#1

Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 18:35
von Klauspeter | 991 Beiträge

Jeder, der irgendwann gedient hat, hat auch so seine Erlebnisse – angenehme, aber auch unangenehme.
Gab es für Euch auch Situationen, in denen Ihr mal so richtig Angst hattet?

Ein eigenes Beispiel, an das ich mich manchmal noch erinnere. Es ist lange her.
Als Stellvertreter des Bataillonskommandeurs hatte ich spät abends noch Dienst in der Kaserne. Ein Unteroffizier, der wegen eines Deliktes ( es war wohl mehrfaches u.E.) Kasernenarrest hatte, kam mit seinem Urlaubsschein zu mir. Er wollte seine kranke Mutter in einer anderen Stadt besuchen und brauchte eine Unterschrift auf dem Urlaubsschein. Das Problem war nicht einfach, weil am nächsten Tag die Verhandlung gegen ihn vor dem Militärgericht der Division stattfinden sollte. Unterschreiben oder nicht unterschreiben? Ich unterschrieb.
Am nächsten Tag nachmittags saßen wir auf dem Flur des Militärgerichtes – mein Btl.-K und ich. Der Unteroffizier fehlte. „Na, Oberleutnant, da kannste Dir schon mal einen Stern abknöpfen“, sagte mein Kommandeur „aufmunternd“ zu mir. Mir war nicht wohl und ich hatte Angst.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn erschien der Uffz. Er hatte eine gültige Bescheinigung wegen Zugverspätung. Er hatte Wort gehalten. Meine Angst war weg; ich hatte Glück gehabt.

Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt und wollt darüber sprechen?

Klaus


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#2

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 18:45
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
Jeder, der irgendwann gedient hat, hat auch so seine Erlebnisse – angenehme, aber auch unangenehme.
Gab es für Euch auch Situationen, in denen Ihr mal so richtig Angst hattet?

Ein eigenes Beispiel, an das ich mich manchmal noch erinnere. Es ist lange her.
Als Stellvertreter des Bataillonskommandeurs hatte ich spät abends noch Dienst in der Kaserne. Ein Unteroffizier, der wegen eines Deliktes ( es war wohl mehrfaches u.E.) Kasernenarrest hatte, kam mit seinem Urlaubsschein zu mir. Er wollte seine kranke Mutter in einer anderen Stadt besuchen und brauchte eine Unterschrift auf dem Urlaubsschein. Das Problem war nicht einfach, weil am nächsten Tag die Verhandlung gegen ihn vor dem Militärgericht der Division stattfinden sollte. Unterschreiben oder nicht unterschreiben? Ich unterschrieb.
Am nächsten Tag nachmittags saßen wir auf dem Flur des Militärgerichtes – mein Btl.-K und ich. Der Unteroffizier fehlte. „Na, Oberleutnant, da kannste Dir schon mal einen Stern abknöpfen“, sagte mein Kommandeur „aufmunternd“ zu mir. Mir war nicht wohl und ich hatte Angst.
Wenige Minuten vor Verhandlungsbeginn erschien der Uffz. Er hatte eine gültige Bescheinigung wegen Zugverspätung. Er hatte Wort gehalten. Meine Angst war weg; ich hatte Glück gehabt.

Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt und wollt darüber sprechen?

Klaus




hatte ich nicht, ich war nie Oberleutnant. Ich konnte nicht weit nach unten fallen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#3

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 18:52
von Gelöschtes Mitglied
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Um meinen Dienstgrad hatte ich keine Angst. Aber es gab schon Situationen wo ich in Deckung gegangen bin.

Wer Sickenberg kennt und am Lindenberg sitzend die Hubschrauber auf sich zufliegen sah und die Bewegungen der Raketen gesehen hat, der weis von was ich schreibe. Ich denke da hat es auch noch einige andere solche Stellen gegeben.

Oder wenn wieder mal 61 Russen (ein Soldat mit 60 Schuss) abgängig war, ist man automatisch vorsichtig geworden.

Mit dem P 3 habe ich auch Situationen erlebt, die ich nicht noch mal erleben wollte.

Der Hesselfuchs


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#4

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 18:54
von Thunderhorse | 4.024 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #3
Um meinen Dienstgrad hatte ich keine Angst. Aber es gab schon Situationen wo ich in Deckung gegangen bin.

Wer Sickenberg kennt und am Lindenberg sitzend die Hubschrauber auf sich zufliegen sah und die Bewegungen der Raketen gesehen hat, der weis von was ich schreibe. Ich denke da hat es auch noch einige andere solche Stellen gegeben.

Oder wenn wieder mal 61 Russen (ein Soldat mit 60 Schuss) abgängig war, ist man automatisch vorsichtig geworden.

Mit dem P 3 habe ich auch Situationen erlebt, die ich nicht noch mal erleben wollte.

Der Hesselfuchs



Welche Raketen haben sich da bewegt?


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#5

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 18:59
von Gelöschtes Mitglied
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Wimre hieß die Kiste Huy Cobra und da waren rechts und links entweder Raketen oder Bordkanonen angebracht. Angeblich sollen die über ein Visier am Pilotenhelm gesteuert worden sein. Ich hatte immer den Eindruck, das die sich bewegt haben.

Der Hesselfuchs


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#6

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 19:02
von B208 | 1.354 Beiträge

Ahoi ,

@Klauspeter , du hast die Situation beschrieben , aber nicht wovor du Angst hattest .

Was konnte dir passieren ?

B208


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#7

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 19:12
von 1941ziger | 1.002 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #2


hatte ich nicht, ich war nie Oberleutnant. Ich konnte nicht weit nach unten fallen



Hatte ich doch recht, er kann sich nicht merken was er zitiert......vorsorglich tippt der Gert alles an, da kann er immer noch mal nachlesen.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#8

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 19:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
... Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt und wollt darüber sprechen?
Ja und nein. Also ja weil entfernt ähnlich erlebt und nein weil nicht drüber sprechen wollen.
Aber wie mir mal's Herz stehenblieb schrieb ich schonmal ins Forum ... Leuchtertasche (4)


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#9

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 19:34
von Klauspeter | 991 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #6
Ahoi ,

@Klauspeter , du hast die Situation beschrieben , aber nicht wovor du Angst hattest .

Was konnte dir passieren ?

B208


Den Urlaubsschein hätte der Kompaniechef unterschreiben müssen, der weigerte sich aber aus gutem Grund. Ich hatte kein Recht, einen Uffz. einer Kompanie Urlaub zu geben. 80 Prozent des Personalbestandes hatten ständig in der Kaserne zu sein. Ich hatte mit meiner Unterschrift gegen Befehle zur Gefechtsbereitschaft verstoßen.
Der Uffz. hatte Kasernenarrest; da gibt es keinen Urlaub.
Der Uffz. hatte sich mehrmals unerlaubt entfernt. Am nächsten Tag war seine Verhandlung vor dem Militärgericht. Es wäre auch möglich gewesen, dass er Fahnenflucht begeht.
Es war gut gegangen - aber mir wurde ordentlich der Kopf gewaschen. Inhalt der Kopfwäsche - siehe oben.

Es hätte durchaus schlimmer kommen können, als nur ein Stern weniger. Nebenbei - ich glaube, in keiner Armee der Welt ist es einem Offizier gleichgültig, wenn er degradiert wird.

Klaus


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#10

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 19:36
von damals wars | 12.215 Beiträge

Kann ich ein klein bisschen nachvollziehen.
Wenn ein Urlauber oder "Ausgänger" zu spät zurückkehrte, hielten wir die Meldung so lange wie nur möglich zurück, in der Hoffnung, er hat sich nur verspätet. den dann ging ein Prozedere los, auf das man gern verzichtete. Die Grenze war nichtweit!
Einmal war jemand in der Straßenbahn eingeschlafen, und kam erst am Morgen wieder.Wir waren froh, aber er hatte nichts zu lachen
Wegen wiederholten Vorkomnissen landete er "im" Kupfergraben.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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zuletzt bearbeitet 05.03.2015 19:43 | nach oben springen

#11

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 05.03.2015 20:05
von Signalobermaat | 358 Beiträge

Ich denke mal, jeder der mehrere Jahre bei der Truppe abgerissen hat,hat auch Situationen erlebt, wo ihm der A.. auf Grundeis ging.Ich war ein beliebter Streifenführer und suchte mit meine Posten selbst aus,und hatte immer genügend Bewerber.An diesem Tag war nichts los in unserer beliebten Gaststätte " Waterkant " in Boltenhagen,( Gert dürfte sie kennen), kein Molly zu sehen. Nur ein paar Offz.von einem zeitweiligen Offz. Lehrgang aus fremdem Dienststellen.Die gingen uns nichts an.Also wie immer, wenn nichts los war, wir gingen ins Hinterzimmer. Die Posten hingen die Mpi an den Garderobenhaken.Ich hatte die Makarow am Koppel und der Wirt brachte wie immer Bier, wenn wir allein waren.Da ging dann irgentwann die Tür auf, weil einer der Offz. den Wirt suchte und sah wie die Mpi am Haken hingen und wir Bier tranken.Er schrieb einen Bericht , Streifenführer sitzt in der Gaststätte trinkt mit seinen Posten Alkohol und die Waffen hängen am Garderobenständer außerhalb der Reichweite der Posten.Ich mußte zum Stabschef , war mein unmittelbarer Vorgesetzter,der Offz. war anwesend und er verlangte, daß ich vors Militärgericht komme.Ich hatte ein paar unruhige Tage.Rausgehauen hat mich unser Abwehroffz. vom MfS, wie er es gemacht hat weiß ich nicht, jedenfalls bekam ich nur einen Verweis.Der wurde nicht einmal eingetragen, weil der zuständige für die Wehrstammbücher nicht anwesend war und keiner mehr darüber gesprochen hat.Ich hatte eine Scheißangst,denn das waren ein paar Monate vor meiner Entlassung.Eine andere Angst, ein ganz anderer Grund, viele Jahre später.Mein Pilzgebiet lag im TÜP.Ich mit dem Krad in den Wald und den Korb voller Pilze.Dann ging es los,Sie schossen mit 150ziger und ich befand mich in der Nähe des Zielgebietes,ein paar hundert Meter weg.Ich hörte den Abschuß und kurz darauf die Einschläge.Das dauert ein paar Sekunden bei der Entfernung. Nach jedem Einschlag rannte ich los. bis ich den Abschuß hörte, volle Deckung und nach jedem Einschlag wieder auf und los, bis ich aus dem Gefahrenbereich hinaus war.An die Pilze habe ich nicht mehr gedacht Ich wußte zwar, wenn sie genau schießen passiert mir nichts, ich wußte nur nicht wie genau die ihre Rohre richteten. Sie schossen nicht auf Sicht, sondern indirekt.Ich habe mir ein paar mal das Waffenwirkungsschießen der OHS Löbau angesehen, da werden alle Waffen eingesetzt u.a. auch die 150ziger. Wo die einschlagen ist im Umkreis nichts mehr wie es war.Sie zielten gut und ich kam heil raus, Danach habe ich mich immer vorher erkundigt, ob geschossen wird, wenn es in die Pilze ging.



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#12

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 03:42
von B208 | 1.354 Beiträge

Ahoi ,

hab das hier schon mal irgendwo geschrieben . In den 70er , Nachtstreife , Nordspitze Mechower See , Grenzgraben . Geräusche , evtl. Bauarbeiten , aber wir konnten nichts sehen , von keiner Position . Da bin ich über den Graben , MP bei meinem Posten gelassen und einige Meter rein in den Warschauer Pakt . Aber auch von hier keine Erkenntnisse . Leise zurück zum Graben , dann das Malheur , bin eingesunken und kam ohne fremde Hilfe nicht raus . Ich den Posten Herbert K. gebeten mich mit irgendwas rauszuziehen . Herbert sagt " NÖ " und grinst . Die Sekunden kamen mir wie Minuten vor und jedes kleinste Geräusch klang zigfach lauter . Naja irgendwann hielt Herbert mit das G1 hin und ich über den Graben , aber nur mit einem Stiefel , der andere wurde zu Volkseigentum .

B208


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#13

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 04:20
von B208 | 1.354 Beiträge

Unterkunftswache in RZ , eine Gruppe , immer von morgens 8 bis morgens 8 , 24 Stunden .
Eine Halbgruppe Ruhezeit von 20:00 bis 01:00 , die andere Halbgruppe von 01:00 bis 06:00 .
2 Mann immer Unterkunftsstreife . Ich war mit GHJ " Hugo " Jürgen T. ab 01:00 dran , ganz gutes und eingespieltes Team , nicht nur in dieser Nacht .
Dazu muss man wissen , ein Grenzhauptjäger kam in der Hundertschaft gleich nach dem Chef und dem Spiess .
Wir also los , bei richtig scheisse Wetter . Streifendauer immer 1 Std , dann Wechsel , im Normalfall ! Wir drehen also unsere Runde und kontrollieren das Wirtschaftsgebäude ( Speisesäle , Kantinen , Kasinos ) Tür offen ! wir rein , Tür zum Offz.Kasino auch offen , keine Sau da , Tür zum Kühlschrank auch offen , oha , was nun . Alles schön gemütlich eingerichtet , schwere Sessel , alte Ölgemälde von irgendwelchen Schlachten der Ratzeburger Reiter Husaren , so in der Art . Erste Bier , Kulmbacher Mönchshof ging schnell runter , noch im stehen . 50 Minuten hatten wir noch , Sessel so hingestellt , dass wir aus dem Fenster das Wachgebäude , den Stab ( da pennte der OvD ) und die Hundertschaft in der der Bereitschaftszugführer pennte , beobachten konnten . Zweites Bier , über Funk immer schön gemeldet , drittes Bier , also schon 6 Flaschen raus aus dem Kühlschrank . Es war gemütlicher als in der Wache . Also mit der anderen Streife nach uns getauscht , wir blieben im Offz.Kasino , die anderen in der Wache , war denen auch lieber . Viertes Bier usw usw . Dann waren wir wieder mit der Streife dran . 03:00 bis 04:00 . danach ging nichts mehr
der Kühlschrank halb leer , wir gut voll , aber Blick frei geradeaus . Alles ging seinen Gang . Aber am Montag hatten wir ein ganz ungutes Gefühl . Wir hatten frei für den WE Dienst , aber es zog uns in die Unterkunft , wollten unbedingt erfahren ob es etwas im Flurfunk gab , aber nichts , gar nichts . Der Tag war für uns seht unentspannt . Am Dienstag dann 07:00 Dienstbeginn mit der Befehlsausgabe , auch hier feuchte Hände . Aber keine Silbe über den Kühlschrank im Offz.Kasino . Die Sache war durch . Uns viel ein Stein vom Herzen .


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#14

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 09:11
von IM Kressin | 918 Beiträge

Ich erinnere mich an eine Bootsstreife, von mir geschildert im Forum mit Beitrag:
Überwachung von Kanälen und Seen an der Staatsgrenze.

Zu diesem Zeitpunkt ging ich mit einem gewissen Körperteil völlig auf Grundeis!

Ich zitiere mich unüblicherweise mal selbst:

"Der Nebel lichtete sich im Laufe des frühen Morgen. Ich begab mich an Deck, peilte die Lage, genoß das Panorama und hatte einen ausgezeichneten Blick auf den Kolonnenweg mit BT."

Im Nebel durch die Grenztonnen (Bojen) gefahren …….. mit Waffen, Ausrüstung und prallvoller Montur!

In Gedanken sah ich mich vorgeführt als C-Promi in der „AK“ des „Fernsehen der DDR“, mit kurzzeitigem A-Promi Status,

wie dereinst zwei Kollegen vom BGS, daran verspürte ich kein Interesse …, ebenso wenig als subversive Kraft des Kapitalismus in Gewahrsam des MfS aus dem Verkehr gezogen zu werden!

Es grüßt Euch
Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#15

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 09:27
von Batrachos | 1.549 Beiträge

@Klauspeter

hier zum was interessantes zum nach lesen.

Das erste mal richtig Angst gehabt


MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#16

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 09:38
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
Den Urlaubsschein hätte der Kompaniechef unterschreiben müssen, der weigerte sich aber aus gutem Grund. Ich hatte kein Recht, einen Uffz. einer Kompanie Urlaub zu geben. 80 Prozent des Personalbestandes hatten ständig in der Kaserne zu sein. Ich hatte mit meiner Unterschrift gegen Befehle zur Gefechtsbereitschaft verstoßen.




Moin Klauspeter,

da frage ich dich, warum hast du dann unterschrieben, dir müssen doch die Folgen schon bei der Unterschrift klar gewesen sein?
Die ständige Gefechtsbereitschaft der Truppe war doch wie eine heilige Kuh in der NVA.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#17

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 11:01
von Klauspeter | 991 Beiträge

Zitat von Harsberg im Beitrag #16

Moin Klauspeter,
da frage ich dich, warum hast du dann unterschrieben, dir müssen doch die Folgen schon bei der Unterschrift klar gewesen sein?
Die ständige Gefechtsbereitschaft der Truppe war doch wie eine heilige Kuh in der NVA.

Alles das ging mir durch den Kopf. Aber da war ein Unteroffizier, der ein großes Problem hatte - und er versprach mir ganz fest, pünktlich zurück zu sein. Vieles wurde so auf dem "kurzen Weg" geklärt - Vertrauen gegen Vertrauen. Menschlich verständlich, aber es waren eben z.T. grobe Verstöße gegen Befehle und Dienstvorschriften. Im Nachhinein denke ich aber, dass ich richtig gehandelt habe.

@Batrchos.
Du hast Deinen Strang am 08.04. 2014 eröffnet, da war ich doch noch gar nicht hier.
Nein, entschuldige bitte, ich muss mich intensiver mit der Themen-Suche beschäftigen, bevor ich einen neuen Strang eröffne. Nimm es mir also bitte nicht übel.

@all:
Ich hatte schon bedenken, dass ich der einzige in den bewaffneten Organen war, der hin und wider mal ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte. Einige von Euch hatten - wie sie hier berichteten - auch solche Erlebnisse - und das beruhigt mich.

Klaus


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#18

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.03.2015 16:50
von zoll (gelöscht)
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Zitat von Merlini im Beitrag #3
Um meinen Dienstgrad hatte ich keine Angst. Aber es gab schon Situationen wo ich in Deckung gegangen bin.

Wer Sickenberg kennt und am Lindenberg sitzend die Hubschrauber auf sich zufliegen sah und die Bewegungen der Raketen gesehen hat, der weis von was ich schreibe. Ich denke da hat es auch noch einige andere solche Stellen gegeben.

Oder wenn wieder mal 61 Russen (ein Soldat mit 60 Schuss) abgängig war, ist man automatisch vorsichtig geworden.

Mit dem P 3 habe ich auch Situationen erlebt, die ich nicht noch mal erleben wollte.

Der Hesselfuchs

Hast Du Dich schon mal gefragt, warum Du Angst vor den Hubschraubern hattest?
Als Zollbeamter an der Grenze zur DDR habe ich wöchentlich mehrere Hubschrauberflüge von Russen, NVA, Engländern und BGS erlebt. Bei den Flügen der Sowjets und der NVA habe ich nie ein Angstgefühl gehabt. Du wirst dich fragen, warum habe ich keine Angst gehabt?
Lässt sich ziemlich einfach beantworten. Im Osten wurde immer und immer wieder vor dem Feind aus dem Westen gewarnt. Das wurde so lange wiederholt bis der Grenzsoldat wirklich daran glaubte. Der Feind kommt von Westen. Die Westseite wurde auch immer "feindwärts" bezeichnet. Die Schlussfolgerung daraus war doch, hinter dem Zaun lebt der Feind. Logisch, für Eure Politeinheizer, die so´n Schmarrn erzählt haben. Ob die auch an solche Märchen geglaubt haben? Damals sicher schon. Sie kamen ja von der Offiziershochschule und haben dort gelernt wie man den Wehrpflichtigen indoktriniert, bis er es auch glaubt.
Und hast Du auch geglaubt, LPG-Bauern bei der Kornernte mussten vor dem Feind aus dem Westen beschützt werden? Doch wohl eher vor dem Freiheitsdrang dieser Bauern.
Aber nun will ich Dir auch beantworten, warum ich keine Angst vor den Hubschraubern und auch nicht vor den Gresos hatte. Ich habe mich in den Medien der BRD jederzeit über die aktuelle weltpolitische Lage unterrichten können. Das war leider in der DDR nicht möglich, weil dort immer nur das geschrieben und gesprochen wurde was das Politbüro abgesegnet hat. Deshalb war ich ziemlich sicher, dass der Dienst an der Grenze nicht gefährlicher ist als eine Fahrt auf der Autobahn. Es gab einmal eine gefährliche Situation, das war die Kubakrise. Da war in Ost und West die Lage sehr angespannt, sicher auch an der Grenze.
Zu der Problematik mit den Russen kann ich nichts beisteuern, weil es im Westen so etwas nicht gab, höchstens mal eine Schlägerei mit den Besatzern. Aber dann hättest Du mal die engl. oder amer.MP erleben müssen. Da wäre Dir ganz anders geworden.
Ich verstehe Deine Situation damals voll und ganz und hoffe, dass Du meine Einlassung zu dem Thema auch verstehst.
zoll


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#19

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.03.2015 18:11
von damals wars | 12.215 Beiträge

Wenn sich so ein Hubschrauber "über den Turm setzte", das war mir wirklich nicht einerlei.

War aber sicher nur eine "Respektsbekundung"?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#20

RE: Da hatte ich mal so richtige Angst...

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.03.2015 18:18
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Zoll, Du hast wahrscheinlich von meinen Beiträgen fast nichts gelesen. Ansonsten müsstest Du gemerkt haben, dass ich kein aufgehetzter Grenzer war der alles was westlich des Zaunes war als Feind gesehen hat. Mach dir doch mal die Mühe und lies da mal was.

Die Sache mit dem Hubschraubern in Sickenberg war so, dass die Helis durch den Knick in der Grenze einige Zeit direkt auf einen zu geflogen kamen. Wimre und mich nicht verschätzt habe, waren die keine 20 Meter hoch und weniger als 100 Meter von mir entfernt. Wenn die da mehrere Minuten in der Luft stehen geblieben sind, war das nicht ohne.

Russische und NVA Hubschrauber waren selten zu sehen und ob die so dicht am Grenzverlauf geflogen sind kann ich mir nicht vorstellen. Ich lasse mich aber eines besseren belehren.

Der Hesselfuchs


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