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Meine Zeit im GAR 40 in Oranienburg

in Grenztruppen der DDR 02.03.2015 22:19
von Pitti | 39 Beiträge

Wie bereits in der Vorstellung beschrieben, habe ich meine dreijährige Wehrdienstzeit im GAR 40 in Oranienburg verbracht.

Nachts angekommen war in mir und um mich herum Chaos. Da rannten Unteroffiziere wichtig herum und riefen irgendwelche Namen und dann hörte ich schließlich meinen Namen auch. Ein Uffz. sammelte seine Schäfchen zusammen und was ich damals noch nicht wusste, er kannte uns alle vom Bild her sowie die "wichtigsten" Ermittlungsdaten vom jeweiligen ABV´s.
Dann ging es zum Kammerbullen um die Ausrüstung zu fassen, die im Seesack landete. Als ich dann völlig entkräftet vor meinem zukünftigen Spind stand war klar, dass ich niemals im Leben den Inhalt des Sacks da hinein bringen konnte. Aber ich konnte.
Obwohl kaum geschlafen brüllte am frühen Morgen irgendwer "fertig machen zum Frühsport!". Hä? Frühsport?
Naja usw. usw..
An der Stelle will mal erwähnen, dass ich zunächst gerne zur Armee ging. Ich hatte zwar nur ungefähre Vorstellungen von dem was mich erwarten konnte, aber es war nichts dabei, was mich hindern könnte zur Armee zu wollen. Diese Gedanken wurden mir aber schleunigs ausgetrieben und nach wenigen Tagen hatte ich genug von der Armee und alles was dazu gehörte. Ich konnte nicht begreifen, dass "unsere" Armee, nach preußischer Exerzierordnung und Wehrmachtsprinzipien geführt, so mit ihren Genossen umgehen konnte. Wir wurden schlichtweg gedrillt und gequält. Ich weiß nicht, ob das später auch noch so war, aber während meiner Zeit dort war das Soldatensein kein Zuckerschlecken. Insbesondere die Unteroffiziere, die nur 18 Monate dienten, machten uns neuen Soldaten das Leben sehr sehr schwer, um nicht zu sagen zur Hölle.
In dem Moment wusste ich aber auch noch nicht, was es bedeutete in einem Ausbildungsregiment zu sein und das sich dies grundlegend von den Grenzkompanien unterschied.
Nach den vier Wochen Grundausbildung bekam ich den Befehl mich mit Seesack in der Uffz.-Schule im Schloß beim Spieß zu melden. Ich trabte also los und war sehr gespannt auf die Schule, von der ich mir keine Schikanen mehr versprach. Na ja, wie sagte der alte Geheimrat Goethe: Es irrt der Mensch solang er strebt.
Der Hauptfeld erwartete mich schon und trieb mich in mein Zimmer. Immerhin war die Unterbringung schon mal erste Sahne, so jedenfalls empfand ich das damals.
Der zuständige Gruppenführer kam auch dazu und dann lernte ich einen Mann kennen, der die Jungs von der Grundausbildung noch topen konnte. Ich will mal Einzelheiten weg lassen.
So verging die Zeit mit Ausbildung, ohne Urlaub und mit viel lernen und wenig Freude.
Im April 1965 war es dann soweit: Wir bekamen unsere Gurkenschalen und waren nun wer! Dachten wir. Da wir nun vom Dienstgrad her Uffz. waren, meinten wir auch die dazu gehörenden Rechte zu haben. Weit gefehlt! Der Spieß zeigte uns welche Rechte wir hatten. Wir standen im Innenhof um zum Essen zu marschieren, um danach in Lehrgangsurlaub zu fahren. Der Innenhof war naß und voller kleiner Pfützen. Wir standen etwas unordentlich herum und der Spieß sah sich den "Sauhaufen" von oben aus dem Fenster an. Dann brüllte er den UVD an, ob er denn nicht gewillt sei uns zur Ordnung zu rufen. Sodann durften wir in Ausgangsuniform und das Eßbesteck in Hand in Stellung gehen und über den Platz robben. Danach war stillstehen befohlen und der Spieß stellte fest, dass wir mit der dreckigen Uniform nicht in Urlaub fahren können. Also wieder einrücken und Dienstuniform anziehen. Achja, das Essen fiel auch zunächst mal aus.
Aber das ging auch vorbei und nach dem Lehrgangsurlaub, der mit Verspätung auch genehmigt wurde, kam ich zurück in die Kompanie, um meinen ersten Einsatzbefehl zu erhalten.
Aber darüber schreibe ich später...

Gruß
Dieter



der 39. und VNRut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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