#21

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.09.2010 08:13
von sentry | 1.108 Beiträge

Freundlich bestimmter Respekt würde ich sagen. Mit einem kleinen Kopfnicken oder Lächeln konnte man eine Menge entspannen.

Aber wie LEGO so schön sagte:

Zitat
Es gab da in meinen Augen nur die Befürchtung eines plötzlichen Lagewechels. Und was wäre dann passiert?



Den Gedanken hatte ich natürlich auch. In Marienborn stand man sich eben gelegentlich nur wenige Zentimeter gegenüber und "Lagewechsel" kann ja eine Menge bedeuten, z.B. schon einen plötzlichen Fluchtversuch. Also hat man versucht, locker aber souverän und zu allem bereit zu wirken und hat immer schön aufgepasst, ob sich irgendwas zu entwickeln droht.
Auf Ansprachen konnte man allerdings an der Linie nicht reagieren, weil immer ein eigener Offizier dabei war.

Wenn einem da sein Gegenüber ein bisschen komisch vorkam oder dämliche Bemerkungen gemacht hat, ist man lediglich ein Stück weg gegangen und hat nicht reagiert. Zu kritischeren Begebenheiten ist es in meinen Schichten nicht gekommen.
Aus dem Verhalten unserer Gegenüber konnte ich allerdings selten mehr als ebenfalls Respekt ableiten. Gelegentlich eine Prise Verachtung oder Überheblichkeit, ok, sind ja auch alles nur Menschen, aber Hass oder auch Angst habe ich nicht erkannt.

Bei den durchreisenden Alliierten muss man sicher die Routiniers, die regelmäßig kamen, von den Frischen unterscheiden, die vielleicht das erste Mal einreisten.
Erstere waren auch meist militärisch korrekt und respektvoll. Sehr häufig wurden die Posten aus den vorbeifahrenden Fahrzeugen gegrüßt. Ich habe zumindst versucht, immer zurückzugrüßen, also Hand an die Mütze oder wenigstens ein Kopfnicken.
Bei Glatten, die gelegentlich in Bussen oder Zügen durchgekarrt wurden, gab es allerdings alle Facetten menschlicher Reaktionen - also neben den bereits beschriebenen auch Angst, Abenteuerlust und einfach nur Neugier. Für so einen GI aus Montana sind wir sicher das leibhaftige Schreckgespenst des Kommunismus gewesen Das haben wir natürlich liebend gerne durch cooles Auftreten und lässiges Tragen der berüchtigten AK-47 noch ein bisschen befördert.
Mit unseren Uniformen, 'ner Sonnenbrille, schwarzen Handschuhen und den glänzenden Reitstiefeln konnten wir wohl auch einige andere Assoziationen auslösen, die die sonst nur aus Filmen und Granpas Erzählungen kannten.


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#22

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 03.09.2010 23:52
von Zkom IV | 323 Beiträge

Ich habe die Jungs von den GT nie als Feind in dem Sinne gesehen.Allerdings hatte ich immer großen Respekt. Nun kam es leider kaum zu engeren Begenungen. Ich hatte nie Kontakt zu GAKs, außer bei Baumaßnahmen. Da war man allgemein eigentlich recht entspannt. Habe mal bei solchen Bauarbeiten (Tausch von Mauerteilen) etwa fünf Meter von einem GAK in meinen tollen VW Zoll Bulli gesessen und ihm aus der Fußball Woche (Westausgabe) vorgelesen. Das hat ihn recht belustigt. Dann habe ich aber auch die Ost-Fußball Woche dabei gehabt und auch hier was vorgelesen. Da hat er sich natürlich gewundert, wie ich zu so einer Zeitung kam. Habe ich dann auch kurz erkärt: Getauscht West FuWo gegen Ost Fuwo und das ich damals schon Fan des 1.FC Union war. Natürlich war das kein Gespräch, sondern eher ein Monolg von mir. Ich merkte jedoch an der Körpersprache das man mir interessiert zuhörte, an uns an war auch ein Lächeln zu erkennen. Habe mich über solche Kontakte, waren sie auch noch so klein, immer sehr gefreut. Umso schöner das man jetzt hier nach so vielen Jahren mal ganz offen über alles reden kann.
Gruß Frank



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#23

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.09.2010 10:56
von VNRut | 1.486 Beiträge

Ich habe die Leute vom Berliner Zoll und WB-Polizei auch nie als Feinde in dem Sinne angesehen. Für mich waren es Deutsche, die wie ich als Grenzsoldat ihren Dienst tun. So gab es öfters mal kleine Kontaktaufnahmen wie Begrüßungen, Bandmaß wedeln, Zurufe a la "Schönes Wetter heut, ruhige Schicht" etc.

Respekt hatte ich nur vor den Alliierten egal von welcher Seite, ob Briten, Amerikaner, Franzosen oder (Fahnenflüchtige) Russen . Schon weil uns die Briten gern mal ihr Geschütz zeigten. Dann war der Pulsschlag mächtig erhöht und man versuchte mit Thermoskanne bzw. DR-Heizkörper (als Waffen-Attrappen) die Besatzer in die Flucht zu treiben.

Im nach hinein war diese (dumme) Situation gefährlich. Immerhin standen wir an einer Nahtstelle zwischen NATO und Warschauer Pakt, an dem ein Funke gereicht hätte um einen 3.WK auszulösen.

Gruß VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#24

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.09.2010 12:12
von Retter (gelöscht)
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Ich habe BGS und Zoll beneidet.Sie lebten in einem freien Land,und die Welt stand offen.ich war nicht freiwillig an der Grenze,wahrscheinlich nur weil ich verheiratet war und schon ein Kind hatte.Wenn es nähmlich nicht so gewesen wäre hätte ich die Chance mir nicht entgehen lassen.


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#25

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.09.2010 12:25
von bruno | 598 Beiträge

im politunterricht (2 mal im monat 8 stunden) hat man schon versucht
eine gewisse distanz zum bgs aufzubauen. weil ja der bgs sehr oft "unmilitärisch"
seinen dienst an der grenze versah (z.b. jacke auf, ärmel hochgekrempelt),
wir sollten uns ja nicht davon blenden lassen, das wäre nur show für uns in wirklichkeit
ginge es beim bgs auch ganz anderst zu. man hat uns auch gewarnt, über den zaun
geworfenen zigarettenschachtel, tafel schokoladen usw aufzuheben, versteckt sitz auf
der anderen seite einer mit einem fotoapparat und am nächsten tag wäre das bild in
der "bild".


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#26

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.09.2010 13:57
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von bruno
im politunterricht (2 mal im monat 8 stunden) hat man schon versucht
eine gewisse distanz zum bgs aufzubauen. weil ja der bgs sehr oft "unmilitärisch"
seinen dienst an der grenze versah (z.b. jacke auf, ärmel hochgekrempelt),
wir sollten uns ja nicht davon blenden lassen, das wäre nur show für uns in wirklichkeit
ginge es beim bgs auch ganz anderst zu. man hat uns auch gewarnt, über den zaun
geworfenen zigarettenschachtel, tafel schokoladen usw aufzuheben, versteckt sitz auf
der anderen seite einer mit einem fotoapparat und am nächsten tag wäre das bild in
der "bild".


Du meinst bestimmt das bekannte "Feindbild" vom Gegner,der nur darauf wartet,anzugreifen.So war es ja nicht.



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#27

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.09.2010 14:35
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von bruno
im politunterricht (2 mal im monat 8 stunden[shocked]) hat man schon versucht
eine gewisse distanz zum bgs aufzubauen. weil ja der bgs sehr oft "unmilitärisch"
seinen dienst an der grenze versah (z.b. jacke auf, ärmel hochgekrempelt),
wir sollten uns ja nicht davon blenden lassen, das wäre nur show für uns in wirklichkeit
ginge es beim bgs auch ganz anderst zu. man hat uns auch gewarnt, über den zaun
geworfenen zigarettenschachtel, tafel schokoladen usw aufzuheben, versteckt sitz auf
der anderen seite einer mit einem fotoapparat und am nächsten tag wäre das bild in
der "bild".



2 mal 8 stunden politschulung? da wart ihr aber arg dran
ich kenne nur einmal im monat 8 stunden


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#28

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.09.2010 20:02
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von Ernest

Zitat von LEGO
Hallo Herbert,

alles richtig, was Du so schreibst.

Aber warst Du und Deine Kollegen nicht diejenigen, die die "arme DDR-Bevölkerung" von einem Seitenwechsel notfalls mit Waffengewalt abhalten sollten/wollten?

Ich gestehe, dass ich die DDR-Grenzer (auch wenns Wehrpflichtige waren) doch schon so einschätzen musste.

Ich will mich aber hier gerne belehren lassen.

Gruß LEGO



=============================================

Hallo LEGO

So gesehen hast du natürlich recht. Ich bin auch nur von meiner persönlichen Einstellung ausgegangen, so wie ich es damals empfunden hatte.
Das vor mir keiner Angst haben brauchte, wußte natürlich keiner. Es konnte ja niemand in meinen Kopf schauen.
Naja und heutzutage ist eh alles egal....ist Vergangenheit.

Gruß
Herbert



---------------------------
Das ist auch alles nicht so einfach auf die Reihe zu bringen. Ob es jeder bemerkt hat oder ob er resistent gegen die permanente Rotlichtbestrahlung war? Irgend etwas wird wohl bei Jedem auf jeder Seite hängengeblieben sein. Und dann auf einmal war alles Quatsch und nicht so gemeint - April, April? Ich liebe doch alle Menschen.

Die jetzige Generation wird wohl erst 1,80 tief liegen müssen bevor da Ruhe einkehrt, wenn überhaupt.

Kleine Leseprobe gefällig? Bitte auch die Fussnoten beachten.

Mike59

Angefügte Bilder:
zuletzt bearbeitet 04.09.2010 20:05 | nach oben springen

#29

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.11.2010 22:25
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von LEGO
Ich möchte kurz meinen Eindruck aus meiner Grenzzeit 1974 - 1982 loswerden:

Wir hatten eigentlich so gut wie keinen Kontakt. Grüße oder Gesprächsangebote, die wir machten, wurden wie schon geschrieben, in der Regel nicht beantwortet.
Gelegentlich bekam man ein Maßband gezeigt.

Da die Distanz ja in der Regel auch immer einige -zig Meter war, war der Kollege auf der anderen Seite nicht viel mehr als ein kurzer Vermerk im Streifenbericht. Leider!



Ich war von 1978 bis 1981 Grenzsoldat der Grenztruppen der DDR. Auf Handschüttelreichweite kam man sich nie, das liegt am pioniertechnischen Ausbau der Staatsgrenze erst kam ein 9 m Kontrollstreifen häufig noch ein 10 m breiter Minengürtel und auch dann war die DDR noch nicht zu Ende bis zur Grenzsäule waren es gut und gerne nochmals 10 bis 20 m.
In unseren Kompaniejargon war der BGS der "Franzmann" und die vom Grenzolldienst hießen bei uns "Zetti". Meistens hat man kurz mal aufgemerkt kurzes Hallo und das wars, ehrlich gesagt wäre es mir auch zu doof, durch gegenseitiges rüberbrüllen Kontakt aufzunehmen oder gar aufzubauen.
Ich kann mich noch erinnern, wir waren auf Fußstreife immer den Kolonnenweg entlang. Paralell dazu fuhr der Franzmann mit dem Motorrad Streife. Einer der Franzmänner rief über die Grenze: "Eh ihr müßt mal wieder zum Friseur". Mittags ging es wieder in die Kaserne. Überraschender Weise kam der Kompaniechef auf mich zu und meinte: "Genosse Unteroffizier, sie müßten mal wieder zum Friseur". Hatte der Alte etwa einen heißen Draht zum Franzmann
Häufig wurden Signale mit der Taschenlampe rübergeblinkt, (grünes Licht = ok, rotes Licht = leck mich)


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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zuletzt bearbeitet 16.11.2010 23:17 | nach oben springen

#30

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.11.2010 23:12
von eisenringtheo | 9.181 Beiträge

Gibt nur wenig Bilder, wo Grenzer miteinander reden, wie mir scheint:
http://www.grenze-luebeck.de/13707.html
Theo


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#31

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.11.2010 01:21
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat Eisenringtheo:
"Gibt nur wenig Bilder, wo Grenzer miteinander reden, wie mir scheint:"

Es gab ja auch nur wenige Dinge, die für Dienstort, Dienstgrad und Dienststellung so gefährlich waren wie Bilder, auf denen zu sehen war, wie Grenzer miteinander reden. Damit wären "Kontaktaufnahmen" nachweisbar gewesen. "Ungesetzliche Kontaktaufnahmen" aber konnten als versuchte Spionage oder auch allgemein als Straftat verfolgt werden.
Nach unserer Überzeugung hätte es auch nichts gebracht, wenn diese Bilder nur auf Westseite entstanden. Denn einmal waren wir überzeugt, dass nahezu jedes Bild der Westseite irgendwann unserer Aufklärung unter die Finger geriete und andererseits hätten die Unvorsichtigkeit und der Drang nach spektakulären Bildern es leicht gemacht, notwendige Beweise zu sammeln.
Wenn Fotoapparate in der Nähe waren, man damit rechnen musste, hat man sich also äußerst vorgesehen.
Und dann sollte auch nicht der Eindruck entstehen, ansonsten wäre "Polen offen gewesen". Es gab in aller Regel eben durchaus eine gewisse Distanz zwischen uns. Daran haben haben "gemeinsame" Einsätze wie zum Beispiel anläßlich des Baues der Barierren 1984/85 durch den BGS, Kontrollen der Grenzmarkierungen oder gar die Grenzkommission nur zeitweise etwas geändert.
Praktisch herrschte durchaus durchgehend Sendepause. Ja.
Wenn Absprachen notwendig waren, hat man gewissermaßen in der dritten Person aneinander vorbeigeredet. So mit dem Posten bzw. dem Kollegen gesprochen, dass sowohl er wie auch der zuhörende BGS-Mann wußten, wer und was gemeint ist aber niemand etwas nachweisen konnte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#32

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 08.02.2014 19:26
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo!
In Berlin war es weniger der BGS,sondern die Polizei,die auf den Beobachtungstürmen sassen. Mit der Zeit kannte man sich und man grüßte sich.
Gespräche gab es auch,es kam aber immer auf den zweiten Mann an.Manchmal flog auch eine Zigarettenschachtel über die Mauer,leider landete sie meistens zwischen den Zäunen.Für uns nicht zu erreichen.


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#33

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.02.2014 18:14
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Wer war nicht neugierig und an Gesprächen interessiert?

Aber es war verboten und man hat es kaum gewagt, Kontakt aufzunehmen. Das hätte als Vorbereitung zur Fahnenflucht ausgelegt werden können.

Nur deswegen habe ich es nicht getan. Das wehrpflichtige Dienen der DDR spielte dabei bei mir keine rolle Rolle.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#34

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.02.2014 20:03
von Linna | 189 Beiträge

War 1970- bis 71 am Draht in der GK Eishausen. Ein alter Stabsfeldwebel erzählte uns von seiner Vergangenheit
bei der Grenzpolizei. Oft haben sie mit Angehörigen der Bayrischen Grenzpolizei Skat gespielt und sich bei Kontrollen
durch Amis/Russen gegenseitig versteckt, es gab keinerlei Feindgefühle.



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#35

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.02.2014 20:53
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von Linna im Beitrag #34
War 1970- bis 71 am Draht in der GK Eishausen. Ein alter Stabsfeldwebel erzählte uns von seiner Vergangenheit
bei der Grenzpolizei. Oft haben sie mit Angehörigen der Bayrischen Grenzpolizei Skat gespielt und sich bei Kontrollen
durch Amis/Russen gegenseitig versteckt, es gab keinerlei Feindgefühle.


Ja, unser Spieß (1967 schon 18 Jahre dabei) soll angeblich noch 20,-Mark Skatschulden bei einem Westberliner Zöllner haben.



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#36

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.02.2014 21:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zu meiner Zeit 1970, war ich im GR und hatte da wenig" Feind Berührung", aber die Zivilangestellten die meisten davon waren früher bei der KVP(Grenze). Die erzählten, das zu ihrer Zeit es üblich war mal kurz rüber zu machen und etwas als Beweiß mit zu bringen. Da kamen schon mal einer, es wurde ja auch mit dem Feind getrunken,mit der falschen Waffe oder Kopfbedeckung zurück! Aber auch später gab es schon einige Sachen z.B. die Doko mit dabei gewesenen Personen ( Skat unterm Stacheldraht). Nur mal googeln!
Grüsse Steffen52


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#37

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 09.02.2014 23:09
von Gelöschtes Mitglied
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Nach Erzählungen der Alten,haben sie damals Zettel rüber gereicht,darauf stand,was sie brauchten.


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#38

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.11.2014 09:34
von IM Kressin | 918 Beiträge

Während meiner Dienstzeit an der DDR-Grenze war ich häufig zugegen bei Grabenreinigungsarbeiten der Boize in meinem Grenzabschnitt.

Das Verhalten der Angehörigen der Grenztruppe gab nie Anlaß für Beschwerden, bis auf die Tatsache, daß ein Gruß nur vom eingesetzten Arbeitskommando erwidert wurde, indessen nie von der Grenztruppe.

Ich bin davon ausgegangen, daß auf Grund der Vielzahl der eingesetzten Kräfte dies wegen anzunehmender Observation nicht möglich bzw. erwünscht war.

Nicht die geringste Andeutung eines Grußes von GT-Angehörigen, die feindwärts im Einsatz waren. Bei Streifentätigkeit auf dem KW erfolgte ab und an ein Winken.

Wenige Tage nach der Öffnung der GÜSt Zarrentin II bei Marienstedt, verrichtete ich mit dem Kollegen, mit dem ich auch schon die Grenzöffnung bei Mustin erleben durfte, gemeinsam Nachtdienst VM (Vor Mitternacht).

Die GÜSt Z. II war nur Tagsüber geöffnet, wir fuhren im Rahmen des Streifendienstes an den Schlagbaum Sophiental und
kamen dort mit einem Lt. der GT, einem Postenführer sowie einem weiteren Soldaten ins Gespräch über Ausrüstung, Fahrzeuge der Grenztruppe usw. .

Mein Kollege äußerte völlig unbefangen den Wunsch, einmal mit einem Trabant, den er nur aus der Ferne kannte, mitzufahren.
Zu meiner Überraschung ging der Lt. darauf ein und bat darum, ebenfalls mit dem Zollbus fahren zu dürfen.

Nun stand ich in Zugzwang.
Mittlerweile war es nach 22.00 Uhr und ich beorderte die NM- (Nach Mitternacht) Streife an den Schlagbaum Sophiental, ohne jedoch den Grund zu benennen.
Wir setzten unser Vorhaben in die Tat um und tauschten die Besatzungen.
Mein Kollege und ich, ausgerüstet mit MP5 und Funkgerät, gingen mit dem Postenführer und einem weiteren Soldaten ostwärts und bestiegen den auf dem Kolonnenweg abgestellten Grenztrabant.

Der Leutnant setzte sich an das Steuer unseres VW-Busses, lobte „die weiche Schaltung“ und fuhr mit unserer Streife in westliche Richtung.

Mit dem Trabant fuhren wir auf dem Kolonnenweg bis in Höhe des Zecherer Weges. Zu meinem Erstaunen war der Kolonnenweg recht holprig, der Trabant, robust, steckte dies jedoch sehr gut weg.

Gern wäre ich bis Marienstedt gefahren, der Postenführer lehnte dies ab, weil, wie er schilderte, zu diesem Zeitpunkt der „Polit“ sich dort aufhielte.
Die Wende hätte dieser Mann noch nicht verarbeitet.

Für einen kurzen Augenblick wurde mir erstmals bewußt, wie skuril unsere Lage war.
Die Zeit verging im Flug, nach ca. einer Stunde oder wenig länger, trafen wir wieder dort zusammen, wo wir uns aufteilten.
Wir trafen nicht wieder zusammen, die PKE übernahm zu einem späteren Zeitpunkt die Abfertigung.


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#39

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.11.2014 11:25
von furry | 3.580 Beiträge

Eine Frage an die Grenzschützer und Zöllner West. Mehrfach wurde hier schon geschrieben, dass die Erwiderung eines Grußes oder ein kurzer Wortwechsel durch die Grenzer Ost, bei Schichtende in der Grenzkompanie bekannt war bzw. von westwärts gemachte Fotos vorgelegen haben.
Auf welchem Weg konnten diese Infos kurzfristig in die Grenzkompanie gelangen?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#40

RE: Verhältnis BGS und Grenzsoldaten

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.11.2014 11:31
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von furry im Beitrag #39
Eine Frage an die Grenzschützer und Zöllner West. Mehrfach wurde hier schon geschrieben, dass die Erwiderung eines Grußes oder ein kurzer Wortwechsel durch die Grenzer Ost, bei Schichtende in der Grenzkompanie bekannt war bzw. von westwärts gemachte Fotos vorgelegen haben.
Auf welchem Weg konnten diese Infos kurzfristig in die Grenzkompanie gelangen?


Habs schon mal geschrieben, im KC Zimmer hat mir der mal ein Bild unter die Nase gehalten wo ich bei einer sehr legeren Dienstdurchführung an einem heißen Sommertag aus der Luft geknipst wurde, eine Mi war aber an dem Tag nicht unterwegs, nur eine Stahluette und wir dachten von der geht nun keine Gefahr aus, haben sogar noch diesen gemacht, da brannte ganz schön die Luft.
Irgendwie gab es da schon heiße Drähte.


zuletzt bearbeitet 24.11.2014 11:36 | nach oben springen



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