#161

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 21:47
von Mike59 | 7.941 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #159
Zitat von Mike59 im Beitrag #156
Zitat von Rüganer im Beitrag #152
Zitat von Mike59 im Beitrag #148
Zitat von Rüganer im Beitrag #146
I
Meiner Meinung nach ist es unwichtig heute noch zu wissen, wie viele Kapos und Offiziere in einer Kompanie waren, an der Tatsache, dass es so war, wie es war, ändert es nichts. Und mit ek40 sind wir schon 2, die es so erlebt haben.


Ja - es ändert nichts an der Tatsache wie es war. Schön wenn man sich nur an dem festhält was einen in den Kram passt. Alles andere kann man ruhig vernachlässigen.

Mike59


Tatsächlich, es scheint dir nicht in den Kram zu passen, dass sich hier Menschen darüber beschweren, dass man ihnen irgend einen Stuss erzählt hat, dass man ihnen die Wahrheit, wie Rainman sie als Geheimsache kannte, vorenthielt und dass man ihnen so viel Druck machte, bis diese Menschen dann im Sinne der Mächtigen funktionierten. Und wenn sie sich heute, auf Grund dieser Dinge missbraucht fühlen, dann vernachlässigen diese Leute auch noch was? Ja was denn?



Ich glaube da liegst falsch - Es passt mir in den Kram, sehr sogar. Es liegt nun aber in der Natur der Dinge das der Mensch unterschiedliche Schlüsse zieht - und das finde ich doch ausgesprochen gut.

In diesem Sinne.

Mike59


Darf ich das so auslegen,dass du dich niemals missbraucht gefühlt hast, dass du heute noch zu dem stehst, was du gewesen bist?


- also ich stehe zu dem was ich mal gewesen bin. Weswegen nicht, die Vergangenheit kann ich ja nicht ändern und das wäre ja selbstverarsche.
- Missbraucht - ja auch wenn ich das damals gar nicht so bezeichnet hätte. Hab mal 3 Monate Kasernenarrest im Stab GR gehabt nachdem ich meine Entpflichtung eingereicht hatte. Und nur das Veto meiner Eltern mit den eventuellen Konsequenzen wenn ich das durchziehe für alle hat mich dazu gebracht diese zurück zu ziehen.
Danach habe ich das eigentlich nur noch als Job gesehen, ich konnte mich damit arragieren und eine FF war keine Option für mich. Hört sich total irre an - ich habe danach auch noch aufgekohlt.

Mike59


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#162

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 21:51
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #160
Zitat von frank im Beitrag #157
was ist denn ein befehl ??? muß man ihn ausführen ??? welche konsequenzen wenn nicht ? zu ddr - zeiten ???
hätte ich dem sogenannten 'schießbefehl' rechnung getragen wenn ich die knarre auf den mond halte und abdrücke???
warum war ich zu ddr - zeiten da wo ich war ??? habe ich damals mein gewissen belastet oder nicht ??? wie hätte ich mit jahrelangem
abstand heute gehandelt ??? fragen über fragen !!! aber ein 'schuldigen' zu suchen ist wohl der falsche weg der aufarbeitung !!!



Nein Frank, dies ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass jungen Kerlen soviel Druck verpasst wurde, soviel suggeriert wurde, dass alle annehmen mussten ( Rainman als ehemaliger Polit bestätigt dies) Junge, du nusst selbst unter Waffeneneinsatz verhindern, dass da jemand durchkommt. In wirklichkeit aber gab es etwas, was als Geheimpapier sagte, nun ja, wenn die nicht die Waffe einsetzen, passiert da auch nichts mit ihnen...Aber dies halten wir mal hübsch geheim. Und heute heißt es, ja , die da - die waren übereifrig - nein, schießen hätten sie nicht müssen, sie d u r f t e n es aber. Und dies ist die Sache, wo ichsage, du trägst
als junger Mann deine Haut zu Markte und dann, falls das Kind im Brunnen liegt, heißt es - nu ja... er hätte gar nicht müssen.- ab mit dir in den Regen.. schöne Führung


ist es in der gegenwart anderst ? so ist das leben des kleinen mannes , oder wie hier schon mal erwähnt wurde : jeder ist seines glückes....!
aber deswegen sollte man doch vernünftig und erwachsen verarbeiten !!! was ich hier nur teilweise erkennen kann !



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#163

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 21:58
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Mike59 im Beitrag #161
Zitat von Rüganer im Beitrag #159
Zitat von Mike59 im Beitrag #156
Zitat von Rüganer im Beitrag #152
Zitat von Mike59 im Beitrag #148
Zitat von Rüganer im Beitrag #146
I
Meiner Meinung nach ist es unwichtig heute noch zu wissen, wie viele Kapos und Offiziere in einer Kompanie waren, an der Tatsache, dass es so war, wie es war, ändert es nichts. Und mit ek40 sind wir schon 2, die es so erlebt haben.


Ja - es ändert nichts an der Tatsache wie es war. Schön wenn man sich nur an dem festhält was einen in den Kram passt. Alles andere kann man ruhig vernachlässigen.

Mike59


Tatsächlich, es scheint dir nicht in den Kram zu passen, dass sich hier Menschen darüber beschweren, dass man ihnen irgend einen Stuss erzählt hat, dass man ihnen die Wahrheit, wie Rainman sie als Geheimsache kannte, vorenthielt und dass man ihnen so viel Druck machte, bis diese Menschen dann im Sinne der Mächtigen funktionierten. Und wenn sie sich heute, auf Grund dieser Dinge missbraucht fühlen, dann vernachlässigen diese Leute auch noch was? Ja was denn?



Ich glaube da liegst falsch - Es passt mir in den Kram, sehr sogar. Es liegt nun aber in der Natur der Dinge das der Mensch unterschiedliche Schlüsse zieht - und das finde ich doch ausgesprochen gut.

In diesem Sinne.

Mike59


Darf ich das so auslegen,dass du dich niemals missbraucht gefühlt hast, dass du heute noch zu dem stehst, was du gewesen bist?


- also ich stehe zu dem was ich mal gewesen bin. Weswegen nicht, die Vergangenheit kann ich ja nicht ändern und das wäre ja selbstverarsche.
- Missbraucht - ja auch wenn ich das damals gar nicht so bezeichnet hätte. Hab mal 3 Monate Kasernenarrest im Stab GR gehabt nachdem ich meine Entpflichtung eingereicht hatte. Und nur das Veto meiner Eltern mit den eventuellen Konsequenzen wenn ich das durchziehe für alle hat mich dazu gebracht diese zurück zu ziehen.
Danach habe ich das eigentlich nur noch als Job gesehen, ich konnte mich damit arragieren und eine FF war keine Option für mich. Hört sich total irre an - ich habe danach auch noch aufgekohlt.

Mike59



Siehst du und deswegen meine ich mal, du kannst gar nicht mit denen mitreden, die da 18 Monate einberufen wurden und die, wie auch immer, völlig anders denken oder auch dachten, als du es getan hast. Und ohne dir nun nahe zun treten, deswegen muss man auch die Leute akzeptieren, die eine andere Einstellung zur Sache bekommen haben und vor allem - wer diese Menschen so behandelt, wie es sich heute herausstellt - Belügen, im Unklaren lassen, Druck ausüben, ihnen dasLeben schwermachen in Form von Ausgang streichen oder Urlaub nicht gewähren, und dann so im Regen stehen lässt, ja gar ihnen die Schuld zuschiebt -falsche Entscheidung unter Stress und Druck, dann diese Leute diejenigen nun nicht gerade liebhaben, ja mitunter beim richtigen Namen nennen. Und deswegen soltest Du nicht die anezogenen Tricks machen, sondern so argumentieren, wie du es eben getan hast, dann wird es sachlich und konstruktiv, dann greift dich auch keiner so an. denn alles andere schadet uns allen nur, solch Käse zu lesen, bring nichts, oder?


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#164

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 22:00
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von frank im Beitrag #162
Zitat von Rüganer im Beitrag #160
Zitat von frank im Beitrag #157
was ist denn ein befehl ??? muß man ihn ausführen ??? welche konsequenzen wenn nicht ? zu ddr - zeiten ???
hätte ich dem sogenannten 'schießbefehl' rechnung getragen wenn ich die knarre auf den mond halte und abdrücke???
warum war ich zu ddr - zeiten da wo ich war ??? habe ich damals mein gewissen belastet oder nicht ??? wie hätte ich mit jahrelangem
abstand heute gehandelt ??? fragen über fragen !!! aber ein 'schuldigen' zu suchen ist wohl der falsche weg der aufarbeitung !!!



Nein Frank, dies ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass jungen Kerlen soviel Druck verpasst wurde, soviel suggeriert wurde, dass alle annehmen mussten ( Rainman als ehemaliger Polit bestätigt dies) Junge, du nusst selbst unter Waffeneneinsatz verhindern, dass da jemand durchkommt. In wirklichkeit aber gab es etwas, was als Geheimpapier sagte, nun ja, wenn die nicht die Waffe einsetzen, passiert da auch nichts mit ihnen...Aber dies halten wir mal hübsch geheim. Und heute heißt es, ja , die da - die waren übereifrig - nein, schießen hätten sie nicht müssen, sie d u r f t e n es aber. Und dies ist die Sache, wo ichsage, du trägst
als junger Mann deine Haut zu Markte und dann, falls das Kind im Brunnen liegt, heißt es - nu ja... er hätte gar nicht müssen.- ab mit dir in den Regen.. schöne Führung


ist es in der gegenwart anderst ? so ist das leben des kleinen mannes , oder wie hier schon mal erwähnt wurde : jeder ist seines glückes....!
aber deswegen sollte man doch vernünftig und erwachsen verarbeiten !!! was ich hier nur teilweise erkennen kann !



Unsinn Frank, wir sind hier dóch bei den grenzern und was denen gesagt wurde und wie es tatsächlich war.
das hat nichts mit dem kleinen Mann zu tun, zumal es doch keine Klassen gab, oder alle gleich waren, inder DDR


frank hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#165

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 22:04
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #164
Zitat von frank im Beitrag #162
Zitat von Rüganer im Beitrag #160
Zitat von frank im Beitrag #157
was ist denn ein befehl ??? muß man ihn ausführen ??? welche konsequenzen wenn nicht ? zu ddr - zeiten ???
hätte ich dem sogenannten 'schießbefehl' rechnung getragen wenn ich die knarre auf den mond halte und abdrücke???
warum war ich zu ddr - zeiten da wo ich war ??? habe ich damals mein gewissen belastet oder nicht ??? wie hätte ich mit jahrelangem
abstand heute gehandelt ??? fragen über fragen !!! aber ein 'schuldigen' zu suchen ist wohl der falsche weg der aufarbeitung !!!



Nein Frank, dies ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass jungen Kerlen soviel Druck verpasst wurde, soviel suggeriert wurde, dass alle annehmen mussten ( Rainman als ehemaliger Polit bestätigt dies) Junge, du nusst selbst unter Waffeneneinsatz verhindern, dass da jemand durchkommt. In wirklichkeit aber gab es etwas, was als Geheimpapier sagte, nun ja, wenn die nicht die Waffe einsetzen, passiert da auch nichts mit ihnen...Aber dies halten wir mal hübsch geheim. Und heute heißt es, ja , die da - die waren übereifrig - nein, schießen hätten sie nicht müssen, sie d u r f t e n es aber. Und dies ist die Sache, wo ichsage, du trägst
als junger Mann deine Haut zu Markte und dann, falls das Kind im Brunnen liegt, heißt es - nu ja... er hätte gar nicht müssen.- ab mit dir in den Regen.. schöne Führung


ist es in der gegenwart anderst ? so ist das leben des kleinen mannes , oder wie hier schon mal erwähnt wurde : jeder ist seines glückes....!
aber deswegen sollte man doch vernünftig und erwachsen verarbeiten !!! was ich hier nur teilweise erkennen kann !



Unsinn Frank, wir sind hier dóch bei den grenzern und was denen gesagt wurde und wie es tatsächlich war.
das hat nichts mit dem kleinen Mann zu tun, zumal es doch keine Klassen gab, oder alle gleich waren, inder DDR


genau das meinte ich ,du wirst es auch irgendwann noch begreifen !!! gute nacht !!!



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#166

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 22:07
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von frank im Beitrag #165
Zitat von Rüganer im Beitrag #164
Zitat von frank im Beitrag #162
Zitat von Rüganer im Beitrag #160
Zitat von frank im Beitrag #157
was ist denn ein befehl ??? muß man ihn ausführen ??? welche konsequenzen wenn nicht ? zu ddr - zeiten ???
hätte ich dem sogenannten 'schießbefehl' rechnung getragen wenn ich die knarre auf den mond halte und abdrücke???
warum war ich zu ddr - zeiten da wo ich war ??? habe ich damals mein gewissen belastet oder nicht ??? wie hätte ich mit jahrelangem
abstand heute gehandelt ??? fragen über fragen !!! aber ein 'schuldigen' zu suchen ist wohl der falsche weg der aufarbeitung !!!



Nein Frank, dies ist nicht der Punkt.
Der Punkt ist, dass jungen Kerlen soviel Druck verpasst wurde, soviel suggeriert wurde, dass alle annehmen mussten ( Rainman als ehemaliger Polit bestätigt dies) Junge, du nusst selbst unter Waffeneneinsatz verhindern, dass da jemand durchkommt. In wirklichkeit aber gab es etwas, was als Geheimpapier sagte, nun ja, wenn die nicht die Waffe einsetzen, passiert da auch nichts mit ihnen...Aber dies halten wir mal hübsch geheim. Und heute heißt es, ja , die da - die waren übereifrig - nein, schießen hätten sie nicht müssen, sie d u r f t e n es aber. Und dies ist die Sache, wo ichsage, du trägst
als junger Mann deine Haut zu Markte und dann, falls das Kind im Brunnen liegt, heißt es - nu ja... er hätte gar nicht müssen.- ab mit dir in den Regen.. schöne Führung


ist es in der gegenwart anderst ? so ist das leben des kleinen mannes , oder wie hier schon mal erwähnt wurde : jeder ist seines glückes....!
aber deswegen sollte man doch vernünftig und erwachsen verarbeiten !!! was ich hier nur teilweise erkennen kann !



Unsinn Frank, wir sind hier dóch bei den grenzern und was denen gesagt wurde und wie es tatsächlich war.
das hat nichts mit dem kleinen Mann zu tun, zumal es doch keine Klassen gab, oder alle gleich waren, inder DDR


genau das meinte ich ,du wirst es auch irgendwann noch begreifen !!! gute nacht !!!



dies erklär mir mal bitte, meinetwegen auch morgen


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#167

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 22:11
von Mike59 | 7.941 Beiträge

[quote=Rüganer|

Zitat
Siehst du und deswegen meine ich mal, du kannst gar nicht mit denen mitreden, die da 18 Monate einberufen wurden und die, wie auch immer, völlig anders denken oder auch dachten, als du es getan hast. Und ohne dir nun nahe zun treten, deswegen muss man auch die Leute akzeptieren, die eine andere Einstellung zur Sache bekommen haben und vor allem - wer diese Menschen so behandelt, wie es sich heute herausstellt - Belügen, im Unklaren lassen, Druck ausüben, ihnen dasLeben schwermachen in Form von Ausgang streichen oder Urlaub nicht gewähren, und dann so im Regen stehen lässt, ja gar ihnen die Schuld zuschiebt -falsche Entscheidung unter Stress und Druck, dann diese Leute diejenigen nun nicht gerade liebhaben, ja mitunter beim richtigen Namen nennen. Und deswegen soltest Du nicht die anezogenen Tricks machen, sondern so argumentieren, wie du es eben getan hast, dann wird es sachlich und konstruktiv, dann greift dich auch keiner so an. denn alles andere schadet uns allen nur, solch Käse zu lesen, bring nichts, oder?



Das sehe ich nun auch etwas anders - ist aber egal.

Das du angepisst bist ist dein gutes Recht. Und zu dem

Zitat
Und deswegen soltest Du nicht die anezogenen Tricks machen,


Da weiß ich jetzt nicht was du so richtig meinst.

aber das mit dem Käse, dass stimmt.

Mike59


zuletzt bearbeitet 18.09.2012 22:13 | nach oben springen

#168

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 22:22
von Freundschaft | 81 Beiträge

Es ist interessant, wenn hier einige von Euch schreiben, "...sie wurden missbraucht...", "...zum glück nicht schießen mussten...", "...das sie leider andere dazu ermutigt haben..." usw. . Wenn Ihr so fühlt, seid Ihr dann heute auch bei Antikriegsdemos dabei?
Was wäre passiert wenn es nur eine"Mauer" ohne "Bewacher" gegeben hätte, wären dann nur friedliebende Bürger und konsumverblendete rüber gemacht? Oder ....

Gruß (und)

Freundschaft


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#169

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.09.2012 23:24
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #131
... Eine Frage noch Rainman,wie hättest Du denn nach der Schule weitergemacht? Immer nur noch Funktioniert und ins selbe Horn geblasen ? Kam Dir wo Du sagtest "Ein halbes Jahr vorher,habe ich denselben Scheiss erzählt" mal der Gedanke den ganzen Mist in die Tonne zu knallen ?

Hallo Pit,

nun ist es zwischen meiner Mittagspause und dem Feierabend doch noch etwas rund gegangen hier, so dass meine Antwort zunächst etwas deplaziert wirken könnte. Aber ich hatte es versprochen:
Ich weiß nicht, ob ich noch oder wie lange ich funktioniert hätte. Die Auseinandersetzungen des Jahres 1989 haben auch uns geprägt. Unsere Studiengruppe hatte gute Kontakte zur Liedermacherbewegung. Was man da diskutierte, was in der Kunst überhaupt passierte, das bestimmte auch unsere Diskussionen. Diese Ebene der Reflektion war im Truppendienst nie und nimmer zu erreichen. Und trotzdem unterlag ich einem Grundfehler, der erst nach dem November 89 für mich offenbar wurde. Wir sahen und diskutierten die Schwächen in der Gesellschaft. Und obwohl das eigentlich ein sehr genaues Bild über den Zustand des Landes, der Partei und des Staates hätte geben können, wollte ich mir (und da war ich nicht allein) nicht eingestehen, dass es hier ein grundsätzliches Problem gibt. Die Probleme waren aus meiner Sicht immer von konkreten Menschen verursacht, waren der Klassenkampfsituation zuzuschreiben und und und. Ich war nicht in der Lage, das System als Ganzes in Frage zu stellen. Tja, und unter dieser Voraussetzung hätte ich solange funktionieren können, solange das System existierte.

Es ist schwer, im Nachhinein solche festen Positionen nachzuvollziehen. Ich komme aus einer proletarischen Familie, deren drei Töchter in der DDR Fachschulen besuchen konnten und deren vier Enkel, einer davon ich, an Hochschulen studierten. Ich komme aus einer Familie in der man mit Wenig zufrieden war. Der Mangel, der heute so oft beschworen wird, war bisweilen ärgerlich, aber für meine Großmutter, die durch zwei Weltkriege gegangen war und die Familie immer ernährt hatte, kein unlösbares Problem. Für sie war die DDR die längste erlebte Friedenszeit. Sie hätte gern mehr als die Mindestrente gehabt, aber sie kam auch mit der aus. Diese Menschen, wie sie und meine Mutter, waren zufrieden und glücklich mit dem, was sie erhalten hatten. Sie haben meine Erziehung mehr geprägt, als irgendwelche Agitation und Propaganda. In einer solchen Atmosphäre habe ich viel gelernt, aber leider eins nicht: Kritische Hinterfragen. Und genau das hätte ich gebraucht, aber genau das wurde eigentlich nicht verlangt.

Ich glaube nicht, dass ich jemanden missbrauchen oder verarschen wollte, mit dem was ich tat und sagte. Heute höre und lese ich, dass ich genau das getan habe. Und genau genommen war mir das bereits nach der Wende so klar. Das muss ich also so zur Kenntnis nehmen und es liegt mit bei den Dingen, mit denen ich mich mal in Ruhe auseinandersetzen muss.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


LO-Wahnsinn, Pit 59, GKUS64 und OlsenWeilrode haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.09.2012 23:26 | nach oben springen

#170

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 00:49
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat von Freundschaft im Beitrag #168
Es ist interessant, wenn hier einige von Euch schreiben, "...sie wurden missbraucht...", "...zum glück nicht schießen mussten...", "...das sie leider andere dazu ermutigt haben..." usw. . Wenn Ihr so fühlt, seid Ihr dann heute auch bei Antikriegsdemos dabei?
Was wäre passiert wenn es nur eine"Mauer" ohne "Bewacher" gegeben hätte, wären dann nur friedliebende Bürger und konsumverblendete rüber gemacht? Oder ....

Gruß (und)

Freundschaft


Es geht doch um das Schiessen auf die eigenen Landsleute, auf Zivilisten die einfach irgendwie die Nase voll hatten und nicht warten wollten oder konnten bis sie vielleicht mal ausreisen dürfen, nicht um Kriege mit irgendwelchen anderen Hintergründen, in die man als Soldat zieht um sein Land zu verteidigen, wo man ein klares Feindbild hat.
Viele, gerade auch vorallem Jugendliche, sind im Suff, aus einer Laune heraus, die Flucht angetreten (kenne da auch welche).
Natürlich verteidigte man sein Land auch an der Grenze, aber wohl kaum darin, indem man seine Landsleute, Zivilisten erschiesst.
Der Vergleich mit der Antikriegsdemo hinkt also etwas.
Ich bin z.B. kein Pazifist und wär ich in der BRD aufgewachsen, wär ich kein Zivi geworden sondern GWD-Soldat, weil ich so erzogen wurde meinem Land zu dienen.
Als ich zum Wehrdienst eingezogen wurde, war ich sowas von politisch grün hinter den Ohren, grüner gehts nicht.
Wir schauten zu Hause kein Westfernsehn, darum bekam ich auch nichts weiter mit wenn jemand geflüchtet oder erschossen wurde, und es hat mich damals auch garnicht interessiert, dass war Politik.
Ich hatte absolut keinen Plan, dass ich an der Grenze auf meine Landsleute schiessen soll.
Ich ging in dem Glauben an die Grenze mein Land gegen den Feind zu schützen, den Frieden zu bewahren, so war ich erzogen, darum lehnte ich den Grenzdienst auch nicht ab.
Der Feind stand für mich im Westen, mein Feindbild war klar, der Imperialismus.

Selbst in der Ausbildung in Eisenach realisierte ich nicht deutlich genug, dass ich auf meine Landsleute zu schiessen habe.
Ich realisierte zwar, dass es Leute geben soll die Flüchten wollten, doch uns wurde es in der Ausbildung so verklickert, oder besser gesagt mit dem Hammer eingemeisselt, dass dies alles Verbrecher, Diebe, Straftäter und Mörder ala Weinhold sind.
Das es so viele normale Flüchtlinge gab, Menschen wie du und ich, dass war mir garnicht bewusst, weil auch meine Kindheit und Jugend in einem Staatstreuen Umfeld stattfand.
Selbst an der Grenze dann, war ich mir dessen nicht bewusst, was ich da eigentlich tue, denn zum Grenzdienst war ich nicht eingeteilt und bekam von vielen Dingen garnichts mit.
Heute, mit Abstand, Alter, neuen Erfahrungen und neuem Wissen, wird mir erstmal klar was hätte passieren können und mit welcher Schuld ich hätte mich im Falle des Falles bis zum Lebensende rumschlagen müssen.
Ich möchte nicht in der Haut derer stecken, die geschossen und auch noch die 10 getroffen haben.
Weniger wegen der Prozesse, sondern wegen der Last die man dann zu schleppen hatte und viele bis heute noch zu schleppen haben.
Wir waren doch halbe Kinder oder junge Familienväter und keine Cowboys.


Mauer ohne Bewacher-> DDR vermutlich irgendwann 50% weniger Einwohner.
Obwohl ich mir da bei einer offenen Grenze und besseren Lebensbedingungen in der DDR garnicht sicher bin.
Ich zähl mich zu denen, die ihre Heimat nicht verlassen hätten, hab ich bis heute nicht, also da hätte das Leben in der DDR um ein mehrfaches schlechter sein müssen ehe ich das Weite gesucht hätte.

Das Verlassen, bei fehlendem Schutz mit Waffengewalt, war auch der taktische Grund, warum man uns Soldaten hat dumm sterben lassen.

Nun streitet euch mal nicht sondern versucht nüchtern zu analysieren.

Ich versuche mal zusammen zu fassen und beschreibe dabei meine Sicht, meine Empfindungen.

1. Einen Schiessbefehl, der das direkte Töten eines GV zum Inhalt hatte gab es nicht, ich denke das sehn die meisten auch so.
Die Handlungsfolge war deutlich festgelegt und sollte es zum Schusswaffengebrauch kommen, dann zielen auf die Beine.
Wie das Zielen und Treffen in einer Lage vor Ort funktioniert, haben wir auch schon zutreffend erörtert.
So wurden wir instruiert, so lautete unser Befehl, Befehlsverweigerung zieht allgemein immer Konsequenzen nach sich.

2. Viele GWD-Soldaten (ich schliesse mich in den Kreis der 99% ein), hatten im Kopf die feste Vorstellung und Meinung, würden sie nicht schiessen, oder absichtlich auf Tontauben, so gäbe es Konsequenzen in Form von Haft, Arrest, Gericht oder was auch immer, da ein Befehl missachtet wurde.
Wo dieses Gedankengut entstand, weis ich nicht, vermutlich in der Ausbildung.

Wir hatten glaube 100 Stunden Politunterricht, in de 3 Monaten Ausbildung die ich hatte, und wurden dort sowas von geimpft.
Bei meiner staatstreuen Vorbelastung, durch meinen Lebensweg im Elternhaus und Umfeld, war es sicher ein leichtes mich davon zu überzeugen das nur Verbrecher flüchteten und ich hätte wohl auch geschossen.
Man hat uns im Politunterricht alle toten Grenzer gezeigt, mit massig Bildern aus den Ermittlungsakten von den Schauplätzen, um auch den letzten dazu zu bewegen abzudrücken wenns draufan kommt.
Gehirnwäsche nennt man das, bei mir, wegen meiner staatstreuen Vorbelastung, wohl eher eine Veredlung und Verfestigung.

3. Ich gehe davon aus, dass es den Vorgesetzen bis zur Führung bekannt war, dass die GWD so dachten, denn sonst wär die Weisung, die in den 80zigern erfolgte, die rainman2 nannte, nicht geheim gewesen.

4. Man hat sie aber vermutlich wissentlich in ihrem Glauben belassen.
Man darf aber "zugute" halten, dass es taktisch wohl garnicht anders möglich war.
Wobei "zugute" zu gut ist, ich würde es eher als den Versuch zu verstehen bezeichnen.

5. Man darf aber trotzdem von Missbrauch reden, wie es Rügianer tat, denn es geht hier nicht um den Schmuggel einer Rolle Trops aus dem Konsum, sondern um das mögliche Töten von Zivilisten, den eigenen Landsleuten, die definitiv wohl nur in der Minderheit tatsächlich Verbrecher waren.
Der Staat sah das natürlich anders, anfangen bei der Ablehnung des Staates bis zur Verletzung der Grenze.

Kaum einer von uns GWD Grenzern ist als Todesschütze an die Grenze gekommen, und wohl jeder wollte ohne einen Schuss wieder nach Hause.
Man hat also um der Erhaltung des Landes in kauf genommen, dass sich halbe Kinder zum "Mörder" machen und bis an ihr Lebensende damit zu kämpfen haben.
Darum stimme ich Rügianer in seinen Ausführungen auch zu, dass hier wissentlich Missbrauch stattfand.

Und um nochmal die 99% zu strapazieren, hätten die GWD gewusst, dass sie straffrei bleiben, wenn sie entgegen ihres empfangenen Befehls nicht auf eine Person schiessen, dann hätten vermutlich 99% von den GWD nie einen Schuss abgegeben und die Grenztoten, würden sich heute vermutlich, geschätzt im unteren 2 stelligen Bereich ansiedeln.

Aber bevor sich der eine oder andere jetzt freut, ich hätte politisch die Seiten gewechselt, nein das hab ich nicht und hab es auch nicht vor.
Nur was sich die Staatslenker der DDR so geleistet haben, dass ging garnicht, und war auch letztendlich der Untergang.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
OlsenWeilrode und Pfropfmesser 949 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#171

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 07:20
von Rüganer (gelöscht)
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Lo-Wahnsinn,

du hast es treffend beschrieben, Mauer ohne Bewacher = 50% weniger Einwohner in der DDR. Dass da eingeschritten wurde, habe ich als 19-jähriger sogar noch verstanden, sonst hätte der Staat DDR gleich aufgeben können, mangels Beteiligung.
Und weil da Onkel und Tante, Bruder und Schwester hätten drunter sein können, bei den Leuten, die an der Mauer auftauchten, hat man uns Rotlicht verpasst, hat uns scharf gemacht, und ich für mich gebe zu, ich habe mich auch als jemand gefühlt, der bei einer besonderen Truppe ist, schon wegen der fast ständigen Rumlauferei mit scharfen Mumpeln und der Knarre. Vielleicht so etwas wie Korpsgeist.
Und deswegen auch die Grundeinstellung, unseren Job, den machen wir gut, die Tage abreißen, spurenfreier KS und dann wieder Mensch sein, wenn die Tage weg sind. Denn ich habe mich wegen all dem Gebrülle in der Kaserne, wegen des bisschens Schikane, wegen des militärischen Gehorsams nicht unbedingt als Mensch in der Zeit gefühlt.
„Zitat:
Und um nochmal die 99% zu strapazieren, hätten die GWD gewusst, dass sie straffrei bleiben, wenn sie entgegen ihres empfangenen Befehls nicht auf eine Person schiessen, dann hätten vermutlich 99% von den GWD nie einen Schuss abgegeben und die Grenztoten, würden sich heute vermutlich, geschätzt im unteren 2 stelligen Bereich ansiedeln.“
Und genau deswegen hat man dies alles mit uns getan. Und die Leute, die da geschossen haben, die ihrem Auftrag Grenzdurchbrüche unter allen Umständen zu verhindern, nachgekommen sind, die werden heute durch solche Feststellungen, dass sie die Erlaubnis zum Waffeneinsatz wohl als Pflicht zum Waffeneinsatz begriffen haben und damit einem Irrtum unterliegen, noch mal verarscht, Und wenn es wirklich n u r eine Erlaubnis gewesen ist, dann hat es niemals einer gesagt, weil dann wäre wieder das Resultat aus dem bei dir zitierten eingetreten.
Man hat uns verarscht, man hat uns missbraucht, ausgenutzt und es war ihnen scheißegal, was aus den Jungs geworden ist, die das Pech hatten, abgedrückt zu haben.
Ich habe am Abend auf der Bude einen gesehen, der dieses Pech hatte.
Vielleicht kommt bei mir an der Mauer des Innenringes noch hinzu, da war nichts mit: den habe ich nicht gesehen, da hat man auf dem Turm gesessen und die Trasse entlang gestiert. Und wie jemand auf schlimmstenfalls 250 – 300 m die Beine treffen will, in der Aufregung und bei Nacht, dies soll mir mal jemand bitte erklären. Theoretisch auf dem Schießstand mag dies möglich sein.
Für mich eine ganz bittere Erkenntnis seit ich gestern Rainmans Satz mit diesem Geheimpapier gelesen habe.


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#172

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 07:36
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Da auch Nichtgrenzer hier lesen die sich eventuell nicht erklären können warum junge Soldaten unbewaffnete flüchtende Mitbürger erschossen haben, mal eine kleine Situationsbeschreibung die zu so etwas führen konnte.

Der Ort Hasselhorst im heutigen Sachsen-Anhalt, damals ein neuralgischer Punkt an der Staatsgrenze DDR-BRD, wie hieß das damals im Grenzervokabular, Hauptdurchbruchsrichtung?

Durch topographische Gegebenheiten war dort der Grenzstreifen nur sehr schmal, also der Grenzsignalzaun als erstes "Bollwerk", dann der 2m-Kontrollstreifen, anschließend der Kolonnenweg, der 6m-Kontrollstreifen und der Grenzzaun.

Für den Fluchtwilligen war also dort die ersehnte Freiheit sprichwörtlich greifbar nahe.

Im Wissen um diese Nähe war die Grenze dort besonders ausgebaut, ein Turm der nachts ständig besetzt war und eine Lichtertrasse, also Peitschenlampen die das Areal etwa 200m links und rechts dieses Turmes gut ausleuchteten.

Auf diesem Turm saßen also nachts 2 junge Soldaten, meist zwischen 19 und 25 Jahre alt (ich selbst ca. 60 mal), per Einberufungsbefehl zum Grundwehrdienst den sie befolgt hatten, auf diesem Turm gelandet um eine ihnen zugewiesene, oder besser befohlene, Aufgabe zu erfüllen.

Den jungen Männern hatte man von Kindheit an permanent eingeschärft das es einen Feind oder Gegner gibt und nun sitzen sie nachts mit automatischen Waffen ausgestattet an der direkten Nahtstelle zu diesem Feind und als Verräter und Verbrecher deklarierte "Elemente" könnten versuchen die zu sichernde Grenze zu überwinden und das ist zu verhindern, unbedingt denn sonst hast du versagt und einen abgelegten Eid gebrochen in dem, als Konsequenz des Brechens, von der Verachtung der Arbeiterklasse und der vollen Härte der Gesetze die Rede war.

Die jungen Männer hatten meist Familie, kleine Kinder nach denen sie Sehnsucht hatten und sie wollten vor allem eines, einfach wieder Heim zu ihrer Familie, komme was da wolle.

Nun sitzt du mit diesem Hintergrund auf diesem Turm und der Grenzsignalzaun löst aus, ein Signalhorn ertönt in Intervallen und 2 Rundumleuchten drehen sich.

Wie soll man das beschreiben, du bist sofort angespannt, eine imaginäre, greifbare Gefahr kommt auf dich zu und du willst nur Heim zu deiner Familie, du willst nicht die Verachtung und die Härte der Gesetze, du öffnest die Fenster um gegebenfalls schnell schießen zu können, ein Anruf ist auf 200m sinnlos und der soweit ist um sich in die verzweifelte Gefahr der Flucht zu begeben, bleibt sowieso nicht stehen, der setzt alles auf eine Karte.

Und dann siehst du ihn, den Gegner, den Verbrecher und er hat nur noch 10m bis zum Zaun und auch noch eine Leiter dabei, dich ergreift Panik und Angst, du hast keine Zeit zum nachdenken, aber du hast ein Gewehr.

Du schießt in die Luft und wünschst innigst er möge stehen bleiben, er tut es nicht, er ist am Zaun.

Jetzt werden Menschen ganz verschieden reagieren, einer resigniert weil er nicht auf einen Menschen schießen möchte oder kann, ein anderer visiert an und drückt ab.

Er ist kein Mörder, er ist ein überforderter junger Mann mitten im kalten Krieg.


utkieker, tesssi55 und OlsenWeilrode haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2012 08:36 | nach oben springen

#173

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 07:49
von Rüganer (gelöscht)
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Grenzwolf62,

und nun spinn den Faden weiter, schon damals sagten seine politischen und militärischen Führer, nun ja, wenn er nicht schießt, dann passiert ihm auch nichts, wachsam war er ja, er hat den Flüchtenden gesehen, aber der war zu schnell. Jedoch sagen wir ihm dies nicht, denn sonst schießt ja keiner mehr, wir halten diese Meinung ja mal schnell ganz geheim.
Und hat er nun geschossen und seine Belobigungen und die Medaillen erhalten, ist vielleicht mit der seelischen Belastung, einen Menschen getötet zu haben, klar gekommen, dann holt ihn die Wende ein und er wird nach so vielen Jahren vor das Gericht eines anderen Staates gestellt, welches nun die bei Grenzwolf so gut beschriebene Situation bewerten soll. Und irgendwer, fühlt sich zynisch bemüßigt, diesen Mann alleine zu lassen und ihm zu sagen, Du hattest doch nur die Erlaubnis zum Waffeneinsatz, dass du daraus eine Pflicht konstruiert hast, dies allein ist Deine Schuld.
Und so wird wohl auch für diejenigen , die hier als Nichtgrenzer lesen, verständlich, weswegen ich sage, man hat uns missbraucht, verarscht und nun kommt noch die Portion Zynismus dazu.
Gut das dies vorbei ist.


OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#174

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 07:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Rüganer im Beitrag #173
Grenzwolf62,

und nun spinn den Faden weiter, schon damals sagten seine politischen und militärischen Führer, nun ja, wenn er nicht schießt, dann passiert ihm auch nichts, wachsam war er ja, er hat den Flüchtenden gesehen, aber der war zu schnell. Jedoch sagen wir ihm dies nicht, denn sonst schießt ja keiner mehr, wir halten diese Meinung ja mal schnell ganz geheim.
Und hat er nun geschossen und seine Belobigungen und die Medaillen erhalten, ist vielleicht mit der seelischen Belastung, einen Menschen getötet zu haben, klar gekommen, dann holt ihn die Wende ein und er wird nach so vielen Jahren vor das Gericht eines anderen Staates gestellt, welches nun die bei Grenzwolf so gut beschriebene Situation bewerten soll. Und irgendwer, fühlt sich zynisch bemüßigt, diesen Mann alleine zu lassen und ihm zu sagen, Du hattest doch nur die Erlaubnis zum Waffeneinsatz, dass du daraus eine Pflicht konstruiert hast, dies allein ist Deine Schuld.
Und so wird wohl auch für diejenigen , die hier als Nichtgrenzer lesen, verständlich, weswegen ich sage, man hat uns missbraucht, verarscht und nun kommt noch die Portion Zynismus dazu.
Gut das dies vorbei ist.


Ja, gut das es vorbei ist.
Ich kann darum auch mit den "Wie gut war doch die DDR"-Lobhudeleien nichts anfangen.


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 07:55 | nach oben springen

#175

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 07:57
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #169
[quote=Pit 59|p209100]...

Ich glaube nicht, dass ich jemanden missbrauchen oder verarschen wollte, mit dem was ich tat und sagte. Heute höre und lese ich, dass ich genau das getan habe. Und genau genommen war mir das bereits nach der Wende so klar. Das muss ich also so zur Kenntnis nehmen und es liegt mit bei den Dingen, mit denen ich mich mal in Ruhe auseinandersetzen muss.

ciao Rainman


Ich finde, diese Worte eines ehemaligen Politoffiziers der GT, sind der Beweis dafür, dass es Ausnahmen gibt, dass es ehemalige Offiziere gibt, die auch zu der Erkenntnis gekommen sind, es war nicht alles gut, was ich persönlich getan habe und meinen Untergebenen angetan habe. Allein dies ist doch positiv zu werten.
danke Rainman


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#176

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 08:15
von Gelöschtes Mitglied
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So meine Lieben , jetzt habt ihr das geschrieben , was niemand bisher in der Lage war ,
Eure Darstellung , genauso hat man sich damals gefühlt als junger , unerfahrener Mensch .
Den Beitrag sollte sich jeder , der nicht an der Grenze war, der sich hier im Forum negativ gegen Unsere Einstellung äußert , mal zu Augen führen .
Nicht der Grenzer ,der auf Menschen schießen mußte ,war schuld .

Wer es nicht kennt ,wie es uns ,mir damals an der Grenze erging, der Stellt sich mal bei dunkler nacht , 30 Meter vor einen unbeleuchteten Zaun , so und dann soll er mal sagen um welche menschliche Gestalt es sich handelt die dort am Zaun steht. Ich selber war an einer Grenze ,die auf nicht einen METER beleuchtet war.
Dann lagen oder saßen wir bei Wind und Wetter draußen auf der Erde. Jeder kleinste undeffinierte Laut erweckte in dir einen Grenzverletzer, da gab es schon Soldaten , die sahen schon Geister in der Nacht, die waren so psychisch fertig, mit denen wollte keiner mehr nachts raus in den Dienst. Zum WE schieben wurden sie nur eingesetzt.
mfG ratata


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 08:17 | nach oben springen

#177

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 09:35
von 94 | 10.792 Beiträge

'Am besten gleich ma einen Antrag auf Opferrente stellen!' Hätte ich jetzt beinah geschrieben, aber ich will versuchen sachlich zu bleiben. MMn verarscht wurden, oder besser gesagt haben sich lassen, nicht nur die GWDiener und die UaZen, sondern insbesondere und gerade die Berufssoldaten. Zumindest diejenigen, die nicht so blickig waren wie der Hase läuft und im Grenz-Kaff am Arsch der Welt versauerten, sich eine astreine Grenzermacke zurechtmanifestierten und ihren Dauerfrust im Alk ersäuften.
Doch nun noch mal zur Anwendung der Schußwaffe! Wer hatte sich den vorwendlich nun wirklich mal intensiver mit dem Thema beschäftigt? Es wird wohl wie beim Inhalt der Vereidigung gewesen sein. Irgendwie mitmachen was alle Andern auch machen und ja nicht anecken, so war ja der gelernte DDR-Bürger von Kindergartenbeinen an sozialisiert. So war halt die Masse und so ist sie auch heute noch. Das dürfte keine Problem der Gesellschaftordnung sein, auch der Doktor mit dem Klumpfuß und der ausgefeilt guten Rhetorik machte schon entsprechende Anmerkungen.
Da sagt man dann schon ohne weiter drüber nachzudenken viermal 'Ich schwöre' und ein knappes halbes Jahr später 'Natürlich wende ich die Waffe an!'
Wohltuend sind mir die wenigen Erstaussprachen in Erinnerung, mit den Menschen, die es sich nicht so einfach machten. Also nochmal zum mitmeißeln; Die Anwendung der Schußwaffe ist die äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung gegenüber Personen. Die Schußwaffe darf nur in solchen Fällen angewendet werden, wenn die körperliche Einwirkung ohne oder mit Hilfsmitteln erfolglos blieb oder offensichtlich keinen Erfolg verspricht. Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.

Achtung, vorstehender Text enthält ein ungekennzeichnetes Zitat und dieses stammt aus keinem 'Geheimpapier'. Wenn die DDR neben der Mauer einen 'Geburtsfehler' hatte, dann war es diese verfluchte Geheimhaltung. Damit wurde mehr Schaden angerichtet, der Buschfunk funkte ja trotz- oder geradedem.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#178

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 09:54
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo rüganer,

eine kleine Ergänzung noch zu dem "Geheimbefehl". Es handelte sich um eine Information bzw. Weisung seitens der Politorgane, die sich mit der Frage des disziplinarischen Umgangs mit Grenzsoldaten, die die Schusswaffe nicht eingesetzt hatten, beschäftigte. Wie bereits geschrieben bekam ich Kenntnis über den Leiter der Politabteilung unseres Regiments. Kurz danach wurde ich von der Grenze abgezogen, weiß also nicht, wie es damit weiter ging. Das nur noch mal zur Klarstellung, worum es sich damals gehandelt hat.

Rein inhaltlich ist es allerdings egal, ob das ein Befehl, eine Weisung oder eine auf Klopapier getuschte Geheimbotschaft war. Wir haben, genau aus den Gründen die LO-Wahnsinn hier schon genannt hat, diese Information nicht weitegegeben. Und damit ist Dein Zorn darauf unbedingt nachvollziehbar.

Gestatte mir aber noch folgenden Hinweis zum Verständnis der damaligen Zeit: Was heute wie eine Perfidie erscheint, wurde von uns damals grundsätzlich anders bewertet. Der Einsatz der Schusswaffe war auch für mich als Offizier nichts, was ich begrüßt hätte. Ich hätte ihn als Notwendiges Übel akzeptiert. Aber er war aus damaliger Sicht für mich keine starfbare Handlung. Es ging in meinem Selbstverständnis nicht darum, einen anderen zum Mörder zu machen und mich dann dahinter zu verstecken. Wir glaubten oder fühlten uns überzeugt, dass dieser Staat und dieses System diese Form des Schutzes brauchen und haben alles getan, damit das durchgesetzt wird - mit aller Naivität und Blindheit, die man dazu braucht.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#179

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 10:15
von utkieker | 2.913 Beiträge

Tja, so lange die DDR noch existierte, gab es auch noch einen staatlichen Korps- Geist um die Verbrechen zu decken. Die Posten an vordester Linie wurden vergattert "Grenzdurchbrüche zu verhindern sowie die Ausdehnung von Provokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR nicht zuzulassen", nachdem sie diese Forderungen erfüllt haben trifft ihnen nun die Schmach der bundesdeutschen Gerichtsbarkeit, deren Korps- Geist hat über das 3. Reich hinaus, verhindert hat das Nazi- und Kriegsverbrecher verurteilt werden.
Besonders perfide, wenn Egon Krenz den europäischen Menschenrechtshof anruft, ja wenn es um seine eigenen Rechte geht ist er dicke da. Manchmal hätte man nicht übel Lust ihn eins in sein Grinsegesicht zu verpassen. Aber auch die frei gewählte Maiziere- Regierung lässt die ehemaligen Grenzer im Regen stehen. Lediglich Peter Michael Distel verteidigt diese...

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#180

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 10:29
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von 94 im Beitrag #177
'Am besten gleich ma einen Antrag auf Opferrente stellen!' Hätte ich jetzt beinah geschrieben, aber ich will versuchen sachlich zu bleiben. MMn verarscht wurden, oder besser gesagt haben sich lassen, nicht nur die GWDiener und die UaZen, sondern insbesondere und gerade die Berufssoldaten. Zumindest diejenigen, die nicht so blickig waren wie der Hase läuft und im Grenz-Kaff am Arsch der Welt versauerten, sich eine astreine Grenzermacke zurechtmanifestierten und ihren Dauerfrust im Alk ersäuften.
Doch nun noch mal zur Anwendung der Schußwaffe! Wer hatte sich den vorwendlich nun wirklich mal intensiver mit dem Thema beschäftigt? Es wird wohl wie beim Inhalt der Vereidigung gewesen sein. Irgendwie mitmachen was alle Andern auch machen und ja nicht anecken, so war ja der gelernte DDR-Bürger von Kindergartenbeinen an sozialisiert. So war halt die Masse und so ist sie auch heute noch. Das dürfte keine Problem der Gesellschaftordnung sein, auch der Doktor mit dem Klumpfuß und der ausgefeilt guten Rhetorik machte schon entsprechende Anmerkungen.
Da sagt man dann schon ohne weiter drüber nachzudenken viermal 'Ich schwöre' und ein knappes halbes Jahr später 'Natürlich wende ich die Waffe an!'
Wohltuend sind mir die wenigen Erstaussprachen in Erinnerung, mit den Menschen, die es sich nicht so einfach machten. Also nochmal zum mitmeißeln; Die Anwendung der Schußwaffe ist die äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung gegenüber Personen. Die Schußwaffe darf nur in solchen Fällen angewendet werden, wenn die körperliche Einwirkung ohne oder mit Hilfsmitteln erfolglos blieb oder offensichtlich keinen Erfolg verspricht. Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.

Achtung, vorstehender Text enthält ein ungekennzeichnetes Zitat und dieses stammt aus keinem 'Geheimpapier'. Wenn die DDR neben der Mauer einen 'Geburtsfehler' hatte, dann war es diese verfluchte Geheimhaltung. Damit wurde mehr Schaden angerichtet, der Buschfunk funkte ja trotz- oder geradedem.


Dann wollen wir mal sachlich weitermachen:

Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen ist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung gegen Sachen oder Tiere der Zweck nicht erreicht wird.

also den Satz habe ich aus deinem Post kopiert und denke mal, da ist ein Fehler drin. Oder ich versteh ihn nicht. Darf ich erst auf Personen schießen, wenn ich mit dem Schießen auf den daneben laufenden Hund - also die Waffenwirkung auf das Tier - den Zweck nicht erreiche?
Korrigier dies mal zum allgemeinen Verständnis.
Also ich persönlich unterscheide sehr stark zwischen den Leuten, die da per Wehrgesetz einberufen wurden und dann- dies trifft schon so zu, wie du es beschreibst - in der Masse da mitgelaufen sind und ihre Tage rumkriegen wollten und den Leuten, die auf Grund Ihrer Überzeugung oder weswegen auch immer, diesen Job zum Beruf gewählt hatten.
Wenn die dann Frust hatten, haben sie den unter Umständen noch an uns ausgelassen - nee das sind 2 Paar ganz verschiedene Schuhe. Auch kann ich nicht einen, der einen militärischen Beruf ergriffen hat und den Anspruch auf eine führende Rolle in dem Verein erhob, mit dem gleichsetzen, der dies alles nur ganz schnell und ohne Vorkommnisse hinter sich haben wollte. Das der letztere einfach nur mitgetrottet ist - es ist doch erklärlich.
Und was das demagogische anbelangt, wenn der Klumpfuß schon in das Spiel gebracht wird, ich glaube, dem haben mehr aus vollem Herzen verblendet zugejubelt, die neueren Demagogen waren da aber nur ein schwacher Abklatsch.


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