#61

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 19:06
von manudave (gelöscht)
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Wieso muss man eine Meinung bzw. Empfindung begründen?


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#62

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 19:28
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von manudave
Wieso muss man eine Meinung bzw. Empfindung begründen?



Wenn Du nochmal nachliest, wirst Du nichts finden, dass ich geschrieben habe, man muss seine Meinung begründen.

Aber mich interessiert warum ein Mensch so oder so denkt.



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#63

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 19:30
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Oss`n
Übrigens Captn - für was steht Th und warum schreibst du beim Thema "Freie Presse" - "unsere" ?
Ist mir nur mal so beiläufig aufgefallen.
Viele Sachen überfliege ich auch mal, deshalb kann bei mir nat. auch mal ein falsches Bild entstehen.
Das ist auch nicht falsch zu verstehen.
Oss`n


Hi Oss'n

"Th" sind meine Initialien (oder einfach nur die ersten beiden Buchstaben von Thomas), das kommt noch aus meinen Usenet-Tagen.
Und die "Freie Presse" war einfach die Zeitung welche wir zu unseren Ostzeiten abonniert hatten (die hat "uns" also nicht gehoert ). Kann mich noch 'dran erinnern wie der Brieftraeger jeden Tag zu uns kam, "Freie Presse" in der Hand...

Servus,
-Th


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#64

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 19:41
von Alfred | 6.841 Beiträge

n

Augenzeuge,


Schau Dir bitte mal die Dienstgrade der Mitarbeiter des MfS an, die waren „relativ kleine Lichter“. Der höchste Dienstgrad Hauptmann.

Wenn Du dich über Dienstgrade ab Oberst aufwärts aufregen würdest, das könnte ich ja v i e l l e i c h t noch verstehen.

Ich kann „Merkur“ nur beipflichten, wer sollte denn spezielle Aufgaben erledigen, 1989 / 1990. Bestimmte Spezialkräfte fallen zwar auch vom Himmel, aber eben nicht von einen auf den anderen Tag.

Wie sollten denn die speziellen Kräfte der BRD von einen auf den anderen Tag das gesamte Gebiet der DDR abdecken ? In der DDR waren noch einige hunderttausend Mann der Gruppe stationiert, darunter absolute Profis. Wer hätte sich denn im Falle eines Falle gegen diese stellen sollen ? Da kann man u.a. nicht Stunden warten bis Kräfte z.B. aus 500 km Entfernung eingeflogen werden, bis die eingetroffen sind, ist der Drops unter Umständen längst gelutscht.

Und wer hätte denn z.B. bis zum 3.10. handeln sollen ? Da gab es noch die BRD und die DDR, da konnten nicht einfach Sondereinheiten aus der alten BRD einfliegen. Und auch nach dem 3.10. waren noch Massen der Gruppe in der DDR stationiert.

Ich hatte es schon geschrieben, eine Spezialtruppe kann man nicht von einen auf den anderen Tag aus dem Boden stampfen.

Wenn man nach einigen Kriterien geht, hätte die DDR ab Anfang 1990 ohne NVA , ohne Polizei handeln müssen, denn das MfS gab es ja praktisch schon nicht mehr.


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#65

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 19:45
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Heute müssen wir keine Angst mehr haben. Selbst bekannte Menschen wie Wolfgang Welsch nicht, denke ich. Seit sich der Stasi-General Heinz Fiedler, mutmaßlicher Befehlsgeber des Mordversuchs an Welsch, erhängt hatte, ist Ruhe eingekehrt.
Oder doch nicht?

Schaut doch mal wie gut manche früheren, heute noch umstrittenen, MfS-Verantwortlichen integriert worden sind:

VOPO-CHEFS IN SACHSEN

Ralf Christopheri, Oberstleutnant, leitete Einsätze gegen Montags-Demonstranten, jetzt Oberrat bei der Polizeidirektion Leipzig.

Alfred Wächtler, Kommandeur Bereitschaftspolizei Leipzig, Organisator der Demo-Auflösung am 2. und 9. 10. 89, jetzt Polizeioberrat (suspendiert).
gab es nicht damals die forderung stasi in die produktion.
Birgitt Griep, in der SED-Parteileitung des Innenministeriums Organisatorin für die ideologische Ausrichtung der Polizei, wirbt jetzt als LKA-Pressesprecherin für Menschlichkeit.

Peter Jelinek, Chef beim VPKA (Volkspolizeikreisamt) Freiberg, jetzt Landespolizeidirektion Chemnitz (Ermittlungsverfahren).

STASI-OFFIZIERE IN SACHSEN

Manfred Graefe, Oberleutnant des MfS in Dresden, Abteilung 8 (Observation), jetzt „Mobiles Einsatzkommando Dresden“.

Wilfried Fiedler, MfS-Offizier, Abt. 22 (Beeinflussung von Terror- organisationen), jetzt Abteilung USBV (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung) beim LKA.

Joachim Seidel, MfS-Hauptmann, Abt. 22, jetzt USBV.

Jens Tögel, Leutnant des MfS, Abteilung 22, jetzt LKA-Sondereinsatzkommando Terrorabwehr.

MECKLENBURG-VORPOMMERN

Manfred Dachner, Leiter VPKA Anklam, jetzt Chef der Polizeidirektion Neubrandenburg.

Winfried Kulow, Leiter Strafvollzug Schwerin, jetzt Polizeioberrat, Berater im Innenministerium.

Jürgen Radtke, Leiter VPKA Grevesmühlen, jetzt beim Staatsschutz.

Jochen Brinker, VPKA Wismar, jetzt Chef der Landesinspektion




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#66

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 19:55
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von Oss`n
Übrigens Captn - für was steht Th und warum schreibst du beim Thema "Freie Presse" - "unsere" ?
Ist mir nur mal so beiläufig aufgefallen.
Viele Sachen überfliege ich auch mal, deshalb kann bei mir nat. auch mal ein falsches Bild entstehen.
Das ist auch nicht falsch zu verstehen.
Oss`n


Hi Oss'n

"Th" sind meine Initialien (oder einfach nur die ersten beiden Buchstaben von Thomas), das kommt noch aus meinen Usenet-Tagen.
Und die "Freie Presse" war einfach die Zeitung welche wir zu unseren Ostzeiten abonniert hatten (die hat "uns" also nicht gehoert ). Kann mich noch 'dran erinnern wie der Brieftraeger jeden Tag zu uns kam, "Freie Presse" in der Hand...

Servus,
-Th





Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#67

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 20:00
von glasi | 2.815 Beiträge

hey. gab es nicht mal die forderung stasi in die prodktion.



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#68

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 20:12
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo alle zusammen, ich fand einen sehr schönen Beitrag eines Schweizer Bürgers, wohnen scheint er aber im deutschen Lande, und zwar dort wo unsere ehemaligen „ obersten Zehntausend“ einmal im Sozialismus ihren Lebensabend verbringen wollten, in 16348 Wandlitz. Der Schreiber dieses Leserbrief im ND vom 31.08.2009 heißt Rene´ Berger. Also, Rene`, danke, ich beginne einmal zu tippen, weil dein Leserbrief wunderbar in dieses, unser Thema passt.

Zur staatlichen Schnüffelei gegen seine Bürger

Mit einem Millionenaufwand werden in diesem Land Papierschnipsel zusammengeklebt, um herauszufinden, wer in der DDR möglicherweise wem irgendwelche Informationen zukommen ließ. Dabei wird so getan, als sei die Schnüffelei des Staates ein absolut einzigartiges Phänomen der DDR gewesen.
Als Schweizer möchte ich einem der Exponenten dieser Hysterie gerne folgenden Brief zukommen lassen:
Sehr geehrter Herr Hubertus Knabe, ihrer Behauptung, dass die Stasi weiterlebt, kann ich nur zustimmen. Als Beleg zitiere ich einige Originaleinträge aus Staatsschutzakten, die ihnen bestimmt noch nicht bekannt sein dürften- M.F: „ Er fühlt sich wütend und fremd im eigenen Land.“ F.H: „ Es kam zu Beschädigungen durch Chaoten.“ A.M. „Verkaufte und verteilte Oliven und Lavendel.“ S: „ Unerfreulicher Schüler und Vertreter extremer Thesen.“ E.S: „ Lautsprecher zur obigen Kundgebung gebracht, welche jedoch nicht zum Einsatz kamen.“
Sie wollen wissen von wem die Rede ist? Ich sage es ihnen gerne, die Rede ist von Max Frisch ( Schriftsteller), Franz Hohler ( Kabarettist / Musiker), Adolf Muschg ( Schriftsteller), Samir ( Regisseur) und Ernst Sieber ( Obdachlosenpfarrer), um nur einige prominente Schweizer Kulturschaffende zu nennen. Über Jahrzehnte genügte es in der Schweiz, ein kritischer Geist zu sein, dem liberalen oder dem linken Lager anzugehören, um die Aufmerksamkeit der Schweizer Staatsschutzorgane zu erregen. Bezeichnenderweise fanden sich kaum Aktendossiers von Rechtsextremen.
Die Bespitzelung von Bürgerinen und Bürgern ohne rechtliche Grundlage hatte ungeheure Ausmaße angenommen und führte nach der Aufdeckung im Jahre 1989 (!) zu einem politischen Erdbeben in der Schweiz. Insgesamt hatte der Staatsschutz 900000 Akten über Personen, Organisationen und Ereignisse angelegt, dies in einem Land mit sieben Millionen Einwohnern. Nebst Polizeiorganen observierten private Nachrichtendienste, wie die des „ Subversivenjägers“ Ernst Cincera, für die Staatssicherheit. Die Bespitzelten landeten nicht im Gefängnis, man verfügte über subtilere Methoden, wie öffentliche Diffamierung, Ausgrenzung und Berufsverbote, um Kritiker zu sanktionieren.
Die alten Staatsschutzorgane in der Schweiz wurden 1989 aufgelöst und reorganisiert. Man wähnte nun alles im Griff zu haben, und die Regierung versicherte, dass Unbescholtene nichts mehr zu befürchten hätten.
Weit gefehlt. 2008 wird bekannt, das bereits 110000 neue Akten angelegt worden sind. Zu den neuen „ Spitzelopfern“ gehören der Zürcher Gemeinderat Balthasar Glättli ( Grüne), die „ Wochenendzeitung (WOZ), die Basler SP- Großrätin Tanja Soland sowie fünf weitere Parlamentarier. Soland war ins Visier geraten, weil sie ein Gesuch für eine Demo einreichte und den Ablauf der Kundgebung vorher mit der Basler Polizei besprach.
Im Juni 2009 sind zudem neue Akteneinträge über die Basler Menschenrechtlerin und Dozentin Anni Lanz bekannt geworden.
Herr Knabe, kann es sein, dass Ihnen die „ Mauer“ die Sicht etwas eingeschränkt hat? Ich empfehle Ihnen deshalb, den Blick auf den Rest der Welt zu richten. Richtig, die Stasi lebt! Oder habe ich Sie etwas missverstanden und ihr Einsatz gilt gar nicht sosehr dem Schnüffelstaat? Wie dem auch sei, Kopf hoch Herr Knabe, Sie sind jedenfalls nicht alleine in Ihrem missionarischen Kampf wider alles „ Linke“. Tausende von privaten und privaten Ermittlern stehen hinter Ihnen.

Gruß Rainer- Maria





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#69

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 21:12
von manudave (gelöscht)
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Zitat von glasi
hey. gab es nicht mal die forderung stasi in die prodktion.



"Stasi an die Stanze" hab ich mal bei einer Montagsdemo entdeckt.


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#70

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 21:18
von manudave (gelöscht)
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Lieber Rainer-Maria,

du hast natürlich völlig recht - "Neues Deutschland" hatten wir schon lang nicht mehr - es war mal wieder an der Zeit.

Vor vielen Wochen hatten wir uns uns bereits gestritten, dass du immer den Vergleich mit der BRD suchst und dabei die DDR vergisst. Nun haben es dir also die sanften "Eidgenossen" angetan.
Ich muss sagen, diese Tatsachen sind auch mir unbekannt und lassen aufhorchen - insofern, Danke für den Beitrag.

Aber macht es die jahrzehntelangen Bespitzelung in der DDR besser, wenn man nach Vergleichen woanders - egal wo - sucht?


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#71

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 21:37
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Musiker12
@ Augenzeuge
Woher ist Dir denn bekannt welcher Tätigkeit diese denn vorher nachgegangen sind bzw woher weißt du, dass diese für das Mfs tätig gewesen sind.Ich will zwar nicht immer an allem zweifeln aber der Augenzeuge muss das ja irgendwo her haben. Ich meine hier werden schon Leute in hohem Ämtern der Mitarbeit im Mfs bezichtigt und nicht Lieschen Müller.



Die Namen wurden von diversen Journalisten (Namen könnte ich nennen) u.a. des Spiegel recherchiert, auch im Focus/ Spiegel bereits 1993 veröffentlicht, von der Birthler Behörde bestätigt und bisher nie dementiert. Hier im Forum hat merkur auch seine Bestätigung (für einige) abgegeben, und Alfred kennt auch einige, die er allerdings als kleine Lichter bezeichnet. Also so hohe Ämter hatten die wohl doch nicht- meint Alfred hier. Mittlerweile beschäftigen sich auch einige Untersuchungsausschüsse mit den Fällen. Nun, musiker, ich hoffe, ich konnte deine Zweifel zerstreuen…

Einen Fall möchte ich dir gleich noch mal herausstellen: Ralf Christopheri, Oberstleutnant, leitete Einsätze gegen Montags-Demonstranten, jetzt Oberrat bei der Polizeidirektion Leipzig.

Aus dem Spiegel, 1993:
Seine Arbeit hat der Polizist Ralf Christophori stets zur vollen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erledigt. Als sich am 15. Januar 1989 in Leipzig gut 200 DDR-Bürgerrechtler versammelten, um für Meinungsfreiheit zu demonstrieren, leitete der damalige Oberstleutnant den Einsatz der Schutzpolizei. Der Schweigemarsch war schnell gestoppt, 53 Mitläufer ließ der Offizier in Gewahrsam nehmen.
Auch neun Monate später, im Oktober 1989, war auf Christophori Verlaß. Über Monitor konnte er verfolgen, wie seine Truppen wahllos auf die Montagsdemonstranten eindroschen. "Der Umfang der Anwendung des Schlagstocks war aus meiner Sicht der Lage angemessen", gab er später zu Protokoll.
Auf die Dienste des Ex-Vopo-Chefs mag die sächsische Polizei heute nicht verzichten. Derzeit ist Christophori, 39, als Oberrat in der Leipziger Landespolizeidirektion beschäftigt, wo er wieder Einsätze plant und koordiniert.
Hunderte politisch schwer belasteter Polizisten hat Sachsens Innenministerium in den Staatsdienst übernommen und zu Beamten auf Probe ernannt. Darunter sind Kripo-Fahnder, die dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) beim Spitzeln halfen, und Polizei-Offiziere, die an der Planung von Internierungslagern für Oppositionelle beteiligt waren.
Wie kulant sein Amt selbst mit ehemaligen Stasi-Mitarbeitern verfahren ist, mußte der christdemokratische Dresdner Innenminister Heinz Eggert, 46, jetzt in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Bündnis 90 offenbaren. Noch immer sind 125 hauptamtliche und 168 inoffizielle MfS-Beschäftigte, Stand Mitte März, im sächsischen Polizeidienst tätig.
"Ich habe diese Leute bei meinem Dienstantritt im Oktober 1991 zu meinem Bedauern vorgefunden", rechtfertigte sich Eggert. Die Geheimdienstler seien noch unter dem letzten SED-Regierungschef Hans Modrow mit neuen Arbeitsverträgen ausgestattet worden, eine Entlassung sei deshalb rechtlich kaum mehr möglich gewesen. Die hohe Anzahl von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM), räumte der Minister ein, sei ihm allerdings erst im Januar bekannt geworden.
Am Freitag vergangener Woche hat der sächsische Landtag auf Antrag der SPD-Fraktion einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, der die umstrittene Einstellungs- und Kündigungspraxis der Regierung klären soll.
Während die Innenbehörde sich offenkundig schwertut, die Altlasten loszuwerden, hat das Kultusministerium nämlich Lehrern, die als Stützen des DDR-Systems gelten konnten, rigoros gekündigt. Bis auf wenige Ausnahmen wurden nicht nur Lehrer entlassen, die sich als IM der Stasi verpflichtet hatten, sondern auch Schuldirektoren und Kreisschulräte mit roter Vergangenheit.
Eggerts Kritiker vermuten, daß der Personalmangel bei der Polizei eine gründliche Säuberung verhindert; nirgendwo fehlen so viele Uniformierte wie in Sachsen. "Die Leute fragen sich doch", sagt der sächsische SPD-Fraktionschef Karl-Heinz Kunckel, "warum eine Lehrerin, die früher mit den Kindern Pionierlieder gesungen hat, rausgeschmissen wurde und ein Sprengstoffexperte der Stasi bleiben darf."

Gruß Augenzeuge


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#72

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 21:42
von CaptnDelta (gelöscht)
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... die Leserbriefe im Neuen Deutschland haben's eben immer in sich...
-Th

Angefügte Bilder:
koch mitropa mentholzigarette.jpg

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#73

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 21:58
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Alfred
n
Augenzeuge,
Schau Dir bitte mal die Dienstgrade der Mitarbeiter des MfS an, die waren „relativ kleine Lichter“. Der höchste Dienstgrad Hauptmann.
Wenn Du dich über Dienstgrade ab Oberst aufwärts aufregen würdest, das könnte ich ja v i e l l e i c h t noch verstehen.
Ich kann „Merkur“ nur beipflichten, wer sollte denn spezielle Aufgaben erledigen, 1989 / 1990. Bestimmte Spezialkräfte fallen zwar auch vom Himmel, aber eben nicht von einen auf den anderen Tag.
In der DDR waren noch einige hunderttausend Mann der Gruppe stationiert, darunter absolute Profis. Wer hätte sich denn im Falle eines Falle gegen diese stellen sollen ? Da kann man u.a. nicht Stunden warten bis Kräfte z.B. aus 500 km Entfernung eingeflogen werden, bis die eingetroffen sind, ist der Drops unter Umständen längst gelutscht.



Hallo Alfred, ich habe mich doch überhaupt nicht über den Sachverhalt aufgeregt, ich habe nur Fakten genannt und zum Nachdenken angeregt. Du bezeichnest hier die leute als kleine Lichter? Aber gleichzeitig als Spezialisten und absolute Profis, auf die man nicht verzichten konnte. Was denn nun? Nun, auf irgendwas müssen wir uns doch einigen.

Was war denn die DDR bis zum 3.10.90 für ein Land? Rechtlich betrachtet war es doch schon mit einer Bananenrepublik vergleichbar. Gab es denn jemanden der noch das Recht des Staates wirklich durchsetzte? Welcher Genosse wollte sich denn mit dem Volk noch anlegen? Ob mein Ausweis abgelaufen war, egal- dem an der Grenze habe ich was erzählt und dann kamm ich durch. Radarkontrollen gab es im Transit überhaupt nicht mehr. So war es doch. Jeder Genosse hat doch nur an seine Zukunft gedacht. An Terrorakte hat kein Mensch einen Gedanken verschwendet. Demzufolge auch nicht an die kleinen Lichter, die absoluten Profis, die unabkömmlich sein sollten. Ja, es ist schon ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist. Geschuldet wird dies dem Volk, welches sich noch einige Zeit im Freudentaumel befand und von der großen Macht träumte..

Du hast recht. Eine Spezialtruppe ist nicht von heute auf morgen da. Aber in diesen Umbruchszeiten, so wie alles lief? Da ist eben immer ein bisschen Schwund, wie überall.
Gruß, Augenzeuge


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#74

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:02
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
... die Leserbriefe im Neuen Deutschland haben's eben immer in sich...
-Th



Jo, Bild könnte es kaum besser darstellen. Wer's glaubt, soll's tun.


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#75

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:02
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Die Namen wurden von diversen Journalisten (Namen könnte ich nennen) u.a. des Spiegel recherchiert, auch im Focus/ Spiegel bereits 1993 veröffentlicht, von der Birthler Behörde bestätigt und bisher nie dementiert. Hier im Forum hat merkur auch seine Bestätigung (für einige) abgegeben,



Welche Bestätigung habe ich konkret abgegeben? Ich kenne keinen der hier namentlich aufgeführten MA.



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#76

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:15
von Gakl (gelöscht)
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Es kommt einem regelrecht das Kotzen wenn man das hier liest. Man bekommt den Eindruck, das MfS hatte nichts anderes zu tun gehabt, als die eigene Bevölkerung zu bespitzeln. Allein rechnerisch wäre das garnicht möglich gewesen. Nimmt man die Zahl der Mitarbeiter des MfS (egal ob in der Küche oder als Reinemachefrau oder als IM oder als Ermittler usw.) und rechnet man den Prozentsatz aus, der zur angeblich flächendeckenden Bespitzelung der Bevölkerung der DDR nötig gewesen wäre, so kommt man auf eine Zahl die unmöglich erscheint. 0,67 %! Man glaubt einfach den Medien und gut ist es. Naja, wer zuviel Medien konsumiert und seinen eigenen Verstand nicht gebraucht, der glaubt eben jeden Schwachsinn!

Zum Thema selbst! Wieso sollte man vor einem Ministerium, welches seit nahezu 20 Jahren nicht mehr existiert Angst haben? Da sind wohl Verschwörungstheoretiker am Werk! Oder versucht man die Menschen mit längst Vergangenem die Birne zu vernebeln? Natürlich nicht! Was die Medien des Rechtsstaates in Umlauf bringen, entspricht selbstverständlich der Wahrheit! Geht doch nicht anders!


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#77

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:20
von manudave (gelöscht)
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In Antwort auf:
Man bekommt den Eindruck, das MfS hatte nichts anderes zu tun gehabt, als die eigene Bevölkerung zu bespitzeln.



Wieso ? Das waren doch nur Haushaltskräfte...gell...

Die bösen Medien - Mensch aber auch...


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#78

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:28
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
[An Terrorakte hat kein Mensch einen Gedanken verschwendet. Demzufolge auch nicht an die kleinen Lichter, die absoluten Profis, die unabkömmlich sein sollten.



Mit "kleine Lichter" sind die Dienstgrade gemeint. Die Angehörigen der ZSK waren i. d. R. Ufw, Fw....bis max. Hptm (außer Abteilungsleiter). Aber gut ausgebildete Spezialisten, die auch einen Vergleich mit der GSG 9 nicht scheuen brauchten, waren sie.
Es gab sie, die Terror- und operativ bedeutsamen Gewaltakte, auch im Jahr 1990. Beispielsweise beendete die Magdeburger ATE (Anti-Terror-Einheit) 1990 die bewaffenete Geiselnahme eines WGT-Angehörigen, die ihren Anfang auf einem Zeltplatz bei Gerwisch und ihr Ende vor Burg nahm. Ansonsten waren die Angehörigen zu diversen Einsätzen eingesetzt. Ob das die Geldtransporte bei der Währungsunion waren, erste rechtsradikale Auswüchse oder sämtliche Fälle von Kriminalität, bei denen Waffen seitens der Täter eingesetzt waren.
@Augenzeuge: Die GSG 9 hätte diese Einsätze in den neuen Ländern nie abdecken können. Der Gedanke ist völlig weltfremd. Die GSG 9 hat selbst entsprechende Aufgaben/Einsätze durchzuführen. Außerdem haben die Angehörigen der GSG 9 ständig einen hohen Anteil an Ausbildungsmaßnahmen zu realisieren, dazu kommt Urlaub, Krankheit etc. Des weiteren führt die GSG 9 nicht einfach mal so Einsätze in den Ländern durch. Es bedarf dazu eines entsprechenden Anforderungsweges.



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#79

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:30
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Merkur

Zitat von Augenzeuge
Die Namen wurden von diversen Journalisten (Namen könnte ich nennen) u.a. des Spiegel recherchiert, auch im Focus/ Spiegel bereits 1993 veröffentlicht, von der Birthler Behörde bestätigt und bisher nie dementiert. Hier im Forum hat merkur auch seine Bestätigung (für einige) abgegeben,


Welche Bestätigung habe ich konkret abgegeben? Ich kenne keinen der hier namentlich aufgeführten MA.




Sorry, merkur. Mein Fehler. Ich entschuldige mich für die Verwechslung.


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#80

RE: Muß man heute noch Angst vor der Stasi haben?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.09.2009 22:35
von Gakl (gelöscht)
avatar

Zitat von manudave

In Antwort auf:
Man bekommt den Eindruck, das MfS hatte nichts anderes zu tun gehabt, als die eigene Bevölkerung zu bespitzeln.



Wieso ? Das waren doch nur Haushaltskräfte...gell...


Die bösen Medien - Mensch aber auch...




Ein solches Thema ins Lächerliche zu ziehen, zeugt davon das man kein ernsthaftes Interesse an Aufarbeitung hat!


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