#221

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 19.04.2015 20:04
von Kalubke | 2.306 Beiträge

War das Ziel des Mossad, die USA dazu zu bringen, militärisch gegen Lybien vorzugehen? Wirkte sich das denn damals nicht negativ auf die Beziehungen USA-Israel aus, dass bei dieser Aktion der Tod von US-Militärangehörigen billigend in Kauf genommen wurde? Ich gehe mal davon aus, dass die US-GD, irgendwann dahinter gekommen sind.

Gruß Kalubke



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#222

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 06:51
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

@KID
Die Sache mit dem Purple Heart stimmt. Müssten so etwa 20 verletzte Zivilisten in Berlin für LaBelle bekommen haben. Erst seit 1995 hat der Kongress Purple Hearts für Zivilisten weitgehend gestoppt.

Ansonsten: Lässt sich umgekehrt die krude Behauptung mit Attacke unter falscher Flagge noch irgendwie nachprüfbar belegen? Irgendwelche Verschwörungsseiten findet man heute für alles. Ich meine eine echte Quelle.


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#223

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 11:01
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von KID im Beitrag #190
Hallo Freunde,

Vielleicht ein bisschen OT, aber was soll's?

Ich hatte 1988 (evtl. 1989) mit einem Fall zu tun gehabt, als ich damals die Botschaft abhoerte. Bei diesem Fall bleiben mir bis heute alle Antworten aus.

Die Fakten: Irgendwann kam ein Mann ungehindert in die US-Botschaft. Dieser weiste sich in der Botschaft als US-Amerikaner aus. Durch die abgehoerten Gespraeche mit der US-Mission kam zusammen, dass dieser Mann Volkspolizist war. Soweit ich mir alles in Erinnerung habe, war er entweder Oberstleutnant oder Oberst (Glaube OL). Dieser war im Raum/Bezirk bzw. in der Stadt Leipzig taetig, hatte dort auch Frau und Kinder. Er kam irgdenwann in die DDR, wahrscheinlich als diese noch die SBZ war.

Ich hoerte natuerlich mit gespitzten Ohren zu.

Als sich diese Drama entfaltete, kam es einmal dazu, dass ich diese Stimme dieses Mannes hoeren durfte, und zwar als der Chef der Konsularabteilung ein Telefongespraech mit der Mission fuehrte. Im Hintergrund sprach der Mensch ab und zu ein Paar Worte zur Klaerung der Fragen der Mission. Sein Akzent war tatsaechlich ausgesprochen 'Leipsch'. Ich notierte den Namen dieses Herrn (habe ich noch heute im Kopf!) and leitete den Bericht weiter.

Endfazit des Gespraeches: Der Mann moechte endlich nach Hause. (Nach Hause, dachte ich?)

Soweit ich weiss, wurde dem Mann einen Pass ausgestellt, wonach er dann tatsaechlich ausreiste.

Ich erwaehnte diesen Fall auch in meinem Buch, fand es aber ausgesprochen ironisch, dass zwei Stellen geschwaerzt ist! Ich gebe ehrlich zu, dass mir die ganze Sache auch damals irgendwie suspekt vorkam. Doch als mein Manuskript zensiert zureuckgegeben wurde, gab es keinen Zweifel mehr.

Meine Frage an unsere Experten im Forum: Gibt es jemanden, der je von diesem Fall gehoert hat?

Der Mann hiess: ED H. (Den Klarnamen darf ich nicht schrieben)

Jens




In einem Schreiben der BdVP Leipzig an den Chef der Deutschen Volkspolizei Generalinsp. Maron von 1953 taucht als Chef der Abteilung S (Schutzpolizei) ein VP-Kdr. H. auf. Bis zum Ende der 80er Jahre könnte er durchaus bis zum Ost der VP oder OSL der VP aufgestiegen sein. Den vollständigen Namen findet man in der Veröffentlichung Alarmstufe „Hornisse", der dieses Schreiben entnommen wurde.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 20.04.2015 11:07 | nach oben springen

#224

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 11:42
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde,....
Na, Jörg, das ist aber ein großer Spekulatius.
Der damalige Dienstgrad Kommandeur war ein Oberstleutnant. Das war man bestimmt nicht als Jungspund. Und dann noch 35 Jahre drauf ......
Wie alt war er denn da ?
Deine Assoziationen sind ja manchmal echt zielführend, hab ich auch schon gestaunt, aber diese .... Ne.
Aber lass dich ja nicht abhalten !
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#225

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 13:02
von diefenbaker | 585 Beiträge

Über die Relevanz zum Fall von @KID kann ich natürlich nichts sagen,
aber die unter dem Suchbegriff Alarmstufe Hornisse auffindbaren Informationen der versch. BdVP zu den Vorgängen um den 17. Juni 1953 herum sind äußerst interessant und waren mir bisher in dieser Fülle nicht bekannt.

Gruss Wolfgang



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#226

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 13:18
von SiK90 (gelöscht)
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Ich möchte mal ein Danke für diesen tollen Thread an alle Beteiligten loswerden! Habe einige Stunden mit dem Lesen verbracht; informativ und lehrreich. Das Talent von @ABV hat noch dazu einen hohen Unterhaltungswert.
Und ja, du hast Recht, bei dem Gebäude handelt es sich um die alte "Schallplatte", unter der ein Tunnel verlief, der täglich von uns kontrolliert wurde. Angrenzend unsere Führungsstelle.


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zuletzt bearbeitet 20.04.2015 13:21 | nach oben springen

#227

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 14:43
von KID | 234 Beiträge

@Harzwanderer

Es tut mir Leid, dass Du meine Meinung als Beleidigung irgendwie empfunden hast. Deswegen habe ich auch gesagt, dass ich es nicht falsch meine. Wir haben hier ein Diskussionsforum, es wird hier diskutiert, Meinungen, Thesen, usw. hin- und hergeworfen. Als ehem. Soldat der USA bin ich wohl mit den Vorschiften der Verleihung bestimmter Medailen und Orden vertraut.

Siehe: http://www.recognizethesacrifice.org/pur...t-criteria.html

Um es preussisch korrekt zu sagen, ist diese Medaille VERDIENT und nicht VERLIEHEN. Die Verwundung durch den Feind berechtigt den Soldaten, diese Medaille zu bekommen. Sie ist allein fuer Miliaterangehoerige bzw. Zivilangehoerige, die im DIENSTE der bewaffneten Organen seit 1917 verwundet, getoetet worden sind (oder durch ihre Wunden spaeter ums Leben gekommen). Seit 1998 sind Zivilisten nicht mehr berechtigt, diese Medaille zu erhalten. Ab 1984 hat Reagan Opfer von Terrorangriffe zu der Liste der Berechtigten hinzugefuegt. (Meines Erachtens kann hier das Missverstaendnis liegen). Berechtigt waren weiterhin nur US-Buerger.

Ich habe aber trotzdem etwa anderthalb Stunden in Internet recherchiert, um sicher zu sein. Es gibt dafuer keinerlei Hinweise. Der aktuelle Fall von Fort Hood (2009) aber steht im direkten Widerspruch zu dieser Behauptung, es sind Purple Hearts an auslaendische Zivilisten verliehen worden.


Die Opfer bekommen erst jetzt ihre Purple Hearts, und dass erst nach jahrelangem Streiten im US-Verteidigungsministerium. Hochrangige Militaers meinten, die Verleihung an die Opfer von Fort Hood (weil der Taeter US-Buerger ist), wuerde die Bedeutung der medaille etwa schmaelern. Andere meinten, wir befaenden uns im Krieg gegen Terroristen (der 'Feind') ueberall auf der Welt, und so ist Medaille angebracht.

Was meine Behauptungen zu LaBelle betreffen: Diese sind auch u.a. von dem ehem. Mossad-Agent 'Victor Ostrovsky' belegt. Seine Erzaehlungen sind ohne Zweifel brisant und werden lebhaft von den Israelis widersprochen. Ich kenne Leute auf beiden Seiten, die mit dem Fall zu tun hatten. Ich hatte auch in indirekter Weise damit zu tun gehabt, indem ich die Gespraeche der Mission, Militaerpolizei und andere abhoerte und analysierte. Fuer mich stand sogar am Anfang fest, dass weder die DDR noch die USA eine Ahnung hatte, wer dahinter steckte.

Uebrigens, es waere nicht das erste mal, dass die Israelis das Eingreifen der USA durch solches Handeln oder Nicht-Handeln herbeifuehrten: Der Anschlag auf die Marine Barracks in Libanon war ein solcher Fall. Die Israelis wussten von dem geplanten Anschlag, taten jedoch nichts. Sie hofften, dass die Opfer des Anschlages die USA zu Vergeltung zwingen wuerde. In dieser Annahme hatten sie recht. Aktuell treiben sie das gleiche Spiel mit den Iran-Verhandlungen.

Nun, man kann die Vorschrift ueber die Verleihung von Purple Hearts wohl nicht auf der ebene von Geheimdiesntaktionen setzen. Die eine ist oeffentlich (Army Regulation), die andere eben geheim. Eine Meinung (!) muss man nicht belegen (koennen), doch eine ausserordentliche Verleihung von Medaillen sollte man durch Zeitungsartikel, Interna der US-Armee oder Aehnliches belegen koennen. Das meinte ich nur.

Man sollte aber nicht alles so persoenlich nehmen.

Gruss aus Ohio

Jens

Angefügte Bilder:
ph.jpg

Kalubke, Fritze und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.04.2015 14:48 | nach oben springen

#228

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 14:58
von KID | 234 Beiträge

http://articles.latimes.com/1986-05-01/n..._1_purple-heart

Hier ein kurzer Artikel aus dem Jahre 1986. Botschafter Burt ueberreicht damals einem einzigen (!) US-Soldaten die Purple Heart. Zwei Tote und mehr als 200 Verletzte..... und nur eine Medaille. Und das ist keine 'krude Behauptung'.

Jens


94, Fritze und S51 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.04.2015 14:59 | nach oben springen

#229

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 15:18
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #224
Morgen, Gemeinde,....
Na, Jörg, das ist aber ein großer Spekulatius.
Der damalige Dienstgrad Kommandeur war ein Oberstleutnant. Das war man bestimmt nicht als Jungspund. Und dann noch 35 Jahre drauf ......
Wie alt war er denn da ?
Deine Assoziationen sind ja manchmal echt zielführend, hab ich auch schon gestaunt, aber diese .... Ne.
Aber lass dich ja nicht abhalten !
73, Hans




..bin von folgenden Diensgradverhältnissen ausgegangen, von denen ich hoffe, dass sie nicht völliger Unfug sind:

GenLtn der VP=VP-Generalinspektor
GenOst der VP= VP-Oberinspektor
GenMaj der VP= VP-Inspektor
Ost der VP= VP-Direktor
Osl der VP= VP-Oberrat
Maj d VP= VP-Rat
Hptm d VP=VP-Kdr

Bei den 35 Jahren Zeitabstand gebe ich Dir recht, dass die Wahrscheinlichkeit recht groß ist, dass der H. von 1953 doch nicht der Ed.H. aus den 80ern ist.

Zu den Einzeiheiten des Ablaufes der Planung und Durchführung des "La Belle"-Attentates ist einiges Interessantes im Urteil des LG Berlin vom 24.06.2004 zu finden. So wie sich das dort darstellt, wurde das vom Lybischen Volksbüro in Ostberlin initiiert und von Angehörigen bzw. Sympatisanten der Volksfront zur Befreiung Palästinas-Generalkommando (PFLP-GC) durchgeführt. Das pikante daran ist, dass einer der involvierten PFLP-GC Angehörigen und seine deutsche Frau IM der HA II/5 waren. Erst sollte ein US-Einkaufsfahrten-BUS in Ost-Berlin mit Feuerwaffen angegriffen werden. Das wurde dann wegen der intensiven Beobachtung durch das MfS auf Grund der Information von IM "Alba" nach Westberlin verlegt und schließlich noch einmal in Richtung Attentat auf eine Diskothek verändert. Die FO von "Alba" sollen versucht haben, auch die Aktivitäten in Westberlin zu unterbinden, sind aber von ihren Vorgesetzten zurückgepfiffen worden.

Gruß Kalubke

zu#228: James E. Goins ist später auch an seinen Verletzungsfolgen verstorben und war das 3. Todesopfer.



zuletzt bearbeitet 20.04.2015 19:40 | nach oben springen

#230

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 20.04.2015 18:55
von Harzwanderer | 2.943 Beiträge

@KID

53 Personen haben nach LaBelle das Purple Heart bekommen, davon 37 Militärs.

Quelle: For Military Merit: Recipients of the Purple Heart von Frederic L. Borch

Und ich hätte jetzt gerne die Quelle für KIDs Verschwörungstheorie mit Israel.
Ist natürlich auch nicht persönlich gemeint. Der Stasi glaube ich fast immer.


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#231

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 21.04.2015 10:15
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zu „La Belle“ und zur Mossad-Theorie habe ich folgendes gefunden:

Neiber G., Plomann G.: Abwehr von Terror und anderen Gewaltakten (HA XXII im MfS), in: Die Sicherheit, Zur Abwehrarbeit des MfS. Band 2, Verlag Das Neue Berlin, 2003, S. 263/264

[…]
In dem vor dem Berliner Landgericht verhandelten Prozeß gegen fünf Attentäter auf die Diskothek »La Belle«, der nach vier Jahren im November 2001 mit langjährigen Haftstrafen gegen zwei Palästinenser, einen Araber und einer Deutschen sowie einem Freispruch endete, konnte zwar zweifelsfrei eine Verbindung zum libyschen Volksbüro in der DDR-Hauptstadt nachgewiesen werden. Aber auch die in der Urteilsbegründung getroffene Feststellung, Ghaddafi selbst habe vermutlich den Befehl für den Anschlag erteilt, konnte nicht bewiesen werden.
[…]
Am 20. April 2000 legte der Palästinenser Ali Chanaa ein Teilgeständnis ab. Der Mitangeklagte Yasser Chraidi, ein Palästinenser, habe den Sprengstoff besorgt und der Libyer Musbah Abulgasem Eter den Zeitzünder. Beide sollen in seinem Beisein die Bombe zusammengebaut haben. Dabei solle Eter gesagt haben: »Dies ist die Antwort für die Amerikaner, ein Geschenk von Ghaddafi für Reagan.«
[…]


von Bülow A.: Im Namen des Staates, Piper München 1998, S. 436/437

[…]
Der israelische Geheimdienstmann Ari Ben-Menashe jedenfalls berichtet zum Attentat auf die Disco La Belle, ein Kommandounternehmen des Mossad habe eine Funkreflexanlage in die unmittelbare Nähe des Präsidentenpalastes in Tripolis gebracht und darüber Funksprüche simuliert, die dann von den amerikanischen Diensten in Europa abgehört werden konnten. Der andere israelische Geheimdienstmann Ostrovsky bestätigt den Vorgang, an dem er selbst beteiligt gewesen sei. Die Operation sei von der Desinformationsabteilung des Mossad vorgenommen worden.
Der Mossad habe über diese Anlage eine ganze Latte von terroristischen Befehlen an verschiedene libysche Botschaften und Volksbüros elektronisch übermittelt. Damit habe der Eindruck erweckt werden sollen, als stünde Libyen hinter vielen terroristischen Aktivitäten in der Welt. Und dies wiederum habe die Glaubwürdigkeit der vom Mossad den Partnerdiensten zugespielten Berichte untermauern sollen.
[…]


Aus den Zitaten geht m. E. hervor, dass das LA Belle-Attentat tatsächlich vom LVB organisiert wurde und dass die Desinformationsabteilung des Mossad mit den gefakten Funksprüchen versucht hat, den Eindruck einer zentrale Rolle Lybiens im internationalen Terrorismus zu vermitteln. Direkt am La Belle-Anschlag war der Mossad also offensichtlich nicht beteiligt.

Eine weitere Passage in Neiber/Plomann halte ich in ihrer Aussage für etwas skurril:

[…]
Es gab nicht wenige Prozeßbeoachter, die der Auffassung waren, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Beteiligte und Hintermänner dieses Terroranschlages Mitarbeiter der CIA und des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen sind. Diesen Geheimdiensten sei mindestens der Anschlag rechtzeitig bekannt gewesen, und sie hätten ihn nicht verhindert.
[…]


Es stellte sich nämlich heraus, dass Ali Chanaa und seine Frau Verena Chanaa Informanten der HA II des MfS waren. Verena Chanaa hatte sogar den Sprengsatz in der Diskothek platziert. Insofern gilt der Vorwurf, dass die Geheimdienste die Terroraktion zwar vorher gekannt, aber nicht verhindert haben, auch für das MfS.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 22.04.2015 07:22 | nach oben springen

#232

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 21.04.2015 10:36
von Sperrbrecher | 1.663 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #231
Aus den Zitaten geht m. E. hervor, dass das LA Belle-Attentat tatsächlich vom LVB organisiert wurde und dass die Desinformationsabteilung des Mossad mit den gefakten Funksprüchen versucht hat, den Eindruck einer zentrale Rolle Lybiens im internationalen Terrorismus zu vermitteln. Direkt am La Belle-Anschlag war der Mossad also offensichtlich nicht beteiligt.


Schade, dabei hätte das so gut in die Weltsicht vieler alter und neuer Antijudaisten von links und rechts gepasst.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#233

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.04.2015 10:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #230
53 Personen haben nach LaBelle das Purple Heart bekommen, davon 37 Militärs.

Quelle: For Military Merit: Recipients of the Purple Heart von Frederic L. Borch

Also ich weiß nicht woher Du die Zahl 37 nimmst, auf jeden Fall nicht aus dieser Quelle. Hier ein Ausschnitt der Seite 77 des von Dir genannten Buches (ISBN 978-1-59114-086-3) ...


http://books.google.de/books?id=GaeGAAAAQBAJ&pg=PA77

Allerdings tauchte in der zeitgenössischen Tagespresse eine ähnliche Zahl (39) auf, nur auch dort werden keine Zivilisten erwähnt ...
http://news.google.com/newspapers?nid=86...pg=3441,8638259
http://www.apnewsarchive.com/1986/-/id-9...4e0a742b3af3be7

P.S. falls sich der Threadbesitzer an einigen Beiträgen im Thema hier stört ... nun, man kann sie ja auch auslagern. Vielleicht 'verdient' La Belle sogar mal einen eignen Thread?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 22.04.2015 10:59 | nach oben springen

#234

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.04.2015 11:10
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen,....
Hi, Jörg, zu deinem # 229 : Hm - Aber ich such mal rum, irgendwo hab ich noch ein uralt - Handbuch, das dürfte dann Klarheit bringen. Ist nicht ganz so einfach, wie es scheint.
73, Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#235

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.04.2015 13:43
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #234
Morgen,....
Hi, Jörg, zu deinem # 229 : Hm - Aber ich such mal rum, irgendwo hab ich noch ein uralt - Handbuch, das dürfte dann Klarheit bringen. Ist nicht ganz so einfach, wie es scheint.
73, Hans



Ich habe hier eine Darstellung der alten VP-Dienstgrade gefunden,

http://www.grenzkommando.de/uniformen-1.html

die auch zu anderen mir bekannten Quellen passt.
Ist auf die Grenzpolizei zugeschnitten,
die sog. "alten VP-Dienstrgrade" dürften zu der Zeit aber für alle Polizeiformationen gegolten haben.

Gruss Wolfgang



Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#236

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.04.2015 15:02
von chris26572 | 13 Beiträge

Hallo ABV/ Uwe,

mit Begeisterung lese ich deinen Lebensweg beim WKM. Es gibt da aber etwas was mich irritiert. Du beschreibst den Empfang der Dienstwaffe Pistole M Makarov. Als Bengel der häufig in Berlin Karlhorst unterwegs war, ist mir jedoch in Erinnerung das die dort diensttuenden "Aquarienpolizisten" alle eine grössere Waffentasche ( ??? Scorpion ??? ) am Mann hatten. War dies nur in Karlshorst so, oder wurde in Mitte aufgrund der Unauffälligkeit eine andere (kleinere) Waffe getragen wurde?
LG Chris


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#237

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 22.04.2015 15:39
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von chris26572 im Beitrag #236
Hallo ABV/ Uwe,

mit Begeisterung lese ich deinen Lebensweg beim WKM. Es gibt da aber etwas was mich irritiert. Du beschreibst den Empfang der Dienstwaffe Pistole M Makarov. Als Bengel der häufig in Berlin Karlhorst unterwegs war, ist mir jedoch in Erinnerung das die dort diensttuenden "Aquarienpolizisten" alle eine grössere Waffentasche ( ??? Scorpion ??? ) am Mann hatten. War dies nur in Karlshorst so, oder wurde in Mitte aufgrund der Unauffälligkeit eine andere (kleinere) Waffe getragen wurde?
LG Chris



Hallo Chris!
Die Posten im WKM trugen normalerweise die Pistole Makarow. Bei bestimmten Lagen, wenn ein diplomatisches Objekt auf Grund politischer Spannungen besonders geschützt werden mussten, rückten die Posten mit der Klein-MPI PM 68 aus.
Das Tragen der MPI wurde vom Kommando in Kaulsdorf extra angewiesen. Die PM 68 war übrigens eine regelrechte Sch....-Knarre. Beim Schießen gab es jede Menge Fahrkarten, weil das Risiko bestand das der Schlitten dem Schützen, wenn dieser nicht aufpasste, gegen das Jochbein knallte.
Na ja und schwer waren die Dinger natürlich auch. Ich kann davon ein Lied singen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#238

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 23.04.2015 01:28
von StabsfeldKoenig | 2.655 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #237
Zitat von chris26572 im Beitrag #236
Hallo ABV/ Uwe,

mit Begeisterung lese ich deinen Lebensweg beim WKM. Es gibt da aber etwas was mich irritiert. Du beschreibst den Empfang der Dienstwaffe Pistole M Makarov. Als Bengel der häufig in Berlin Karlhorst unterwegs war, ist mir jedoch in Erinnerung das die dort diensttuenden "Aquarienpolizisten" alle eine grössere Waffentasche ( ??? Scorpion ??? ) am Mann hatten. War dies nur in Karlshorst so, oder wurde in Mitte aufgrund der Unauffälligkeit eine andere (kleinere) Waffe getragen wurde?
LG Chris



Hallo Chris!
Die Posten im WKM trugen normalerweise die Pistole Makarow. Bei bestimmten Lagen, wenn ein diplomatisches Objekt auf Grund politischer Spannungen besonders geschützt werden mussten, rückten die Posten mit der Klein-MPI PM 68 aus.
Das Tragen der MPI wurde vom Kommando in Kaulsdorf extra angewiesen. Die PM 68 war übrigens eine regelrechte Sch....-Knarre. Beim Schießen gab es jede Menge Fahrkarten, weil das Risiko bestand das der Schlitten dem Schützen, wenn dieser nicht aufpasste, gegen das Jochbein knallte.
Na ja und schwer waren die Dinger natürlich auch. Ich kann davon ein Lied singen.

Gruß Uwe



Gab es (und wenn ja, für welchen Einsatzzweck) beim WKM auch die Pistole APS (die der Objektschutz von Regierungs-Objekten und Gästehäusern einsetzte)?



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#239

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 23.04.2015 02:06
von S51 | 3.733 Beiträge

Hm, bei den Klein-MPi in Karlshorst täuscht du dich. Die Kollegen hatten die polnische PM 63. Hab sie in meiner Zeit auf der Revierzweigstelle in Karlshorst öfter damit am Libyschen Volksbüro an der Kreuzung Hermann-Duncker-Str. (heute Treskowallee) /Waldowallee gesehen wenn ich dort den Verkehr geregelt habe. Sie trugen diese Waffe in einer braunen Ledertasche mit Schulterriemen.
Während meiner Zeit auf der Offiziersschule in Aschersleben habe ich auch damit geschossen. Fand diese Waffe erheblich handlicher als eine KMS oder gar die RPG und die Möglichkeit, Einzel- und Dauerfeuer mit dem Abzug zu regulieren hatte was...
Der La-Belle Anschlag fiel in meine Praktikumszeit in der Hans-Loch-Str. (heute Sewanstr.) in Berlin-Friedrichsfelde. Lange vorher und vor allem nachher wurden die Wohnungen der Botschaftsmitarbeiter wie auch deren Bekannten zum Beispiel nahe der Balatonstraße durch Leute wie mich offiziell und einen Einsatzwagen des MfS total unauffällig rund um die Uhr gesichert und gemeldet, wer kam oder ging. Die Durchsuchung dieser Wohnungen durch das MfS nach dem Anschlag sah eher nicht nach "Wissen" denn nach "Suchen" aus.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Kalubke und chris26572 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#240

RE: Aquarienpolizist-Meine Zeit im "Wachkommando Missionschutz Berlin"

in DDR Zeiten 23.04.2015 10:37
von Kalubke | 2.306 Beiträge

In Kalinka/Schell: Stasi und kein Ende, ist von einem Vorfall im Nachgang des La Belle Attentates die Rede. Im LVB Bonn gab es den Diplomaten Mohammad Ashur, dem die Lybier offenbar die Weitergabe von Informationen an den CIA nachgewiesen haben. Er wurde im Auftrag des Leiters der GD-Residentur im LVB Ostberlin Ali Keshlaf am 01.05.1986 zu einem Treff mit Musbah Eter (Hauptverantwortlicher des La Belle Attentates) und einem Palästinenser auf einen Parkplatz im Treptower Park bestellt. Dort wurde er getötet und am 2. Mai aufgefunden (vieleicht hat @S51 das während seines damaligen Dienstes mitbekommen). Das MfS soll im Rahmen einer konspirativen Wohnngsdurchsuchung die Tatwaffe (Beiretta 7,65, offizielle Waffe des LVB) untersucht haben. Eter wohnte in der Ho-Chi Minh Str. Nr 2 und Chraydi, ebenfalls Attentatsbeteiligter und später auch deswegen verurteilt, in der Hans-Loch Str. Nr. 235 (Nähe Polizeirevier Hans-Loch Str.).

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 23.04.2015 10:43 | nach oben springen



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