#1

Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 19:38
von GKUS64 | 1.605 Beiträge

Hallo erstmal,
ja heute ist man in vielen Dingen, berechtigt oder unberechtigt, sehr misstrauisch geworden. Zu meiner Grenzerzeit (1964/1965) war das nicht so. Na wahrscheinlich war man mit 20 auch noch relativ naiv und das Vertrauen untereinander war sehr groß, dass wir auch IM´s unter uns hatten, war mir nie bewusst, die Bezeichnung war mir auch völlig unbekannt.
Wir pflegten bis zum Ufz ein sehr offenes, vertrauensvolles Verhältnis. Im Dienst „schlenderten“ wir
locker nebeneinander her und erzählten uns alles Mögliche von Familie Politik usw. Unsere immer untereinander offen diskutierte Meinung war: wenn einer abhauen will, soll er es im Ausgang tun, damit sein „Mitläufer“ keine Konflikte bekommt, auf die Idee, dass solche Gespräche weitergeleitet werden könnten, sind wir nicht gekommen.
Bei der Nachtschicht am Bahnübergang Untersuhl/ Obersuhl betraten wir manchmal die Gleisanlagen und wenn wir "großes Glück" hatten, fanden wir mal eine Westillustrierte, die sehr ängstliche Reisende vor der Zugkontrolle in Gerstungen, aus dem Zug geworfen hatten. In einem Versteck wurden diese Zeitungen dann deponiert und das nächste Postenpaar wurde eingeweiht, sie freuten sich und hatten Lektüre.
Mit der leichtsinnigen Ablage des Spindschlüssels auf dem Schrank ,habe ich ja bereits berichtet (kam leider zu Kameradendiebstählen).
Wir haben weiterhin kleine Stern-Radios und Luftis, gut getarnt, mit zum Dienst genommen.
War unser vertrautes Verhalten nun Naivität (mir ist jedenfalls in meiner Zeit und in der Kompanie in US kein Fall von Verzinkung oder Verrat bekannt geworden) oder gab es in der o.g. Zeit noch andere Werte?
Was hattet ihr untereinander für ein Verhältnis?

MfG

GKUS64


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#2

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 19:47
von Gelöschtes Mitglied
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Ich denke mal in dem Alter ist noch eine gewisse Naivität dabei gewesen. Zu den meisten GWD hatte ich ein gutes Vertrauensverhältnis und keine Angst beim Grenzdienst. Es wurde über alles Mögliche und viel privates erzählt. Politische Gespräche habe in möglichst keine geführt. Auch mit den Offizieren bei den Streifenfahrten habe ich mich meist zwanglos unterhalten. Nur mit dem KC kam kein Gespräch zustande.

Vertrauen ist zwar gut und schön, aber alles hatte seine grenzen.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich in der kurzen Zeit doch einige gute Kumpel kennen und schätzen gelernt habe. Schade nur, dass man sich dann aus den Augen verloren hat.

Der Hesselfuchs


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#3

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 19:48
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Mal eine naive Frage von einem Outsider:
Waren die Wachtürme eigentlich verwanzt oder wurden die sonstwie abgehört? Hat man da mal was drüber gelesen? In so einer langen Schicht wurde doch bestimmt vieles beredet, was auch für die Organe interessant hätte sein können?


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#4

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 19:50
von Gelöschtes Mitglied
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Ich gehe nicht davon aus, dass die Türme verwanzt waren. Ob über das WSG auch andere außer der Füst heimlich mithören konnten weis ich nicht. Technisch ist das bestimmt möglich gewesen.

Der Hesselfuchs


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#5

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 19:52
von Hans55 | 762 Beiträge

Da gab es bei uns eigentlich keine Probleme! An Anschwärzen oder ähnlichen Dingen kann ich mich eigentlich nicht erinnern!
Zu den Leuten von der "Güst" hatten wir ein etwas unterkühltes Verhältnis!


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#6

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 20:00
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Die "Teams" auf den Türmen wechselten immer, richtig? Also war man immer mit neuen Leuten zusammen?


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#7

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 20:05
von Gelöschtes Mitglied
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Zur Zeit der Bataillonssicherung waren mehr Möglichkeiten der Postenzusammenstellung vorhanden. Auch die Abwechslung bei den PG war wesentlich größer. Aber bei der Kompaniesicherung kann ich mir schon vorstellen, dass man relativ häufig mit dem selben PF oder P auch noch ins selbe PG gekommen ist. Die Frage ist, ob da auch innerhalb der Züge getauscht wurde??

Der Hesselfuchs


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#8

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:00
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #7
Aber bei der Kompaniesicherung kann ich mir schon vorstellen, dass man relativ häufig mit dem selben PF oder P auch noch ins selbe PG gekommen ist. Die Frage ist, ob da auch innerhalb der Züge getauscht wurde??
Soweit ich das in Erinnerung habe, wurde nicht regel- oder planmäßig zwischen den Zügen getauscht. Nur wenn die Soll-Personalstärke (durch Urlaub, Krankheit o. ä.) es notwendig machte, wurde aus einem anderen Zug für eine Schicht zu- bzw. abkommandiert.
In einem Diensthalbjahr bin ich also nur mit ca. 10-12 Kameraden des jeweils anderen DHJ und den Unteroffizieren meines Zuges draußen gewesen. Dadurch kannte man sich eigentlich sehr gut. Man hat sich im Umgang mit dem Anderen auch zusammengerissen, weil man ja noch mit vielen weiteren "gemeinsamen Stunden" rechnen mußte.
Es wurde nicht Jedem alles erzählt (wie im Zivilleben auch), aber von Mißtrauen zerfressen wurde ich nicht.
Wirklich zu verbergen hatte ich nichts, von daher hab' ich mir auch keine Platte gemacht.

Ein einziges Mal bin ich etwas "deutlicher" geworden: die erste Schicht als EK mit einem "Glatten" (frisch aus dem Ausbildungsregiment).
Gleich nach dem Abspringen vom LO hab' ich ihm angedeutet, daß er sofort mit dem Gesicht auf dem Kolonnenweg liegt, falls in mir irgendwelche Zweifel an seinen "lauteren Absichten" oder seine Einsicht in die Hierarchie aufkommen.
Der Kollege hat artig-hilflos genickt ... und war immer ein überaus angenehmer Schichtpartner.
Da hab' ich im EK-Wahn und wegen mangelnder Erfahrung ein wenig über's Ziel hinausgeschossen ...
... aber wir haben's beide "überlebt".

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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#9

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:08
von utkieker | 2.912 Beiträge

Ein gewisses Misstrauen ist gut - zu viel Misstrauen macht griesgrämig und zehrt an den Nerven!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#10

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:13
von lichtetanne | 57 Beiträge

Zu neiner Zeit wurde als die neuen an die Grenze kamen erst einmal 4 Wochen alle Sachen die man imGebiet gemacht hat wie Büchse kochen und evtl mal einen Postentreff sein gelassen es wurde auch die volle Ausrüstung wie Handleuchtzeichen mit genommen zum Grenzdienst dann wurde sich unter den EK abgesprochen mit wem man was machen konnte oder mit wem man eben weiter Grenzdienst nach Vorschrift macht


lichtetanne war vom nov. 1979 bis april 1980 in eisenach zur grundausbildung in der 3. kompanie vom april 1980 bis april 1981 in der 2 grenzkompanie im 1.zug


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#11

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:14
von mibau83 | 819 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #6
Die "Teams" auf den Türmen wechselten immer, richtig? Also war man immer mit neuen Leuten zusammen?


wo hätte man denn diese ganzen "neuen leute" her nehmen sollen??

und weil es wieder mal um die türme geht. man muß da unterscheiden zwischen berlin und der grünen grenze.an der grünen waren die türme nur sporadisch besetzt, es sei denn sie waren an markanten punkten.


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#12

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:14
von UvD815 | 619 Beiträge

Zu der Frage - B Türme verwanzt - ab und zu verirrte sich mal eine Feuerwanze im Sommer in einen BT oder in einen Beo Bunker.

Viele B Türme wurden unregelmäßig besetzt. Die einzigsten Anschlüsse waren Elektrik für Suchscheinwerfer und Bahnheizkörper sowie GMN Anschluss.

Zudem wäre es ein Aufwand , jeden Postenpunkt im Abschnitt abzuhören, da es im GB nur ein Offizier der V 2000 gab. Man hätte dazu eine ganzen Zug 2000 für einen GB Abschnitt benötigt.

Ab Mitte der 80iger Jahre wurden B Türme mit einen MKS Magnet Kontakt Schalter versehen . Bei Öffnung konnte in der FÜST der KGSi eine Öffnung der Eingangstür B Turm sehen. Dieser MKS wurde über die GSZA geschaltet.

Ursache waren Fahnenfluchten von B Türmen u.a. an bestimmten POP , wie GÜSten, Bahngassen , etc.

Brachte aber nur die Erkenntnis, dass ohne Anmeldung und Erlaubnis der BT verlassen wurde. Bei Ziel der FF häufig zu spät


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.02.2015 21:17 | nach oben springen

#13

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:26
von UvD815 | 619 Beiträge

GKUS64, du kennst ja die Kalibahnstrecke nach Dankmarshausen durch den Untersuhler Abschnitt. Ich hatte häufig einen Posten mit auf Streife , der
häufig und viele Fragen stellte, dienstlich und privat.

Da ich in Dankmarshausen wohnte, wollte auch der neugierige Posten wissen, wie ich nach Hause fahre. Aus Scherz und in Vorahnung teilte ich mit,
dass ich in Gerstungen am Abzweig Untersuhl Baggerloch auf einen Kalizug sprang und bis Dankmarshausen durch den Abschnitt unmittelbar am
Zaun I entlang fuhr. Am Kindergarten / LPG Dankmarshausen sprang ich dann ab... so meine Geschichte...

Am Folgetag musste ich ins GB zum Hptm Ri. ( V 2000 ). Er kannte mich persönlich und belehrte mich, nicht mehr so häufig die Leute zu verarschen, da er jede Meldung ernst nehmen muss.

Für mich ein gutes Zeichen, wer mit mir nicht mehr auf Posten gehen sollte.

Übrigens fuhr ich offziell mit meiner TS 250 am Baggerloch - Werra - Allee Berka/W nach Dankmarshausen....

Soviel auch zum Vertrauensverhältnis untereinander


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#14

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:29
von Hapedi | 1.870 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #12
Zu der Frage - B Türme verwanzt - ab und zu verirrte sich mal eine Feuerwanze im Sommer in einen BT oder in einen Beo Bunker.

Viele B Türme wurden unregelmäßig besetzt. Die einzigsten Anschlüsse waren Elektrik für Suchscheinwerfer und Bahnheizkörper sowie GMN Anschluss.

Zudem wäre es ein Aufwand , jeden Postenpunkt im Abschnitt abzuhören, da es im GB nur ein Offizier der V 2000 gab. Man hätte dazu eine ganzen Zug 2000 für einen GB Abschnitt benötigt.

Ab Mitte der 80iger Jahre wurden B Türme mit einen MKS Magnet Kontakt Schalter versehen . Bei Öffnung konnte in der FÜST der KGSi eine Öffnung der Eingangstür B Turm sehen. Dieser MKS wurde über die GSZA geschaltet.

Ursache waren Fahnenfluchten von B Türmen u.a. an bestimmten POP , wie GÜSten, Bahngassen , etc.

Brachte aber nur die Erkenntnis, dass ohne Anmeldung und Erlaubnis der BT verlassen wurde. Bei Ziel der FF häufig zu spät





das haste ja ganz toll hingegricht . Abkürzungen über Abkürzungen . Geht nur die was an die sich da auskennen . Ellen lange berichte aber keine Lust zum schreiben . Danke

gruß Hapedi



Grenzläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.02.2015 21:37 | nach oben springen

#15

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:34
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Nein, Mißtrauen gab es von meiner Seite aus nicht. Kann natürlich sein, daß andere Kameraden da etwas vorsichtiger waren. Einzig die ersten ein oder zwei Wochen, nachdem wir EKs wurden und die Neuen mit uns liefen bzw. fuhren, war in uns eine gewissen Spannung vorhanden. Wußten wir doch nicht, was der eine oder andere neue so beabsichtigten. Das legte sich dann aber schnell. Während meiner Dienstzeit gab es im Regiment vier Fahnenfluchten, von denen zwei noch während meiner Zeit zurückkamen. Die FF schienen aber glimpflich verlaufen zu sein. Es gab jedenfalls keine Personenschäden. Auch über vermeintliche oder tatsächliche IMs unter uns machten wir uns keine Rübe, hatte doch keiner die Absicht zu verschwinden. Ansonsten viel offene Gespräche während des Dienstes. Bei einem Uffz. muß ich wohl zu viel von meiner politischen Meinung preisgegeben haben, denn er betrieb meine Aufnahme als Kandidat. Brachte mir zumindest zwei mal zwei Tage Sonderurlaub wegen Bürgschaften und sowas.
Eine ziemliche Gewissheit, daß wir auf dem Zimmer einen Zuträger haben musten, kam mir erst nach der Entlassung, als mir Verschiedenes mal durch den Kopf ging. Hatte es vor einiger Zeit schon mal geschrieben, als der KC die Tür zu unserem Zimmer aufriss, in dem wir gerade dösten, zielgerichtet auf mich zustüzte , die Bettdecke wegriss und mein illegales Radio konfiszierte, auf dem gerade der Deutschlandfunk eingestellt war. Woher wußte er das ? Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, ob kurz vorher ein Kamerad das Zimmer verlassen hatte, aber es muß wohl so gewesen sein. Naja, was dann folgte, Verhöre, Unterstellungen (ein mir unbekannter Offz war dabei) und das Verlangen, daß ich ähnliche Vorfälle melde. Da ich ablehnte, wurde ich darum gebeten wenigstens "darauf hinzuwirken", daß keine Westsender gehört werden. Wieder auf dem Zimmer, habe ich kein Hehl daraus gemacht, was von mir erwartet wurde und meine Kameraden hingewiesen, doch etwas vorsichtiger zu sein. Später habe ich eine Notitz dazu in meiner Stasiakte gefunden. Mehr war aber nicht.
Auf den BT, wie man damals unsere Hochsitze nannte, kann ich mir keine Wanzen vorstellen. Elt-Anschluss war allerdings schon dran, denn es stand ein Scheinwerfer auf dem Zwischenpodest.



zuletzt bearbeitet 04.02.2015 21:37 | nach oben springen

#16

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 21:38
von UvD815 | 619 Beiträge

Hallo Hapedi,

danke , dass du den Bericht gelesen hast. Anbei für alle Nichtgrenzer die Abkürzung zum Bericht :

POP - Postenpunkt
V 2000 - Verwaltung 2000 - MFS - Ministerium für Staatssicherheit ( auch Stasi )

GÜSt - Grenzübergangssstelle


FÜST - Führungsstelle

KGSi - Kommandeur Grenzsicherung

FF - Fahnenflucht

GB _ Grenzbattaillon

B Turm - Beobachtungsturm

Beo Bunker - Beobachtungsbunker

GMN - Grenzmeldenetz

GSZA - Grenzsignalzaunanlage

Ich hoffe, ich haben geholfen... obwohl ich keine Lust habe, hier zu schreiben. Denn ich will den toten Grenzhund nicht wecken, der begraben liegt....

Gruss UvD 815


Hapedi, damals wars und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.02.2015 21:40 | nach oben springen

#17

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 04.02.2015 23:39
von vs1400 | 2.364 Beiträge

Zitat von UvD815 im Beitrag #12
Zu der Frage - B Türme verwanzt - ab und zu verirrte sich mal eine Feuerwanze im Sommer in einen BT oder in einen Beo Bunker.

Viele B Türme wurden unregelmäßig besetzt. Die einzigsten Anschlüsse waren Elektrik für Suchscheinwerfer und Bahnheizkörper sowie GMN Anschluss.

Zudem wäre es ein Aufwand , jeden Postenpunkt im Abschnitt abzuhören, da es im GB nur ein Offizier der V 2000 gab. Man hätte dazu eine ganzen Zug 2000 für einen GB Abschnitt benötigt.

Ab Mitte der 80iger Jahre wurden B Türme mit einen MKS Magnet Kontakt Schalter versehen . Bei Öffnung konnte in der FÜST der KGSi eine Öffnung der Eingangstür B Turm sehen. Dieser MKS wurde über die GSZA geschaltet.

Ursache waren Fahnenfluchten von B Türmen u.a. an bestimmten POP , wie GÜSten, Bahngassen , etc.

Brachte aber nur die Erkenntnis, dass ohne Anmeldung und Erlaubnis der BT verlassen wurde. Bei Ziel der FF häufig zu spät



bist du dir da wirklich sicher?
bis ende meiner dienstzeit gab es in unserem gab nur druckschalter, was auch gut war.
denn man konnte noch selber entscheiden mit wem man frieren "wollte".

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#18

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 05.02.2015 07:47
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Bei der Kompaniesicherung bist du meistens nur mit denen raus mit den du auch auf Stube warst, hatte einen Vorteil man kannte sich nach kurzer Zeit wirklich gut
Ein mulmiges Gefühl war wenn du als Frischling erst mal eine Weile vor einigen Postenführern herlaufen musstest, war aber wirklich nur ganz am Anfang, dann ging alles auf normal und auch die Schlaferei war geregelt.
Man musste sich auch etwas auf die vorsiebenden Genossen verlassen, wer als Soldat unbedingt mit allen Mitteln rüber gewollt hätte der hätte das auch gemacht, da hattest du eigentlich keine Chance das zu verhindern außer halt du ziehst die Helden-Karte, aber wer wollte das schon.


GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.02.2015 07:52 | nach oben springen

#19

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 05.02.2015 08:56
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Das Vertrauensverhältnis innerhalb der Mannschaft war bei uns in Freienhagen gut.
Nach oben hin gab es aber kein Vertrauen.

Daß man in einer Schicht Vorgesetzten trotzdem persönliches erzählte, hat nichts zu bedeuten.
Man konnte sich die Gesprächspartner ja nicht raussuchen.
8 Stunden Schweigen wurde nur im Ausnahmefall bewußt vollzogen. Ansonsten hält das ja Keiner aus, ohne verrückt zu werden.

Ergo hat man sich auch mit Leuten unterhalten, denen man normalerweise aus dem Weg gegangen wäre.
Aber selbst wenn es privat wurde, hat man nicht alle Gedanken offenbart.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#20

RE: Das Vertrauensverhältnis der Grenzer untereinander

in Mein Grenzer Tagebuch 05.02.2015 09:29
von Gelöschtes Mitglied
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Ich kann zwar nicht nachvollziehen, ob da mal einer gepfiffen hat, aber ich habe mich bei meinen ersten Eindrücken die ich von jemanden hatte nie getäuscht.

Das Verhältnis zu den Kameraden war schon durch die möglichen Risiken ein ganz anderes als zu den Arbeitskollegen. Auch der ständige Umgang mit den Kameraden war ja nicht mit den Arbeitskollegen zu vergleichen, die man ja nur 5 Tage in der Woche für 8 bis 10 Stunden um sich hatte.

Der Hesselfuchs


Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
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