#121

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 04.03.2015 20:39
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #118
Vergeßt mal unseren guten SV Ausweis nicht,den hätte man übernehmen sollen, samt der Leistungen.In einem Dokument,alles was wichtig ist, Rente,med. Behandlungen, vom Impfnachweis bis zum Röntgenbild, berufliche und schulische Abschlüsse,und das alles noch mit kostenlosen med. Behandlungen im soz. Ausland verbunden.Also unser ganzes Sozial und kostenloses Bildungssystem, Brötchen für 5 Pfennig, Straßenbahm 20 Pfennig usw.usw. Alles schon sehr lange her.da kann man vieles vergessen.Ich habe lieber 8Pf. für eine KWh bezahlt als heut 26 Cent, das sind heut 52 DM Pfennige. S- Bahn 20 Pfennig, ich glaube heut 1,20€, also 2,40 DM. Umrechnungskurs zu Ostmark 1:12 . Also so schlecht war doch die Ostmark nicht.


...nur komischerweise wollte sie keiner haben. Ich war nicht oft im Ostblock, meistens in der CSSR auf Verwandtenbesuch. Wir , meine Frau und, konnten uns für unser Geld alles kaufen, was es nicht in den normalen Geschäften gab, kauften wir im Tuzex ( tschechischer Intershop ). In den normalen Geschäften und Restaurants konnten wir für sehr wenig Geld einkaufen, es war schon fast unanständig vorteilhaft, selbst bei den offiziellen Tauschraten. Die hatten nämlich auch einen Zwangsumtausch. Wenn wir schwarz getauscht haben, war es noch krasser.
Mir taten die Ostdeutschen Landsleute immer leid. Hab das ganz deutlich bei einem Urlaub 1984 am Schwarzen Meer in Bulgarien kennengelernt. Hatte dort auch Gespräche mit einigen DDR Bürgern und bewunderte die Kreativität, mit der sie den Urlaub gestalteten mangels ausreichender Reisekasse.(mitgebrachtes Essen, Tauschartikel um an bulg. Geld zu kommen usw.) Die bulgarischen Genossen hielten eben nicht viel von eurem Geld, das vom Klassenfeind nahmen sie gern. Ich glaube ich hätte als DDR Bürger dort nur einmal Urlaub gemacht, solche Erfahrung sind demütigend und die kann ich nicht gut ertragen. Wenn ich ein ideologische gefestigter DDR Bürger gewesen wäre, wäre meine ideologische Standfestigkeit nach solchen Erfahrungen im Ar...
Gut, ich persönlich habe sowieso, schon als ich noch in der DDR lebte , nicht an die Flickschusterei der Apparatschiks in Ostberlin geglaubt.
edit fähler


.
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Dostojewski 1866
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zuletzt bearbeitet 04.03.2015 21:09 | nach oben springen

#122

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 04.03.2015 21:04
von AlfredTetzlaff | 112 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #118
Vergeßt mal unseren guten SV Ausweis nicht,den hätte man übernehmen sollen, samt der Leistungen.In einem Dokument,alles was wichtig ist, Rente,med. Behandlungen, vom Impfnachweis bis zum Röntgenbild, berufliche und schulische Abschlüsse,und das alles noch mit kostenlosen med. Behandlungen im soz. Ausland verbunden.Also unser ganzes Sozial und kostenloses Bildungssystem, Brötchen für 5 Pfennig, Straßenbahm 20 Pfennig usw.usw. Alles schon sehr lange her.da kann man vieles vergessen.Ich habe lieber 8Pf. für eine KWh bezahlt als heut 26 Cent, das sind heut 52 DM Pfennige. S- Bahn 20 Pfennig, ich glaube heut 1,20€, also 2,40 DM. Umrechnungskurs zu Ostmark 1:12 . Also so schlecht war doch die Ostmark nicht.


Du weißt schon, dass die Preise nicht die Kosten, die tatsächlich dahinter standen, wiederspiegelten?


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#123

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 04.03.2015 21:16
von Gelöschtes Mitglied
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Kein Staat hat etwas zu verschenken. Der Staat verteilt nur das, was er seinen Bürgern in Form von Steuern usw. schon mal abgenommen hat.
Das war auch in der DDR nicht anders. Grundnahrungsmittel, Mieten, Handwerkerleistungen waren niemals Kostendeckend. Das wurde dann als die sogenannte zweite Lohntüte gepriesen. Dadurch wurde aber auch dem Schlendrian Tür und Tor geöffnet. Subventionierte Nahrungsmittel landeten in großem Stil im Futtertrog der privaten Tierhaltung. Wasser und Strom sparen war ja nicht nötig bei den Preisen. In ländlichen Regionen wurde Jahrelang Wasser pauschal abgerechnet, weil es keine Wasseruhren gab. Die Mietwohnungen wurden systematisch abgewirtschaftet. Trotz der billigen Fahrkarten wurde in erheblichen Umfang schwarz gefahren.

Wer sowas heute noch als positiv hinstellt, hat irgendwo fest geschlafen.

Der Hesselfuchs


Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#124

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 04.03.2015 22:29
von Rostocker | 7.734 Beiträge

[quote=Merlini|p453867]Kein Staat hat etwas zu verschenken. Der Staat verteilt nur das, was er seinen Bürgern in Form von Steuern usw. schon mal abgenommen hat.
Das war auch in der DDR nicht anders.
Grundnahrungsmittel, Mieten, Handwerkerleistungen waren niemals Kostendeckend. Das wurde dann als die sogenannte zweite Lohntüte gepriesen. Dadurch wurde aber auch dem Schlendrian Tür und Tor geöffnet. Subventionierte Nahrungsmittel landeten in großem Stil im Futtertrog der privaten Tierhaltung. Wasser und Strom sparen war ja nicht nötig bei den Preisen. In ländlichen Regionen wurde Jahrelang Wasser pauschal abgerechnet, weil es keine Wasseruhren gab. Die Mietwohnungen wurden systematisch abgewirtschaftet. Trotz der billigen Fahrkarten wurde in erheblichen Umfang schwarz gefahren.

Wer sowas heute noch als positiv hinstellt, hat irgendwo fest geschlafen.

Der Hesselfuchs[/quote]

Na da schreib ich mal--wie ich hier schon mal irgendwo schrieb--Dein Wort in Gottes Ohr


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#125

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 04.03.2015 22:56
von Pitti | 39 Beiträge

Ich habe mir die Zeit genommen und den ganzen Thread durchgelesen.
Jeder Beitrag für sich ist mit Sicherheit richtig und widerspiegelt die Empfindung des Schreibers. Und die Beiträge sind alle verschieden. Warum? Weil das Leben so verschieden ist.
Die Wahrnehmung Westdeutschlands war nicht nur eine Frage des Fernsehens, auch ob Westverwandschaft vorhanden war und wie die aufnehmbaren Informationen interpretiert wurden.
Ich gehörte zu den Unterpreviligierten, ich katte keine Westverwandschaft und auch keine Kontakte zum Westen. Da ich das Fernsehen der DDR und seine Auftrag kannte, ging ich davon aus, dass das im Westen nicht anders wäre. ARD und ZDF hatten einen klaren Auftrag, der in Richtung Osten ging. Der Westbürger konnte sich von seiner Umwelt selbst ein Bild machen und brauchte die Propaganda nicht.
Daraus folgte für mich, dass ich vom Westen kein klares Bild hatte, aber gewisse Erwartungen, als dann 1989 die Grenze geöffnet wurde. Aber diese Erwartungen erfüllten sich nicht, gleichwohl war die Enttäuschung gering, denn heute sehe ich, dass es im lokalen Leben soooo unterschiedlich zwischen Ost und West gar nicht war und ist.

Ich war über viele Jahre der Annahme, dass sich Westdeutschland eine solche Bürokratie wie in der DDR nicht leisten wird, obwohl in der DDR die Bürokratie gesetzlich(!) geregelt war. Nach 1990 bin ich eines weitaus Schlechteren belehrt worden. Bürokratie in dem Ausmaße konnte sich die DDR nicht leisten, es gab gar nicht so viel Papier.

Insbesondere in den letzten Beiträgen wurde zur Ökonomie Stellung genommen, auch zu Subventionen. Ich dachte früher auch, insbesondere durch Äußerungen von Bundeskanzler Kohl, dass die DDR ein schlimmes Subventionsland gewesen sei. Bei genauerem Hinsehen ist aber festzustellen, dass in Bundesrepublik weitaus mehr subventioniert wurde (und wird) als in der DDR. Die Frage ist nur was subventioniert wurde und wird.

Noch ein Wort zur wertlosen Mark der DDR. Ja, sie war eine Binnenwährung, die im Ausland, und zwar in West wie in Ost, wertlos war. Der Besitz außerhalb der DDR war ja auch verboten.
Aber niemand hat hier mal darauf verwiesen wie es dazu kam. Schuld daran waren nicht die Wirtschaftslenker der DDR, sondern der alte Adenauer hat Anfang der 50iger Jahre erfolgreich dagegen interveniert, dass die Deutsche Mark frei konvertierbar wurde. Wäre es dazu gekommen, hätte womöglich einiges anders ausgesehen, aber darüber zu spekulieren ist sinnlos.

Ich habe einige Jahre (2002 bis 2006) in NRW gewohnt und dort festgestellt, dass das alltägliche Leben mit all seine Höhen und Tiefen sich nicht so wesentlich vom in der früheren DDR unterschied. Die Sorgen und Nöte der Leute glichen sich sehr.

Was mir früher im Fernsehen und auch später real auffiel war, dass die Westdeutschen miteinander in gewisser Weise freundlicher und kultivierter umgingen. In den westlichen Bundesländern kann man das heute noch merken. Der Osten hat da leider nicht aufgeholt.

Gruß
Dieter



AlfredTetzlaff, Gert, Schuddelkind und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#126

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 04.03.2015 23:52
von Lutze | 8.042 Beiträge

das Bild der BRD war für mich die Freiheit als DDR-Bürger,
da ist es mir egal gewesen,ob ich in einer S-Klasse oder
sonstwo in einem Auto sitze
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#127

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 05.03.2015 14:25
von Barbara (gelöscht)
avatar

Geradliniger Lutze.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.03.2015 14:25 | nach oben springen

#128

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 05.03.2015 15:38
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #119
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #114
Zitat von AlfredTetzlaff im Beitrag #111
Ja, die waren so geil, dass die im Westen sogar Neckarmann vertickte.

Ich denke das Bild der BRD in der DDR wurde zum Großteil über das Fernsehen geschaffen. Gepaart mit diversen persönlichen Kontakten konnte man sich durchaus ein realistisches Bild machen. Wie aber so oft möchte man das Negative nicht wahr haben. Deshalb wurden nach der Wende viele eiskalt erwischt.


Kommt immer auf die Sendungen an. Ich hatte schon damals die Politmagazine von ARD und ZDF gesehen und damit ein reales Bild vom Westen (Arbeitslosigkeit, unverschämte Mieten usw.). Wer aber nur Werbung und bunte Serien (oder die Show's von RTL und SAT1) gesehen hatte, der hatte natürlich falsche Vorstellungen.

wo hast du denn in der DDR RTL gesehen ? Sendestart RTL 1984 im Kabelprogramm Ludwigshafen ( ca. 200.000 Haushalte ), ab 1988 aus Köln im westdeutschen Raum erste terrestrische Sendungen erreichten 5,4 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik.


SAT1 konnte man Ende der 80er Jahre (ab 86/87) in Berlin terrestrisch empfangen. Wenn ich mich richtig erinnere kam der RTL ca. 1 Jahr danach, aber auf einem Kanal, der nicht bei allen DDR-Fernsehgeräten empfangbar war.



Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#129

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 05.03.2015 16:56
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Das was @ StabsfeldKoenig über den Empfang von RTL in Berlin zu DDR Zeiten schreibt kann ich so bestätigen.

Das "Problem" war das der Fernseher (welcher bei mir rumstand) nur 6 Programmspeicherplätze hatte und auf einmal gab es 7 zu empfangende Sender .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#130

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 05.03.2015 18:55
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Und @Nostalgiker

was haste weggelassen SFB oder DDR2 ?


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#131

RE: "Bild" der BRD in der DDR

in Leben in der DDR 07.03.2015 01:28
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #129
Das was @ StabsfeldKoenig über den Empfang von RTL in Berlin zu DDR Zeiten schreibt kann ich so bestätigen.

Das "Problem" war das der Fernseher (welcher bei mir rumstand) nur 6 Programmspeicherplätze hatte und auf einmal gab es 7 zu empfangende Sender .....

Gruß
Nostalgiker


Fernseher aus den späten 70er / frühen 80er Jahren hatten im UHF-Band nur Kanäle bis in die 40er Nummern. RTL sendete in Westberlin auf Kanal 56, der nur in moderneren Geräten (Mitte/Ende 80er Jahre) empfangbar war. Es gab Geräte mit 5 Tasten und festen Bändern (Taste 1=Band 1; Kanal 2-4, Taste 2+3 Band 2; Kanal 5-12, Taste 4+5 UHF Kanal 21-4x) und Fernseher mit 6 Tasten, wo man das Kanalband für jede Taste umstellen konnte. Bei den letzten Farbfernsehern gab es 8 Tasten. Und man konnte in Berlin (je nach Stadtbezirk) evtl. auch die US/GB/Fr-Militärfernsehsender empfangen und im Band 1 Funk-/Telefonverkehr abhören.



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