#1

Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 25.08.2009 20:40
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Hallo Leute!
Ich möchte mal den Versuch starten, ein neues Thema zu eröffnen.
Sicher hat jeder von euch schon einmal unglaubliche oder geheimnisvolle
Geschichten von der Grenze gehört oder von irgendwelchen solchen Orten
im Abschnitt. erinnert Ihr Euch da an einige?

TOMMI


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#2

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.08.2009 08:57
von S51 | 3.733 Beiträge

Frühjahr 1983 auf Höhe Abbenrode am Zaun 1. Ich als frischgebackener GF und ein Soldat waren auf KS als am frühen Abend neben uns zwei 501 der untersten Reihe hochgingen. Wir hatten nicht gesehen, warum. Vielleicht ein technischer Fehler. Aber das ist mir nicht eingefallen. Jedenfalls, Meldung an die Füst mit der Frage Ursache: Antwort: "Sprungigel"
War nicht mein schlauster Einfall aber er machte die Runde.


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#3

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.08.2009 13:07
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Ein GAKL erzählte uns einmal, dass er zusammen mit einem anderen GAKL und einem Offizier eine sogenannte
"Feindwärts-Streife" durchführte. Besagter Offizier galt als harzig, wollte immer alles ganz richtig und ganz genau machen.
Durch seine ihm eigene Tollpatschigkeit machte er sich allerdings oft zur Karikatur seiner selbst.
Also die 3 gingen Streife. Bei einer Pause setzte sich der GAKL auf einen Grenzstein. Plötzlich erschrak er, als
er von hinten angetippt wurde. Als er sich umdrehte, um zu sehen, wer dies sei, war es dieser Offizier, der auf
westlichen Gebiet stehend ihn aufforderte, etwas zu rücken, damit er sich auch setzen könne. Erst als der GAKL
ihm erklärte, dass dieser Stein "uns nur zur Hälfte gehört", beendete dieser seine kurze NSW-Reise und kehrte auf DDR-Gebiet
zurück.

Ich ordne hier bewusst diese Geschichte in Grenzerlatein ein, da mir eine Sache unschlüssig ist:
Wer die Größe der Grenzsteine kennt, der weiß, wie unbequem es ist, auf der Hälfte davon zu sitzen.
Es sei denn, es war ein hsitorischer Grenzstein. Und die sind oft größer.
jedenfalls hat uns der GAKL dies so erzählt.


TOMMI


EK 88/I
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#4

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.08.2009 19:49
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,
da es hier ja auch um geheimnisvolle Geschichten geht,möchte ich nochmal "die weiße Frau vom Eckerloch,den Eckerloch-Geiger und den Eckerlochwolf" erwähnen.Ich habe aber schon an anderer Stelle hier im Forum erklärt um was oder wen es da geht,also bitte mal durch etwas ältere Beiträge surfen und ihr werdet fündig.Das Eckerloch liegt bei Schierke im Harz.

04/86-04/87 in Schierke


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#5

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.08.2009 21:05
von mig29 (gelöscht)
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Ja, auch schöne Rubrik.
Bei uns haben die Alten Stein und Bein geschworen, dass ff. passiert ist:
Ich schicke aber gleich voraus, dass ich glaube, die gleiche storry gibt es in jedem Abschnitt, also
Sonneberger Abschnitt:
zwei 16jährige Einheimische eines 5 Häuser Dorfes im Sperrgebiet schwatzen in der Dorfkneipe (drei Tische) vor einem recht grünen Uffz,
offenbar gerade neu im Busch angekommen und das erste Mal im Ausgang, dass sie um irgendeine Summe in Ostmark wetten,
sich in der Kneipe in Fürth am Wald ein EKU Pils zu besorgen und in 50 min zurück zu sein. Der junge Uffz, der in der Ausbildung was ganz anderes gelernt hat, schlägt ein und verliert die Wette.
Und, wer kennt die gleiche storry auch aus ganz anderen Gegenden?
(natürlich nicht das gleiche fränkische Dorf und die Biermarke darf auch abweichen ;-)
Viele Grüße aus Niederbayern
mig29


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#6

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2009 04:23
von Nomex | 254 Beiträge

naja es geht das Gerücht um das noch einige der ersten Grenzer Schulden haben in diversen Kneipen in damals nicht sowjetzonalen Gebiet. Die Geschichte der weissen Frau kenn ich aus diversen Bereichen, wenn die Leute aus dem GAR mal draußen Dienst tun mussten war er es fast schon Standart


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
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#7

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2009 17:39
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Von der weißen Frau erzählte man uns auch. Sogar die "Technologie"
hatte man parat: Durch Leserprojektion habe man eine weiße Frau in die
Luft gezaubert, die über den GSZ stieg.

TOMMI


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#8

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.08.2010 23:01
von Sachse (gelöscht)
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Unterhaltsame Rubrik ... ich hol sie mal nach oben ... sicher hat der Eine oder Andere noch was beizusteuern.

Vielleicht ja auch @pitti53, der uns seit Ende des 2. Weltkrieges versprochen hat, mal eine seiner Grenzerstories zum Besten zu geben.


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#9

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.08.2010 23:04
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Nomex
naja es geht das Gerücht um das noch einige der ersten Grenzer Schulden haben in diversen Kneipen in damals nicht sowjetzonalen Gebiet. Die Geschichte der weissen Frau kenn ich aus diversen Bereichen, wenn die Leute aus dem GAR mal draußen Dienst tun mussten war er es fast schon Standart



Damit wurde man auch regelmäßig hochgezogen, wenn die Grenzkommission durch war. Dabei wäre das nie gegangen, in Uniform.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#10

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.08.2010 23:08
von Sachse (gelöscht)
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Doch, S51, da gabs wirklich mal was in der Rhön im Bereich des ehemal. 3. Bat.. Das muss Ende der 1950er/Anfang der 1960er gewesen sein. Hab ich vor wenigen Monaten erst gelesen. Das war so unglaublich ... vielleicht find ichs wieder.


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#11

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.08.2010 11:00
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Die Story der Grenzposten, die mit dem BGS auf dem Grenzstein Skat gespielt haben, und dann versehentlich die falsche MPI (05) in der Waffenkammer abgegeben haben kursiert wahrscheinlich auch in jeder Kompanie....


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#12

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.08.2010 11:08
von Sachse (gelöscht)
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Das war zwar nicht, aber das halte ich für märchenhaft. ;-)


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#13

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.08.2010 12:32
von Boelleronkel (gelöscht)
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Hallo Tommi,
Deine Idee nicht schlecht und geb Dir mal etwas Senf dazu...

Mir hat 1980 mal" Jemand" erzählt, es hätte ein AGT Offizier in Ausübung derJagd es geschafft ,drei angeflockte Schafe aus dem Zusammenstehen mit einer Gruppe Rehwild auf einer morgentlichen,nebligen Waldlichtung zu "erlegen".
Nach dem ersten Schuss und einem fallenden Schaf,sollen die Rehe das Weite gesucht haben,aber da waren ja noch zwei übrig.
Die restlichen zwei Schafe soll er dann auch noch "erlegt"haben.
Der "Landmann"dem die Schafe gehöhrt haben sollen, hatte wohl auch mit einer möglichen Entschädigung in Geld kein Erbarmen
und zeigte den "Jäger"wohl an.

Latein,keine Ahnung.......


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#14

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.08.2010 14:42
von Sachse (gelöscht)
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Bis in die 80er Jahre hielt sich im 2. Bat. GR-3 hartnäckig das Gerücht, es gäbe einen unterirdischen Verbindungsgang zwischen Walkes (letztes DDR-Dorf) und Habel (erster Ort in Hessen auf der ggü.-liegenden Seite) zwischen 2 Bauernhöfen.

Die Bauern in der Rhön waren (sind?) -wie wohl überall auf dem Lande- fast alle miteinander verschwägert. Man erzählte sich, dass man sich über diesen Gang untereinander besuche.

Natürlich bestritt man dies von Vorgesetztenseite. Ich halte es auch nicht für wahrscheinlich, schließlich sinds ca. 2-3 km zwischen den Orten und warum sollten Bauern zwischen ihren Höfen einen so langen unterirdischen Gang graben?

Dennoch wurde es von Grenzergeneration zu Grenzergeneration weitererzählt.
Auch der 2. Weltkrieg spielte hierbei eine Rolle, denn schon kurz nach dem Ende zog sich ja diese (noch unsichtbare) Grenze durch die Region. Ähnlich wie das Eichsfeld wurde ja mit Grenzziehung in der Rhön eine historisch gewachsene Region geteilt.

http://maps.google.de/maps?q=walkes%20ha...=N&hl=de&tab=wl


zuletzt bearbeitet 21.08.2010 17:58 | nach oben springen

#15

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.08.2010 20:00
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Sachse, warum soll es das nicht gegeben haben, das mit den unterirdischen Gängen? So konnte Einer die Frau vom Anderen besuchen und somit erklärt sich auch, das sie alle miteinander versippt und verschwägert waren.
Das war doch normal in den Grenzdörfern und auch heute noch in ganz normalen Dörfern im schönen Deutschland, fast jeder Dritte ist miteinander über drei ecken verwandt und ein Schelm, der da was läuten hört...eventuell die Kirchenglocken?
Aber vielleicht waren es "Schmugglergänge?" Also ich halte die Geschichte nicht für abwegig...gegraben wurde schon immer und immer mit Ziel, sonst hätte sich ja Keiner die Arbeit gemacht.
Sogar die tiefe Grube am Lebensende dient einem Ziel...oder nennen wir es besser, einem Zweck, und zwar dem, das uns dann keiner mehr stört...muss ich mal so mit gutem Gewissen sagen.

Rainer-Maria


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#16

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.08.2010 22:29
von Sachse (gelöscht)
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Das mit den Schmugglerpfaden erzählte man übrigens auch. Aber da stand nun mal ein Zaun. Und an dem bin ich mehrmals vorbei gelaufen (und Herr Rauschenbach ist drüber geklettert ... http://www.diddi-online.net/beta/index.p...d=81&Itemid=100 )

Und so interessant und abenteuerlich und RTL2-mäßig ich es auch finde ... allein: mir fehlt der Glaube ... Grenzerlatein halt


zuletzt bearbeitet 21.08.2010 22:29 | nach oben springen

#17

RE: Grenzerlatein

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.08.2010 23:18
von ek53 | 54 Beiträge

Bestimmte Leute durften auch im Abschnitt mit Genehmigung jagen.
Auch bestimmte FHGs, solche, die nach ihrem Armeedienst einer
einheimischen Frau in die Fänger gerieten :)
Angeblich sogar allein. Kann mich aber nicht an sowas zu meiner
Zeit erinnern.

Einer der Offiziere vom Bat.-Stab war mal auf Jagd. Irgendwie nahm
ihn ein Eber aufs Korn. Er also los, rennt um sein Leben und zieht sich
am vorderen Zaun hoch. Irgendwann kam der Posten an:
Er schrie nachher nur noch um sein Leben: Nicht schießen, ich bin's,
Hauptmann Waldi!

Aha, er kannte also doch seinen Spitznamen. Aber der Streckmetallzaun
oben tut an den Händen doch arg weh. Oft erzählt, aber wohl doch
nur eine Luftnummer auf Kosten eines nicht allzu ernst genommenen
Stabsoffiziers.

G.



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