015 07:30
von Vierkrug (gelöscht)
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #42
Doch, die Hochschule war mal Parteivermögen, da sie durch die SMAD direkt an die FDJ gegeben wurde. Erst 1990 fiel das Gelände an das Land Berlin zurück, wie ich nachlas.

Zitat
Zwei Tage nach Gründung der Freien Deutschen Jugend (am 9.03.1946) wurden Areal und Gebäude von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) an eben diese Instittution übergeben, welche hier eine Jugendhochschule einrichtete.

der
https://stadtdenker.wordpress.com/2013/1...lave-im-umland/



Die Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" am Bogensee war zu keinem Zeitpunkt Parteivermögen der SED bzw. der PDS oder gar der PdL. Die Übergabe des Geländes mit dem ehemaligem Goebbels-Landhaus erfolgte seitens der SMAD an die FDJ. Die ersten Ergänzungsbauten für die Lehrer und Lehrgangsteilnehmer waren Holzbaracken. Die Goebbels-Villa wurde in den Anfangsjahren in den Lehrgangsbetrieb eingebunden und wurde später als Kindereinrichtung (KITA) für die Beschäftigten der JHS genutzt. Ebenso war eine Verkaufsstelle für Waren des täglichen Bedarfes dort integriert.
Der Aufbau der Jugendhochschule mit den heutigen Gebäuden erfolgte Anfang 1950. Das vierte Bettenhaus wurde als Ergänzungsbau Ende der Siebziger errichtet und architektonisch dem bestehendem Komplex angepasst.
Den Standort Bogensee für die JHS, als höchste Bildungseinrichtung der FDJ, empfahlen Erich Honecker und Heinz Keßler (damals Sekretär des ZR der FDJ).
@Harzwanderer, wenn Du noch mehr Details über die Geschichte der JHS erfahren möchtest - ich bin gerne bereit, Dir eine Antwort auf Deine Fragen zu geben. Ich werde im Laufe des Tages nochein paar Fotos vom gegenwärtigem Zustand hier hineinsetzen.

Vierkrug


Grenzläufer und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 16.04.2015 07:56
von Kalubke | 2.299 Beiträge

Das ist doch wieder typisch für die Brandenburger Obrigkeit. Selber wollen sie am Objekt keinen Finger krumm machen, aber das Geld vom Käufer einsacken und ihn dann mit Denkmals- und Naturschutzauflagen überziehen. Ob er daran Pleite geht interessiert die einen Sch... dreck. Womöglich wundern sie sich auch noch, warum das Ding keiner kaufen will.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 16.04.2015 08:08 | nach oben springen

#46

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 16.04.2015 14:11
von Vierkrug (gelöscht)
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Der Zerfall der Gebäude der JHS ist in den letzten Jahren gravierend vorangeschritten und auf den nachfolgenden Fotoserien sehr gut erkennbar.

http://www.google.de/imgres?imgurl=http%...ved=0CCEQrQMwAA

http://www.google.de/imgres?imgurl=http%...ed=0CL0BEK0DMDI

Hier noch einige Impressionen, wo der Verfall noch nicht so fortgeschritten ist, wie er sich heute darstellt

Blick vom Balkon des Kulturhauses auf das Lektionsgebäude (Privatfoto)

Blick vom Seitenflügel auf den Haupteingang / Lektionsgebäude

Foyer Haupteingang Lektionsgebäude

Lektions- / Plenarsaal im Lektionsgebäude

Simultandolmetscheranlage Rückseite Lektions- / Plenarsaal

Blick in einen Seitenflügel des Lektionsgebäudes mit Seminarräumen

Kulturhaus innen mit Saal und "Rue de Cognac"

Kulturhaus innen mit Aufgang zur Rue und Gaststätte

Quelle Fotos u.a. https://www.flickr.com/photos/, da auf den Privatfotos sich u.a. ehemalige Direktoren, Lehrgangsleiter, Lehrer, Absolventen und Beschäftigte der JHS befinden.

Nur noch informativ, die Jugendhochschule "Wilhelm Pieck" diente im Dezember 1981 beim Besuch des Bundeskanzlers Helmut Schmidt in der DDR, als internationales Pressezentrum und auch zur Unterbringung und Versorgung westdeutscher Sicherheitskräfte.
Die JHS wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u.a. mit dem Karl-Marx-Orden (vorgenommen durch Erich Honecker), wie auch der Verdienstmedaille der NVA in Gold (vorgenommen durch Generalleutnant Horst Brünner, Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung im Ministerrat der DDR und Chef der Politischen Hauptverwaltung der Nationalen Volksarmee).

Am 14.September 1950 wurde der Jugendhochschule der Name "Wilhelm Pieck" verliehen.

Vierkrug


Jobnomade und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.04.2015 14:26 | nach oben springen

#47

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 16.04.2015 15:45
von eisenringtheo | 9.178 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #46
(...)
(...)

Foyer Haupteingang Lektionsgebäude

(..)

Vierkrug

Diese Pfahlwurzler ruinieren jedes Flachdach. Und wenn mal die Dächer undicht sind geht der Verfall schnell von statten.

Theo


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#48

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 16.04.2015 20:01
von Grenzläufer | 1.776 Beiträge
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#49

RE: West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

in Leben in der DDR 17.04.2015 10:46
von Grenzläufer | 1.776 Beiträge

Bewerber für die Liegenschaft Bogensee, interessante Internetseite mit vielen Fakten über das Objekt
und Vorstellung eines Nutzungskonzeptes.



Auszug aus der Internetseite:

◾Grundstück: 168.500 qm
◾Grundfläche gesamt: 19.950 qm
◾Geschossfläche gesamt: 40.950 qm

Gebäude:
◾Wohnsiedlung (11 Bungalows, 72 Wohnungen, teilw. vermietet)
◾Lektionsgebäude (leer)
◾4 Wohnhäuser (leer)
◾Kulturhaus / Mensa (leer)
◾Landhaus (leer)
◾div. Wirtschaftsgebäude (teilw. genutzt)
◾Sporthalle (leer)

http://bogensee.berlin/aktuelle-situation/


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