#61

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 20:52
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Es kriegt auf französisch auch keine Bedeutung.


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#62

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 20:53
von seaman | 3.487 Beiträge

Irgendwie nervt dieser Strang.
Worum geht es,was hat es mit Kalten Krieg zu tun?


seaman


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#63

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 21:20
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #62
Irgendwie nervt dieser Strang.
Worum geht es,was hat es mit Kalten Krieg zu tun?


seaman


einfach gar nicht ignorieren, @seaman


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
eisenringtheo und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#64

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 21:31
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Kein Zufall: Erst durch nervende Dauerfragen einen Strang zerschießen und dann quasi dessen Schließung fordern.
Tolle Strategie, geht leider nicht auf. Das MfS bringt es einfach nicht mehr.


zuletzt bearbeitet 24.02.2015 21:32 | nach oben springen

#65

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 21:49
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #43
Zitat von andy im Beitrag #39
Zitat von Kalubke im Beitrag #35


[...]
wurde aber ebenfalls vom MfS massiv unter Druck gesetzt unter keinen Umständen seine Verbindungen zum MfS, die MfS-Devisengeschäfte und wahrscheinlich auch die über das MfS organisierte Sonderversorgung der Politbürosiedlung in Wandlitz preiszugeben.
[...]
Er war nach seiner Flucht bereit umfassend beim BND auszusagen unter der Bedingung, dass er über Beraterverträge dicke Kohle abkassiert, steuerlich privilegiert sowie versicherungs- und pensionsmäßig abgesichert wird.

Gruß Kalubke



Würdest Du das bitte mal mit Quellen belegen?


andy


Quelle:
Deutscher Bundestag 12. Wahlperiode
Beschlussempfehlung und Bericht des 1. Untersuchungsausschusses nach Art. 44 GG
Bonn 27.05.1994
Zweiter Teil Feststellungen des Untersuchungsauschusses
J. Die politische Bedeutung Dr. Schalck-Golodkowskis
IV Dr. Schlack-Golodkowskis Flucht und sein Aufenthalt in der BRD
1. Dr. Schalck-Golodkowskis Flucht in die BRD
2. Dr. Schalck-Golodkowski in der BRD

Dokument 802 (Wunschliste Schalck-Golodkowski)

Gruß Kalubke





Ich habe die Unterlagen jetz gelesen und kann nicht erkennen, dass ASG vom MfS massiv unter Druck gesetzt wurde. Sicher gab es den Anruf von Schwanitz, zu dem Zeitpunkt eine Verbindung von KoKo und der Sonderversorgung von Wandlitz noch leugnen zu wollen war wohl eher Wunschdenken. Das wird auch einem Schwanitz klargewesen sein

Auch das Dokument 802 scheint mir eher eine Forderung von ASG's Anwalt Dankert zu sein als dass es dann echte reale Vorteile von ASG beschreibt.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#66

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 01:09
von Kalubke | 2.306 Beiträge

...hier mal Auszüge aus dem Protokoll der Vernehmung von Schalck-Golodkowski vor dem Staatsschutz am 03. und 04.05.1990. (Quelle: ebenfalls der "Köppe-Bericht"). Er hat sich dort auch recht detailliert zu Koko geäußert.

Gruß Kalubke


Dateianlage:


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#67

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 01:20
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #65


Ich habe die Unterlagen jetz gelesen und kann nicht erkennen, dass ASG vom MfS massiv unter Druck gesetzt wurde. Sicher gab es den Anruf von Schwanitz, zu dem Zeitpunkt eine Verbindung von KoKo und der Sonderversorgung von Wandlitz noch leugnen zu wollen war wohl eher Wunschdenken. Das wird auch einem Schwanitz klargewesen sein

Auch das Dokument 802 scheint mir eher eine Forderung von ASG's Anwalt Dankert zu sein als dass es dann echte reale Vorteile von ASG beschreibt.


andy


Wie würdest Du denn die Erklärung von Golodkowski (zitiert auf S.467 1. Spalte 1. Absatz) werten, dass "...er Offizier des MfS gewesen ist und für sein Leib und Leben Gefahr bestehe"?

Logisch waren das Forderungen von Golodkowski nach entsprechenden Gegenleistungen für seine Aussagen. Zimperlich war er da nicht. Wäre natürlich interessant zu erfahren, inwieweit dem nachgekommen worden ist. Einen falschen Pass auf den Namen Gutmann hat er zumindest bekommen.

Eine Sache war aber doch recht eigenartig. Seine Frau war an dem Tag nach dem Übertritt von Westberlin aus noch einmal zur Wohnung nach Weißensee in die Manetstraße gefahren und hat zwei Koffer mit persönlichen Sachen geholt, seltsamerweise völlig unbehelligt vom MfS, obwohl in dieser Straße eine ganze Reihe von hochrangigen MfS-Offizieren wohnten und zumindest die HA PS, dort sicher öfter präsent war.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 25.02.2015 01:34 | nach oben springen

#68

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 08:13
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #67
Zitat von andy im Beitrag #65


Ich habe die Unterlagen jetz gelesen und kann nicht erkennen, dass ASG vom MfS massiv unter Druck gesetzt wurde. Sicher gab es den Anruf von Schwanitz, zu dem Zeitpunkt eine Verbindung von KoKo und der Sonderversorgung von Wandlitz noch leugnen zu wollen war wohl eher Wunschdenken. Das wird auch einem Schwanitz klargewesen sein

Auch das Dokument 802 scheint mir eher eine Forderung von ASG's Anwalt Dankert zu sein als dass es dann echte reale Vorteile von ASG beschreibt.


andy


Wie würdest Du denn die Erklärung von Golodkowski (zitiert auf S.467 1. Spalte 1. Absatz) werten, dass "...er Offizier des MfS gewesen ist und für sein Leib und Leben Gefahr bestehe"?

Logisch waren das Forderungen von Golodkowski nach entsprechenden Gegenleistungen für seine Aussagen. Zimperlich war er da nicht. Wäre natürlich interessant zu erfahren, inwieweit dem nachgekommen worden ist. Einen falschen Pass auf den Namen Gutmann hat er zumindest bekommen.

Eine Sache war aber doch recht eigenartig. Seine Frau war an dem Tag nach dem Übertritt von Westberlin aus noch einmal zur Wohnung nach Weißensee in die Manetstraße gefahren und hat zwei Koffer mit persönlichen Sachen geholt, seltsamerweise völlig unbehelligt vom MfS, obwohl in dieser Straße eine ganze Reihe von hochrangigen MfS-Offizieren wohnten und zumindest die HA PS, dort sicher öfter präsent war.

Gruß Kalubke




Kabulke,

für die Absicherung des genannten Wohngebietes - Umgangssprache im MfS war Leiter - Wohngebiet ) war nicht die Hauptabteilung Personenschutz, sondern die HA II ( Spionageabwehr ) verantwortlich.


damals wars und Kalubke haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.02.2015 09:18 | nach oben springen

#69

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 08:27
von damals wars | 12.213 Beiträge

Welche Handhabe hätten sie den gegen die Frau gehabt?
Haftbefehl?
War das Vermögen beschlagnahmt?
Fluchtgefahr?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#70

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 08:54
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zumindest hätte sie ja vom MfS befragt werden können, wo denn ihr Mann steckt. Ich vermute, ihr Aufenthalt in Ostberlin war gerade noch innerhalb des Zeitfensters, bevor die Flucht als solche wahrgenommen wurde. Schalck-Golodkowski hat sich ja am Vortag in der Wallstraße von BKK-Mitarbeitern mit der Bemerkung verabschiedet, dass er ein paar Tage in den Urlaub geht. Vorher wussten laut Köppe-Bericht nur zwei Personen von der Übertrittsabsicht: RA Vogel und Egon Krenz. Beide scheinen gegenüber den DDR-Sicherheitsorganen dicht gehalten zu haben. Von Vogel ist ja bekannt, dass er als IM "Georg" mit dem BdM (Büro des Ministers) in Verbindung stand.

Gruß Kalubke

p.s. Aus dem Vernehmungsprotokoll in #66 wird deutlich, warum der erste Anlaufpunkt von Schalck-Golodkowski der Pfarrer Dr. Karl-Heinz Neukamm vom Diakonischen Werk der EKD in Stuttgart war: Ihn kannte Schalck seit vielen Jahren als Verhandlungspartner im Zusammenhang mit der Abwicklung der Kirchengeschäfte.

RA Wolfgang Vogel scheint möglicherweise über seinen FO Ost Dr. Heinz Volpert (MfS/BdM) von dem am 1.12.1989 auf Weisung von Schwanitz vom Militärstaatsanwalt vorbereiteten Haftbefehl gegen Schalck-Golodkowski gewusst zu haben, der anscheinend am 3.12.1989 in Kraft treten sollte, deshalb seine Äußerung am 2.12.1989 23:00 Uhr gegenüber Schalck-Golodkowski, dass er nur noch eine Stunde Zeit habe, die DDR unbehelligt zu verlassen.



zuletzt bearbeitet 25.02.2015 12:01 | nach oben springen

#71

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 08:55
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #69
Welche Handhabe hätten sie den gegen die Frau gehabt?
Haftbefehl?
War das Vermögen beschlagnahmt?
Fluchtgefahr?

Offenbar nicht alles. Die BRD ist immer noch auf der Suche nach den verschwundenen Milliarden oder Millionen.
http://www.deutschlandfunk.de/schalck-go...ticle_id=305326
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/u.../story/21090160
http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/g...sch_id=20144152
Wir Schweizer wissen gar nicht mehr wohin mit den vielen Fluchtmilliarden. Derzeit müssen die Banken sicher Platz schaffen für die vielen Fluchtmilliarden reicher Griechen.

Theo


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 10:02
von Kalubke | 2.306 Beiträge

22 Milliarden verschwunden! Das wäre ja das Mehrfache des Kredites, der über Strauß der DDR gewährt wurde. Da ja die Medien dafür bekannt sind, dass sie mit dem Anhängen von Nullen an Zahlen manchmal recht großzügig sind, erscheint mir dieser Betrag fraglich.

Ihr habt kein Platz mehr für die griechischen Fluchtmilliarden? Nicht dass ihr die ganzen Scheine auf dem Hinterhof unter freiem Himmel lagern müsst und sie dort verschimmeln.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 25.02.2015 10:11 | nach oben springen

#73

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 12:38
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #72
22 Milliarden verschwunden! Das wäre ja das Mehrfache des Kredites, der über Strauß der DDR gewährt wurde. Da ja die Medien dafür bekannt sind, dass sie mit dem Anhängen von Nullen an Zahlen manchmal recht großzügig sind, erscheint mir dieser Betrag fraglich.
(...)
Gruß Kalubke

Mir auch, allerdings geht das auch im verarmten Griechenland. Von November 2014 bis heute wurden dort über 21 Milliarden Euros von den Bankkonten abgehoben. Irgendwo ist das Geld hin.
Es gab seinerzeit anfangs der 90 Jahre die Verschwörungstheorie, dass die DDR doch nicht dermassen pleite war, wie es uns berichtet war. Vielleicht gab es ja wirklich "Kriegsgewinnler" am (vorläufigen) Ende des Kalten Krieges? Eine Art Leben und Lebenlassen im Stile der Mafia?
Theo


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#74

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 13:07
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Der DDR-Außenhandel bestand ja auch nicht nur aus dem BKK, da gabs auch eine ganze Menge ganz normaler AHB's in den verschiedensten Sparten (Metallurgie, Landwirtschaft, Schiffbau, Maschinenbau etc.). Es kann natürlich sein, dass in den Wendewirren bei der Vermögensumstellung auf DM eine ganze Reihe selbst ernannter Glücksritter das zeitweilige zentralistische Machtvakuum für sich nutzten und etwas beiseite schafften, Scheingeschäfte tätigten o.ä. Allerdings kann man dann nicht mehr annehmen, dass das noch auf zentrale Weisungen von oben geschehen ist.

Gruß Kalubke



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#75

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 13:15
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #73

Es gab seinerzeit anfangs der 90 Jahre die Verschwörungstheorie, dass die DDR doch nicht dermassen pleite war, wie es uns berichtet war. Vielleicht gab es ja wirklich "Kriegsgewinnler" am (vorläufigen) Ende des Kalten Krieges? Eine Art Leben und Lebenlassen im Stile der Mafia?
Theo


Nein, die DDR war 1990 nicht pleite oder kann sich jemand der ehemaligen DDR-Bürger hier daran erinnern, dass er 1990 keinen Lohn mehr bekommen hat?. Sogar die Bundesbank kam zu dem Ergebnis, dass die DDR solvent bis zum letzten Tag war. Das heisst natürlich nicht, dass die DDR keine Schulden hatte - wobei die proKopf-Verschuldung in der DDR einen Stand hatte, über den sich heute wohl jeder Ökonom ein zweites Loch in den Hintern freuen würde.

Aber eigentlich hatten wir die Diskussion hier schon vor einer Weile...

Hier mal was zum lesen:

http://www.klaus-blessing.de/media/ddr_pleite.pdf

http://www.welt.de/wirtschaft/article134...cht-pleite.html



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Damals87 und Kalubke haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#76

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 13:35
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zur Person Klaus Blessing:

1980 – 86 Staatssekr. im Min. für Erzbergbau, Metallurgie u. Kali
1986 – 89 Ltr. der Abt. Maschinenbau des ZK der SED (Nachf. von Gerhard Tautenhahn)
Dez. 1989 bis zum Rücktritt der Reg. Modrow, Stellv. Min. für Schwerindustrie unter Min. Singhuber.

Die “Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen“ von Schürer als Vorsitzendem der Staatlichen Plankommission bezeichnet er als nicht korrekt. Konnte er das von seiner damaligen Position aus wirklich objektiv beurteilen?

Seine Thesen:
1. Sozialpolitik als alleinige Ursache der Verschuldung stimmt nicht
2. das BKK-Geheimvermögen außerhalb der DDR-Außenhandelsbilanz (12 Mrd DM) hätte eingerechnet werden müssen und die Schuldenbilanz deutlich gedrückt

sind diskussionswürdig, denke ich.

Zu 2. kann man klar sagen, dass diese Mittel gar nicht dazu vorgesehen waren, in den normalen Wirtschaftskreislauf einzufließen und ausschließlich politischen Parteinteressen und dem Unterhalt der Sicherheitsapparate dienten

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 25.02.2015 13:36 | nach oben springen

#77

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 14:31
von Vierkrug (gelöscht)
avatar

Zitat von Kalubke im Beitrag #76
Zur Person Klaus Blessing:

1980 – 86 Staatssekr. im Min. für Erzbergbau, Metallurgie u. Kali
1986 – 89 Ltr. der Abt. Maschinenbau des ZK der SED (Nachf. von Gerhard Tautenhahn)
Dez. 1989 bis zum Rücktritt der Reg. Modrow, Stellv. Min. für Schwerindustrie unter Min. Singhuber.

Die “Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen“ von Schürer als Vorsitzendem der Staatlichen Plankommission bezeichnet er als nicht korrekt. Konnte er das von seiner damaligen Position aus wirklich objektiv beurteilen?

Seine Thesen:
1. Sozialpolitik als alleinige Ursache der Verschuldung stimmt nicht
2. das BKK-Geheimvermögen außerhalb der DDR-Außenhandelsbilanz (12 Mrd DM) hätte eingerechnet werden müssen und die Schuldenbilanz deutlich gedrückt

sind diskussionswürdig, denke ich.

Zu 2. kann man klar sagen, dass diese Mittel gar nicht dazu vorgesehen waren, in den normalen Wirtschaftskreislauf einzufließen und ausschließlich politischen Parteinteressen und dem Unterhalt der Sicherheitsapparate dienten

Gruß Kalubke


Das konnte Klaus Blessing. Auch die Analyse der ökonomischen Lage der DDR seitens der HA XVIII weist andere Erkenntnisse aus, wie im erwähntem Schürer-Bericht.
Als Abteilungsleiter unterstand Klaus Blessing direkt dem zuständigem Sekretär des ZK , im diesem Fall Günter Mittag. Seinen Vorgänger Gerhard Tautenhahn habe ich auch noch in Erinnerung. Dem Abteilungsleiter im ZK waren dann die Sektoren und Sektorenleiter nachgeordnet. Auf Bezirksebene analog.
Dem Abteilungsleiter Grundstoffindustrie war u.a. der Sektor Energiewirtschaft (MKE-Bereich) nachgeschaltet, in dessen Verantwortungsbereich wiederum Mitarbeiter für bestimmte Schwerpunkte zuständig waren - Kombinate etc..

Die Verantwortungsbereiche des Ministeriums für Erzbergbau, Metallurgie u. Kali, des Ministeriums für Kohle und Energie (MKE), des Ministeriums für Geologie, wie auch der Wismut, wurden von der Abteilung 3 mit ihren 5 Referaten, seitens der HA XVIII bearbeitet.

Vierkrug

Korrektur


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.02.2015 16:40 | nach oben springen

#78

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 15:01
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #70
Zumindest hätte sie ja vom MfS befragt werden können, wo denn ihr Mann steckt. Ich vermute, ihr Aufenthalt in Ostberlin war gerade noch innerhalb des Zeitfensters, bevor die Flucht als solche wahrgenommen wurde. Schalck-Golodkowski hat sich ja am Vortag in der Wallstraße von BKK-Mitarbeitern mit der Bemerkung verabschiedet, dass er ein paar Tage in den Urlaub geht. Vorher wussten laut Köppe-Bericht nur zwei Personen von der Übertrittsabsicht: RA Vogel und Egon Krenz. Beide scheinen gegenüber den DDR-Sicherheitsorganen dicht gehalten zu haben. Von Vogel ist ja bekannt, dass er als IM "Georg" mit dem BdM (Büro des Ministers) in Verbindung stand.

Gruß Kalubke

p.s. Aus dem Vernehmungsprotokoll in #66 wird deutlich, warum der erste Anlaufpunkt von Schalck-Golodkowski der Pfarrer Dr. Karl-Heinz Neukamm vom Diakonischen Werk der EKD in Stuttgart war: Ihn kannte Schalck seit vielen Jahren als Verhandlungspartner im Zusammenhang mit der Abwicklung der Kirchengeschäfte.

RA Wolfgang Vogel scheint möglicherweise über seinen FO Ost Dr. Heinz Volpert (MfS/BdM) von dem am 1.12.1989 auf Weisung von Schwanitz vom Militärstaatsanwalt vorbereiteten Haftbefehl gegen Schalck-Golodkowski gewusst zu haben, der anscheinend am 3.12.1989 in Kraft treten sollte, deshalb seine Äußerung am 2.12.1989 23:00 Uhr gegenüber Schalck-Golodkowski, dass er nur noch eine Stunde Zeit habe, die DDR unbehelligt zu verlassen.

Also keinen Haftbefehl gegen die Frau,dachte ich mir doch.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#79

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 16:15
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Ich bin ja auch in der DDR aufgewachsen und hörte viel.
Aber, über euer Wissen staune ich immer wieder.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 25.02.2015 17:57
von Kalubke | 2.306 Beiträge

In Krenz: Herbst '89 steht drin, dass Schürer seine “Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen“ am 30.10.1989 vorgelegt hat. Honecker war nicht mehr im Amt. 1988 hat er gegenüber Honecker schon mal so etwas vorgebracht und wurde von Mittag deshalb als Abweichler kritisiert. Kernaussage war, dass 1990 der Lebensstandard um 25-30% hätte gesenkt werden müssen, um die Verschuldung zu stoppen. Das hätte die DDR unregierbar gemacht. Irgendwie klingt dieses Thema recht aktuell. Die Frage ist, wenn die HA XVIII zu anderen Ergebnissen gekommen ist, warum wurde das damals nicht diskutiert. Das wird doch wohl nach Honeckers Rücktritt möglich gewesen sein, oder?

Gruß Kalubke



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