#41

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 23.04.2015 19:27
von SiK90 (gelöscht)
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Ich ziehe den Hut vor Dir!
Ich bin beileibe kein Kommunist - aber eine solche ehrliche und fesselnde Schilderung hat Seltenheitswert!
P.S.
Offiziere deines Schlages gab es leider zu selten!!


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zuletzt bearbeitet 23.04.2015 19:28 | nach oben springen

#42

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 23.04.2015 21:12
von Stedtlingen | 32 Beiträge

Hallo 39
Danke für die aufschlußreiche und interessante Schilderung deiner Grenzererfahrungen.Ich kann für die Jahre 52-56 deine Ausführungen zur
allgemeinen Situation des Grenzdienstes,der Lage an der Grenze und im Grenzgebiet aus eigenen Erleben voll und ganz bestätigen.Wenn ich
darüber bei Grenzertreffen rede, erlebe ich ein große Interesse aber auch so manches Unverständnis.Aber auch bei mir ist Achtung vor der den
nachfolgenden Grenzergenerationen in hohen Maße vorhanden.Auch wenn es manchmal schwerfällt sich in die Abläufe der Grenzsicherung
hinein zudenken.Wenn zB.über Kompanie-oder Bat.Sicherung oder Blutgruppen geredet wird.LG Stedtlingen



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#43

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 26.07.2015 11:26
von der 39. | 522 Beiträge

In den unterschiedlichsten Themen des Forums wird immer wieder über Bewaffnung und Einsatzmöglichkeiten und praktische Anwendungen geschrieben. Ich habe den bekannten Spruch:"Auch ein ungeladenes Gewehr schießt einmal im Jahr" den jungen Soldaten immer wieder eingebläut, wenn man das so sagen darf.
Als Kisten mit Handgranaten im Regiment eintrafen, dauerte es auch nicht lange, bis Handgranatenwerfen auf dem Ausbildungsplan stand. Ich wurde von der Division aus eingewiesen und zwar auf einem Schießplatz in der Letzlinger Heide. Zuvor wurden wir belehrt und als Warnung kundgetan.: Wenn ein Soldat zu große Angst oder Unsicherheit zeigt, nehmt ihn wieder aus dem Graben. Denkt daran, Ihr braucht es der NVA nicht gleichzutun, dort gibt es im Schnitt 2 Tote je Regiment im Jahr beim Handgranatenwerfen. Das war sehr ermutigend. Als wir Offiziere dann selbst werfen durften/mussten, habe ich schon viele bleiche Gesichter gesehen, was mich betrifft, hatte keinen Spiegel dabei.
Wir hatten Verteidigungshandgranaten aus Kriegsbeständen in Originalkisten. Name, meine Schwäche, sie sahen wie ein großes stark geriffeltes Ei aus , nur die Zünder waren nicht so alt, sie waren aus Gründen, die man sich denken kann, neueren Datums. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube doch, dass sie in Suhl hergestellt worden waren, kann mich allerdings auch täuschen. Später im Regiment gab es bei mir in der Ausbildung keine Toten, jedoch ohne Schrecksekunde ging es auch nicht ab. Ein Soldat zieht unter Zittern den Splint ab und statt zu werfen, dreht er sich mir zu und fragt: Jetzt? Ich habe zugefasst und dann haben wir beide die Handgranate mehr oder weniger die Deckung herunterrollen lassen. zugegebenermaßen, es war mir nicht gerade einerlei.
Dann ging es zur Gefechtsübung mit dem BTR 40 nach Erfurt auf den "Heller". Heller ist falsch, so heißt der ehemalige Truppenübungsplatz beim König in Dresden. Aber der Platz in Erfurt muss so ähnlich geheißen haben. Wir waren 5 oder 6 Offiziere je Fahrzeug, je einer musste je nach Befehl über Funk das Fahrzeug führen ( wohlgemerkt: nicht fahren, der Fahrer war angeblich ein erfahrener NVA-Soldat). Schließlich Übungsende, klarer Befehl , kürzester Weg zum Kolonnenweg, dann zum Sammelpunkt. Der Junge Offizier, der das Kommando hatte, verstümmelt den Befehl und gibt dem Fahrer den Befehl: Kürzester Weg zum Sammelpunkt.. Das Gelände war mit Schnee und Matsch und vielen Fahrspuren bedeckt. Der Offizier schiebt die Haube nach hinten und sagt: Das wars. Und das war es dann auch. Der SPW nickt in einen kleinen schneebedeckten Graben, der Offizier schlägt mit der Stirn auf die fordere Kante und ist auf der Stelle tot. Wir haben das erst nicht begriffen. haben ihn halb auf uns liegend angestoßen und wollten ihn aufwecken. Aber er war tot. Man hat kaum etwas gesehen, vor allem kein Blut, nur ein roter Strich quer über die Stirn. Fällt mir im Augenblick auch schwer, das zu schreiben.
Gruß vom 39.


MHL-er, Gert, hundemuchtel 88 0,5, Pitti, thomas 48, Fritze, schulzi, vs1400, EK 70, IM Kressin und VNRut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 27.07.2015 07:23
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #43
[...]Fällt mir im Augenblick auch schwer, das zu schreiben.
Gruß vom 39.


Glaube ich Dir, 39. Es gibt Bilder im Kopf die man nie vergisst.

Trotzdem Danke für den Bericht.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#45

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 09:46
von Pitti | 39 Beiträge

Die Handgranate hatte den Namen F1.
Ich kenne die auch von der Ausbildung. Nachdem wir Unteroffiziere und die Offiziere eine kurze Einweisung bekamen ging es dann darum, dass jeder Soldat einen Wurf mit der scharfen Granate durchführen sollte/musste. Nach etlichen Trockenübungen im Kasernengelände wurde dann der Termin des scharfen Werfens festgelegt.
Als der Tag heran kam ging es zum Schießplatz nach Großglienicke, wo wir meist zusammen mit Russen aus Potsdam Schießübungen machten.
Ein frisch gebackener, dicklicher Unterleutnant war an dem Tag unser Zugführer und beaufsichtigte nun das Werfen der Granaten. Um sich vom Erfolg des Wurfs zu überzeugen schaute dieser Armleuchter über den Graben! Unglaublich, wenn man bedenkt dass die F1 eine tödliche Wirkung im Umkreis von 20 - 25 m hatte. Selbst in 100 m Entfernung konnte es noch zu tödlichen Verletztungen kommen. Als dann die Splitter gegen seinen Stahlhelm prasselten zuckte er doch schnell wieder runter und hat auch nie wieder seine Nase hochgehoben.
Dieses Werfen ging ohne weitere Zwischenfälle zu Ende und ich habe nie wieder eine Handgranate geworfen. Gott sei Dank.

Gruß
Dieter



der 39., schulzi und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 11:33
von Fritze | 3.474 Beiträge

Hatte selbst das Vergnügen dreimal (scharf ) zu werfen . Aber immer nur die RGD .
Auf der U-Schule war der Aufsichtshabende ein Hauptmann ,welcher Zugführer bei den Waffenuffzen war .Ein kleiner herrischer Mensch .
Demzufolge betete er in strengem Ton Verhaltens -und Wurfablauf vor .
"Sie nehmen den Wurfkörper in die rechte Hand ,ziehen mit der Linken den Splint und werfen !"
Auf meine Zwischenfrage reagierte er sehr unwirsch ! Ich hakte aber noch mal nach .
"Was wollen sie nun ?" war seine Bemerkung . Ich fragte ihn ,wieso ich als Linkshänder ,nicht gleich die RGD in die richtige Hand nehmen darf !
Wäre doch sicherer ,als die schon ungesicherte Handgranate vor dem Wurf von der Rechten in die linke Wurfhand zu wechseln !
Die Farbe seines Gesichtes war die eines Feuerlöschers !
Aber fortan fragte er Jeden ,ob er Rechts-oder Linkshänder wäre !

Fritze



Die F-1 ist eine Verteidigungshandgranate und für den Einsatz aus der Deckung heraus vorgesehen, wie zum Beispiel aus Schützengräben, Unterständen oder gepanzerten Fahrzeugen. Der effektive tödliche Splitterradius beträgt etwa 20 m, einzelne Teile der Granate können jedoch noch in bis zu 200 m tödlich wirken. Der gusseiserne Körper der Granate ist durch tiefe Rillen perforiert, bei der Detonation zerfällt er in bis zu 300 Splitter. Der herausschraubbare Standard-Zünder vom Typ USRG-M ist auch in anderen Handgranatentypen wie zum Beispiel der RGD-5 einsetzbar.
Quelle Wiki


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#47

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 14:05
von schulzi | 1.760 Beiträge

Zitat von Pitti im Beitrag #45
Die Handgranate hatte den Namen F1.
Ich kenne die auch von der Ausbildung. Nachdem wir Unteroffiziere und die Offiziere eine kurze Einweisung bekamen ging es dann darum, dass jeder Soldat einen Wurf mit der scharfen Granate durchführen sollte/musste. Nach etlichen Trockenübungen im Kasernengelände wurde dann der Termin des scharfen Werfens festgelegt.
Als der Tag heran kam ging es zum Schießplatz nach Großglienicke, wo wir meist zusammen mit Russen aus Potsdam Schießübungen machten.
Ein frisch gebackener, dicklicher Unterleutnant war an dem Tag unser Zugführer und beaufsichtigte nun das Werfen der Granaten. Um sich vom Erfolg des Wurfs zu überzeugen schaute dieser Armleuchter über den Graben! Unglaublich, wenn man bedenkt dass die F1 eine tödliche Wirkung im Umkreis von 20 - 25 m hatte. Selbst in 100 m Entfernung konnte es noch zu tödlichen Verletztungen kommen. Als dann die Splitter gegen seinen Stahlhelm prasselten zuckte er doch schnell wieder runter und hat auch nie wieder seine Nase hochgehoben.
Dieses Werfen ging ohne weitere Zwischenfälle zu Ende und ich habe nie wieder eine Handgranate geworfen. Gott sei Dank.

Gruß
Dieter

Bei mir war das koriose bei der Kampfgruppe habe ich mehr Handgranaten geschmissen als die 18 Monate bei der Armee


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#48

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 15:43
von 94 | 10.792 Beiträge

F1 geworfen in der Ausbildung? Also das gabs in den 80igern nicht mehr, nur noch URG-N und UPG-8. Wobei, an einmal mit 'scharf' RGD-5 und RKG-3 meine ich mich auch noch zu erinnern. Übrigens, laut DV (A050/1/482) war der wirksame Splitterradius der F1 sogar mit 200m angegeben ...

Angefügte Bilder:
A050_1_482 Pg.11.gif

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#49

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 15:53
von rotrang (gelöscht)
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Fehler vom Amt


zuletzt bearbeitet 28.07.2015 15:56 | nach oben springen

#50

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 15:55
von der 39. | 522 Beiträge

Zum Beitrag #46 von Fritze
Ein bisschen stutzig bin ich denn doch geworden, ich erinnere mich, dass das Teil F1 hieß, aber mit links werfen? Wie zieht man denn da den Splint?
Da müsste ja der Sicherungsbügel am Daumenballen liegen? Oder sehe ich das jetzt falsch?
Gruß vom 39.


zuletzt bearbeitet 28.07.2015 19:32 | nach oben springen

#51

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 19:30
von PF75 | 3.294 Beiträge

F 1 hab ich meiner erinnerung nach nicht geworfen,nur die RDG 5.
Soweit mir in Erinnerung F 1 verteidigung-Splitterwirkung bis 200 m,RDG 5 Angriff- wirkung bis 20 m ,man sollte da ja schließlich hinterher laufen .


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#52

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 19:46
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #48
F1 geworfen in der Ausbildung? Also das gabs in den 80igern nicht mehr, nur noch URG-N und UPG-8. Wobei, an einmal mit 'scharf' RGD-5 und RKG-3 meine ich mich auch noch zu erinnern. Übrigens, laut DV (A050/1/482) war der wirksame Splitterradius der F1 sogar mit 200m angegeben ...


Grün: So kenne ich das auch. Hat mich deshalb etwas gewundert, diese Aussage vorhin. Der gefährliche Radius der Angriffshandgranate, die mit glattem Mantel, die ohne Deckung beim Angriff in gegenerische Schützengräben zu werfen war, wurde wimre mit 25 m angegeben. Ein dünnes Stück Blech hat nun mal im Gegensatz zu einem massiven Stück Stahl einen wesentlich höheren Luftwiderstand im Verhältnis zur Masse und verliert deshalb schon nach wenigen Metern an Durchschlagskraft. Aber auch die kann u.U. noch in wesentlich größerer Entfernung verletzen. So erlebt bei den KG, als wir Handgranate warfen. Wir standen so geschätzt 50 m hinter dem Wurfgraben. Die Granate krachte und über unsere Köpfe zwitscherte es drüberweg. Kann nur das relativ massive Zünderstück gewesen sein. Da haben wir uns auch erst mal alle etwas dumm angeguckt. Ist mir auch mal so mit einem polnischen Kanonenschlag passiert. Ich war der Werfer und ausgerechnet auch mir zwiebelte der harte Pfropfen der Hülsenverdämmung vor´s Schienbein. Tat ganz schön weh.



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#53

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 20:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #43
.
Dann ging es zur Gefechtsübung mit dem BTR 40 nach Erfurt auf den "Heller". Heller ist falsch, so heißt der ehemalige Truppenübungsplatz beim König in Dresden. Aber der Platz in Erfurt muss so ähnlich geheißen haben. Wir waren 5 oder 6 Offiziere je Fahrzeug, je einer musste je nach Befehl über Funk das Fahrzeug führen ( wohlgemerkt: nicht fahren, der Fahrer war angeblich ein erfahrener NVA-Soldat). Schließlich Übungsende, klarer Befehl , kürzester Weg zum Kolonnenweg, dann zum Sammelpunkt. Der Junge Offizier, der das Kommando hatte, verstümmelt den Befehl und gibt dem Fahrer den Befehl: Kürzester Weg zum Sammelpunkt.. Das Gelände war mit Schnee und Matsch und vielen Fahrspuren bedeckt. Der Offizier schiebt die Haube nach hinten und sagt: Das wars. Und das war es dann auch. Der SPW nickt in einen kleinen schneebedeckten Graben, der Offizier schlägt mit der Stirn auf die fordere Kante und ist auf der Stelle tot. Wir haben das erst nicht begriffen. haben ihn halb auf uns liegend angestoßen und wollten ihn aufwecken. Aber er war tot. Man hat kaum etwas gesehen, vor allem kein Blut, nur ein roter Strich quer über die Stirn. Fällt mir im Augenblick auch schwer, das zu schreiben.
Gruß vom 39.


@der 39.
ihr ward bestimmt auf dem Drosselberg, das Übungsgelände ist oberhalb Erfurt hinter den sog. Panzerkasernen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#54

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 21:03
von Pit 59 | 10.149 Beiträge

nach Erfurt auf den "Heller". Heller ist falsch

Wenn ich nicht ganz irre heisst oder hiess das Henne.


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#55

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 21:24
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #50
Zum Beitrag #46 von Fritze
Ein bisschen stutzig bin ich denn doch geworden, ich erinnere mich, dass das Teil F1 hieß, aber mit links werfen? Wie zieht man denn da den Splint?
Da müsste ja der Sicherungsbügel am Daumenballen liegen? Oder sehe ich das jetzt falsch?
Gruß vom 39.

Sicherungsbügel wurde doch mit den Fingern gedrückt gehalten !
Hab doch geschrieben RGD geworfen ! F1 gabs nur noch als hohle Übungskörper !
Geht auch mit links zu werfen !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

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#56

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 21:37
von der 39. | 522 Beiträge

F1 gabs nur noch als hohle Übungskörper !
Geht auch mit links zu werfen !

Du hast natürlich recht und ich war flüchtig beim Lesen. Sah in meiner Fantasie schon, wie Du Dich verrenkst.
Werde mich noch mehr bessern.
Übrigens: Solche hohlen F1 ohne Ladung und ohne Zünder und in schwarz lagen bei uns damals bei den Sportgeräten herum für den
"Handgranatenweitwurf"
Der 39. grüßt Dich


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#57

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 21:42
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #53
Zitat von der 39. im Beitrag #43
.
Dann ging es zur Gefechtsübung mit dem BTR 40 nach Erfurt auf den "Heller". Heller ist falsch, so heißt der ehemalige Truppenübungsplatz beim König in Dresden. Aber der Platz in Erfurt muss so ähnlich geheißen haben. Wir waren 5 oder 6 Offiziere je Fahrzeug, je einer musste je nach Befehl über Funk das Fahrzeug führen ( wohlgemerkt: nicht fahren, der Fahrer war angeblich ein erfahrener NVA-Soldat). Schließlich Übungsende, klarer Befehl , kürzester Weg zum Kolonnenweg, dann zum Sammelpunkt. Der Junge Offizier, der das Kommando hatte, verstümmelt den Befehl und gibt dem Fahrer den Befehl: Kürzester Weg zum Sammelpunkt.. Das Gelände war mit Schnee und Matsch und vielen Fahrspuren bedeckt. Der Offizier schiebt die Haube nach hinten und sagt: Das wars. Und das war es dann auch. Der SPW nickt in einen kleinen schneebedeckten Graben, der Offizier schlägt mit der Stirn auf die fordere Kante und ist auf der Stelle tot. Wir haben das erst nicht begriffen. haben ihn halb auf uns liegend angestoßen und wollten ihn aufwecken. Aber er war tot. Man hat kaum etwas gesehen, vor allem kein Blut, nur ein roter Strich quer über die Stirn. Fällt mir im Augenblick auch schwer, das zu schreiben.
Gruß vom 39.


@der 39.
ihr ward bestimmt auf dem Drosselberg, das Übungsgelände ist oberhalb Erfurt hinter den sog. Panzerkasernen

Beuge mich der Mehrheit, Drosselberg wird stimmen, zumal es in der Nähe Panzer gab.
Ein gutes Gefühl, mit Dir Gert einer Meinung zu sein, ist schließlich manchmal, sehr selten, nicht immer so
Grüße vom 39.


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zuletzt bearbeitet 28.07.2015 21:43 | nach oben springen

#58

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 22:02
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #54
nach Erfurt auf den "Heller". Heller ist falsch

Wenn ich nicht ganz irre heisst oder hiess das Henne.


Das macht Sinn. Die "Henne" ist eine leichte Erhöhung am östlichen Stadtrand von Erfurt und eben dort lagen auch Kasernen. Jeder, der vom Stadtzentrum EF die B 7 Richtung Weimar fährt, kommt automatisch über die Henne. Die Kasernen liegen ca. einen knappen Kilometer südlich der B 7 auf der Höhe.



der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#59

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 28.07.2015 22:03
von Arthur | 26 Beiträge

also,
@der 39.
ihr ward bestimmt auf dem Drosselberg, das Übungsgelände ist südl. von Erfurt hinter den sog. Panzerkasernen
Wenn ich nicht ganz irre heisst oder hieß das Henne.

wenn mal etwas Licht rein bringen darf.
Die "Henne" ist ein Geländegebiet am süd/westl. Stadtrand von Erfurt mit den Kasernen "Hennekaserne". Um 1938 gebaut, zu WM und NVA-Zeiten Art.-Kasernen. Auch heute noch von der BuWe genutzt. - also kein Übungsplatz.

Der Drosselberg war und ist ein Übungsplatz südl. von Erfurt und wurde/wird von der NVA/BuWe als Standortübungsplatz genutzt.

Könnte es evtl. der TÜP Bölle bei Eisenach gewesen sein?

Arthur



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#60

RE: Der erste Tag

in Grenztruppen der DDR 29.07.2015 08:14
von utkieker | 2.922 Beiträge

Mit der "Eierhandgranate" hatte ich nicht all zu große Probleme. Anders sah es mit der Panzerhandgranate aus. All zu weit konnte man das Ding nicht werfen, wenn sich der Fallschirm dieser Handgranate öffnete, plumste sie senkrecht runter - und das aus dem Schützengraben heraus. Da rinnt Einem der kalte Schweiß von der Stirn

Gruß Hartmut!


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