#301

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.05.2016 21:13
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Du meinst heute dürfen Frauen auch Frauen erschießen was früher Männern vorbehalten war?


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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#302

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.05.2016 21:53
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Hmm, mehr im Sinne "Schießen Sie nur auf Erwachsene".

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#303

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.05.2016 22:00
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Diese komische Schusswaffengebrauchsbestimmung, was für ein Wortungetüm, war und ist doch eher was für euch westgeborene, nachwendig wurde dieses Wortungetüm auch als gesamtdeutsch übernommen, glaub mir, die Schusswaffengebrauchsbestimmung konnte in gewissen Zeiten von privaten Leuten ganz privat ausgelegt werden, vergesse eure korrekten Wachvergatterungen nach Papier für ein eingezäumtes militärisches Objekt in Westdeutschland.
Hier ging es um etwas ganz höheres, den Weltfrieden, da musste es Kompromisse geben.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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zuletzt bearbeitet 16.05.2016 22:05 | nach oben springen

#304

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 16.05.2016 22:19
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Ich erklär es mal mit ganz einfachen Worten für Ari und Set, bei euch drangen Leute in ein militärisches Sicherheitsobjekt ein um was böses zu machen, bei uns rannte Herr Mustermann nebst seiner Verwandschaft nur um seine/ihre Freiheit, wir mussten beide platt machen endkonsequenzlich, ist schon ein Unterschied, oder?
1983 hätte ich auch ohne mit der Wimper zu zucken gezielt abgedrückt auf alles was rennt, Mann, Frau, Kind egal, war für diese Aufgabe bereit gemacht und hatte sie angenommen, mir war mein Arsch näher als der Rock.
Im hellen Tageslicht hätte ich auch differenziert, aber nachts hätte ich nach Anruf auf alles geschossen was nicht sofort die Arme hebt.
In längeren Lagen als bewaffnete Sowjetsoldaten am Zaun kratzen konnten war auch immer der kalte in der Kammer drin und die Raste auf Dauerfeuer, da dämmerte auch einer mal wenn es über 5 Stunden ging und der andere wachte, ich verstehe immer noch nicht wie sich die zwei armen Hunde so vom Weinhold haben abschlachten lassen, da muss doch was auf Kommandoebene schief gelaufen sein, die wussten sicherlich nicht in welcher Gefahr sie tatsächlich schwebten.
Die Luftschießer bewundere ich für ihre sichere Konsequenz.


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zuletzt bearbeitet 17.05.2016 00:16 | nach oben springen

#305

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:11
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #299

Hätte man auch "den Mann neben sich" ablehnen können, wenn man kein gutes Gefühl oder viellt. persönl. Differenzen mit ihm hatte?
Ich meine, sowas könnte sich ja auch auf die erforderliche Konzentration bei der Dienstausführung etc. auswirken.



nein TAO,
die postenpaare wurden auf ner etwas höheren ebene zusammengestellt.

wie,
dafür brauchst du nur einige seiten nachlesen.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#306

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:38
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Boa TAO, nun hat dich ja unser GT-Enduffz, wo alle anderen schreiend weggerannt wären mit so einer Jobofferte, war ja nicht mal ein Job, mit ner echten Info versorgt.
Hätt ich dir auch sagen können mit nur Blech ohne der fetten Silberlitze auf der Schulter


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#307

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:38
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #304
Ich erklär es mal mit ganz einfachen Worten für Ari und Set, bei euch drangen Leute in ein militärisches Sicherheitsobjekt ein um was böses zu machen, bei uns rannte Herr Mustermann nebst seiner Verwandschaft nur um seine/ihre Freiheit, wir mussten beide platt machen endkonsequenzlich, ist schon ein Unterschied, oder?
1983 hätte ich auch ohne mit der Wimper zu zucken gezielt abgedrückt auf alles was rennt, Mann, Frau, Kind egal, war für diese Aufgabe bereit gemacht und hatte sie angenommen, mir war mein Arsch näher als der Rock.
Im hellen Tageslicht hätte ich auch differenziert, aber nachts hätte ich nach Anruf auf alles geschossen was nicht sofort die Arme hebt.
In längeren Lagen als bewaffnete Sowjetsoldaten am Zaun kratzen konnten war auch immer der kalte in der Kammer drin und die Raste auf Dauerfeuer,
da dämmerte auch einer einer mal wenn es über 5 Stunden ging und der andere wachte, ich verstehe immer noch nicht wie sich die zwei armen Hunde so vom Weinhold haben abschlachten lassen, da muss doch was auf Kommandoebene schief gelaufen sein, die wussten sicherlich nicht in welcher Gefahr sie tatsächlich schwebten.
Die Luftschießer bewundere ich für ihre sichere Konsequenz.


genau deshalb, Hanum83,i
hab ich immer meine posten beachtet.
besonders die neuen oder eben auch die, für mich, beachtenswerten und dass bei lagen noch etwas mehr, als die lage.

du warst auch damals kein rambo ... hast funktioniert ...
... mit ner kalten in der kammer.

egal ...
... luftschießer sind so wenig vorhanden wie schießer, in diesem forum.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#308

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:40
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Mein Vorpost war schneller


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#309

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:42
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Irgendwie mag ich dich aber du alter Gummi-Rocker, mal ein Bierchen tanken?
Wo hältst du dich normal so auf, geographisch?


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zuletzt bearbeitet 17.05.2016 00:45 | nach oben springen

#310

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:47
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #304
Ich erklär es mal mit ganz einfachen Worten für Ari und Set, bei euch drangen Leute in ein militärisches Sicherheitsobjekt ein um was böses zu machen, bei uns rannte Herr Mustermann nebst seiner Verwandschaft nur um seine/ihre Freiheit, wir mussten beide platt machen endkonsequenzlich, ist schon ein Unterschied, oder?
1983 hätte ich auch ohne mit der Wimper zu zucken gezielt abgedrückt auf alles was rennt, Mann, Frau, Kind egal, war für diese Aufgabe bereit gemacht und hatte sie angenommen, mir war mein Arsch näher als der Rock.
Im hellen Tageslicht hätte ich auch differenziert, aber nachts hätte ich nach Anruf auf alles geschossen was nicht sofort die Arme hebt.
In längeren Lagen als bewaffnete Sowjetsoldaten am Zaun kratzen konnten war auch immer der kalte in der Kammer drin und die Raste auf Dauerfeuer, da dämmerte auch einer mal wenn es über 5 Stunden ging und der andere wachte, ich verstehe immer noch nicht wie sich die zwei armen Hunde so vom Weinhold haben abschlachten lassen, da muss doch was auf Kommandoebene schief gelaufen sein, die wussten sicherlich nicht in welcher Gefahr sie tatsächlich schwebten.
Die Luftschießer bewundere ich für ihre sichere Konsequenz.


Ich glaube darüber können wir uns kein Urteil erlauben. Aber eins sei gesagt,ein Angreifer aus dem Hinterhalt,hat immer den ersten Vorteil, wenn er dazu noch bewaffnet ist.


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#311

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 00:47
von Hanum83 | 4.674 Beiträge

Vertippt


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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zuletzt bearbeitet 17.05.2016 09:31 | nach oben springen

#312

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 10:35
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Oss`n im Beitrag #286

Will mich ja nicht so sehr in euren Privatkrieg einmischen, aber bei einer "Lage" mit einem "Frischling" hatte ich eigentlich 2 Gefahren.
Die Ursache der "Lage" kannte ich oder auch nicht.
VGD Ost - West ! Nr.1 (umgedreht sehr selten)
"Frischling" Risiko Nr.2


Das habe ich damals anders empfunden. Mulmige Gefühle hatte ich eigentlich nur, als ich selber Frischling war.
Einerseits kannte man den Abschnitt nicht so gut und war ja sowieso noch etwas aufgeregt in diesem potenziell lebensgefährlichen Gebiet.
Andererseits war man praktisch voll dem Postenführer ausgeliefert. Er konnte einen hierhin und dorthin befehlen und sollte sowieso üblicherweise mit seiner AK und 60 Schuss hinter dem Posten laufen. Man konnte also nicht einmal etwas dagegen sagen, wenn er das tat.
Ich glaube nicht, dass sich irgendein Grenzfrischling in der Situation wohlfühlte.

Als Postenführer hingegen hatte ich alle Optionen den Frischling zu lenken und das Risiko gering zu halten.
Wenn er mir nicht geheuer war, ließ ich ihn vor mir in vernünftigem Abstand handeln. Wenn ich etwas mehr Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten hatte, er mir aber nervös vorkam, lief ich z.B. neben ihm (siehe oben beschriebene Ängste). Wenn die Situation unübersichtlich oder potenziell gefährlich war, ließ ich den Posten die Waffe von der Schulter nehmen und mit Lauf nach unten oder gar im Hüftanschlag tragen. Das erhöhte sein Selbstvertrauen, er fühlte sich dazu gehörig und unsere Gesamtsituation war taktisch klüger.

Nein, ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal in meinem frischen Posten eine echte Gefahr gesehen habe. Dazu hatte ich zu viele Steuermöglichkeiten.


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zuletzt bearbeitet 17.05.2016 10:36 | nach oben springen

#313

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 20:31
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #297
Zitat von Oss`n im Beitrag #296
Zitat von Hanum83 im Beitrag #289
Der "Frischling" war bei mir eher mein Kam..., halt, die waren ja alle in Stalingrad geblieben, also besser Mitgenosse.
Natürlich war man vorsichtig wer da nun so mit ist mit dir, jedenfalls am Anfang, aber unterschwellig war die größere Sorge das "Er" tatsächlich kommt, jedenfalls bei mir.



Schitt, muß noch mal rein babbeln.
Für mich (tut mir leid) war mein Nebenan nicht nur ein Kamerad sondern auch die größte Gefährdung.
Wir , 4 alte Kameraden haben grade mal wieder unser alljährliches Resitreffen hinter uns.
Es war toll, wie jedes Jahr.
Nur wenn man mal ehrlich ist, hatte dein Posten oder auch dein Postenführer die Kenntnisse, die Ortskenntnisse und auch eine Waffe.
Zudem war er ganz legal im Grenzgebiet.
Der Flüchtling O/W (ich glaube über die andere Richtung müssen wir nicht sprechen) hatte nur bedingte Kenntnisse.
Wo ging nun mal ehrlich gesagt die größere Gefahr aus ? Was ja auch bewiesen ist.
Abgesehen von Dienstverstößen (pennen im GD z,B.) ging eine sehr große Gefahr von deinem Mann neben dir aus.
Für mich nach wie vor die größte Gefahr.
Denn das Gebiet kannte man in sehr schneller Zeit perfekt - besser als jeder GV.
Das war ein großer Vorteil.
Ich will jetzt um Gottes willen nicht die Kameradschaft in den GT zerreden .
Es geht nur darum, wovon die real größte Gefahr aus ging.

In diesem Sinne

Oss`n


Also ich möchte von meiner Seite aus mal sagen.So weit habe ich mich,gar nicht hinein gesteigert.Mit den Postenführer mit dem ich anfangs rausging oder den Posten später-darin habe ich keine Gefahr gesehen.Wenn ich das nähmlich getan hätte, wäre ich ja nur noch am grübeln gewesen. Oss n ,ich will Dir nicht auf den Schlips treten--aber schon mal drüber nachgedacht--das auch Du eine Gefahr für Deinen Postenführer oder Posten warst--so könnte man es doch auch sehen. Oder? Aber eins muss ich noch erwähnen--mit den Kameraden,mit denen ich im Dienst war. Waren ganz OK: Ob sie heute nun den strammen Wiedersacher raushängen lassen. Aus welchen Grund auch immer,ist doch Jacke wie Hose. Ich selber habe meinen Grundwehrdienst unbeschadet überstanden. Und heute zählt es zu meiner Lebensgeschichte.



zu 100% meine Zustimmung .
So lief sie ab die Zeit.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#314

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 20:35
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #299
Zitat von Oss`n im Beitrag #296


Abgesehen von Dienstverstößen (pennen im GD z,B.) ging eine sehr große Gefahr von deinem Mann neben dir aus.
Für mich nach wie vor die größte Gefahr.
Denn das Gebiet kannte man in sehr schneller Zeit perfekt - besser als jeder GV.


Hätte man auch "den Mann neben sich" ablehnen können, wenn man kein gutes Gefühl oder viellt. persönl. Differenzen mit ihm hatte?
Ich meine, sowas könnte sich ja auch auf die erforderliche Konzentration bei der Dienstausführung etc. auswirken.




Ja hätte man können .
Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#315

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 17.05.2016 20:41
von Oss`n | 2.777 Beiträge

Zitat von Oss`n im Beitrag #314
Zitat von TAO im Beitrag #299
Zitat von Oss`n im Beitrag #296


Abgesehen von Dienstverstößen (pennen im GD z,B.) ging eine sehr große Gefahr von deinem Mann neben dir aus.
Für mich nach wie vor die größte Gefahr.
Denn das Gebiet kannte man in sehr schneller Zeit perfekt - besser als jeder GV.


Hätte man auch "den Mann neben sich" ablehnen können, wenn man kein gutes Gefühl oder viellt. persönl. Differenzen mit ihm hatte?
Ich meine, sowas könnte sich ja auch auf die erforderliche Konzentration bei der Dienstausführung etc. auswirken.




Ja hätte man können .
Oss`n



aber du hättest es begründen müssen bei den Leuten mit Ohren wie Elefanten.
Ein Aus für dich in dieser Kompanie.
Das regelte man im allgemeinen unter sich.
Intern halt.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#316

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.05.2016 08:29
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von Oss`n im Beitrag #315
Das regelte man im allgemeinen unter sich.


Hast Du Beispiele dafür, wie so etwas gemacht wurde?

Ich kann mich in meiner Einheit an kein Beispiel erinnern, dass Anstalten unternommen wurden, vor Grenzdienst einen (warum auch immer) unliebsamen Posten auszutauschen.
Allerdings kenne ich mehrere Beispiele, wie mit (unausgetauschten) unliebsamen Posten dann im Grenzdienst umgegangen wurde.
Dass jemand "unliebsam" wurde, weil man ihm Fluchtgedanken oder absolute Unfähigkeit unterstellte, habe ich allerdings auch nicht erlebt. In den Fällen in meiner Erinnerung ging es um persönliche Animositäten (der "junge Genosse" war etwas aufmüpfig oä.) bzw. den Verdacht, der Posten wäre eine ultrarote Socke ooder gar ein "Gummiohr". (Den Terminus "IM" kannten wir damals nicht.)

Die für den Posten mit Abstand demütigendste Vorgehensweise war die "akurate Dienstdurchführung", so paradox das klingt.
Man hat bis ins Detail auf exakte Anzugsordnung und Trageweise der Bewaffnung und Ausrüstung geachtet. Dem Posten wurde eine Position zur Dienstdurchführung zugewiesen, von der aus er alle seine Aufgaben (im Wesentlichen Beobachten und Melden) durchzuführen hatte. Der Begriff "Postenkachel" macht deutlich, dass dieser Bereich, in dem er sich aufzuhalten hatte, sehr klein sein konnte...
Bei schon geringen Verfehlungen (Übersehen bzw. nicht melden von Bewegungen im Abschnitt oä.) wurde vermutet, dass der Posten auf Grund von Müdigkeit, sonstigen Einschränkungen oder einfach Unfähigkeit nicht in der Lage ist, die Schicht durchzuführen und das "Auslösen" des Postens wurde veranlasst, d.h. es wurde eine Ablösung durch einen anderen Posten erbeten, der natürlich eigentlich dienstfrei hätte und ja auch erst in den Abschnitt gebracht werden musste usw. usf.
Man kann sich vorstellen, dass der Posten auf diese Art und Weise in sehr kurzer Zeit sehr viele "Freunde" gewinnen konnte... Im Grenzdienst ausgelöst zu werden, war praktisch die Höchststrafe.

Ein "renitenter" Posten wurde meist mit härter Dienstdurchführung bestraft. Das begann ähnlich wie oben, mündete aber nicht in Auslösung sondern Streichen aller möglichen Vergünstigungen, die sonst vielleicht gewährt wurden. Je länger die Soldaten da waren, durften sie vielleicht während des Grenzdienstes die Mütze abnehmen, die Waffe abstellen, sich hinsetzen, rauchen, essen usw. Es gab also viele Möglichkeiten solche "Privilegien" zurückzunehmen. Auch "Schweigeschichten" konnten gerade nachts schwierig sein.
Die härteste "Strafe" dieser Art war das "Durchstehen". Ich selbst habe das auch mal erlebt.
Als kleiner, vielleicht etwas überheblicher Penneler aus Berlin habe ich einmal bei bitterster Kälte eine komplette Nachtschicht (9 Std.) auf einem kaum fußbreiten Holzbrett-Hühnergang auf dem Dach eines Stellwerkes verbracht, ohne Futter, Getränke und ohne eine einzige Zigarette, während der EK in der Butze neben dem Heizkörper saß.
Es gab keinen bestimmten Anlass dafür. Die EK's meines Zuges meinten einfach, mir müsste nochmal die Rangordnung etwas näher gebracht werden Auf Grund der Reaktion meines "StubenE's" nach Rückkehr von der Schicht ("Na, wie war's?") wurde mir schnell klar, dass die Sache nicht spontan, sondern vorgeplant und mit meinem Stuben-E abgesprochen war...
Auf das weitere Zusammenleben hatte das aber keine Auswirkungen. So ging eben Grenzdienst.


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#317

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.05.2016 08:56
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Also was @sentry hier schreibt klingt für mich sehr übel. Nie hatten wir im Dienst (1963/65) so eine Atmosphäre. Bis zum Unteroffizier herrschte ein kumpelhaftes Verhältnis. Ob Postenführer oder Posten, im Dienst gab es da keinen Unterschied. Keiner hat versucht den anderen zu gängeln, eine EK-Bewgung gab es auch nicht. Wie ich schon mal schrieb haben wir im Dienst und auch außerhalb über alles (mögliche Flucht, Schusswaffenanwendung ohne Treffer usw.) offen gesprochen. Bestimmt war das naiv, an IM´s haben wir nie gedacht (war auch bei uns kein Begriff).
Ich staune, wie sich das später alles verändert hat.

MfG

GKUS64


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#318

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.05.2016 09:31
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #317
Ich staune, wie sich das später alles verändert hat.



Sicher hat sich mit der Zeit viel verändert. Allerdings glaube ich auch nicht, dass meine Einheit (SiK Marienborn 87/88) repräsentativ für die Grenztruppen im Allgemeinen war. Ich habe hier doch viel über die kameradschaftlichen, lockeren, teils sogar irgendwie familiären Verhältnisse in Grenzkompanien gelesen, die es so in Marienborn nicht gab.
Ich will allerdings auch nicht missverstanden werden: Was ich hier beschrieb waren Sonderfälle und nicht tagtäglich im Grenzdienst erlebbar.

Der Grenzdienst war bei uns auch ohne explizite Verschärfung durch den Postenführer schon hart genug, insbesondere für die "jungen Genossen". Wie oft habe ich den magischen Satz gehört: "Posten, siehst Du was?", was nicht mehr und nicht weniger bedeutete, als dass mein Postenführer (mal wieder) etwas im Abschnitt gesehen hat, was ich hätte zuerst sehen und ihm melden müssen. Und das lag nicht an ihm oder EK-Bewegung oder so, sondern einfach an den komplizierten Bedingungen in unserem Abschnitt, den komplexen Aufgaben und der eigenen Unerfahrenheit, die es so schnell wie möglich zu überwinden galt - im Interesse aller Beteiligten.
Was ich weiter oben beschrieb, betraf nur die Soldaten, die nicht willens oder in der Lage waren, sich in das bestehende System einzufügen oder die ihren Kameraden mehr Ärger bereiteten, als sie sollten.


vs1400 und GKUS64 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#319

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.05.2016 10:04
von Rostocker | 7.717 Beiträge

Den Ausführungen von @Sentry und @ GKUS64--kann ich folgen.


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#320

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 18.05.2016 10:29
von Fritze | 3.474 Beiträge

Auf das weitere Zusammenleben hatte das aber keine Auswirkungen.

Na Sentry , da haste wohl schnell was gelernt in dieser langen Schicht !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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