#1

Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 11.01.2015 17:09
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
im Zusammenhang mit den Vorfällen in Paris war zu lesen daß die jungen Männer aus massiv gescheiterten Familien kamen, vielfach wechselnde Pflegeeltern weil die verlassende Mutter überordert waren, nach Strafkarriere auch im Kanst radikalisiert wurden..

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war. Das wäre zu messen an Straffällingeitsquote im Erwachsenenalter und ob diese dann als Väter oder Mütter ihrerseits Kinder mit Defiziten sich überliessen oder nicht erfolgreich erzogen.

Auch dann wenn heute über "entschädigungswürdige" Opferzeit geschrieben wird.

Eben die Grundsatzfrage, Sicht auf das Invidium oder die Gesamtgesellschaft.



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 11.01.2015 17:53
von turtle | 6.961 Beiträge

Über die Jugendwerkhöfe in der DDR ist schon viel geschrieben worden ,Ich war nur in einem "normalen" Kinderheim über die Gründe hatte ich hier schon einmal geschrieben. Deshalb nur kurz. Mein Elternhaus verdiente diese Bezeichnung nicht. So kam der Staat DDR seiner Fürsorgepflicht nach. In einem Heimforum hatte ich vor einigen Jahren etwas zum Kinderheim geschrieben. Stelle es hier noch einmal rein . So kann sich jeder Gedanken machen. Übrigens ich wurde kein Krimineller, kenne aber andere aus der Heim Zeit die völlig abgeglitten sind. Es kommt doch auf die inneren Stärken mit an. In diesem Bericht habe ich sogar einiges nicht erwähnt was für mich negativ war. Manche Erinnerungen kommen plötzlich zurück. Und wie erwähnt diesen Beitrag schrieb ich vor Jahren und möchte nichts mehr ändern ,da ich denke wesentliches kommt rüber. Also dieser Beitrag war für ein Kinderheim Forum gewesen, wo ich einige von damals wiederfand. Ich habe keine Entschädigung beantragt ,sollte es interessieren.


Einiges aus dem Heim Alltag von 1957-1961 .Obwohl wir etwa 13-14 jährige Jungen in der Gruppe waren war immer eine Erzieherin in der Dusche dabei welche auf einen Stuhl sitzend uns immer samstags beim duschen zusah. Zur Krönung mussten wir uns immer zum Schluss nackt vor die Erzieherin stellen und Hände etc. zeigen ob auch alles sauber ist! Ich fand das immer als sehr erniedrigend und schämte mich immer sehr es war mir mehr als unangenehm. Damit nichts falsch verstanden wird natürlich war die Erzieherin angezogen. Wie üblich entdeckten wir in diesem Alter auch unsere Sexualität! Lindhardt war ein gemischtes Kinderheim also waren auch Mädchen in unserem Alter dabei wo gewisse Kontakte nicht ausblieben .Wege und Plätze dafür findet man ja immer ,außerdem sprach sich schnell unter uns Jungen herum welches Mädchen nicht gerade prüde ist. Aber wehe wir wurden erwischt beim Tete a Tete. Da gab es Strafen, wie Ausgehverbot, und als Krönung bekamen wir ein Pappschild umgehängt worauf stand ich bin ein Ferkel dieses Pappschild mussten wir dann Tagelang auf dem Schulhof tragen. Natürlich erging es dem Mädchen auch so. Diese Pappschilder waren übrigens in verschiedenen Farben so konnte jeder sehen wer mit wem erwischt wurde. Ich hab das Pappschild eigentlich immer als Trophäe angesehen, die Mädchen schämten sich, und so wurde es schwieriger mit den Mädchen. Zum allgemeinen verstehen Lindhardt hatte eine eigene Heimschule bis zur 7. Klasse. Obwohl man im Kinderheim ,, Freundschaft“ so auf unsere Moral bedacht war , waren wir im Ferienlager in Karlshagen auf Usedom . Wir gingen wir mit der Erzieherin und der ganzen Gruppe auf Usedom durch den FKK Strand.
Klar waren wir und die Erzieherin dabei angezogen und es hieß Augen auf den Boden halten. Aber ein Auge riskieren war es allemal Wert! Nun ja im Heim gab es auch Bettnässer die armen Schweine bekamen abends oft nichts zu trinken und wurden in gewissen Abständen nachts zum Pinkeln geweckt, das war nie ganz leise und der gesamte Schlafraum war munter. Ergo keiner mochte Sie, so hatten diese armen Seelen doppelt zu leiden! Es gab einen Gruppenrat und ein so genanntes Heimaktiv. Einmal pro Woche wurden Vorkommnisse mit dem Erzieher besprochen, dabei wurden disziplinär Strafen bei Vergehen ausgesprochen. Diese gewählten Mitglieder des Heimaktives hatten abends noch so was wie Aufsicht dass in den Schlafräumen Ruhe ist. Das die Bettnässer zum pinkeln geweckt wurde schrieb ich schon. Es wurden auch welche zum Bettnässer gemacht. Einem Schlafendem die Bettdecke etwas weg zu ziehen um dann lauwarmes Wasser über die Unterhose zu gießen ist kein Problem. Am nächsten Morgen sah man natürlich das Malheur. Die Grenzen waren deutlich zu sehen. So eine alte Matratze gab richtig gelbe Flecke. Oft mussten wir auch beim geringsten Vergehen im Schlafraum wie reden nach Gute Nacht sagen draußen im Gang stehen und wenn es der Erzieherin gefiel hieß es rechtes oder linkes Bein hoch. Glaubt mir allzu lange nur auf einem Bein stehen dazu völlig übermüdet ist sehr anstrengend. Ach ja bleibt noch zu erzählen von den Knaupelhandschuhen!. Diejenigen welche an den Fingern kauten mussten so genannte Knaupelhandschuhe tragen. Das waren abgeschnittene umgenähte alte lange Strümpfe, welche mit zwei Bindfäden über dem Ellbogen festgebunden wurden. Im Unterricht und beim Essen durfte man die Abnehmen sonst nicht. Es sei denn man dachte das Kind ist geheilt. Da es aber nie so war trugen die bemitleidenswerten Kinder die Knaupelhandschuhe immer, auch beim Ausgang mit der Gruppe. Wie schon in Frage gestellt ich glaube nicht dass Die Erzieher eine Ausbildung zu Erziehung hatten. Ich möchte nicht wissen wie viel ehemalige Heimkinder auf Grund solcher Erziehungsmethoden später in der Psychiatrie landeten Es gab einige Verhaltens auffällige Kinder. Einer der mit seinen Kopf hin und her pendelt und diesen des öfters gegen die Wand schlägt gehört in ein Spezial Heim. Aber es hatte mir auch einiges gefallen, wie im Ferienlager an der Ostsee oder in Oybin. Auch unsere Fahrten zu Friedensfahrt gefielen mir. Vor drei Jahren war ich mit meinen Geschwistern noch einmal in diesem Heim. Es war lange geschlossen und gammelte vor sich her. Mein alter Schulleiter der später nach meiner Entlassung Heimleiter wurde lebt noch in diesem Ort. Wir unterhielten uns lange. Weißt Du damals so kurz nach dem Krieg gab es nicht genug gelernte Erzieher, Viele konnten auf Grund ihrer Vergangenheit nicht übernommen werden. Den jungen Erzieherinnen und Erziehern fehlte jegliche Erfahrung. Dazu sollte ein völlig neuer ein sozialistischer Weg beschritten werden. Doch wie der auszusehen hat war nicht so klar. Weißt Du, Du meckerst über die Einheitskleidung und dabei waren wir froh überhaupt für Euch Kleidung hatten. So hatte ich das noch nicht gesehen. Aber so Unrecht hat er damit sicher nicht. Geprägt hat einen so ein Heim sicher mit. Liebe wie benötigt kann man in einem Heim nicht bekommen. Man muss mehr oder weniger funktionieren. Was der Einzelne später draus macht liegt an der Stärke des Einzelnen. Als mir der ehemalige Heimleiter sagte, die Kinder von der …waren auch hier, war ich traurig. Sie hätte wissen müssen was sie den Kindern antut. Zu meiner Zeit waren noch viele Kinder im Heim für die es keine andere Möglichkeit gab. Sie hatten auf der Flucht aus den deutschen Ostgebieten die Eltern verloren. Grausam war es allerdings wenn welche kamen um mal zu sehen ob eventuell ein Kind für sie zur Adoption in Frage kommt. So kam es vor das ein Kind sich riesig freute Mama und Papa zu bekommen. Nach einem Jahr wieder da war da es doch nicht den Erwartungen der neuen Eltern entsprochen hat .So ein Kind hat danach noch einen größeren Knacks weg.


vs1400, DoreHolm, furry und Pzella 82 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.01.2015 22:19 | nach oben springen

#3

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 01:48
von turtle | 6.961 Beiträge

Eine Heimzeit, inklusive die Erfahrungen als Kind vorher prägen oft einen Menschen das ganze Leben. Obwohl man genau weiß was man Kindern antut. tun manche genau was ihnen widerfahren den eigenen Kindern an. Hatte mehrmals mit ehemaligen Heimkindern diesbezüglich diskutiert. Mag unverständlich sein ist aber so. Es macht keinen Unterschied wo man im Heim war. Sexuelle Übergriffe gab es nicht nur in Kirchlichen Heimen in der BRD. Kinderheime zogen schon immer Pädophile an. Die Pädophilen müssen nicht zwingend im Heim beschäftigt gewesen sein. Kinder die wenig Liebe erfahren haben sind leichtere Opfer. Mag sein das heute in einem Kinderheim alles besser geworden ist. Doch ausreichend benötigte Liebe werden sie auch heute nicht bekommen. Sie werden verwaltet. Wir werden bereits in der Kindheit mit geformt und müssen gefördert werden. Geschieht dies nicht oder nur unzureichend versagen viele im späteren Leben. Sie bleiben auf der Schattenseite, da half auch keine sozialistische Erziehung. Weggesperrt bleibt weggesperrt. Das scheitern im späteren Leben ist so für viele vorprogrammiert. Ich war teilweise erschüttert wenn ich hören musste was aus dem oder dieser geworden ist. Mag man in der DDR noch ein Auge auf Sie gehabt haben, nach der Wende waren sie unter der Brücke. Doch haben es bestimmt genauso viele geschafft aus ihrem Leben etwas zu machen.


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2015 01:54 | nach oben springen

#4

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 02:04
von G. Michael (gelöscht)
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Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
im Zusammenhang mit den Vorfällen in Paris war zu lesen daß die jungen Männer aus massiv gescheiterten Familien kamen, vielfach wechselnde Pflegeeltern weil die verlassende Mutter überordert waren, nach Strafkarriere auch im Kanst radikalisiert wurden..

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war. Das wäre zu messen an Straffällingeitsquote im Erwachsenenalter und ob diese dann als Väter oder Mütter ihrerseits Kinder mit Defiziten sich überliessen oder nicht erfolgreich erzogen.

Auch dann wenn heute über "entschädigungswürdige" Opferzeit geschrieben wird.

Eben die Grundsatzfrage, Sicht auf das Invidium oder die Gesamtgesellschaft.


Ganz ehrlich, dieses Thema kreiselt schon länger in meinem Kopf herum. Auf der einen Seite währe ein Jugendwerkhof sicher hilfreich, aber wenn
ich die Beiträge von Turtle lese, der aus seiner Heimzeit berichtet und den Erfahrungen drumrum, dann werde ich nachdenklich.
Gibt es einen Mittelweg?
Micha


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#5

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 08:17
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Soweit mir bekannt ist war @turtle nie in einem Jugendwerkhof. Er war in einem Kinderheim.

Es gab 474 staatliche Kinderheime.
Jugendwerkhöfe gab es 32 in der DDR
In Jugendwerkhöfe wurden schwererziehbare Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren eingewiesen.

Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 08:34
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
................................

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war.
..............................






Na klar ist eine repressive "Fürsorgeerziehung" wie in den Jugendwerkhöfen der DDR "erfolgreicher" ; zumal wenn sie mit einer umfassenden "Betreuung" nach dem Aufenthalt im DDR Kinderknast durch die Organe einhergeht.
Etwaige Verhaltensstörungen durch erlittene psychische Schäden werden durch weitere Repression "kompensiert".
Allerdings frage ich mich wie sich dann die so zielstrebig erzogenen ehemaligen DDR Kinder in Rostock Lichtenhagen 1992 dazu hinreißen ließen ihren niedersten Instinkten freien Lauf zu lassen , ein Wohnhaus belagerten , in Brand setzten und Polizei in die Flucht schlugen.
Das es damals nicht zu Toten kam grenzt an ein Wunder.


zuletzt bearbeitet 12.01.2015 08:37 | nach oben springen

#7

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 09:09
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
warum? Der Wechsel des Gesellschaftskonzept. Das ist ja die Frage ob die inviduellen Belastungen aus intensiver "Betreuung" eben geringer waren als beim Westmodell die vermutlich höheren gesellschaftlichen Fremdschäden. Extrem jetzt Paris und auch Brevik in Norwegen mit einer Beratungsodysse ohne energisches Eingreifen..



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#8

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 09:21
von Uffz.JoMu (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #6
Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
................................

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war.
..............................






Na klar ist eine repressive "Fürsorgeerziehung" wie in den Jugendwerkhöfen der DDR "erfolgreicher" ; zumal wenn sie mit einer umfassenden "Betreuung" nach dem Aufenthalt im DDR Kinderknast durch die Organe einhergeht.
Etwaige Verhaltensstörungen durch erlittene psychische Schäden werden durch weitere Repression "kompensiert".
Allerdings frage ich mich wie sich dann die so zielstrebig erzogenen ehemaligen DDR Kinder in Rostock Lichtenhagen 1992 dazu hinreißen ließen ihren niedersten Instinkten freien Lauf zu lassen , ein Wohnhaus belagerten , in Brand setzten und Polizei in die Flucht schlugen.
Das es damals nicht zu Toten kam grenzt an ein Wunder.



Wiedermal keine Ahnung von der Materie aber es wird schon mal mitgeschnattert.


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#9

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 09:36
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #8
[

Wiedermal keine Ahnung von der Materie aber es wird schon mal mitgeschnattert.




Ich weiß schon das schmeckt den Genossen nicht!

http://www.mmv-mediathek.de/sendungen/ro...merziehung.html


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#10

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 10:14
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #6
Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
................................

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war.
..............................






Na klar ist eine repressive "Fürsorgeerziehung" wie in den Jugendwerkhöfen der DDR "erfolgreicher" ; zumal wenn sie mit einer umfassenden "Betreuung" nach dem Aufenthalt im DDR Kinderknast durch die Organe einhergeht.
Etwaige Verhaltensstörungen durch erlittene psychische Schäden werden durch weitere Repression "kompensiert".
Allerdings frage ich mich wie sich dann die so zielstrebig erzogenen ehemaligen DDR Kinder in Rostock Lichtenhagen 1992 dazu hinreißen ließen ihren niedersten Instinkten freien Lauf zu lassen , ein Wohnhaus belagerten , in Brand setzten und Polizei in die Flucht schlugen.
Das es damals nicht zu Toten kam grenzt an ein Wunder.



Schnatter--warst Du in Rostock-Lichtenhagen 1992 anwesend--weist Du woher der angereiste rechte Block da kam. Nach dem der Unmut der dortige Anwohner schon längst da war. Also erzähle hier nicht so eine Scheiße, von zielstrebig erzogenen Kindern der DDR: Im übrigen.ich komme aus Rostock Lichtenhagen und ich bin im Jahr 2-3 mal dort--bei der Familie und besuche ehemalige Kollegen.


zuletzt bearbeitet 12.01.2015 10:19 | nach oben springen

#11

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 10:21
von turtle | 6.961 Beiträge

Ein Jugendwerkhof war weitaus schlimmer wie ein Kinderheim. So unterscheidet sich ein Werkhof Typ 2nicht von einer Haftanstalt. Neben oft schwerer körperlicher Arbeit waren die
Disziplinar –Methoden bedeutend härter. In einem Werkhof kamen jugendliche wegen Schulbummelei, sich der sozialistischen Erziehung entzogen haben, Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung, sexuelle Delikte, oder Mädchen Sexuelle Verwahrlosung. Die Entscheidenden Ursachen für das Fehlverhalten dieser Jugendlichen das oft in früher Kindheit begann wurden weniger berücksichtigt. Lernte bei einem Treffen ein Mädchen kennen welche wegen Triebhaftigkeit im Werkhof war. Sie wurde als Kind bereits vom Vater und Onkel vergewaltigt. Später wurde sie gezielt vermittelt.
Wie es immer möglich ist mit der nötigen Beziehung wurde keine Schuld im Elternhaus festgestellt. Sie kam wegen sexueller Verwahrlosung in einen Jugendwerkhof. Ganz klar man versuchte diese jugendlichen mit Macht zu brechen. Ein großer Teil von Ihnen hatte danach einen Knacks fürs Leben weg.
In dem Heim wo ich war waren hauptsächlich Kinder aus schwierigen Familien oder Weisen durch den Krieg sowie deren Eltern in Haft waren.

Jugendwerkhof Torgau


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.01.2015 10:48 | nach oben springen

#12

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 10:37
von turtle | 6.961 Beiträge

Im Heim
RE: DDR Myhtos -Schlange vor Geschäften (2)
der Zwang, die DDR verlassen zu müssen? (2)
Gedenkstätte Haftanstalt Hohenschönhausen


Ja ich werde alt hatte alles schon einmal reingestellt nun zu spät. In den Tiefen des Forums findet sich viel . Deshalb von mir noch diese Links dazu.


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#13

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 10:47
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #10
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #6
Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
................................

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war.
..............................






Na klar ist eine repressive "Fürsorgeerziehung" wie in den Jugendwerkhöfen der DDR "erfolgreicher" ; zumal wenn sie mit einer umfassenden "Betreuung" nach dem Aufenthalt im DDR Kinderknast durch die Organe einhergeht.
Etwaige Verhaltensstörungen durch erlittene psychische Schäden werden durch weitere Repression "kompensiert".
Allerdings frage ich mich wie sich dann die so zielstrebig erzogenen ehemaligen DDR Kinder in Rostock Lichtenhagen 1992 dazu hinreißen ließen ihren niedersten Instinkten freien Lauf zu lassen , ein Wohnhaus belagerten , in Brand setzten und Polizei in die Flucht schlugen.
Das es damals nicht zu Toten kam grenzt an ein Wunder.



Schnatter--warst Du in Rostock-Lichtenhagen 1992 anwesend--weist Du woher der angereiste rechte Block da kam. Nach dem der Unmut der dortige Anwohner schon längst da war. Also erzähle hier nicht so eine Scheiße, von zielstrebig erzogenen Kindern der DDR: Im übrigen.ich komme aus Rostock Lichtenhagen und ich bin im Jahr 2-3 mal dort--bei der Familie und besuche ehemalige Kollegen.




Waren das alles nur angereiste Leute , die da Steine und Brandsätze in das Haus geworfen haben?
Der johlende Beifall klatschende Mob waren sicher auch alles Zugereiste aus dem Westen.
In einem anderenFred hattest du ja selbst schon so halb begründet warum es zu diesem Progrom kam.
War wohl so eine Art Notwehr der "Bürger" wegen der üblen Verhältnisse im Umfeld dieses Wohnheims? Muss man Verständniss für aufbringen?
Was die geringere gemessene "Straffälligkeitsqoute" in der DDR angeht, sollte bedacht werden , daß die DDR eine weitestgehende geschlossene Gesellschaft war , in der die Überwachung der Bevölkerung auch den angenehmen Nebeneffekt einer niedrigeren Kriminalitätsrate hatte.


zuletzt bearbeitet 12.01.2015 10:53 | nach oben springen

#14

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:03
von turtle | 6.961 Beiträge

Das Thema soll nicht zu erneuten Kleinkrieg genutzt werden. Wer keine Ahnung davon hat kann nachfragen. Ich habe nur reagiert man nehme es mir nicht übel "Der DDR Versteher") SET 800 eröffnete. Obwohl ich auf dessen Beiträge eigentlich nicht mehr antworten wollte, juckte es mir in den Fingern. In so einem Forum ist es aber in Ordnung das Menschen mit unterschiedlichen Blickwinkel dazu schreiben. Wir können uns mit dem auseinander setzen oder nicht.


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#15

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:04
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #13
Zitat von Rostocker im Beitrag #10
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #6
Zitat von SET800 im Beitrag #1
Hallo,
................................

Dan taucht die Frage auf ob insgesamt die recht zielstrebige, energische und Invidualität als nachrangig betrachtende Fürsorgeerziehung in der DDR nicht erfolgreicher war.
..............................






Na klar ist eine repressive "Fürsorgeerziehung" wie in den Jugendwerkhöfen der DDR "erfolgreicher" ; zumal wenn sie mit einer umfassenden "Betreuung" nach dem Aufenthalt im DDR Kinderknast durch die Organe einhergeht.
Etwaige Verhaltensstörungen durch erlittene psychische Schäden werden durch weitere Repression "kompensiert".
Allerdings frage ich mich wie sich dann die so zielstrebig erzogenen ehemaligen DDR Kinder in Rostock Lichtenhagen 1992 dazu hinreißen ließen ihren niedersten Instinkten freien Lauf zu lassen , ein Wohnhaus belagerten , in Brand setzten und Polizei in die Flucht schlugen.
Das es damals nicht zu Toten kam grenzt an ein Wunder.



Schnatter--warst Du in Rostock-Lichtenhagen 1992 anwesend--weist Du woher der angereiste rechte Block da kam. Nach dem der Unmut der dortige Anwohner schon längst da war. Also erzähle hier nicht so eine Scheiße, von zielstrebig erzogenen Kindern der DDR: Im übrigen.ich komme aus Rostock Lichtenhagen und ich bin im Jahr 2-3 mal dort--bei der Familie und besuche ehemalige Kollegen.




Waren das alles nur angereiste Leute , die da Steine und Brandsätze in das Haus geworfen haben?
Der johlende Beifall klatschende Mob waren sicher auch alles Zugereiste aus dem Westen.
In einem anderenFred hattest du ja selbst schon so halb begründet warum es zu diesem Progrom kam.
War wohl so eine Art Notwehr der "Bürger" wegen der üblen Verhältnisse im Umfeld dieses Wohnheims? Muss man Verständniss für aufbringen?




Davon war doch garnicht die Reden,das nun alles nur angereiste aus dem Westen waren.Du solltest die Ursachen kennen warum es dazu gekommen ist.
Wie die Asylanten dort aufgetreten sind--wie sie dort gehaust haben. Aber da gehe ich nicht näher drauf ein---denn auch in diesen Staat hat man schnell eine Volksverhetzung an der Backe. Auf jeden Fall trugen diese Heinis von Demokraten eine erhebliche Mitschuld an dem was dort geschah und man wusste das es dort gärte im Volke. Aber die frischgebackenen D:::: dachte wahrscheinlich es läuft so friedlich ab wie zu DDR Zeiten. Denn dort wahren schon zu DDR-Zeiten Vertragsarbeiter verschiedener Nationen untergebracht.Und tausende von Menschen gingen dort vorbei --ohne das es zu Zwischenfällen kam. Bis das Jahr 1992 kam und man dieses überfüllte Heim zur Asylanlaufstelle machte.


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#16

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:14
von schnatterinchen (gelöscht)
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Bezeichnend für dich ist wie du in schöner Regelmäßigkeit das Wort Demokrat benutzt.
Das die Zustände in Rostock Lichtenhagen unhaltbar waren und die Verantwortlichen völlig versagt haben steht außer Frage. Nur wenn Steine gegen Menschen fliegen und Brandsätze geworfen werden , allerspätestens da hätte schluss sein müßen und die anständigen Bürger hätten mindestens mal aufhören können den Randalierern Beifall zu klatschen.


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#17

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:15
von exgakl | 7.237 Beiträge

STOP! Bitte beim Thema bleiben....


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#18

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:17
von damals wars | 12.190 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #9
Zitat von Uffz.JoMu im Beitrag #8
[

Wiedermal keine Ahnung von der Materie aber es wird schon mal mitgeschnattert.




Ich weiß schon das schmeckt den Genossen nicht!

http://www.mmv-mediathek.de/sendungen/ro...merziehung.html


Erzähl doch mal was von Deinen Erfahrungen in Rostock Lichtenhagen, wieviele Heimkinder hast du dort getroffen? Eventuellneuer Pfad?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#19

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:19
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #16
Bezeichnend für dich ist wie du in schöner Regelmäßigkeit das Wort Demokrat benutzt.
Das die Zustände in Rostock Lichtenhagen unhaltbar waren und die Verantwortlichen völlig versagt haben steht außer Frage. Nur wenn Steine gegen Menschen fliegen und Brandsätze geworfen werden , allerspätestens da hätte schluss sein müßen und die anständigen Bürger hätten mindestens mal aufhören können den Randalierern Beifall zu klatschen.


Da stimme ich mit Dir überein


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#20

RE: Jugendwerkhöfe, Heimerziehung....böse Fragen:

in Themen vom Tage 12.01.2015 11:21
von schnatterinchen (gelöscht)
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Was ich damit sagen möchte ist , daß die Erziehungsmethoden der DDR völlig ungeeignet sind die aktuellen Probleme zu lösen.
Zum Ende der DDR wurden die Unzulänglichkeiten dieses Systems selbst immer offensichtlicher.


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