#21

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 11:23
von Barbara (gelöscht)
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Kalubke, gib endlich zu, dass du das Foto gemacht hast :-)))

Ich hatte mir auch überlegt, wer mit welcher Motivation so ein Foto macht und das in der Pole-Position. Leider geht das aus dem Artikel des Tagesspiegels nicht hervor. (Ich probiere mal die Gog-Bildersuche)

Dass man da so ohne weiteres reinkam in die Hochhäuser an der Leipziger....

korr
.


zuletzt bearbeitet 02.03.2015 11:42 | nach oben springen

#22

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 11:33
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #21


Dass man da so ohne weiteres reinkam in die Hochhäuser an der Leipziger....




War kein Sperrgebiet !


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„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#23

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 11:35
von Barbara (gelöscht)
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Nachtrag zu #21

Aha, es macht doch auch Sinn den Artikel mal zu lesen, ich hatte oben nur das Bild verlinkt.

"Von seinem Wohnort Biesenthal ist der damals 18-jährige Detlef Matthes mit der Bahn immer wieder nach Ostberlin gefahren – um die Mauer zu fotografieren. Dieses Monstrum, das den Blick nach Westberlin versperrte, war eine verbotene Zone – und dennoch in der DDR-Hauptstadt so gegenwärtig. Rund 180 Aufnahmen machte Matthes – aus der S-Bahn heraus, in Hinterhöfen, auf Friedhöfen, auf Straßen, die von der Mauer unterbrochen wurden. Und jedes Mal begab er sich dabei in Gefahr. Denn im Gegensatz zu Westberlin, wo die Mauer bunt bekritzelt war, bedeutete die Annäherung an die Mauer im Osten Gefahr für Leib und Leben. Und sie zu fotografieren, war eine politische Provokation.

Im Juni 1987 ist Matthes mit seinem Fotoapparat dabei, als viele DDR-Bürger zum Brandenburger Tor strömen, um einem Rockkonzert auf Westberliner Seite zu lauschen. Als Sicherheitskräfte die Straße Unter den Linden absperren, kommt es zu Ausschreitungen. Matthes fotografiert die Szenen und wird von der Stasi dabei erwischt. Es folgt eine Hausdurchsuchung in der elterlichen Wohnung. Dabei findet die Stasi unter anderem Fotos und Filme von den Grenzsicherungsanlagen. Der junge Mann wird ins Stasi-Gefängnis nach Hohenschönhausen gebracht und der Spionage verdächtigt. Sechs Wochen muss er in der Haft verbringen. Als im Vorfeld des Honecker-Besuchs in der Bundesrepublik eine Amnestie für politische Gefangene erlassen wird, kommt auch Matthes frei. Er stellt einen Ausreiseantrag. Ein halbes Jahr später kann er nach Westberlin übersiedeln – wo er immer schon hinwollte und heute noch lebt.

20 Jahre nach dem Mauerfall suchte Matthes jetzt einige der Orte, an denen er damals die Mauer fotografierte, noch einmal auf. Er fügte somit dem Dokument des Verbotenen das Dokument der Veränderung hinzu."

http://www.tagesspiegel.de/politik/fotog...te/1629242.html

Auch so ein Früchtchen :-) - Ganz schön mutig jedenfalls.

Seine Website
http://www.mauerfotos-aus-ostberlin.de/
.


korr


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.03.2015 11:44 | nach oben springen

#24

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 15:10
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #21
Kalubke, gib endlich zu, dass du das Foto gemacht hast :-)))

Ich hatte mir auch überlegt, wer mit welcher Motivation so ein Foto macht und das in der Pole-Position. Leider geht das aus dem Artikel des Tagesspiegels nicht hervor. (Ich probiere mal die Gog-Bildersuche)

Dass man da so ohne weiteres reinkam in die Hochhäuser an der Leipziger....

korr
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Ganz so verwegen war ich damals nicht, wäre mir echt zu heiß gewesen. So konnte man sich immer noch rausreden, dass man jemanden besuchen wollte in der Leipziger Straße, aber sich bei den vielen gleich aussehenden Hochhäusern völlig verfranzt hat. Vor der GüSt Sonnenallee wurden wir damals mal festgenommen, mit Fotoapparat, im weinseeligen Zustand und Pappkartons durch die Gegend werfend. Das hatte auf der GüSt hektische Aktivitäten zur Folge, so ähnlich etwa wie bei den DURACELL-Hasen und brachte uns eine Nacht auf dem Revier ein. Film wurde entwickelt und akribisch ausgewertet. Unser Glück: Keine Grenzanlagen drauf zu sehen. In die Häuser kam man rein, wenn da zufällig einer raus kam. Also hieß es unauffällig auf den richtigen Moment warten.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 02.03.2015 19:38 | nach oben springen

#25

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 20:00
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Kalubke im Beitrag #24
Zitat von Barbara im Beitrag #21
Kalubke, gib endlich zu, dass du das Foto gemacht hast :-)))



Ganz so verwegen war ich damals nicht, wäre mir echt zu heiß gewesen. So konnte man sich immer noch rausreden, dass man jemanden besuchen wollte in der Leipziger Straße, aber sich bei den vielen gleich aussehenden Hochhäusern völlig verfranzt hat. Vor der GüSt Sonnenallee wurden wir damals mal festgenommen, mit Fotoapparat, im weinseeligen Zustand und Pappkartons durch die Gegend werfend. Das hatte auf der GüSt hektische Aktivitäten zur Folge, so ähnlich etwa wie bei den DURACELL-Hasen und brachte uns eine Nacht auf dem Revier ein. Film wurde entwickelt und akribisch ausgewertet. Unser Glück: Keine Grenzanlagen drauf zu sehen. In die Häuser kam man rein, wenn da zufällig einer raus kam. Also hieß es unauffällig auf den richtigen Moment warten.

Gruß Kalubke



Ich schmeiß mich weg. War doch wirklich nicht alles schlecht in der DDR :-)))

Das hört sich doch nach Vorlage für "Sonnenallee" an !

Du hast es aber wirklich auch das ein oder andere Mal heraus gefordert. Hast du echt in der Leipziger auf einem solchen Hochaus-Balkon gestanden und auf den Grenzstreifen geguckt, einfach nur mal so aus Interesse??
.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.03.2015 20:00 | nach oben springen

#26

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 20:09
von Barbara (gelöscht)
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Bei meinen Recherchen die letzten Tage ist mir noch dieses Foto untergekommen - vielleicht für bendix interessant (wenn er es nicht schon kennt :-)


Grenzübergang Oberbaumbrücke am 11. November 1989

http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Gr...BCberg%C3%A4nge


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 02.03.2015 22:44
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #25

Ich schmeiß mich weg. War doch wirklich nicht alles schlecht in der DDR :-)))

Das hört sich doch nach Vorlage für "Sonnenallee" an !

Du hast es aber wirklich auch das ein oder andere Mal heraus gefordert. Hast du echt in der Leipziger auf einem solchen Hochaus-Balkon gestanden und auf den Grenzstreifen geguckt, einfach nur mal so aus Interesse??
.



Na ja, wir hatten schon ab und zu unseren Spass, auch wenns manchmal fast hätte schief gehen können. Die Sache fand gut 10 Jahre vor dem Film statt und hätte durchaus eine Vorlage sein können für "Sonnenallee". Eine Filmszene fand ich auch besonders genial, weil ich sie dort genau so erlebt hatte. Und zwar der Osl, der da aus der Klappe vom Passkontrollhäuschen rausschaute und den Kult-Satz von sich gab "Alles Amalgam!" Genau so einer, sogar gleicher Dienstgrad rannte aus genau so einer Bude kommend auf uns zu, als wir das Chaos mit den Kartons veranstaltet haben und schrie uns an: "Ausweise!!!" Er sah wirklich genau so aus, wie der aus dem Film. Wir hatten aber, gerade aus der Armee entlassen, nicht mehr den Respekt vor Uniformträgern, den er sich vielleicht erhofft hat. Jedenfalls bekam er von uns, die wir einige Wochen zuvor noch EK's waren, zur Antwort: "Du Tagesack, Du kannst hier noch im Jahr 2000 Ausweise kontrollieren!" War natürlich geschichtlich gesehen nicht ganz korrekt die Aussage. Aber er war sprachlos und kehrte wortlos wieder in sein Häuschen zurück, jedoch nicht ohne die Volkspolizei auf den Plan gerufen zu haben. Die haben uns dann in der Baumschulenstraße eingesackt mit großem Aufgebot.


Das war schon spannend damals auf dem Hochhaus. Man blickte in eine völlig andere Stadt, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte.

Gruß Kalubke



Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.03.2015 09:54 | nach oben springen

#28

RE: Der Todesstreifen in Kreuzberg Frühjahr 1990

in Leben an der Berliner Mauer 03.03.2015 13:02
von Barbara (gelöscht)
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:-)))

Meine Bewunderung für soviel Chuzpe ist dir/euch sicher !! Also Militärdienst macht auch selbstbewusst :-)

War natürlich geschichtlich gesehen nicht ganz korrekt die Aussage.


Die nicht ganz korrekte historische Aussage sei dir an dieser Stelle verziehen, wir wollen es mal rückwirkend nicht übertreiben :-)

Meine Lieblingsstelle im erwähnten Film ist übrigens die Luftgitarren-Darbietung auf dem Balkon, war glaube ich auch das Ende...
.


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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