#1

Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 30.12.2014 23:32
von glasi | 2.815 Beiträge

Wie habt ihr denn Übergang von der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft erlebt. Was passierte mit eurem Betrieb? Wurde er gerettet oder wurde er geschlossen. Wurdet ihr Arbeitslos , oder seit ihr immer noch da? Lg Glasi



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#2

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 30.12.2014 23:38
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

An der Stelle wo sich meine letzte Arbeitsstelle zu DDR Zeiten befand stehen jetzt die 'Treptowers' mit den Allianztower; ca. 120 Meter hoch; der Rest des Betriebsgeländes ist mit Bürogebäuden und hochwertigen Wohnungen bebaut.
Noch Fragen?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#3

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 00:54
von resi88 | 53 Beiträge

DSR Ratiobau Langenort wo ich als Dreher arbeitete wurde platt gemacht.Die Hallen stehen noch aber die Maschinen wurden verschleudert.


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#4

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 01:09
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #1
Wie habt ihr denn Übergang von der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft erlebt. Was passierte mit eurem Betrieb? Wurde er gerettet oder wurde er geschlossen. Wurdet ihr Arbeitslos , oder seit ihr immer noch da? Lg Glasi


Ich bin durch den Rausschmiss aus der DDR rechtzeitig verschwunden ,- aber als ich vor eineigen Jahren der Nostalgie erlag und meine ehemalige Firma besuchen wollte ,- erwartete mich eine riesige Grünanlage mit frisch angesätem Rasen ,- das hatte ich dann doch nicht erwartet ,- und es hat mich ziemlich sprachlos gemacht....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#5

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 01:20
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo,

also ich habe die Planwirtschaft nie kennen gelernt.
1990 den Schulabschluss gemacht, ins kalte Wasser geschmissen worden,
und ab 1.August 1990 meine Ausbildung in Niedersachsen begonnen
und den Raubtierkapitalismus von der ersten Minute der Ausbildung an kennen gelernt.

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#6

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 07:00
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Meine Firma hatte den Sprung geschafft, ich mutierte vom Leiter Invest zum TL, nach einen Jahr war dann auch Schluss. Nach einem 3-monatigen IT-Lehrgang des AA, wieder feste Anstellung, die bis zum Renteneintrittalter mit 3,8 % Abschlag reichte.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#7

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 09:38
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Ich war in der Instandhaltung bei einem Zulieferer für Wartburg, gab dann nichts mehr zuzuliefern, die Chefs hatten dann einen bayerischen Partner aufgetan da konnte wer wollte erst mal bei denen im Westen arbeiten, es hieß bis die marode Bude im Osten so weit hergerichtet wäre um wieder vor Ort zu produzieren, da ist aber heute auch eine Wiese.
Hab also auch erst mal 3 Monate im "Ochsen" logiert, die Rumzieherei ist aber nichts für mich und hab mir dann gedacht der Kapitalismus ist ja nicht nur für Raubtiere gut, man könnte doch auch eine Mark auf eigenen Beinen verdienen hab ich dann gemacht und bin gut damit gefahren.


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zuletzt bearbeitet 31.12.2014 09:39 | nach oben springen

#8

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 10:37
von Arnstädter | 266 Beiträge

Wie ihr wisst bin ich gelernter Werkzeugmacher.Ich bin 1991 nach Stade wegen Arbeit gezogen.
Meine Firma hat in der DDR Stanzwerkzeuge ,Matrizen für die Lederwaren,Autoindustrie usw hergestelltVon der 100%igen Produktion blieben
ca 30 % im Inland .Der Rest wurde fürs RGW,Sowjetunion produziert und mindestens 30% für die alte Dame BRD.

1990 kam ein Unternehmen aus Hessen,kaufte uns auf.(für die die stolze Summe 1,-DM (abgewickelt)
danach kurzarbeit,Entlassungen.
Dieses hat mich bis heute sehr geprägt und menschlich enttäuscht.Einfach eine Konkurenz aus den Weg geräumt.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#9

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 11:24
von damals wars | 12.206 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #1
Wie habt ihr denn Übergang von der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft erlebt. Was passierte mit eurem Betrieb? Wurde er gerettet oder wurde er geschlossen. Wurdet ihr Arbeitslos , oder seit ihr immer noch da? Lg Glasi


Buna gibt es noch.
Aber vorher hat die Treuhand noch mit Hilfe der Betriebratschefin Häußler (SPD) mal so eben 20000 Leute im Stil von Belomorkanal (Karikatur) auf die Straße entsorgt. Damit die Gewerkschaft ruhig hielt, bekam sie Millionen für eine Stiftung ARBEIT UND LEBEN, hätte eigentlich Leben ohne Arbeit heißen müssen.
Durch nen dummen Zufall wurde Frau H. dann wieder meine Chefin, natürlich fiel sie die Treppe hoch und wurde Regierungspräsidentin.
Bei mir reichte es nach 3 Umschulungen (Weiterbildungen) nur zum Angestellten.

Dann hatte ich die Wahl zwischen Pest und Cholera, sie trat zur OB Wahl an.
Eigentlich liebe ich meine Stadt, und die hatte sie wirklich nicht verdient.
Aber das Desaster nahm seinen Lauf...


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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zuletzt bearbeitet 31.12.2014 11:28 | nach oben springen

#10

RE: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

in Leben in der DDR 31.12.2014 11:33
von Gelöschtes Mitglied
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Zu Mauerzeiten war der Markt in Berlin–West aufgeteilt. Die Firmen hatten ihre Aufträge und viele ihre Arbeit mit entsprechenden Löhnen und Gehälter. Für Monteure in Berlin-West gab es für den Weg zur Baustelle Laufzeit oder auch Auslösung. Alles war kalkuliert und ein Jeder war zufrieden.

Mit Öffnung der Mauer änderte sich alles schlagartig. Firmen aus den neuen Bundesländern stürzten sich auf den Berliner Markt. Egal wo her sie kamen, von Frankfurt/oder, Dresden oder Rostock, sie waren alle preiswerter in ihren Angeboten und bekamen somit die Aufträge in Berlin.

Ich war Bauleiter im Elektrowesen und eines Tages fragte ich Monteure aus Frankfurt/Oder über ihre Entlohnung. Ich kann heute nun wirklich nicht mehr sagen, wie die Stundenlöhne 1990 waren, aber eins ist mir noch bewusst. Sie lagen weit unter dem West-Berliner Niveau. Was nun die Laufzeit oder Auslösung anbetrifft, das kannten sie nicht. Im Klartext, niedriger Lohn, Arbeitszeit zwischen 9 und 10 Stunden und dazu kam täglich ca. je nach Verkehr 1,5Std. Anfahrt und 1,5Std. Rückfahrt nach Frankfurt/Oder, es versteht sich natürlich ohne Bezahlung der Fahrzeit. Laut Tarif ist der Sitz der Firma maßgebend. Von der Firma, sprich Frankfurt/Oder bis zur Baustelle Berlin ist Arbeitszeit und die wurde nicht bezahlt.

Ich benutze heute ungern die Worte Ossi und Wessi, aber waren denn schon 1990 die kapitalistischen Ausbeuter aus dem Wessiland in Frankfurt/Oder. Ich glaube nicht.
Viele Firmen in Berlin-West sind damals Pleite gegangen. Erst vor 2 Tagen habe ich bei mir hier eine Baufirma aus Gelsenkirchen gesehen. Da frage ich mich wirklich, wie die Kalkulation aussieht. Arbeiten sie schwarz, arbeiten sie mit Fremdarbeitern mit Niedriglöhnen, arbeiten sie nach Tarifverträgen?

Gott sei Dank stehe ich heute nicht mehr im Arbeitsleben, aber eins kann ich sagen, nicht der Mensch steht im Vordergrund, sondern nur die Menge und die Macht des Geldes ist heute das oberste Gebot im Leben.

Einfach traurig.

VG Bahndamm 68


hundemuchtel 88 0,5 und glasi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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