#41

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 08:36
von furry | 3.572 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #36
@furry wir bekamen nur die Listen der eingesetzten Arbeiter und keine Grundbuchauszüge... Also über Eigemtumsverhältnisse der Flächen kann ich nichts sagen...

VG exgakl


@exgakl , vielleicht findest Du meine Frage albern, aber Themenüberschrift ist nun mal "Volkseigenes Niemandsland". Und dieses "volkseigene" hätte ich gern geklärt, weil eben nicht alle Ländereien volkseigen waren. Es wäre sogar möglich, dass sich Ländereien im Besitz der Kirche aus den 3 Westsektoren befunden hat.
Eventuell greift ja @Thunderhorse hier noch ein und kann eine verwertbare Antwort beisteuern.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#42

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 08:38
von exgakl | 7.229 Beiträge

Ich finde deine Frage keineswegs albern... nur kann ich wie beschrieben, dazu keine Auskunft geben.....


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#43

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 08:52
von Gelöschtes Mitglied
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Wahrscheinlich ist das mit den Grundstücken auch nicht einheitlich geregelt gewesen. Ich habe mich mit Eigentümern unterhalten, die immer noch im Grundbuch standen und nach der Wende sofort als Eigentümer handeln konnten. Unter der Voraussetzung, dass dort keine Minen mehr vermutet wurden. Andere wiederum mussten sich neu in die Grundbücher eintragen lassen. Einige Eigentümer wurden zu DDR Zeiten für ihre Grundstücke entschädigt andere nicht.

Der Hesselfuchs


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#44

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 09:01
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #39
Dann schau doch mal bei den Propaganda Sprüchen aus den fünfziger Jahren nach. Haben die Jungs doch sicher archiviert??? Oder sind die Parolen auch durch den Schredder??

Hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass die Kartoffelkäfer erst in Amerika aufgetreten sind und erst nach dem Krieg in Europa zur Plage wurden.

Geglaubt habe ich das nie. Ist aber verbreitet worden und ganze Schulklassen wurden zum Käfersammeln eingesetzt.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass meine Beiträge schon als Blödsinn abgestempelt werden bevor ich sie geschrieben habe.

Der Hesselfuchs


Es war ein ganz konkreter Einsatz für den Frieden (wie wahrscheinlich jede Tätigkeit in der Deutschen Demokratischen Republik
„Bundesarchiv Bild 183-57429-0001, Nessa, Kartoffelkäferbekämpfung“ von Bundesarchiv, Bild 183-57429-0001 / Krueger / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons

Nessa, Kartoffelkäferbekämpfung
(Zentralbild Krueger Schmidt 10.8.1958 ADN, Bildtext)
Der Marsch nach Halle hat begonnen. Nach ihrer ersten Nacht in den von der Bevölkerung der gastgebenden Orte mit viel Liebe hergerichteten Quartieren begannen die Teilnehmer des Friedensmarsches ihre große Wanderung auf 15 verschiedene Hauptrouten nach der Stadt des III. Pioniertreffens. UBz: Auf dem Marsch von Tsuchern nach Weissenfels sind die Pioniere der Fröbelschule von Zwickau-Stadt auf dem Kartoffelfeld des Einzelbauern Walter Gröne in Nessa beim Kartoffelkäfersuchen

---
Hier ist eine Broschüre aus der BRD (1971,1984) welche auf das Thema Enteignungen eingeht.
http://www.bundesfinanzministerium.de/Co...icationFile&v=4
Theo


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zuletzt bearbeitet 03.04.2015 09:13 | nach oben springen

#45

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 10:14
von Giftmichel | 33 Beiträge

Hallo Siggi

ich will mal versuchen, die Thematik aus meiner Erinnerung (also von der Westseite aus) zu beschreiben. Bilder von Arbeiten auf dem vorgelagertem Gebiet findest Du in meiner Fotogalerie hier auf der Seite (Dreiländereck - Posseck). Bei mir in der Gegend war es so, dass das vogelagerte bis auf wenige Ausnahmen komplett gerodet war. und von der örtl. LPG zur Grünfuttererzeugung genutzt wurde. Gemäht wurde zweimal im Jahr. Für uns Kinder und Jugendliche vom Dorf war das immer sehr spannend, weil wir Fahrzeugtypen und Maschinen aus nächster Nähe beobachten konnten, die es bei uns im Westen ja nicht gab, und die im Vergleich zum kleinbäuerlich strukturiertem Oberfranken ja auch noch um einiges grösser waren.
Als grotesk empfand ich damals schon, dass wir ja fast an die Maschinen hinfassen hätten können, aber es einfach keine Möglichkeit gab, mit den Leuten zu sprechen. So standen wir in 5 Meter Abstand nebeneinander und sprachen nur leise, Ost mit Ost und West mit West! Uns wurde die Grenze mit all Ihren Gefahren schon in frühester Kindheit eingeschärft, so dasss wir es nicht wagten sie zu übertreten!
In den 70er Jahren war die Bewachung der Feldarbeiten auf Jeden Fall wesendlich umfangreicher als in den 80ern Da sass fast auf jedem Traktor noch ein Grenzer neben dem Fahrer, in den 80ern wurde relativ pauschal nur noch von einer Fussstreife mit zwei Mann gesichert. Manchmal hatten sie auch eine MZ dabei.
Die Breite des vorgelagerten Gebietes richtete sich stark nach den örtlichen Gegebenheiten. Die Grenze selbst, die ja in Jahrhunderten entstanden is, machte zum Teil recht abenteuerliche Knicke und Windungen, während der Zaun weitestgehend gerade verlief. Bei uns in der Gegend war zwischen 20m und 300m alles mit dabei, wobei die Regel so zw 30m und 80m waren.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

Gruss

Michel


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#46

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 11:06
von der alte Grenzgänger | 998 Beiträge

Danke für die "Übernachtbeiträge"-
besonders danke ich dem Giftmichel- das trifft so ziemlich genau meine Erwartungen (soll jetzt aber keine Wertung der anderen Beiträge sein- dreht mir da keinen Strick draus... ich habe mich einfach gefreut..)

Zur Frage von Furry zu den Eigentumsverhältnissen habe ich ihn per PN gebeten, dies in einem anderen Thema zu behandeln (ich mache das selbst gleich auf- denn interessant ist das allemal, oder ?
Und da der Kartoffelkäfer nun schon mal aufgetaucht ist ... kann sich jemand an eine Leseaktion im Vorgelagerten erinnern ?

Wieviele Tore gab es denn im Zaun, um die Bauern durchzulassen ?
Das war doch bestimmt bloß alle paar Kilometer, oder ?
So dass ziemlich weit auch westlich des Zaunes gefahren werden musste, oder ?

Siggi
(der allen einen schönen Feiertag wünscht)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#47

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 11:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #31
Gert so sagte es die damalige Vorschrift aus, was anderes war am Schutzwall auch nicht möglich...




aha


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#48

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #44

Zitat



Es war ein ganz konkreter Einsatz für den Frieden (wie wahrscheinlich jede Tätigkeit in der Deutschen Demokratischen Republik
„Bundesarchiv Bild 183-57429-0001, Nessa, Kartoffelkäferbekämpfung“ von Bundesarchiv, Bild 183-57429-0001 / Krueger / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons

Nessa, Kartoffelkäferbekämpfung
(Zentralbild Krueger Schmidt 10.8.1958 ADN, Bildtext)
Der Marsch nach Halle hat begonnen. Nach ihrer ersten Nacht in den von der Bevölkerung der gastgebenden Orte mit viel Liebe hergerichteten Quartieren begannen die Teilnehmer des Friedensmarsches ihre große Wanderung auf 15 verschiedene Hauptrouten nach der Stadt des III. Pioniertreffens. UBz: Auf dem Marsch von Tsuchern nach Weissenfels sind die Pioniere der Fröbelschule von Zwickau-Stadt auf dem Kartoffelfeld des Einzelbauern Walter Gröne in Nessa beim Kartoffelkäfersuchen

---
Hier ist eine Broschüre aus der BRD (1971,1984) welche auf das Thema Enteignungen eingeht.
http://www.bundesfinanzministerium.de/Co...icationFile&v=4
Theo



Theo, der Einzelbauer Walter Gröne war nach diesem "sozialistischen Einsatz" nicht mehr lange Einzelbauer. Habe gute Erinnerungen an diese Zeit. Die kommunistische Enteignungskrake stand bestimmt schon in den Startlöchern.


.
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zuletzt bearbeitet 03.04.2015 12:01 | nach oben springen

#49

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:05
von Giftmichel | 33 Beiträge

Hallo Siggi,

erstmal Danke, freut mich, wenn ich Dir helfen konnte! Ich bin gerade mal in Gedanken die Tore im Zaun in unserer Gegend durchgegangen (Gott, is das schon wieder lange her) Der Abstand betrug so in etwa 1,5 bis 2 Kilometer. Die Traktoristen mussten also doch schon eine ganze Strecke zurücklegen. Da bei der Grasernte durchaus auch mal 6 bis 8 Fahrzeuge gleichzeitig auf dem vorgelagertem Gebiet waren, war die Absicherung durch die Grenzsoldaten oft auch nur Makulatur! Allerdings war man sich ja auch ziemlich sicher dass niemand flieht, denn die Leute, die vor dem Zaun arbeiteten, taten das ja schon viele Jahre, und hätten ja viel zu viel aufgeben müssen. Die meisten lebten ja seit Generationen in den Dörfern an der Grenze, und hatten ihren kleinen Hof dort. Ich denke, wer täglich mit dieser Grenze gelebt hat, hat sich auch damit arrangiert. (mussten wir ja auch)

Dir auch ein schönes Osterfest

Michel

P.S. Auf dem Foto wurde gerade Pause gemacht und auch hierfür bleib man auf dem Vorgelagertem Gebiet!


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zuletzt bearbeitet 03.04.2015 12:11 | nach oben springen

#50

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:11
von Gelöschtes Mitglied
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Das Vorgelagerte in unserem Bataillonsabschnitt war von weniger als 5 Meter bis zu mehreren 100 Metern breit. LW Nutzung hat zu meiner Zeit 76/77 dort nicht stattgefunden. Es war zum größten Teil auch mit Wald oder Gestrüpp bewachsen. Forstwirtschaftliche Arbeiten wurden sehr selten und wenn dann zur Schaffung besserer Sichtverhältnisse durchgeführt.
Bei einer dieser Aktionen wurden ja 76 die zwei BGS beamten im Kastenwald festgenommen die über unser Territorium abgekürzt haben. Gesichert wurden solche Arbeiten damals durch eine Sicherungsgruppe aus dem Bati und nicht von der jeweiligen GK. Das wird zu anderen Zeiten davor oder danach auch anders gewesen sein. Das entzieht sich aber meinen Kenntnissen.

Regelmäßige LW Nutzung wurde zu der Zeit nur im Schutzstreifen durchgeführt. Und da wurde es auch immer restriktiver gehandhabt. Abriss der Gutsgebäude in Kleintöpfer kurz nach der Fahnenflucht eines Gefreiten unserer GK und später auch der abriss der Gebäude vom Gut Keudelstein.

Der Hesselfuch


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zuletzt bearbeitet 03.04.2015 13:07 | nach oben springen

#51

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:34
von eisenringtheo | 9.168 Beiträge

[quote=Giftmichel|p461747]Hallo Siggi,

(...)Allerdings war man sich ja auch ziemlich sicher dass niemand flieht, denn die Leute, die vor dem Zaun arbeiteten, taten das ja schon viele Jahre, und hätten ja viel zu viel aufgeben müssen. Die meisten lebten ja seit Generationen in den Dörfern an der Grenze, und hatten ihren kleinen Hof dort. Ich denke, wer täglich mit dieser Grenze gelebt hat, hat sich auch damit arrangiert. (mussten wir ja auch)

Dir auch ein schönes Osterfest

Michel
Ich bin da gar nicht so sicher. Nach der Niederlage des Dritten Reiches hat man sofort den Verfassunsgsauftrag von 1920 in die Tat umgesetzt:
Artikel 155. [Bodenverteilung und Nutzung]
Die Verteilung und Nutzung des Bodens wird von Staats wegen in einer Weise überwacht, die Missbrauch verhütet und dem Ziele zustrebt, jedem Deutschen eine gesunde Wohnung und allen deutschen Familien, besonders den kinderreichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirtschaftsheimstätte zu sichern...Grundbesitz, dessen Erwerb zur Befriedigung der Wohnbedürfnisse, zur Förderung der Siedlung und Urbarmachung oder zur Hebung der Landwirtschaft nötig ist, kann enteignet werden

Viele der Jungbauern mit neuem (verlotterten Hof und schlechter Ausstattung) merkten schon bald, dass sie vera....t wurden. Die einzige Möglichkeit war, sich einer Produktionsgenosschaft anzuschliessen, damit es nicht noch schlechter als früher ging, als sie "nur" Landarbeiter bei einem "Junker" waren. Die Alternative war, entweder sozialistischer Trott oder Flucht nach Westdeutschland und ein Neuanfang mit Unterstützung aus dem Lastenausgleich. Viele waren in den Anfangsjahren zu wenig lange Bauern, um wirklich verwurzelt zu sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Lastenausgleichsgesetz
Theo


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#52

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:35
von der alte Grenzgänger | 998 Beiträge

Tolles Foto, Michel- Danke...
Merlini-hat sich der Flüchtige in den dann abgerissenen Gebäuden versteckt ?
(Das wäre dann so ne typische Spontanreaktion... "wir haben alles getan, damit so etwas nicht wieder vorkommt" ..- jetzt bin ich schon selbst OT )


Danke
Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#53

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:38
von zoll (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #16
Zitat von zoll im Beitrag #13
... Ich höre mal mit der Normalität auf. ...
Nun, im GKM war das Klima zwischen zivil und Uniform vielleicht bissel rauer. Wie's dagegen an der Westgrenze mit dem Kontakt zur Grenzbevölkerung ablief beschreibt recht schön ein Beitrag aus einem andern Forum (falls Du nicht hier die SuFu mal nutzen möchtest?) ...
http://www.geschichtsforum.de/525358-post88.html

P.S. 10 Posten für 5 Feldarbeiter hätte ich auch mal gern als KGSi gehabt, soviel hatte ich nicht mal für den ganzen Abschnitt. Normal war (im GR-1 Mitte/Ende der 80er) ein Feldarbeiterposten für alle Feldarbeiten im Abschnitt. Die fanden während der Erntezeit teilweise an drei verschiedenen Stellen statt.
*tschuldschung* für oT



Die hohe Anzahl der Posten resultierte m. E. daraus, dass diese Arbeitsstelle nicht von der DDR aus eingesehen werden konnte. Sie war durch hohe Bäume und dichten Buschbewuchs abgedeckt. Möglicherweise wurde hier später mit den Bäumen und Büschen tabularasa gemacht. Das entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Die Arbeiten am Grenzbach waren deshalb erforderlich, weil die Ostseite ihn als Entwässerungsgraben nutzte und meines Wissens zwischen dem westlichen Wasserwirtschaftsverband und der entsprechenden Abteilung der DDR darüber eine Vereinbarung gab.


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#54

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 12:48
von zoll (gelöscht)
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Zitat von exgakl im Beitrag #28
na gut, ich werde hier mal die Finger von den Tasten lassen @zoll wird es schon richtig erklären können....

Tue ich gern, ist ja Ostern. Du hast ja in dem Abschnitt auch Dienst gemacht, nur später als ich, also wirst Du das Gelände an der Schöninger Aue zwischen Südrand Hötensleben und ehem. Strohpresse kennen.
zoll


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zuletzt bearbeitet 03.04.2015 13:01 | nach oben springen

#55

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.04.2015 17:42
von Gelöschtes Mitglied
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Wimre hatten wir in jeden SA etwa zwei Tore im Grenzzaun, also im Mittel alle 5 km. Da wo mehr gearbeitet werden musste können es ja auch kleinere Abstände gewesen sein. Viele wollten ja Haus und Hof nicht aufgeben, selbst wenn die Bewirtschaftung der Flächen genossenschaftlich war. Hätte ja auch Trennung von der Familie bedeutet. Unter Umständen wäre die Restfamilie dann auch umgesiedelt (aber in die andere Richtung) worden.

Die Hoffnung, dass die Grenze nicht ewig bleibt hat sich zum Glück erfüllt. Obwohl 30 Jahre für manche das halbe Leben sind. Ich gehe davon aus, das die Grenze noch in meiner ersten Lebenshälfte verschwunden ist und bis zu meinem 19. Lebensjahr hatte ich damit auch keine Berührungspunkte.

Der Hesselfuchs


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#56

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2015 08:18
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Gert, die zwangsweise Gründung der LPG war nicht ohne für viele ehemals Selbständigen Landwirte. Für einige war es eine starke Einschränkung ihrer Eigentumsrechte, aber für viele war es auch die letzte Rettung. Mit Enteignung hat die Genossenschaftsbildung aber nichts zu tun gehabt. Die LPG Bauern waren nach wie vor Eigentümer ihrer Höfe und LN, nur mit der Verfügungsgewalt sah es schlecht aus. Unmittelbar nach der Wende war aber auch das wieder hergestellt. Probleme gab es meist dort, wo Erben sich nicht um ihr Erbe an LN gekümmert hatten und oftmals die schon verstorbenen Großeltern noch in den Grundbüchern standen, da diese Jahrzehnte lang nicht aktualisiert wurden. Das war aber nicht Schuld des Staates, sondern jeden seine eigene Schlamperei.

Der Hesselfuchs


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zuletzt bearbeitet 04.04.2015 12:43 | nach oben springen

#57

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2015 15:39
von DoreHolm | 7.690 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #48
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #44

Zitat



Es war ein ganz konkreter Einsatz für den Frieden (wie wahrscheinlich jede Tätigkeit in der Deutschen Demokratischen Republik
„Bundesarchiv Bild 183-57429-0001, Nessa, Kartoffelkäferbekämpfung“ von Bundesarchiv, Bild 183-57429-0001 / Krueger / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons

Nessa, Kartoffelkäferbekämpfung
(Zentralbild Krueger Schmidt 10.8.1958 ADN, Bildtext)
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Hier ist eine Broschüre aus der BRD (1971,1984) welche auf das Thema Enteignungen eingeht.
http://www.bundesfinanzministerium.de/Co...icationFile&v=4
Theo


Theo, der Einzelbauer Walter Gröne war nach diesem "sozialistischen Einsatz" nicht mehr lange Einzelbauer. Habe gute Erinnerungen an diese Zeit. Die kommunistische Enteignungskrake stand bestimmt schon in den Startlöchern.



Rot: Wie lange wäre er denn unter bundesrepublikanischen Bedingungen überhaupt noch Bauer gewesen ? Wieviel Hektar nannte er sein Eigen und wieviel ha sind notwendig, um als Einzelbauer heute existieren zu können ?
Und "Enteignung" ist sowieso Quatsch und das weißt Du, Gert.



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#58

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2015 16:09
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Das vorgelagerte Gebiet wurde bei uns an den dafür geeigneten Stellen zur Futtergewinnung (Gras) genutzt, der weitestgehend unzugängliche Rest war Wald oder verwilderte. Die LPG-Arbeiter wurden natürlich auch von uns "gesichert", ebenso die Gassentore zur Ein- und Ausfahrt der Maschinen. Wie viele Posten es waren kann ich nicht mehr sagen, aber 10 Postenpaare für 5 Arbeiter waren es keinesfalls, das hätte die Personalsituation gar nicht zugelassen. Im Übrigen waren die Bauern genau so "Feindwärtsbestätigt" wie wir auch, über eine eventuelle Flucht hat niemand auch nur im entferntesten nachgedacht. Und ja, wir haben uns mit den Jungs auch in der Kneipe getroffen. Ich erinnere mich dabei gerade an einen Ausgang zur Erntezeit, bei der einige Grenzer, mehrere Bauern und größere Mengen Schierker Feuerstein eine wichtige Rolle spielten. In unserer Kompanie waren übrigens alle Kraftfahrer (außer einem MZ-Kutscher) und mindestens ein Drittel der normalen Posten feindwärts bestätigt, dem besonderen Grenzverlauf an unserer LTL geschuldet. An bestätigten Posten wäre also zumindest theoretisch kein Mangel gewesen.


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#59

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2015 16:17
von der alte Grenzgänger | 998 Beiträge

Zitat von LO-Fahrer im Beitrag #58
..... dem besonderen Grenzverlauf an unserer LTL geschuldet. .....


.. danke, LO- Fahrer- was war das besondere ? und was heißt LTL ? (eh ich lange forsche..)

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
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#60

RE: Volkseigenes Niemandsland ?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.04.2015 16:35
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

LTL = linke Trennungslinie, d. h. dort endete unser Grenzabschnitt und der der Nachbarkompanie begann. An dieser Stelle gab es für eine gewisse Strecke 2 Grenzzäune, die sich teilweise überlappten. Bei Alarm sicherte der Posten der 5. Kompanie zwischen dem Sigalzaun und "Ihrem" GZ1 und unser Linksposten ist in den Bereich zwischen dem 1. und dem 2. GZ1 eingerückt. Da dieser allerdings irgendwann zu Ende war, befand man sich plötzlich auf dem vorgelagertem Gebiet. Deswegen mussten ausnahmslos alle Posten im linken Bereich feindwärts bestätigt sein.


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