#61

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von EK 70 im Beitrag #57
Gab es in der DDR auch Ausladsreisen über GENEX ?

Auslandsreisen ja, aber was iss'ne Ausladsreise? So frei nach dem Motto alle Gäste machen Freude, viele schon beim Kommen aber alle beim Gehen *grins*
Na egal, im Anhang mal das Titelblatt des '78er-Katalogs

Angefügte Bilder:
Unbenannt.GIF

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


EK 70 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#62

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:30
von turtle | 6.961 Beiträge

[quote=EK 70|

Gab es in der DDR auch Auslandsreisen über GENEX ?? [/quote]

Ja ich konnte einen sogenannten Begünstigten über Genex eine Reise z.B. Bulgarien oder Rumänien schenken.
Das war kein Problem. So konnte man sich da treffen. Allerdings waren DDR Bürger in einem anderen Hotel untergebracht.
Jedenfalls kenne ich es so.

Sehe gerade das 94 die Frage bereits beantwortet hat .Lasse es trotzdem stehen.


EK 70 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.04.2015 18:32 | nach oben springen

#63

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:33
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #61
Zitat von Alfred im Beitrag #28
Bitte mir nichts einreden !

Ich habe nicht geschrieben, dass jeder 1.000 Mark im Monat verdient hat. Ich kannte auch Personen, die wesentlich weniger hatten, aber einen Urlaubsplatz konnten die sich alle leisten.


Alfred, ich kann mich meine ganze Kindheit in den 50ern nur an einen Urlaub mit den Eltern erinnern, das war auf dem großen Inselsberg in Thr. 1952. Danach waren meine Eltern nicht mehr mit uns in Urlaub. Die ganzen Ferien zu Hause verbracht, nur einmal 1958 oder so ähnlich war ich in einem Ferienlager in Rathen im Elbsandsteingebirge. Das war sehr schön, wir lebten in Zelten, alles sehr einfach aber als Kind vermisst du da nichts. Ob man das als Armut bezeichnen kann, mmh ich weiss nicht. Ich vermisste nichts in meiner Kindheit. Im Westen später konnte ich mir jedes Jahr auch mit Familie einen Urlaub leisten. Bevorzugtes Gebiet war die jugoslawische Adria. Dort konnte man auch FKK machen in Istrien. Eine wunderschöne Landschaft und die Jugos waren sehr gastfreundlich




Gert,

und 1946 sah es mit Urlaubsreisen noch schlechter aus.

In diesen Jahren nach 1945 hatte man wohl andere Probleme.
Man sollte auch mal die Zeitschiene beachten. Keiner schreibt, dass in der DDR Reisen immer zur Verfügung standen. Es gab da erhebliche Probleme, gerade für Familien mit Kindern. Das hatte aber hauptsächlich nichts mit Geld zu schaffen - für 14 Tage bezahlte man für Kinder um die 40,00 Mark ) sondern mit den Ferien, die in der DDR ja in allen Bezirken einheitlich waren.


zuletzt bearbeitet 06.04.2015 18:40 | nach oben springen

#64

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:52
von ek40 | 409 Beiträge

Also ich kann als (bekanntlich) DDR-kritischer Mensch nicht wirklich nachvollziehen, dass man in der ehem.DDR aus Geldmangel keinen Urlaub machen konnte , wohlgemerkt,keinen.
Mir ist auch niemand aus meinem Umkreis bekannt,dem es so erging.
Mein Vater war Reparaturschlosser in einem großen Betrieb und meine Mutter Verkaufsstellenleiterin in einem großen Textilkaufhaus der HO.
Wir bewohnten zu 4 eine Neubauwohnung mit 3 Zimmern.
Ich teilte mir mit meiner 6 Jahre jüngeren Schwester ein Kinderzimmer.

Klar war man eingesperrt und eingeengt,aber in den Urlaub ging es immer und das auch noch mit der eigenen Familienkutsche.
Erst war es ein 500 Trabi,dann ein Skoda MB1000, S100 bis zum 120LS....dann kam die Wende und "Toyota-Zeit" meiner Eltern.

Es ging oft nach Ungarn oder in die CSSR.
Oder eben über den FDGB in diverse Ferienheime.
Genannt hatte ich schon Koserow und die Schmücke,aber auch Binz, der Harz (Ziegenkopf Blankenburg),Friedrichsbrunn,oder Göhren auf Rügen waren Reiseziele.
Als Kind ging es zudem jedes Jahr in ein Ferienlager nach Dabel in Mecklenburg.
Dort war ich aber später nicht wirklich gern,weil es dort schon sehr streng zuging....Befehle,Appelle und marschieren, dass merkte man dann schon als 12-Jähriger.
Die Strafen für Blödsinn waren für mich drakonisch.
Ich musste mal eine Zeit lang Barfuss auf einem Metallgittertost vor dem Bungalow stehen.......
Das fand ich nicht lustig.
Einigen machte das Lager Spass,anderen dann nicht mehr.

Als Jungendlicher ging es dann mit Kumpels oder später mit meiner Freundin und heutigen Frau über Jugendtourist in den Urlaub.
Es ging 2x in die SU, einmal nach Rumänien und 1x nach Bulgarien.
Diese Reisen waren unterschiedlicher Qualität und ich berichtete schon darüber.

Nicht ausser Acht lassen möchte ich aber abschließend @Thüringerins Worte ,wenn man zu DDR-Zeiten Hausbesitzer war,sah das vielleicht anders aus.
Dann konnte wahrscheinlich das (Schmier)-Geld aus bekannten Gründen doch knapp werden?
Denn meine Schwiegereltern waren / sind Hausbesitzer, haben 3 Kinder.
Da fiel dann der Urlaub nicht so üppig aus.

Gruß ek40

Edit: v vernichtet


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.04.2015 20:54 | nach oben springen

#65

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:52
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #63

Zitat


Ja ich konnte einen sogenannten Begünstigten über Genex eine Reise z.B. Bulgarien oder Rumänien schenken.
Das war kein Problem. So konnte man sich da treffen. Allerdings waren DDR Bürger in einem anderen Hotel untergebracht.
Jedenfalls kenne ich es so.

Sehe gerade das 94 die Frage bereits beantwortet hat .Lasse es trotzdem stehen.


@turtle
Peter weisst du was Snobismus in der DDR war ? Wenn man über Genex den SED Parteibeitrag zahlte !!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
turtle und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.04.2015 18:53 | nach oben springen

#66

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:53
von Vierkrug (gelöscht)
avatar

Ich stelle mir wieder die Frage, warum jetzt diese Eskalation im Thread ?
@Thüringerin - Heike hat mit einem wunderbarem Erlebnisbericht diesen Thread eröffnet. Muß man das Anliegen dieser Userin, die sich sonst hier im Forum nicht so oft zu Wort meldet, wieder mit solchen widersinnigen Grabenkämpfen zunichte machen.
Ich dachte immer, alte unbeachtete Weiber keifen sich gegenseitig an.

Noch einen schönen Ostermontagabend - ich klinke mich hier jetzt aus und denke an @turtle ´s Aussage "Schön war die Zeit" mit Dutt, Petticoat und....

Vierkrug


Thüringerin, LO-Wahnsinn, Fritze, Fello, seaman und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#67

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:56
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #59
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #49
Zitat von Pitti53 im Beitrag #46
Zitat von Pit 59 im Beitrag #44
Weiss ich doch mittlerweile,das alle jedes Jahr in den Urlaub gefahren sind über FDGB,Jugendtourist oder Betriebsferienheime,alles klar.


Man hatte im Notfall ja noch seinen Kleingarten oder fuhr in private Quartiere z.B. nach Tschechien oder auch an die Ostsee

Auch war Urlaub außerhalb der Saison nicht unbeliebt. Dann fahren wenn keiner wollte!

Hab selbst im November Urlaub in Prora gemacht. Wunderbar.....In dem Riesenheim war das Personal vollzählig und nur ca. 300 Urlauber.......

da kamen auf einen Urlauber mindestens 3 Betreuer



Ausland (wenn nicht über Jugendtourist) war etwas teuerer, es sei denn man konnte bei Bekannten wohnen. Man konnte auch über das staatliche Reisebüro Auslandsreisen kaufen, obwohl diese teuer war, standen die Leute am ersten Angebotstag über nacht Schlange. Das geld war nicht knapp und in der DDR gab es etwas für jeden Geldbeutel.

Wenn ich so einige Beiträge hier so lese . Da kann man nur sagen, ach war die DDR schön . Ich wollte aber nicht nach Prora oder nach Polen oder nach Tschechien fahren . Sondern ich wollte gerne auch mal Amerika oder Kanada sehen .

warum oder?
liegt Kanada nicht in Amerika?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#68

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 18:58
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Ostlandritter im Beitrag #67
Zitat von Rostocker im Beitrag #64
[quote=Ostlandritter|p462443][quote=Pit 59|p462439]A
Eigentlich ging es um Urlaub in der DDR--Aber wenn User ihre Meinung oder ihre Erlebnisse hier niederschreiben--sie dann als Idioten zu bezeichnen,grenzt doch schon an etwas Frechheit. Übrigens ich war auf den Montagsdemos.für eine bessere DDR dabei.


Mein Gott,- drück doch einfach den Meldeknopf !

Bin ich dann halt Nr. 16 - und bald stört Euch niemand mehr ,- na los-drück schon...



DAS hab ich gelesen ohne Meldung!!

Ist das Ernst?


nach oben springen

#69

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 19:01
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #73
Ich stelle mir wieder die Frage, warum jetzt diese Eskalation im Thread ?
@Thüringerin - Heike hat mit einem wunderbarem Erlebnisbericht diesen Thread eröffnet. Muß man das Anliegen dieser Userin, die sich sonst hier im Forum nicht so oft zu Wort meldet, wieder mit solchen widersinnigen Grabenkämpfen zunichte machen.
Ich dachte immer, alte unbeachtete Weiber keifen sich gegenseitig an.

Noch einen schönen Ostermontagabend - ich klinke mich hier jetzt aus und denke an @turtle ´s Aussage "Schön war die Zeit" mit Dutt, Petticoat und....

Vierkrug


Das frage ich mich auch. Zur Beruhigung wird Das Thema für ein paar Stunden geschlossen!


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.04.2015 19:01 | nach oben springen

#70

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 20:02
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

So . Thema wieder offen. Hab ne extra Schicht eingelegt und einige Beiträge gelöscht

Eigentlich hatte ich was anderes vor

Also benehmt euch und schreibt NUR zum Thema


nach oben springen

#71

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 20:14
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #67
Zitat von linamax im Beitrag #58
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #49
Zitat von Pitti53 im Beitrag #46
Zitat von Pit 59 im Beitrag #44
Weiss ich doch mittlerweile,das alle jedes Jahr in den Urlaub gefahren sind über FDGB,Jugendtourist oder Betriebsferienheime,alles klar.


Man hatte im Notfall ja noch seinen Kleingarten oder fuhr in private Quartiere z.B. nach Tschechien oder auch an die Ostsee

Auch war Urlaub außerhalb der Saison nicht unbeliebt. Dann fahren wenn keiner wollte!

Hab selbst im November Urlaub in Prora gemacht. Wunderbar.....In dem Riesenheim war das Personal vollzählig und nur ca. 300 Urlauber.......

da kamen auf einen Urlauber mindestens 3 Betreuer



Ausland (wenn nicht über Jugendtourist) war etwas teuerer, es sei denn man konnte bei Bekannten wohnen. Man konnte auch über das staatliche Reisebüro Auslandsreisen kaufen, obwohl diese teuer war, standen die Leute am ersten Angebotstag über nacht Schlange. Das geld war nicht knapp und in der DDR gab es etwas für jeden Geldbeutel.

Wenn ich so einige Beiträge hier so lese . Da kann man nur sagen, ach war die DDR schön . Ich wollte aber nicht nach Prora oder nach Polen oder nach Tschechien fahren . Sondern ich wollte gerne auch mal Amerika oder Kanada sehen .

warum oder?
liegt Kanada nicht in Amerika?
Lutze

Nur so viel da zu , daß Stöckchen laß ich mal liegen . Ich bin dann raus aus dem Thema .


nach oben springen

#72

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 20:25
von damals wars | 12.182 Beiträge

Nun gut, zu Kanada hat es damals wirklich nicht gereicht, aber man konnte seinen Urlaub auch in Jugendherbergen verbringen, ich habe da mal ne kleine Rundreise gemacht, in der Skatstadt landete ich dann in einem Zimmer mit Armeebetten.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#73

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 20:25
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #70
.....
Also benehmt euch und schreibt NUR zum Thema


...is ja süß, Pitti- `n richtiges Machtwort !

Siggi
(der damit beweist, dass er nicht besser ist als andere- dieses aber, im Gegensatz zu anderen, auch nie behauptet hat ..
und auch die Thüringerin um Entschuldigung bittet...


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
nach oben springen

#74

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 20:44
von ek40 | 409 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #62
[quote=EK 70|

Gab es in der DDR auch Auslandsreisen über GENEX ??


Ja ich konnte einen sogenannten Begünstigten über Genex eine Reise z.B. Bulgarien oder Rumänien schenken.
Das war kein Problem. So konnte man sich da treffen. Allerdings waren DDR Bürger in einem anderen Hotel untergebracht.
Jedenfalls kenne ich es so.


Hallo @turtle / Peter,(siehe rot),dass war nicht immer so.
Aus eigenem Erleben kann ich berichten,dass dies vielleicht so geplant war, aber aus irgendwelchen Gründen nicht immer klappte.
So waren wir z.B. bei 3 von 4 JT-Reisen in einem Hotel mit dem "Klassenfeind" untergebracht,soll heissen,Westdeutsche und andere westliche Urlauber befanden sich mit uns im gleichen Hotel.
Dies betraf 2 x Reisen in die SU und 1 x Bulgarien.
Es waren sogenannte Kombi-Reisen,z.B. Sotschi/Jerewan,oder Rilagebirge/Albena.
Für die Reisleiter bedeutete das immer Stress,denn es wurde darauf gepocht,dass wir keinen Kontakt mit dem "Klassenfeind" aufnehmen.
An diese Order hielten sich nur wenige.
Wir lernten so manchen "Klassenfeind" kennen und hatten eine gute Zeit mit ihnen in den Ferien.

Gruß ek40


turtle und EK 70 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#75

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 21:07
von marc | 575 Beiträge

Übrigens konnte jeder DDR-Bürger, wenn er wollte, in Boston oder Philadelphia Urlaub machen! Kannste glauben!

http://www.blickpunkt-brandenburg.de/typ.../57450a2624.jpg



turtle hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.04.2015 21:08 | nach oben springen

#76

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 22:06
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

Zitat von marc im Beitrag #75
Übrigens konnte jeder DDR-Bürger, wenn er wollte, in Boston oder Philadelphia Urlaub machen! Kannste glauben!

http://www.blickpunkt-brandenburg.de/typ.../57450a2624.jpg


Und in ganz Amerika, in Rom auch noch.



nach oben springen

#77

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 22:59
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

FDGB-Urlaub habe ich nur einmal mit meinen Eltern als 4-Jähriger erlebt. Da waren wir in Zinnowitz. Kann mich noch an ein tüchtiges Unwetter erinnern, bei dem wir in einer Konditorei unterschlüpften und an den herrlichen Prasselkuchen, den es dort gab. Beim zweiten Mal war es eher Eigeninitiative. Eine sehr gut befreundete Familie hatte einen FDGB-Platz in einem Ferienheim am Plauer See, südlich von Plau, b. Schwerin bekommen. Da wir gern zusammen Urlaub machen wollten, haben wir das Heim direkt angeschrieben und unser Anliegen geschildert. Und siehe da, in einer etwas provisorischen Unterkunft dieses Heimes war etwas für uns möglich. Ganz ohne Betriebskontingent oder FDGB-Kreisvorstand. Der Platz ging über Weihnachten/Silvester bis 03.Januar. Es war ausgerechnet dieser Katastrophenwinter 1978/79, in dem alles zusammenbrach. Am 29.12.78 brach es über uns herein. Ich war schon im Schneegestöber nach Plau gefahren, um Knaller zu kaufen. Heizungen fielen aus, wir saßen in Mänteln im Speiseraum und in den Zimmern gab es die Ausnahmegenehmigung, die Nachtspeicheröfen zu allen Tages- und Nachtzeiten anlassen zu dürfen für die wenigen unregelmäßigen Stunden, an denen mal Strom durchgeschickt wurde. Ich fand es im Nachhinein, da nie eine reale Gefahr für Leib und Leben bestand, als Abenteuer. Einen Tag vor dem Abreisetermin 03.01.79 hatte es kurzfristig zu schneien aufgehört. Ich zu meiner Frau: Komm, packen, wer weiß, wann wir sonst wegkommen. Auto geladen, aber der Anlasser machte bei - 28°C nur müde Nutt ---nut --nut. Ich ahnte den Grund: Kein guter Massekontakt eines Batteriekabels, weil ich das schon mal hatte. Also, großen Schraubenzieher zusätzlich dort an beide Kontakte, also Batteriekabel und Masse (Motor) gehalten, meiner Frau gesagt, was sie machen soll und nutt ---nutnutnut--schnurr, ratter, qualm sprang der Motor an. An der Vorfahrt zur Hauptstraße mußte ich zum ersten Mal schaufeln. Ich hatte Sommerreifen drauf. Kaum waren wir auf die Zufahrtstraße (noch ca. 15 km) in Richtung AB abgebogen, ging der Schneesturm wieder los. Ich sah nur noch an den Bäumen, daß wir uns noch auf der Straße befanden. Die Schneewehen zogen sich als schmale, spitze Huckel wieder über die volle Breite. Gas ! Nur nicht anhalten, dachte ich mir. Bis wir dann endlich die AB erreichten. Eine Fahrspur war zum Glück frei. Einmal hatte mich ein übereiliger Berliner nach rechts in eine Schneewehe gedrückt, aber ich kam schnell wieder raus, bevor ich zum Stehen kam. Dann, etwa Höhe Berlin und dann bis Erfurt war die AB soweit frei, aber total vereist. 60 - 70 Kmh, mehr war nicht drin. Im Auto gefroren wie die Schneider, aber wir kamen an. Zu Hause und am Folgetag in der Firma hatte niemand mit meinem Erscheinen gerechnet. Übrigens, fast alle Autos, die wir an der AB in den Schneewehen oder abseits der Fahrbahn liegen sahen, waren welche mit Hinterradantrieb, meist Westwagen. Da wußte ich die Vorzüge des Trabi zu schätzen.
Der andere FDGB-Platz war eine Reise nach Kuba. Dazu hatte ich schon ausführlich geschrieben, weil die mir link gemacht worden war. Ich hatte erfahren, daß auch der KV einen Platz für zwei Personen hat. Ich bewarb mich direkt, es war komischerweise kein anderer Bewerber da, da das nicht bekannt war. Alles war klar, aber ich durfte nicht fahren, der Platz verfiel, wie ich erfuhr. Über die Hintergründe hatte ich mich schon geäußert, daß nämlich nicht das MfS nein gesagt hatte, sondern mein damaliger mißgünstiger oder überängstlicher Vorgesetzter sein O.k. verweigert hatte.
Ansonsten sind wir immer entweder zum Zelten gefahren oder in einen der betriebseigenen Bungalows (Doppelbungalow in Korswandt/Ostsee und Wohnwagen in Grünheide bei Erkner mit Paddelboot). Zu diesen Ferienobjekten kam unsere Firma wie folgt: In Sichtweite der heutigen Tankstelle Eichelborn besaß unsere Firma ein älteres Fachwerkgebäude am Waldrand für Ferienzwecke und Schulungen. Da sich aber in kurzer Entfernung davon ein Objekt des MfS befand, mußten wir dieses abgeben. Als Ausgleich bekamen wir die oben genannten Objekte. Einen besseren Tausch hätten wir nicht machen können. Als 30-jähriger konnte ich einen Platz über Jugendtourist für eine Sibirienreise bekommen. Moskau, Nowosibirsk, Irkutsk, Baikalsee, Bratsk und zurück. Im Baikalsee hatte ich es mir nicht nehmen lassen, trotz Eis am Ufer (Mai) kurz unterzutauchen und hatte fortan in der Reisegruppe einen Spitznahmen:Kamtschatka.
Als Kind war ich fast jährlich im Ferienlager über die Firma meines Vaters. Einige Male fungierte er ebenfalls dort als Wirtschaftleiter. Seine Firma hatte Patenschaftsverträge mit Gehörlosenschulen und so konnten sie für die Ferienlager die Objekte dieser Schulen nutzen, so in Hirzbach und Hirschbach/Th.Wald als auch in Sellin/Rügen. Es sind schöne Erinnerungen. So kann ich eigentlich sagen, daß es wohl ab der 60er wimre nur wenige Jahre waren, in denen meine Eltern nicht irgendwo hinfahren konnten, auch wenn es nicht mit allen drei Kindern möglich war oder ein Bungalow eines Bekannten war. Ich war dann bei´m Onkel auf dem Dorf.



Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.04.2015 23:06 | nach oben springen

#78

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 23:10
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #74
Zitat von turtle im Beitrag #62
[quote=EK 70|

Gab es in der DDR auch Auslandsreisen über GENEX ??


Ja ich konnte einen sogenannten Begünstigten über Genex eine Reise z.B. Bulgarien oder Rumänien schenken.
Das war kein Problem. So konnte man sich da treffen. Allerdings waren DDR Bürger in einem anderen Hotel untergebracht.
Jedenfalls kenne ich es so.


Hallo @turtle / Peter,(siehe rot),dass war nicht immer so.
Aus eigenem Erleben kann ich berichten,dass dies vielleicht so geplant war, aber aus irgendwelchen Gründen nicht immer klappte.
So waren wir z.B. bei 3 von 4 JT-Reisen in einem Hotel mit dem "Klassenfeind" untergebracht,soll heissen,Westdeutsche und andere westliche Urlauber befanden sich mit uns im gleichen Hotel.
Dies betraf 2 x Reisen in die SU und 1 x Bulgarien.
Es waren sogenannte Kombi-Reisen,z.B. Sotschi/Jerewan,oder Rilagebirge/Albena.
Für die Reisleiter bedeutete das immer Stress,denn es wurde darauf gepocht,dass wir keinen Kontakt mit dem "Klassenfeind" aufnehmen.
An diese Order hielten sich nur wenige.
Wir lernten so manchen "Klassenfeind" kennen und hatten eine gute Zeit mit ihnen in den Ferien.

Gruß ek40




EK 40--das kannte ich aus meiner ersten Reise in die SU auch so. In Moskau und Leningrad heute Sankt Petersburg waren im Hotel auch andere Reisegruppen aus anderen Staaten untergebracht. Da hat man kein Hotel extra geräumt,nur weil dort Leute aus der DDR mit einquatiert wurden.


nach oben springen

#79

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 06.04.2015 23:40
von StabsfeldKoenig | 2.648 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #61
Zitat von EK 70 im Beitrag #56
Gab es in der DDR auch Ausladsreisen über GENEX ?

Auslandsreisen ja, aber was iss'ne Ausladsreise? So frei nach dem Motto alle Gäste machen Freude, viele schon beim Kommen aber alle beim Gehen *grins*
Na egal, im Anhang mal das Titelblatt des '78er-Katalogs



Wer Rechtsschreibfehler findet, darf diese behalten.



EK 70 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#80

RE: Von FDGB-Urlauben oder warum ich keinen Dutt mehr trage ;-)

in Leben in der DDR 07.04.2015 01:24
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Alfred im Beitrag #63
Zitat von Gert im Beitrag #60
Zitat von Alfred im Beitrag #28
Bitte mir nichts einreden !

Ich habe nicht geschrieben, dass jeder 1.000 Mark im Monat verdient hat. Ich kannte auch Personen, die wesentlich weniger hatten, aber einen Urlaubsplatz konnten die sich alle leisten.


Alfred, ich kann mich meine ganze Kindheit in den 50ern nur an einen Urlaub mit den Eltern erinnern, das war auf dem großen Inselsberg in Thr. 1952. Danach waren meine Eltern nicht mehr mit uns in Urlaub. Die ganzen Ferien zu Hause verbracht, nur einmal 1958 oder so ähnlich war ich in einem Ferienlager in Rathen im Elbsandsteingebirge. Das war sehr schön, wir lebten in Zelten, alles sehr einfach aber als Kind vermisst du da nichts. Ob man das als Armut bezeichnen kann, mmh ich weiss nicht. Ich vermisste nichts in meiner Kindheit. Im Westen später konnte ich mir jedes Jahr auch mit Familie einen Urlaub leisten. Bevorzugtes Gebiet war die jugoslawische Adria. Dort konnte man auch FKK machen in Istrien. Eine wunderschöne Landschaft und die Jugos waren sehr gastfreundlich




Gert,

und 1946 sah es mit Urlaubsreisen noch schlechter aus.

In diesen Jahren nach 1945 hatte man wohl andere Probleme.
Man sollte auch mal die Zeitschiene beachten. Keiner schreibt, dass in der DDR Reisen immer zur Verfügung standen. Es gab da erhebliche Probleme, gerade für Familien mit Kindern. Das hatte aber hauptsächlich nichts mit Geld zu schaffen - für 14 Tage bezahlte man für Kinder um die 40,00 Mark ) sondern mit den Ferien, die in der DDR ja in allen Bezirken einheitlich waren.




1946 befanden sich unzählige Deutsche im Ausland, vollkommen kostenfrei. Naja, ob das Urlaub war??
Micha


nach oben springen



Besucher
33 Mitglieder und 76 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Andre Lambert
Besucherzähler
Heute waren 2507 Gäste und 144 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558269 Beiträge.

Heute waren 144 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen