#1

Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 00:05
von Schlutup | 4.098 Beiträge

Bei einem Bootsausflug kommt der 42-jährige West-Berliner Hermann Döbler versehentlich auf DDR-Gebiet und wird erschossen. Sein Boot gerät auf dem Teltow-Kanal in der Nähe des Grenzübergangs Dreilinden in DDR-Gewässer.

Von ihrem Beobachtungsturm geben DDR-Grenzsoldaten zunächst Warnschüsse ab. Dann feuern sie auf Döbler und seine Begleiterin - obwohl deren Boot schon gewendet hatte. Hermann Döbler stirbt im Krankenhaus. Wenige Tage später wird er unter großer Anteilnahme beigesetzt.

Der Todesschütze wurde 1993 wegen Totschlags und versuchten Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt. Sein Vorgesetzter, der den Schießbefehl erteilt hatte, erhielt zwei Jahre Freiheitsentzug auf Bewährung.

http://www.berlin-mauer.de/videos/tod-vo...nn-doebler-561/



Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#2

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 01:02
von vs1400 | 2.364 Beiträge

hm @Schlutup,
gibt es noch nen statement deinerseits oder wolltest du nur etwas posten?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


nach oben springen

#3

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 03:12
von Schlutup | 4.098 Beiträge

VS

muss ich dazu etwas sagen? oder wolltest du nur etwas posten?

Du verstehst!

Gruß Schlutup



nach oben springen

#4

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 07:57
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Besonders abartig ist doch die Erklärung von Sudel-Ede.

Wenn jeder erschossen worden wäre, der mal mehr oder weniger provokatorisch zu einem Grenzposten oder Polizisten gesehen hat, na dann Gute Nacht.

Auf dem Wasser stehen ja nun mal keine Grenzsteine und wer am Tag gut sichtbar mit einem solchen Boot kommt und offensichtlich unbewaffnet ist, hat keinerlei Gefahr dargestellt.

Ich bin nur froh, dass die meisten Grenzposten in ähnlichen oder gar ernsteren Situationen nicht so unüberlegt reagiert haben.

Was wir heute nicht mehr nachvollziehen können ist die Frage: War es Dienstgeilheit oder Angst vor dem Scharfmachern???

Der Hesselfuchs

PS: Hallo Schlutup, lass Dich nicht anmachen. So ein Beitrag spricht für sich selber. Den muss man nicht kommentieren und begründen warum man ihn eingestellt hat.


Jobnomade und Peter42 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#5

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 10:05
von S51 | 3.733 Beiträge

Na ja, "versehentlich auf DDR-Gebiet" wohl nicht.
Allerdings dann gezieltes Feuer hat wenig oder gar nichts mit Verhältnismäßigkeit zu tun. Wäre eine solche Praxis wirklich üblich gewesen, es hätte ungleich mehr Opfer gegeben.
Es hatte wohl weder mit "Dienstgeilheit" zu tun noch mit Angst vor Scharfmachern. Denn Provokationen waren üblicher Alltag meist ohne jegliche Folgen. Eher mit ganz persönlichem Ärger und verletztem Stolz, weil man sich von solchen Provokateuren ungern vorführen ließ. Was normalerweise dort halt gang und gäbe war. Andernorts vergleichbar ja auch. Wer da vorne gedient hat, der hat an Provokationen und Beleidigungen eigentlich alles durch was überhaupt denkbar ist. Das war dort normal, egal. Dann jedoch so zu reagieren...
Ede hatte dann das Problem unmögliches auch noch klassenkampfmäßig positiv rüber zu bringen. Das so zu erklären, dafür brauchte es tiefsten kalten Krieg (wie heutzutage...) und eine gehörige Portion Unverfrorenheit.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


ClubDJ, zweedi04, vs1400 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.03.2015 10:15 | nach oben springen

#6

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 10:57
von damals wars | 12.113 Beiträge

An Zufall mag ich nicht glauben.
Im Gegenteil. Ich schrieb schon, das am Griebnitzsee das Slalom fahren um die Grenzbojen üblich war.
Obwohl drüben die bösen Kommunisten bewaffnet auf den Türmen saßen.

Ich glaube, da wird etwas weggelassen.
Bei uns haben alle westberliner Grenzverletzer überlebt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#7

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 11:11
von eisenringtheo | 9.157 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #5
Na ja, "versehentlich auf DDR-Gebiet" wohl nicht.
Allerdings dann gezieltes Feuer hat wenig oder gar nichts mit Verhältnismäßigkeit zu tun. Wäre eine solche Praxis wirklich üblich gewesen, es hätte ungleich mehr Opfer gegeben.
Es hatte wohl weder mit "Dienstgeilheit" zu tun noch mit Angst vor Scharfmachern. (...)

Es hatte vielleicht auch damit zu tun, dass die Grenze an verschiedenen Stellen noch nicht so sicher war, wie in den späteren Jahren. Das erhöhte den psychischen Druck auf die Grenzer. Der Flandernzaun sieht zwar martialisch aus, aber ohne Signaldrahtzaun und mit Drathschere und etwas schlechtem Wetter durchaus möglich.


Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#8

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 11:26
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich war ja genug am Zaun und bin auch böse belöffelt worden. Aber die Flinte habe ich deswegen nicht angelegt, nicht mal als Drohgebärde. Will ja gar nicht abstreiten, dass es gerade auf dem Wasser in Berlin viel plumpe Provokationen gegeben hat. Aber den Einsatz so einer Waffe hat eine verbale Provokation oder das überschreiten/überfahren der unbefestigten Grenzlinie, nicht gerechtfertigt.

Dann könnte ja jeder Hausbesitzer heute Selbstjustiz bei den Sprayern ausüben.

Der Hesselfuchs


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#9

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 12:02
von Schlutup | 4.098 Beiträge

Moin Moin,

die beiden Grenzposten haben ihren Dienstauftrag erfüllt. Grenzdurchbrüche Ost - West oder West - Ost zu unterbinden oder verhindern.


Das dadurch 4 Menschenleben zerstört worden sind, ist ein anders Thema.



Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.03.2015 12:03 | nach oben springen

#10

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 12:12
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Schlutup, Deine Beiträge sprechen sehr gut für sich selber. Da haben ihm bestimmt viele Beifall geklatscht und tun es heute noch.

Wer die Grundrechte der Menschen in der DDR nicht respektiert hat, bekam 89 den Willen der unzufriedenen zu spüren.

Der Hesselfuchs


nach oben springen

#11

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 12:30
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Was 1965 für ein Geist herrschte, vermag ich nicht zu sagen - da war ich noch ein Kind.
Als ich 1979/80 in Vacha, an der Werra-Brücke gegenüber von Phillipstal im Grenzdienst war, kam es ab und an vor, dass ein Reisebus mit Neugierigen vorfuhr. Und manch einer ist auch mal über ein Absperrgeländer geklettert und hat sich so "DDR-Territorium" genähert.
Nie im Traum wäre es einem von uns eingefallen, deswegen die Kalaschnikov von der Schulter zu nehmen.
Wir haben so etwas durchs Fernglas beobachtet, an den Führungspunkt gemeldet - und gut wars.
Wenn BGS oder Zoll zugegen war - scheuchten diese die Übermütigen hinter die Absperrung zurück.
Auf die "Kollegen" von der Westseite war Verlass !!
Nachträglich - Danke dafür !
Wir brauchten keinen Stress - wir wollte nur wieder gesund und ohne "Vorkommnisse" nach Hause.

Jener B-Turm gegenüber Haus Hossfeld war eine begehrtes Postengebiet bei uns - es gab tagsüber immer mal etwas zu sehen.
Und - es kamen nur die Grenzer mit den "hohen Blutgruppen" hin, zumindest als Postenführer.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
Damals87 und Peter42 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.03.2015 12:32 | nach oben springen

#12

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 13:08
von Schlutup | 4.098 Beiträge

@Jobnomade

Ich könnte mir gut vorstellen das 1965 der Abzug ziemlich locker saß und das auf beiden Seiten.

Schlutup



Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#13

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 13:14
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #12
@Jobnomade

Ich könnte mir gut vorstellen das 1965 der Abzug ziemlich locker saß und das auf beiden Seiten.

Schlutup


Vielleicht äussern sich hier Grenzer, die in diesen Jahren gedient haben ?
@Gert fällt mir da spontan ein.
Ansonsten - der Tod von Rudi Arnstadt 1962 in Geisa spricht ja Bände - für für den Geist der damaligen Zeit.
Das muss ja nach Berichten wie ein schlechter Western-Film abgelaufen sein.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.03.2015 13:14 | nach oben springen

#14

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 13:23
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #1
Bei einem Bootsausflug kommt der 42-jährige West-Berliner Hermann Döbler versehentlich auf DDR-Gebiet und wird erschossen. Sein Boot gerät auf dem Teltow-Kanal in der Nähe des Grenzübergangs Dreilinden in DDR-Gewässer.

Von ihrem Beobachtungsturm geben DDR-Grenzsoldaten zunächst Warnschüsse ab. Dann feuern sie auf Döbler und seine Begleiterin - obwohl deren Boot schon gewendet hatte. Hermann Döbler stirbt im Krankenhaus. Wenige Tage später wird er unter großer Anteilnahme beigesetzt.

Der Todesschütze wurde 1993 wegen Totschlags und versuchten Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt. Sein Vorgesetzter, der den Schießbefehl erteilt hatte, erhielt zwei Jahre Freiheitsentzug auf Bewährung.

http://www.berlin-mauer.de/videos/tod-vo...nn-doebler-561/


Der Bericht klingt, als hätte da ein Kraftmeier provoziert, mit Dame an Bord nicht unwahrscheinlich.
Dann erfolgte sicher eine Meldung an den Vorgesetzten der Grenzer und es kam der Befehl "Handeln Sie!".
Da ist ja von Warnschüssen die Rede. Also wurde vorschriftgemäß gehandelt.
Der Hinweis auf die Zeit des kalten Krieges übernehme ich mal an dieser Stelle.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 31.03.2015 13:24 | nach oben springen

#15

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 13:39
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #7
Zitat von S51 im Beitrag #5
Na ja, "versehentlich auf DDR-Gebiet" wohl nicht.
Allerdings dann gezieltes Feuer hat wenig oder gar nichts mit Verhältnismäßigkeit zu tun. Wäre eine solche Praxis wirklich üblich gewesen, es hätte ungleich mehr Opfer gegeben.
Es hatte wohl weder mit "Dienstgeilheit" zu tun noch mit Angst vor Scharfmachern. (...)

Es hatte vielleicht auch damit zu tun, dass die Grenze an verschiedenen Stellen noch nicht so sicher war, wie in den späteren Jahren. Das erhöhte den psychischen Druck auf die Grenzer. Der Flandernzaun sieht zwar martialisch aus, aber ohne Signaldrahtzaun und mit Drathschere und etwas schlechtem Wetter durchaus möglich.



da gebe ich dir Recht @eisenringtheo . Genau einen solche Zaun ( doppelt im Abstand von etwa 6 m>) haben wir vor 50 Jahren überwunden. Ohne Drahtschere oder andere Hilfsmittel. Wir sind an den Befestigungspunktem am Betonpfahl wie auf einer Leiter hochgeklettert und auf der anderen Seite wieder runter. Diese Zäune waren ja nur etwa 2 -2,20 m hoch. Für 20 jährige kein Problem, heute? ich weiss nicht


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#16

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 13:47
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #12
@Jobnomade

Ich könnte mir gut vorstellen das 1965 der Abzug ziemlich locker saß und das auf beiden Seiten.

Schlutup


ist nicht so.Wir hatten die gleichen Befehle wie ich sie von späteren Jahrgängen hier gelesen habe. D.h. Anruf Halt Grenztruppen, bleiben sie stehen und nehmen sie die Hände hoch, bei Ignorierung dieses Anrufs folgte ein Warnschuss in die Luft, falls wieder keine Reaktion, gezieltes Feuer möglichst fluchtunfähig machen, also in die Beine halten ( nicht töten !). Ich hatte glücklicherweise nur eine Festnahme. Da haben wir nur die Waffen gezeigt und der Mann blieb stehen mit Pfötchen gen Himmel. Er war sehr aufgeregt und zitterte am ganzen Leib.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#17

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 14:13
von rotrang (gelöscht)
avatar

Ich hatte glücklicherweise nur eine Festnahme
Das sind mir die richtigen, erst Leute an der Flucht hindern, aber selber später die Fliege machen
Gert wo soll das noch mit dir hinführen


Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#18

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 15:06
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #6
An Zufall mag ich nicht glauben.
Im Gegenteil. Ich schrieb schon, das am Griebnitzsee das Slalom fahren um die Grenzbojen üblich war.
Obwohl drüben die bösen Kommunisten bewaffnet auf den Türmen saßen.

Ich glaube, da wird etwas weggelassen.
Bei uns haben alle westberliner Grenzverletzer überlebt.



Bei uns Grenze ja die Havel an den Abschnitt und die Bootskompanie war Teil unseres GR 38 und Nachbarkompanie. So erfuhren wir von den U-Boot-fahrern (so nannten wir sie) so manche Begebenheit. Auf der Westseite befand sich ein Badestrand. Schon daher allein verbot es sich von selbst, auf ein fremdes Wasserfahrzeug oder einen Schwimmer zu schießen. Provokationen gab es natürlich nicht wenige, mal schnell mit dem Motorboot über die Granzmarkierung. Mit unseren langsamen Booten hatten wir das Nachsehen und konnten nur hinterherschauen. Bis wir neue Boote erhielten, mit Volvo-Motor. Da wurde doch der eine oder andere GV-West aufgegriffen, ehe er sich versah. Was war ? Befragung und nach einigen Stunden war er wieder drüben. Ein Perser hatte mal in Unkenntnis des Grenzregiemes unser Ufer betreten. Verhaftet und befragt und wieder abgeschoben. Der Matrose, der ihn bewachte, erzählte, daß dieser ihn zu sich nach WB eingeladen hat. Wir alle waren der Ansicht, daß er gar nicht begriffen hat, was das heißt, Grenze zwischen NATO und WP. Das alles war so Ende der 60er.



nach oben springen

#19

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 15:15
von DoreHolm | 7.677 Beiträge

Zitat von Schlutup im Beitrag #12
@Jobnomade

Ich könnte mir gut vorstellen das 1965 der Abzug ziemlich locker saß und das auf beiden Seiten.

Schlutup


Habe 67/68 am Kanten gedient. WB, Hennigsdorf. Kann ich so nicht bestätigen. Weder für mich noch für meine Kameraden. Bei der einzigen Verhaftung eines GV, bei der ich dabei war, tat sich allerdings einer Kameraden als auffällig eifrig hervor, fiel mir jedenfalls so auf. Ich habe eher den Eindruck, daß bei uns der Dienst noch etwas lässiger gesehen wurde als später. Laß aber bloß unter 1000 Grenzern einen Schießgeilen sein und gerade diesen in so eine Situation geraten. Dann passiert sowas, was ganz sicher auch nicht die Zustimmung des größten Teiles seiner Kameraden erhielt, wenn sie den ganauen Ablauf kennen würden und es sich so zugetragen hat wie oben geschildert.



nach oben springen

#20

RE: Bootsausflug mit tödlichem Ausgang

in Leben an der Berliner Mauer 31.03.2015 15:26
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von rotrang im Beitrag #17
Ich hatte glücklicherweise nur eine Festnahme
Das sind mir die richtigen, erst Leute an der Flucht hindern, aber selber später die Fliege machen
Gert wo soll das noch mit dir hinführen



wa sollten wir denn machen, der kam uns bei aufgehender Sonne direkt am Drahtzaun entgegenspaziert. Da konnten wir nur noch verzweifelt das Mittel Festnahme anwenden.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen



Besucher
19 Mitglieder und 52 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: DerKurze
Besucherzähler
Heute waren 1005 Gäste und 87 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556950 Beiträge.

Heute waren 87 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen