#21

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 06.03.2015 14:00
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #15
Zitat von Freienhagener im Beitrag #6
Seitens der SU gab es eine strenge Isolation und Abgrenzung. Daher gab es keinen direkten Einflüsse (die "Freundschaftstreffen" stellten keine wirkliche Beziehung dar).

Der Einfluß war die der Führung der KPdSU gegenüber der SED.


Diese Isolation und Abgrenzung war auch in der NVA spürbar, trotz der Versuche, über Waffenbrüderschafts-Treffen und gemeinsame Übungen etwas anderes vorzutäuschen.
Ich habe in Leipzig, Nohra bei Weimar, in Erfurt und Roßlau bei Dessau an einigen solcher Freundschaftstreffen teilgenommen. Ich habe sympathische und liebe Menschen der Sowjetarmee kennengelernt; gastfreundlich und herzlich. Was mir aber nie gelungen ist, waren persönliche Beziehungen auf privater Ebene. Sie durften uns nicht privat einladen und wir durften sie nicht privat besuchen. Die DDR war für die Sowjetarmee Feindesland.
Ich erinnere mich an taktische Übungen, die wir auf Übungsplätzen durchführten, die von der Sowjetarmee genutzt wurden. Märsche bei Nacht waren auf diesen Plätzen besonders gefährlich. Trotz Sicherheitszusagen führten sowjet. Einheiten Nachtschießen durch. Ein ungutes Gefühl beschlich uns hin und wider.
KLaus



Diese Aussage kann ich nur bestätigen. Wir haben auf der OS in Frankenberg oft Volleyball gegen die Freunde gespielt, nach dem Spiel mussten die immer gleich aufsitzen und ab ging die Fuhre. Das gleich Bild wenn wir bei ihnen spielten umgekehrt.
Auch in Rostock oder Schwerin das gleiche Bild.
In Schwerin gab es ja die sog. "Freundschaftssiedlung", keine Kontakte erwünscht. Wenn wir das unseren Soldaten erklären sollten, wir als Truppenoffiziere konnten das nicht.

Bei gemeinsamen taktischen Übungen ab Division, handelte auch jede Einheit für sich, von Zusammenwirken keine Spur. Die waren direkt abweisend.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#22

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 25.08.2015 10:10
von Beethoven | 137 Beiträge

Der Einfluss der CA auf die NVA war ungeheuer groß, ist meine Meinung.

Schöne Beispiele hat dazu, wie bereits schon kurz angerissen durch andere User hier, unser Landesvater (Chef LaSK) GO a.D. Stechbarth in seiner Autobiographie geliefert.

In den Anfangszeiten der KVP gab es in fast jeder Kompanie / Bataillon einen Offizier der RA, der ein Auge auf die Truppe und vor allem auf die Kommandeure und Politarbeiter hatte.
Bis zum Schluss der NVA gab es in jeder Division und höheren Einrichtungen den MOS (Militär Ober Spezialist). Der normale Soldat oder Truppenoffizier wusste kaum etwas davon oder sah diesen nie.

Ich weiß nicht, inwieweit Ihr Euch schon mal mit der operativen Planung beschäftigt habt. Diese Planung wurde ab Division in der NVA (selbst in den Mob-Divisionen) durchgeführt.

Diese Planung ging von oben nach unten. Der Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes der NVA (GO a.D. Streletz) verteidigte die operative Planung der NVA, entsprechend der Aufgabenstellung des Generalstabes der CA, in Wünsdorf. Damit ist klar, dass der Generalstab der CA, die Aufgabe vorgab und der Hauptstab der NVA darauf reagierte und entsprechend seine Planung durchführte.
War diese bestätigt, erging die Aufgabenstellung an die LaSK (von dort dann die Militärbezirke), die LSK / LV, die VM, GT der DDR und die Kampfgruppen der Arbeiterklasse (in Zusammenarbeit mit dem Ministerium des Innern), die wiederum die Planung im MfNV verteidigten und bestätigt bekamen. Von diesen bestätigten Planungen ging es dann in die Divisionen, die dann entsprechend in den Militärbezirken oder den jeweiligen Kommandos oder im Ministerium des Innern, die Planung verteidigten und bestätigt bekamen oder eben nachbessern mussten.

Der Kopf war also der Generalstab der CA in Moskau und dessen Bevollmächtigte in Wünsdorf. Somit hatte die CA schon sehr starken Einfluss auf die NVA und bis auf das MfS, starken Einfluss auf die NVA.

Aber nicht nur da.
Die gesamte Taktik war ausgerichtet auf die sowjetischen Strategien und Taktiken. Die Deutsche Armeen vor 45 und auch die BW heute, rühmt sich der Auftragstaktik. Für mich mehr oder weniger eine Worthülse. Jedoch ist es recht eindeutig, dass die NVA im Gefecht oder der Schlacht, eindeutig die Befehlstaktik anwendete (wenn es denn zur Anwendung gekommen wäre). Nun habe ich des Öfteren versucht zu beweisen, dass die BW auch die Befehlstaktik anwendet. Dafür bekam ich im NVA-Forum schon viele Haue. Na ja, gehört nicht in dieses Thema.

Aber ihr seht, selbst die Taktik und Normative, nach denen wir als Soldaten der NVA handelten, sind russische Vorgaben. Das ist dem einzelnen Soldaten / Offizier gar nicht mehr bewusst geworden. Aber es war so und das lässt sich an jeder Menge Handlungsabläufen und Normativen für´s Gefecht, die Schlacht beweisen.

Wenn man jedoch bedenkt, dass alle Armeen des WV nach gleichen Prinzipien und Normativen handelten, ist das eigentlich gar nicht so schlecht. Deshalb ist es auch möglich gewesen, dass eine deutsche Armee (MB V) unter dem Kommando einer polnischen und einer russischen Front (MV III) ohne Probleme hätte handeln können. Ob das nun jedem gefällt oder nicht, sei mal dahin gestellt.

In diesem Sinne - Was ist der Unterschied zwischen Wessis und Russen? Die Russen sind wir wieder losgeworden.


Pitti hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 25.08.2015 17:48
von Fritze | 3.474 Beiträge

Hallo Beethoven !

Hat mit sehr gefallen , Dein kleiner Abriß oder besser Einschätzung und besonders am letzten Satz ist viel wahres dran !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#24

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 25.08.2015 18:50
von damals wars | 12.143 Beiträge

Im Grenzregiment hat uns mal die CA vor der Kälte gerettet, in dem sie uns mit Kohlen aushalfen.
Im Feldlager haben wir sie mal mit dem BMP gesehen, das wars aber auch.
Dienstsprache war deutsch.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#25

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.08.2015 08:43
von Beethoven | 137 Beiträge

Dienstsprache war deutsch

Na, sonst hätte ja kaum einer etwas verstanden

Die Kommandosprache hingegen war Russisch. Das war für die Offiziere die in Russland studiert haben (oder für die Raketschicks die schon als OS in Russland waren) kein Problem.

Für uns "Dresdener" schon eher obwohl wir jeden Tag (in Worten - jeden Tag) mindestens eine Stunde Russisch hatten. Meine "Safkafetroija" war nie mit mir zufrieden. Unsere sowjetischen Offiziershörer in der Seminargruppe sagten aber zu mir "... wir verstehen dich ..." . Das hat mich gefreut obwohl ich heute sagen muss, mein Russisch ist einfach nur zum weg laufen. Na, wir haben ja auch alles gelernt in Russisch, aber eben keine Umgangssprache.

In diesem Sinne - die Sprache eines Landes erlernt man am Besten auf den Kopfkissen der Landestöchter


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#26

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.08.2015 10:21
von IM Kressin | 913 Beiträge

Zitat von Beethoven im Beitrag #22
In diesem Sinne - Was ist der Unterschied zwischen Wessis und Russen? Die Russen sind wir wieder losgeworden.


Sehr anschaulich und informativ, Deine Abhandlung über die Wirkung der RA auf die NVA, für mich als Kriegskunstunkundigen!

Zum letzten Satz: Meinst Du grundsätzlich, im Allgemeinen oder ein „Roll Over“ @Beethoven, bezogen auf das Forum?

Es grüßt Dich

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#27

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.08.2015 22:55
von Hanum83 | 4.728 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #24
Im Grenzregiment hat uns mal die CA vor der Kälte gerettet, in dem sie uns mit Kohlen aushalfen.
Im Feldlager haben wir sie mal mit dem BMP gesehen, das wars aber auch.
Dienstsprache war deutsch.


Also in unserer Grenzkompanie hatten wir immer genug eigene Kohlen, manche haben sogar aufgekohlt.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#28

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.08.2015 23:05
von Fritze | 3.474 Beiträge


Also in unserer Grenzkompanie hatten wir immer genug eigene Kohlen, manche haben sogar aufgekohlt.


Na, Andreas ich glaub ,Du hast heute auch schon bissl geheizt ! Aber wohl eher mit Flüssigbrennstoff !

VG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

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#29

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.08.2015 08:00
von Hanum83 | 4.728 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #28

Also in unserer Grenzkompanie hatten wir immer genug eigene Kohlen, manche haben sogar aufgekohlt.


Na, Andreas ich glaub ,Du hast heute auch schon bissl geheizt ! Aber wohl eher mit Flüssigbrennstoff !

VG Fritze


Tja Fritze, es geht auf den Herbst zu, da muss man es sich schon etwas warm machen, zur Not auch mit postsowjetischem Flüssigbrennstoff, hätt jetzt fast Sprengstoff geschrieben


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zuletzt bearbeitet 27.08.2015 08:01 | nach oben springen

#30

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.08.2015 18:48
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #29


Tja Fritze, es geht auf den Herbst zu, da muss man es sich schon etwas warm machen, zur Not auch mit postsowjetischem Flüssigbrennstoff, hätt jetzt fast Sprengstoff geschrieben


Also auf diesem Gebiet war der sowjetische Einfluss auf die NVA ziemlich groß.


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#31

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.08.2015 21:46
von Hanum83 | 4.728 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #30
Zitat von Hanum83 im Beitrag #29


Tja Fritze, es geht auf den Herbst zu, da muss man es sich schon etwas warm machen, zur Not auch mit postsowjetischem Flüssigbrennstoff, hätt jetzt fast Sprengstoff geschrieben


Also auf diesem Gebiet war der sowjetische Einfluss auf die NVA ziemlich groß.


Das stimmt, auf der GK ging es ja ziemlich locker zu und der Befehl vom Chef "Holn se mich mal um zwei dort und dort ab", verschonte vor Nachtschicht, durfte sogar den UAZ bewegen anstatt der Pappe, er wollte ja nicht zugig durch die Nacht kutschiert werden
Am Ort der Abholung gab es dann aber auch richtig Arbeit, neben dem Abschleppen des reichlich überdüngten Vorgesetzten musste vor allem noch das obligatorische Alpenfeilchen gerettet werden, war das wichtigste
Seine Chefin war jedenfalls nicht so begeistert als ich ihn dann mühevoll abgeliefert hatte.
Das gerette Alpenveilchen machte es auch nicht so richtig besser


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zuletzt bearbeitet 27.08.2015 21:48 | nach oben springen

#32

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.08.2015 22:48
von Pitti53 | 8.788 Beiträge

Wie war nach mal das Thema? Sicher nicht Alpenveilchen


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#33

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.08.2015 22:55
von Hanum83 | 4.728 Beiträge

Ok, aber rote Armee ist irgendwie langweilig, da kann man schon mal ein Alpenveilchen reinschießen.
Aber falls so was nicht erwünscht ist, sorry.


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(Anton Günther)
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#34

RE: Wie stark war der Einfluß der Roten Armee/Sowjetarmee/UdSSR auf die NVA?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.08.2015 22:56
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #32
Wie war nach mal das Thema?

Альпийская фиалка ?


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