#181

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 10:47
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Ja und heute sind wir vom Wissen her alle etwas klüger geworden und einige sogar kleine Wiederständler.Es wäre mal angebracht,darüber zu schreiben.was man Damals für Gedanken hatte.


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 10:48 | nach oben springen

#182

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 13:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #180
Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.

also den Satz habe ich aus deinem Post kopiert und denke mal, da ist ein Fehler drin. Oder ich versteh ihn nicht. Darf ich erst auf Personen schießen, wenn ich mit dem Schießen auf den daneben laufenden Hund - also die Waffenwirkung auf das Tier - den Zweck nicht erreiche?
Korrigier dies mal zum allgemeinen Verständnis.

Ob mir das als juristisch interessierter Laie gelinge sei jetzt mal dahingestellt, also ich versuche es zumindest.
So wie ich diesen Passus des §27(1)GG verstanden habe, könnte damit gemeint sein (so wie in Auf dem Kolonnenweg-Fluchtversuche in den Westen beschrieben) das Fahrzeug weiterfahrunfähig zu schießen oder im Falle eines berittenen Spekus den Gaul unter Feuer zu nehmen. Das DDR-Recht war übrigens mit der Trennung Sachen und Tiere etwas fortschrittlicher wie's BGB, dort gibts ja den §90a erst seit 1990.
Nichtdestotrotz fällt mir (vielleicht etwas unpassend) eine Anekdote aus einer Postenführerprüfung ein. Die Hundeführer hatten ja ein etwas anderes Sprüchlein aufzusagen. Einer brachte es ä bissel durcheinander und brüllte 'Halt! Stehenbleiben oder ich erschieße meinen Diensthund!' über den Acker.
So meinte der Gesetzgeber es aber bestimmt nicht, odär?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#183

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 13:52
von Rüganer (gelöscht)
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Donnerwetter 94,

wieder so eine Sache, von der in der Öffentlichkeit damals keiner was wusste, denn sonst wären sie alle mit Haustieren angekommen oder alten Fahrrädern und bevor unser Feuer auf diese wirksam geworden wäre, wären die eigentlichen GV's schon im Übergangslager gewesen.
Übrigens erzählten sich unsere "Dackellenker" immer ein Ereignis, wo der nicht gerade beliebte Chef, ein Major XYZ eine verdeckte Kontrolle seiner Leute vornahm und die ihn aber bemerkten. Als sie dann etwas lauter darüber mit einander diskutierten, dass sie nun wohl die Hunde losmachen würden, weil da ja scheinbar ein Grenzverletzer im Gebüsch sitzen würde, soll der besagte Major lauthals gerufen haben: "Hunde nicht losmachen - Hier Major XYZ" . Die Dackellenker waren immer ganz aus dem Häuschen, wenn sie diese Story ausgeschmückt jemanden erzählen konnten.


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#184

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 15:59
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

ich habe jetzt hier so viel von Mißbrauch und Geheimpapier gelesen, daß ich mich frage, wie lief denn der theoretische Unterricht für Grenzsoldaten ab.
Wurden die Rechtsgrundlagen des Grenzdienstes vermittelt wie das Grenzgesetz und die den Schußwaffengebrauch regelnden Rechtsvorschriften? Die waren ja eindeutig.

Ziehe ich jetzt die Parallele zur Wachausbildung bei der BW, so muß ich feststellen, daß diese in mancher Hinsicht widersprüchlich war. Einerseits bekamen wir das UZwGBw nahegebracht, das den Schußwaffengebrauch für die BW regelt, andererseits ging der Tenor durchaus dahin, daß es prinzipiell richtig sei, auch bei unklarer Lage zu schießen und lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Nie werde ich die sinngemäße Aussage vergessen, die BW habe gute Anwälte, die einen Wachsoldaten im Falle eines nicht einwandfreien Schußwaffengebrauchs schon schützen würden.
Natürlich war die Wachausbildung sehr von der Person des Ausbilders abhängig.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#185

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 16:11
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Damals87 im Beitrag #184


ich habe jetzt hier so viel von Mißbrauch und Geheimpapier gelesen, daß ich mich frage, wie lief denn der theoretische Unterricht für Grenzsoldaten ab.
Wurden die Rechtsgrundlagen des Grenzdienstes vermittelt wie das Grenzgesetz und die den Schußwaffengebrauch regelnden Rechtsvorschriften? Die waren ja eindeutig.




Gute Frage, damals wurde für die Grundwehrdienstleistenden viel Wert auf Vermittlung von Grundlagen des Marxismus-Leninismus gelegt und das sehr intensiv.
Die eigentlich wichtigeren theoretischen Fragen des Grenzdienstes wurden eher, ich sag mal, stiefmütterlich nebenher behandelt.
War sicherlich gewollt, nicht das zu viel gefragt und vielleicht sogar hinterfragt wird.
Dir wurde ein Buch in die Hand gedrückt "Vom Sinn des Soldatseins" und da konntest du nachlesen falls innere Fragen auftauchen sollten.


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 16:13 | nach oben springen

#186

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 16:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #185
Dir wurde ein Buch in die Hand gedrückt "Vom Sinn des Soldatseins" und da konntest du nachlesen falls innere Fragen auftauchen sollten.

Konnte? Sollte! Ging es doch dort um die Erläuterung der Inhalte des Fahneneides.
Zu den Grundlagen des Grenzdienstes ganz kalt @GW, kram mal bissel weiter in Deinen Erinnerungen ...


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 16:22 | nach oben springen

#187

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 16:40
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #186
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #185
Dir wurde ein Buch in die Hand gedrückt "Vom Sinn des Soldatseins" und da konntest du nachlesen falls innere Fragen auftauchen sollten.

Konnte? Sollte! Ging es doch dort um die Erläuterung der Inhalte des Fahneneides.
Zu den Grundlagen des Grenzdienstes ganz kalt @GW, kram mal bissel weiter in Deinen Erinnerungen ...



Herrgottchen, das dort nichts von theoretischen Fragen zum Grenzdienst drin stand hab ich auch gewusst.


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#188

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 17:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #180
Dann wollen wir mal sachlich weitermachen:

Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.

also den Satz habe ich aus deinem Post kopiert und denke mal, da ist ein Fehler drin. Oder ich versteh ihn nicht. Darf ich erst auf Personen schießen, wenn ich mit dem Schießen auf den daneben laufenden Hund - also die Waffenwirkung auf das Tier - den Zweck nicht erreiche?
Korrigier dies mal zum allgemeinen Verständnis.


So schwer sollte eine korrekte Rechtsauslegung bei dieser klaren Aussage doch nicht sein, und in wie vielen Fällen wurde ein Grenzdurchbruch unter Zuhilfenahme eines Hundes realisiert?

---------------------

Auslegung Tier:

Der Grenzverletzer versucht auf einer GÜSt, um Schranken etc. zu überspringen, einen illegalen Grenzübertritt per Pferd. Dann hat der handelnde AGT, entsprechend den öffentlich einsehbaren Rechtsvorschrifen, die Waffe zuerst gegen den Gaul einzusetzen. Erst wenn dieser am Boden liegt ,und der GV weiterhin von einem Rücktritt von der Straftat absieht, ist die Anwendung der Waffe gegen diesen zulässig.

Auslegung Sache:

GV versucht illegalen Grenzübertritt auf dem Fluss per Schlauchboot. Waffenwirkung zuerst gegen Schlauchboot, nur wenn er nach dessen Ausfall weiterhin versucht die Grenze schwimmend zu überqueren ist der Waffeneinsatz direkt gegen den GV zulässig.

Schlussfolgerung:

Die Gesetzeslage war dahingehend also eindeutig und durchaus geeignet die Gesundheit des GV weitestgehend zu schonen. Wer nach Entdeckung, Anruf und Beschuss weiterhin an seiner Handlungsabsicht festhielt, der war doch realistisch betrachtet der eigentliche Schuft. Ich muss mir auch eingestehen können, dass dies der Punkt ist an dem sich meine geplante Begehungsweise nicht mehr realisieren lässt. Wer dann trotzdem wissentlich alles auf eine Karte setzt, der handelt in letzter Konsequenz in suizidaler Absicht und zwingt die sich vor Ort befindlichen AGT zu Handlungsweisen die sie selbst nicht anwenden wollen, die sie für ihr Leben lang prägen und für ihn letztendlich tödlich sein können.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.09.2012 17:35 | nach oben springen

#189

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 17:36
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #183
Donnerwetter 94,

wieder so eine Sache, von der in der Öffentlichkeit damals keiner was wusste, denn sonst wären sie alle mit Haustieren angekommen oder alten Fahrrädern und bevor unser Feuer auf diese wirksam geworden wäre, wären die eigentlichen GV's schon im Übergangslager gewesen.
Übrigens erzählten sich unsere "Dackellenker" immer ein Ereignis, wo der nicht gerade beliebte Chef, ein Major XYZ eine verdeckte Kontrolle seiner Leute vornahm und die ihn aber bemerkten. Als sie dann etwas lauter darüber mit einander diskutierten, dass sie nun wohl die Hunde losmachen würden, weil da ja scheinbar ein Grenzverletzer im Gebüsch sitzen würde, soll der besagte Major lauthals gerufen haben: "Hunde nicht losmachen - Hier Major XYZ" . Die Dackellenker waren immer ganz aus dem Häuschen, wenn sie diese Story ausgeschmückt jemanden erzählen konnten.




Ich weiß jetzt nicht auf was du mit diesem Post hinaus willst - Wenn du es nicht wusstest hat es dich damals offensichtlich nicht interessiert.

Zitat
§ 27. Anwendung von Schußwaffen

(1) Die Anwendung der Schußwaffe ist die äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung gegenüber Personen. Die Schußwaffe darf nur in solchen Fällen angewendet werden, wenn die körperliche Einwirkung ohne oder mit Hilfsmitteln erfolglos blieb oder offensichtlich keinen Erfolg verspricht. Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.


Das wurde damals in allen (wie in der DDR üblich) Zeitungen veröffentlicht und nannte sich "Gesetzt über die Staatsgrenze der DDR"

Gruß Mike59


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#190

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 17:48
von 94 | 10.792 Beiträge

Naja, wenn das Grenzregime in weiten Teilen der DDR-Bevölkerung bekannt gewesen wäre ... in Reisebusstärke wären die doch angekommen am Zaun. Insofern verstehe ich zumindest das wieder so eine Sache in dem Post vom Rüganer. Den Rest sehe ich eher etwas schmunzelnd. Doch das Schmunzel gefror mir in den Mundwinkel, als ich folgendes las ...

Zitat von Feliks D. im Beitrag #188
Ich muss mir auch eingestehen können, dass dies der Punkt ist an dem sich meine geplante Begehungsweise nicht mehr realisieren lässt.

Momentema @FED, DU AUCH?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#191

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 17:53
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #190
Naja, wenn das Grenzregime in weiten Teilen der DDR-Bevölkerung bekannt gewesen wäre ... in Reisebusstärke wären die doch angekommen am Zaun. Insofern verstehe ich zumindest das wieder so eine Sache in dem Post vom Rüganer. ....


Klar - 94er da gebe ich dir natürlich Recht - das hat mich damals 1982 auch nicht interessiert und genau so wird es dem Südschweden und vielen anderen auch gegangen sein. Aber es war öffentlich, oder?

Mike59


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#192

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 19:01
von utkieker | 2.918 Beiträge

Ich hätte vermutlich geschossen, wenn der GV am Zaun hängt und drauf und dran ist in den vorgelagerten Minensteifen zu gelangen. Besser ich hol ihn verletzt vom Zaun als tot aus dem Minenfeld. Gelingt die Aktion und ich treffe die unteren Extremitäten müßte mir der GV auf ewig dankbar sein. Ich weiß, daß klingt zynisch und ist es wohl auch. Aber auch ich habe nur ein Leben und warum soll ich mich in Gefahr begeben um einen Toten oder Verletzten aus der Minensperre zu bergen. Ich hatte mit Sicherheit nicht vor einen Menschen zu töten und wäre gerne bereit das Leben des Anderen zu schonen, aber eine Garantie hätte ich dafür nicht abgegeben. Vor allem dann nicht, wenn der GV sämtliche Gefahren ignoriert einschließlich eines Warnschußes.
Warum ich das Alles erzähle? Bisher bin ich davon ausgegangen, daß ich als Grenzer GV festnehmen ggf. liquidieren sollte, nun hört sich das fast so an "bitte helfen sie den GV über den Zaun". Stimmt das überhaupt mit der "geheimen Anweisung", bisher kenn ich nur Rainman als Quelle. Ich halte zwar Rainman als seriös aber bitteschön darf man auch Zweifel anmelden?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#193

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 20:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #188
Zitat von Rüganer im Beitrag #180
Dann wollen wir mal sachlich weitermachen:

Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.

also den Satz habe ich aus deinem Post kopiert und denke mal, da ist ein Fehler drin. Oder ich versteh ihn nicht. Darf ich erst auf Personen schießen, wenn ich mit dem Schießen auf den daneben laufenden Hund - also die Waffenwirkung auf das Tier - den Zweck nicht erreiche?
Korrigier dies mal zum allgemeinen Verständnis.


So schwer sollte eine korrekte Rechtsauslegung bei dieser klaren Aussage doch nicht sein, und in wie vielen Fällen wurde ein Grenzdurchbruch unter Zuhilfenahme eines Hundes realisiert?

---------------------

Auslegung Tier:

Der Grenzverletzer versucht auf einer GÜSt, um Schranken etc. zu überspringen, einen illegalen Grenzübertritt per Pferd. Dann hat der handelnde AGT, entsprechend den öffentlich einsehbaren Rechtsvorschrifen, die Waffe zuerst gegen den Gaul einzusetzen. Erst wenn dieser am Boden liegt ,und der GV weiterhin von einem Rücktritt von der Straftat absieht, ist die Anwendung der Waffe gegen diesen zulässig.

Auslegung Sache:

GV versucht illegalen Grenzübertritt auf dem Fluss per Schlauchboot. Waffenwirkung zuerst gegen Schlauchboot, nur wenn er nach dessen Ausfall weiterhin versucht die Grenze schwimmend zu überqueren ist der Waffeneinsatz direkt gegen den GV zulässig.

Schlussfolgerung:

Die Gesetzeslage war dahingehend also eindeutig und durchaus geeignet die Gesundheit des GV weitestgehend zu schonen. Wer nach Entdeckung, Anruf und Beschuss weiterhin an seiner Handlungsabsicht festhielt, der war doch realistisch betrachtet der eigentliche Schuft. Ich muss mir auch eingestehen können, dass dies der Punkt ist an dem sich meine geplante Begehungsweise nicht mehr realisieren lässt. Wer dann trotzdem wissentlich alles auf eine Karte setzt, der handelt in letzter Konsequenz in suizidaler Absicht und zwingt die sich vor Ort befindlichen AGT zu Handlungsweisen die sie selbst nicht anwenden wollen, die sie für ihr Leben lang prägen und für ihn letztendlich tödlich sein können.




Ich habe hier zwei Seiten nur gelesen wie sich ein Grenzer fühlt, wenn er schießen müsste oder an der Grenze steht! OK dann versucht bitte auch mal die Angst des GV zu verstehen, aber das könnt oder wollt Ihr natürlich nicht. Alle sollen sehen wie friedlich alles war und wie menschenfreundlich doch die Grenze gewesen ist. Die meisten hier fühlen sich unschuldig da frage ich mich, warum wurden Menschen an der Grenze erschossen? Jeder hier flüchtet in eine Ausrede, keiner musste an der Grenze sein wenn er es nicht wollte! Ein falsches Wort und Ihr seid sofort nach eigenen Aussagen versetzt wurden.


Grüße


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 20:10 | nach oben springen

#194

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 20:33
von Rüganer (gelöscht)
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@94 und @Feliks,

ok, ich ´habe es begriffen, spontan hatte ich mich auf den Postenturm Köllnische Heide an der Mauer zurückversetzt und fragte mich, wo da ein Hund oder ein Tier herkommen sollte, oder nun gar ein Schlauchboot, ja nicht mal eine S-Bahn wäre da gefahren, denn der Bahnkörper war ja unterbrochen worden. Deswegen das Stutzen von wegen erst zuletzt auf den Grenzverletzer feuern, wenn alles andere bekämpft worden wäre.
Aber natürlich, da war ja die Elbe, da war ja die Seegrenze und es sollen ja sogar welche mittels Seilbahn abgehauen sein, also da hätte man dann als erstes das Drahtseil durchschießen müssen...

Allen Schlaubergern hier sei mal gesagt, ich habe in Dachshagen 6 Monate einen LO gefahren, Kabeltrommeln hinten drauf, habe den Leitungsbau gelernt, Fernsprecher zu bedienen und zugeschaut, wie Granatwerfer schießen und Kanonen. Ich habe jedenfalls wissentlich keine Erinnerung an irgendeine Grenzausbildung, an intensives Studium der Gesetze und Vorschriften. Ich will nicht ausschließen, dass dieses 1969/70 stattgefunden hat, jedenfalls dann so schlecht, dass nichts in der Erinnerung hängen geblieben ist. Meinen ersten Grenzdienst habe ich in der Nachtschicht des Tages gehabt, an dem wir von Dachshagen in das Regiment gekommen sind.

Also umfangreiche Schulung - Fehlanzeige.

Warum sind wohl tausende junger Menschen Grenzer geworden, @ maxel?
Warum hat da nicht jeder Einberufene abgelehnt, hat diese Widerworte gesagt, die du hier anführst?
Ich bin mit 19 eingezogen worden, bin mit 20 an der Mauer gewesen, mehr als 300 km von zu Hause weg, 1969/1970. Vielleicht war ich so blöd und habe gedacht, es trifft mich ja nicht, du musst ja nicht schießen. Als ich den ersten Abend mit dem Oltn. rausging, ( ich habe den Kommandeur Grenzsicherung gefahren) sind wir in ein Laubengebiet und der hat mir so viel Angst eingejagt, dass ich beinahe einen raschelnden Igel erschossen hätte. Warum sind Menschen nach Stalingrad aus dem Urlaub zurückgekehrt, obwohl Ihnen klar war, dass sie da nicht mehr rauskommen? Beides ist für Leute, die nicht dabei waren, wohl schwer zu verstehen.


Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2012 20:34 | nach oben springen

#195

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 20:49
von Fritze (gelöscht)
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Aus heutiger Sicht sieht doch alles ganz anders aus . Fakt ist doch,daß die Ursachen,welche zur Teilung geführt haben,genauso verwerflich sind,wie die Tatsache der Teilung an sich . Und in den 60er Jahren bestand doch kein Interesse an einem geeintem Deutschland.
Von der Bundesregierung schon gar nicht !
Aus heutiger zumeist subjektiver Sicht betrachtet,war die Grenze und ihr System für die Einen gut und für die Anderen schlecht.Aber hinterher ist man eben immer schlauer und nach dem Krieg ist jeder General !

Die Menschlichkeit blebt eben immer auf der Strecke ,wenn ein System unbedingt seine Forderungen durchsetzt.Das galt für damals und auch für heute !


Schmiernippel, Freundschaft und utkieker haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#196

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 20:56
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rüganer im Beitrag #194
@94 und @Feliks,

ok, ich ´habe es begriffen, spontan hatte ich mich auf den Postenturm Köllnische Heide an der Mauer zurückversetzt und fragte mich, wo da ein Hund oder ein Tier herkommen sollte, oder nun gar ein Schlauchboot, ja nicht mal eine S-Bahn wäre da gefahren, denn der Bahnkörper war ja unterbrochen worden. Deswegen das Stutzen von wegen erst zuletzt auf den Grenzverletzer feuern, wenn alles andere bekämpft worden wäre.
Aber natürlich, da war ja die Elbe, da war ja die Seegrenze und es sollen ja sogar welche mittels Seilbahn abgehauen sein, also da hätte man dann als erstes das Drahtseil durchschießen müssen...

Allen Schlaubergern hier sei mal gesagt, ich habe in Dachshagen 6 Monate einen LO gefahren, Kabeltrommeln hinten drauf, habe den Leitungsbau gelernt, Fernsprecher zu bedienen und zugeschaut, wie Granatwerfer schießen und Kanonen. Ich habe jedenfalls wissentlich keine Erinnerung an irgendeine Grenzausbildung, an intensives Studium der Gesetze und Vorschriften. Ich will nicht ausschließen, dass dieses 1969/70 stattgefunden hat, jedenfalls dann so schlecht, dass nichts in der Erinnerung hängen geblieben ist. Meinen ersten Grenzdienst habe ich in der Nachtschicht des Tages gehabt, an dem wir von Dachshagen in das Regiment gekommen sind.

Also umfangreiche Schulung - Fehlanzeige.

Warum sind wohl tausende junger Menschen Grenzer geworden, @ maxel?
Warum hat da nicht jeder Einberufene abgelehnt, hat diese Widerworte gesagt, die du hier anführst?
Ich bin mit 19 eingezogen worden, bin mit 20 an der Mauer gewesen, mehr als 300 km von zu Hause weg, 1969/1970. Vielleicht war ich so blöd und habe gedacht, es trifft mich ja nicht, du musst ja nicht schießen. Als ich den ersten Abend mit dem Oltn. rausging, ( ich habe den Kommandeur Grenzsicherung gefahren) sind wir in ein Laubengebiet und der hat mir so viel Angst eingejagt, dass ich beinahe einen raschelnden Igel erschossen hätte. Warum sind Menschen nach Stalingrad aus dem Urlaub zurückgekehrt, obwohl Ihnen klar war, dass sie da nicht mehr rauskommen? Beides ist für Leute, die nicht dabei waren, wohl schwer zu verstehen.



Ich kann das was Ihr schreibst sehr gut nachvollziehen und auch verstehen, Ihr seid aber alle über 18 gewesen und eigenverantwortlich! Ich wusste doch auch wie ich das alles geschickt umgehen konnte ;) Zu diesen wollte ich, dass man sich auch mal in einen GV reinversetzt und nicht wie Felix es darstellt als „eigentliche Schuft“ bezeichnet. Das ist selbst heute noch ein Schlag ins Gesicht für Menschen die Ihre Angehörigen an der Grenze verloren haben! Es gab doch hier im Forum genug Menschen die Ihre Flucht beschrieben haben. Diese Leute hatte auch Angst vor Folgen und das war nicht unbegründet. Einige hatten so viel Angst, dass Sie bestimmt in dieser Situation nicht mehr sachlich Handeln konnten.


Grüße


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#197

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:00
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Erinnerungen und Empfindungen als Ausrede zu bezeichnen ist nicht zielführend.
Warum ich zur Grenze ging, ohne schlechtes Gewissen, im Bewusstsein dem Frieden zu dienen, im Glauben nur vereinzelte Straftäter und Ganoven würden nach Westen flüchten, im Bewusstsein dem Staat zu dienen in dem ich gern lebte, dass hab ich hier dargelegt, das war weder eine Ausrede noch eine Entschuldigung, sondern eine Tatsachenschilderung, und vermutlich ging es sehr vielen ebenso.
Ich sah also persönlich keinen Grund den Grenzdienst abzulehnen.
Das ist also keine Ausrede.
Eine Ausrede ist, wenn sich heute extrem viele Geflüchtete hinstellen und meinen sie wären politisch verfolgt gewesen, nein, eine Lüge ist das keine Ausrede.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2012 21:01 | nach oben springen

#198

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:05
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #197
Erinnerungen und Empfindungen als Ausrede zu bezeichnen ist nicht zielführend.
Warum ich zur Grenze ging, ohne schlechtes Gewissen, im Bewusstsein dem Frieden zu dienen, im Glauben nur vereinzelte Straftäter und Ganoven würden nach Westen flüchten, im Bewusstsein dem Staat zu dienen in dem ich gern lebte, dass hab ich hier dargelegt, das war weder eine Ausrede noch eine Entschuldigung, sondern eine Tatsachenschilderung, und vermutlich ging es sehr vielen ebenso.
Ich sah also persönlich keinen Grund den Grenzdienst abzulehnen.
Das ist also keine Ausrede.
Eine Ausrede ist, wenn sich heute extrem viele Geflüchtete hinstellen und meinen sie wären politisch verfolgt gewesen, nein, eine Lüge ist das keine Ausrede.



Ganz, ganz dünnes Eis, LO-Wahnsinn. Politisch Verfolgte hat es gegeben in der DDR, ob die allerdings als GV über die Grenze sind, ist fraglich, die wurden letztendlich wohl freigekauft. Bis 1961 sind auch genug politisch Verfolgte geflüchtet, damals war eben noch Berlin offen und wer nicht in die LPG wollte, der fand sich stellenweise so unter Druck gesetzt wieder, dass manchmal wohl der letzte Ausweg für ihn Westbelin war. Aber diese Verfolgung nun als Lüge zu bezeichnen - sehr dünnes Eis, brich da man nur nicht ein.


Backe und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#199

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:13
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #198
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #197
Erinnerungen und Empfindungen als Ausrede zu bezeichnen ist nicht zielführend.
Warum ich zur Grenze ging, ohne schlechtes Gewissen, im Bewusstsein dem Frieden zu dienen, im Glauben nur vereinzelte Straftäter und Ganoven würden nach Westen flüchten, im Bewusstsein dem Staat zu dienen in dem ich gern lebte, dass hab ich hier dargelegt, das war weder eine Ausrede noch eine Entschuldigung, sondern eine Tatsachenschilderung, und vermutlich ging es sehr vielen ebenso.
Ich sah also persönlich keinen Grund den Grenzdienst abzulehnen.
Das ist also keine Ausrede.
Eine Ausrede ist, wenn sich heute extrem viele Geflüchtete hinstellen und meinen sie wären politisch verfolgt gewesen, nein, eine Lüge ist das keine Ausrede.



Ganz, ganz dünnes Eis, LO-Wahnsinn. Politisch Verfolgte hat es gegeben in der DDR, ob die allerdings als GV über die Grenze sind, ist fraglich, die wurden letztendlich wohl freigekauft. Bis 1961 sind auch genug politisch Verfolgte geflüchtet, damals war eben noch Berlin offen und wer nicht in die LPG wollte, der fand sich stellenweise so unter Druck gesetzt wieder, dass manchmal wohl der letzte Ausweg für ihn Westbelin war. Aber diese Verfolgung nun als Lüge zu bezeichnen - sehr dünnes Eis, brich da man nur nicht ein.

Sehr richtig Rüganer. Wer über die Grenze wollte hatte doch mit der DDR abgeschloßen und alles auf eine Karte gesetzt. Kann mann es jemanden übel nehmen der bei Halt stehen bleiben nicht stehen bleibt und weiter läuft. Jeder wuste doch was ihn erwartet. Lange Gefängnisstrafe und dem Mfs ausgeliefert.



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#200

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:23
von utkieker | 2.918 Beiträge

Hallo maxel,

Eigentlich hatte ich hier schon darüber geschrieben, daß sowohl der Flüchtende als auch der Grenzer beim Aufeinandertreffen sich in einer Ausnahmesituation befanden. Der Grenzer war in so fern, in Vorteil, weil er per Gesetzes Kraft sich legal im Abschnitt aufhielt. Spätestens, wenn der GV den Grenzsignalzaun überwunden hatte konnte er nicht mehr so tun als sei er arglos in den Schutzstreifen gelangt. Die Ausnahmesituation bleibt natürlich bestehen und damit auch ein irrationales Handeln beiderseits. Der eine spielt den Helden, in dem er seinen "Klassenauftrag" erfüllt. Der andere spielt den Helden um sich staatlicher Gewalt durch Flucht zu entziehen versucht. Legt sich der GV nach Warnschuß hin ist sein Leben gerettet....

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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