#81

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 17:24
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #80
Zögern Sie nicht,auch bei Frauen und Kindern......allein das zeigt die Menschenverachtende Politik einer kleinen Gruppe dieses Systems.



Zermatt,

vielleicht schaust Du mal auf den Ausgangspunkt dieses Themas.

Man sollte sich mal informieren um was es überhaupt ging.

Hier mal was zum Thema:

"Sommerlochthema: Schießbefehl



In den Hauptnachrichten von ARD, ZDF, RBB vom 10.08.07, im „Spiegel“, Tagesspiegel“ vom 11.08.07 und sicherlich in anderen meinungsbildenden Medien auch wurde von einem brisanten Aktenfund in der BStU-Außenstelle Magdeburg berichtet. Endlich habe man einen bisher nie belegbaren – bei der Verurteilung von DDR-Bürgern im Zusammenhang mit Schüssen an der Grenze aber immer vorausgesetzten – „Schießbefehl“ entdeckt.

Anscheinend aus einem in einer IM-Akte enthaltenen Auftrag wird zitiert: „Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben“.

Dieser Auftrag wurde vermutlich an einen IM erteilt, der die Fahnenflucht von Angehörigen der Grenztruppen verhindern sollte.

Es handelt sich also um einen Auftrag eines Führungsoffiziers und nicht um einen Befehl oder eine Dienstanweisung.

Unklar bleibt, welche ominöse Spezialeinheit des MfS innerhalb der Grenztruppen der DDR existiert haben soll. Die Verhinderung von Fahnenfluchten war Auftrag aller IM in den Streitkräften der DDR. Fahnenflucht war eine Militärstraftat nach § 254 des StGB der DDR. Sie wird auch heute als Militärstraftat gemäß § 16 des Wehrstrafgesetzes der BRD mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft.

Die Anwendung von Schusswaffen war - wie in allen anderen bewaffneten Organen der DDR - auch im MfS durch eine Schusswaffengebrauchsbestimmung penibel geregelt. Bevor ich eine persönliche Dienstwaffe ausgehändigt bekam, musste ich, wie alle anderen Angehörigen des MfS diese Schusswaffengebrauchsvorschrift studieren und ihre Kenntnisnahme mit meiner Unterschrift bestätigen. Regelmäßig vierteljährlich musste ich ebenso mit Unterschrift aktenkundig erklären, dass ich mit dem Inhalt der Schusswaffengebrauchsvorschrift vertraut bin.

Für die Anwendung der Schusswaffe an der Staatsgrenze galt das Grenzgesetz der DDR, das einen speziellen Paragraphen zur Anwendung der Schusswaffe enthielt (§ 27 Grenzgesetz der DDR)

Kein Führungsoffizier des MfS konnte diese allgemeinverbindlichen Vorschriften außer Kraft setzen oder verändern.

Als 1973 (in Auswertung des Dramas der Olympiade in München) zur Verhinderung terroristischer Anschläge auf ausländische Teilnehmer der Weltfestspiele in Berlin eine zeitweilige Arbeitsgruppe Ausländische Festivalteilnehmer je zur Hälfte aus Angehörigen des MfS und der Deutschen Volkspolizei gebildet und worden war und ihre Einsatzstärke von mehr als 3.000 erreicht hatte, war es notwendig geworden, den Einsatz der Schusswaffe bei möglichen Geiselnahmen u. ä. zu regeln. Das konnte nur der Minister für Staatssicherheit in Abstimmung mit dem Minister des Inneren. Eine entsprechende, von Erich Mielke unterzeichnete Anweisung für den Einsatz der Schusswaffe unter diesen besonderen Bedingungen wurde von mir persönlich nach der Auflösung dieser zeitweiligen Arbeitsgruppe im September 1973 zusammen mit weiteren Unterlagen archiviert und liegt ebenso wie die Schusswaffengebrauchsbestimmung des MfS in der BStU vor.



Die Aufforderung an einen IM, die Schusswaffe ohne zu zögern einzusetzen, hebt die allgemeinen Vorschriften für den Einsatz der Schusswaffe nicht auf, sondern besagt nur, dass auch in einem solchen Fall, bei dem ein Fahnenflüchtiger nach der heutigen Terminologie mit menschlichen Schutzschilden operiert, auf einen Schusswaffeneinsatz gegen ihn nicht verzichtet werden sollte. (es ging also nicht um einen Schusswaffeneinsatz gegen Frauen und Kinder) Von einem Schusswaffeneinsatz „ohne Vorwarnung“ ist in dem veröffentlichten Text nichts zu lesen, wie auch das gesamte Dokument – aus welchen Gründen auch immer – vermutlich geheim bleiben wird. Was Zuschauer oder Leser zur Kenntnis nehmen dürfen, bestimmen Herr Knabe und Frau Birthler. Ob es dabei um die Aufdeckung der Wahrheit oder um gezielte Hetze gegen die DDR handelt, muss schon jeder selbst herausfinden.

Die Aufforderung zum Einsatz der Schusswaffe ist keinesfalls „Anstiftung zum Mord“ oder eine „Lizenz zum Töten“. Der Einsatz der Schusswaffe war den allgemeinen Vorschriften nach immer vom Ziel bestimmt die davon betroffene Person kampf- bzw. fluchtunfähig zu machen und letztlich festzunehmen. Das dabei auch Menschen getötet wurden, ist ebenso bedauerlich wie heutige Vorkommnisse, bei denen Personen von Polizisten oder verdeckten Ermittlern erschossen werden.



Mitten im Sommerloch und „rein zufällig“ passend zum Jahrestag des 13. August 1961 haben Herr Knabe und Frau Birthler wieder einmal mit Unterstützung gleichermaßen unkritischer wie diensteifriger Medien ihre Wichtigkeit unterstreichen können. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die geforderten staatsanwaltlichen Ermittlungen ausgehen werden wie das Hornberger Schießen.



Wolfgang Schmidt

11.08.2007



Nachtrag:

Nur einen einzigen Tag dauerte es, dann stellte sich heraus, dass der sensationelle Fund der BStU ein Dokument betrifft, das schon seit 1994 bekannt und bereits 1997 auszugsweise veröffentlicht worden war. Seinerzeit allerdings nicht mit der perfiden Ausdeutung der letzten Tage, gipfelnd in der Unterstellung eines "uneingeschränkten, flächendeckenden, bedingungslosen Schießbefehls gegen Frauen und Kinder".

Handelt es sich hier um Schweinejournalismus, Volksverhetzung pur, ritualisierte Stasi-Hysterie oder ist das ganze nur Erfüllung des normalen politischen Auftrags angeblich unabhängiger Medien?

W. S.

13.08.2007



2.Nachtrag:

Wider Erwarten veröffentlichte heute der "Spiegel" den vollständigen Auftrag für inoffizielle Mitarbeiter einer Einsatzkompanie, der vom "Spiegel" als "Dienstanweisung" bezeichnet wird. Diejenigen, die aus diesem Auftrag einen "bedingungslosen Schießbefehl" im Sinne einer Anweisung zum Töten von Frauen und Kindern ableiten, haben vermutlich absichtsvoll überlesen, das es im entsprechenden Abschnitt dieses Auftrages um die Verhinderung von Fahnenfluchten geht. Dabei wird u. a. gefordert, "...nach erfolgter Anwendung der Schusswaffe ... Erste Hilfe zu leisten..." sowie "... immer entsprechend den Grenzdienstvorschriften zu handeln..."

Ebenfalls zu erfahren war, dass dieses Dokument schon 1993 der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungskriminalität und 1996 dem Landgericht Berlin vorlag. Die geforderten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen müssten sich also auch gegen diese Stellen wegen des Verdachtes der Strafvereitelung richten.

Nebenbei erfährt man auch, dass die Leitung der BStU schon im Juni 2007 von der Magdeburger Außenstelle über den Dokumentenfund informiert war, offenbar aber abgewartet hat, die "Sensation" pünktlich vor dem 13. August zu verkünden.

W.S. "

14.08.2007"

Quelle : www.mfs-insider.de


zuletzt bearbeitet 15.09.2012 17:42 | nach oben springen

#82

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 17:55
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Zermatt im Beitrag #80
Zögern Sie nicht,auch bei Frauen und Kindern......allein das zeigt die Menschenverachtende Politik einer kleinen Gruppe dieses Systems.


Solche menschenverachtenden Aussagen werden in nächster Zeit noch desöfteren gefunden werden.Der Herr Jahn wirds schon richten.
Immer einhämmern, wie schlimm dieses System war,und alle die dort gedient oder mitgeholfen haben ,sind sowieso Verbrecher.
Lasst uns doch jeden Tag diese Botschaft in die Köpfe dreschen ! Hat doch schon mal geklappt nach den WK II .

Warum wird mal wieder mit zweierlei Mass gemessen ?Im Kosovo soll endlich Ruhe einkehren und man soll dort vergessen und verzeihen.Dies ist erst wenige Jahre her.Aber Sachen aus der DDR Vergangenheit werden nach mehr als 40 Jahren wieder aufgebrüht ,umgerührt und aufgetischt.Vor allem unsere Jugend ( welche ja keine Erinnerung hat ) muss kapieren ,daß es nur einen wahren deutschen Staat gibt !

Es ist einfach nur zum ...( Leider gibts diesen Smiley nicht mehr )


frank und Freundschaft haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 18:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Kosovo und ein Herr Jahn, ok, aber wir beschäftigen uns halt hier mit unserer Vergangenheit und jeder kann sein Mittun und das damalige Umfeld sicherlich bewerten wie er möchte.
Wir waren meist junge Männer als uns vor langer Zeit diese oder jene Aufgabe zugedacht wurde, jetzt mit Abstand können sich Sichten verändern und eine offene Diskussion darüber ist hier bestimmt, Forumssinngemäß, gewollt.


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#84

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 19:17
von Fritze (gelöscht)
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Hat doch niemand gesagt ,daß man darüber nicht diskutieren darf,und dafür ist dieses Forum doch ,um die Vergangenheit zu beleuchten.
Ist ja auch nur meine Meinung zum heutigen Umgang mit der Geschichte seitens unserer Regierung.
Wenn du da etwas anderes siehst ? Wir waren doch dabei und wissen was alles passiert ist,deshalb müssen wir auch aufpassen,daß die Geschichte nicht wieder verdreht wird.


zuletzt bearbeitet 15.09.2012 19:18 | nach oben springen

#85

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 19:52
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #82
Zitat von Zermatt im Beitrag #80
Zögern Sie nicht,auch bei Frauen und Kindern......allein das zeigt die Menschenverachtende Politik einer kleinen Gruppe dieses Systems.


Solche menschenverachtenden Aussagen werden in nächster Zeit noch desöfteren gefunden werden.Der Herr Jahn wirds schon richten.
Immer einhämmern, wie schlimm dieses System war,und alle die dort gedient oder mitgeholfen haben ,sind sowieso Verbrecher.
Lasst uns doch jeden Tag diese Botschaft in die Köpfe dreschen ! Hat doch schon mal geklappt nach den WK II .

[Warum[rot] wird mal wieder mit zweierlei Mass gemessen ?Im Kosovo soll endlich Ruhe einkehren und man soll dort vergessen und verzeihen.Dies ist erst wenige Jahre her.Aber Sachen aus der DDR Vergangenheit werden nach mehr als 40 Jahren wieder aufgebrüht ,umgerührt und aufgetischt.Vor allem unsere Jugend ( welche ja keine Erinnerung hat ) muss kapieren ,daß es nur einen wahren deutschen Staat gibt !

Es ist einfach nur zum ...( Leider gibts diesen Smiley nicht mehr )



ja warum eigentlich ??? und viele rennen wieder mal mit fähnchen hinterher die es aus der eigenen vergangenheit eigentlich besser wissen müßten!!!



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#86

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 21:11
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich hab nicht den ganzen Thread gelesen nur mal die 1. Seite.
In dem "Bericht" im Opener war von Spezialkräften die Rede.
Da ich nicht den ganzen Thread gelesen habe, weis ich nun nicht ob darauf schonmal eingegangen wurde.

Da wär die Frage auf welche Spezialkräfte sich das bezog.
Fakt ist, aus meiner Erfahrung und meinem Restwissen, dass ich so einen "Schiessbefehl" nicht kenne der sich speziell auf Frauen und Kinder bezog.
Das Wort Schiessbefehl, ist meinem Empfinden nach sowieso formlich falsch, denn es ich kenne keinen Befehl zum schiessen, sondern nur eine Bestimmung, wie zu verfahren ist beim stellen eines Grenzverletzers.

Was der eine da schrieb -der nicht mehr Mitglied ist und Ausbilder war- ist für meine Dienstzeit 84/85 falsch.
Logischerweise darf man in Notwehr von der Waffe Gebrauch machen und darf sie entsprechend den Bedrohungshintergründen benutzen, wie das auch heute jeder Polizist darf.
Darum gings aber in den "Ablaufsbestimmungen" garnicht, sondern um den Ablauf zum stellen eines Grenzverletzers.

Und das sah bei mir folgendermassen aus.
Möchte zufügen, dass der exakte Wortlaut mir nicht mehr exakt geläufig ist, aber der Ablauf schon.
1. Anruf: Halt Grenzposten - stehn bleiben!
2. Anruf: Halt Grenzposten - stehn bleiben oder es kann von der Schusswaffe gebrauch gemacht werden. (Abweichung möglich->mache von der Schusswaffe Gebrauch, muss von der Schusswaffe Gebrach machen)
3. Warnschuss (glaub sogar mit nochmaligem Aufruf)
4. Schuss zur Verhinderung der Fortbewegung-> Beine

Ein Befehl -oder was auch immer- zum gezielten Todesschuss, hat es in meiner Dienstzeit 84/85 nie gegeben!

Ich muss aber anfügen, dass ich nicht im Grenzwachdienst eingesetzt war und daher auch nicht täglich vorm Dienst vergattert wurde.
Daher kenne ich die Inhalte der Vergatterungen nicht, wo ja angeblich der Schiessbefehl vergeben worden sein soll.

Wie es als Grenzer Nachts war (wo viele flüchten wollten), die Hosen voll vor Angst mit grünen 18 Jahren, dunkel, ne uralte Kaschi die schon um die Ecke schoss etc. pp., dazu brauch man nichts zu sagen.
Wenn ich im dunkeln, mit zitternden Händen ohne Präzissionswaffe auf ein Ziel ziele und abdrücke, dann dürfte ich in den wenigsten Fällen genau das treffen was ich anvisiert habe.
Diese Umstände werden aber und wurden z.B. in den Mauerschützenprozessen kaum oder garnicht beachtet.
Ich gehe davon aus, dass viele der getöteten Flüchtlinge Opfer der oben genannten Umstände wurden.

Alle die nie schiessen mussten, oder überhaupt in so eine Situation die Waffe laden zu müssen gekommen sind, können glücklich sein und heute mit freier Seele Leben.
Ich zähle auch zu den glücklichen und darüber bin ich sehr froh.
Froh darüber, damals nie entscheiden zu müssen ob ich die Waffe überhaupt benutze, was auch hätte mein Tod bedeuten können (Weinhold etc.pp.) , oder gezielter Schuss auf die Beine der dann nicht in die Beine sondern in die "Hose" ging.
Wenn ich mich aber bedroht gefühlt hätte, dann hätte ich ohne zu zögern geschossen und würde das auch noch heute.
Bin auch ein Mensch der Leben möchte und wenn mir wer an die Pelle will der darf auf Widerstand hoffen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#87

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 21:38
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Bei uns war 1. anders. Halt Grenzposten. Parole?


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#88

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 21:41
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #87
Bei uns war 1. anders. Halt Grenzposten. Parole?


ein spassvogel sondershausen !!!



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#89

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.09.2012 21:41
von Duck | 1.741 Beiträge

Ich kann mich da nur meinen Vorschreiber anschließen. Ich war von 88/90 an der Grenze. Noch in der Grundausbildung wurden wir gefragt, wie wir uns
verhalten würden wenn uns ein Grenzverletzer gegenüberstehen würde, ob wir dann auch von der Schusswaffe Gebrauch machen würden. Meine Antwort
war stets die gleiche, ich würde nur schießen wenn mein eigenes Leben vom Grenzverletzer bedroht gewesen wäre. Diese Antwort wurde auch von meinen Befragern akzeptiert.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#90

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 07:44
von Pit 59 | 10.149 Beiträge

Bei uns war 1. anders. Halt Grenzposten. Parole? @Harra 318

Auf jeden Fall würde dies für die Nacht Zutreffen,da hätte Harra Recht.Postenkontrollen waren da nicht selten,und da kam der Anruf von Harra.


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#91

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 07:58
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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editiert


zuletzt bearbeitet 16.09.2012 10:57 | nach oben springen

#92

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 08:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #91
[quote=Duck|p208789]Ich kann mich da nur meinen Vorschreiber anschließen. Ich war von 88/90 an der Grenze. Noch in der Grundausbildung wurden wir gefragt, wie wir uns
verhalten würden wenn uns ein Grenzverletzer gegenüberstehen würde, ob wir dann auch von der Schusswaffe Gebrauch machen würden. Meine Antwort
war stets die gleiche, ich würde nur schießen wenn mein eigenes Leben vom Grenzverletzer bedroht gewesen wäre. Diese Antwort wurde auch von meinen Befragern akzeptiert.



Dann muss gegen Ende der 80er eine andere Sichtweise existiert haben, denn mit der Antwort wärst du eigenlich nicht an den Kanten sondern in die Küche gekommen.
Mit welchem Text seid ihr zum Grenzdienst vergattert wurden, der ursprüngliche oder fehlte da ein Passus?


zuletzt bearbeitet 16.09.2012 08:10 | nach oben springen

#93

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 08:17
von Pit 59 | 10.149 Beiträge

Andreas wir hatten das Thema schon mehrfach,auch muss der Wortlaut,so wie man das hier gehört hat immer ein anderer gewesen sein.Ob das nun an dem jeweiligen Verantwortlichen bei der Vergatterung gelegen hat kann ich nicht sagen.Ich kann mich jedenfalls an unsere Ende der 70er sehr gut Erinnern.
"Die Kompanie ist Eingesetzt zur Grenzsicherung,mit der Aufgabe Grenzverletzer Festzunehmen,und Provokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR nicht Zuzulassen " Ende und aus.Ich habe Nie das Wort "Vernichten" gehört.


zuletzt bearbeitet 16.09.2012 08:19 | nach oben springen

#94

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 08:31
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Guten Morgen Peter, ist mir schon klar, ich fage mich nur manchmal hier ob wir alle bei denselben Grenztruppen waren oder ob es gar mehrere gab?
Nun gut, egal.
Schönen Sonntag @all


zuletzt bearbeitet 16.09.2012 08:33 | nach oben springen

#95

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 08:38
von Pit 59 | 10.149 Beiträge

Nee, Nee Andreas ist vieleicht noch nicht gut.Klar waren wir bei den gleichen Grenztruppen,aber vieleicht nicht unter den Fittichen der gleichen Leute.
Ich denke schon das es da Unterschiede gegeben hat.Der eine mit Verbissener Politischer Überzeugung,und der Vieleicht noch was werden wollte,und der andere eben nicht.
So nun aber lassen wir es gut sein.
Schönen Sonntag u. Gruß aus Thüringen.

Peter


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#96

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 09:00
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #87
Bei uns war 1. anders. Halt Grenzposten. Parole?


Ja ich glaub die Parole war auch noch irgendwo mit dabei.
Wie ich schrieb, so exakt hab ich den Wortlaut auch nicht mehr auf Lager, ich war kein Postenführer und als die Ausbildung vorbei war, hab ich nur ab und zu in das grüne Buch geguckt.

Ich wollte mit meinem Text vorallem zum Ausdruck bringen, dass es keinen Schiessbefehl in dem Sinne gab, wie man ihn heute gern Vermitteln möchte, nämlich bei Sichtkontakt draufhalten, genau zwischen die Augen, um das Schwein zur strecke zu bringen. Weidmanns Heil!
So war es nämlich nicht.

Ich möchte aber keinesfalls ausschliessen, das es unter den Schützen welche gegeben haben wird, die ganz gezielt zum Todesschuss angesetzt haben.
Darum ist es wichtig, jeden einzelnen Fall ganz genau zu betrachten und kein pauschales Urteil abzugeben.
Wir hier wissen das, nur die Probagandamaschinerie nicht.

Dennoch gings in den Text im Eröffnungsposting des Threads um Spezialkräfte.
Ich nehme mal an, dieser angebliche Befehl -sofern er denn wahr war- der da beschrieben ist, bezieht sich auf besondere Lagen und mit Spezialkräfte könnten hier die Sicherungskompanien gemeint sein.
Ich nehme an der zitierte Text ist stark aus dem Kontext gerissen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
zuletzt bearbeitet 16.09.2012 10:22 | nach oben springen

#97

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 09:27
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich nehme mal stark an, dass sich die Schusswaffengebrauchsbestimmungen und die Bestimmungen zum Ablauf beim aufspüren eines Grenzverletzers, in all den Jahren etwas verändert hat, daher wohl die Unterschiede.

Was die Vergatterung angeht, da weis ich nicht ob der Text überall gleich war, oder ob der durch einen leitenden Offizier vor Ort vorgegeben wurde.
Unser Polit rainman2 könnte das vielleicht noch wissen.

Wie gesagt, vom 1. Tag bei den GT bis zum letzten Tag bei den GT, gab es für mich, zu keinem Tag, ein Befehl zum gezielten Todesschuss, sondern WENN, dann Anwendung der Schusswaffe als letztes Mittel, wenn diese Anwendung unausweichlich geworden ist, dann Behinderung der Fortbewegung mit Schuss auf die Fortbewegungsgliedmassen.
Aufstaffelungen in Frau, Kind, Mann, Oma, Opa, Hund, Katze, Maus, gab es bei uns normalen Grenzsoldaten nicht.
Ob explizit darauf verwiesen war, auf Frauen und Kinder nicht zu Schiessen, dass kann ich jetzt nicht mehr genau sagen, in meiner Ausbildung war stets vom Grenzverletzer die Rede.
Nicht auf Kinder zu schiessen, wenn diese als Kinder deutlich erkennbar sind, versteht sich von selbst für jeden Menschen mit gesundem Menschenverstand, dazu bedarf es auch keine Gesetze oder Bestimmungen.
Frauen können auch Grenzverletzer sein, genau wie es Soldatinnen gibt die in den Krieg ziehn wie Männer das tun, daher erschliesst sich mir so eine spezielle Anordnung auch nicht so recht.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#98

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 10:12
von utkieker | 2.921 Beiträge

Zitat von Harra318 im Beitrag #87
Bei uns war 1. anders. Halt Grenzposten. Parole?

... und als Antwort kam dann (meistens) - "Wir sind's doch blos" - "Achso"

Gruß Hartmut


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#99

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 12:48
von Gelöschtes Mitglied
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Endlich mal ganz vernüftige und ehrliche Meinungen zum gebrauch der Schußwaffe im Grenzdienst . Wie ich mich an der Grenze zu verhalten habe , lernte ich von den älteren Grenzern kennen. Sie brachten mir und uns bei ,wie man die bevorstehende Zeit draußen an der Grenze ohne schwerwiegende Folgen über die Runden bringen konnte. Hierbei ging es vorwiegend um das Verhalten draußen am Tage und in der Nacht. Da gab es bestimmte Rituale , ableuchten des Postenplatzes bei erscheinen mit der Taschenlampe , beim wechseln des Platzes klappern beim gehen und erzählen. Oder mal abschießen eines Sterngelb (.Vorfeldbeluchtung ) um zu sehen ob der Zaun noch steht.
Vor den nächtlichen Kontrollenstreifen hatte niemand angst, Da ich speziell immer mit den Regiementskontrollen raus mußte , merkte ich damals schon wie ängstlich diese Offiziere waren als es nachts rausging . Denn an der grünen Grenze war vieles lockerer als an der Berlinermauer. mG ratata


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#100

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.09.2012 13:19
von OHS_Feldwebel (gelöscht)
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Zitat von Gast im Beitrag #25
...ich bin im Osten geboren und Sohn eines Unteroffiziers der NVA...

Allein deine Zahl zwischen 300 und 1000 Toten an der Grenze zeigt deine Einstellung...

1008 Opfer der Grenze hat es gegeben, denn warum sollte man die vergessen, die sich in der Haft das Leben nahmen, in der Ostsee ertranken oder bei Unfällen an der Grenze ums Leben kamen ? Ach so, das war ja deren eigene Schuld... [bloed]


hi manudave
ich frage nur aus neugier zu deine zahl (1008), sind dort auch die grenzsoldaten mitgezählt, welche im grenzdienst
bei der verteidigung ihres vaterlandes getötet wurden?? (ob nun von grenzverletzern oder flüchtlingen).
gruss feldwebel


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