#381

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.06.2016 10:21
von Pit 59 | 10.122 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #379
Du hast recht, ich bin 62 gegangen worden und hatte das Glück, ein Studium machen zu können.. Und Du hast auch in anderer Hinsicht recht. Ich kann mich manchmal in die Grenzerzeit danach nicht hineindenken. Verstehe vieles nicht, was da so geschah. Manchmal komme ich selbst dahinter, dass das andere Menschen waren, Wehrpflichtige, die schließlich nur das Ansinnen hatten, ihre Dienstzeit herumzubekommen. Unsere Begeisterung der ersten Jahre gab es wohl nicht mehr, höchstens noch berufs oder stellungsgebunden. Wie heute.
Der 39.


So war es,auch bei mir(uns) ende der 70er.Mir( uns ) gab natürlich auch Ausnahmen,war es doch auf Deutsch gesagt Scheissegal ob welche abhauen,und über jeden der es geschaft hat habe ich mich gefreut.Ich habe es schon oft hier geschrieben,wenn die "Oberen" gewusst hätten wie wir "Ihre" Grenze bewachen die hätten die Tobsucht bekommen.


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#382

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.06.2016 12:34
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #372
Zitat von Freienhagener im Beitrag #371
Komm wal wieder runter mit der Theorie.

"Auf die Beine schießen" ist solch eine schöne Theorie....geschaffen von Leuten am Schreibtisch, um sich selbst besser erscheinen zu lassen.

Doch man stelle sich die Praxis vor: Eine Person, relativ weit weg, in der Dämmerung und dazu sich schell bewegend, mit "rotierenden" Beinen.
Wer auf den schießt, der trifft eher zentrale Teile.
Aber selbst ein Schuß "nur" in ein ziviles Bein ist alles mögliche (z. B. notwendig für die Verhinderung eines Durchbruchs), aber nicht ehrenvoll.

Ich bleibe dabei, dass es keine schöne Theorie war, beweißt Du ja selbst, suchst Dir ein extremes Beispiel aus. Weit weg, Dämmerung, schnell bewegend, rotierende Beine. Das war immer und zu allen Zeiten eine Ermessensfreiheit des Postenführers, ob ein gezielter Schuss überhaupt die Aussicht auf Erfolg hat. Bist wohl nur Theoretiker, der vom Hörensagen spricht, Über schöne Theorie hast Du geschrieben, warst Du denn schon in solcher Situation?
Ich verkenne wahrlich nicht, dass es immer eine Extremsituation darstellt für den Postenführer, wenn er schießen muss., wenn er zögert, wenn ihm beim Schuss auf einen Menschen tausenderlei Dinge durch den Kopf gehen. Ist Theorie Dein Lieblingswort? Oder bist Du micht fähig, eine ernsthafte Sache auch ernsthaft zu betrachten?
Nichts für ungut, will Dich nicht kränken oder ärgern, aber, aber der gezielte Schuss ist eins der wahrhaft ernstesten Probleme an der Grenze gewesen, so sollte es auch gesehen werden.
Der 39.



Du bist also Praktiker, der nicht nur vom Hörensagen spricht?

Aber jedem Praktiker, der nichts weiter getan hat, als Grenzdienst ohne Vorkommnisse, ist klar, daß einer, der abhauen wollte, einem nicht am hellichten Tag vor die Füße lief.

Daß die Vorschrift keine schöne Theorie war, habe ich zum Ausdruck gebracht.
Und daß das Schießen das ernsteste Problem an der Grenze war, das bestreitet niemand - im Gegenteil. Das hat das Gewissen beschäftigt, welches nicht nach der Dienstvorschrift fragt.
Extremsituationen sind das immer. Daß ein Schießen auf Zivilisten ehrenvoll sein soll, nur weil man nach Vorschrift handelt, kann ich nicht nachvollziehen.

Das mit den "Frauen und Kindern" stammt wohl aus der Seefahrt. Doch da heißt es "zuerst" - d.h. die Männer werden auch gerettet.
Im Zusammenhang mit der Grenze zeugt dieses "nicht auf Frauen und Kinder" von Scheinmoral/Teilmoral. Weil auch Männer Menschen sind (ganz abgesehen, daß man unter den geschilderten schwierigen Bedingungen sicherlich schwer erkennen konnte, ob eine Person weiblich war oder minderjährig).

M. E. bleibt die Ehre gewahrt, wenn ausschließlich auf bewaffnete Angreifer geschossen wird.
Den Umgang mit Zivilisten regeln Konventionen, die über solchen Dienstvorschriften stehen. Demnach sind Zivilisten sogar im Krieg zu schonen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 15.06.2016 12:35 | nach oben springen

#383

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.06.2016 12:58
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Eine Frage bewegt mich noch.

In späteren Zeiten war der "Grenzverletzer" für die Posten generell ein Unbekannter.

Aber in früheren, freiwilligen Zeiten, gab es noch eine Zeit lang erlaubten Grenzverkehr von Leuten, die vorher in der Mitte Deutschlands keine Grenzhindernisse kannten.
Diese Leute werden folgende Verschärfungen mit Unwillen hingenommen haben.
Es war doch so, daß die Grenzbewohner zunächst versuchten, ihre alten Gewohnheiten beizubehalten, nicht nur abzuhauen, sondern "drüben" sonstwas zu erledigen und zurück zu kommen.

Und ohne die perfektionierten Grenzanlagen späterer Zeit dürfte die Schußwaffe (zumindest die Androhung des Gebrauchs) damals eine größere Rolle gespielt haben.

Meine Frage also:
Waren damalige "Grenzverletzer" nicht oft Bekannte, Bewohnern der Umgebung? Und die Verwandten und Nachbarn des Festgenommenen/Verletzten waren demnach Nachbarn der Grenzkompanie.

Wie war das, wenn man solch einem Bekannten beim Grenzdurchbruch begegnete?

Gut finde ich an der freiwilligen Zeit nur die Freiwilligkeit.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 15.06.2016 13:11 | nach oben springen

#384

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.06.2016 18:21
von der 39. | 520 Beiträge

Was die Grenzbewohner betrifft, so war es wirklich, ihre Beziehungen zum Nachbarort oder zu Eltern, Kindern, die ins Nachbardorf geheiratet haben, war sehr intensiv. Als ich Anfang 1949 i die Gegend um den Arendsee kam, ging man wirklich noch im wesentlichen ungehindert ins Nachbardorf, West-Ost und Ost West. Es ging auch mal 1 Sack Saatgetreide oder Saatkartoffeln seinen Weg in beide Richtungen. Doch so sehr sich die Nachbarn kannten, den Grenzkameraden waren sie im wesentlichen nicht oder nur aus der Kneipe bekannt. Wenn aber Schieber ( so nannten wir das damals) ankamen waren die Augen offen und es wurde festgenommen.
Ab und an, entsinne ich mich, machten wir 12-Stundendienst, wenn größere Transporte avisiert waren, also wenn Maschinenparks oder Lagerbestände aus dem Osten gezogen wurden. Das war nicht selten. In diesen ersten Jahren verschwand ein beträchtlicher Teil ostdeutscher Firmen auf diese Weise. Man müsste mal recherchieren, ich entsinne mich nur noch an die ganze Textilindustrie aus Glauchau/Meerane und die Industrie um Staßfurt/Nordhausen... Aber das war weitaus mehr, aber ich weiß es nicht mehr. Was spielten da schon. 4 Ferkel eine Rolle, die zum Bruder im Nachbardorf gebracht wurden. Auch die westlichen Zöllner haben zwar aus anderer Sicht, aber dennoch ähnlich gehandelt. Habe ich glaube schon mal geschrieben, wir haben sogar mal Skat mit den Zöllnern gespielt, einmal, aber immerhin. Wir gaben Tipps, und bekamen welche.
Nach Gründung der DDR und dem schrittweisen Ausbau des Grenzregimes verblieb das alles so allmählich. Ein neues Gewerbe entstand in Grenznähe: die Grenzführer..Die Grenzverletzer aus dem Hinterland wurden an den Bahnhöfen zB. Haldensleben, Gunsleben uva eingesammelt und gegen entsprechende Schmuck- und Naturalienzahlungen über die Grenze gebracht. Grenzführer mit ihren Anhängern waren eine lange Zeit das Tagesgeschäft für die Grenzer. Nachdem in Beendorf in der Gaststätte Waldkater auf dem Saal ein öffentlicher Schauprozess gegen Grenzführer mit harten Strafen durchgeführt worden war, ließ das nach. Parallel dazu aber auch wurde der Grenzdienst immer militärischer und aus den Kameraden wurden Genossen, aus den Volkspolizisten wurden Soldaten, aus dem alten K98 und der 08 wurden K100, MPiK und Makarow.
Damit änderte sich auch der Geist der Grenzer und die Begeisterung für das Neue in der DDR ging stückchenweise verloren. So habe ich das gesehen, erlebt und empfunden und so bitter mein Abschied 1962 war, im Inneren hatte ich mich wohl schon ein wenig gelöst, es war gar nicht so schmerzhaft zu gehen, wie ich es immer befürchtet hatte.
Wenn das ot ist werft es bitte raus, aber ich dachte, man kann das mal aussprechen, ich habe nur in diesen Jahren echte Begeisterung und Kameradschaft gespürt, ich dachte damals, es geht immer weiter vorwärts, es lohnt sich zu kämpfen, persönliches muss zurückstehen. Lacht nicht, ich war davon fest überzeugt, meint der 39.


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#385

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.06.2016 19:47
von Fritze | 3.474 Beiträge

Danke @der 39. für deine Schilderungen . Wir Jüngeren kennen diese Zeiten ja nur vom erzählen oder aus Büchern .

Und die meisten kennen nur die milit. Organisation der Grenze !

Bei Deinen Schilderungen muss ich immer gleich an die Bücher von Karl Wurzberger denken , besonders an "Das Geheimnis des Rockensteins".

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#386

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 15.06.2016 20:59
von berlin3321 | 2.512 Beiträge

39 ziger, ich meine, aus dem Harz ist damals Normag, der Traktorenhersteller in den Westen "verschwunden". An dem Standort wurde dann die Brockenhexe gebaut, die gab es nur im Osten.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#387

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.06.2016 00:34
von vs1400 | 2.359 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #374


Die Vorschriften waren nie schwammig, aber vielleicht für den einen VS nicht ganz zu verstehen... Das Problem waren nicht die Vorschriften sondern einzig das Fehlen der strafrechtlichen Verantwortung!




es ist und bleibt halt auch meine sichtweise, exgakl,
dass musst du mir einfach zugestehen.

natürlich wurden berufskader, in dieser hinsicht, etwas anders, vertraulicher behandelt und hatten daher mehr einsicht in diese thematik.
doch "der eine" vs bezog seine aussage auf gwd'ler, postenführer.
diese waren nicht das problem und dass kann jeder in diesem forum herauslesen, doch sie wurden verpflichtet und ja,
sie gingen diesen deal ein, meist zähneknirschend und dann hatte man es halt hinter sich. als goody zog ja noch der höhere verpflegungssatz und diverse zuschläge, um nicht nein zu sagen.
den preis zahlten viele erst im nachhinein und dem damaligen hoffen auf nen sauberen abgang.

was die strafrechtliche verfolgung betraf, dies war eher kalkül und wurde nie wirklich erklärt und man wich der antwort, zb. bei vergatterungen, eher aus.dump wurden dv's zittiert und auf weiter fragen antwortet man nicht selten ... "möchten sie genosse xxxx die ablösung weiter verzögern,?".
welcher depp wollte sich denn diese last auflegen und den anschließenden spießrutenlauf in kauf nehmen?

theorie und praxis, exgakl.


gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#388

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.06.2016 01:38
von vs1400 | 2.359 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #379
Du hast recht, ich bin 62 gegangen worden und hatte das Glück, ein Studium machen zu können.. Und Du hast auch in anderer Hinsicht recht. Ich kann mich manchmal in die Grenzerzeit danach nicht hineindenken. Verstehe vieles nicht, was da so geschah. Manchmal komme ich selbst dahinter, dass das andere Menschen waren, Wehrpflichtige, die schließlich nur das Ansinnen hatten, ihre Dienstzeit herumzubekommen. Unsere Begeisterung der ersten Jahre gab es wohl nicht mehr, höchstens noch berufs oder stellungsgebunden. Wie heute.
Der 39.


zumindest hatten "wir" nicht diesen historischen hintergrund, der39, zb. deiner generation.

begeisterung findet man halt eher in zeiten, in denen man hoffnung trägt und veränderungen erkennen kann.
ein wenig später beschreibt man sein glück, ohne ins detail zu gehen und setzt dabei nen allgemeinverständnis voraus ...

zu deinen letztem satz,
ja.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#389

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.06.2016 08:06
von SET800 | 3.090 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #374

Die Vorschriften waren nie schwammig, aber vielleicht für den einen VS nicht ganz zu verstehen... Das Problem waren nicht die Vorschriften sondern einzig das Fehlen der strafrechtlichen Verantwortung!




Hallo,
war das wirklich ein Problem? Wurden Grenzverletzter von Rambotypen abgeknallt obwohl objektiv ( wie es sich hinterher darstellte ) der Durchbruch auch anders vermieden werden konnte?

Waren da diziplinarische/strafrechtliche Maßregelungen nötig um Killer an Wiederholungen zu hindern?

Es war eben so daß die Gesamtumstände aus Moskaus Wünschen, volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten und BRD-Staatsbürgerrecht die militärische Grezsicherung nötig machte, so von der Staats- und Parteiführung beschlossen wurde.

Und die Zahlen der ohne Schußverletzungen Festgenommenden ( schon in Greznähe kontrollierten ) sprechen dafür daß scharfer Waffeinsatz real nur das letzte Mittel war.

Praktisch für den Grenzer, was bedeutete es einen Toten oder Schwerverletzten im Dienst zu haben oder schlicht jemand nur festgenommen und nach Meldung den abholen lassen. Ganz einfach betreff Berichte schreiben, genaue Meldungen wiederholt vortragen, Befragung durch höhere Dienstränge, versautes Wochenende usw.?

War schlicht sogar reiner Egoismus schon ein wichtiger Grund die Schußwaffe wirklich nur als letztes Mittel einzusetzen, unabhängig von Ethik und Gewissen?



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#390

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.06.2016 09:09
von S51 | 3.733 Beiträge

Nein, in aller Regel (es gab Ausnahmen wie den meines Wissens einzigen rechtskräftigen Fall bei Potsdam, wo jemand nach der Wende wegen Mordes verurteilt wurde) waren Schusswaffenanwendungen eher die extrem schief gelaufenen Aktionen. Bei denen alles schlecht gelaufen ist und extreme Überforderung der Schützen hinzukam. So das sie dann halt "hin gehalten" haben. Dafür spricht in solchen Momenten auch der meist sehr hohe Munitionsverbrauch mit eher zufälligen Treffern.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


der 39., vs1400, Cambrino und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#391

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.06.2016 00:36
von vs1400 | 2.359 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #390
Nein, in aller Regel (es gab Ausnahmen wie den meines Wissens einzigen rechtskräftigen Fall bei Potsdam, wo jemand nach der Wende wegen Mordes verurteilt wurde) waren Schusswaffenanwendungen eher die extrem schief gelaufenen Aktionen. Bei denen alles schlecht gelaufen ist und extreme Überforderung der Schützen hinzukam. So das sie dann halt "hin gehalten" haben. Dafür spricht in solchen Momenten auch der meist sehr hohe Munitionsverbrauch mit eher zufälligen Treffern.


hm, S51,
waren dies nicht eher hausgemachte fehler in der planung, zusammenstellung der postenpaare?
man legte mehr wert auf die "blutgruppe" und vernachlässigte dadurch die erfahrung der älteren.
klar,
auch ich wurde von gefreiten - pf eingewiesen, doch eben nicht von einem der gerade mal eben diesen punkt erlangt hatte.

in anfang '89 hat man uaz zu kgsi gemacht, welche gerade mal nen halbes jahr im busch waren.
sie bestanden halt den lehrgang.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#392

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.06.2016 06:13
von damals wars | 12.113 Beiträge

Bei einer Schusswaffenanwendung in Kleinmachnow hatte der Posten einfach Pech, das der GV auf
seiner Seite über die Hinterlandsmauer/den Grenzsignalzaun kletterte, und nicht beim Postenführer.
Da war der Bereich bis zum Zaun ins Vorgelagerte höchsten 10 Meter breit, ein Handeln im klasschen Sinne,
absitzen und sperren war einfach nicht möglich, so kam es zur folgenlosen Schußwaffenanwendung.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 19.06.2016 06:13 | nach oben springen

#393

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.06.2016 12:03
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #387
Zitat von exgakl im Beitrag #374


Die Vorschriften waren nie schwammig, aber vielleicht für den einen VS nicht ganz zu verstehen... Das Problem waren nicht die Vorschriften sondern einzig das Fehlen der strafrechtlichen Verantwortung!




es ist und bleibt halt auch meine sichtweise, exgakl,
dass musst du mir einfach zugestehen.

Du darfst gern deine Sichtweise haben...

natürlich wurden berufskader, in dieser hinsicht, etwas anders, vertraulicher behandelt und hatten daher mehr einsicht in diese thematik.
doch "der eine" vs bezog seine aussage auf gwd'ler, postenführer.

Blödsinn, wer hat dir den Schmarn erzählt? Und bitte wo war in der Dienstdurchführung der Unterschied zwischen Berufssoldaten und GwD?

diese waren nicht das problem und dass kann jeder in diesem forum herauslesen, doch sie wurden verpflichtet und ja,
sie gingen diesen deal ein, meist zähneknirschend und dann hatte man es halt hinter sich. als goody zog ja noch der höhere verpflegungssatz und diverse zuschläge, um nicht nein zu sagen.
den preis zahlten viele erst im nachhinein und dem damaligen hoffen auf nen sauberen abgang.

was die strafrechtliche verfolgung betraf, dies war eher kalkül und wurde nie wirklich erklärt und man wich der antwort, zb. bei vergatterungen, eher aus.dump wurden dv's zittiert und auf weiter fragen antwortet man nicht selten ... "möchten sie genosse xxxx die ablösung weiter verzögern,?".
welcher depp wollte sich denn diese last auflegen und den anschließenden spießrutenlauf in kauf nehmen?

Also du scheinst einer der wenigen gewesen zu sein, dem die Last schon damals bekannt war, aber offensichtlich wolltest du nicht als Depp da stehen


theorie und praxis, exgakl.

therotisch bist du richtig Spitze

gruß vs





Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#394

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 00:14
von vs1400 | 2.359 Beiträge

ein danke muss ich nun jedoch nicht von mir geben, exgakl.

meine aussage bezog sich in keinster weise auf die, von dir erwähnte dienstdurchführung.
es ist eben kein schmarren oder blödsinn, dass berufskader mehr informiert waren, über DV's, wie eben gwdl'er.
gab es da nicht monatliche auswertungen des gak-zuges und fragen der neuzugänge, dieses zuges?
ok, exgakl, hast vielleicht deine anfangszeit vergessen.

ich war nicht einer der wenigen, exgakl,
ich gehörte zur masse
und du?

gruß vs

ps: es wäre echt nett, wenn du mein zitat nicht derartig verändern würdest.


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 21.06.2016 00:17 | nach oben springen

#395

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 07:39
von exgakl | 7.223 Beiträge

Mein lieber @vs1400 willst du mir jetzt wirklich unterjubeln, das die Berufssoldaten das Grenzgesetz, speziell die §26 und §27 besser kannten als Grundwehrdienstler und UaZ?
Nee lass mal... vielleicht hast du damals einfach nur ein bissel getrieft?

Und was bitte hat jetzt eine Auswertung des GAK Zuges damit zu tun? Neuzugänge? Wir hatten nie die volle Besetzung und du faselst was von Neuzugängen?
Ok... da du nach eigenen Aussagen zur Masse gehörtest, möchte ich jetzt die Masse nicht wirklich an dir festmachen...

Ich wünsche dir einen sonnigen Tag und für mich hat sich die Diskussion hier beendet, das bringt einfach nichts!


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zuletzt bearbeitet 22.06.2016 06:07 | nach oben springen

#396

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 08:21
von damals wars | 12.113 Beiträge

Berufssoldaten durften auch ohne Posten in den Grenzdienst, das war schon ein gewaltiger Unterschied.
Damit konnten sie auch ganz anders handeln und ich kann mir nicht vorstellen,
das es dafür keine besonderen Vorschriften gab.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#397

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 08:52
von exgakl | 7.223 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #396
Berufssoldaten durften auch ohne Posten in den Grenzdienst, das war schon ein gewaltiger Unterschied.
Damit konnten sie auch ganz anders handeln und ich kann mir nicht vorstellen,
das es dafür keine besonderen Vorschriften gab.


Na Hubert, für dein Halb- bzw. Nichtswissen bist du ja nun schon richtig berühmt im Forum.....
Es durften nicht nur Berufssoldaten, sondern auch z.B. UaZ ohne Posten in den Grenzdienst... klingt komisch, ist aber so.
Offensichtlich bist du nicht in den Genuß gekommen sonst würdest du heute noch irgendwo in den Wäldern um Berlin rumirren
Nun wollen wir aber nicht vergessen zu sagen, dass das auf den Dienst im Hinterland zutraf... in der Regel, laut Vorschrift

So und nun erläutere mir mal deine Vorstellungen, was das "andere" handeln betraf, das wovon du meinst, das es keine besonderen Vorschriften gab.....


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#398

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 10:30
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #397

Es durften nicht nur Berufssoldaten, sondern auch z.B. UaZ ohne Posten in den Grenzdienst... klingt komisch, ist aber so.


Ich setz' mal noch eins drauf, während ihr noch rausfindet, wer mehr weiß:
Es durften nicht nur Berufssoldaten und UaZ ohne Posten in den Grenzdienst, sondern auch Grundwehrdienstler...

Die SiK Marienborn hatte einen Postenpunkt, der planmäßig nur von einem (bestätigten) Postenführer besetzt wurde. Er bewachte den Eingang zum Raum der Sicherstellung der Eisenbahn-GÜSt Marienborn. Nachts war das Tor geschlossen und gesichert und der Postenpunkt namens B5 unbesetzt. Aber tagsüber wurde dieser wichtige Postenpunkt, der uneinsehbar von weiteren Postenpunkten praktisch freien Zugang zur GÜSt ermöglichte, nur von einem Gefreiten besetzt.
Auch der Gehilfe des Diensthabenden Offiziers auf der Eisenbahn-GÜSt, der noch nicht einmal Postenführer war, handelte nach einer Einweisungsschicht zu einem großen Teil selbstständig und allein im Inneren der GÜSt. Er kontrollierte z.B, allein Grenzsignalzäune und Signalanlagen der GÜSt, führte Alarmüberprüfungen durch und, wenn der DHO des nächtens schlief, managte er praktisch im Alleingang den grenzüberschreitenden Verkehr und überwachte die fristgerechte Kontrolle der Züge durch PKE und Zoll.
Außerdem musste er regelmäßig bei gutem Wetter allein mit dem Fahrrad die Ablösung fahren, da der GDHO/E im Gegensatz zum Rest der Truppe 12-h-Schichten schob, so dass seine Ablösung leider nur einmal am Tag mit der des restlichen Eisenbahnaufzuges zusammenpasste.
Das hört sich jetzt vielleicht banal an, aber der "frische" Soldat fuhr mit voller Bewaffnung allein auf dem Fahrrad aus der Kaserne unmittelbar an der Grenze bis ins ca. 5 km entfernte Marienborn durch den Schutzstreifen und das Grenzgebiet bzw. zurück. Ich finde, das ist eine Menge Vertrauensvorschuss für einen Soldaten, der noch nicht viel Grenzerfahrung hatte.
Tatsächlich hat sogar einmal einer meiner GDHO-Kameraden auf der Fahrt zum Bahnhof eine Festnahme realisiert, als er einen Zivilisten im Straßengraben entdeckte, der da nicht so richtig hingehörte.


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#399

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 10:41
von der 39. | 520 Beiträge

Warum vergesst Ihr meistens einen Zeitbezug herzustellen?
Jeder hier genannte Fakt hatte seine Zeit , von ... bis... Und am nächsten Tag war es anders vorgeschrieben oder gehandhabt. Die Gesetze hatten eine relativ lange Gültigkeit, die Durchführungsbestimmungen und gar die Handhabung der Bestimmungen wechselten regelmäßig. Wenn also ein Fakt genannt wird, bitte schreiben, wann das gewesen sein soll.
Der 39.


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#400

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 21.06.2016 10:50
von sentry | 1.077 Beiträge

@der 39.

Sorry, hast recht. Mach' ich auch sonst immer.
Mein Beitrag entstammt eigenen Erlebnissen in der SiK Marienborn 1987-88.
87 war ich oft GDHO/E und 87/88 noch öfter B5-Posten.


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zuletzt bearbeitet 21.06.2016 10:51 | nach oben springen



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