#101

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 06.01.2016 11:21
von Kalubke | 2.289 Beiträge

Hallo @der 39. ,

in dem Dokumentarfilm "Grenzer" von 1981 ist der Batallionskommandeur Osl Günther Tränker (wahrsch. GR-24 Salwzwedel, I. GB Ziemendorf) vor einem alten Unterkunftsgebäude einer ehem. Grenzwache bzw. einem ehem. Grenzkommando zu sehen. Ist das evt. das Objekt in Drösede, in dem Du auch warst? (Das Bild habe ich aus einem Kameraschwenk zusammengesetzt, deswegen die Verzerrungen.)



In dem Film ist auch eine Aufnahme aus dem Abschnitt Grenzknick GS 317 zu sehen (ca. 1,5 km SW von Groß- bzw. Klein Kapermoor) mit BGS-Beamten noch in alten Fleckentarnuniformen.



Gruß Kalubke



der 39. und utkieker haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.01.2016 13:06 | nach oben springen

#102

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 06.01.2016 19:55
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Hallo 39.
Ich habe mir deine ganze Geschichte mal durchgelesen. Respekt, hat mich sehr beeindruckt, wie du trotz aller Höhen und Tiefen nicht vom Weg abgekommen bist.
So mancher hätte sicherlich die Flinte ins Korn geschmissen und wär einen angenehmeren Weg gegangen.
Diese Biographie, was den milit. und teils persönlichen Werdegang betrifft, teilst du sicherlich mit vielen aus der damaligen Zeit , nach dem Krieg bis Ende der Fünfziger.
Ich kenne das, von meinem Bruder, der von Anfang bis Ende 50 bei der Grenzpolizei im Raum Thüringen, später dann Görlitz war.
Auch er war Offizier und musste gehen, da die Frau, die er( trotz mehrerer Gegenaussprachen) geheiratet hatte, nicht zu einem Offizier passte.
Er hat sich für die Frau entschieden, ein fataler Fehler, wie es sich später herausstellte. Sie war auf eine gute Offizierspartie aus und hat sich nach seiner Entlassung einem gut betuchten Handwerker angeboten, der sie auch bald wieder losgeworden ist.
Also Karriere futsch, Ehe futsch. War aber nicht der Staat daran schuld. Das mal so nebenbei, ein Grenzerschicksal. Hat sich aber wieder aufgerappelt, Ende gut alles gut.
Das Soldatenleben hatte so seine Besonderheiten, auch familiär gesehen. Viele Familien haben das nicht durchgestanden, mal er, mal sie. Wenig Freizeit,i mmer wieder Versetzungen usw.
Es gehören immer zwei dazu, wenn man sich trennt, ich weiß nicht, ob man nun einem 3.die ganze Schuld geben kann. Ich schreib dir mal als ehemaliger Waffenbruder aber auch als Mann der Abwehr, da es hier vielleicht Zusammenhänge gibt.
Ich bin ja erst darauf gestoßen, als du geschrieben hast dieser Oberleutnant hat deine Familie zerstört.
Da das von dir geschilderte recht umfangreich ist, werde ich versuchen, ein paar Dinge aus meiner Sicht als Außenstehender aber auch aus fachlicher Sicht zu sehen. Also keine Klugscheißerei, sondern aus eigenem Erleben.
Verstehe mich nicht falsch.
Wenn eine Ehe in Ordnung , sauber und von Vertrauen gekennzeichnet ist, wie kann ein 3.das zerstören?
Noch eines vorweg, ich habe bei jedem Sachverhalt immer versucht auf der einen Seite das Belastende, also das worin meine Vermutung besteht durch Fakten zu bekräftigen, als auch die entlastende Seite heran zu ziehen, wo nur Vermutungen, aber keine objektivierenden Tatsachen zu finden sind.
Was ich nicht beweisen kann, muss ich erst einmal als entlastend werten.
Dazwischen liegt eine Grauzone, die mir subjektiv sagt, da wird schon was sein, aber ich kann es nicht beweisen, aber auch nicht entkräften. Übrig bleibt Misstrauen.
Und trotzdem müssen sowohl menschlich aber auch beim Militär sicherheitspolitisch Entscheidungen getroffen werden.
Die können auch falsch sein und, weil eben nicht mehr da ist , unter Umständen ein ganzes Leben zerstören.
Nur als Beispiel, es gibt immer wieder Justizirrtümer, obwohl sich alle um Recht bemüht haben , trotzdem falsch entschieden wurde. Sehr schlimm für die Betroffenen. Passiert auch in jedem Staat der Welt. Im Falle eines Todesurteil muss dann ein Richter auch mit der moralischen Schuld leben
Nun konkret.
Ich habe da auch nur die inoffz. Tätigkeit deiner Ehefrau als Grund herausgefunden. Leider gibt dein Inhalt nicht mehr her, worum es da ging.
Ich kenne weder Motiv noch Auftragslage.
Also spekuliere ich mal,
1.Die Zusammenarbeit erfolgte ohne deine Kenntnis und du hast es trotzdem erfahren.
Kann man am Anfang einer Zusammenarbeit so machen, meine
Erfahrungen sind, funktioniert nur in Ausnahmefällen , und
erschwert die Zusammenarbeit sehr, vor allem dort, wo eine
vertrauensvollen Ehe besteht.
Ich habe immer Wert darauf gelegt,
dort wo es angebracht und der Arbeit förderlich war den
Partner einzuweihen, alles andere endet im Vertrauensbruch, es sei denn,
man kann die Zusammenarbeit gut legendieren oder aber der Partner ist
eine Plaudertasche womit man den ganzen Auftrag gefährdet und die
Person noch in der Öffentlichkeit bloßstellt.
Ist immer eine spezielle Einzelentscheidung, die gut überlegt sein will.
Hängt immer vom Partner ab.
2.Es richtete sich gegen dich
Ein sehr gewagtes Unterfangen, kann jederzeit in die Hose gehen, oder
aber die Ehe ist schon keine mehr. Also wer das macht,noch dazu wie bei
dir der § 14 STEG ( Spionage) zu klären war, muss sich schon der
Zuverlässigkeit 1000%tig sicher sein. Ich hätte Bauchschmerzen gehabt.
3.Du hattest generell etwas gegen diese Zusammenarbeit.
Vorweg, ohne IM gibt es keine qualitative GD Arbeit.
Die IM sind in jedem GD auf der ganzen Welt die Hauptwaffe.
Ohne wenn und aber.
Ob sich jeder moralisch damit identifizieren kann ist eine Sache der
Einstellung zum Staat und seinen Organen.Das muß jeder für sich
ausmachen.
Das hat sehr oft mit der Grundeinstellung zum Staat zu tun, aber es gibt auch Menschen, die können es einfach nicht.
Es setzt auch bestimmte Anforderungen an den Menschen voraus.( nicht jeder kann James Bond sein)
Deshalb gibt es auch eine IM Vorlaufphase, wo alle Eigenschaften des späteren IM auf seine Einsatzrichtung zu prüfen sind. Erst wenn das überprüft und belegt ist, darf die Anwerbung durch den Vorgesetzten genehmigt werden.
Hat sich in der Praxis bewährt, aber auch hier, Bei Zeitverzug, bestimmen Ausnahmen die Regel.
Weil wir gerade dabei sind, etwas zur Motivation.
Das Hauptmotiv im Bereich innerer Abwehr, war die Überzeugung, als am längsten anhaltende Motivation.
Kompromittierendes Material wirkte meistens nur kurzzeitig, war nicht dauerhaft, wenn nicht die Überzeugung daran anschloss.
Geld spielte meines Wissens keine große Rolle, da musste jede Ausgabe genau mit dem Nutzen begründet werden. Ausnahme, die Erstattung von Verauslagungen, auch die waren zu begründen.
Ich weiß jetzt nicht, ob das alles blaue Luft war, wenn es anders war und dich meine Meinung interessiert, was nicht jeder wissen muss, schreib mir eine mail.
Nun zu deinem dienstlichen auf und ab.
Vieles ist sicherlich der damaligen Zeit geschuldet, auch dem Einfluss von Besatzungsrecht. Und eine Namensverwechslung im Zusammenhang mit der sowj. Abwehr konnte böse Folgen haben. Auch hier spielte Siegermentalität eine Rolle. Ihre ideologische Ausrichtung zumindestens in den unteren Dienstgraden ,war noch lange, sich in Feindesland zu befinden Das hing auch sehr von der Persönlichkeit des jeweiligen Vorgesetzten ab.
Der Einfluss der Berater hat sich mit den späteren Jahren meines Wissens nach stark reduziert und beschränkte sich weitestgehend auf Koordinierungstätigkeit.
Trotzdem hatte jeder Kommandeur so seine eigene Auffassung und sicher konnte man sich nie sein, ob sich immer an alles gehalten wurde, was auch abgesprochen war.
2 Beispiele.
Wir fahren zum Schießplatz der CA, Waldweg am Objekt vorbei. Mit dem Kommandanten alles abgesprochen. Plötzlich MP Feuer durch die Plane unseres LKW. Wir lagen flach, wurden festgenommen. Alle wussten Bescheid, nur der Posten auf dem Turm nicht.
2.Eine Telefonleitung zu unserem Stützpunkt führte am Zaun des CA Objektes entlang. Es gab eine Störung, wir schickten einen Techniker raus und verständigten den Diensthabendes des CA Objektes.
Als nach vielen Stunden unser Mann nicht auftauchte , war uns klar, der sitzt in russischer Gefangenschaft.
Unser Mann festgenommen, der Posten belobigt. Es dauerte, eh der zuständige Abwehroffz. eingetroffen ist und alles geklärt war.
Es gab aber auch viele schöne gemeinsame Feiern,sehr gutes Essen und viel Wodka.
Einige Ausführungen von dir sind für mich sehr widersprüchlich, wenn einem nicht getraut wird, bekommt man eigentlich keine höhere Dienststellung mit höherer Verantwortung.
Aus der Mpi Geschichte kann ich mir keinen logischen Reim machen, was hat das mit dir in deiner Dienststellung zu tun.Als Kommandeur ist man natürlich für alles verantwortlich,aber da hätte doch mindestens noch einer mit im Boot gesessen.Da der Personenkreis Waffenkammer eng begrenzt ist, sollte sich so etwas schnell klären lassen.
In diesem u. einigen anderen dubiosen Fällen hätte ich mich mal an den zuständigen Abwehroffz.bzw. dessen Vorgsetzten mit einem klärenden Gespräch gewandt. Ich hatte nur gute Erfahrungen damit.
Beispiel.
Ich war vorgesehen, für eine Dienststellung im Kommando Volksmarine mit Bestätigung Geheimhaltungsstufe 1.
Nach kurzer Zeit Versetzung in den letzten Winkel der VM ,Stützpunkt Tarnewitz. Herabsetzung in Sicherheitsstufe III. Ohne Kommentar.
Anfangs habe ich mir keine Gedanken gemacht, Versetzungen waren an der Tagesordnung. Ich bekam dann von meinem Fachbereich den Hinweis, da muss doch etwas vorgelegen haben.
Ich wusste nicht warum. Also T. beim Abwehroffz. geholt und nachgefragt.
Ich wollte Klarheit, da ich mir keiner Schuld bewusst war. Er war ehrlich.
Er sagte mir ,falsche Angaben in meinen Unterlagen gemacht. Ich hätte verschwiegen, dass mein ältester Bruder bis 1948 in München in einer amerikanischen Dienststelle gearbeitet hat.Da ich nicht ehrlich war , bin ich für die höchste Sicherheitsstufe ein Risiko.
Damals war ich 5 Jahre, das hatte ich völlig vergessen, denn das spielte nie wieder eine Rolle in unserer Familie, da es vor der DDR war, und mein Bruder schon aus dem Haus war, als ich noch zur Schule ging. Als er das sagte, fiel es mir auch wieder ein, dass er nach dem Krieg aus der Gefangenschaft dort gelandet war und 1948 als er uns ausfindig gemacht hatte zu uns zurück kam.
Akte wurde glaubwürdig ergänzt.
Hat sich später nicht mehr negativ ausgewirkt. Hätte ich das nicht getan, hätte ich wahrscheinlich auch ein Klotz am Bein mit mir herumgeschleppt, ohne es zu wissen.Ich hätte noch ein paar Dinge Vorlauf operativ usw.Wenn es interessiert,melde dich



der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#103

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 06.01.2016 21:49
von Kalubke | 2.289 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #102


[...]
Und trotzdem müssen sowohl menschlich aber auch beim Militär sicherheitspolitisch Entscheidungen getroffen werden.
Die können auch falsch sein und, weil eben nicht mehr da ist , unter Umständen ein ganzes Leben zerstören.
{...]
Ich bekam dann von meinem Fachbereich den Hinweis, da muss doch etwas vorgelegen haben.
Ich wusste nicht warum. Also T. beim Abwehroffz. geholt und nachgefragt.
[...]



Ich vermute, dies wird beim @der 39. der Fall gewesen sein, dass nichts Konkretes gegen ihn vorlag und auf Nr. Sicher gegangen wurde. Die Frage ist auch, hätte ein Grenzoffizier überhaupt so ohne weiteres Auskünfte von der Militärabwehr für seine vorgetragenen Probleme bekommen? Bei Dir als Angehöriger der Abwehr war das evt. eine ganz andere Sache. Offizielles Beschwerderecht in solchen Dingen gab es sicher nicht und gibt es wahrscheinlich auch heute nicht (siehe die Beiträge von @Sicherheitsrisiko).

Wenn ich den 39. richtig verstanden habe, dann liefen alle seine Versuche der Aussprache und Klarstellung ins Leere. Beschwerden beim KGT wurden abgewiegelt und er sogar moralisch vorverurteilt und mit Parteistrafen belegt. Plötzlich spielte bei der Frage der höheren Offizierslaufbahn die Vergangenheit seines Vaters in der NS-Zeit eine Rolle. Einwände bzgl.seiner Frau und ihrer IM-Tätigkeit wurden in der Scheidungsverhandlung unter den Tisch fallen gelassen usw. Er stand eigentlich bei seinen Dienstherren vor einer Wand des Schweigens und der Ignoranz. Der einzigste, der loyal zu ihm war und ihn vor seiner ersten Entlassung wg. 2/49 bewahrt hat, befand sich wahrscheinlich schon im Ruhestand und konnte nichts mehr für ihn tun. Ich kann nachvollziehen, dass er da absolut keine Lust mehr hatte, auch noch als IM tätig zu werden. Warum soll man zu jemandem loyal sein, der zu einem selbst nicht loyal ist?

Gruß Kalubke



der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.01.2016 21:55 | nach oben springen

#104

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 18:43
von der 39. | 520 Beiträge

Hallo Kalubke und SDignalobermaat,
danke für Eure Beiträge, es ist viel richtiges dabei. es ist aber notwendig manches noch nicht geschriebene von meiner Seite nachzutragen. Das werde ich nicht im Forum tun. Ich wende mich direkt an Euch. Allerdings habe ich gestern meine Frau ins Krankenhaus geschafft und habe momentan nicht den Nerv, es wird also etwas dauern. Bitte um Verständnis. Die Schleusungsbereiche in Beendorf für Kalubke habe ich gezeichnet, versuche sie morgen zu senden.
Gruß vom 39.


Kalubke, Signalobermaat und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 19:21
von Kalubke | 2.289 Beiträge

Klar doch, keine Eile. Wünsche Deiner Frau unbekannterweise gute Besserung und das es nichts Ernstes ist. Danke Dir im Voraus für Deine Bemühungen.

Viele Grüße

Kalubke



Signalobermaat, der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.01.2016 19:22 | nach oben springen

#106

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 19:49
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Hallo 39.
Ich hatte ja gesagt, zu deiner Lebensgeschichte noch etwas aus der Sicht der Abwehr zu schreiben
Erst mal zu Kalupke, bei der VM war ich normaler NVA Angeh.( Allerdings Geheimnisträger im Stab, hatte also mit der Abwehr nichts zu tun,bis auf den Fakt, daß man mich auch immer wieder auf Zuverlässigkeit überprüft hat, habe das dann später als ich bei der Abwehr gelandet bin aus meiner eigenen Akte ersehen )
Deine Aussagen 39.:
„Gründe für das Anlegen einer Vorlaufakte-operativ
Vom 11.5.1962
Hptm. Schröder, Siegfried ist im 25.Grenzregiment Oschersleben als Offizier in der Grenzdienstabteilung tätig.
Er wird gemäß § 14 des STEG verdächtigt, im Auftrage einer westlichen Geheimdienststelle eine feindliche Tätigkeit gegen die Deutsche Demokratische Republik durchzuführen.
Der Vater des Hptm. Schr. steht in Verdacht, für eine westliche Geheimdienststelle tätig zu sein. Er wohnt heute in Westdeutschland. Eine Schwester des Schr. wohnt in Vorsfelde (WD), selbige reiste Ostern 1962 in Kalbe/Milde ein, wo sich Hptm. Schr. Mit der Genannten getroffen hat.
Die Mutter des Schr. Hat aktive Verbindungen zu ihrem geschiedenen Ehemann nach Westdeutschland. Hptm. Schr. selbst verkehrt im Hause der Mutter.
Schr. selbst tätigt Ausgaben, die sein Einkommen bei weitem überschreiten“
Nun versetze dich mal in den Abwehroffizier, wie hättest du gehandelt. Seine Aufgabe war u.a. die Verhinderung des Eindringens von Agenten, vor allem in den Offiziersbestand.
Die politische Situation nach dem 13.8.1961 war, daß alle bisherigen Verbindungen der GD in die DDR durch die geschlossene Grenze abgebrochen waren, und versucht wurde neue Verbindungen zu schaffen.
Also ein Bataillonskommandeur der Grenze war schon eine lohnende Aufgabe.
Der Abwehroffz.muß, damit kein Agent dort angeworben wird, auch die möglichen Ansatzpunkte bei seinen Offz. kennen.
Nun sucht ja jeder GD der Welt Schwachpunkte bei seinen Zielpersonen, die man für eine Anwerbung nutzen kann.
Was wußte der Abwehroffz.:
Vater ehemaliger SS Mann in der BRD,steht im Verdacht für einen GD tätig zu sein.
Die Mutter, zu der du Kontakt hattest, steht in Verbindung mit deinem Vater.
Die ebenfalls in der BRD lebende Schwester reist zur Jugendweihe ein, du triffst dich heimlich mit ihr
ohne deine Vorgesetzten wenigstens im Nachhinein zu informieren.
Du tätigst Ausgaben, die dein Einkommen wesentlich überschreiten.
Dein Vater hat dir mehrfach mitgeteilt, komm in den Westen, die alten Kameraden helfen dir.
(Könnten ja auch neue Kameraden sein?)
Auf Grund der Verbindungen deines Vaters und seiner alten Kameraden bestand doch die Möglichkeit, daß der GD deine Stellung kannte.
Dazu warst du mehrfach, zwar im Auftrag irgendwelcher SED Leute mit dubiosen Geschäften auf westlicher Seite.( Es liegen Erkenntnisse vor,daß selbst SED Kader der Westarbeit umgebogen wurden)
Vielleicht gab es auch noch persönliche Verhaltensweisen, die man falsch gesehen haben könnte.
Vorkommnisse hattest du ja genug am Bein.
Also ein gewaltiger Komplex für einen Klärungsbedarf.
Eine VA-operativ war also wirklich gerechtfertigt, deshalb ja auch Vorlauf operativ und nicht Operativvorgang,der sich dann anschließen würde, wenn es überprüfte und verdichtete Handlungen im Sinne § 14 STEG gegeben hätte.
Ein qualitativ wesentlicher Unterschied.
Das war die belastende Seite. Nun geht es ja bei der strafrechtlichen Einschätzung immer auch um die entlastende Seite. Das ist zwingend erforderlich, um zu einer richtigen Einschätzung zu gelangen.
So weit ich das hier beurteilen konnte, jahrelange Zuverlässigkeit im Grenzdienst.Mehr gibt dein Material nicht her.
Eine nach außen getragene positive Einstellung, kann aber auch Tarnung sein,wenn andere Informationen dazu vorliegen.
Wie hättest du an seiner Stelle gehandelt, auch unter dem Aspekt, daß auch der Abwehroffz. Vorgesetzte hatte, die ihm wahrscheinlich gesagt haben,daß muß geklärt werden, ob hier was dran ist.
Ich hätte bis hierher genauso gehandelt.
Also es müssen alle objektiven be-u.entlastenden Momente auf dem Tisch.
Keine Ahnung, wie die Wage bei dir aussah.
Da es zu keinem Operativvorgang kam, muß ja aus irgendeinem Grund die Bearbeitung eingestellt worden sein.Du schreibst dazu nichts.
Möglich ist,keine Klärungsmöglichkeit, also trägst du den Rucksack des Verdachtes weiter und weiter.
Du scheidest aus,studierst, wirst Leiter einer Forschungsabteilung.
Für jeden GD eine interessante Tätigkeit,du bleibst im Blickfeld,von beiden Seiten.
Wie hätte ich als Abwehr gehandelt bzw.was haben wir in der Praxis getanin einer solchen Situation
Wenn man operativ nichts klären kann,hätte ich mich mit der zuständigen Fachabt.ev. HA zusammengesetzt,beraten und den Vorschlag unterbreitet in einer Aussprache mit der Abt.IX(die dazu ganz spezielle Erfahrungen in der Vernehmung bei Spionageverdacht haben) in einer Befragung, nicht Vernehmung,alle belastenden Dinge zu klären.Ein Versuch wäre es wert.
Vorher natürlich Überprüfungsmaßnahmen einzuleiten, die eine Reaktion auf die Befragung im Nachhinein zulassen.
Gibt es mehrere Möglichkeiten.
Warum.Weil auch bei einer offenen Aussprache gelogen werden kann.
Was kann passieren.
1.Alle Verdachtsmerkmale lassen sich begründen,du bist ein ehrlicher Mann.
Positiv.
2.Nichts kann geklärt werden,aber wenn du Spion bist, stellt dich der GD kalt,weil du ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zuverlässig erscheinst, man kann dich ja umgedreht haben.
Also kein Spion mehr im Staat.
Ist doch in jedem Fall etwas erreicht worden

Zu deiner Scheidungsakte,ganz einfach ,die inoffz. Tätigkeit ist eine geheimzuhaltende op. Maßnahme eines GD und hat in einem vielen anderen zugänglichen Speicher nichts zu suchen.
Eine zivile Prozessakte können viele anfordern.Ein Quelle genießt in jedem GD Schutz,da muß sich jede Quelle auch darauf verlassen können,es sei denn er macht sich selbst strafbar, dann ist er meistens verloren( hängt aber sehr von der Straftat und der Öffendlichwirksamkeit ab)

Da kann man ja jeden IM gleich ans nächste schwarze Brett aushängen.



der 39., Pitti53, Kalubke und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#107

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 19:52
von Signalobermaat | 356 Beiträge

39.auch von mir beste Genesungswünsche an deine Frau



der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#108

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 21:51
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

Hallo sig.
dein Text ist sehr interessant und auch sehr traurig
Habe ja schon viel über meine Vergangenheit getippt, vielleicht hast du mal was gelesen. Hatte in den 60 Jahren einigen Ärger mit der Stasi habe aber nie einen Ausreiseantrag gestellt.
Einige, nicht beweisbare, Bemerkungen
1. Ich verstehe das die DDR im westlichen Ausland ihre Spione hatte, hat jedes andere Land auch gemacht
2 .IM
Warum habt ihr in den Brigaden solche Genossen gehabt die andere ausgehorcht haben- Die meisten Arbeiter waren keine Staatsfeinde, sondern haben sich über die Planwirtschaft und die Versorgung lustig gemacht.
Ihr habt noch nicht mal zu den eigenen Berufssoldaten (alles Genossen) Vertrauen gehabt


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#109

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 21:55
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

warum auch die eigenen Kräfte überwacht wurden ?

Ganz einfach, weil diese im Schwerpunkt gegnerischer Geheimdienste standen.

Im groben gilt immer, je höher die Position, je mehr besteht Interesse von Geheimdiensten.


Signalobermaat, der 39. und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#110

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 22:28
von der 39. | 520 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #108
Hallo sig.
dein Text ist sehr interessant und auch sehr traurig
Habe ja schon viel über meine Vergangenheit getippt, vielleicht hast du mal was gelesen. Hatte in den 60 Jahren einigen Ärger mit der Stasi habe aber nie einen Ausreiseantrag gestellt.
Einige, nicht beweisbare, Bemerkungen
1. Ich verstehe das die DDR im westlichen Ausland ihre Spione hatte, hat jedes andere Land auch gemacht
2 .IM
Warum habt ihr in den Brigaden solche Genossen gehabt die andere ausgehorcht haben- Die meisten Arbeiter waren keine Staatsfeinde, sondern haben sich über die Planwirtschaft und die Versorgung lustig gemacht.
Ihr habt noch nicht mal zu den eigenen Berufssoldaten (alles Genossen) Vertrauen gehabt

Hallo Thomas 48,
Du sagst es schon, jedes Land hat einen Geheimdienst, einen für innen, damit die Staatsführung nicht von Ereignissen überrascht werden kann und nach aussen, damit drohende Gefahren jeder Art rechtzeitig erkannt werden.
Nun ist diese Funktion nach innen in der DDR übertrieben worden, jeder war verdächtig. mit dem "Klassenfeind" zusammenzuarbeiten, überall war Mißtrauen.
Der Osten hatte nur seinen Geheimdienst und ein paar Freunde im Westen, der westdeutsche Geheimdienst hatte überall im Osten Freunde, die er abfragen konnte. Wir waren eindeutig in der schlechteren Position, daraus resultiert dann das übertriebene Misstrauen.
So sehe ich das mal kurzgefasst.
Gruß vom 39.


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#111

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 22:40
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von thomas 48 im Beitrag #108
Hallo sig.
dein Text ist sehr interessant und auch sehr traurig
Habe ja schon viel über meine Vergangenheit getippt, vielleicht hast du mal was gelesen. Hatte in den 60 Jahren einigen Ärger mit der Stasi habe aber nie einen Ausreiseantrag gestellt.
Einige, nicht beweisbare, Bemerkungen
1. Ich verstehe das die DDR im westlichen Ausland ihre Spione hatte, hat jedes andere Land auch gemacht
2 .IM
Warum habt ihr in den Brigaden solche Genossen gehabt die andere ausgehorcht haben- Die meisten Arbeiter waren keine Staatsfeinde, sondern haben sich über die Planwirtschaft und die Versorgung lustig gemacht.
Ihr habt noch nicht mal zu den eigenen Berufssoldaten (alles Genossen) Vertrauen gehabt


Thomas befreie Dich mal von dem Gedanken die IM in Betrieben wären vordringlich zum aushorchen der Kollegen da.
Da wurde so Einiges aufgedeckt, Sabotage und Manipulationen und es sind Köpfe gerollt. Zu Recht.
Gerd, der wahrlich kein Stasi-Verehrer ist


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#112

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 22:46
von der 39. | 520 Beiträge

Hallo Signalobermaat,
ich finde Deine Ausführungen sehr interessant und wie schon gesagt, gehe noch ausführlich darauf ein. Hier mal nur ein paar kurze Bemerkungen:
- Nur ein Anruf bei der Sparkasse hätte genügt, um herauszubekommen, dass der Wartburg von dem Geld bezahlt worden, war, dass ich im Lotto gewonnen hatte.
- Nur eine Anfrage in der ;Meldestelle für Kremkau hätte ergeben, dass meine Mutter wiederverheiratet war und niemals mit meinem Vater gesprochen hätte
- Ein Anruf in der Kreisdienststelle des MfS in Stendal hätte ergeben, dass meine Mutter selbst als IM arbeitete.
- Hptm. Schmidt Aufklärungsoffizier und Freund, rät mir nach Kremkau zur Jugendweihe meiner jüngsten Schwester zu fahren und meine Wolfsburger Schwester zu treffen.( Und haut mich dann in die Pfanne)
Ich bin Opfer von Stümpern geworden und später im Betrieb das gleiche Spiel.
Der 39.


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#113

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 23:04
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #111
Zitat von thomas 48 im Beitrag #108
Hallo sig.
dein Text ist sehr interessant und auch sehr traurig
Habe ja schon viel über meine Vergangenheit getippt, vielleicht hast du mal was gelesen. Hatte in den 60 Jahren einigen Ärger mit der Stasi habe aber nie einen Ausreiseantrag gestellt.
Einige, nicht beweisbare, Bemerkungen
1. Ich verstehe das die DDR im westlichen Ausland ihre Spione hatte, hat jedes andere Land auch gemacht
2 .IM
Warum habt ihr in den Brigaden solche Genossen gehabt die andere ausgehorcht haben- Die meisten Arbeiter waren keine Staatsfeinde, sondern haben sich über die Planwirtschaft und die Versorgung lustig gemacht.
Ihr habt noch nicht mal zu den eigenen Berufssoldaten (alles Genossen) Vertrauen gehabt


Thomas befreie Dich mal von dem Gedanken die IM in Betrieben wären vordringlich zum aushorchen der Kollegen da.
Da wurde so Einiges aufgedeckt, Sabotage und Manipulationen und es sind Köpfe gerollt. Zu Recht.
Gerd, der wahrlich kein Stasi-Verehrer ist



Grün---Also ich möchte mal hier anfügen -- Wir waren auf der Werft Abteilung Helling 4 Schweißermeistereien. Jede Meisterei bestand aus fast 24 Schweißern. In der Meisterei wo ich war gab es 2 oder 3 Kollegen die in der Partei waren. Mir ist in den ganzen Jahren nicht ein einziger Fall bekannt geworden--wo ein Kollege den anderen angeschwärzt hat bei der Stasi. Selbst gab es im Verwaltungsgebäude ein Büro der Stasi, wo sichbar an der Tür dran stand--Ministerium für Staatssicherheit--Aber das hat den Kollegen garnicht interessiert und war auch nie Gesprächsthema. Da war das Thema, monatliche Prämie wichtiger.


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#114

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 23:13
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #112
Hallo Signalobermaat,
ich finde Deine Ausführungen sehr interessant und wie schon gesagt, gehe noch ausführlich darauf ein. Hier mal nur ein paar kurze Bemerkungen:
- Nur ein Anruf bei der Sparkasse hätte genügt, um herauszubekommen, dass der Wartburg von dem Geld bezahlt worden, war, dass ich im Lotto gewonnen hatte.
- Nur eine Anfrage in der ;Meldestelle für Kremkau hätte ergeben, dass meine Mutter wiederverheiratet war und niemals mit meinem Vater gesprochen hätte
- Ein Anruf in der Kreisdienststelle des MfS in Stendal hätte ergeben, dass meine Mutter selbst als IM arbeitete.
- Hptm. Schmidt Aufklärungsoffizier und Freund, rät mir nach Kremkau zur Jugendweihe meiner jüngsten Schwester zu fahren und meine Wolfsburger Schwester zu treffen.( Und haut mich dann in die Pfanne)
Ich bin Opfer von Stümpern geworden und später im Betrieb das gleiche Spiel.
Der 39.



Um dies alles umfassend einzuschätzen, müsste man das ganze Papier kennen.

Alles andere bringt aus meiner Sicht recht wenig.


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#115

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 08.01.2016 23:29
von Kalubke | 2.289 Beiträge

Das Problem damals und wahrscheinlich bei geheimpolizeilich ermittelnden Behörden überhaupt ist m. E., dass der römische Rechtsgrundsatz "in dubio pro rheo" dort anscheinend weniger Bedeutung als in der normalen Gerichtsbarkeit besaß und vieleicht noch besitzt. Kam da erst mal ein Vedacht auf, wurde man den so schnell nicht mehr los und hatte den als Makel an der Backe, quasi fast wie eine Vorverurteilung. Erschwerend kommt hinzu, dass bestimmte Sachverhalte zur Erörterung gar nicht zugelassen werden, wenn dadurch die Konspiration gefährdet wurde, wie im Falle von IM-Tätigkeiten. Das kann im ungünstigsten Fall einen ziemlichen Teufelskreis ergeben, aus dem ein Entrinnen sicher nur schwer möglich war.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 09.01.2016 10:58 | nach oben springen

#116

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 09.01.2016 00:10
von Kalubke | 2.289 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #106

[...]
Dazu warst du mehrfach, zwar im Auftrag irgendwelcher SED Leute mit dubiosen Geschäften auf westlicher Seite.( Es liegen Erkenntnisse vor,daß selbst SED Kader der Westarbeit umgebogen wurden)
[...]




Da das MfS, was die Überwachung ihres de facto Dienstherren (SED) betraf, ziemlich blind war, sind in den konspirativ arbeitenden SED-Parteistrukturen (Parteibetriebe im Westen, geheimer Kurier- und Schleusungsapparat, Koko und auch in den SBO (spezifische Beschaffungsorgane (Embargohandel)) des MfS und der Verwaltung Aufklärung) den Überlieferungen zufolge tatsächlich mehr Pannen durch Veruntreuung, Überlaufer und Doppenagententätigkeit passiert, als anderswo.

Bekannteste Beispiele sind:

IM "Sohle" alias Horst Schuster (v. Witzleben), 1973-1980 Generaldirektor der KoKo-Fa. K&A (Kunst und Antiquitäten), Überläufer
Günther Asbeck Generaldirektor des SBO ASIMEX der Hauptverwaltung Aufklärung, Überläufer
Heinz Altenhoff ab 1977 Prokurist der Nolte KG, in den 50er Jahren gegründete SED-Parteifirma, Doppelagent für den Verfassungsschutz
Peter Kamenz Fa. IMES (Waffenhandel), Überläufer
IMS "Mathes" (Reg.-Nr. V 47/71) alias Adolf Mader KoKo-Einkäufer für Münzsammlungen, Überläufer
Gerhard Maune, Fachbereichsleiter bei SBO ASIMEX, Doppelagent BND
IMS "Capitel" Helmuth Weise Stellvertreter des GD im AHB Elektrotechnik-Elektronik Export/Import, Überläufer

1992 teilte der BND dem KoKo-Untersuchungsausschuß mir, dass er 6 nachrichtendienstliche Verbindungen im Bereich KoKo
hatte, alle auf hoher und höchster Ebene:

– Ein Außenhandelskaufmann (Sektionsleiter) bei Fa. ASIMEX (Manune)
– Ein Gruppenleiter Kontor-Chemie bei der Fa. INTRAC (SBO der HV A, gehörte der v. Ottokar Hermann geleiteten Holding Befisa S.A), A. Pösz, Doppelagent mit Wissen des MfS, IMB "Buntspecht", (Reg.-Nr. MfS XV 14/76) HA XVIII/7 AG BKK )
– Ein stellvertretender Generaldirektor bei der Fa. BERAG (Embargohandel) (H.-J. Menzel, Doppelagent mit Wissen des MfS (IMB "Peter Reimann" (Reg.-Nr.: XV 8497/60) HA XVIII/7))
– Ein Direktor bei Fa. INTERCOOP AHG (Handel mit High-Tech Know How, Firmengruppe IBERMA)
– Ein Generaldirektor der Fa. ASIMEX (Asbeck)
– Ein Generaldirektor der Kunst- und Antiquitäten GmbH (Schuster)

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 09.01.2016 17:03 | nach oben springen

#117

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 09.01.2016 14:11
von thomas 48 | 3.566 Beiträge

#116
gefällt mir
Waren alles Genossen


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#118

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 09.01.2016 18:33
von utkieker | 2.911 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #101
in dem Dokumentarfilm "Grenzer" von 1981 ist der Batallionskommandeur Osl Günther Tränker (wahrsch. GR-24 Salwzwedel, I. GB Ziemendorf) vor einem alten Unterkunftsgebäude einer ehem. Grenzwache bzw. einem ehem. Grenzkommando zu sehen. Ist das evt. das Objekt in Drösede, in dem Du auch warst?

Richtig "Luis" war unser Bataillonskommandeur ein guter Freund von unseren Kompaniechef Major Neumann, ich bin mir aber nicht sicher, ob das Gebäude tatsächlich in Drösede steht.

Zitat von Kalubke im Beitrag #101
In dem Film ist auch eine Aufnahme aus dem Abschnitt Grenzknick GS 317 zu sehen (ca. 1,5 km SW von Groß- bzw. Klein Kapermoor) mit BGS-Beamten noch in alten Fleckentarnuniformen.
[[File:Panorama GS 317.jpg|none|auto]]


Dieser markante Punkt ist die Wirlspitze, ein beliebter Anlaufpunkt des BGS, ich war häufig dort als Posten aber niemals im "Vorgelagerten" geschweige an der Grenzsäule.

Gruß Hartmut (und danke fürs einstellen der Fotos!)


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#119

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 09.01.2016 18:55
von der 39. | 520 Beiträge

Zum Beitrag #101 und von utkieker
Meine Zeit in Drösede war 1949. Da gab es 2 Kommandos A und B, in Bauernhäusern untergebracht. Wir ( Drösede B), waren in einem Dreiseitenhof,rechts vom Tor war der Altenteil, dort waren wir untergebracht. Ich kann auf dem Bild keine Ähnlichkeit erkennen und den Grenzpunkt habe ich auch nicht gesehen. Wir waren insgesamt nur 10 Mann und haben einen einzigen Posten besetzt, der lag mitten im Wald. Übrigens dort haben sich das Postenpaar Moll und Japin zu meiner Zeit erschossen. Habe ich an anderer Stelle beschrieben.
Gruß, der 39.


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#120

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 09.01.2016 19:29
von Signalobermaat | 356 Beiträge

39.
Ich habe ja auch nur meine Position zu dem geschrieben, was deinen Ausführungen zu entnehmen war.Z.B.nur die Anlage VA op.
Kein Wort zum Stand der Bearbeitung oder Abschluß.Wenn du deine Akte gelesen hast, muß zwingend dazu etwas stehen.
Ich hatte ja auch geschrieben,2 Seiten der Bearbeitung, zu jeder Belastung , die auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen ist, gehört auch die Prüfung aller entlastenden Hinweise.Geht doch gar nicht anders
Da ist die Prüfung eines Lottogewinnes noch das Einfachste.
Ich teile voll die Meinung von Alfred, nur so kann man sich tatsächlich ein objektives Bild machen.
Auf Freunde kann man hören,aber solche Handlungen, die voll in die Hose gehen können,sollte man doch selbst entscheiden.
Eine solche Entscheidung kann dir kein Freund,selbst wenn es einer wäre, nicht abnehmen.
Es ist hier auch nicht die Plattform,alle Details auszuwälzen,um das zu verstehen, muß man im System gearbeitet haben und alles Schritt für Schritt durchgehen.
Wäre das Gleiche als wenn mir jemand auf zwei Seiten erklären wollte,wie man PC Programme erstellt.

Thomas 48,einiges wurde von anderen Usern gesagt,aber dein Pauschalurteil,kein Vertrauen zu den NVA Angeh.teile ich absolut nicht.
Nun könnte ich mit dem Slogan kommen, Vertrauen ist gut,Kontrolle......Das hätte sich aber auch kein NVA Angeh. verdient.
Das Mißtrauen betraf immer Einzelfälle, dort wo es dafür auch Ansatzpunkte gab.Das betraf sowohl die Spionage, als auch Fahnenfluchten und da haben nicht wenige Grenzer ihr Leben lassen müssen.Also kein blindes , sondern gesundes Vertrauen .
Kalubke:
Kein GD der Welt kann mit Sicherheit behaupten, daß er sauber ist.Weiß man auch.Hat mit Blindheit nichts zu tun.Einige Doppelagenten waren beiden Seiten bekannt.Man hat trotzdem weiter gearbeitet, solange beide Seiten davon Vorteile hatten, oder um der anderen Seite nicht zu zeigen,wir wissen es.Ein erkannter Spion ist keiner mehr,kann für bestimmte Aufgaben trotzdem weiter genutzt werden.
Die damit gearbeitet haben wußten schon wie sie damit umgehen mußten.
Pannen gab es auf jeder Seite.
Wenn man Aufrechnungen macht, muß man auch die Erfolge aufzeigen und nicht nur eine Seite.
Jeder Mißerfolg ist trotzdem einer zuviel.



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