#21

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 22:59
von damals wars | 12.117 Beiträge

Die Objektwache stellten bei uns die diversen nicht Grenzdienst schiebenden Einheiten, zum Bsp. die Flammies.
Und ich wurde mehr als einmal "gebeten" nach dem 24 h Dienst, noch in den Grenzdienst/ Nachtdienst zu gehen, dann aber als Postenführer.
Nach dem 24 h Dienst kam dann noch der Normaldienst als Gruppenführer im Objekt.
geschlafen wurde als UvD maximal für 4 Stunden, die anderen 4 schlief der Gufti.
wochentags wurden die Weisungen der Kompanieführung ausgeführt und die des Hauptfeldwebels, sowie die des im Stab angesiedelten OvD.
Mit dem waren wir über eine Wechselsprechanlage verbunden. ansonsten gab es noch Ein Telefon, mit dem aber nur innerhalb des Regiments telefoniert werden konnte.
Desweiteren wurde im UvD Zimmer der Waffenkammerschlüssel verwart.
Auch war ein Dienstbuch zu führen:keine besonderen Vorkommnisse!
Rückkehrer aus dem Urlaub und aus dem " Ausgang" hatten sich beim UvD zu melden. spätheimkehrer waren den OvD zu melden. Das wurde aber in Zusammenarbeit mit der Wache nach Möglichkeit vermieden.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
glasi und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.01.2015 23:00 | nach oben springen

#22

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 26.01.2015 23:25
von andyman | 1.872 Beiträge

Hallo @all
Bei uns in der Stabskompanie waren UvD/GUvD 24h Dienste und zwar immer ab 17.°° Uhr bis 22.°° zur Nachtruhe gemeinsamer Dienst danach 4 stdl.Wechsel mit schlafen.Ab 6.°° wieder gemeinsamer Dienst.Die Objektwache zog um 18.°° Uhr auf bis um 6.°° Uhr mit 2xWechsel,nach dem Wachdienst wieder Tagesdienst im KFZ-Park bis 17.°°Uhr,fahren durfte man jedoch nicht,da hatten die Raupenschlepper Schiß das man einnickt.Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#23

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 08:20
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Objektwache in der Grenzkompanie war das langweiligste was es gab, nachts hast du dir die Beine vertreten und bist paar Runden durchs Gelände, tagsüber sollte man ja theoretisch am Tor rumstehen, durften uns wenigstens in den Fahrradschuppen setzen von dem aus du das Tor im Blick hattest.
UvD waren bei uns auch mal BU-Gakels, nachts ruhte der UvD immer, die zwei die abwechselnd Wache schoben gingen einfach raus wenn sie dran waren.
Blöd war wenn selten nachts das Telefon klingelte und meistens vom Stab einer was wollte, da musstest du erst mal als Soldat rangehen, der Uffz ruhte ja, wenn am anderen Ende einer blökte wo denn der UvD wäre war abgesprochen menschliches Bedürfnis und du hast den dann schnell geweckt.


zuletzt bearbeitet 27.01.2015 08:23 | nach oben springen

#24

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 15:33
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Elch 78, wimre wurde die Wache in dem Rhythmus der Grenzsicherung durchgeführt. Das macht ja auch Sinn wegen der Ruhezeiten. Das waren ja im Normalfall 32 Stunden, also in 4 Tagen drei Aufzüge.

Der Hesselfuchs


Elch78 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#25

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 16:00
von rasselbock | 450 Beiträge

Als die ganze Kompanie zum Schießen war hatte ich die Zeit Objektwache. Ich glaube wir waren sechs Mann und die Wache dauerte, glaube ich zwei Tage. Kein Uffz. und kein Offizier da ! Da tanzten die Mäuse in der Kompanie förmlich auf dem Tisch. Bei meiner Runde drehen in Richtung Buckelblock kam ich mit einer Frau (Namen sag ich nicht) aus diesem Block ins Gespräch. Es war äußerst interessant. Sie hat uns dann zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Wir ließen uns natürlich nicht bitten, sondern schritten schnell nach einer Dusche zur Tat und ließen Wache Wache sein.
Der erste Griff war das Radio um mal ordentliche Musik zu hören. Kaffee und Kuchen waren ordentlich. Leider klingelte es an Ihrer Tür. Wer stand drausen - die Frau vom Polit um etwas zurückzubringen, was Sie vor einem halben Jahr geborgt hatte. Das war's dann gewesen. Die dumme Nuss. Wieder runter ins Objekt. Da hörten wir volles Rohr Musik. Auf dem Tisch stand das B4 (Tonbandgerät) vom Polit und spielte ganz passable Musik. Ich weiß bis heute nicht wie Derjenige an das Gerät kam. Nächsten Tag war nur seitens Zugführer eine harmlose Befragung, das war's.
rasselbock



nach oben springen

#26

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 18:15
von PF75 | 3.291 Beiträge

Also ich kenne das so,das der EK so eingeteilt wurde das für ihn die letzten Stunden Bereitschaft(im Bett) und anschließend Ruhezeit waren.
Wenn man dummerweise Wache von Sonntag zu Montag hatte traf den letzte Bereitschafsposten das Glück,Heizungsofen Asche entfernen,in Tonnen schippen und draußen auf dem Hof aufstellen,der Koll. Hausmeister erwartete zu seinem Arbeitsbeginn am Montagmorgen einen sauberen Arbeitsplatz.
Nach der Wache hatten wir (Ablösung 6.00 Uhr ) noch bis Mittag Ruhezeit,kam besonders gut wenn an diesem Tag Politausbildung war,sparte man sich den Vormittag der Veranstaltung und die 2-3 Stunden nachmittags konnte man so viel besser verkraften .


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#27

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 18:51
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Ich war immer bedient ,wenn es hieß , UVD . Da hatte ich wirklich keine Ruhe , am Tage nahm mir niemand die Waffenkammer ab , da ich ja selber dafür verantwortlich war .Das war immer ein Theater wenn die Züge reinkamen . Waffen annehmen , dann wieder ausgeben zum Reinigen . da war man immer schön beschäftigt .
Je nach dem wem man als WE hatte, manche kotzte auch diese Objektwache an , dann nahmen die dir, aber nichts ab . Die setzten sich in das UvD Zimmer und schalteten auf Durchzug . Bei uns war es so , wer als Posten nachts vom Kanten rein kam , musste am Tor klingeln . Dann sollte eigentlich der im UVD .Zimmer saß , raus gehen und die Grenzposten reinlassen . Das wurde aber andres gemacht , der WE draußen lies diese rein . Was strengsten verboten war. Bei mir ist es mal passiert , da kam die Kontrollfahrzeuge vom Regiment , der WE hat sie einfach reingelassen , in der Annahme , es war unser Fahrzeug .oder bei der Kontrolle der Papiere erkannten sie die Regimenter , nicht .
Im UVD Zimmer gab es ein Liste darin standen alle Offiziere des Regimentes an denen eine Meldung zu erstatten ist .Da hat es so manches mal krach gegeben.weil keiner diese Leute kannte
Für die nächtliche Wärme , Duschwasser war der UVD verantwortlich . Nachtruhe gab es bei uns damals nicht . Nach den 24 Std hatte man meistens Dienstfrei , ratata


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.01.2015 18:53 | nach oben springen

#28

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 19:43
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #24
Hallo Elch 78, wimre wurde die Wache in dem Rhythmus der Grenzsicherung durchgeführt. Das macht ja auch Sinn wegen der Ruhezeiten. Das waren ja im Normalfall 32 Stunden, also in 4 Tagen drei Aufzüge.

Der Hesselfuchs
Aha, so erklärt sich ein 32-h-Rhythmus natürlich.
Bei uns war
FA 04 bis 12 Uhr,
SA 12 bis 20 Uhr und
NA 20 bis 04 Uhr.

Die UvD und Wache dauerte immer von 14 Uhr bis 14 Uhr des Folgetages - also vom Rhythmus der Aufzüge abegekoppelt.
Das kann man aber sicher nur bei Kompaniesicherung so machen.

Elch (1984/85in der Kompaniesicherung)


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#29

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 19:54
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Kann mir vorstellen, dass bei der Kompaniesicherung der UvD Sackgang hatte. Waffenkammer auf, Waffenkammer zu. Wecken, für Ruhe sorgen und die innere Ordnung durchsetzen.
Bei der Bataillons sicherung war immer 8 h totale Ruhe auf der GK.

Der Hesselfuchs


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#30

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 21:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #29
Kann mir vorstellen, dass bei der Kompaniesicherung der UvD Sackgang hatte. Waffenkammer auf, Waffenkammer zu. ...
Das wurde teilweise, zwar nicht ganz DV-konform, dafür aber praktikabel unbürokratisch gelöst. Gerade nachts wurden die KM für Diejenigen zwischen den Aufzügen (KSt, GAKl, Feldarbeiterposten) in der UvD-Buchte 'zwischengeparkt'. Man gab dann die Waffenkarte dem UvD und der 'schmuggelte' diese dann bei der nächsten 'regulären' Öffnungszeit an den Haken am Waffenregal. Achso, offiziell wußte ich als DHO natürlich nichts von einem solchen Gemauschel! Die PM holte man sich bei Bedarf vorher und gab sie später ab.
Und tagsüber war die Waffenkammere sowieso die Sache vom Waffenspitz, quasi sein Wohnzimmer *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#31

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 22:06
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #29
Kann mir vorstellen, dass bei der Kompaniesicherung der UvD Sackgang hatte. Waffenkammer auf, Waffenkammer zu. Wecken, für Ruhe sorgen und die innere Ordnung durchsetzen.
Bei der Bataillons sicherung war immer 8 h totale Ruhe auf der GK.

Der Hesselfuchs
Die Waffenkammer war ja Sache des Waffen-Uffz. oder seines Vertreters (war als Gefreiter zeitweise selber einer). Der mußte nur einmal geweckt werden, nämlich zum Waffenempfang des Frühaufzuges (ca.3.30). Dann blieb er wach, bis er die Schießprügel des Nachtaufzuges eingeschlossen hatte.
Zu den sonstigen regelmäßigen "Terminen" erschien er selbständig - zur Not genügte meist ein Rufen ins Treppenhaus hinein.
Für gesondert aus- oder einkommende Waffenträger mußte er natürlich extra geholt werden - war aber nie ein Problem.

Großartig für Ruhe zu sorgen hatte bei uns kein UvD, das taten eigentlich (fast) alle selbständig, denn jeder wußte aus eigener Erfahrung, wie störend jegliches Rumgeblöke ist, wenn man selber schlafen will bzw. muß.

Das Wecken Einzelner oder eines Zuges für die Schicht besonders für den Frühaufzug (ca.2.30 Uhr) geschah außergewöhnlich rücksichtsvoll - fast könnte man sagen: liebevoll. Trotzdem ist mir nicht erinnerlich, daß deswegen jemand weitergeschnarcht hätte - irgendwie hat das immer reibungslos geklappt.
Gegenseitige und Selbsterziehung sowie Gewohnheit standen für dieses Funktionieren wohl hilfreich zur Seite ...?!

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
Adam und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#32

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 22:43
von mibau83 | 820 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #29
Kann mir vorstellen, dass bei der Kompaniesicherung der UvD Sackgang hatte. Waffenkammer auf, Waffenkammer zu. Wecken, für Ruhe sorgen und die innere Ordnung durchsetzen.
Bei der Bataillons sicherung war immer 8 h totale Ruhe auf der GK.



kompaniesicherung war schon ok. zwar keine 8 h totale ruhe, aber dafür 24 h relative ruhe. wachdienste im objekt gingen 24 stunden da wo ich war (von 16 uhr bis nächster tag 16 uhr).
uvd und guvd wechselten sich ab, nachts war in der regel der guvd drann.
3 we`s standen abwechselnd am tor, 2 h wache, 2 stunden bereitschaft neben uvd oder guvd. ruhezeit wurde dann im ganzen genommen.


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.01.2015 22:46 | nach oben springen

#33

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 23:08
von damals wars | 12.117 Beiträge

Zitat von ratata im Beitrag #27
Ich war immer bedient ,wenn es hieß , UVD . Da hatte ich wirklich keine Ruhe , am Tage nahm mir niemand die Waffenkammer ab , da ich ja selber dafür verantwortlich war .Das war immer ein Theater wenn die Züge reinkamen . Waffen annehmen , dann wieder ausgeben zum Reinigen . da war man immer schön beschäftigt .
Für die nächtliche Wärme , Duschwasser war der UVD verantwortlich . Nachtruhe gab es bei uns damals nicht . Nach den 24 Std hatte man meistens Dienstfrei , ratata

Bei uns wurde die Waffenkammer nur aufgeschlossen, die Waffe, die Magazine und das DF brachte man selbst rein und raus.
Die Waffenkarten waren vorzuzeigen. Der Waffenuffz. Beobachtete das nur nur.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#34

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 27.01.2015 23:13
von damals wars | 12.117 Beiträge

Waffenreinigen erfolgte am Sonnabend zu Helgas Topmusik/Berliner Rundfunk😜


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#35

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 28.01.2015 22:51
von EK82I | 869 Beiträge

UvD und sein Gehilfe,oft waren auch die Gefreiten dran.Ausser des nachts, eher ein Sackstandposten.In der Butze mit dem OB62 beschäftigt,wenn die A Gruppe raus musste.Dann der Rummel wenn die Kompanie raus musste und wieder rein kam.Am schlimmsten aber,wenn ein Anruf kam,dem sich eine Alarmauslösung anschloss. Das ist mir glücklicherweise erspart geblieben,anderen nicht. Ansonsten teilten sich UvD und sein Helfer die Schicht,was auch kein Problem war.WE war eher stressig,wegen dem schon erwähnten Wechselrytmus.


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#36

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 18.02.2015 20:30
von freddchen | 58 Beiträge

Guten Abend,

ich habe genau das Ende der DDR an der Grenze in Thüringen erlebt. UvD/GUvD/WE waren bei uns 12-Stunden-Dienste (7-19, 19-7 Uhr; jeweils 1 UvD, 1 GUvD, 2 WE/Schicht). Als UvD wurde bei uns auch schon mal ein Soldat herangezogen.

Wahrscheinlich war das einfach der SEHR dünnen Personaldecke geschuldet. Wenn wir Glück hatten (und nichts dazwischen kam!) hatten wir 1 Mal im Monat (24 Stunden) dienstfrei. Die vorgeschiebenen Ruhezeiten waren nur schwer einzuhalten. Es gab Mitstreiter, die waren manchmal zu drei Diensten gleichzeitig eingetragen, um den Plan vollzumachen (z.B. diverse Alarmgruppen).

Ich selber war UvD als Soldat in der Silvesternacht 1989/90. Da lag schon Endzeitstimmung in der Luft, es gab (auch in dieser Nacht) die provisorischen Grenzübergänge und der verabreichte Alkohol während des Dienstes hatte u. a. bei unserem Polit durchschlagende Wirkung (4 Mann, 4 Ecken...).

Für die einfachen Soldaten waren die Veränderungen damals noch am einfachsten zu bewältigen. Ich konnte als einer der ersten schon nach 12 Monaten den Heimgang antreten. Anfang Januar 1990 hieß es ohne Vorwarnung, dass mein Semester in zwei Wochen verabschiedet wird. Ein halbes Jahr war eigentlich noch offen. Wer damals Berufssoldat war oder als Uffz. ein Studium mit speziellem Hintergrund angestrebt hatte stand da oft vor einem Scherbenhaufen.

UvD und GUvD wurden noch relativ neutral absolviert, WE war aber der unbeliebteste Job auf der ganzen Kompanie. Hierzu wurden bevorzugt Soldaten herangezogen, die nicht fürs Gebiet bestätigt waren (z.T. nie wirklich an der Grenze waren) und Frischlinge. Es konnte aber jeden treffen.

Als WE war man ein echter Tausendsassa: Klickklack, Magazin rein (zwei Stunden Wache am Tor, zwei Stunden Innendienst im Wechsel); tagsüber zur Verfügung aller Vorgesetzten, inkl. Servieren des Mittagessens für die Herrschaften und was sonst noch anfiel; nachts wurden Reviere verteilt, die der Trostlosigkeit dann die Krone aufsetzten. Naja, 2 Uhr morgens die Flure keulen... Kann sich jeder vorstellen.

Auch wenn man im Grenzdienst selbst richtig verheizt wurde, WE war mit Abstand das Unbeliebteste...


Schlutup und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.02.2015 20:33 | nach oben springen

#37

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 18.02.2015 23:58
von andyman | 1.872 Beiträge

Zitat von freddchen im Beitrag #36


Als WE war man ein echter Tausendsassa: Klickklack, Magazin rein (zwei Stunden Wache am Tor, zwei Stunden Innendienst im Wechsel); tagsüber zur Verfügung aller Vorgesetzten, inkl. Servieren des Mittagessens für die Herrschaften und was sonst noch anfiel; nachts wurden Reviere verteilt, die der Trostlosigkeit dann die Krone aufsetzten. Naja, 2 Uhr morgens die Flure keulen... Kann sich jeder vorstellen.

Auch wenn man im Grenzdienst selbst richtig verheizt wurde, WE war mit Abstand das Unbeliebteste...


@freddchen
Das hätte sich zu anderen Zeiten keiner getraut,nachts Reviere verteilen und ihr habt das 90 noch mitgemacht?Das ist doch Bullshit.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
nach oben springen

#38

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 19.02.2015 09:43
von Duck | 1.741 Beiträge

UvD und Objektwache war so ziemlich der langweiligste Job auf der GK gewesen, lieber hundertmal Grenzdienst dafür. Leider hatte man auch als Gefreiter oft die "Ehre" gehabt UvD zuhaben.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#39

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 19.02.2015 11:24
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #38

A.) UvD und Objektwache war so ziemlich der langweiligste Job ..., lieber hundertmal Grenzdienst dafür.
B.) Leider hatte man auch als Gefreiter oft die "Ehre" gehabt UvD zuhaben.

Stimme Dir im Wesentlichen zu, @Duck - dennoch zwei Bemerkungen.
Zu A.) Bei längerandauernden "Naßkalt"-Wetterperioden empfand ich es als recht "erholsam", mal für 24 Stunden nicht naß zu werden und auch die Klamotten richtig trocken zu kriegen. Einen Trockenraum hatten wir zwar wohl, aber da hätte ich meine Sachen nicht (unbeaufsichtigt) hängen lassen.

Zu B.) Die Tatsache, daß auch Gefreite UvD waren, sorgte doch dafür, daß diese Tätigkeit von uns unteren Chargen nie in Frage gestellt wurde.
Es gab kein Putschen oder sonstiges Rumdiskutieren - jeder EK wußte, daß er auch mal dran sein kann! Und von daher stellte er - aus eigener Erfahrung als "Untergebener" - keine unrealistischen Forderungen. Andersherum wußte man auch, daß man es dem UvD praktischerweise nicht unnötig schwer machen sollte (auch im eigenen Interesse).

Vergleicht man das mit dem GAR, dann war es dort doch so, daß UvD fast immer die UaZ (Gruppenführer) waren, die man "naturgemäß" eher als Gegner betrachtete und sich ihnen - wo es ging - verweigerte ("Abducken" u. ä.).
Der Soldat hatte dort keinen Einblick in die Notwendigkeiten/Schwierigkeiten des UvD-Dienstes und die Uffz.e (zumindest, wenn sie schon länger dort waren) kaum noch Empathie für die Belange des im Hamsterrad der Massenausbildung strampelnden GWDler.

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.02.2015 11:25 | nach oben springen

#40

RE: Der UvD in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 19.02.2015 13:59
von gitarre52 | 126 Beiträge

hallo,
zu meiner zeit stellten nur uffze den uvd, jedenfalls 72/73 in rothesütte,so wie ich meine mich zu erinneren.

mfg klaus


nach oben springen



Besucher
33 Mitglieder und 102 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 2364 Gäste und 157 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557248 Beiträge.

Heute waren 157 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen