#81

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 17:45
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Reinhardinho im Beitrag #69


Die bipolare affektive Störung (früher bekannt unter der Bezeichnung manisch-depressive Erkrankung) ist eine psychische Störung und gehört zu den Affektstörungen. Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und extreme zweipolig entgegengesetzte (bipolare) Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit über dem Normalniveau abwechselnd in Richtung Depression oder Manie reichen.

Leben mit der bipolaren affektiven Störung - Wie bei anderen Krankheiten gibt es leichtere oder schwerere Verläufe. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser. Mit Erkennen der Frühwarnzeichen und Gegensteuern und Medikation kann man ein erfülltes Leben führen. Bei einem großen Teil der Patienten wird die berufliche und soziale Mobilität nicht wesentlich beeinträchtigt.



1967 sang Jimi Hendrix darüber. Allerdings:

Music critic William Ruhlmann describes the lyrics as "more an expression of romantic frustration than the clinical definition of manic depression


Other musicians who have recorded "Manic Depression" include: Jeff Beck with Seal, Besh o droM, Blood, Sweat & Tears, Bonerama, Carnivore, Clawfinger, Larry Coryell, Tanya Donelly, Katharina Franck, Jan Hammer, Ben Harper, David Ryan Harris, Eric Johnson, King's X, Yngwie J. Malmsteen, Nomeansno, Red Hot Chili Peppers, Styx, Type O Negative, Stevie Ray Vaughan, Rozz Williams and Gitane Demone.[3]


Manic depression - Jimi Hendrix (lyrics)



http://www.lyricsfreak.com/j/jimi+hendri...n_20071683.html


zuletzt bearbeitet 23.01.2015 17:47 | nach oben springen

#82

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 18:08
von passport | 2.638 Beiträge

Hier ein besonderer exemplarisch - eingebildeter - stasiverfolgter - psychischvergewaltigter Edelmensch der besonderen Klasse

Er heisst Heinz Eggert. Der war sogar mal nach der Wende sächsischer Innenminister ! Aber nicht sehr lange

Selbst der Spiegel, bestimmt nicht im Verdacht stehend DDR-freundlich zu sein, kam nicht drumherum zu fragen ob H. Eggert gelogen hat.

Hier der Bericht :


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680437.html




passport


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 18:46
von Gelöschtes Mitglied
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Hier einmal eine andere persönliche Schilderung. Ohne weiteren Senf von mir:

http://www.mydays.kilu.de/1024/mydays/re_klar/ra.htm

ausgehend von dieser Seite:

http://ddr-psychiatrie-mfs.blogspot.de/2...reunde-die.html

...und das gehört auch dazu

http://www.sgipt.org/forpsy/PsyMissbr/MisPsychiat.htm#DDR


zuletzt bearbeitet 23.01.2015 19:00 | nach oben springen

#84

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei


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#85

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:03
von rotrang (gelöscht)
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Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei

Rei sag mal, alle beisammen hast Du noch. Oder


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#86

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von rotrang im Beitrag #85
Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei

Rei sag mal, alle beisammen hast Du noch. Oder

Ja,habe ich noch,leider.
Selbst erlebt und gesehen.
Danke schön


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#87

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von rotrang im Beitrag #85
Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei

Rei sag mal, alle beisammen hast Du noch. Oder


Das sollte der Thread nun wirklich nicht "bewirken/verursachen"

Bis auf einen leichten Schwindel, ich lüge nicht, ist noch nichts passiert.
Der teils beschriebene, ganz normale Wahnsinn färbt nicht ab.


zuletzt bearbeitet 23.01.2015 22:11 | nach oben springen

#88

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:07
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #86
Zitat von rotrang im Beitrag #85
Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei

Rei sag mal, alle beisammen hast Du noch. Oder

Ja,habe ich noch,leider.
Selbst erlebt und gesehen.
Danke schön


Dann erzähle mal bitte mehr.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#89

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie in der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:09
von damals wars | 12.183 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #62
Ich habe dich schon verstanden.
Was mir noch eingefallen ist, meine beste Schulfreundin lernte Krankenschwester und kam nach der Ausbildung wieder in unser Heimatörtchen zurück. Sie fing in einem Pflegeheim (unser Einziges im Ort) an...nannte sich wimre Feierabendheim. Dort hat sie sich bis an die Spitze hochgearbeitet. Einige Bewohner waren Langzeitpatienten mit z.B .Trisomie 21, auch an Schizophrenie Erkrankte lebten da. Sie lebten also zwischen und mit den "Alten". Ich fand das Konzept garnicht schlecht.


Die Alten fanden das aber nicht so gut. In Bad Dürrenberg war dasselbe Konzept, der Kommentar war: Ich bin alt, aber nicht behindert.
Auch meine Oma fande die sabbernden Mitbewohner an ihrem Tisch im Heim nicht erbaulich.
Und vor den Besuchen der an Demenz erkrankten hatte sie Angst!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#90

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:11
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

... so, jetzt muss ich auch mal ... (was schreiben)
Das Thema ansich ist schon sehr interessant (weil soweit weg von Normalität- aber wer weiss schon, was das eigentlich ist..?)
Ich kann auch Reinhardinhos Gründe fürs einstellen nachvollziehen ("..endlich mal drüber reden..."- ich komme darauf bei Bedarf noch mal zurück, hat was ähnliches wie Rainmans Geschichte von der Doppelgeburt..)- aber:

Ich glaube, dass dies notwendigerweise eine Diskussion der Blinden über die Farben bleiben muss- es sei denn, jemand meldet sich und sagt, "Ich war von Jahr x bis Jahr y in der Anstalt sowieso und habe folgendes erlebt..."
- dann muss mindestens einer sagen: "Ja, ich auch ...")

Das ist wohl nicht zu erwarten...
(auch wenn der "Burn Out" und der "persönliche Psychiater" zumindest nach den Medien heutzutage total gesellschaftsfähig geworden ist... es ist geradezu modern geworden, darüber zu reden.
Aber das geschieht noch viel, viel oberflächlicher als über künstliche Darmausgänge geredet wird.

Siggi
(der überzeugt ist, dass kein einziger Mensch "normal" ist..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#91

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:16
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ABV im Beitrag #88
Zitat von rei im Beitrag #86
Zitat von rotrang im Beitrag #85
Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei

Rei sag mal, alle beisammen hast Du noch. Oder

Ja,habe ich noch,leider.
Selbst erlebt und gesehen.
Danke schön


Dann erzähle mal bitte mehr.

Gruß Uwe


Könnte ich jetzt .
aber nicht hier.Fluchtversuch eines MfS Mitarbeiters,Vopo wendet Schußwaffe gegen Sowjetsoldaten an,Mitropa Kellner Fluchtversuch,
Arnsdorf bei Dresden
Sollte wir uns einmal treffen,dann werde ich vielleicht mal über diese Erlebnisse in dieser Anstalt reden.Bis jetzt habe ich über diese Erlebnisse mit niemand gesprochen.Auch jetzt kommen mir wieder die Tränen,wenn ich daran denke,was damals,dort abging.
Nun,macht weiter so.
Vielen Dank


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.01.2015 22:28 | nach oben springen

#92

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:23
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #90
... so, jetzt muss ich auch mal ... (was schreiben)
Das Thema ansich ist schon sehr interessant (weil soweit weg von Normalität- aber wer weiss schon, was das eigentlich ist..?)
Ich kann auch Reinhardinhos Gründe fürs einstellen nachvollziehen ("..endlich mal drüber reden..."- ich komme darauf bei Bedarf noch mal zurück, hat was ähnliches wie Rainmans Geschichte von der Doppelgeburt..)- aber:

Ich glaube, dass dies notwendigerweise eine Diskussion der Blinden über die Farben bleiben muss- es sei denn, jemand meldet sich und sagt, "Ich war von Jahr x bis Jahr y in der Anstalt sowieso und habe folgendes erlebt..."
- dann muss mindestens einer sagen: "Ja, ich auch ...")

Das ist wohl nicht zu erwarten...
(auch wenn der "Burn Out" und der "persönliche Psychiater" zumindest nach den Medien heutzutage total gesellschaftsfähig geworden ist... es ist geradezu modern geworden, darüber zu reden.
Aber das geschieht noch viel, viel oberflächlicher als über künstliche Darmausgänge geredet wird.

Siggi
(der überzeugt ist, dass kein einziger Mensch "normal" ist..)




Siigi, ich finde Deinen Beitrag sehr gut. Aber ich bitte Dich zu bedenken, das das große Heer der Psychiater, Psychologen auch darüber reden muss, die sich auch, z.B. auf Symposien, austauschen. Schon in der Uni wird darüber geredet. Mit den Blinden und den Farben mag es für dieses Forum gelten, Dein Einwand ist hier sehr berechtigt. Bei den anderen, den Fachleuten, würde ich sagen, die Einäugigen unter den Blinden.


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#93

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:26
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

... ich meinte natürlich diese Diskussion hier ..

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#94

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:29
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #93
... ich meinte natürlich diese Diskussion hier ..

Siggi


Klar, hatte ich ja auch so verstanden. Danke.


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#95

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 22:50
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei


um auf den Film zurückzukommen,
warum wollte der Typ unbedingt in die Irren-Anstalt?,
und ein abtrünniger MfS-ler im Strafvollzug?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#96

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 23.01.2015 23:03
von FRITZE (gelöscht)
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warum wollte der Typ unbedingt in die Irren-Anstalt?,
und ein abtrünniger MfS-ler im Strafvollzug ?


@Lutze Zwei schöne Fragen !


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#97

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 24.01.2015 00:46
von andyman | 1.880 Beiträge

[quote=Reinhardinho|p438742


Klar. Du hast vollkommen recht, wir da allgemein bestimmte abweichende Verhaltensformen als unnormal in einen Topf werfen.das Das Spektrum abweichender Verhaltensformen bis hin zur psychischen Krankheit ist sehr weit gefasst. Die Fachleute können es besser spezifizieren und dafür sind sie ja auch da. Daraus erklärt sich aber auch mein kindlicher Eindruck, das mein Vater nicht weggesperrt hätte werden müssen. Ich habe mich in jeder Situation seines Lebens immer mit ihm gut unterhalten können, auch in seiner Krankheitsphase. Ich glaube, die gesellschaftlichen Zwänge zur damaligen Zeit in so einer kleinen 120 Seelen-Gemeinde zwangen meine Mutter zu diesem Schritt. Die gesellschaftliche Ächtung in einer Siedlung, wo jeder jeden 'kannte', zu kennen glaubte [eine vordergründige Doppelmoral, denn was hinter geschlossener Tür passierte, war egal, fast schon schizophren], war damals besonders groß, konnte man es nicht tagtäglich aushalten, das man immer mit dem Finger auf einen gezeigt bekam, wenn auch nur bildlich gesprochen. "Sieh' mal die, deren Mann ist verrückt". Tiefste Provinz mit provinziellem Denken. Ist das heute anders? Allerdings wird es für mich immer erschreckend bleiben, mit welcher Leichtigkeit man jemanden damals wegsperren lassen konnte. Der Fall Mollath in Bayern zeigt dies aber auch ganz deutlich. Kinder können schon brutal unter einander sein, Erwachsene aber dann noch viel schlimmer.

Gruß Reinhard

Nur ein kleines Büchlein, aber es hilft einem schon, manches besser zu verstehen:
(...wenn man heute auch Herrn Freud ebenfalls vom Sockel als Vater der Psychoanalyse
gestoßen hat und er mittlerweile sehr umstritten ist und er selbst analysiert wurde...)


[/quote]

@Reinhardinho
Hallo.Schön das du dich mit den Krankheitsbildern beschäftigt hast,jetzt wird für uns alle doch einiges klarer.Es gibt heute viele Kinder und erwachsene die mit z.B.Down -Syndrom mitten in der Gesellschaft leben ohne eine Psychiatrieeinrichtung jemals von innen gesehen zu haben und zu Recht,es ist ein Gen Defekt und keine Sache für den Psychiater.Die manisch Depressiven sind nach korrekter pharmakologischer Einstellung unter uns und nicht in psychiatrischen Einrichtungen,von Ausnahmen mit akuten Schüben abgesehen.
Die Ereignisse mit deinem Vater sind in einer anderen Gesellschaftsordnung mit anderen Werten passiert und sind in ihrer Tragweite für deinen Vater sehr tragisch gewesen und lassen den Schluß zu das zu dieser Zeit unter dieser Verantwortung durch staatliche Stellen andere Werte maßgebend waren.
Zu berücksichtigen ist aber auch das inzwischen eine lange Zeit verstrichen ist und die psychologische Bewertung von Krankheitssympthomen eine andere Schlussfolgerung auf Grund der Weiterentwicklung der medizinischen Forschung erwarten lässt.
Nichts desto Trotz ist deinem Vater sicher Unrecht widerfahren und das tut mir leid.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#98

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 24.01.2015 13:22
von Gelöschtes Mitglied
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@andyman und @all

Du hast diesen Thread und meine privaten Schilderungen anhand meiner Erinnerungen hervorragend analysiert, bewertet und rekapituliert. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bei Dir bedanken. Deine Ausführungen erwecken aber auch den Eindruck, alles gesagt, Klappe zu, Affe tot. Ein „Abgesang“ für diesen Thread?

Nach der Pflicht, könnte jetzt aber auch die Kür folgen. Das neuerliche Sehen des Films „Einer flog über das Kuckucksnest“ von Miloš Forman nach mehr als 20 Jahren hat mich stark beeindruckt, besonders die Schlussszenen, wie der Indianer seinen psychisch durch Operation gebrochenen Freund, Jack Nicholson, mit dem Kissen erstickt, weil er erkannt hat, das dieser kein lebenswertes Leben mehr führen werden kann und dann mit dem herausgerissenen Spülstein das Fenster samt Gitter einwirft und die zunächst gemeinsam geplante Flucht allein durchführt. Eine Metapher.


Miloš Forman studierte an der Prager Filmhochschule FAMU und war Anfang der 1960er Jahre einer der tonangebenden Vertreter der Neuen Welle, der früh einen eigenen, vom Cinéma vérité beeinflussten Stil entwickelte. Bereits sein erster abendfüllender Spielfilm Der schwarze Peter (Černý Petr), die Geschichte eines unangepassten Teenagers, wurde ein Erfolg auf mehreren Filmfestivals. Der Film brachte Forman einerseits Kritik durch die kommunistischen Machthaber ein, andererseits ermöglichte er ihm seine erste Amerika-Reise. Der Feuerwehrball (Hoří, má panenko) übte kaum verhüllte Gesellschaftskritik: Der Film handelt von einem Fest, auf dem wegen tölpelhafter Einmischung der Funktionäre alles schiefläuft. Der Film wurde in der Tschechoslowakei nach 1969 verboten.

Als der Prager Frühling durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen wurde, war Forman gerade in Paris, um über seinen ersten amerikanischen Film zu verhandeln. Sein tschechisches Studio behauptete, er habe das Land illegal verlassen und zwang ihn so zur Emigration. Forman ging in die Vereinigten Staaten und nahm 1975 die amerikanische Staatsbürgerschaft an.


Wo bin ich jetzt angekommen? Ich habe endlich einmal über die Fakten der Krankheit meines Vaters „sprechen“ können, in dem ich diese hier veröffentlichte. Also eine gewisse persönliche Aufarbeitung, Verarbeitung, was mir auch sehr gut tat, trotz mancher Kritik von außen, das ich hier mit persönlichen Schilderungen Punkte machen will und diese weit in die Privatsphäre reichenden Darstellungen nicht in die Öffentlichkeit gehören würden. Man warf mir quasie unmoralisches Verhalten vor. Dennoch machte ich es und stehe auch dazu.

Ist dieser Thread damit am Ende angelangt? Ich denke nicht. Während des Schreibens und keine Minute früher, kamen mir Gedanken auch in anderer, politischer Richtung, die von den Post mancher User hier noch unterstützt wurden. Es könnte jetzt der Teil „Uhrwerk Orange“ folgen, der sich, minimiert gesagt, mit der „Therapie“ von sog. Staatsfeinden in der DDR in psychiatrischen Anstalten bzw. durch Psychologen in den Haftanstalten befassen könnte, den Opfern der diktatorischen DDR-Willkürjustiz. Ich spreche dabei bewusst in der Möglichkeitsform, denn das hängt ja nicht von mir allein ab und funktioniert nur mit der Hilfe der User und ihren Zeit zeugenden Erlebnissen bzw. Informationen. Keine Anklage, keine Nachverurteilung, nur eine geschichtliche Aufarbeitung und Dokumentation für die Bildung nachfolgender Generationen.

Diese Opfer gab es. Während ich mich mit diesem Thread beschäftigte, fand ich parallel dazu auch eben diese Opferschilderungen, wo ich ja schon entsprechende Links gepostet hatte. Vor diesem Thread war für mich klar, das durch bestimmte „Behandlungen“ inhaftierter Regimegegner diese psychisch gebrochen werden sollten, wurden, die man dann in Folge an den 'Klassenfeind' für 30 Silberlinge verschacherte, gebrochen wurden auch deshalb, das der 'Klassenfeind' keinen Nutzen mehr von diesen Menschen haben sollte. Ich habe diese bewusst psychisch krank gemachten Menschen dann selbst beim CVJM in Westberlin kennen lernen können.

Das an solchem Tun aber auch Ärzte und psychiatrische Anstalten involviert waren, auf diese Idee kam ich bis dato nicht, obwohl es ja eigentlich nahe liegend war. Ich schob dies in die Schuhe, unterstellte es immer, schrieb es gut gebildeten Stasi-Offizieren zu, ohne groß gedanklich ins Detail zu gehen, was natürlich oberflächlich und vorurteilsbeladen von mir war. Zu sehr war ich mit der Aufarbeitung der Krankengeschichte meines Vaters unter dem Aspekt des willkürlichen, dem eigenen Gutdünken folgend, Wegsperrens, der übermäßigen und unnötigen (meine persönliche unfachmännische, gefühlsmäßige Einschätzung) Abgabe von Arznei und die gesellschaftlichen Zwänge in einem eng begrenzten sozialen Umfeld einer kleinen Siedlung am Rande Berlins in damaliger Zeit der DDR beschäftigt.

Entweder ist dies nun der „Abgesang“ auf diesen Thread oder ein Neuanfang in einer von mir angerissenen Richtung. Vamos ver – Wir werden sehen.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.01.2015 14:09 | nach oben springen

#99

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 24.01.2015 14:34
von Barbara (gelöscht)
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„Uhrwerk Orange“

Wurde der in der DDR gesehen?


"Tommy" fällt mir übrigens noch ein.
.


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#100

RE: "Einer flog über das Kuckucksnest" - Psychiatrie der DDR

in DDR Staat und Regime 24.01.2015 14:51
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von rei im Beitrag #84
Zu Beitrag # 66
Es kamen keine Antworten,leider.
Konnte es sein,das MfS und Polizeibeamte ,die austeigen wollten,in eine solche Anstalt eingewiesen wurden?
Damit konnten sie doch ruhig gestellt werden.
Gruß Rei


Polizeibeamte oder besser gesagt Volkspolizisten die "aussteigen" wollten, wurden mit einer Belehrung über alle im Dienst bekannt gewordenen Dinge nach ihrem Ausscheiden zu schweigen, "ruhig gestellt". Es kam immer wieder mal vor, dass jemand bei der Volkspolizei kündigte. Und das durchaus nicht immer unfreiwillig!
Dem Wunsch auf Entlassung folgten zwar etliche "Kadergespräche" um den Kandidaten doch noch umzustimmen, am Ende wurde dem Wunsch jedoch in jedem Fall entsprochen. Im damaligen VPKA Seelow hatte zum Beispiel ein Gruppenführer der Schutzpolizei die Kündigung eingereicht, weil er in seinen früheren Beruf als Schuhmacher zurückkehren und sich " privat machen wollte". Die Schuhmacherei gibt es heute noch.
Ich kenne keinen einzigen Fall wo ein VP-Angehöriger, nur wegen eines Entlassungsgesuches in die Psychiatrie eingeliefert wurde. Das selbe trifft wohl auch auf das MfS und die anderen " bewaffneten Organe" zu.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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