#201

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:28
von Rüganer (gelöscht)
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Glasi,

dies ist das Problem. Der junge Bengel, der da mit seiner Kalaschnikow steht und der in der Aktuell Politischen Information erfahren hat, dass da Genossen der ´Waffenbrüder abgängig sind, oder der von Überfällen auf den ABV oder aber auch nur reines Rotlicht kurz vor der Fahrt an die Mauer erhalten hat, der war zu 100 Prozent sauer auf den, der da bei Halt nicht stehen blieb. Der fing an, ihm seine noch zu dienenden Tage zu versauen, denn jetzt musste der junge Bengel irgend etwas machen. Wie eine urbane Legende hielt sich immer das Gerücht, oder war es doch eine Tatsache? das da wer in Schwedt war und ( so ging das Gerücht bei uns damals) dass die da rangenommen wurden, dass die Schwarte kracht und als es was zu essen gab, brüllte einer der Oberen: Gas und dann war die Maske auf für die Zeit des Essens und als diese Zeit abgelaufen war, da kam die Entwarnung und der Schwedter hatte mal wieder nichts zu essen bekommen. Wie gesagt, urbane Legende, Wahrheit? wer konnte dies schon sagen. Aber man hatte Schiss, und dann kam der, der nicht stehen bleiben wollte, obwohl man es gut mit ihm meinte und aus Leibeskräften brüllte, dass er doch aufgeben soll.
Lass dir sagen, ich bin einmal bei einer Signalzaunauslösung vom Turm runter, Angst, Stress, Adrenalin, alles zusammen, als ich unten war, merkte ich - Schießgewehr steht oben... man ist kaum noch Herr seiner Sinne... und dann siehst du ihn oder besser die Gestalt und was nun?
Stinksauer bist du, weil er ausgerechnet zu der Zeit an dem Turm kommt, auf dem Du bist. Kann der nicht später oder woanders? Ein Albtraum... zum Glück kam bei mir keiner, aber ich kenne einen, bei dem kam einer.


Feliks D., glasi, Rainman2 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.09.2012 21:29 | nach oben springen

#202

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:29
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Hab ich gesagt das es keine Verfolgten gab die geflüchtet sind?
Ich sagte, dass sich sehr viele heute hinstellen und sagen sie wären verfolgt gewesen, der Grund der Flucht aber vorallem bei vielen auch wirtschaftlich war.
Die Statistiken der Befragungen durch Zoll/BGS nach der Flucht, sprechen da doch schon eine deutliche Sprache.
Nun, im Endeffekt spielt das bei der Flucht und den Schüssen keine Rolle was die Gründe waren, das Schiessen war eh falsch.
Meine Aussage bezog sich darauf, weil gesagt wurde die Grenzer würden sich heute rausreden, was manche vielleicht auch tun.
Ich brachte den Vergleich deshalb, weil ich aus vielen Gesprächen in all den Jahren nach 1989 weis, dass viele Flüchtlinge sich als politisch verfolgt und/oder Freiheitskämpfer betrachten, oder zumindest sich nach aussen so darstellen wollen, um im besseren Licht dazustehn, um nicht als Egoisten angesehn zu werden, die ALLES aber wirklich auch alles auf ihrem Egotripp zurückgelassen haben.
Ja ich weis die Wahrheit tut weh.
Das es politisch verfolgte Flüchtlinge nicht gegeben hat, davon war keine Rede.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#203

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 21:43
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zitat von Rüganer im Beitrag #201
Glasi,

dies ist das Problem. Der junge Bengel, der da mit seiner Kalaschnikow steht und der in der Aktuell Politischen Information erfahren hat, dass da Genossen der ´Waffenbrüder abgängig sind, oder der von Überfällen auf den ABV oder aber auch nur reines Rotlicht kurz vor der Fahrt an die Mauer erhalten hat, der war zu 100 Prozent sauer auf den, der da bei Halt nicht stehen blieb. Der fing an, ihm seine noch zu dienenden Tage zu versauen, denn jetzt musste der junge Bengel irgend etwas machen. Wie eine urbane Legende hielt sich immer das Gerücht, oder war es doch eine Tatsache? das da wer in Schwedt war und ( so ging das Gerücht bei uns damals) dass die da rangenommen wurden, dass die Schwarte kracht und als es was zu essen gab, brüllte einer der Oberen: Gas und dann war die Maske auf für die Zeit des Essens und als diese Zeit abgelaufen war, da kam die Entwarnung und der Schwedter hatte mal wieder nichts zu essen bekommen. Wie gesagt, urbane Legende, Wahrheit? wer konnte dies schon sagen. Aber man hatte Schiss, und dann kam der, der nicht stehen bleiben wollte, obwohl man es gut mit ihm meinte und aus Leibeskräften brüllte, dass er doch aufgeben soll.
Lass dir sagen, ich bin einmal bei einer Signalzaunauslösung vom Turm runter, Angst, Stress, Adrenalin, alles zusammen, als ich unten war, merkte ich - Schießgewehr steht oben... man ist kaum noch Herr seiner Sinne... und dann siehst du ihn oder besser die Gestalt und was nun?
Stinksauer bist du, weil er ausgerechnet zu der Zeit an dem Turm kommt, auf dem Du bist. Kann der nicht später oder woanders? Ein Albtraum... zum Glück kam bei mir keiner, aber ich kenne einen, bei dem kam einer.


Und mit dem entsprechenden Respekt ohne Wertung der womöglich politisch motivierten Aussage, dies ist ein Beitrag, der sehr beeindruckend die damalige Situation auf Seiten der DDR beschreibt.
Respekt und Danke an den Rüganer!

VG Huf


OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#204

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:05
von utkieker | 2.912 Beiträge

Nun bin ich nicht mit permanenter Angst in den Grenzdienst gezogen, Schwedt und andere Konsequenzen waren bestenfalls unterschwellig im Unterbewußtsein verbuddelt. Für mich war es höchstens intressant - hoffentlich ist die Schicht bald vorbei. Im letzten DHJ hat man vieleicht noch mal sich vergewissert ob das Bandmaß auch dabei ist.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#205

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:09
von Rüganer (gelöscht)
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@ Huf,

da ist nichts politisch motiviert. Es sind konkret die Empfindungen eines jungen Mannes, der in der DDR aufgewachsen, im Tal der Ahnungslosen auf Rügen, denn da gab es auch kein Westfernsehen, politisch ungebildet und desinteressiert, später nannte man mich einen Fachidioten, der einfach zur Grenze nach Berlin einberufen wurde. Der sich in ein - zwei Situationen noch einen Kopf machte und nicht den Zeigefinger krumm, weil die Situation beherrschbar war. Der einfach Glück hatte, damals an der Grenze, später in der DDR und heute auch. Ich hoffe nur, Doc, das Glück verlässt mich nicht auch in dem letzten Viertel des Lebens.
Ich fühle mich nur derartig verarscht, wenn ich Rainmans Beitrag lese und ich schätze Rainman ungeheuer, ein mutiger Mann, der Politoffizier, der seine Erkentnisse und seinen Wandel heute klar und deutlich dokumentiert, auch wenn ihn mitunter Leute missverstehen. Andere Politoffiziere hier im Forum haben gar keinen Wandel vollzogen, sie haben nichts gelernt.
@Huf, lies den Beitrag vom Utkieker, der hat es auch auf den Punkt gebracht, man hat uns so missbraucht, unseren guten Willen, unsere Jugend. Diesere Missbrauch war schon mehrmals in der Deutschen Geschichte... siehe Langemark, siehe Stalingrad, siehe jetzt der antifaschistische Schutzwall in Berlin... auf der einen Seite Anwälte, die Bundeswehrsoldaten raushauen, wenn da mal was schief läuft, auf der anderen Seite Leute, die meinen, es passiert denjenigen nichts, die da nicht schießen, nur sagen werden wir es ihnen nicht. und eigentlich haben wir es ihnen nur erlaubt, dass sie schießen sollen, haben wir niemals befohlen...
Was für ein Beschiss...


Rainman2 und glasi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#206

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rüganer im Beitrag #201
Glasi,

dies ist das Problem. Der junge Bengel, der da mit seiner Kalaschnikow steht und der in der Aktuell Politischen Information erfahren hat, dass da Genossen der ´Waffenbrüder abgängig sind, oder der von Überfällen auf den ABV oder aber auch nur reines Rotlicht kurz vor der Fahrt an die Mauer erhalten hat, der war zu 100 Prozent sauer auf den, der da bei Halt nicht stehen blieb. Der fing an, ihm seine noch zu dienenden Tage zu versauen, denn jetzt musste der junge Bengel irgend etwas machen. Wie eine urbane Legende hielt sich immer das Gerücht, oder war es doch eine Tatsache? das da wer in Schwedt war und ( so ging das Gerücht bei uns damals) dass die da rangenommen wurden, dass die Schwarte kracht und als es was zu essen gab, brüllte einer der Oberen: Gas und dann war die Maske auf für die Zeit des Essens und als diese Zeit abgelaufen war, da kam die Entwarnung und der Schwedter hatte mal wieder nichts zu essen bekommen. Wie gesagt, urbane Legende, Wahrheit? wer konnte dies schon sagen. Aber man hatte Schiss, und dann kam der, der nicht stehen bleiben wollte, obwohl man es gut mit ihm meinte und aus Leibeskräften brüllte, dass er doch aufgeben soll.
Lass dir sagen, ich bin einmal bei einer Signalzaunauslösung vom Turm runter, Angst, Stress, Adrenalin, alles zusammen, als ich unten war, merkte ich - Schießgewehr steht oben... man ist kaum noch Herr seiner Sinne... und dann siehst du ihn oder besser die Gestalt und was nun?
Stinksauer bist du, weil er ausgerechnet zu der Zeit an dem Turm kommt, auf dem Du bist. Kann der nicht später oder woanders? Ein Albtraum... zum Glück kam bei mir keiner, aber ich kenne einen, bei dem kam einer.





Ich kann das in Rot sehr gut nachvollziehen, das zweifle ich auch bei keinen an! Ich weiß aber auch was Todesangst ist, in einen anderen Zusammenhang. Und ein GV hatte sicher Todesangst schon wo er zu Flucht ansetzt. Zu diesen kommt eine Art Schockzustand, wenn er entdeckt wurde. Insgeheim rechnete jeder Flüchtling mit denn Erfolg und hat sich bestimmt nicht mit den Misserfolg beschäftigt.
Hier war der Grenzer klar überlegen, mal von der Waffe abgesehen.

Grüße


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#207

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:12
von Rüganer (gelöscht)
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Utkieker,

ich bin auch nicht mit ständiger Angst vor Schwedt in den Grenzdienst gezogen. Aber dieses Stadt spielte unterschwellig schon eine Rolle, wenn du in Berlin auf dem Turm gesessen hast und 8 Stunden in eine Richtung gestiert hast. Es mag an der Grünen Grenze entspannter gewesen sein, Berlin war nicht so lustig..


schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#208

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:20
von Rüganer (gelöscht)
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maxell,

also ich weiß nicht, wenn ich Todesangst habe, überhaupt, wenn ich Angst habe, dann sehe ich zu, dass ich aus der Situation raus komme. Deeskalation, meine ich und dann renne ich nicht in das Verderben, sondern gehe dahin zurück, wo ich herkomme. Ich vergleich das mal mit einem Auflaufen auf einer Sandbank im Nebel als Bootsführer. Da geht es nicht mehr vorwärts, da muss ich zurück, dahin wo ich herkomme, den da ist ruhiges und tiefes Fahrwasser. Und wenn ich keinen Ausweg mehr weiß, dann gebe ich auf. Und Aufgeben hätte, so wie Utkieker es schon schrieb, Leben bedeutet.
Lieber 3 Jahre in Ketten, als ewig tot, oder was meinst Du?


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#209

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rüganer im Beitrag #208
maxell,

also ich weiß nicht, wenn ich Todesangst habe, überhaupt, wenn ich Angst habe, dann sehe ich zu, dass ich aus der Situation raus komme. Deeskalation, meine ich und dann renne ich nicht in das Verderben, sondern gehe dahin zurück, wo ich herkomme. Ich vergleich das mal mit einem Auflaufen auf einer Sandbank im Nebel als Bootsführer. Da geht es nicht mehr vorwärts, da muss ich zurück, dahin wo ich herkomme, den da ist ruhiges und tiefes Fahrwasser. Und wenn ich keinen Ausweg mehr weiß, dann gebe ich auf. Und Aufgeben hätte, so wie Utkieker es schon schrieb, Leben bedeutet.
Lieber 3 Jahre in Ketten, als ewig tot, oder was meinst Du?


:)

Es gibt Situationen wo die Angst vor allen wenn man den Tod befürchtet, die Oberhand gewinnt und da ist man, wenn noch zeitlich eingeschränkt außer Stande logisch zu denken. Das betrifft sogar schon den Grenzer in dieser Situation, obwohl er nicht mal so viel Angst hat wie der GV.


Grüße


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 22:31 | nach oben springen

#210

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:44
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von maxel22 im Beitrag #209
Zitat von Rüganer im Beitrag #208
maxell,

also ich weiß nicht, wenn ich Todesangst habe, überhaupt, wenn ich Angst habe, dann sehe ich zu, dass ich aus der Situation raus komme. Deeskalation, meine ich und dann renne ich nicht in das Verderben, sondern gehe dahin zurück, wo ich herkomme. Ich vergleich das mal mit einem Auflaufen auf einer Sandbank im Nebel als Bootsführer. Da geht es nicht mehr vorwärts, da muss ich zurück, dahin wo ich herkomme, den da ist ruhiges und tiefes Fahrwasser. Und wenn ich keinen Ausweg mehr weiß, dann gebe ich auf. Und Aufgeben hätte, so wie Utkieker es schon schrieb, Leben bedeutet.
Lieber 3 Jahre in Ketten, als ewig tot, oder was meinst Du?


:)

Es gibt Situationen wo die Angst vor allen wenn man den Tod befürchtet, die Oberhand gewinnt und da ist man, wenn noch zeitlich eingeschränkt außer Stande logisch zu denken. Das betrifft sogar schon den Grenzer in dieser Situation, obwohl er nicht mal so viel Angst hat wie der GV.


Grüße



maxell,

ich habe eben mal schnell nachgesehen, ob du einer von uns warst und weißt, was die Genzer bewegte und weißt wovon du redest.
du warst nicht dabei, hast nicht auf einem Turm gesessen, hat nicht in eine Richtung gestarrt, hat nicht den Druck verspürt, bist nicht vergattert worden, konntest abends dein Bier trinken, dein Mädel in den Arm nehmen, hast Dir Dalli Dalli oder die Disco reingezogen oder Winnetou I, kennst kein UFO oder den raschelnden Igel, keine Sehnsucht nach Sex oder wenigstens nach Selbstbestimmung, was du am Abend machen willst. Erzähl mir bitte nichts von den Ängsten der Grenzer, wenn Du keiner gewesen bist..
ich will dir damit wirklich nicht zu nahe treten...


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#211

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 19.09.2012 22:56
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Rüganer im Beitrag #210
Zitat von maxel22 im Beitrag #209
Zitat von Rüganer im Beitrag #208
maxell,

also ich weiß nicht, wenn ich Todesangst habe, überhaupt, wenn ich Angst habe, dann sehe ich zu, dass ich aus der Situation raus komme. Deeskalation, meine ich und dann renne ich nicht in das Verderben, sondern gehe dahin zurück, wo ich herkomme. Ich vergleich das mal mit einem Auflaufen auf einer Sandbank im Nebel als Bootsführer. Da geht es nicht mehr vorwärts, da muss ich zurück, dahin wo ich herkomme, den da ist ruhiges und tiefes Fahrwasser. Und wenn ich keinen Ausweg mehr weiß, dann gebe ich auf. Und Aufgeben hätte, so wie Utkieker es schon schrieb, Leben bedeutet.
Lieber 3 Jahre in Ketten, als ewig tot, oder was meinst Du?


:)

Es gibt Situationen wo die Angst vor allen wenn man den Tod befürchtet, die Oberhand gewinnt und da ist man, wenn noch zeitlich eingeschränkt außer Stande logisch zu denken. Das betrifft sogar schon den Grenzer in dieser Situation, obwohl er nicht mal so viel Angst hat wie der GV.


Grüße



maxell,

ich habe eben mal schnell nachgesehen, ob du einer von uns warst und weißt, was die Genzer bewegte und weißt wovon du redest.
du warst nicht dabei, hast nicht auf einem Turm gesessen, hat nicht in eine Richtung gestarrt, hat nicht den Druck verspürt, bist nicht vergattert worden, konntest abends dein Bier trinken, dein Mädel in den Arm nehmen, hast Dir Dalli Dalli oder die Disco reingezogen oder Winnetou I, kennst kein UFO oder den raschelnden Igel, keine Sehnsucht nach Sex oder wenigstens nach Selbstbestimmung, was du am Abend machen willst. Erzähl mir bitte nichts von den Ängsten der Grenzer, wenn Du keiner gewesen bist..
ich will dir damit wirklich nicht zu nahe treten...



Woher willst Du Wissen was ich erlebt habe? Das ich nicht an der Grenze war stimmt, aber Ich bin alt genug und habe genug Erfahrung im Leben sammeln können um eine objektive Sichtweise zu bekommen. Zum anderen wäre auch das Forum Sinnlos, denn es soll ja genau das vermitteln, gegenseitiges Verstehen!

Grüße


zuletzt bearbeitet 19.09.2012 22:57 | nach oben springen

#212

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 06:42
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von maxel22 im Beitrag #193




Ich habe hier zwei Seiten nur gelesen wie sich ein Grenzer fühlt, wenn er schießen müsste oder an der Grenze steht! OK dann versucht bitte auch mal die Angst des GV zu verstehen, aber das könnt oder wollt Ihr natürlich nicht. Alle sollen sehen wie friedlich alles war und wie menschenfreundlich doch die Grenze gewesen ist. Die meisten hier fühlen sich unschuldig da frage ich mich, warum wurden Menschen an der Grenze erschossen? Jeder hier flüchtet in eine Ausrede, keiner musste an der Grenze sein wenn er es nicht wollte! Ein falsches Wort und Ihr seid sofort nach eigenen Aussagen versetzt wurden.





Ich weiß nicht ob du in der DDR aufgewachsen bist?
Falls ja, dann kennst du ja das übliche Prozedere der Persönlichkeitsformung des sozialistischen Menschen, von klein auf wurde an der charakterlichen Festigung gearbeitet, halt so emsig das die Festigung auch mal zum Totschießen ausreicht.
Das arbeiten wir hier mit Abstand auf und ich meine herausreden und schönreden möchte da niemand.


OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#213

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 08:46
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #212
Zitat von maxel22 im Beitrag #193




Ich habe hier zwei Seiten nur gelesen wie sich ein Grenzer fühlt, wenn er schießen müsste oder an der Grenze steht! OK dann versucht bitte auch mal die Angst des GV zu verstehen, aber das könnt oder wollt Ihr natürlich nicht. Alle sollen sehen wie friedlich alles war und wie menschenfreundlich doch die Grenze gewesen ist. Die meisten hier fühlen sich unschuldig da frage ich mich, warum wurden Menschen an der Grenze erschossen? Jeder hier flüchtet in eine Ausrede, keiner musste an der Grenze sein wenn er es nicht wollte! Ein falsches Wort und Ihr seid sofort nach eigenen Aussagen versetzt wurden.





Ich weiß nicht ob du in der DDR aufgewachsen bist?
Falls ja, dann kennst du ja das übliche Prozedere der Persönlichkeitsformung des sozialistischen Menschen, von klein auf wurde an der charakterlichen Festigung gearbeitet, halt so emsig das die Festigung auch mal zum Totschießen ausreicht.
Das arbeiten wir hier mit Abstand auf und ich meine herausreden und schönreden möchte da niemand.



Ich möchte mal so viel dazu sagen und ich hatte das schon mal geschrieben.Ich war Grundwehrdienstleistender bei den Grenztruppen der DDR.Ich wurde mit 19 Jahren eingezogen.Und mir war das Damals völlig schnuppe zu welchen Truppenteil,ich wollte so schnell wie möglich die 18 Monate hinter mir bringen und das habe ich auch unbeschadet überstanden.Das ich nun bei den Grenztruppen gelandet bin,das war mir auch egal.Ich selber weiß nur,es war eine Zeit mit schlechten und guten Erinnerungen.Ich werde mich aber heute nicht hinstellen und irgendwas bereuen.Ich muß niemanden Rechenschaft ablegen warum ich bei den Grenztruppen gedient habe.Die Grenze die es zwischen den beiden deutschen Staaten gab,die hat nicht der Grenzsoldat gezogen.Die ist aus der Politik zweier unterschiedlicher Weltsysteme entstanden.Und wir als Soldaten waren das ausführende Mittel dazu,so war es Damals und so ist es Heute.


utkieker, Damals87, Feliks D., schulzi und OlsenWeilrode haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#214

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 09:42
von Duck | 1.741 Beiträge

Ich kann mich Rostocker nur anschließen. Ich wurde erst mit 23 eingezogen, weil ich das große Glück bzw. Unglück hatte zu den geburtenstarken Jahrgängen zu zählen 64 und 65. Wir wurden aufgespart damit wir die "Lücke" an Grundwehrdienstleistenden an der Grenze auffüllen konnten. Es wurde
auch nicht mehr so sehr drauf geachtet ob du z.B. Westkontakte hast etc. Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders gewesen, da hätte die "Westtante" schon ein Punkt sein können warum du nach Eggesin gekommen bist und nicht an den Kanten.
Außerdem muss ich ganz erlich sagen, ich war froh an die Grenze gekommen zu sein, das war mir hundertmal lieber als Mucker in Eggesin oder Panzerfahrer in Torgelow zu sein.
Und mir war ehrlich gesagt damals auch der GV ziemlich egal, ich hatte weder Verständnis noch Mitgefühl mit dem GV. Den jeder wusste von denen das wir keine sogenannte "grüne" Grenze zum Westen hatten, wo nur ein verträumtes Schild steht, "Halt hier Grenze". Somit wusste er auch was auf Ihn zukommt wenn er erwischt wurde.
Um es nochmal klar zustellen ich war weder schiesswütig noch skrupellos und ich denke so waren die meisten von uns, jeder wollte nur so gut wie möglich seine 18 Monate über die Runden bringen um wieder heil zu seiner Familie zu kommen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#215

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 09:59
von Rainman2 | 5.753 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #192
... Warum ich das Alles erzähle? Bisher bin ich davon ausgegangen, daß ich als Grenzer GV festnehmen ggf. liquidieren sollte, nun hört sich das fast so an "bitte helfen sie den GV über den Zaun". Stimmt das überhaupt mit der "geheimen Anweisung", bisher kenn ich nur Rainman als Quelle. Ich halte zwar Rainman als seriös aber bitteschön darf man auch Zweifel anmelden? ...

Hallo uitkieker,

ich verbürge mich für das, was ich bisher dazu schrieb: Ich habe durch den Leiter der Politabteilung des GR3 1984 die Information (während einer Dienstbesprechung mündlich) erhalten, dass Grenzsoldaten für das Nichtanwenden der Schusswaffe nicht bestraft werden sollen. Diese Information war vertraulich und behandelte den Umgang mit den Unterstellten bei der disziplinaren Ahndung. Für mich waren damals zwei Dinge sofort klar: Erstens: Es soll niemand, der im Moment der Handlung aus Gewissensnot feststellt, dass er nicht schießen kann, dafür bestraft werden. Das empfand ich als richtig. Zweitens: Wir hängen das nicht an die große Glocke, da die Situation (es war u.a. die Zeit der NATO-Raketenbeschlüsse) nicht erlaubt, dass wir an dieser Grenze inkonsequent handeln. Wenn diese Grenze geschützt und verteidigt werden soll, dann muss an alle auch die Forderung nach dem konsequentesten Einsatz, dem der Schusswaffe stehen. Dieser Einsatz war für mich in meiner damaligen Sicht legitim und in der Erstaussprache wurde auch jeder gefragt, ob er bereit ist die Schusswaffe einzusetzen (dieses Thema hatten wir hier Forum schon mehrfach - hier nur dier Hinweis auf meine damalige Sicht).

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#216

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 10:04
von Pzella 82 | 356 Beiträge

Moin zusammen,

ist auch bei mir so gewesen, mit 19 nach Johann´stadt, dann Pzella und Sonneberg. Ich kann mich erinnern, dass immer wenn wir mit Agruppe dran waren, wir uns immer gegenseitig Mut machten, wird schon nur n Reh / Fuchs..etc. sein. Auch ich hatte das Glück, dass bei mir nie ein GV vorbeikam.
Im Nachhinein festlegen zu wollen, wie der einzelne in der Situation gehandelt hätte, ist schlichtweg nicht möglich, da nicht objektiv. Aus dem einfachen Grund, wir sind alle erfahrener, seit damals.
Was mir gegen den Strich geht, ist, das jeder, der die DDR verlassen wollte; heute zwangsläufig ein politisch Verfolgter war. Die politisch Verfolgten hat es zweifelsohne gegeben und heute bin ich dankbar, dass sie da waren. Es gab aber genauso Wirtschaftsflüchtlinge, denen das System, dem sie dienen, völlig egal war, Hauptsache, ihre materiellen Wertvorstellungen wurden befriedigt.


@rainman
an eine Befragung zur Bereitschaft zur Anwendung der Schusswaffe kann ick mich beim besten Willen nicht erinnern.....

Grüße
Pzella 82


...poor man wanna be rich, rich man wanna be king
and a king ain´t satisfied ´til he rules everything....Bruce Springsteen
schulzi und OlsenWeilrode haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.09.2012 10:19 | nach oben springen

#217

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 10:28
von utkieker | 2.912 Beiträge

Wie man denkt und empfindet, lässt sich nicht verallgemeinern! Der GV kannte mich nicht und ich kannte den GV nicht, wenn er auf mich zugeeilt wäre. Vieleicht hätte man "vernünftigerweise" besser die Friedenspfeife rauchen sollen, damit Jeder weiß wie der Andere tickt. Für die Gesetze war ich nicht zuständig, sie durchzusetzen da zu wurde ich in die "Pflicht" genommen ganz egal ob ich es einsehe oder nicht.
Als UaZ hatte man durchaus ein differenziertes "Mitspracherecht" zu welcher Waffengattung man möchte, ich war aber als junger Bursche ein militärisches Embryo und habe es im Ermessen des Wehrkreiskommandos gestellt wo ich hin komme. Ich hatte eigentlich damit gerechnet bei den Pionieren zu landen. Vieleicht kannten die im WKK mein antifaschistischen Background und haben mich deshalb an die Grenze verdonnert...

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#218

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 10:44
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

"ich verbürge mich für das, was ich bisher dazu schrieb: Ich habe durch den Leiter der Politabteilung..."


danke für die Aufklärung, Rainman.
Auch wenn ich diese gern etwas früher gehabt hätte, nämlich vor 33 Jahren.

Ja, ich hätte meine Waffe eingesetzt - das sage ich noch heute und dazu stehe ich.
Mit folgenden Einschränkungen:

1. Zur Verteidigung meines Lebens oder das meiner Kameraden. Ohne Zögern.
zB. gegen einen schwerbewaffneten Verbrecher wie Weinhold.

2.Gegen Gegenstände, Fahrzeuge zB.
Wenn ich durch Zerschiessen der Reifen oder des Motors ein Fahrzeug zum Stop zwingen kann und damit den Grenzdurchbruch verhindere - dann tu ich das auch.

Und nun wird es kompliziert.....
Wie handle ich bei einem offensichtlich unbewaffneten Flüchtigen, der auch meinen Anruf/ Warnschuss ignoriert ?

Wenn ich noch die Chance habe, ihm den Weg abzuscneiden und er ohnehin nicht so schnell über den 3-Meter-Zaun kommen wird,
dann werde ich rennen wass das Zeug hergibt und mich ihm in den Weg stellen, auch mit körperlicher Gewalt ggf. Überklettern des Zauns hindern.
Und: wir sind zwei junge Männer, mein Posten und ich. Wir sind ihm im Allgemeinen körperlich überlegen.

Was kann ich noch tun, wenn er den Zaun schon überwunden hat und nur noch die letzten Meter bis zur Grenzmarkierung läuft ?
Eigentlich nichts mehr, ausser gezielt erschiessen oder lebensgefährlich zu verletzen.

Und dazu wäre ich zu keiner Zeit bereit gewesen, auch wenn mir das meine Vorgesetzten ausdrücklich befohlen hätten.

Und: Nein, es war damals nicht möglich, mit einem Vorgesetzten über so eine Frage zu sprechen, schade.
Die Konsequenz wäre immer gewesen, dass man zu 100 % in Frage gestellt wird.

Ja, das sind Fragen , die mich damals immer wieder beschäftigt haben und anscheinend bis heute nicht losgelassen haben.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#219

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 11:11
von Rüganer (gelöscht)
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Ich erinnere mich auch nur daran, dass beim ersten Grenzdienst der Kommandeur fragte, sag mal, schießt du? Und ich habe genauso wie der @Jobnomade reagiert und gesagt, ja, wenn ich angegriffen werde..
Danach streiften wir durch das Hinterlande, 2m hohe Nesseln in Berlin und nach ein paar Einlagen von ihm, hatte ich solche Schiss, als es dann vor mir raschelte, habe ich die Waffe durchgeladen, meine eigene Entscheidung damals. Darauf sagte der Alte: Nun weiß ich, dass du schießt. Wahrscheinlich war es ein Igel, damals.
Ich kenne den gescheiterten Grenzdurchbruch am 24.12. 1970, einer der Grenzer war auf meiner Bude. Es waren alle keine Killer, alle sind da in eine Situation geraten, die sie überfordert hat. Und der Befehl lautete, den Grenzdurchbruch zu verhindern, unter allen Umständen. Also hat sich einer der Beteiligten vor Angst fast in die Hose gemacht und die Trommel des LMG’s leergeballert.
Wenn man dem vorher gesagt hätte – nein, schießen müsst ihr gar nicht, ihr dürft es zwar, aber es ist Eure ureigenste Entscheidung, und zur Rechenschaft ziehen wird euch beim Nichtschießen dann auch keiner, es hätte keiner mehr an der Grenze geschossen. Jedenfalls nicht in Berlin.
Ich selber habe einmal in Bruchteilen von Sekunden unter vollem Stress entscheiden müssen, Schießen oder nicht und habe mich richtig entschieden, aber das war im Hinterland. Wäre es auf einem Turm an der Mauer gewesen – ich möchte nicht darüber nachdenken.
Alle haben denjenigen verflucht, der da nun ausgerechnet bei ihnen rüber wollte, da haben dessen Gründe nun nicht interessiert. Er hat Leid über sich selbst gebracht und über die jungen Männer, die einem Befehl gefolgt sind, die auf die Richtigkeit der Sache und die Ehrlichkeit ihrer Führung vertraut haben und denen man erzählt hat, dass im Himmel Jahrmarkt ist.


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#220

RE: Zögern Sie nicht, auch nicht bei Frauen und Kindern

in Grenztruppen der DDR 20.09.2012 11:25
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #217
Wie man denkt und empfindet, lässt sich nicht verallgemeinern! Der GV kannte mich nicht und ich kannte den GV nicht, wenn er auf mich zugeeilt wäre. Vieleicht hätte man "vernünftigerweise" besser die Friedenspfeife rauchen sollen, damit Jeder weiß wie der Andere tickt. Für die Gesetze war ich nicht zuständig, sie durchzusetzen da zu wurde ich in die "Pflicht" genommen ganz egal ob ich es einsehe oder nicht.
Als UaZ hatte man durchaus ein differenziertes "Mitspracherecht" zu welcher Waffengattung man möchte, ich war aber als junger Bursche ein militärisches Embryo und habe es im Ermessen des Wehrkreiskommandos gestellt wo ich hin komme. Ich hatte eigentlich damit gerechnet bei den Pionieren zu landen. Vieleicht kannten die im WKK mein antifaschistischen Background und haben mich deshalb an die Grenze verdonnert...

Gruß Hartmut!


Sehen wir es doch mal so,die meistens ehmaligen Grenzer wurden zu den Motschützen gemustert.Wo sie Später hinkamen,das erfuhr man doch erst ein viertel Jahr vorher bei der Einberufungsüberprüfung.Mir selber ist es so gegangen--ich hatte einen Arbeitskollegen der war 1 Jahr vor meiner Einberufung an der Grenze.Der sagte zu mir,Jürgen--am Kanten lebste ruhiger wie bei den Muckern und der Ari.Wie ich dann eingezogen wurde und nach Glöwen kam,da dachte ich so im Stillen--der hat Dir auch die Taschen voll gehauen.Aber das letzte Jahr am Kanten ließ sich so einigermaßen aushalten.Über GV habe ich eigentlich garnicht so sehr drüber nachgedacht und ich schreiben das mit den Wissen und den Gedanken die ich als 19 Jähriger hatten und nicht mit dem heutigen.Ich sagte mir einfach,sollte jemand kommen und der wird erwischt--hat er halt Pech gehabt.Heute sage ich mir,hast Glück gehabt das niemand gekommen ist und brauchst Dir keine Vorwürfe machen.Aber ich muß anfügen--es gab Kameraden die von der Schußwaffe gebrauch gemacht haben.Warum weshalb,darüber werde ich mir kein Urteil erlauben.Wie ich schon schrieb--der Soldat ist das Mittel zum Zweck der Politik.


zuletzt bearbeitet 20.09.2012 11:51 | nach oben springen



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