#81

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 17:37
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Die Westdeutschen werden Ost-Berlin wohl kaum als "exterritoriales Gebiet" betrachtet haben. Es war ja auch extra keine "Botschaft", sondern nur eine "Ständige Vertretung". Und auch nicht "in" der DDR (da in Ost-Berlin), sondern "bei" der DDR.


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zuletzt bearbeitet 13.03.2015 17:37 | nach oben springen

#82

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 17:44
von MK1987 | 50 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #81
Die Westdeutschen werden Ost-Berlin wohl kaum als "exterritoriales Gebiet" betrachtet haben. Es war ja auch extra keine "Botschaft", sondern nur eine "Ständige Vertretung". Und auch nicht "in" der DDR (da in Ost-Berlin), sondern "bei" der DDR.


Ich habe die "Ständige Vertretung" bzw. den dort tätigen BGS ja auch nur als Beispiel angeführt...



zuletzt bearbeitet 13.03.2015 17:45 | nach oben springen

#83

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 17:50
von Lutze | 8.042 Beiträge

Wie wurde eigentlich die "ständige Vertretung der DDR"
in Bonn bewacht?
waren dafür auch MKM-Leute zuständig?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#84

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:19
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #83
Wie wurde eigentlich die "ständige Vertretung der DDR"
in Bonn bewacht?
waren dafür auch MKM-Leute zuständig?
Lutze


Für die Bewachung war das Gastgeberland, also die Bundesrepublik Deutschland, zuständig. Meines Wissens nach wurden die Botschaften in Bonn ebenfalls von der Polizei, in dem Fall von der Landespolizei NRW, bewacht.

Gruß Uwe


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#85

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:27
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von MK1987 im Beitrag #80
Mal eine Frage: Hattet Ihr während des Dienstes auch Kontakte zu Angehörigen der ausländischen Behörden, die "ihre" Botschaft auf dem exterritorialen Gebiet bewachten? Also zum Beispiel zu den BGS-Beamten in der Ständigen Vertretung der BRD etc...


In der USA-Botschaft wurden amerikanische Soldaten, angeblich "Marines" als Sicherheitspersonal eingesetzt. Hin und wieder kam es zwangsläufig zu Kontakten zwischen den vor der Botschaft wachenden Volkspolizisten und den "Marines". Die Amerikaner standen übrigens im Ruf, nicht gerade zimperlich mit in die Botschaft eingedrungenen Flüchtlingen umgegangen zu sein. Was im krassen Gegensatz zu offiziellen Verlautbarungen steht, aber wohl von etlichen WKM-Posten bestätigt werde kann.
Aber dazu bald mehr!

Viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


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#86

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:28
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Die Bonner DDR-Vertretung musste anscheinend streng bewacht werden, wohl damit die ganzen Westler nicht flüchten.



Von der MDR-Seite.


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#87

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:30
von Sperrbrecher | 1.663 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #84
Für die Bewachung war das Gastgeberland, also die Bundesrepublik Deutschland, zuständig. Meines Wissens nach wurden die Botschaften in Bonn ebenfalls von der Polizei, in dem Fall von der Landespolizei NRW, bewacht.

Die allerdings tatsächlich nur zum Schutz der Vertretung anwesend waren und nicht um Besucher am Betreten zu hindern.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#88

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:35
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Ich war übrigens mal aus reiner Neugier in Ost-Berlin in der US-Botschaft, in der eine öffentliche Botschafts-Bücherei mit West-Zeitungen war. Da drin wurde man tatsächlich von US Marines kontrolliert (freundlich). Marines sah man in West-Berlin kaum mal.
Als ich wieder rauskam, zweimal um die Ecke gegangen war und außer Sichtweite, hat schon die VP auf mich gewartet. "Fahndungskontrolle Deutsche Volkspolizei". Der hat dann meine Papiere in sein Funkgerät vorgelesen. Sonst ist aber nichts passiert und ich hatte auch nichts verbotenes getan.


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zuletzt bearbeitet 13.03.2015 19:37 | nach oben springen

#89

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:37
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #87
Zitat von ABV im Beitrag #84
Für die Bewachung war das Gastgeberland, also die Bundesrepublik Deutschland, zuständig. Meines Wissens nach wurden die Botschaften in Bonn ebenfalls von der Polizei, in dem Fall von der Landespolizei NRW, bewacht.

Die allerdings tatsächlich nur zum Schutz der Vertretung anwesend waren und nicht um Besucher am Betreten zu hindern.



Genau so ist es! Der " übermäßige Schutz" der " StäV der Bundesrepublik" in der DDR, diente in aller erster Linie der Abschreckung.
Vor wem hätte man das Gebäude auch schützen müssen?
Bei anderen Staaten, insbesondere der USA, muss das schon differenzierter gesehen werden. Schon damals besaß die USA eine Menge Feinde in der Welt. Ein Terroranschlag, auch auf dem Boden der DDR, konnte nicht ausgeschlossen werden.

Geschätzt wurde auch die Botschaft der UdSSR. Allerdings vom MfS und nicht von der VP. Weil die Sowjetunion, auf Grund der Nähe zur Grenze und der sich daraus ergebenen Gefahren, auf eine Bewachung durch das MfS bestand. Zur Tarnung trugen die Posten vor der sowjetischen Botschaft ebenfalls VP-Uniformen. In Wahrheit handelte es sich um Mitarbeiter der Hauptabteilung II (Spionageabwehr)

Gruß an alle
Uwe


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#90

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:43
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #88
Ich war übrigens mal aus reiner Neugier in Ost-Berlin in der US-Botschaft, in der eine öffentliche Botschafts-Bücherei mit West-Zeitungen war. Da drin wurde man tatsächlich von US Marines kontrolliert (freundlich). Marines sah man in West-Berlin kaum mal.
Als ich wieder rauskam, zweimal um die Ecke gegangen war und außer Sichtweite, hat schon die VP auf mich gewartet. "Fahndungskontrolle Deutsche Volkspolizei". Der hat dann meine Papiere in sein Funkgerät vorgelesen. Sonst ist aber nichts passiert und ich hatte auch nichts verbotenes getan.


Auf jeden Fall sind deine Personalien registriert worden. Die Fahndungsanfrage über Funk, war meiner Erinnerung nach in der VP nicht üblich.
Eher der Abgleich der Daten mit dem Fahndungsbuch. Ich denke aber mal, dass die Fahndungsüberprüfung lediglich "vorgeschoben" war, um an deine Personalien zu gelangen.
Natürlich war es nicht verboten, den öffentlichen Teil der Botschaft zu betreten. Dennoch gerieten die Besucher in den Fokus der Sicherheitsorgane.

Gruß Uwe


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#91

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:43
von Schakal | 271 Beiträge

@ABV- Deine Erlebnisberichte sind sehr interessant und kurzweilig, besser als Zeitung lesen.
Mal ne Frage, welchen offiziellen Grund hatte die Bewachung der Botschaften? War es zum Schutz gegen Angriffe, Belästigungen u.ä. von Aussen oder diente sie der Verhinderung von eventuellen Botschaftsfluchten durch DDR-Bürger?

Und noch eins, warum mußtet ihr da auch nachts Wache halten? Der Botschaftsbetrieb war da doch sicher ausgesetzt und die Türen verschlossen. Hätte da nicht gereicht ab und zu mal Streife zu fahren? So gefährlich waren doch die meisten DDR-Bürger und evtl. ausländische Besucher garnicht???!!!


--- Ex oriente lux.---
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zuletzt bearbeitet 13.03.2015 19:44 | nach oben springen

#92

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:45
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

Zitat
Dennoch gerieten die Besucher in den Fokus der Sicherheitsorgane.



Bei der Stasi war ich sowieso schon automatisch erfasst, als Westler auf Ostbesuch. Nach der Wende habe ich aber mal meine "Stasi-Akte" (dünn) eingesehen, da war ich tatsächlich als verdächtig registriert, Spion für die Amis zu sein. Die Stasi, das waren echte Spinner.


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#93

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 13.03.2015 19:54
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Schakal im Beitrag #91
@ABV- Deine Erlebnisberichte sind sehr interessant und kurzweilig, besser als Zeitung lesen.
Mal ne Frage, welchen offiziellen Grund hatte die Bewachung der Botschaften? War es zum Schutz gegen Angriffe, Belästigungen u.ä. von Aussen oder diente sie der Verhinderung von eventuellen Botschaftsfluchten durch DDR-Bürger.

Und noch eins, warum mußtet ihr da auch nachts Wache halten? Der Botschaftsbetrieb war da doch sicher ausgesetzt und die Türen verschlossen. Hätte da nicht gereicht ab und zu mal Streife zu fahren? So gefährlich waren doch die meisten DDR-Bürger und evtl. ausländische Besucher garnicht???!!!


Offiziell gab es nur einen Grund für den Einsatz des WKM: den Schutz der Botschaften und des Personals. Dieser Aufgabe hatte sich das WKM ja auch zu stellen. Im WKM galt die Prämisse, dass jeder Vorfall vor einem diplomatischen Objekt dem Ansehen der DDR schadet!
Die Posten mussten jederzeit besonders höflich gegenüber den Diplomaten auftreten. So wurde ein Wachtmeister bestraft, weil der den britischen Botschafter nicht gegrüßt hatte!
Andererseits sollten die westlichen Diplomaten auch als potentielle Feinde der DDR angesehen und überwacht werden. Ein schwer zu bewältigender Spagat!
Fluchten sollten bereits im Vorfeld verhindert werden. Wobei, wie im Fall der StÄV, oder der USA-Botschaft, auf Abschreckung durch sichtbare Präsenz von VP und MfS, gesetzt wurde.
Noch mehr als an der Staatsgrenze, mutierte jeder Fluchtversuch im Bereich der Botschaften, sofort zu einem Politikum.

Gruß Uwe


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#94

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 07:49
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #92

Zitat
Dennoch gerieten die Besucher in den Fokus der Sicherheitsorgane.


Bei der Stasi war ich sowieso schon automatisch erfasst, als Westler auf Ostbesuch. Nach der Wende habe ich aber mal meine "Stasi-Akte" (dünn) eingesehen, da war ich tatsächlich als verdächtig registriert, Spion für die Amis zu sein. Die Stasi, das waren echte Spinner.



Vor der USA-Botschaft war die MfS-Hauptabteilung II, also die Spionageabwehr, präsent. Dein Besuch in der Botschaft wird wohl die Phantasie der Spionageabwehr angeregt haben.
Übrigens, die Spionageabwehr war auch für das WKM zuständig. Normalerweise kümmerte sich ansonsten die HA VII um die VP. Das WKM hatte wohl, zumindest in dieser Hinsicht, einen höheren Stellenwert als die übrige Volkspolizei.

Gruß Uwe


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#95

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 13:15
von Merkur | 1.026 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #89
Geschätzt wurde auch die Botschaft der UdSSR. Allerdings vom MfS und nicht von der VP. Weil die Sowjetunion, auf Grund der Nähe zur Grenze und der sich daraus ergebenen Gefahren, auf eine Bewachung durch das MfS bestand. Zur Tarnung trugen die Posten vor der sowjetischen Botschaft ebenfalls VP-Uniformen. In Wahrheit handelte es sich um Mitarbeiter der Hauptabteilung II (Spionageabwehr)

Gruß an alle
Uwe



Ich möchte hier mal korrigieren.
Bis zum 01.12.1978, 22 Uhr, wurde die Botschaft der UdSSR ganz normal durch das WKM des PdVP Berlin gesichert. Zu diesem Zeitpunkt war die Grenze schon Jahre Realität. Das war also definitiv nicht der Grund.
Richtig ist, dass das KfS der UdSSR für eine Sicherung der Botschaft durch das MfS plädiert hat. Maßgeblich dafür waren aber die Entwicklung auf dem Gebiet des internationalen Terrorismus sowie der Spionageaktivitäten gegen Diplomatische Vertretungen der UdSSR in der Welt. Von diesem Gesichtspunkt her war die Übernahme der Verantwortung durch das MfS konsequent und richtig. Übrigens war auch mal die Sicherung aller Botschaften durch das MfS im Gespräch, was aber letztlich nicht realisiert worden ist.



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#96

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 13:20
von ABV | 4.204 Beiträge

Danke @Merkur
Von der Überlegung das WKM völlig unter die Verantwortung des MfS zu stellen, habe ich auch im Internet gelesen.
Diese Überlegung wurde meines Wissens nach im Jahre 1985 getroffen. Bei den strengen Einstellungsbedingungen im MfS, wäre an eine komplette Übernahme des WKM-Bestandes nicht zu denken gewesen.

Gruß Uwe


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#97

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 13:25
von Schakal | 271 Beiträge

Und was hätte das MfS besser machen können, um die Sowjetbotschaft vor Angriffen zu schützen? Die waren doch sicher auch nur zu zweit oder so?


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zuletzt bearbeitet 14.03.2015 13:26 | nach oben springen

#98

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 13:28
von Merkur | 1.026 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #94

Vor der USA-Botschaft war die MfS-Hauptabteilung II, also die Spionageabwehr, präsent. Dein Besuch in der Botschaft wird wohl die Phantasie der Spionageabwehr angeregt haben.
Gruß Uwe



Die US-Amerikaner arbeiteten vom Territorium der DDR aus gegen die DDR, insbesondere aus ihrer Legal Abgedeckten Residentur (LAR) in der Botschaft. Ich mache das mal am Bsp. zweier amerikanischer Geheimdienstler der CIA, abgedeckt als Diplomaten, deutlich. Nennen wir sie A und O. Die beiden waren über mehrere Jahre bis zum Sommer 1987 in der DDR aktiv und führten 189 DDR-Bürger als stabile Kontaktpartner. Von diesen 189 Kontaktpartnern waren:
- 27 % Angehörige staatlicher Institutionen, wissenschaftlicher Einrichtungen, Universitäten, Hochschulen und Presseorganen
- 29 % Kunst- und Kulturschaffende
- 22 % Funktionsträger von Kirchen und Religionsgemeinschaften
- 22 % Angehörige verschiedener gesellschaftlicher Bereiche.

Ich denke, diese Zahlen machen deutlich, welches Potential allein A und O zur Informationsgewinnung und Einflussahme nutzten.

Wie arbeitete die CIA in der DDR mit ihren Kontakten in der DDR ? Eigentlich nach den klassischen Methoden:
- Gesprächstreffs (meist in den Abendstunden, oft unter Einbeziehung der Ehefrau)
- Übergabetreffs (meist in den Abendstunden in der Nähe von Parks und Grünanlagen unter Absicherung/Täuschungsmanövern)
- Nutzung von TBK zur Übermittlung von Informationen (meist am Waldrand oder auf Friedhöfen unter Anwendung von Sichtzeichen).

Vielleicht erklärt sich so das operative Interesse der DDR-Spionageabwehr an der amerikanischen Botschaft.



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zuletzt bearbeitet 14.03.2015 13:37 | nach oben springen

#99

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 13:36
von Merkur | 1.026 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #96
Danke @Merkur
Von der Überlegung das WKM völlig unter die Verantwortung des MfS zu stellen, habe ich auch im Internet gelesen.
Diese Überlegung wurde meines Wissens nach im Jahre 1985 getroffen. Bei den strengen Einstellungsbedingungen im MfS, wäre an eine komplette Übernahme des WKM-Bestandes nicht zu denken gewesen.

Gruß Uwe


Es sollten ja auch lediglich die WKM-Mitarbeiter in das MfS übernommen werden, die die erforderlichen kaderpolitischen Voraussetzungen besaßen. Allerdings war die Übertragung aller WKM-Planstellen an das MfS angedacht, die das MfS dann auch nach Anpassung an die MfS-Normativen, in Eigenregie besetzt hätte. Ebenso sollten alle WKM-Liegenschaften, das WKM-Etat sowie Technik und Ausrüstung an das MfS gehen. Insgesamt sollte ein geschlossener Bereich "Schutz und Sicherung diplomatischer Vertretungen" im MfS entstehen.



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#100

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 14.03.2015 13:43
von Merkur | 1.026 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #94
Übrigens, die Spionageabwehr war auch für das WKM zuständig. Normalerweise kümmerte sich ansonsten die HA VII um die VP. Das WKM hatte wohl, zumindest in dieser Hinsicht, einen höheren Stellenwert als die übrige Volkspolizei.

Gruß Uwe


Auch dem kann ich so nicht folgen.
Die Abwehrarbeit des MfS innerhalb des MdI war nicht nach dem Stellenwert, sondern nach der (Fach-) Aufgabe gestaltet. Korrekt ist, dass die Masse des MdI durch die Linie VII gesichert wurde.
Die Linie XIX (Abwehrarbeit im Verkehrswesen) sicherte beispielsweise die Transportpolizei. Die Linie VIII (Beobachtung/Observation) war für die Arbeitsrichtung I/U der K sowie für die Verkehrsgruppen/Transit zuständig. Ich hoffe, dass sich so erkennen lässt, warum das WKM in die Zuständigkeit der II fiel.



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