#121

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 09:16
von Signalobermaat | 356 Beiträge

In welchem Mesokosmos sollen denn die MA einer KD gelebt haben. Sie lebten mit anderen in Wohnblocks, gingen in normale Kaufhallen und Geschäfte, waren im Elternaktiv der Schulen, die Ehefrauen arbeiteten in normalen Berufen. Sie mußten sich genauso anstellen.wegen Kinderbekleidung, oder Zement, wie auch immer.Hatten einen Freizeitbereich wie alle anderen.Natürlich gab es auch eine begrenzte höhere Elite, aber die findet ihr sowohl in der DDR als auch im Westen.Also höhere Wirtschaftsfunktionärer,Kirchenfunktionäre,Kulturfunktionäre.Nicht vergessen den Mesrokosmos von Handwerkern und Künstlern.
Man sollte das nicht vorgelesene Referat von Mielke nicht so abwertend betrachten.Wer genau seine Worte vor der Volkskammer verfolgt hat, sollte im Anschluß an seinen Blödsinn auch gehört haben, wie er sagte" ihr werdet es gleich hören " Damit wollte er eigentlich seine Ausführungen ankündigen.Aber die Wahrheit über die erfolgreiche Arbeit des MfS wollte damals keiner hören und heut auch nicht, warum den nicht, fragt man sich doch, wer hat Angst vor der Wahrheit.Ich habe selbst Ende 1989 in einigen Arbeitskollektven von Verwaltung und Wirtschaft über unsere Arbeit gesprochen.Dort hatte ich ganz sachliche Zuhörer, und da wurden bis auf Quellenpreisgabe auch alle Tabuthemen beantwortet.( leider Jahre zu spät)Dazu gab es auch unterschiedliche Auffassungen, die aber darin geschuldet lagen, daß über Mitel und Methoden wenig bekannt war und es war dann klar, wenn es umStraftaten in tiefster Kospiration ging, die gleichen Mittel zur Anwendung kommen mußten.
Anders sah es bei Auftritten vor anonymen Publikum vor Hunderten aus. Die wollten gar nicht die Wahrheit, sie schrien nur herum. Da ging es um Haß und Stimmung.
Wer will eigentlich andere für dumm verkaufen,oder überheblich reagieren.Ich finde, es sind sachliche Argumente von Zeitzeugen,die über ihre Arbeit sprechen., Ich würde es begrüßen, wenn die, die sich über ihre Akten beschweren sie in vollem Umfang öffentlich machen würden.Da kämen nähmlich viele private Schweinereien zu Tage, wie sie Freunde und Bekannt betrogen haben,wie sie ihre Nachbarn betitelt haben,wie sie Volkseigentum aus Betrieben zu privaten Zwecken gestohlen haben,wie sie Ehefrauen und Fam. betrogen haben usw. usw. Informationen,mal so als Nebenprodukt der op. Bearbeitung Ich glaube, da würden sich einige den Schädel einschlagen.Dafür schreiben sie aber dann, alles nur Lügen, was die Stasi da zusammengetragen hat.Ich glaube, da wären Biografien zusammengestürzt.Ich glaube jeder MfS MA wäre dafür, zu veröffentlichen was da zusammengetragen würde.Nicht auszudenken, wie viele übereinander herfallen würden.Das traf narürlich nicht auf alle zu,Ich bin vielmehr der Meinung,das ein ganzes aufgebautes Medienbild zusammernfallen würde.Sicherlich bliebe auch noch genügend Schmutz übrig, das bleibt dabei nicht aus.Lieber auf bewährtem Kurs weitermachen.Wäre vielleicht interessant, wenn man zu jeder Akte Opfer und Täter zur Veröffentlichung befragen würde.Ich möchte Wetten, daß die überwiegende Ablehnung von den Opfern käme.Wie steht es also mit der Wahrheit,



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#122

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 09:34
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #107
Zitat von Signalobermaat im Beitrag #84

Zitat

Ich glaube hier fallen zwei Themen zusamen, Vater Mutter Stasi und Anwerbung jugendlicher IM
Nachdem ich die Berichte beider Themen gelesen habe, komme ich zu der Ansicht, daß Gert alles beherrscht, obwohl er nie beim MfS war, nie IM war und sich auch nicht bei der Stasi in Haft befand.Er weiß zumindestens alles besser, als die, die selbst viele Jahre dort ihren Dienst taten.

Zitat

V.


rot mark. Na Gottseidank, war ich nie Mitglied dieser kriminellen Vereinigung. Ich hätte mich für den Rest meines Lebens geschämt, damit meine ich vor allem den Unterdrückungsapparat des MfS. Bei dir scheint allerdings genau das Gegenteil der Fall zu sein, jedenfalls lese ich das so aus den Zeilen heraus
Ich habe einen großen Respekt vor Herrn Jahn, Herrn Knabe und auch anderen, die den Dreck der SED Vergangenheit aufarbeiten, darstellen , also insgesamt das Thema historisch einordnen. Ich muss nicht in euren Kerkern gesessen haben, ich muss kein IM gewesen sein um die Tätigkeit
dieser SED Armee einzuordnen und zu bewerten. Dafür gibt es heute genug Anschauungsmaterial jeglicher Art bis hin zum tatsächliche Begreifen der Zellenwände eurer Verliesse, jede Menge gedrucktes, Forenbeiträge in diesem Forum, Schilderungen von 2 Fluchtkameraden die vor unserer Flucht nach einem missglückten Fluchtversuch bei euch eingesessen haben. Ich habe schon ein umfassendes Bild über den Unterdrückungsapparat MfS. Unterdrückung des aufmüpfigen Volkes war eure Hauptarbeit, das bischen Spionage der HVA mit dem ihr immer so schön kokettiert und eure Vergleiche zu westlichen GD zieht, ist dabei unwesentlich. Für diesen Bereich ist euch ja auch die Vernichtung der Doku weitgehend geglückt, sodass man da auch eine dicke Lippe riskieren kann, kann ja keiner nachprüfen. Zum Glück sind die anderen Akten gut erhalten und die werden weiter ausgewertet.




Mal ne Frage--Gibt es bei den Demokraten nicht auch kriminelle Vereinigungen---Sagen wir mal--Die auch Akten schreddern oder ist man nicht mit so einer kriminellen Vereinigung verbündet--die foltern läst und sogar Foltercentren ausserhalb des eigenen Landes unterhält.Ja es gibt schon Konsorten in der Demokratie


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#123

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 09:47
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #121
Da kämen nähmlich viele private Schweinereien zu Tage, wie sie Freunde und Bekannt betrogen haben,wie sie ihre Nachbarn betitelt haben,wie sie Volkseigentum aus Betrieben zu privaten Zwecken gestohlen haben,wie sie Ehefrauen und Fam. betrogen haben usw. usw. Informationen,mal so als Nebenprodukt der op. Bearbeitung Ich glaube, da würden sich einige den Schädel einschlagen.Dafür schreiben sie aber dann, alles nur Lügen, was die Stasi da zusammengetragen hat.Ich glaube, da wären Biografien zusammengestürzt.Ich glaube jeder MfS MA wäre dafür, zu veröffentlichen was da zusammengetragen würde.Nicht auszudenken, wie viele übereinander herfallen würden.Das traf narürlich nicht auf alle zu,Ich bin vielmehr der Meinung,das ein ganzes aufgebautes Medienbild zusammernfallen würde.Sicherlich bliebe auch noch genügend Schmutz übrig, das bleibt dabei nicht aus.Lieber auf bewährtem Kurs weitermachen.Wäre vielleicht interessant, wenn man zu jeder Akte Opfer und Täter zur Veröffentlichung befragen würde.Ich möchte Wetten, daß die überwiegende Ablehnung von den Opfern käme.Wie steht es also mit der Wahrheit,


Ich lese aufmerksam Deine Ausführungen. Und dabei stellt sich mir die Frage, ob Du genauso so ein eindeutiges Urteil über die die Mitarbeiter des MfS fällen würdest, wie über die die Zielpersonen des MfS. Oder anders - haben die Mitarbeiter des MfS und da insbesondere die Führungsoffiziere der IM's zu jeder Zeit und an jedem Ort korrekt gehandelt? Sind in die Akten nicht selten auch Klatsch und Tratsch eingeflossen?

Damit Du ungefähr eine Vorstellung hast, wie man mit seiner Vergangenheit umgeht - auch ohne Akteneinsicht - hier mein thread Mein langer Weg der Aufarbeitung

Es wäre schon ein wichtiger Schritt getan, wenn man von pauchalen Urteilen Abstand nimmt. Ich weiß, das fällt schwer. Und da nehme ich mich ausdrücklich nicht aus.

LG von der Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

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#124

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 10:47
von Dandelion (gelöscht)
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Zitat von g.s.26 im Beitrag #118
Argumente wie: Kannst du dazu auch die entsprechende Akte vorlegen, sind schwachsinnig. Wer kann das schon? Keiner hier, oder in Teilen wenn man zufällig mit irgendeinem Sachgebiet vertraut war.

Ich lese die Berichte ehemaliger MfS'ler gerne. Aber ich habe immer das Gefühl: die nehmen andere nicht für voll, lamentieren um ein Thema herum und kommen am Ende immer mit der: Beweis es doch Keule.

Grundsätzlich stimme ich Dir zu, @g.s.26 - aber das mit der "Beweis-es-doch"-Keule ist ein zweischneidiges Schwert.

Jede Behauptung bleibt so lange eine Behauptung, bis sie bewiesen ist. Wenn diese "Keule" nicht zum Einsatz kommt, kann ich den größtmöglichen Unsinn verbreiten und ein anderer User kann nur mit einer Gegenbehauptung antworten - ein totes Rennen.

Anders sieht es jedoch aus, wenn diese "Keule" als KO-Argument missbraucht wird, wenn sie in dem Wissen, dass das nicht möglich ist, eingesetzt wird, um einen anderen "mundtot" zu machen. Dann hat sie ihre an sich gute Funktion nicht nur verloren, sondern ins Gegenteil verkehrt.

Es liegt wohl im Auge des Betrachters, wie er welche "Keule" sieht.


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#125

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 11:59
von Klauspeter | 986 Beiträge

Wenn ich mich mal in die Diskussion hineinhängen darf. Das Buch, über das hier gesprochen wird, habe ich nicht gelesen und werde es nicht lesen. Meine Sache, aber ich mag ein solches politisches "auf sich aufmerksam machen" nicht sehr. Aber auch das muss jeder mit sich selbst abmachen.

Die Beiträge des Users Signalobermaat lese ich mit großem Interesse. Er schreibt sachlich, bringt interessante Fakten und Zusammenhänge. Ich finde es gut, dass das in diesem Forum möglich ist und dass die Diskussion in einigermaßen sachlichen Bahnen verläuft.

In einer Talk-Show äußerte sich Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck vor kurzen mal sinngemäß, dass etwa 90 Prozent der DDR-Bevölkerung (ich hoffe, dass ich mir die Zahl richtig gemerkt habe) nie in Kontakt mit dem MFS gekommen sind. Damit will ich nichts relativieren und schon gar nicht die Probleme klein reden, die 10% der Menschen mit diesem DDR-Staatsorgan hatten.
Aber es gibt auch, was die Aufarbeitung der Tätigkeit des MfS betrifft, heute viele Vorteile.
- Die Masse der schriftlichen Unterlagen des MfS existieren noch und wurden oder werden ausgewertet. Wer Verbrechen begangen hat, muss bestraft werden - öffentlich vor Gericht, aber nicht durch Rufmord und schon gar nicht durch Pauschalbestrafungen ohne Einzelfall-Prüfung.
- Die handelnden Personen leben meist noch. Sie wurden befragt und können befragt werden.
- Nicht alle "Missetaten" gehen m.E. auf das Konto des MfS. Alle Macht ging von der SED aus. Sie konnte auch festlegen, wer nicht zur Oberschule oder zum Studium darf, wer von der Uni flog oder nicht Meister im Betrieb werden durfte. Da konnte doch vieles mit einem Anruf bei der SED-Kreisleitung "geklärt" werden. Mein Eindruck ist, dass heute viele dieser Schweinereien und Bösartigkeiten einfach dem MfS in die Schuhe geschoben werden.

Langer Rede kurzer Sinn - ich freue mich auf weiter konkrete Beiträge vom Signalobermaat und auch konkrete Beiträge von Usern, denen das MfS Unrecht angetan hat.
Klaus


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#126

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:12
von B208 | 1.323 Beiträge

Rein rechnerisch würde es dann bedeuten 1 MfS MA betreute 17 DDR Bürger .
Na das ist doch mal ne gute Überversorgung .


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#127

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:16
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #126
Rein rechnerisch würde es dann bedeuten 1 MfS MA betreute 17 DDR Bürger .
Na das ist doch mal ne gute Überversorgung .



Milchmädchenrechnung

Da sollte man sich mal mit den Aufgaben der einzelnen HA beschäftigen !


passport


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#128

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:19
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #126
Rein rechnerisch würde es dann bedeuten 1 MfS MA betreute 17 DDR Bürger .
Na das ist doch mal ne gute Überversorgung .



Das MfS hatte rund 90.000 Mitarbeiter, die DDR rund 16 Millionen Einwohner ...

Und da rechne ich nicht mal die operativen Mitarbeiter. Das war nur ein Bruchteil der rund 90.000.


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#129

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:24
von Grenzverletzerin | 1.180 Beiträge

Ich werde das Buch auch nicht lesen Irgendwie mag ich nichts mehr von den Geschichten hören. Ich wäre auch nicht objektiv, da mir Frau Marquardt äußerst unsympathisch ist. Allerdings finde ich es schade, dass ein Buch zerrissen wird ohne dass es gelesen wurde. Aber was anderes habe ich in letzten zwei Jahren hier nicht erlebt und deshalb auch nichts anderes erwartet.
Geht es eigentlich noch um das Buch? Das Verhältnis ...MfS- Mitarbeiter- DDR- Bürger ...wurde auch schon tausendmal durchgekaut...gähn!!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#130

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:27
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Hallo Moskwitschka, habe deine Beiträge jetzt alle gelesen, um ein Bild von deiner Entwicklung zu bekommen. Du hattest deine Entscheidung, aus deinen ganz persönlichen Gründen getroffen. Es erschließ sich mir nicht ganz, warum von beiden Seiten, die Handlungen bzw. Einstellungen als unüberbrückbar dargestellt wurden, daß dann auch noch die Kinder bzw. Enkel da mit hineingezogen wurden. Es passiert doch oft, daß sich Kinder und Eltern auseinanderleben bzw. sich im Bösen trennen, ob politisch oder privat.Gab es schon im 3. Reich, der eine Bruder Kommunist, der andere SS.
Egal, wann und wo, für die jeweilige Familie immer schlimm. Das mit dem Westen ist für mich nicht nachvollziehbar.In der DDR mußte man sich bei einem Wohnortwechsel abmelden und wieder anmelden. Da gab es bei deinen vielen Verwandten einfache Möglichkeiten den Aufenthaltsort festzustellen.Welche Rolle hier das MfS gespielt hat wurde auch nicht so richtig deutlich. Es hätte doch für die familiäre Trennung auch andere Begründungfen gegeben. Einige mußten den Kontakt aus Sicherheitgründen zu Verwandten abbrechen, oder ihren Hut nehmen,das war so, das war auf der anderen Seite in Sicherheitbereichen genauso.
Nun zu deiner Frage, ob immer alle richtig gehandelt haben und ob in den Akten auch Klatsch stand.
Im MfS und auch in jedem Betrieb usw.gab es Handlungsgrundsätze,Befehle, oder Arbeitsanweisungen, wie auch immer. Ob sich da jeder korrekt daran gehalten hat, kann man doch nicht pauschal beantworten.Viele haben Gutes gewollt und trotzdem falsch gehandelt. Es kam doch auch oft auf die Sicht der jeweiligen Vorgesetzten an.Ich habe auch oft im Nachhinein gedacht , hätte schief gehen können.
Nur mal ein Beispiel:
Über eine gemeinsame Bekannte, kam eine Mutter zu mir.Ihr Sohn war schon das 2.mal wegen § 213( Flucht) in Haft.Er sagte seiner Mutter, wenn ich raus bin hau ich wieder ab, selbst auf die Gefahr erschossen bzw.von einer Mine getötet zu werden. Die Mutter war verzweifelt und fragte ob ich helfen kann,es ist ihr einziger Sohn,und sie hat Angst.
Ich habe gegen alle Vorschriften verstoßen und habe ihr gesagt,was er im Knast tun muß um über eine Antragstellung ausgewiesen zu werden.
Ging dann alles sehr schnell. Wenn die was gesagt hätte, wäre ich auch im Tagebau zur Bewährung gelandet. Es war mir das Menschenleben wert.
Ein Dankeschön habe ich trotzdem nicht bekommen. Es gab viele, die einfach vernünftig gehandelt haben und es gab auch andere. Es sind alles Menschen, die so oder so handeln. Bewertet wird immer das Negative und das versuchte ich in meinen Beiträgen auch deutlich zu machen. Die Häme kam trotzdem.Das Filmbeispiel Bornholmerstra0e 9.11.89 Der Oberstleutnant Jäger von der Güst, als er den Schlagbaum geöffnet hatte, trotz aller anderen bzw. ohne Befehl. Da wußte noch keiner, das die DDR stirbt. Ihm wäre Bautzen sicher gewesen,wenn es nach hinten losgegangen wäre. Ich möchte nicht wissen, wieviel Klugscheißer von heute so gehandelt hätten. Sicherlich keiner. Selbst einige heut populäre Bürgerrechtler waren während der Wendevorgänge mehr hinter den Linien als vorn anzutzreffen.In der ersten Reihe standen sie ganz schnell, als die Gefahr vorüber war. Dem Mann hätte die BRD einen Orden verpassen können und nicht einigen Wendehälsen, die nur geredet und sich Vorteile verschafft haben.Der Mann hat Blutvergießen und teil menschliche Tragödien verhindert,indem er Leute wieder zurückließ, die laut Weisung nicht zurück durften.Dafür bekommt er auch seine Strafrente.
Noch ein Aspekt.Es gab mit Sicherheit auch Handlungen vom MfS die teils von Vorschriften gedeckt, oder auch n icht, egal,die aus heutiger Sicht nicht in Ordnung waren. Warum verstößt der angebliche Rechtsstaat nur beim MfS gegen seine Grundsätze einer kollektiven Pauschalverurteilung, die es laut GG nicht geben darf, sondern es muß einer Einzelfallprüfung unterzogen werden. In allen anderen Bereichen, Einzelfall. Schuld ist immer induviduell, auch im BRD Strafrecht.
Nun zum Beispiel Medizin.Immner wieder hört man vom Transplantationsmißbrauch, wo gegen Geld Organe verscherbelt werden, und auch nicht nur einmal, sondern wiederholt. Operationen, die ohne med. Notwendigkeit,nur wegen Abrechnungen getätigt werden usw.
Ich habe noch nirgend gehört,daß man deshalb allen Ärzten der BRD die Altersversorgung gestrichen hätte, oder daß man allen Ärzten Berufsverbot erteilt hätte, nur weil sich einige wegen schwerer Straftaten gegen Leben und Gesundheit strafbar gemacht haben. Solche schweren Straftaten konnte man nicht mal dem MfS rechtlich nachweisen. Trotzdem wurden alle bestraft, mit Kürzung ihrer Rente, mit Berufsverbot als Jurist
nicht mal als Straßenkehrer im öffentlich Dienst durften sie angestellt werden. Aber bei der Gauck Behörde durften welche arbeiten und beim Personenschutz, da durften sie höhere Regierungsbeamte bewachen.
Findet da noch einer eine logische Erklärung. Den Minister für Staatssicherheit mußte man ja nicht unbedingt übernehmen.
Man hat best ausgebildetes Personal in die Wüste geschickt und dafür viele Pfeifen auf Positionen eingesetzt,wo sie nie hätten hinkommen dürfen. Ist allerdings in der DDR auch passiert,dhatten wir schon die Einigung. Also keine Gesellschaft ist vor Fehlern gefeit.
Nun noch zu deiner Frage zu den Akten.
Na sicherlich gab es Klatsch und Tratsch, der zu Papier gebracht wurde und manchmal war es das Papier auch nicht Wert. Das hatte auch wieder Ursachen, die im System lagen und wo nicht nur Außenstehende sondern auch wir nur mit mit dem Kopf schütteln konnten.Deutscher Bürokratenunsinn.Ein schriftlicher Bericht, war ein Bericht, womit der Nachweis erbracht wurde, mit dem IM wird gearbeitet und er berichtet schriftlich.Das war schon mal wichtig, wenn bei einer zentralen Kontrolle die IM Arbeit kontrolliert wurde.Waren über einen längeren Zeitraum keine schriftlichen Berichte abgegeben,hatte der MA keiner Verbindung zum IM , und das hatte Konsequenzen.Denn warum wurde er angeworben,wenn es keine Infos gab. Eine Anwerbung mußte ausführlich aus op. Notwendigkeit begründet und vom Leiter bestätigt werden. Und nicht jede vorgesehene Werbung wurde bestätigt.Dem ging noch eine umfangreiche Persönlichkeitsaufklärung und Überprüfung auf Zuverlässigkeit voraus, also richtig Arbeit.
Man sollte vorher schon wissen,ist er ehrlich oder betrügt er uns,welche Fakten gibt es für und wider.
Übrigends war der Überprüfungsprozeß ein ständiger Bestandteil der IM Arbeit. Das hängt ganz einfach damit zusammen,weil die Informationen, wenn sie von Wert waren,ja auch Maßnahmen nach sich zogen. Das konnte sich weder ein Leiter noch ein MA erlauben, mit irgentwelchen Klatsch Personen vor den Kadi zu bringen, bzw, in arbeitsrechtliche oder persönliche Dinge einzugreifen.
Also Klatsch, ja natürlich, der landete ohne Wert im Ordner und diente nur dem Verbindungsnachweis,aber alle Info. die weiterberbeitet wurden, wurden, wie schon von mir berichtet einer mehrfachen Überprüfung auf Objektivität zugeleitet und der subjektive Anteil immer mit beachtet.Manche Infos obwohl sie von Wert waren konnten nur abgeheftet werden,weil der Quellenschutz gewahrt werden mußte.Wenn die Info nicht neutralisiert werden konnte, war sie zwar wertvoll, weil sie eine Aussage enthielt, konnte aber zu keiner Veränderung beitragen
Besonders schwierig wurde es , wenn richtige Straftaten dahinterstanden, da mußte richtig schwer abgewogen werden, was überwiegt. Quellenschutz, oder Aufdeckung der Straftat. Es war schon etwas komplizierter, als mancher Außenstehende es sich vorstellt.Es gab auch eine innere Sicherheit, die auch immer beachtet werden mußte.Es gab Dinge, die kannten eben auch nur bestimmte Personen und nicht alle.Und Zutritt zu bestimmten Räumen hatten auch nicht alle.
Vielleicht habe ich ein bißchen Licht in das MfS Dunkel gebracht.



passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:28
von Lutze | 8.027 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #126
Rein rechnerisch würde es dann bedeuten 1 MfS MA betreute 17 DDR Bürger .
Na das ist doch mal ne gute Überversorgung .


und bei Roland Jahn war es bestimmt umgekehrt
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#132

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:28
von B208 | 1.323 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #128
[quote=B208|p455146]Rein rechnerisch würde es dann bedeuten 1 MfS MA betreute 17 DDR Bürger .
Na das ist doch mal ne gute Überversorgung .


Milchmädchenrechnung



In einer Talk-Show äußerte sich Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck vor kurzen mal sinngemäß, dass etwa 90 Prozent der DDR-Bevölkerung (ich hoffe, dass ich mir die Zahl richtig gemerkt habe) nie in Kontakt mit dem MFS gekommen sind. Damit will ich nichts relativieren und schon gar nicht die Probleme klein reden, die 10% der Menschen mit diesem DDR-Staatsorgan hatten.

Alles klar Kienzle ?


zuletzt bearbeitet 09.03.2015 18:35 | nach oben springen

#133

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:36
von damals wars | 12.113 Beiträge

Und nicht jeder hat negative Erfahrungen bei Kontakten mit dem MfS gemacht. Dienstlich hatte ich nie mit ihnen zu tun. Als UvD mal den Offizier des Kommandos 2000 begrüßt. Und das Gespräch wegen des Dienstes im Wachregiment geführt, das wars.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#134

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:38
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #131
Zitat von B208 im Beitrag #126
Rein rechnerisch würde es dann bedeuten 1 MfS MA betreute 17 DDR Bürger .
Na das ist doch mal ne gute Überversorgung .


und bei Roland Jahn war es bestimmt umgekehrt
Lutze



Nicht jeder trug zu DDR Zeiten ein Hitlerbärtchen, das fiel schon auf.
So, wie Herr Bachmann...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 09.03.2015 18:44 | nach oben springen

#135

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:48
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #125
Wenn ich mich mal in die Diskussion hineinhängen darf. Das Buch, über das hier gesprochen wird, habe ich nicht gelesen und werde es nicht lesen. Meine Sache, aber ich mag ein solches politisches "auf sich aufmerksam machen" nicht sehr. Aber auch das muss jeder mit sich selbst abmachen.



Solche Bücher sollen Leute lesen, die sich nicht auskennen - Westdeutsche z. B. oder jüngere Leute.

Das "politisch auf sich aufmerksam machen" ist aber bei Memoiren ehemaliger DDR-Größen in viel größerem Maß gegeben. Die liest Du dann wohl (wie ich jedenfalls) auch nicht.

Aber es wurde gesagt, daß man die lesen muß, um mitreden zu können

Das Argument gilt umgekehrt nicht minder.

Die Realität sieht jedoch anders aus: Oft lehnen Befürworter der einen "Richtungsliteratur" es ab, die andere "Richtungsliteratur zu lesen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 09.03.2015 18:52 | nach oben springen

#136

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 18:56
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #135
Zitat von Klauspeter im Beitrag #125
Wenn ich mich mal in die Diskussion hineinhängen darf. Das Buch, über das hier gesprochen wird, habe ich nicht gelesen und werde es nicht lesen. Meine Sache, aber ich mag ein solches politisches "auf sich aufmerksam machen" nicht sehr. Aber auch das muss jeder mit sich selbst abmachen.



Solche Bücher sollen Leute lesen, die sich nicht auskennen - Westdeutsche z. B. oder jüngere Leute.

Das "politisch auf sich aufmerksam machen" ist aber bei Memoiren ehemaliger DDR-Größen in viel größerem Maß gegeben. Die liest Du dann wohl (wie ich jedenfalls) auch nicht.

Aber es wurde gesagt, daß man die lesen muß, um mitreden zu können

Das Argument gilt umgekehrt nicht minder.

Die Realität sieht jedoch anders aus: Oft lehnen Befürworter der einen "Richtungsliteratur" es ab, die andere "Richtungsliteratur zu lesen.





Woher willst Du denn wissen, welche Bücher ich lese ? Ich habe zig Bücher, Veröffentlichungen der BStU und von - ich nenne dies mal so - von der anderen Seite liegen / gelesen.


zuletzt bearbeitet 09.03.2015 18:59 | nach oben springen

#137

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 19:04
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Wer hat denn Dich angesprochen.....

Abgesehen davon, daß Veröffentlichungen der BSt wohl eher Dokumentationen sind.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 09.03.2015 19:09 | nach oben springen

#138

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 19:04
von Barbara (gelöscht)
avatar

von der anderen Seite liegen / gelesen.

Gibt es persönliche Geschichten, die überzeugen?


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#139

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 19:15
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #135


Solche Bücher sollen Leute lesen, die sich nicht auskennen - Westdeutsche z. B. oder jüngere Leute.

Das "politisch auf sich aufmerksam machen" ist aber bei Memoiren ehemaliger DDR-Größen in viel größerem Maß gegeben. Die liest Du dann wohl (wie ich jedenfalls) auch nicht.

Aber es wurde gesagt, daß man die lesen muß, um mitreden zu können




Memoiren kann jeder schreiben, der denkt, der Nachwelt etwas aus seiner Sicht Bedeutendes mitzuteilen.
Speziell zur Thematik Zeitgeschichte DDR ist das zu begrüssen wenn etwas für die Nachwelt erhalten bleibt.
Mir ist es dabei egal ob da eine sog."DDR-Grösse" oder eine A.M. etwas zu Papier bringt.

seaman


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#140

RE: Vater, Mutter, Stasi - eine Buchvorstellung

in DDR Staat und Regime 09.03.2015 19:15
von damals wars | 12.113 Beiträge

Ich habe für Angela Marquardt (Mitglied des Bundesvorstandes der PDS) als Mitglied der PDS genug Geld (Beitrag) ausgegeben,
jetzt kann sie ihre neue Partei bezahlen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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