#1

Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 16:56
von utkieker | 2.920 Beiträge

Nicht, daß man sich darum gerissen hätte und schon gar nicht nach der Frühschicht. Aber gerade in kalten Winternächten hatte man es als UvD/ GUvD mollig warm und gemütlich. Ich war häufig UvD, denn einige Grenzabschnitte waren lange Zeit aus unerfindlichen Gründen für mich tabu. Anders als während der Ausbildung dauerte eine UvD- Schicht nicht 24 sondern 32 Stunden außerdem war man ja noch für die Objektwache zuständig.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#2

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:02
von Lutze | 8.033 Beiträge

32 Stunden ohne Schlaf?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#3

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:04
von rasselbock | 452 Beiträge

Für mich war Wache im Objekt ein Grauen. Obwohl es in der Grenzkompanie noch ging. Zur Ausbildung war der Rhythmus 2 Std. Wache, 2Std. Ruhe, 2Std. Bereitschaft. Das zehrte sehr da man nicht groß zum Schlafen kam. An der Grenze war bei uns Wache und Bereitschaft im 2Std. Takt und durchgängig 8 Std. Ruhe. Da war dann noch der Klingelkasten, Postenbücher scheiben und Kartoffel schälen angesagt.
rasselbock



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#4

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:23
von g.s.26 (gelöscht)
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32h klingt ungewöhnlich, also für mich Bundi.

Könntest du @utkieker mal grob zusammenstellen was in den Stundenpassiert ist, Aufgaben etc.?


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#5

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:24
von Gelöschtes Mitglied
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Objektwache habe ich wimre nur einmal gestanden. Das war bei uns was für Hufkranke und Genesende oder bei angeordneter Grenzabstinenz.
Ging aber mit dem Rhythmus der Grenzsicherung, also im Normalfall 32 Stunden.

Der Hesselfuchs


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#6

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:24
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #2
32 Stunden ohne Schlaf?
Lutze

Nicht ganz @Lutze, es gab ein ausgeklügeltes System UvD und GUvD wechselten sich gegenseitig ab im UvD- Raum war sogar eine Pritsche, wo ich mich hinlegte um schnell wieder präsent zu sein. GUvD und die Objektwache legten sich in ihren Schlafraum klappte perfekt, wenn man sich gut absprach. Die Objektwache löste sich alle 2 bis 4 Stunden ab, je nach dem wie man sich zuvor abgesprochen hatte da musste ich nicht viel machen.

Gruß Hartmut!


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#7

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:33
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #6
Zitat von Lutze im Beitrag #2
32 Stunden ohne Schlaf?
Lutze

Nicht ganz @Lutze, es gab ein ausgeklügeltes System UvD und GUvD wechselten sich gegenseitig ab im UvD- Raum war sogar eine Pritsche, wo ich mich hinlegte um schnell wieder präsent zu sein. GUvD und die Objektwache legten sich in ihren Schlafraum klappte perfekt, wenn man sich gut absprach. Die Objektwache löste sich alle 2 bis 4 Stunden ab, je nach dem wie man sich zuvor abgesprochen hatte da musste ich nicht viel machen.

Gruß Hartmut!


Hallo Hartmut (@utkieker), wurden die Objektwachenposten nicht immer vom UvD ans Tor bzw.nach draußen gebracht und die abgelößten Wachposten mit rein begleitet, und dabei die Waffen entladen unter Aufsicht des Uvd´s??
Ich kann mich daran nur noch schwach erinnern.

gruß h.


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zuletzt bearbeitet 26.01.2015 17:34 | nach oben springen

#8

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:37
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Wenn wir zum Wacheschieben im ca. 5 km entfernten Regimentsstab eingeteilt waren, wo auch die 2. - 4.GK ihre Unterkunft hatten (wir waren die 1.GK aus einer Baracke im Wald), haben wir es mit dem Rhytmus intern so geregelt, daß jeder 4 oder 6 stunden draußen war und dann hintereinander wirklich einige Stunden durchschlafen konnte. Einmal hat mir der Koch nachts einen ganzen Teller warme Heidelbeersuppe rausgegeben, die für die Knödel gedacht war.
Was den UvD betrifft, erinnere ich mich noch gern an die Art und weise, wie sanft wir bei der damaligen Zugsicherung geweckt wurden. Stube ganz leise betreten (es hatten andere Kameraden unseres Kradfahrer-Zimmers Nachtruhe wegen der Schicht), den Soldaten sanft gerüttelt, "He, Genosse Sowieso, Du hast Dienst, Du mußt aufstehen". Schlaftrunken in den Waschraum gelatscht, Morgentoilette, anziehen und dann, schon etwas munterer, in den Speiseraum. Ich war meist der Erste im und der letzte aus dem Speiseraum, weil ich so langsam kaue (70 mal), aber mich hat keiner gedrängelt. Es war genug Zeit. Postenstullen waren schon bereit, Kradkombi an, Waffenkammer, Krad rausgeholt, auf den Platz zum Abmarsch, Bekanntgeben der Postenzusammensetzung und des Abschnittes und los ging die Fahrt zum befohlenen Abschnitt.



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#9

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:41
von Gelöschtes Mitglied
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Je nachdem wer auf der GK war ging der Posten (war ja nur einer) auch mal allein zur Ablösung. Nur kein Stress, wenn die anderen zur Schicht waren. Essen, Ruhe, kleinere Tätigkeiten und im Winter Schnee schippen.

Der Hesselfuchs


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#10

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:45
von Hansteiner | 1.412 Beiträge

genau so haben wir das auch gemacht. Jeder wußte was er zu machen hatte. Lief alles OV !

H.



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#11

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:46
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #9
Je nachdem wer auf der GK war ging der Posten (war ja nur einer) auch mal allein zur Ablösung. Nur kein Stress, wenn die anderen zur Schicht waren. Essen, Ruhe, kleinere Tätigkeiten und im Winter Schnee schippen.

Der Hesselfuchs




Schnee geschippt oder Kohlen, aber dann nur die Freiwache, oder Post holen aus dem Dorf mit dem Fahrrad,so kenne ich das.

gruß h.


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#12

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 17:58
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von g.s.26 im Beitrag #4
32h klingt ungewöhnlich, also für mich Bundi.

Könntest du mal grob zusammenstellen was in den Stundenpassiert ist, Aufgaben etc.?

Man war als UvD dafür zuständig den Dienst- und Maßnahmeplan des Tages durchzusetzen, es begann mit dem Wecken und endete mit der Nachtruhe ggf. hatte man Verzug zu melden. Außerdem wurden Kontrollgänge durchgeführt und im UvD- Buch nachgewiesen, irgendeiner entweder der UvD oder der GUvD hielten sich am Telefon in Bereitschaft. Für den Kompaniechef musste auch schon mal jemand ausfindig gemacht werden, meistens war der KC auf der Suche nach dem Küchenchef. Man erstattete Meldung beim KC, wenn er das Objekt betrat oder meldete Inspektionen einer höheren Dienstebene (Bataillon oder Regiment). Bei uns war es Usus, daß die A- Gruppe von der Kaserne aus los zog, hatte sie also bei Grenzalarm auszurufen.

Gruß Hartmut!


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#13

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 18:04
von damals wars | 12.145 Beiträge

Ich habe in meiner Dienstzeit viele UvD Dienste geschoben.
Ursache: ausgebildet war ich für die Grüne Grenze, wurde dann aber gefragt, ob ich auch nach Berlin gehen würde. Wollte ich natürlich, da die Zugverbindungen zwischen Halle und Berlin recht günstig waren.
Meine Akte war aber schon in den Norden geschickt worden, und ohne Akte ging es nicht an die Grenze. Also musste ich ca. 9 Wochen UvD Schichten schieben, bis dann mal die Akte eingetroffen war.
Und wen man einmal..., darf man immer wieder. Wenn ich mich richtig erinnere, waren es insgesamt ca. 300 UvD Schichten.
Wir hatten im Regiment eine interresante Bibliothek.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#14

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 18:09
von Gelöschtes Mitglied
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Dauer UvD war bestimmt eine ganz besondere "Auszeichnung". Bei uns waren Uffze so knapp, das sehr oft Gefreite UvD gestanden haben. Wie ging nochmal der Spruch?

Zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen.

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#15

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 20:54
von Gelöschtes Mitglied
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Jetzt muss ich mal fragen:
UvD auf der Kompanie,ja
UvD der Wache,das kenne ich nicht.
Gruß Rei


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#16

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 21:52
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #15
Jetzt muss ich mal fragen:
UvD auf der Kompanie,ja
UvD der Wache,das kenne ich nicht.
Gruß Rei

Einen UvD gab es in so ziemlich jeder Kompanie, egal in welcher Waffengattung.
In einer Grenzkompanie war der UvD zugleich auch Wachhabender und der GUvD war zugleich Aufführender.
Somit brauchte es für die paar Hanseln der Wache (i.d.R. 3 = Wechsel Wache, Ruhe, Bereitschaft) keine extra Vorgesetzten.

Anders war es im Regimentsstab. Da gab es einen OvD, dem die Wache unterstand. Die Wache bestand bei uns im GR3, wenn ich mich richtig erinnere, aus
1 Uffz. = Wachhabender
1 Gefr. = Aufführender
3 Sold./Gefr. = Kontrolldurchlass
3 Sold./Gefr. = Objektwache GR (zeitweilig auch nur Nachts im Einsatz - 18:00 - 06:00 Uhr - dann nur 2 Sold./Gefr.)
3 Sold./Gefr. = Objekt 2 (V2000 und Ledigenwohnheim)
3 Sold./Gefr. = Munitions- und Pionierlager

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#17

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 22:05
von Elch78 | 501 Beiträge

Ich verstehe überhaupt nicht, was es mit 32 Stunden auf sich hat.
Wie ist das zu erklären, wie sind die 32 Stunden aufgeteilt ?
32 läßt sich janicht einmal durch drei (Wache/Bereitschaft/Ruhe) teilen ...

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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#18

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 22:21
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von Elch78 im Beitrag #17
Ich verstehe überhaupt nicht, was es mit 32 Stunden auf sich hat.
Wie ist das zu erklären, wie sind die 32 Stunden aufgeteilt ?
32 läßt sich janicht einmal durch drei (Wache/Bereitschaft/Ruhe) teilen ...

Elch

Normaler Weise geht ein UvD- Dienst 24 Stunden aber man konnte ja nicht gleich nach dem 24- Std.- Dienst sofort wieder in den Grenzdienst auch umgekehrt war das nicht unbedingt zuzumuten, deshalb der Zeitversatz. Übrigens waren für die Objektwache vier Posten eingeteilt die sich ablösten. Es ist möglich, daß unter Umständen der Kompaniesicherung UvD/ Wache anders geregelt wurde.

Gruß Hartmut!


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#19

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 22:23
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #11
Schnee geschippt oder Kohlen, aber dann nur die Freiwache, oder Post holen aus dem Dorf mit dem Fahrrad,so kenne ich das.

gruß h.

Für die Post war bei uns der Schreiber zuständig.

Gruß Hartmut!


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#20

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 22:30
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #18
Normaler Weise geht ein UvD- Dienst 24 Stunden aber man konnte ja nicht gleich nach dem 24- Std.- Dienst sofort wieder in den Grenzdienst auch umgekehrt war das nicht unbedingt zuzumuten, deshalb der Zeitversatz. Übrigens waren für die Objektwache vier Posten eingeteilt die sich ablösten. Es ist möglich, daß unter Umständen der Kompaniesicherung UvD/ Wache anders geregelt wurde.

Gruß Hartmut!
Aha- beginne, klarer zu sehen.
Das kannte ich überhaupt so überhaupt nicht, bei uns betrug die Dienstzeit für UvD/GUvD sowie für die Wache (3 Mann) gemeinsam immer 24 Stunden. Was nach den24 Stunden kam, wurde nie in die Zählung einbezogen.

Danke für die Erläuterung!

Elch


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