#181

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 05:54
von KID | 234 Beiträge

1. Viermaechtestatus von Berlin war heilig. Sogar der offizielle Titel der US-Botschaft wurde dadurch abgefaerbt: "Die Botschaft der vereinigten Staaten von Amerika ZU der DDR IN Berlin".

2. Ich kann mich noch an ein Paar Gespraeche der Marines erinnern, als es um Asylsuchende ging. Es kann sich auch um den beschrieben Fall gehandelt haben. Da hiess es immer, man musste diese Menschen laut Befehl wieder auf die Strasse zwingen. Es ging dabei nicht nur um eventuelle Provokationen, sondern vielmehr um diplomatische verstrickungen zu vermeiden.

Ich sass in Leavenworth mit einigen 'naiven' Soldaten/Matrosen, die meinten, sie koennten ohne Weiteres Kontakt zu den Russen aufnehmen. Dabei ging es meistens um unerlaubtes Telefonieren mit der sowjetischen Botschaft bzw. mit dem Konsulat. Das Ergebnis? Ein Luftwaffenangehoeriger bot seine Dienste in Form SR-71 Plaene, usw. an. Er traf sich dann mit einem als KGB-Agenten getarnten FBI-Mann. Er erhielt eine Strafe von 25 Jahren. Drei Matrosen versuchten Aehnliches mit der Botschaft. Einer hatte Zugang an VS, der Zweite machte den Anruf, der Dritte sollte Kurier spielen. Alle drei erhielten 20 Jahre, ohne das VS ueberreicht wurde. Allein die Botschaft betreten war dem Selbstmord gleich. 20 Jahre war fuer viele die sogenannte Einheitsstrafe fuer Spionage. Weniger wirkt nicht als Abschreckung, meint die Armee, und mehr bringt den Spion nicht zum Reden.

Jens


Pitti53, kassberg, Harzwanderer, RudiEK89, ABV, diefenbaker, Kalubke, Alfred, EK87II, Waldmeister und Mart haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#182

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 07:29
von Sperrbrecher | 1.650 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #179

Eventuell sollte man mit in Erwägung ziehen,dass der in die US-Botschaft geflüchtete Seemann Klunder von der "Rudolf Diesel" sich im Besitz gültiger Reisepapiere der DDR befand und keine erschwerenden Delikte wie Fahnenflucht,Geheimnisverrat beging.Also lediglich eine Republikflucht über ein Drittland....
Das hätte auch über jede andere diplomatische westliche Einrichtung im Ausland so funktioniert.

Bei der bundesdeutschen Vertretung wäre ich mir da nicht so ganz sicher.

Wie verschiedenen Katastrophenfällen bekannt geworden ist, haben sich die deutschen Vertretungen nicht besonders beeilt, ihren Landsleuten Hilfe angedeihen zu lassen. Da waren dann andere europäische Auslandsvertretungen wesentlich effektiver.

Wie ich aus persönlicher Erfahrung weiß, ist es nicht unbedingt einfach, so ohne weiteres Zutritt zu deutschen Vertretungen im Ausland zu erlangen. Da muss man zunächst den aus Ortskräften bestehenden Wachen detailliert erklären, was man in der Vertretung will. Entsprechende Sprachkenntnisse sind da unabdingbar, Deutsch reicht da keinesfalls aus. Bei nicht vorhandenen Sprachkenntnissen in der Landessprache kann es da Schwierigkeiten geben.

Ich hoffe, dass ich niemals in die Situation komme, Hilfe oder Beistand einer deutschen Auslandsvertretung in Anspruch nehmen zu müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht in allen deutschen Vertretungen so verfahren wird, wie ich es in Sri Lanka erlebt habe.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 02.04.2015 07:40 | nach oben springen

#183

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 08:31
von Schakal | 271 Beiträge

Soll ja damals auch ein paar Unbedarfte gegeben haben, die im (Ost-) Berliner " Internationalen Handelszentrum" versucht haben um Asyl zu bitten..

Schlimm genug, dass ein sogenannter Sozialistischer Staat seine Bürger soweit treibt, dass sie ihr Leben oder zumindest ein paar Jahre Knast in Kauf nehmen, um das Land zu verlassen.

Wie hier schon oft geschrieben wurde "Gott sei Dank ist der Spuk vorbei !"


--- Ex oriente lux.---
nach oben springen

#184

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 10:42
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #182
Zitat von seaman im Beitrag #179

Eventuell sollte man mit in Erwägung ziehen,dass der in die US-Botschaft geflüchtete Seemann Klunder von der "Rudolf Diesel" sich im Besitz gültiger Reisepapiere der DDR befand und keine erschwerenden Delikte wie Fahnenflucht,Geheimnisverrat beging.Also lediglich eine Republikflucht über ein Drittland....
Das hätte auch über jede andere diplomatische westliche Einrichtung im Ausland so funktioniert.

Bei der bundesdeutschen Vertretung wäre ich mir da nicht so ganz sicher.

Wie verschiedenen Katastrophenfällen bekannt geworden ist, haben sich die deutschen Vertretungen nicht besonders beeilt, ihren Landsleuten Hilfe angedeihen zu lassen. Da waren dann andere europäische Auslandsvertretungen wesentlich effektiver.

Wie ich aus persönlicher Erfahrung weiß, ist es nicht unbedingt einfach, so ohne weiteres Zutritt zu deutschen Vertretungen im Ausland zu erlangen. Da muss man zunächst den aus Ortskräften bestehenden Wachen detailliert erklären, was man in der Vertretung will. Entsprechende Sprachkenntnisse sind da unabdingbar, Deutsch reicht da keinesfalls aus. Bei nicht vorhandenen Sprachkenntnissen in der Landessprache kann es da Schwierigkeiten geben.

Ich hoffe, dass ich niemals in die Situation komme, Hilfe oder Beistand einer deutschen Auslandsvertretung in Anspruch nehmen zu müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht in allen deutschen Vertretungen so verfahren wird, wie ich es in Sri Lanka erlebt habe.


Denke,Du sprichst eher über aktuellere Verhaltensweisen von bundesdeutschen diplomatischen Auslandsvertretungen.
Zu dem angeführten Beispiel 1976 kann ich aus eigener Erfahrung ergänzen,dass es damals eher unproblematisch war als deutscher Staatsbürger(Ost) schnelle und unbürokratische Hilfe einer bundesdeutschen Botschaft/Konsulat zu bekommen.Ähnlich verhielt es sich mit anderen westlichen diplomatischen Einrichtungen.Nicht unbedingt vorteilhaft war es in manchen Ländern sich gegenüber dem inländischen Wachpersonal zu seinen Fluchtabsichten zu äussern.Der sicherste Weg war es vorher telefonischen Kontakt aufzunehmen,einen Brief einstecken zu lassen bzw. mit irgendeiner Person des Botschaftspersonals Kontakt aufzunehmen.Es gab aber noch etliche andere Möglichkeiten Verbindung herzustellen um seine Flucht über diesen Weg zu realisieren.Gerne mehr.Ist hier aber OT.

seaman


zuletzt bearbeitet 02.04.2015 10:56 | nach oben springen

#185

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 11:55
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von Schakal im Beitrag #183
...

Schlimm genug, dass ein sogenannter Sozialistischer Staat seine Bürger soweit treibt, dass sie ihr Leben oder zumindest ein paar Jahre Knast in Kauf nehmen, um das Land zu verlassen.

Wie hier schon oft geschrieben wurde "Gott sei Dank ist der Spuk vorbei !"


Dann stifte mal eine Kerze, dass es so bleibt!

Die Praxis des Passentzuges ist doch wieder im Kommen und die Gründe dafür können schnell erweitert werden.

Gruss Wolfgang



nach oben springen

#186

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 12:27
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #178
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #166
I

[...]

P.S. Hat eigentlich die Sowjetunion in irgendeiner Weise die US-Botschaft in Ost-Berlin mitbe- oder überwacht? Das war ja eigentlich ein Ding unter den Alliierten?


Lies mal das Buch von @KID "Against All Enemies". darin hat er beschrieben, dass die HA III des MfS unter der Legende, dass ein Stück Tunnel der Nord-Süd S-Bahn in der Neustädtischen Kirchstr. erneuert werden musste, die Telefonleitung zwischen der US-Botschft in Ostberlin und dem US-Konsulat in Westberlin angezapft hatte. @KID musste die Telefongespräche übersetzen und auswerten. Darunter war allerlei Kurioses, z.B. dass die US-Botschaft mal von lybischen Agenten observiert wurde und der Botschaftsbeamte während eines Gespräches nach Westberlin sich ausdrücklich an seine ostdeutschen Mithörer wandte und die Autonummer des verdächtigen Autos. durchgab. Vieleicht ist die Story ja bis zu @ABV ins Wachkommando durchgedrungen.


Gruß Kalubke



wenn sich das rotmarkierte auf die Zeit kurz vor dem Labelle-Attentat bezieht, dann kann ich die Frage mit einem klaren Ja beantworten.
Aber darauf komme ich noch genauer zurück.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#187

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 14:47
von Hans | 2.166 Beiträge

Mahlzeit, Gemeinde,.......
darin hat er beschrieben, dass die HA III des MfS unter der Legende, dass ein Stück Tunnel der Nord-Süd S-Bahn in der Neustädtischen Kirchstr. erneuert werden musste, die Telefonleitung zwischen der US-Botschft in Ostberlin und dem US-Konsulat in Westberlin angezapft hatte.
Genau genommen wurde der Notausstieg NA 8 in der Neustädtischen Kirchstraße, auf dem Botschaftsparkplatz, repariert. (Umgebaut, neue Ausstiegstreppe und neue Abdeckung, deshalb auch neue "Einfassung" )
Dieser:
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#188

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 15:00
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #186


wenn sich das rotmarkierte auf die Zeit kurz vor dem Labelle-Attentat bezieht, dann kann ich die Frage mit einem klaren Ja beantworten.
Aber darauf komme ich noch genauer zurück.

Gruß Uwe


Hab nochmal bei @KID nachgelesen: Ja, das hat er im Zusammenhang mit dem "La Belle"-Attentat geschrieben. Also muss das 1986/87 gewesen sein. Der das Telefonat führende Sicherheitsoffizier der US-Botschaft Dave S. hat am Nummernschild erkannt, dass das verdächtige Auto ein Diplomatenfahrzeug des Lybischen Volksbüros war. Wer sich noch erinnert, die Lybische Botschaft (weiß/grün angestrichenes Gebäude) war in der Hermann-Duncker Str. (heute Treskowallee) in Berlin-Karlshorst.

Gruß Kalubke



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.04.2015 15:12 | nach oben springen

#189

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 02.04.2015 15:34
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich schreibe gerade an der Fortsetzung und werde darüber noch berichten. Nur so viel vorab: Kurz vor dem Attentat haben wir die Weisung erhalten, auf ein Fahrzeug mit (West)-Berliner Kennzeichen zu achten. In diesem Fahrzeug sollen sich arabisch aussehende Männer befinden. Wenn dieses Fahrzeug vor einem Objekt der Amerikaner, also auch der unter anderem von US-Diplomaten bewohnte Block in der Leipziger Straße, auftaucht, sollten wir sofort dem Diensthabenden Meldung erstatten.
Den Grund der Weisung erfuhren wir damals nicht. Es klang aber alles sehr ernst!

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#190

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 03.04.2015 20:37
von KID | 234 Beiträge

Hallo Freunde,

Vielleicht ein bisschen OT, aber was soll's?

Ich hatte 1988 (evtl. 1989) mit einem Fall zu tun gehabt, als ich damals die Botschaft abhoerte. Bei diesem Fall bleiben mir bis heute alle Antworten aus.

Die Fakten: Irgendwann kam ein Mann ungehindert in die US-Botschaft. Dieser weiste sich in der Botschaft als US-Amerikaner aus. Durch die abgehoerten Gespraeche mit der US-Mission kam zusammen, dass dieser Mann Volkspolizist war. Soweit ich mir alles in Erinnerung habe, war er entweder Oberstleutnant oder Oberst (Glaube OL). Dieser war im Raum/Bezirk bzw. in der Stadt Leipzig taetig, hatte dort auch Frau und Kinder. Er kam irgdenwann in die DDR, wahrscheinlich als diese noch die SBZ war.

Ich hoerte natuerlich mit gespitzten Ohren zu.

Als sich diese Drama entfaltete, kam es einmal dazu, dass ich diese Stimme dieses Mannes hoeren durfte, und zwar als der Chef der Konsularabteilung ein Telefongespraech mit der Mission fuehrte. Im Hintergrund sprach der Mensch ab und zu ein Paar Worte zur Klaerung der Fragen der Mission. Sein Akzent war tatsaechlich ausgesprochen 'Leipsch'. Ich notierte den Namen dieses Herrn (habe ich noch heute im Kopf!) and leitete den Bericht weiter.

Endfazit des Gespraeches: Der Mann moechte endlich nach Hause. (Nach Hause, dachte ich?)

Soweit ich weiss, wurde dem Mann einen Pass ausgestellt, wonach er dann tatsaechlich ausreiste.

Ich erwaehnte diesen Fall auch in meinem Buch, fand es aber ausgesprochen ironisch, dass zwei Stellen geschwaerzt ist! Ich gebe ehrlich zu, dass mir die ganze Sache auch damals irgendwie suspekt vorkam. Doch als mein Manuskript zensiert zureuckgegeben wurde, gab es keinen Zweifel mehr.

Meine Frage an unsere Experten im Forum: Gibt es jemanden, der je von diesem Fall gehoert hat?

Der Mann hiess: ED H. (Den Klarnamen darf ich nicht schrieben)

Jens


Kalubke und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#191

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 03.04.2015 20:58
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo KID,

nie was gehört.

Eigentlich hatte sich die Botschaft der USA nach 1984 gegen solche "Auswanderungen" ausgesprochen.

Es müsste sich doch was finden lassen, so viele Angehörige der VP mit Dienstgrad Oberst / OSL gab es ja nun nicht im Raum Leipzig.


nach oben springen

#192

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 04.04.2015 10:56
von Turmwache | 293 Beiträge

Hallo Kid,
Ein wenig erinnert mich die Geschichte zu Deiner Namensveränderung an John Heartfield, sein Foto war in den DDR-Schulbüchern abgebildet, leider habe ich keins mehr aus der Zeit bis 1972.
http://www.heartfield.de/ Hierzu habe ich mir für dieses Jahr einen Besuch vorgemerkt..
.(sorry war abschweifend vom Thema)


nach oben springen

#193

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 19:11
von ABV | 4.202 Beiträge

Auf Standposten vor der schwedischen Botschaft


Am 28. Februar 1986 fiel der damalige schwedische Ministerpräsident einem Attentat zum Opfer. Das Echo der Schüsse von Stockholm hallte bis ins Wachkommando Missionsschutz und blieb nicht ohne Folgen für die Sicherheitslage an der schwedischen Botschaft. Nacht für Nacht musste jetzt ein Standposten vor dem Eingang der Mission Wache stehen.

An einem Samstag, vor der Zwölf-Stunden-Nachtschicht, kam Leutnant Schöning auf mich zu: „ Genosse Bräuning, ich bin mit ihren bisherigen Leistungen im Praktikum sehr zufrieden“, schmalzte der Offizier ungewohnt larmoyant. Bei mir klingelten sofort alle Alarmglocken. Zu Recht, denn der „WAL“ lies sofort die Katze aus dem Sack: „ Zum Zeichen der Anerkennung darfst du heute den Posten vor der schwedischen Botschaft übernehmen. Selbstverständlich alleine!“

Schöning meinte durchaus was er sagte. Auch wenn sich ein unvoreingenommener Leser fragen könnte, welchen Job einem WKM-Posten erwartete, wenn der Chef mal nicht zufrieden mit ihm war. Standposten, noch dazu für eine ganze Nacht, ist ja nun nicht wirklich eine Auszeichnung. Außer man ist wie ich erst zweiundzwanzig Jahre alt, naiv und heißspornig. Als solcher empfand ich den nächtlichen Schutz der schwedischen Botschaft, noch dazu vor dem Hintergrund des Palme-Attentates, tatsächlich als einen ungeheuren Vertrauensbeweis. Lacht nicht, so war ich eben.

Die Botschaft des Königreiches Schweden in der DDR, befand sich in der Karl-Marx-Straße. Genau gegenüber der „ Wache Mitte“. Quasi im Sichtfeld Leutnant Schönings. So groß schien das in meine Person gesetzte Vertrauen wohl doch nicht zu sein.

Gleich nach der Einweisung trabte ich voller Elan zur Botschaft. Die Arme auf dem Rücken verschränkt, stellte ich mich vor die Eingangstreppe. Wohin jedoch mit all dem Elan, wenn man nichts weiter zu tun hat, als auf einer Treppe zu stehen?
18:30 Uhr, erst in sechs Stunden würde ich die erste Pause einlegen können.

Der am Tage dahin plätschernde Touristenstrom verebbte mehr und mehr. Ein unheimlich klug aussehender, wie ein Professor aussehender älterer Herr kam hilfesuchend direkt auf mich zu. „ Guten Abend Herr Wachtmeister“, sprach er mich „ auf schwäbisch“ an, „ Sie sind meine Rettung! Die ganze Zeit bin ich auf der Suche nach der Wilhelm-Straße. Aber wohin auch gehe, treffe aber immer wieder auf die Karl-Marx-Straße.“

Hilflos, geradezu deprimiert, schlug der Schwabe einen Berliner Stadtplan auf. „ Wissen Sie, ich interessiere mich brennend für die Geschichte Berlins. Mir wurde ein Besuch der historischen Wilhelm-Straße von meinen Kollegen daheim eigens ans Herz gelegt. Jetzt finde ich sie aber nicht!“
Ebenso hilfsbereit wie ahnungslos, nahm ich den Stadtplan in die Hand. „ Wilhelm-Straße? Ähm, Sind Sie sicher das die Wilhelm-Straße in diesem Berlin liegt?“

Damit hatte ich den ohnehin schon irritierten Schwaben noch mehr verwirrt. „ Gibt es denn noch ein Berlin?“
Sollte ich mich jetzt auf eine politische Grundsatzdiskussion einlassen? Natürlich nicht! „ Ich meine natürlich Westberlin“, erwiderte ich versöhnlich. „ Ja, ja, ich weiß schon was Sie meinen, junger Mann. Aber die Wilhelm-Straße befindet sich definitiv in Ostberlin! Wir sind doch in Ostberlin?“

Lange Rede, kurzer Sinn: weder der eifrige schwäbische Geschichtsforscher noch der von mir verkörperte unbedarfte junge Volkspolizist auf der Treppe der schwedischen Botschaft ahnten, dass sie mitten auf der Wilhelm-Straße standen. Blöd nur, dass diese nach dem Zweiten Weltkrieg in Karl-Marx-Straße umbenannt wurde. Nach der Wiedervereinigung hat die Straße übrigens den ursprünglichen Namen wieder zurückbekommen.
Wer heute dort Streife läuft dem bleibt zu wünschen, dass sich niemand nach der Karl-Marx-Straße erkundigt. Die Wirrungen deutscher Geschichte spiegeln sich nirgends anschaulicher wieder, als in den von Umbenennung betroffenen Straßennamen.

Als nächstes traf ich auf eine Gruppe japanischer Touristen. „ Hallo Constable. We are searching the wall“, fragte mich der Kamerabehangene Tourist aus dem Lande Nippons. „ The wall?“ Gott sei Dank hatte ich in der Schule Englisch, so dass ich, ganz Weltmännisch, den Zeigefinger auf das graue Ungetüm das sich kaum hundertfünfzig Meter entfernt von der Abenddämmerung abhob, weisen und „ Look, this is the wall“, sagen konnte.
„ This ist the wall?“ Meine Antwort , aber wohl noch viel mehr der eher unscheinbare Anblick des „bekanntesten deutschen „Bauwerks des 20.Jahrhunderts“, enttäuschte den Japaner sichtlich.
Was hatte der denn erwartet? Die kommenden Stunden passierte erstmal nichts. Außer das es immer kälter wurde. Zeit genug, um über mich und meinen Job beim WKM nachzudenken.

Noch war ich voller Eifer. Obwohl mein naives Weltbild in den ersten neun Monaten meiner Zugehörigkeit zur Volkspolizei einige Kratzer erlitten hatte. Wozu das Leben im Wohnheim, der Kontakt zu vielen anderen Polizisten, nicht unwesentlich beitrug.

Erst vor wenigen Tagen war ich zusammen mit Ulli zu einem Umtrunk in eine der Nachbarwohnungen eingeladen worden. „ Eines sage ich euch gleich ihr Pappnasen“, erklärte ein schmierbäuchiger Mittdreißiger zur Begrüßung, „ wir gucken hier nur Westfernsehen. Ihr habt doch kein Problem damit?“

Die Frage klang eher wie eine, den unausgesprochenen Satz – Haltet ja die Schnauze darüber- beinhaltende Drohung. Der Schmierbauch baute eine Batterie voller Bierflaschen vor uns auf. Nach und nach gesellten sich andere Mitbewohner dazu. Je besoffener die Polizisten wurden, desto mehr schimpften sie über den Dienst im WKM, die Vorgesetzten und die SED. Hätte ich es nicht besser gewusst, wäre ich nie auf den Gedanken gekommen mitten unter Volkspolizisten zu sein.

Der Alkohol lockerte nicht nur die Zungen, er wirkte gewissermaßen als Indikator für gewaltigen, Monate oder Jahrelang angestauten Frust.
Gegen Mitternacht schwankten wir in unsere Bude. Am nächsten Tag stand Politunterricht auf dem Plan. Nach wenigen Stunden Schlaf wälzte ich mich aus dem Bett. In meinem Schädel dröhnte ein Hammerwerk. Weder eiskaltes Wasser aus der Leitung, noch die heruntergewürgte Spalt-Tablette aus Ullis Reiseapotheke schafften Abhilfe.

Ein kurzer Blick in die Küche verriet den „ hohen nächtlichen Pegelstand“. Anscheinend hatte einer von uns beiden in der Nacht noch Hunger bekommen, dabei jedoch die Handlungsabläufe verwechselt. Papier und massenhaft Eierschalen lagen im Kühlschrank, während Brot und Wurst den Papier

Völlig bleich schleppten wir uns zur S-Bahn. Gegen 09:00 Uhr begann der von einem im Dienst ergrauten Hauptmann gehaltene Politunterricht. Thema: „ Die Nikaragua-Politik der USA“.
Beim Politunterricht saßen die Praktikanten stets ganz vorn in der ersten Reihe. Den Grund brauche ich wohl nicht zu erläutern. Mir ging es inzwischen immer schlechter. Bitterer Speichel sammelte sich in meiner Mundhöhle, während mein Mageninhalt „Fahrstuhl spielte“. Jetzt bloß nichts anmerken lassen!
„ Versucht um Himmels willen möglichst durch die Nase ein und auszuatmen. Ihr stinkt ja wie eine Horde Seemänner nach dem Landgang“, zischte warnend einer der Gruppenführer.

Alkohol im Dienst, dass geht nun wirklich nicht. Schon gar nicht bei Praktikanten. Politunterricht gehörte nun einmal zum Dienst dazu.

Den Unterricht hielt ein älterer Hauptmann ab. Unzählige Falten , die Folge ebenso unzähliger Zigaretten, durchfurchten das Antlitz des Offiziers . Starke Raucher unter den Politniks galten als Garanten für regelmäßig einzulegende Pausen. Während sich Nichtraucher schon einmal längere Zeit im Thema verlieren konnten.

Offenbar hatte das viele Nikotin bereits die Geruchsnerven des Genossen Hauptmann irrereparabel ruiniert, denn er nahm an der ihm entgegen wehenden „ strammen Fahne“ keinerlei Anstoß.

Das Thema des Politunterrichtes lautete : „ Wie gefährdet die Politik der USA den Weltfrieden?“
Dieses ohnehin schon inflationär behandelte Thema konnte wirklich nur im Suff ertragen werden. An normalen Tagen wäre mir hundertprozentig die passende , als Antwort getarnte Phrase eingefalllen. An diesem Tag versagte mein Gehirn bereits bei dieser Minimalleistung.

Der Genosse Hauptmann holte rhetorisch und historisch weit aus. Von der Dezimierung der Nordamerikanischen Indianerstämme über die Annexion von Teilen Mexikos, den 1. Und 2. Weltkrieg und dem Atombombenabwurf von Hiroshima, landete er irgendwann bei den Contras in Nikaragua.

Zur Erleichterung aller, gönnte sich der Referent danach erstmal eine Zigarettenpause.

Ich hielt mich dabei mühevoll am Stuhl fest, während Ulli regelrecht in sich zusammensackte. Unglaublich, aber der Kerl schlief wie ein Baby!
Fünfzehn Minuten später sabbelte der Hauptmann, dabei immer wieder Abschnitte aus dem „ Neuen Deutschland“ zitierend, weiter.

Mein Blick ging immer wieder nach draußen. Ironischerweise über die nahe Mauer, direkt in den nicht viel weiter entfernten „Westen“. Der Politunterricht fand im Schulungsraum der Wache, im zweiten Stockwerk statt. Von dort hatte man, wie im Speisesaal, bekanntlich einen schönen Blick nach Westberlin. Quasi ein Akt von unfreiwilliger Ironie.

Dann kam es wie es kommen musste: Der nikotingelbe Zeigefinger des Hauptmanns wies in meine Richtung. „ Hier, Sie da Genosse Wachtmeister, erklären Sie doch mal mit eigenen Worten wie die Unterstützung der gegen die fortschrittliche Sandinistenregierung unter Daniel Ortega kämpfenden reaktionären Contras den Weltfrieden in Gefahr bringt.“

Ach du Scheiße! „ Oh ja, also ich würde sagen“, stammelte ich, krampfhaft nach den passenden Worten suchend, „ also ich würde sagen, diese Unterstützung der äh….. Contras, äh gefährdert den Weltfrieden ganz schön.“

Dem Offizier fiel die Kinnlade herunter. Grimmig, sichtbar in höchstem Maße unzufrieden, wiederholte er meine letzten Worten.
Um dann Kopfschütteln zu konstatieren: „ Da werden jeden Tag tausende Angehörige des nikaraguanischen Brudervolkes von der Reaktion hingemetzelt. Und diesem Genossen Wachtmeister hier, wie ist doch gleich ihr Name?“ „ Bräuning“, antwortete der in meiner Nähe sitzende FDJ-Sekretär der Wachabteilung, statt meiner, eilfertig. Arschloch, dachte ich wütend.

Der Hauptmann beendete den angefangenen Satz im Ton eines Anklägers: „ Und diesem Genossen Wachtmeister Bräuning fällt darauf nichts weiter ein, als ganz schön zu sagen.“

Nach der nächsten Zigarettenpause entdeckte er endlich den immer wieder wegsackenden Ulli. Den ich voller Verzweiflung, wenn auch vergebens, immer wieder zu wecken versuchte.

Jetzt fiel der Offizier „ völlig vom Glauben ab“: „ Wir reden hier über das ernsthafteste Thema das es in unserer Zeit gibt, die Gefährdung des Weltfriedens durch die verbrecherische Politik der USA und dieser Genosse Bräuning gönnt sich hier erstmal in aller Ruhe ein Schläfchen!“
Wie bitte? He Hallo, wer ist denn hier besoffen? Du oder ich? Ich bin der Genosse Bräuning! Der hier neben mir schlummert, dass ist der Oberwachtmeister der VP Ulli.
Das sagte ich natürlich nicht. Ich dachte es nur, weil es dem Hauptmann, der mich kurz zuvor wegen der ihm nicht befriedigenden Antwort abgekanzelt hatte, wohl selbst am besten wissen musste.
Wusste er aber nicht. Zornig notierte der Offizier meinen Namen und den Dienstgrad. Offenbar in der Absicht, meinen Vorgesetzten Bescheid zu geben.

Konsequenzen hatte dieser, die gesamte Wachabteilung noch lange belustigende Vorfall jedenfalls nicht. Möglicherweise litt der Hauptmann bereits an einer milden Form der Demenz. Zuviel blauer Dunst soll ja gelegentlich das Hirn vernebeln.
Geschichten wie diese lockerten die Eintönigkeit des Wachdienstes auf. Feixend stellte ich mir noch einmal das zornige Faltengesicht vor.

Ich schaute auf das Ziffernblatt meiner „Ruhla-Uhr“. Der Uhr mit zwei Steinen, wie übelmeinende Mitmenschen zuweilen, ungerechterweise sinnierten: „ einem zum drauflegen und einen zum draufschlagen.“
Alles Quatsch! Meine Uhr ging auf die Minute genau. Eine Stunde noch, dann würde auch dieser Tag in die Geschichte eingegangen sein. Damit rückte die erste Pause immer näher. Pause, das bedeutete frischen Kaffee, dazu ein Spiegelei oder eine Bockwurst im Speisesaal.

Hatte ich mir so den Polizeidienst vorgestellt? Stundenlang auf einer Treppe stehen, den Pausenkaffee als einzige Abwechslung herbei sehnend. Kaum etwas von dem Unterrichtsstoff der VP-Schule Neustrelitz fand beim WKM Anwendung. Dafür wusste ich jetzt, was ein KfZ-Zettel ist. Jenes mit einer Phantasieüberschrift versehene Dokument, in der die Posten An und Abfahrt bestimmter Diplomaten, im Widerspruch zur „ Wiener Konvention“, akkribisch notierten.

Bis zu meiner Rente wollte das Prozedere jedenfalls nicht durchziehen. Die Wachtmeisterdienstgrade bei der VP gingen bereits mit sechzig Jahren in den Ruhestand. Davon trennten mich jedoch noch beinahe vier Jahrzehnte. Eine Menge Zeit, um mich zur „ richtigen Volkspolizei“ versetzen zu lassen. Dieser Gedanke tröstete mich ein wenig.

Kurz vor Mitternacht fuhr ein lichtgrauer Lada vor. Dem Auto entstiegen zwei durchtrainierte junge Männer. Sie wünschen mir einen „ Guten Abend“, zückten den „ Klappfix“ genannten Dienstausweis des MfS, schlossen wortlos die Eingangstür der Botschaft auf und verschwanden im Innern des Hauses.

Was war das denn? Durfte die Staatssicherheit Nachts Botschaftsgebäude, mithin exterritoriales Gebiet, betreten?
Offenbar ja. Mir fehlte aus begreiflichen Gründen der Schneid, den Männern das Betreten des Hauses zu verweigern. Wer wollte sich schon mit dem MfS anlegen?

Anschließend erfuhr ich von einem älteren Wachtmeister, dass das MfS tatsächlich in einigen Botschaften nach dem rechten schaute. Mehr konnte mir der gestandene Volkspolizist allerdings nicht mitteilen. Über die Hintergründe einer MfS-Aktion erfuhren die subalternen VP-Dienstgrade gewöhnlich nichts. Es war eben so und fertig!

Endlich konnte ich meine wohlverdiente Pause antreten. Fourier Manne zauberte mir duftendes Rührei. Drüben in Westberlin, kaum mehr als einen Steinwurf vom Fenster des Speiseraums entfernt, rollte, ungeachtet der späten Stunde, noch immer der Verkehr. Ich schaltete das Radio am Thresen ein. „ Stimme der DDR“ sendete Tanzmusik. „ Live is live“ erklang es aus dem Lautsprecher des von einem leichten Fettfilm überzogenen Gerätes. „ Live life“, war nicht nur der Titel eines zu jener Zeit beliebten Musiktitels. Nein, dieser Slogan besaß durchaus Potential um zu meinem ganz persönlichen Lebensmotto zu werden.

Fortsetzung folgt


Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


EK87II, IM Kressin, Elch78, RudiEK89, Lutze, GKUS64, seaman, Rothaut, Udo, Heckenhaus und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#194

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 19:29
von Elch78 | 501 Beiträge

Wieder eine prima Geschichte - danke!

Und noch was gelernt dabei:
" Starke Raucher unter den Politniks galten als Garanten für regelmäßig einzulegende Pausen. Während sich Nichtraucher schon einmal längere Zeit im Thema verlieren konnten.

Stimmt!

Und bescheuerte Antworten auf bescheuerte Fragen zu geben, ist nicht erst ein Kennzeichen unserer Zeit:
„Oh ja, also ich würde sagen“, stammelte ich, krampfhaft nach den passenden Worten suchend, „ also ich würde sagen, diese Unterstützung der äh….. Contras, äh gefährdert den Weltfrieden ganz schön.“

Danke, daß Du uns auch noch einmal die Atmosphäre solch politisch-ideologischer Bildungsveranstaltungen lebhaft in Erinnerung gerufen hast!

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#195

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 19:36
von Lutze | 8.028 Beiträge


war das wirklich so außergewöhnlich,
als Polizist alleine vor einer Botschaft oder der
Bundesdeutschen Vertretung zu stehen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#196

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 19:40
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #195

war das wirklich so außergewöhnlich,
als Polizist alleine vor einer Botschaft oder der
Bundesdeutschen Vertretung zu stehen?
Lutze


Nein, aber der für die Bewachung der schwedischen Botschaft zuständige Posten " betreute" noch zwei andere Objekte. Der Standposten wurde erst nach dem Palme-Attentat eingerichtet.
Vor der Ständigen Vertretung stand nie ein einzelner Posten. Jedenfalls nicht vor 1990. Wie es in der Endphase der DDR dort aussah, entzeigt sich bislang meiner Kenntnis.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#197

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 19:56
von diefenbaker | 584 Beiträge

Hallo Uwe,

Du hast ja mehrmals den freien Blick aus Eurem Speisesaal nach Westberlin geschildert.
Das heißt doch umgekehrt, von Westberlin aus müsste das Fenster und damit auch ein Teil Eures Gebäudes zu sehen gewesen sein.
Hast Du evtl. ein Foto oder kannst eins ausfindig machen, auf dem von Westberlin aus betrachtet Euer Gebäude zu sehen ist?

Gruss Wolfgang



nach oben springen

#198

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 20:02
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@ABV hieß die frühere und jetzige Wilhelmstr. zu DDR-Zeiten nicht Otto-Grotewohl-Str.?

Die Botschaft der Schweden war, neben einigen anderen, im Neubaukomplex Nr. 3a.
(Afghanistan, Griechenland, Pakistan, Philippinen, Portugal, Simbabwe, Syrien, Zaire)

Und in der Wiener Konvention soll stehen, dass man sich Diplomatenkennzeichen nicht notieren darf?


zuletzt bearbeitet 08.04.2015 20:33 | nach oben springen

#199

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 08.04.2015 20:05
von Zkom IV | 320 Beiträge

Hi Uwe,

gerade aus dem Dienst nach Hause.....und Blick ins Forum.
Ah, eine neue Fortsetzung vom Uwe.

Gleich gelesen bei einem Feierabend Bier.
Und wieder sehr gute Unterhaltung.
Besonders die Stelle mit der Ansage des Kollegen zum Westfernsehen und as anschließende Saufgelage hat mich amüsiert.
Für mich immer wieder interessant der Unterschied zwischen offizieller Meinung und den wirklichen Gedanken der Menschen seinerzeit.

Hier Politunterricht und die immer wiederkehrenden Phrasen und auf der anderen Seite Westfernsehen und meckern über die SED.
Stelle dabei immer wieder fest, soviel Unterschiede gabs zwischen Ost und West gar nicht.

Vielen Dank für diese vielen kleinen Einblicke, die einem sonst verborgen geblieben wären.
Freue mich auf weitere Fortsetzungen.

Gruß in den Oderbruch.
Frank



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#200

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 09.04.2015 14:43
von Sperrbrecher | 1.650 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #198

@ABV hieß die frühere und jetzige Wilhelmstr. zu DDR-Zeiten nicht Otto-Grotewohl-Str.?

So weist es jedenfalls der Berliner Stadtplan von 1982/83 aus.

Eine Karl-Marx-Straße gab es zu dieser Zeit in Ostberlin nicht, die war/ist in Westberlin (Neukölln).
In Ostberlin gab es nur die Karl-Marx-Allee (vormals Stalinallee).


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


nach oben springen



Besucher
29 Mitglieder und 44 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: DerKurze
Besucherzähler
Heute waren 2725 Gäste und 161 Mitglieder, gestern 3466 Gäste und 184 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14356 Themen und 557057 Beiträge.

Heute waren 161 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen