#61

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 29.07.2015 08:56
von Hanum83 | 4.806 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #60
Mit der "Eierhandgranate" hatte ich nicht all zu große Probleme. Anders sah es mit der Panzerhandgranate aus. All zu weit konnte man das Ding nicht werfen, wenn sich der Fallschirm dieser Handgranate öffnete, plumste sie senkrecht runter - und das aus dem Schützengraben heraus. Da rinnt Einem der kalte Schweiß von der Stirn

Gruß Hartmut!


Das Werfen von den Dingern ging eigentlich, die etwas kribbelige Phase war wohl das einschrauben des Zünders, die Handgranaten waren alle etwas ältere Modelle und es hieß das es beim besagten Einschrauben schlimmstenfalls etwas laut werden könnte, ist da überhaupt was dran?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#62

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 29.07.2015 09:29
von Gert | 12.357 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #57
Zitat von Gert im Beitrag #53
Zitat von der 39. im Beitrag #43
.
Dann ging es zur Gefechtsübung mit dem BTR 40 nach Erfurt auf den "Heller". Heller ist falsch, so heißt der ehemalige Truppenübungsplatz beim König in Dresden. Aber der Platz in Erfurt muss so ähnlich geheißen haben. Wir waren 5 oder 6 Offiziere je Fahrzeug, je einer musste je nach Befehl über Funk das Fahrzeug führen ( wohlgemerkt: nicht fahren, der Fahrer war angeblich ein erfahrener NVA-Soldat). Schließlich Übungsende, klarer Befehl , kürzester Weg zum Kolonnenweg, dann zum Sammelpunkt. Der Junge Offizier, der das Kommando hatte, verstümmelt den Befehl und gibt dem Fahrer den Befehl: Kürzester Weg zum Sammelpunkt.. Das Gelände war mit Schnee und Matsch und vielen Fahrspuren bedeckt. Der Offizier schiebt die Haube nach hinten und sagt: Das wars. Und das war es dann auch. Der SPW nickt in einen kleinen schneebedeckten Graben, der Offizier schlägt mit der Stirn auf die fordere Kante und ist auf der Stelle tot. Wir haben das erst nicht begriffen. haben ihn halb auf uns liegend angestoßen und wollten ihn aufwecken. Aber er war tot. Man hat kaum etwas gesehen, vor allem kein Blut, nur ein roter Strich quer über die Stirn. Fällt mir im Augenblick auch schwer, das zu schreiben.
Gruß vom 39.


@der 39.
ihr ward bestimmt auf dem Drosselberg, das Übungsgelände ist oberhalb Erfurt hinter den sog. Panzerkasernen

Beuge mich der Mehrheit, Drosselberg wird stimmen, zumal es in der Nähe Panzer gab.
Ein gutes Gefühl, mit Dir Gert einer Meinung zu sein, ist schließlich manchmal, sehr selten, nicht immer so
Grüße vom 39.



na das ist doch mal etwas, beschämst mich ja (fast)


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#63

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 03.08.2015 18:35
von der 39. | 522 Beiträge

Gehört zum Thema:
Ich bin Kommando-Leiter in Beendorf. Das Objekt ist das Verwaltungsgebäude am Schacht Marie, den weißen Salzberg fast vor der Tür Linker Nachbar: Grenzkommando Morsleben.Zwischen dem kleinen Wäldchen ( genannt Aussicht) und dem Kdo Morsleben ist freies Feld bis zur Grenze, dahinter Wald( Westwald). Der Hausposten ruft mich und meldet. Soeben ist derselbe Hund wie gestern aus dem Wald gekommen und genau zwischen uns und Morsleben im Hinterland verschwunden, angeblich Schäferhund. Nach Rücksprache mit dem Kommandanturleiter der Befehl: Hund erschießen, eventuelle Meldekapsel sichern. Es kommt der nächste Tag. Und er Hund kommt wieder aus dem Westen den gleichen Weg. Ich setze einen Volkspolizisten ein, der trifft nicht, ich nehme ihm dien Karabiner ab, schieße und treffe. Wir zerren den Hund zur Muna, aber keinerlei Besonderheiten, Meldekapseln oder ähnliches gefunden. Erledigt. Von wegen, eine Stunde später der sonst eigentlich nicht ungewöhnliche Anruf vom Kdo Morsleben: Uns ist wieder ein Diensthund entlaufen, macht der oft, kommt aber immer wieder, aber heute nicht. Habt Ihr ihn eventuell gesehen?. Das Ende. Ich hatte einen Diensthund erschossen, Der Kommandanturleiter zitiert mich noch am gleichen Abend nach Marienborn. " Das hat ein Nachspiel" von Disziplinarstrafe und Hund bezahlen war die Rede.Warte ich heute noch drauf. Trotzdem, es war eine ernste Warnung für mich, Spontanität kann gefährlich werden. Erst denken, dann schießen. war meine Lehre daraus. Das alles könnte 1952 gewesen sein. Bin mir bewusst, dass viele Forum-Mitglieder da noch Kinder waren oder noch gar nicht waren.
Es grüßt der 39.


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#64

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 04.08.2015 06:05
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Morjen....

Irgendwie typisch Militär. Da versichert sich "A" mittels Rücksprache, führt den Befehl aus und bekommt von "C" eine Zigarre verpasst.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#65

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 04.08.2015 07:41
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
Nach Rücksprache mit dem Kommandanturleiter der Befehl: Hund erschießen, eventuelle Meldekapsel sichern.



Moin Siegfried,

Das war doch derselbe Kommandanturleiter, der dir tags zuvor den Befehl zum erschießen gegeben hatte?

Typisch wieder Mal: erst Gehirn einschalten, dann labern


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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zuletzt bearbeitet 04.08.2015 07:42 | nach oben springen

#66

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 04.08.2015 12:03
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Harsberg im Beitrag #65

Zitat
Nach Rücksprache mit dem Kommandanturleiter der Befehl: Hund erschießen, eventuelle Meldekapsel sichern.


Moin Siegfried,

Das war doch derselbe Kommandanturleiter, der dir tags zuvor den Befehl zum erschießen gegeben hatte?

Typisch wieder Mal: erst Gehirn einschalten, dann labern


Natürlich, er war es. Deswegen hat er sich auch nicht getraut, seine Drohungen wahr zu machen. Er wusste genau, dass ich ihn dann auch in die Pfanne haue.
Wie immer, das schöne am Soldatenleben: Befehl ist Befehl. Habe schon mal halb Magdeburg flachgelegt(übertrieben), aber ich hatte einen Befehl.
Gruß vom 39.


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#67

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 04.08.2015 13:34
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #66

Wie immer, das schöne am Soldatenleben: Befehl ist Befehl. Habe schon mal halb Magdeburg flachgelegt(übertrieben), aber ich hatte einen Befehl.
Gruß vom 39.


Entschuldige @der 39. , aber wenn ich davon ausgehe, dass die eine Hälfte der Magdeburger männlich war, komme ich langsam ins Grübeln.
Bitte dieses OT nicht weiter spinnen.
War nur mal so ein blöder Gedanke von mir.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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zuletzt bearbeitet 04.08.2015 13:35 | nach oben springen

#68

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 04.08.2015 14:42
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #67
Zitat von der 39. im Beitrag #66

Wie immer, das schöne am Soldatenleben: Befehl ist Befehl. Habe schon mal halb Magdeburg flachgelegt(übertrieben), aber ich hatte einen Befehl.
Gruß vom 39.


Entschuldige @der 39. , aber wenn ich davon ausgehe, dass die eine Hälfte der Magdeburger männlich war, komme ich langsam ins Grübeln.
Bitte dieses OT nicht weiter spinnen.
War nur mal so ein blöder Gedanke von mir.

furry, ich schäme mich. Schlimm, wenn man jedes Wort auf die Waagschale legen muss, aber wir beide verstehen uns ja. Um das Geheimnis zu lüften, die Sache mit den Befehlen, lies mal in diesem Thema den Beitrag #39 von mir, zumindest das Unterthema: Chemischer Offizier.. Lachen ist ohnehin gesund, es waren zwar Kühe, jedoch so war es ja nicht gemeint.
Grüße vom 39.


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#69

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 30.09.2015 19:31
von der 39. | 522 Beiträge

In diesem schönen Beendorf habe ich allerdings auch ein weniger schönes Erlebnis gehabt, dass mich noch sehr lange beschäftigt hat und noch heute bei Gelegenheit wieder auftaucht. Tote an der Grenze, ein nicht enden wollendes Thema oder doch besser Schüsse an der Grenze?
Bei meinem ersten Einsatz in Beendorf, ich war als Polit eingesetzt und kam frisch von der Schule in Sondershausen. Bei 38 Mann war ich nicht ausgeklammert und habe fleißig mit Posternkontrolle gemacht. War ja nicht ungelegen, so konnte ich doch diesen oder jenen Kameraden ein bisschen näher kennen lernen,. Vor allem nahm ich solche Kameraden mit, die ein wenig verschlossen waren und von anderen teils abgelehnt wurden. Aber zur Sache. Kontrolle am Tage. Ich beginne an der Aussicht, von dort zur Helmstedter Straße und dann nördlich davon hinter den Gärten bis zur Kommandogrenze zu Schwanefeld. Als wir hinter den Gärten entlang steigen kommt uns ein Mann entgegen gelaufen in Richtung Ort. Wir konnten ihn festnehmen. Später stellte es sich heraus, es war ein Grenzführer. Kurz hinter ihm kamen weitere Grenzverletzer. So sammelten wir 8 Personen ein. Wir brachten sie zunächst in Richtung Grenze, weil wir dort den zuständigen Posten erwarteten. So war es auch., Aber da lag auch ein Mensch auf dem Waldboden. Der Postenführer war knallrot im Gesicht, wahnsinnig aufgeregt, ich konnte ihn erst nicht befragen. Ich überprüfte, ob die Person verletzt oder tot war. Der ältere schon grauhaarige Mann war tot. Es war etwas Tumult. Wir 4 Kameraden, 1 Toter 1 Grenzführer und 8 Grenzverletzer. Ich entschied mich so, dass ich den Posten und meinen Begleiter mit dem Grenzführer und den 8 Personen zum Kommando schickte um sie abzuführen und gleichzeitig Meldung zu machen. Was war geschehen. Da es durch die Gärten ein beliebter Weg für die Grenzführer war, hatte sich das Postenpaar dort versteckt aufgehalten. Als dann die Kolonne kam ( oft beobachtete Marschkolonne: der langsamste vorne, dann die anderen, schließlich der Grenzführer) Sprang der Postenführer aus dem Gebüsch, Gewehr im Anschlag und rief:" Halt stehen bleiben Deutsche Grenzpolizei" Der ältere Herr, der als erster vorne lief, griff sich ans Herz und fiel um und war tot.
Leicht gesagt: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Ich bn überzeugt, der Mann wollte nichts Böses. In Spitzenzeiten haben wir in Beendorf bis zu 300 Grenzverletzer festgenommen. Sicher wird dieser oder jener darunter gewesen sein, dem es um Schlimmeres ging als Verwandtenbesuch oder Übersiedelung. Bei dem Massenbetrieb war das aber auch schwer festzustellen. In der Grenzkriminalpolizeistelle Marienborn waren manchmal Massen von Menschen. Sie musste alle bearbeitet werden und wurden dann zum Bahnhof gebracht, um nach Hause zu fahren.
Aber zurück zum unbekannten Toten. Er konnte nicht identifiziert werden, niemand kannte ihn, kein Angehöriger konnte benachrichtigt werden, niemand kümmerte sich um Rückführung oder Bestattung. Da er in die Hände der Gemeinde gegeben wurde, lag die Last auf dem Bürgermeister. Er entschied weise, derjenige Gartenbesitzer, durch dessen Garten die Grenzverletzer geschlichen waren, ist für die Beisetzung verantwortlich bzw zahlt die Beisetzung. Alle Gartenbesitzer waren wiederholt aufgefordert worden, die Gärten in Richtung Grenze dicht zu machen.
Als ich nach 2 Jahren erneut nach Beendorf kam, diesmal als KC, erkundigte ich mich nach dem Toten. Es war dabei geblieben. Da er keine Papiere bei sich hatte und die anderen Personen auch nichts wussten, fand dort ein Unbekannter sein Grab. Sicher hat er jemanden verlassen oder wurde von jemanden erwartet. Das ging mir lange nicht aus dem Kopf. Einfach verschwunden..
War die böse Grenzpolizei nun Schuld an seinem Tod? Die beiden Kameraden, vor allem der Postenführer hat sich danach sehr verändert. Er war ganz ruhig geworden, ich habe mir große Sorgen um ihn gemacht. Ich habe ihn dann immer ein wenig bevorzugt und mit Sonderaufgaben betraut und wenn möglich mit zur Kontrolle genommen. Wir waren so etwas wie Freunde geworden.
Ich frage mich, ob die Totenzähler ihn auch mit erfasst haben? Oder habe ich Ihnen jetzt sogar Wasser auf die Mühlen gegeben?
Nachtrag, ich spreche über das Jahr 1950
Der 39.


exgakl, vs1400, Pitti53, Fritze, freddchen, seaman, Cambrino, MHL-er, IM Kressin, Grenzläufer, Grenzkind1978, Gert und VNRut haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.09.2015 22:31 | nach oben springen

#70

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 30.09.2015 19:45
von seaman | 3.487 Beiträge

Für mich sind Zeitzeugenberichte hier das Salz in der Suppe.
Danke,39er!

seaman


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#71

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 06.10.2015 15:06
von MHL-er | 19 Beiträge

Vielen Dank der 39. Deine Berichte sind faszinierend, spannend und informativ zu gleich. Für mich als unwissenden geben sie einen erstaunlichen Einblick in die damaligen Zustände.



Cambrino und Larissa haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 08:43
von der 39. | 522 Beiträge

Mit dem von mir eröffneten Thema: „ Leben und Tod“ habe ich nach meinem Empfinden keine große Diskussion angeregt. Ich versuche es noch einmal im Thema „Der Erste Tag“, dort, wo ich berichte aus der Zeit, in der ich 15 Jahre eine Waffe getragen habe.
Die Gräueltaten der SS, der Wehrmacht, in den KZs, die Untaten in den Fremdenlegionen, die Giftgas-Einsätze im ersten Weltkrieg, die sinnlosen Atombombenabwürfe in Japan, die unglaublich grausame Kriegsführung der Amerikaner in Vietnam und schließlich Mordbanden der ISIS-Kämpfer, das sind Gedanken, die mich schon ein Leben lang begleiten.
Auch wir Grenzer hatten Waffen in den Händen, nie ist es zu solchen Untaten gekommen. Was unterscheidet uns einstigen oder auch heutigen Waffenträger von solchen Mördern, egal, ob sie den Befehl gaben oder den Finger krümmten bzw. den Auslöser betätigten.
Ich rege diese Thematik an, weil ich möchte, dass wir unsere humanitäre Einstellung und innere Haltung deutlicher machen, auch weil in unserem Umfeld schon wieder gebombt wird, Terror Einzug hält, weil schon wieder Scheiben eingeworfen, Autos demoliert oder angezündet werden, Menschen zusammengeschlagen werden. Ich möchte erreichen, dass wir in uns hineinsehen, unsere Position zu diesem oder jenem Ereignis überprüfen, unsere Entscheidungen, Empfindungen und Zweifel aussprechen.
Es geht auch nicht so sehr um theoretische, abstrakte Erwägungen, das steht tausendfach in den Büchern, sondern um den konkreten Fall, der uns zwang, sekundenschnell zu entscheiden, zu bekennen und zu tun, was wir nicht abwägen konnten. Wo etwas in uns die Hand geführt hat, Entscheidungen außerhalb unserer Überlegungen getroffen hat. Und es müssen auch nicht immer Entscheidungen sein, bei denen es um Leben und Tod geht, es geht auch um andere Handlungen und Entscheidungen für die wir im Nachhinein uns auf die Schulter klopfen können, obwohl wir nicht so genau wissen, wieso wir in Blitzesschnelle genau so entschieden bzw. gehandelt haben und nicht anders.
Kein Thema für Floskelwerfer oder Bildchenmaler, das ist mir klar. Klar hingegen ist mir nicht, ob es überhaupt ein Thema für dieses Forum ist. Es wird sich zeigen.
Natürlich habe ich, sicher wie viele von uns, solche Momente im Leben durchgemacht. Ich werde sozusagen als ein erstes Beispiel, so etwas berichten, dass schon über 70 Jahre zurückliegt und immer noch lebendig in meinen Erinnerungen ist.
Ich zitiere wieder aus: „Herbststimmung“ und verweise auf den urheberrechtlichen Schutz:
( Ausgangssituation: Ich bin 12 Jahre alt und mit meiner Quarta in einem Schullager im Steinach am Brenner, weil in Essen die Bombenangriffe begonnen hatten.)
„ Der Krieg war aber auch in unserer Nähe, manchmal konnten wir das Grollen eines Angriffs auf Innsbruck hören und das Aufblitzen über der Stadt erleben. Einmal hörten wir unmittelbar über Steinach ein starkes Brummen und eine Explosion, ein angeschossener Bomber war in das Tal zum Brenner geflogen und dann an einem Felsen zerschellt. Wir Schüler wurden in Trupps eingeteilt, um eventuell abgesprungene Besatzungsmitglieder zu finden und zu fangen. Wie bei allen anderen Veranstaltungen, Wanderungen, Sportfesten u. ä. bildeten sich in der Klasse eigene Trupps und wenn die Lehrer einteilten, klappte es auch meistens so, wie wir es wollten. Wir vier d.h. unsere Stube war auch an diesem Tag wieder zusammen und sind in die Berge gestiegen, dankbar für den freien Schultag und diskutierten heftig, was wir denn eigentlich machen werden, wenn so ein Engländer, vielleicht noch bewaffnet, vor uns steht.
Und dann stand er vor uns. Er zog keine Pistole, er humpelte etwas und fragte, wie er in die Schweiz kommen könnte. Wir haben gar nicht erst versucht, ihn festzunehmen, wie auch, wir waren vier 12- und 13-jährige Jungen, von denen nur ich etwas kräftiger gebaut war. In die Schweiz und zu Fuß schien uns eine Weltreise. Wir sagten, (spontan ohne zu überlegen, dass er zurück nach Innsbruck muss und durchs Inntal bis Ischgl und dann in die Berge oder aber über den Brenner und dann durch Südtirol in die Schweiz. Der Flieger, mit dem wir uns mit unserem Schulenglisch ganz gut verständigen konnten, war aus Kanada. Er zeigte uns Bilder von seiner Frau und einem Baby und sagte, dass er unbedingt wieder zurück muss. Wir zeigten ihm den Höhenweg, damit er keinem anderen Trupp begegnete. Der Flieger wollte uns zum Abschied ein Taschenmesser schenken, was wir aber stolz abgelehnt haben. Als er schließlich außer Sicht war, haben wir beraten, was zu tun ist. Wir beschlossen zu jedermann, auch zu den besten Freunden zu schweigen, selbst untereinander nicht mehr darüber zu sprechen. Das haben wir dann beschworen. Mit Blut wollten wir es nicht besiegeln, es viel uns nichts ein, bis einer sagte, bei einem Bruderbund küssen sie sich, also haben wir uns gegenseitig geküsst. Es hat gehalten, jedenfalls bis der Krieg ein Ende hatte, vielleicht bis heute.
Jetzt nach mehr als 65 Jahren versuche ich immer noch, wenn mich wieder mal die Erinnerung packt, zu ergründen, was damals unsere Motive waren. Bewusst gehandelt haben wir nicht, es war spontan, wir waren auch keine Nazigegner, eher im Gegenteil. Was war da wohl in uns? Ich würde so gerne mit einem der anderen drei darüber reden, was er empfunden hat, aber das bleibt mir offensichtlich versagt, ich weiß gar nicht mehr genau, mit wem ich damals in einer Stube untergebracht war, Püm und Utta wahrscheinlich, Danny mit dem ich später abgehauen bin, war in einer anderen Stube mit Kalle und Eule. Ich selbst komme mit meinen damaligen Beweggründen nicht klar, war Angst, Mitleid oder was sonst im Spiel? Ich habe auch nie Reue empfunden oder doch? Warum haben wir wirklich so eisern geschwiegen, wie wir es geschworen hatten? Fragen über Fragen, die mich heute noch bewegen. Ich komme bei meinen Gedanken in diesem Punkt zu keinem Ende. Übrigens war das nicht der einzige Fall eines abgeschossenen Bombers. Einmal konnten wir aus dem Klassenzimmer heraus beobachten, dass draußen mehrere gefangene Flieger in braunen Uniformen abgeführt wurden. Irgendjemand von uns wollte die Aufmerksamkeit auf sich lenken und hatte den Arm am Fenster gehoben, sicher unmotiviert und spontan. Da der Lehrer es beobachtet hatte, ich denke es war Dr. Löwe, gab es eine heftige Standpauke, wie ein deutscher Junge nur unseren Todfeinden zuwinken könne, ob er denn überhaupt keine Ehre im Leibe habe usw. Wir haben auf der Stube untereinander nicht darüber gesprochen, ausgemalt habe ich mir schon, wenn herauskommt, was wir mit dem Flieger gemacht hatten, was dann wohl los ist, wenn Leo, gemeint war Dr. Löwe, jetzt schon so verrückt spielte. Ich denke, dass hat unseren Schwur noch verschwiegener gemacht. Ich habe selbst 20 Jahre nach dem Krieg noch nicht darüber gesprochen, bis dann doch das damalige Erleben allmählich verblasst.“ Zitatende.
Der 39.


Pitti53, GKUS64, Larissa, IM Kressin, exgakl, Grenzläufer, vs1400 und VNRut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#73

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 14:45
von Sonne | 510 Beiträge

Mein erster Tag war anders als bei der39.
3.5.1966 einrücken, das hieß Bahnfahrt von Leipzig nach Sagard , Fahrkarte wurde von der NVA gespendet.das erste mal in meinem Leben allein im Zug.Im Zug EKs,zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht was EKs sind.Sie tranken Bier und gröllten ziemlich laut.Und ich still in meiner Ecke, denn ich hatte ja die Schnautze voll.1,5 Jahre weg von zu Hause,ohne zu Wissen was mich erwartet.In Sagard auf Rügen angekommen und schon erwartete uns ein LO der uns ins Ausbildungslager brachte.Dann einkleiden, das erste mal marschieren, dann ein Paket packen mit dem privatem Dingen,und danach zum "Frisör" 1Frisör und 10 Soldaten die uns bearbeiteten.(Igelfrisur)
So das war der erste Tag


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
der 39., IM Kressin, Larissa und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#74

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 15:06
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Hallo Siegfried (@der 39.),

deine Schilderung bringt auch mich mal wieder zum Nachdenken über die Dinge die um uns herum täglich passieren. 1990 und in den Folgejahren dachte ich: Endlich hat bei den Menschen und besonders bei den Politikern die Vernunft gesiegt und die Schrecken des II. Weltkrieges werden sich nie wiederholen. Bei uns in der Familie war aufgrund der Erlebnisse meines Stiefvaters das Thema "Stalingrad" aktuell. "Musste es erst soweit kommen?" Wieso seid ihr diesem Irren Hi. hinterher gerannt?", das waren vielfach meine Fragen an meinen Stiefvater. Er hat das natürlich auch mit den bekannten Aussagen von Befehl und extremen Bestrafungen bei Verweigerung beantwortet. Später war er nur noch froh, das alles überlebt zu haben und in Frieden leben zu können. Seine Stalingraderlebnisse hat er auch niedergeschrieben, dazu verlinke ich nochmal einen alten Beitrag von mir (dort als pdf-datei im Anhang).

Stalingrad

Ich dachte nun, dass passt irgendwie zu deinen Ausführungen.
Ich muss aber auch bemerken, dass ich trotz aller derzeitigen weltpolitischen Probleme optimistisch bin und dass, zumindest im europäischen Raum sowie Rußland und den USA, die Anzahl vernunftbegabter Politiker größer als die der anderen ist.
Und noch etwas, das liegt aber wahrscheinlich am Alter, so tiefgründig wie du die Probleme durchdenkst mache ich das nicht. Gleichgültig bin ich aber trotzdem nicht, ich möchte aber meine optimistische Stimmung behalten. Das ist vielleicht auch der Grund (bei anderen), dass bei deinem Thema "Leben und Tod" keine große Diskussion entstand!

Eine frohe Adventszeit wünscht der

GKUS64


Larissa, der 39., IM Kressin und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#75

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 16:50
von Larissa | 834 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #74
Hallo Siegfried (@der 39.),

deine Schilderung bringt auch mich mal wieder zum Nachdenken über die Dinge die um uns herum täglich passieren. 1990 und in den Folgejahren dachte ich: Endlich hat bei den Menschen und besonders bei den Politikern die Vernunft gesiegt und die Schrecken des II. Weltkrieges werden sich nie wiederholen. Bei uns in der Familie war aufgrund der Erlebnisse meines Stiefvaters das Thema "Stalingrad" aktuell. "Musste es erst soweit kommen?" Wieso seid ihr diesem Irren Hi. hinterher gerannt?", das waren vielfach meine Fragen an meinen Stiefvater. Er hat das natürlich auch mit den bekannten Aussagen von Befehl und extremen Bestrafungen bei Verweigerung beantwortet. Später war er nur noch froh, das alles überlebt zu haben und in Frieden leben zu können. Seine Stalingraderlebnisse hat er auch niedergeschrieben, dazu verlinke ich nochmal einen alten Beitrag von mir (dort als pdf-datei im Anhang).

Stalingrad

Ich dachte nun, dass passt irgendwie zu deinen Ausführungen.
Ich muss aber auch bemerken, dass ich trotz aller derzeitigen weltpolitischen Probleme optimistisch bin und dass, zumindest im europäischen Raum sowie Rußland und den USA, die Anzahl vernunftbegabter Politiker größer als die der anderen ist.
Und noch etwas, das liegt aber wahrscheinlich am Alter, so tiefgründig wie du die Probleme durchdenkst mache ich das nicht. Gleichgültig bin ich aber trotzdem nicht, ich möchte aber meine optimistische Stimmung behalten. Das ist vielleicht auch der Grund (bei anderen), dass bei deinem Thema "Leben und Tod" keine große Diskussion entstand!

Eine frohe Adventszeit wünscht der

GKUS64


Die optimistische Stimmung ist am Leben aber oft wie weggefegt mit den heutigen zunehmenden Gewalttaten und seit Jahren dem Ausbruch der Kriege im Morgenland. Ich habe das Gefuehl, auch wenn mein Leben gut ist, aufregend war und ich mit vielen Dingen damals befasst war, und ich hinter die Kulissen der Politik schauen konnten, dass ich staunend heute vor den Trummern stehe einer Welt, die scheint nicht mehr in normale Bahnen zu laufen.

Ich bin ein unmittelbares Nachkriegskind. Vermischt waren die Familien in dem ich aufwuchs. Der Frieden innerhalb der Familie war nach allem was geschehen war, schwer erreichbar und teilweise nicht existent. So wurde ich von einem zu dem anderen gerissen, als Eltern, Grosseltern nicht mehr klar gekommen sind mit dem, was passiert war. Sie trugen das Leid und auch ihre Enttäuschung, auf uns Kinder, mein Vater ganz gewiss. Ihre geplatzten Jugendtraume wurde mein Trauma.

Krieg und Nachkriegszeit ist fuer mich, und ich denke sicher auch fuer andere hier, gewesen ein schweres Los, was hat bestimmt bei vielen den Lebensweg. Bei mir waren es Soldaten auf dieser und der anderen Seite, mit Verlusten einhergehend. Und, diesen Lebensweg, egal auf welcher Seite, zwischen den Maechten und Aengsten im Kalten Krieg, wiesen mir den Weg.

Herbststimmung von Siegfried ist ein gutes Buch, das ich lese zur Zeit. Er vermischt, gut uebersichtlich geschrieben, Privates mit dem später Erlebten auf dem Weg des Lebens …… Man lernt den Menschen kennen, begleitet ihn und freut und leidet mit ihm. Es war ein langer Weg – nicht nur der Jahre wegen!
Ich darf zitieren Siegfried…. Quote aus Herbststimmung – In der Weimarer Republik geboren, im sogenannten Dritten Reich die Kindheit verbracht, in der DDR erwachsen geworden und nun in der Bundesrepublik angekommen, das laesst ahnen, welche dramatische Entwicklungen mein Leben in den acht Jahrzehnten genommen hat………quote Ende Siegfried S.“ Ja, er hat einiges zu sagen.
Vielen Dank fuer dieses Buch Siegfried, das von so vielen der Nachkriegszeit sich abhebt. Darf ich sagen, ein wirklich erlebtes Deutsch-Deutsches Leben.
Liebe Gruesse, Larissa

PS ja, es gabt auch bei mir einen 1. Tag, der mein Leben lange bestimmte, bis heute wohl, wenn ich bin ganz ehrlich.


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
IM Kressin, utkieker, der 39., GKUS64 und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.12.2015 16:54 | nach oben springen

#76

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 17:43
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Sonne im Beitrag #73
Mein erster Tag war anders als bei der39.
3.5.1966 einrücken, das hieß Bahnfahrt von Leipzig nach Sagard , Fahrkarte wurde von der NVA gespendet.das erste mal in meinem Leben allein im Zug.Im Zug EKs,zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht was EKs sind.Sie tranken Bier und gröllten ziemlich laut.Und ich still in meiner Ecke, denn ich hatte ja die Schnautze voll.1,5 Jahre weg von zu Hause,ohne zu Wissen was mich erwartet.In Sagard auf Rügen angekommen und schon erwartete uns ein LO der uns ins Ausbildungslager brachte.Dann einkleiden, das erste mal marschieren, dann ein Paket packen mit dem privatem Dingen,und danach zum "Frisör" 1 Frisör und 10 Soldaten die uns bearbeiteten.(Igelfrisur)
So das war der erste Tag


Guten Tag Sonne,
nach meiner Grenzerzeit 1963 war ich zum Studium und erst danach war ich das erste Mal auf Rügen. Ich voller Erwartungen und Du sicher voller Bangen, was Dich wohl erwarten wird. Jedenfalls warst Du eher da als ich.
Jetzt schreiben wir miteinander und unsere Rügenzeit ist ein kleiner Punkt in der Erinnerung, aber wir vergessen es nicht.
Gruß vom 39.


IM Kressin, Larissa und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#77

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 18:03
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #74
Hallo Siegfried (@der 39.),

deine Schilderung bringt auch mich mal wieder zum Nachdenken über die Dinge die um uns herum täglich passieren. 1990 und in den Folgejahren dachte ich: Endlich hat bei den Menschen und besonders bei den Politikern die Vernunft gesiegt und die Schrecken des II. Weltkrieges werden sich nie wiederholen. Bei uns in der Familie war aufgrund der Erlebnisse meines Stiefvaters das Thema "Stalingrad" aktuell. "Musste es erst soweit kommen?" Wieso seid ihr diesem Irren Hi. hinterher gerannt?", das waren vielfach meine Fragen an meinen Stiefvater. Er hat das natürlich auch mit den bekannten Aussagen von Befehl und extremen Bestrafungen bei Verweigerung beantwortet. Später war er nur noch froh, das alles überlebt zu haben und in Frieden leben zu können. Seine Stalingraderlebnisse hat er auch niedergeschrieben, dazu verlinke ich nochmal einen alten Beitrag von mir (dort als pdf-datei im Anhang).

Stalingrad

Ich dachte nun, dass passt irgendwie zu deinen Ausführungen.
Ich muss aber auch bemerken, dass ich trotz aller derzeitigen weltpolitischen Probleme optimistisch bin und dass, zumindest im europäischen Raum sowie Rußland und den USA, die Anzahl vernunftbegabter Politiker größer als die der anderen ist.
Und noch etwas, das liegt aber wahrscheinlich am Alter, so tiefgründig wie du die Probleme durchdenkst mache ich das nicht. Gleichgültig bin ich aber trotzdem nicht, ich möchte aber meine optimistische Stimmung behalten. Das ist vielleicht auch der Grund (bei anderen), dass bei deinem Thema "Leben und Tod" keine große Diskussion entstand!

Eine frohe Adventszeit wünscht der

GKUS64


Guten Tag Bernd,
das Nachdenken über die Vergangenheit wäre so sehr wichtig für manche Menschen,ob das immer zur Vernunft führt, da habe ich natürlich meine Zweifel, egal ob Politiker oder auch nicht. Ich sehe die Welt eigentlich auch sehr optimistisch, schon immer. Aber ich habe auch Stunden der Verzweifelung erlebt, in denen ich dachte, es geht nicht mehr weiter.
Wenn ich das Heute betrachte, mit Menschen spreche, auch viel mit jungen Leuten, dann habe ich manchmal den Eindruck, sie können oder wollen gar nicht rückwärts denken, Lehren ziehen, Verhalten korrigieren. Unsere Presse und Fernsehen tun auch nichts dafür. Die wenigen wertvollen Sendungen erreichen die jüngeren Generationen gar nicht.
Es ist schon manchmal schwer, auch für mich, optimistisch nach vorne zu blicken. Das sind die Momente, in denen ich denke, lasst mich in Ruhe, ich habe mein Leben gelebt, ich nur noch ein bisschen Ruhe und Frieden geniessen.. Hält leider nicht sehr lange vor, eine solche Stimmung, dann denke ich wieder: Du hast was zu sagen, wenn es auch nur einen einzigen jungen Menschen erreicht, war es richtig.
Danke für Deine Adventsgrüße, ich gebe sie gerne zurück.
Der 39.


Larissa, GKUS64, vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#78

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 18:13
von der 39. | 522 Beiträge

Liebe Larissa,
tiefen Dank für Deinen Beitrag. Wenn ich etwas von Dir lese, klopft es oft innen in mir an und Erinnerungen werden wach.
Ich gehe hier nicht auf Deinen Beirag im Einzelnen ein, ich melde mich auf anderem Weg. Ich freue mich auf einen künftigen Gedankenaustausch.
Das Wochenende naht, ich wünsche Dir eine gute Reise und eine besinnliche Weihnachtszeit
Der 39.


Larissa und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 19:07
von Rainer-Maria Rohloff | 1.383 Beiträge

Nur mal ordentlich bei unserem Senior 39 angefragt. Ich würde das Ganze, den Fred gerne erweitern auf die Normal Wehrdienstleistenden und Sonne hatte ja eigentlich schon damit begonnen. Denn die damaligen Betrachtungen sind doch sehr, sehr unterschiedlich zu Dem, der das reineweg als Beruf begann und Dem, der von Heute auf Morgen aus seinem Berufsalltag voll herausgerissen wurde.

Um eben seinen Staat, seine Heimat, den Sozialismus jetzt 18 Monate verteidigen zu müssen. Ich schrieb das bereits, also Hut ab vor 39, denn ich versuche immer im Seniorenheim meiner Mutter(wohl sein Jahrgang) Heimbewohner für das Internet ....auch das Forum hier zu "rekrutieren". Nur, da will Keiner. Ich versteh das ehrlich gesagt nicht, die hängen in ihren Zimmern herum, Jeder schön für sich....Mensch da wirst du doch schon vor Langeweile sinngemäß nicht alt, noch älter.

Rainer-Maria



der 39., Sonne und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 10.12.2015 19:33
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #79
Nur mal ordentlich bei unserem Senior 39 angefragt. Ich würde das Ganze, den Fred gerne erweitern auf die Normal Wehrdienstleistenden und Sonne hatte ja eigentlich schon damit begonnen. Denn die damaligen Betrachtungen sind doch sehr, sehr unterschiedlich zu Dem, der das reineweg als Beruf begann und Dem, der von Heute auf Morgen aus seinem Berufsalltag voll herausgerissen wurde.

Um eben seinen Staat, seine Heimat, den Sozialismus jetzt 18 Monate verteidigen zu müssen. Ich schrieb das bereits, also Hut ab vor 39, denn ich versuche immer im Seniorenheim meiner Mutter(wohl sein Jahrgang) Heimbewohner für das Internet ....auch das Forum hier zu "rekrutieren". Nur, da will Keiner. Ich versteh das ehrlich gesagt nicht, die hängen in ihren Zimmern herum, Jeder schön für sich....Mensch da wirst du doch schon vor Langeweile sinngemäß nicht alt, noch älter.

Rainer-Maria

Guten Abend Rainer-Maria,
Natürlich geht das, das Thema muss ja nicht erweitert werden, es heisst ja: Der erste Tag und für jeden Grenzer und auch die anderen Waffentragenden gab es diesen Moment, wo sie aus dem Alltag herausgerissen wurden von Familie und Freunden getrennt wurden. Dabei spielt es keine Rolle, ob freiwillig oder gezogen. Jeder hatte Erwartungen, Vorstellungen, etwas Sorge oder Angst vor dem Ungewissen. Das zu schildern, hilft auch anderen, sich über manchen wichtigen Moment im Leben klar zu werden. Wir wissen doch über so vieles im Leben bescheid, nur unsere inneren Beweggründe, Triebkräfte bleiben uns oft verborgen. Nur zu, wo sonst kann man fast inkognito mal aussprechen, was uns sonst nicht über die Lippen kommt..
Das meint der 39.


Rainer-Maria Rohloff, Sonne, vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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