#1

In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 08.03.2015 17:54
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Die Geschichte diese Mannes kann nicht oft genug erzählt werden. Auf der Suche nach Antworten, nach Spiritualität fand er in der DDR zum Islam.

Mit der Opposition hatte er nichts zu tun, die DDR erschien ihm das bessere Deutschland zu sein. Dennoch machte Mylius sich auf die Suche, denn er war überzeugt, dass eine sozialistische Gesellschaft nicht nur auf der Basis von Bürokratie gebaut werden könne, sondern dass es auch einen spirituellen Überbau geben müsse.

Die Religion schien ihm der richtige Weg zu sein, Mylius konvertierte in der DDR zum Islam, wanderte nach der Wende durch die islamistische Szene - und stieg schließlich wieder aus. Danach brauchte er noch Jahre, um die radikale Ideologie wieder abzuschütteln. Mittlerweile kann er diese Zeit reflektieren. Er warnt: Die Fundamentalisten machten aus jungen Konvertiten "geistige Zombies".


Was er immer wieder betont: Er will seine Geschichte nach all den Jahren des Schweigens nicht erzählen, um Vorurteile gegen den Islam zu befeuern, sondern um vor den Hardlinern zu warnen, vor ihrem Antisemitismus und Fanatismus. Er habe keine Vorurteile gegen diese Religion. "Mein Fehler war, von ihr Antworten zu erwarten, die es von einer Religion nicht gibt." Mylius sagt, er habe viele Freunde gewonnen, zahlreiche Muslime kennen gelernt, "die freundliche, liebevolle und kultivierte Menschen sind". Das Problem seien die Fundamentalisten, die auch in den gemäßigten Muslimen Verräter sehen. "Der Mensch kann und wird niemals so vollkommen sein, wie es nach fundamental-islamistischer Auslegung verlangt wird." Es seien erst die Schwächen, die den Mensch zum Menschen machen.

Hier die ganze Geschichte dieses Mannes http://www.tagesschau.de/inland/realexis...kapitel-3.html#

Das ist für mich eine Antwort auf die Salafisten. Die Erfahrungen dieses Mannes nutzen, um aufzuklären. In erster Linie bei den jungen Menschen, die auch heute auf der Suche nach Antworten sind. Wie sagte letztens eine Freundin zu mir - Der müsste von einer Talk - Show zur nächsten gereicht werden. ;-)

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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zuletzt bearbeitet 08.03.2015 17:56 | nach oben springen

#2

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 08.03.2015 19:07
von utkieker | 2.920 Beiträge

Ich habe keine schlechten Erfahrungen mit Moslems. Im Grunde genommen interessiert mich ohnehin die Religion nur sekundär.
Als Student teilten wir unser Wohnheim mit Studenten/ Lehrlinge, welche am Herder- Institut erst mal fleißig die deutsche Sprache lernten. Also Multi- Kulti in praktischer Anwendung. Die Jemeniten gaben sich zwar gerne als fromme Moslems in Wirklichkeit ließen sie auch alle Fünfe gerade sein lassen. Die PLO- Gruppe bemühte sich sogar, sich atheistisch zu geben. Mein Kumpel Guster vom ANC, hat sich über Religion nur lustig gemacht. Ansonsten haben wir uns gut vertragen im Wohnheim. Höhepunkt war wohl ein internationales Fußballturnier.

Gruß Harmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#3

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 08.03.2015 20:53
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Diese Geschichte ist interessant, aber macht sie das tatsächlich mit der heutigen Zeit vergleichbar?

Ich denke nein, der Mann tickte doch vollkommen anders als heute die ticken, die sich den Radikalen anschliessen, die Vorraussetzungen sind ganz andere.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#4

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 08.03.2015 22:31
von Freienhagener | 3.862 Beiträge

Konvertiren kann nur, wer vorher einer anderen Religion angehörte............

Andere Exoten waren Krishna-People in der DDR.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 08.03.2015 22:31 | nach oben springen

#5

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 08.03.2015 23:01
von 94 | 10.792 Beiträge

Untehalten sich zwei Ostberliner. Sagt der eine zum andrn: 'Hast du schon gehört? Im ZK ist man schon zum Islam übergetreten.'
'Was? Das gibt's doch nicht' staunt der andere.
'Doch', sagt der Erste, 'der Honecker is lahm, der Mielke is lahm ...'

Ähnlich in einer Schulngspause zur GWW um 1988 gehört, wiedergefunden in ISBN 9783937547046.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#6

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 09.03.2015 00:41
von Dandelion (gelöscht)
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Is Lahm (gemeint ist der Philipp) dann auch Moslem?

Ach nee, der ist Bayer, das geht nicht....


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#7

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 09.03.2015 08:41
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #2
Ich habe keine schlechten Erfahrungen mit Moslems. Im Grunde genommen interessiert mich ohnehin die Religion nur sekundär.
Als Student teilten wir unser Wohnheim mit Studenten/ Lehrlinge, welche am Herder- Institut erst mal fleißig die deutsche Sprache lernten. Also Multi- Kulti in praktischer Anwendung. Die Jemeniten gaben sich zwar gerne als fromme Moslems in Wirklichkeit ließen sie auch alle Fünfe gerade sein lassen. Die PLO- Gruppe bemühte sich sogar, sich atheistisch zu geben. Mein Kumpel Guster vom ANC, hat sich über Religion nur lustig gemacht. Ansonsten haben wir uns gut vertragen im Wohnheim. Höhepunkt war wohl ein internationales Fußballturnier.

Gruß Harmut!



Ich hab auch keine schlechten Erfahrungen, jedenfalls keine nennenswerten.
An der TU Dresden (1973-77) hatte ich einen libanesischen Mitstudenten, soweit ich mich erinnere, war er Moslem. Wir hatten ein kameradschaftliches Verhältnis miteinander, wohnten Tür an Tür im Ausländerwohnheim (ich zu wohnte zusammen mit einem Bulgaren).
Und heute: ich hatte und habe türkische Kollegen - keine Probleme, die meisten sind Ingenieure, wie ich auch.
Bei unseren Lehrlingen im Betrieb, die ich in einigen Fächern unterrichte, ist in manchen Jahrgängen ein junger Türke dabei:
Mal ein ganz "pflegeleichter", mal ein etwas übermütiger. Jungs in der Pubertät - was soll man da sagen, völlig normale Erscheinungen.

Habe ich Probleme mit Moslems ?
Nicht dass ich wüsste...
Ich habe Probleme mit Extremisten, Hardlinern, Hasspredigern - egal, welche Religion sie vertreten !!

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 09.03.2015 08:43 | nach oben springen

#8

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 09.03.2015 09:03
von Freienhagener | 3.862 Beiträge

DDR-Studenten aus muslimischen Staaten kamen meines Wissens aus der wohlhabenden Oberschicht, die für ihre Sprößlinge die Ausbildung in Dollars bezahlte.

Aber schon die Algerier und Libyer, welche dann als Gastarbeiter kamen, waren im Zusammenleben hier problematisch.

Das ist eine Frage der sozialen Schicht.

Heutzutage sind die libanesischen oder syrischen Chefs eigener Privatkliniken (sowas gibts z. B. in Leipzig) ebensowenig vergleichbar mit ihren bildungsfernen Landsleuten in Parallelgesellschaften.

Viele "unangenehme Angewohnheiten" stammen aus vorislamischer Zeit. Durch die fast 100%ige Religiösität in diesen Staaten wird das mit dem Islam identifiziert - verursacht von denen selbst.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 09.03.2015 09:08 | nach oben springen

#9

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 13.03.2015 20:16
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Und hier ein weiterer Zeitzeuge, der über deutsche Muslime in der DDR berichtet - Dr. Hans-Jürgen Falkenhagen

Er arbeitete in Auslandsinformationsabteilungen von Ministerien der ehemaligen DDR, zuletzt im Ministerium der Finanzen und für die Staatsbank der DDR. Seine Arbeitssprachen sind auch Englisch, Französisch und Rumänisch. Übersetzt hat er aus 12 Fremdsprachen, davon 9 slawische Sprachen. Er hat auch als Buchübersetzer für Verlage und als Journalist für Wirtschaftszeitungen gearbeitet. Seine Promotion erfolgte in diesem Rahmen.

Von 1990 bis 1995 war er Referent in einem Referat für ausländische Finanzen und Steuern des Bundesministeriums für Finanzen und dabei zuständig für sog. postkommunistische Staaten. Nach Eintritt in das Rentenalter 1997 suchte er sich neue Interessengebiete und arbeitete als Sprachmittler und Journalist weiter für Zeitungen, Fachzeitschriften für Osteuropa und für Steuerrecht und ist Mitbetreiber der Homepage "Goethe-Stübchen".

Seit den 70er Jahren bekennt er sich zum Islam.

_______________________________________

"Was die DDR-Regierung anbetrifft, so hatte diese nie Probleme mit dem Islam. Wenn ich mal auf meiner Arbeitstelle den Koran auf den Schreibtisch legte, erweckte das nur neugieriges Interesse mit Bemerkungen: "Lies uns doch mal eine Sure vor".

http://www.muslim-markt.de/interview/2006/falkenhagen.htm

LG von der Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 13.03.2015 20:17 | nach oben springen

#10

RE: In der DDR zum Islam konvertiert

in Themen vom Tage 17.03.2015 00:13
von Grenzläufer | 1.775 Beiträge

Bernd Gast ist auch zum Islam konvertiert.


suentaler hat sich für diesen Beitrag bedankt
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