#21

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 12:03
von Harzwanderer | 2.942 Beiträge

"Bewahrer des Friedens" hat echt nur die Stasi über sich selbst behauptet. Tut mir leid, wenn ich Dich da auf den Boden der Tatsachen zurück holen muss. Niemand sonst ist Euch für irgendwas "dankbar" oder müsste es sein.


Zermatt hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#22

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 12:52
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #2
Zitat von home63 im Beitrag #1
Bei aller berechtigten Kritik über Stasi und der Tätigkeit im Inland, welche Erfolge hatte den die Truppe aus Pullach in dieser Zeit.


gar keinen, weil der BND im Inland nicht befugt ist, Nachrichten zu sammeln. Er ist von seiner Aufgabenstellung ein Auslandsnachrichtendienst



Na das ist wohl nicht ganz richtig--einfach mal bei Google---Bundesnachrichtendienst als Inlandsgeheimdienst---eingeben.


karstenHH hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 13:02
von Harzwanderer | 2.942 Beiträge

Da man die Erfolge (und Misserfolge) wegen Geheimhaltung nicht kennen darf, sind sie nicht zu beurteilen. Das Überlaufen von Schalck-Golodkowski nach Bayern deutet ja in die Richtung einer vorherigen Verbindung. Stiller wäre ein anderes Beispiel, wobei der zuerst in die USA gegangen ist, wenn mich nicht alles täuscht.


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#24

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 13:33
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #19
Diese Selbstbeweihräucherung als "Bewahrer des Friedens" habe ich noch nie nachvollziehen können. Gerade Eure Spionage hat auch manches verschärft. Ich erinnere mal an Operation "Ryan" oder so ähnlich, als der Osten dem Westen unbedingt Anzeichen für einen direkt bevorstehenden Atomschlag nachweisen wollte und das hysterisch verblendet auch treu ausgeführt hat. Able Archer 83 mal als Stichwort. Kriegstreiber und nicht Friedensbewahrer.

https://nsarchive.wordpress.com/2013/05/...ear-armageddon/

http://en.wikipedia.org/wiki/RYAN

Waren es nicht Kundschafter des Friedens?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#25

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 13:36
von passport | 2.640 Beiträge

gelöscht


zuletzt bearbeitet 22.02.2015 13:40 | nach oben springen

#26

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 14:06
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von home63 im Beitrag #5
Mir ging es ja auch ums Ausland, sorry wenn ich mich da ni ht korekt ausgedrückt habe, einenGünter Guillaume haben sie nicht aufzuweisen.



Nun kann man die Platzierung Guillaumes aus geheimdienstlicher Sicht als Erfolg ansehen - politisch war das in Zeiten der Entspannungspolitik mMn eine Eigentor. Mal abgesehen von der menschlichen Schweinerei Brandt gegenüber.
.


GKUS64 und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 17:06
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #16
Zitat von Gert im Beitrag #14
Zitat von seaman im Beitrag #12
Zitat von seaman im Beitrag #11
Zitat von Gert im Beitrag #6


Jedoch seine Hauptaufgabe ist das Ausland. Vor allem hat er keinerlei polizeilichen, staatsanwaltlichen Befugnisse. Der kann mich nicht morgens um4 aus dem Bett holen und mir einen Haftbefehl unter die Nase halten.


Den Haftbefehl/Durchsuchungsbeschluss halten Dir dann Mitarbeiter vom BKA morgens unter die Nase.
Im Auftrag von....

seaman







das ist richtig, aber vorher muss ein Richter darüber entscheiden und der macht das nicht willkürlich sondern nur wenn die Beweislage entsprechend ist.


In speziellen Fällen sind diese richterlichen Entscheidungen lediglich Nachreichungen,Gert.Mit Gefahr in Verzuge und Fluchtgefahr kannst Du Einiges schneller bewirken.

seaman


Das ist der entscheidende und sicherlich verständliche Punkt, der in der DDR nicht immer Voraussetzung war, um Handeln zu dürfen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#28

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 17:22
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #24
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #19
Diese Selbstbeweihräucherung als "Bewahrer des Friedens" habe ich noch nie nachvollziehen können. Gerade Eure Spionage hat auch manches verschärft. Ich erinnere mal an Operation "Ryan" oder so ähnlich, als der Osten dem Westen unbedingt Anzeichen für einen direkt bevorstehenden Atomschlag nachweisen wollte und das hysterisch verblendet auch treu ausgeführt hat. Able Archer 83 mal als Stichwort. Kriegstreiber und nicht Friedensbewahrer.

https://nsarchive.wordpress.com/2013/05/...ear-armageddon/

http://en.wikipedia.org/wiki/RYAN

Waren es nicht Kundschafter des Friedens?

Überflüssige Frage. Hat schon Vierkrug betont


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#29

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 18:30
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
Zitat von Gert im Beitrag #6
Zitat von passport im Beitrag #4
Tja Gert, gerade unter seinen beiden ersten Präsidenten Gehlen und Wessel wurde dieses Missachtet und Akten über Personen des Inlandes angelegt.



passport


ich bin kein Geheimdienstler aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass man das zu 100 % nicht abgrenzen kann. Bei der Aktivität in das Ausland werden immer mal wieder Spuren oder Personen auftauchen, die zum Inland bezug haben. Jedoch seine Hauptaufgabe ist das Ausland. Vor allem hat er keinerlei polizeilichen, staatsanwaltlichen Befugnisse. Der kann mich nicht morgens um4 aus dem Bett holen und mir einen Haftbefehl unter die Nase halten.

Nur so aus Neugier. Wenn das MfS morgens um vier kam, um mich vorläufig festzunehmen. Was hatten die "Besucher" für Uniformen? Wie stand es mit den Aufsehern? Waren die Vernehmer als Kriminalpolizei (beim MdI) legendiert?
Hintergrund meiner Frage ist: Natürlich darf der BND und der Verfassungsschutz keine Zwangsmassnahmen vornehmen können. Es ist aber klar, dass die Geheimdienstorgane engen Kontakt zur Polizei hat. Wenn man im Visier eines BRD Geheimdienstes stand, bekam man es offiziell ausschliesslich mit der normalen Polizei zu tun, was aus Gründen der Konspiration durchaus sinnvoll ist.
Theo




Für die Bearbeitung von Straftaten die sich gegen die " staatliche Sicherheit" wenden, wie zum Beispiel Spionage, ist der polizeiliche Staatsschutz, der ein Teil der Kriminalpolizei ist und natürlich die entsprechende Abteilung der Staatsanwaltschaft zuständig.
Das hat aber nichts mit Konspiration zu tun. Sondern mit der verfassungsmäßigen Aufgabentrennung von Polizei und Geheimdiensten. Eine Schlussfolgerung aus den Erfahrungen aus der NS-Zeit und auch aus der DDR.
Die Aufgabe eines Geheimdienstes besteht ausschließlich darin, gewisse, gegen den eigenen Staat oder die Sicherheit anderer Staaten aufzuklären. Wobei man unter Aufklären nicht die Aufklärung einer Straftat, sondern die vorbeugende Beobachtung und Aufdeckung versteht.
Sämtliche sich daraus ergebenen strafprozessualen Maßnahmen liegen ausschließlich in den Händen von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Die Landesämter für Verfassungsschutz verfügen also weder über eigene Untersuchungsorgane, noch über Untersuchungshaftanstalten. Und der BND, als Auslandsgeheimdienst, sowieso nicht.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Harzwanderer, RudiEK89, eisenringtheo und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.02.2015 18:32 | nach oben springen

#30

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 22:12
von Gert | 12.357 Beiträge

Zitat


Sämtliche sich daraus ergebenen strafprozessualen Maßnahmen liegen ausschließlich in den Händen von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Die Landesämter für Verfassungsschutz verfügen also weder über eigene Untersuchungsorgane, noch über Untersuchungshaftanstalten. Und der BND, als Auslandsgeheimdienst, sowieso nicht.

Gruß Uwe

[/quote]



danke Uwe für diese Präzisierung des Verfahrensablaufes.
Anhand dieser Fakten kann man ja wohl nicht davon sprechen, dass das MfS und der BND/VS mit den gleichen Methoden arbeiteten, also sie sind nicht vergleichbar, wie so oft hier versucht wird, einem Glauben zu machen
Für mich besonders wichtig , die klare Trennung zwischen dem GD und seinen Erkenntnissen und den daraus resultierenden Bewertungen der Strafverfolgungsbehörden mit entsprechenden Aktionen oder auch nicht


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.02.2015 22:17 | nach oben springen

#31

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 22.02.2015 23:29
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #30

Zitat


Sämtliche sich daraus ergebenen strafprozessualen Maßnahmen liegen ausschließlich in den Händen von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Die Landesämter für Verfassungsschutz verfügen also weder über eigene Untersuchungsorgane, noch über Untersuchungshaftanstalten. Und der BND, als Auslandsgeheimdienst, sowieso nicht.

Gruß Uwe




Zitat Gert:
danke Uwe für diese Präzisierung des Verfahrensablaufes.
Anhand dieser Fakten kann man ja wohl nicht davon sprechen, dass das MfS und der BND/VS mit den gleichen Methoden arbeiteten, also sie sind nicht vergleichbar, wie so oft hier versucht wird, einem Glauben zu machen
Für mich besonders wichtig , die klare Trennung zwischen dem GD und seinen Erkenntnissen und den daraus resultierenden Bewertungen der Strafverfolgungsbehörden mit entsprechenden Aktionen oder auch nicht[/quote]
::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Hört sich zwar einleuchtend an,ist aber meiner Meinung nach ein hinkender Vergleich.
Man kann nicht das MfS als Gesamtheit mit allen Abteilungen zum Vergleich mit dem BND z.b. heranziehen.
Der BND ist ein Auslandsgeheimdienst.Als Gegenspieler kann man da lediglich die ehemalige HVA mit ähnlichen Zielstellungen heranziehen.

seaman


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.02.2015 23:30 | nach oben springen

#32

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 23.02.2015 05:06
von damals wars | 12.213 Beiträge

Im Fall Kurnaz biete sich der BND halt eines Befreundeten Geheimdienst, manchmal sind die Vorschriften nicht so eng...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#33

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 23.02.2015 17:32
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #21
"Bewahrer des Friedens" hat echt nur die Stasi über sich selbst behauptet. Tut mir leid, wenn ich Dich da auf den Boden der Tatsachen zurück holen muss. Niemand sonst ist Euch für irgendwas "dankbar" oder müsste es sein.


Ist mir neu...aber immerhin bis Sommer 1989 hat das gehalten,zumindest im eigenen Land.Dann war aber Schluss.



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#34

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 23.02.2015 18:32
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Das war eher das "Gleichgewicht der Schreckens" der Großmächte. Man wagte es einfach nicht, wegen des Risikos der atomaren Vernichtung.
Andernfalls hätte man gern angegriffen. Entsprechende Pläne beider Seiten wurden irgendwann auch hier dargelegt.

1968 wär man liebend gern in die CSSR einmarschiert. Aber der "Große Bruder" brauchte uns nicht.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 23.02.2015 18:34 | nach oben springen

#35

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 23.02.2015 19:15
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #23
Da man die Erfolge (und Misserfolge) wegen Geheimhaltung nicht kennen darf, sind sie nicht zu beurteilen. Das Überlaufen von Schalck-Golodkowski nach Bayern deutet ja in die Richtung einer vorherigen Verbindung. Stiller wäre ein anderes Beispiel, wobei der zuerst in die USA gegangen ist, wenn mich nicht alles täuscht.


Wenn man sich genauer anschaut, wie die Flucht von Schalck-Golodkowski abgelaufen ist, dann spricht es eher gegen einer vorherige Verbindung zum BND:

Wegen des Drucks der erbosten DDR-Öffentlichkeit sollte Schalck-Golodkowski im Dezember 1989 vor einem Untersuchungsausschuss der DDR-Volkskammer umfassend über die Privilegienwirtschaft der SED-Funktionäre aussagen, wurde aber ebenfalls vom MfS massiv unter Druck gesetzt unter keinen Umständen seine Verbindungen zum MfS, die MfS-Devisengeschäfte und wahrscheinlich auch die über das MfS organisierte Sonderversorgung der Politbürosiedlung in Wandlitz preiszugeben. Der Nachfolger von Mielke, Schwanitz hatte sogar den Polizeischutz für Schalck-Golodkowski aufheben lassen. Er war quasi vogelfrei, saß zwischen allen Stühlen und fürchtete vom MfS gekidnappt und beseitigt zu werden. Deshalb hatte er sich am 3.12.1989 nach Westberlin abgesetzt. Dort fühlte er sich offenbar auch nicht sicher, sicherlich weil er als hoher MfS-Offizier und BKK-Chef von einigen Attentatsaktionen des MfS gegen abtrünnige Geschäftsführer von Partei- und Embargofirmen im Westen wusste. Golodkowski hat sich deshalb freiwillig in die JVA Moabit einweisen lassen und ist einige Tage später, als die Westberliner Justiz das Auslieferungsersuchen des DDR-Generalstaatsanwaltes ablehnte, nach München geflogen. In Bayern konnte er sich mit Unterstützung von ehem. Geschäftspartnern, welche vom Handel und den Geheimgeschäften mit dem BKK erheblich profitiert hatten, eine neue Existenz aufbauen. Er ist also sehr weich gefallen, im Gegensatz zu vielen anderen. Er war nach seiner Flucht bereit umfassend beim BND auszusagen unter der Bedingung, dass er über Beraterverträge dicke Kohle abkassiert, steuerlich privilegiert sowie versicherungs- und pensionsmäßig abgesichert wird.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 23.02.2015 19:16 | nach oben springen

#36

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 23.02.2015 19:27
von Harzwanderer | 2.942 Beiträge

Er hatte doch seit Jahren mit FJS zu tun. Da wird es schon die eine oder andere Kontaktmöglichkeit oder Visitenkarte mit Notfallnummer für ihn im Isartal gegeben haben. Er ist ja auch aus vielen Koko-Beschuldigungen nach der Wende rausgehalten worden. Was der alles importiert und exportiert haben mag und Leuten abgepresst? Devisen für die Partei, der Zweck heiligte ja offenbar die Mittel. Embargowaren, da hätte es doch tausend Rechtsverstösse gegeben, wenn man gewollt hätte. Für mich wirkt der protegiert.

Er dürfte auch sehr viel über die Verstrickungen des Westens und seiner Politiker in den Ost-West-Handel wissen. Niemand, den man sich heute gerne vor Gericht und Presse öffentlich zerpflücken lässt. Dass die SED/Stasi dem am Ende nach dem Leben trachtete, glaube ich aber gerne.


zuletzt bearbeitet 23.02.2015 19:50 | nach oben springen

#37

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 10:43
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Er hat während seiner Aufenthalte in der BRD Kontakt mit Schäuble gehabt, und der deutete ihm an, dass er nach einem Übertritt mit rechtstaatlicher Behandlung rechnen kann. Als Golodkowski dann auf der Flucht war, ließ Schäuble keinen Direktkontakt mehr zu. Gleichzeitig hatte Golodkowski auch schon seine Fühler in Richtung Moskau ausgestreckt und sich von Bekannten einen Anfahrtplan zu einem GSSD-Militärstandort geben lassen, von dem aus er vermutlich ausgeflogen worden wäre. Auch die Variante Jugoslawien (Untertauchen bei ehem. Geschäftspartnern) war wohl eingeplant. Als ihn aber das MfS fallen ließ, kam Osteuropa für ihn nicht mehr in Frage. Fakt ist, der BND hätte ihn sicher unverzüglich aus Westberlin ausgeschleust, wenn eine Verbindung bestanden hätte und er hätte nicht während seiner mehrtägigen Odyssee durch Westberlin mit Knastselbsteinweisung offiziell verlauten lassen müssen, dass er als OibE und hochrangiger MfS-Offizier Gefahr für sein Leben sieht, wenn er nicht umgehend in Sicherheit gebracht wird.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 24.02.2015 10:46 | nach oben springen

#38

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 17:15
von passport | 2.640 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #36
Er hatte doch seit Jahren mit FJS zu tun. Da wird es schon die eine oder andere Kontaktmöglichkeit oder Visitenkarte mit Notfallnummer für ihn im Isartal gegeben haben. Er ist ja auch aus vielen Koko-Beschuldigungen nach der Wende rausgehalten worden. Was der alles importiert und exportiert haben mag und Leuten abgepresst? Devisen für die Partei, der Zweck heiligte ja offenbar die Mittel. Embargowaren, da hätte es doch tausend Rechtsverstösse gegeben, wenn man gewollt hätte. Für mich wirkt der protegiert.

Er dürfte auch sehr viel über die Verstrickungen des Westens und seiner Politiker in den Ost-West-Handel wissen. Niemand, den man sich heute gerne vor Gericht und Presse öffentlich zerpflücken lässt. Dass die SED/Stasi dem am Ende nach dem Leben trachtete, glaube ich aber gerne.




@Harzwanderer

Das mit dem Glauben ist halt so eine Sache

Auflösung des ZK und PB der SED am 03.12.1989
Auflösung des MfS am 17.11.1989, gleichzeitig Gründung des Amtes für Natonale Sicherheit
Flucht von ASG am 04.12.1989

ASG wurde zur Fahndung ausgeschrieben, mehr nicht. Die Mitglieder der SED bzw. die MA des AfNS hatten zu dieser Zeit ganz andere Sorgen und Probleme !


passport


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#39

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 18:23
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #35


Wegen des Drucks der erbosten DDR-Öffentlichkeit sollte Schalck-Golodkowski im Dezember 1989 vor einem Untersuchungsausschuss der DDR-Volkskammer umfassend über die Privilegienwirtschaft der SED-Funktionäre aussagen, wurde aber ebenfalls vom MfS massiv unter Druck gesetzt unter keinen Umständen seine Verbindungen zum MfS, die MfS-Devisengeschäfte und wahrscheinlich auch die über das MfS organisierte Sonderversorgung der Politbürosiedlung in Wandlitz preiszugeben. Der Nachfolger von Mielke, Schwanitz hatte sogar den Polizeischutz für Schalck-Golodkowski aufheben lassen. Er war quasi vogelfrei, saß zwischen allen Stühlen und fürchtete vom MfS gekidnappt und beseitigt zu werden. Deshalb hatte er sich am 3.12.1989 nach Westberlin abgesetzt. Dort fühlte er sich offenbar auch nicht sicher, sicherlich weil er als hoher MfS-Offizier und BKK-Chef von einigen Attentatsaktionen des MfS gegen abtrünnige Geschäftsführer von Partei- und Embargofirmen im Westen wusste. Golodkowski hat sich deshalb freiwillig in die JVA Moabit einweisen lassen und ist einige Tage später, als die Westberliner Justiz das Auslieferungsersuchen des DDR-Generalstaatsanwaltes ablehnte, nach München geflogen. In Bayern konnte er sich mit Unterstützung von ehem. Geschäftspartnern, welche vom Handel und den Geheimgeschäften mit dem BKK erheblich profitiert hatten, eine neue Existenz aufbauen. Er ist also sehr weich gefallen, im Gegensatz zu vielen anderen. Er war nach seiner Flucht bereit umfassend beim BND auszusagen unter der Bedingung, dass er über Beraterverträge dicke Kohle abkassiert, steuerlich privilegiert sowie versicherungs- und pensionsmäßig abgesichert wird.

Gruß Kalubke



Würdest Du das bitte mal mit Quellen belegen?


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#40

RE: Der kalte Krieg

in Bundesnachrichtendienst BND 24.02.2015 18:46
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #37
Er hat während seiner Aufenthalte in der BRD Kontakt mit Schäuble gehabt, und der deutete ihm an, dass er nach einem Übertritt mit rechtstaatlicher Behandlung rechnen kann. Als Golodkowski dann auf der Flucht war, ließ Schäuble keinen Direktkontakt mehr zu. Gleichzeitig hatte Golodkowski auch schon seine Fühler in Richtung Moskau ausgestreckt und sich von Bekannten einen Anfahrtplan zu einem GSSD-Militärstandort geben lassen, von dem aus er vermutlich ausgeflogen worden wäre. Auch die Variante Jugoslawien (Untertauchen bei ehem. Geschäftspartnern) war wohl eingeplant. Als ihn aber das MfS fallen ließ, kam Osteuropa für ihn nicht mehr in Frage. Fakt ist, der BND hätte ihn sicher unverzüglich aus Westberlin ausgeschleust, wenn eine Verbindung bestanden hätte und er hätte nicht während seiner mehrtägigen Odyssee durch Westberlin mit Knastselbsteinweisung offiziell verlauten lassen müssen, dass er als OibE und hochrangiger MfS-Offizier Gefahr für sein Leben sieht, wenn er nicht umgehend in Sicherheit gebracht wird.

Gruß Kalubke


Schalck wurde in der Zeit als der für ALLES VERANTWORTLICHE hingestellt. Es hatte nach seinen Angaben Angst um sich und seine Familie. Dies bezog sich jedoch auf seinen Aufenthalt in der DDR.
http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/DDRGes...ez_a__text.html


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