#121

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 22:53
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Elch78 im Beitrag #119
Zitat von Merlini im Beitrag #113
Ich würde für Wurst, Fleisch, Milchprodukte auch das doppelte bezahlen, wenn ich die Garantie für tiergerechte Haltung und ökologisch erzeugtes Futter hätte. Voraussetzung wäre auch eine dezentrale handwerkliche Schlachtung und Verarbeitung.

Der Hesselfuchs

Wie sieht's denn bei euch mit Hofläden aus, die gibt's doch. So kann man die dortigen Erzeuger und damit auch ihre Produktionsmethoden unterstützen.
Das ist doch eine Alternative!
Hier in Brandenburg existieren solche Angebote schon in großer Zahl (man muß halt hinfahren!)

Elch


Recht hast Du! In Brandenburg ist schon einiges möglich.

Ein Milchlieferant kommt auch ins Haus und bringt 3,8% Frischmilch und andere Produkte aus dem Hofladen.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#122

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 23.12.2014 00:37
von Gelöschtes Mitglied
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HAllo Nostalgiker!

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #80
.....
Ach so, das Thema mit den Kühen ....
Die Offenställe für Kühe waren soweit mich meine Erinnerung nicht narrt eine "richtungsweisende Erfindung" der damaligen sowjetischen Landwirtschaft. Da in den 50ger Jahren alles Gute aus dem Osten kam wurden diese Innovation ungeprüft für die deutsche Landwirtschaft übernommen.......
Soviel kurz zu den Kühen

Von dort kam auch der "geniale" Gedanke die Knicke (Feldhecken) zu beseitigen. Und so waren dem Wind und den Wetterunbilden keine Grenzen mehr gesetzt.
Von Lenin lernen, heißt nicht mehr in jedem Falle siegen lernen!

Schöne Grüße,
Eckhard


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#123

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 23.12.2014 07:55
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Ataios, in einigen Regionen wird das g oft als ch ausgesprochen. Da wird aus siegen ganz schnell ein siechen. Ergo, von Lenin lernen heißt dann siechen (dahinsiechen)lernen.

Der Hesselfuchs


zuletzt bearbeitet 23.12.2014 07:58 | nach oben springen

#124

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 23.12.2014 08:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Merlini im Beitrag #113
Ich würde für Wurst, Fleisch, Milchprodukte auch das doppelte bezahlen, wenn ich die Garantie für tiergerechte Haltung und ökologisch erzeugtes Futter hätte. Voraussetzung wäre auch eine dezentrale handwerkliche Schlachtung und Verarbeitung.

Der Hesselfuchs




Ich kaufe mein Fleisch beim Direkt-Erzeuger auf dem Hof, ist halt nur immer ein ganz schöner Weg und braucht deswegen Zeit.
Man ist nicht gezwungen das Supermarkt-Gelumpe und die gleiche Zentral-Lieferung beim Fleischer zu kaufen, aber wir sind vielleicht auch alle schon etwas bequem und greifen uns deshalb die eingeschweißte Medikamenten-Bombe .


zuletzt bearbeitet 23.12.2014 08:17 | nach oben springen

#125

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 23.12.2014 08:41
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn sich regionale Erzeuger zu einer gemeinsamen Vermarktung zusammenschließen, dann können sie auch in Kundennähe Geschäfte eröffnen. Weiterhin können sie ein besseres Sortiment anbieten, vom Gemüse über Obst bis zu Fleisch und Molkereiprodukten. Ein einzelner Landwirt kann nicht alle Nieschen abdecken. Da gibt es in einigen Regionen schon erfolgreiche Beispiele.

Der Hesselfuchs


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#126

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 23.12.2014 18:50
von StabsfeldKoenig | 2.643 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #109
Da es in dem Thema um die "Kuriositäten" der Planwirtschaft gehen sollte, ein abwegiger Aspekt war die Produktion von Konsumgütern. In mancher Werft wurden dann PKW Hänger gebaut (müßte @Rostocker wissen), im Schwermaschinenbau wurden Blecheimer "gebastelt" und anderes.

Eigentlich ein altes Sprichwort "Schuster bleib bei Deinen Leisten". So wurden hochwertige Produktionszeiten für Industrie- u. Anlagegüter verschleudert, statt dort den maximalen output einzufahren und mit dem Gewinn die Konsumgüterproduktion mit zu steigern.

Nur heute in der Marktwirtschaft sterben täglich Firmen und Arbeitsplätze, das ist für die Betroffenen wenig lustig.


Die "1000 kleinen Dinge" wurden häufig in den Lehrwerkstätten bzw. durch Schüler im PA-Unterricht gefertigt. Die Kernproduktion von Kombinaten wurde dadurch nicht berührt. Auch Mitarbeiter mit Schonplatz konnte man so einsetzen.



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#127

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 23.12.2014 19:09
von Gelöschtes Mitglied
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Wir hatten in unmittelbarer Nachbarschaft eine LPG, welche im großen Stil Gemüse angebaut und vor verarbeitet hat. Irgendwann bekamen wir die Auflage, auch bestimmte Gemüsearten anzubauen. Natürlich ohne Vorkenntnisse und ohne spezielle Technik. Aber improvisieren hatten wir ja gelernt. Kosten und Erlöse durfte man aber nicht vergleichen. Heute bauen beide Nachfolgebetriebe kein Gemüse mehr an.

Der Hesselfuchs


zuletzt bearbeitet 23.12.2014 19:24 | nach oben springen

#128

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 29.12.2014 10:20
von Gelöschtes Mitglied
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Bleiben wir also beim Land. Das Staatswappen der DDR mit Ährenkranz (Weizen, Roggen oder Gerste) für die Bauern der LPG, Hammer für die Arbeiter und den Zirkel stellvertretend für die Intelligenz, haben wir alle noch in Erinnerung. Offiziell hieß der Staat aber nur Arbeiter- und Bauernstaat. War das Absicht? Fürchtete man damals bereits die Intelligenz? Arbeiter und Bauern sind hier im Forum doch eher die Minderheit, denn die Intelligenz, ob nun bei der Stasi oder als Offiziere, dürften hier doch dominieren. Das ist aber nur mein ganz persönlicher, subjektiver Eindruck, der durchaus täuschen kann. Drei Schichten also und keine Klassengesellschaft. Nun, das war mir wichtig und nun komme ich zum Thema Land. Da war ich mal eine Woche lang auch Bauer, korrekterweise Hilfsbauer.

Ein halber Morgen Rüben (Futter-)

Ich schreibe erst einmal in einer Word-Datei als gebranntes Kind und falls die Forensoftware mir übel gesonnen ist. Gleich geht es also weiter.

Als Jugendlicher braucht man immer Geld. Da bot es sich an, mich mal kurzzeitig als Bauernhilfskraft zu verdingen. Ich ging ins Dorf zum LPG-Büro, dort, wo sich die Waage befand. Die Waage war eine mehrere Quadratmeter umfassende Fläche, wo zunächst die Last der Hänger von Pferdewagen gewogen werden konnte. Auch mit Rüben. Tara war, glaube ich, das Gewicht der Hänger. Auch in der DDR legte man Wert auf Genauigkeit und nicht immer war alles nur Pi mal Daumen.

Ich bestellte mir einen halben Morgen Rüben, denn es war Spätherbst und es gab nicht so viele Rübenleute und ...ich hatte Herbstferien, die auch Kartoffelferien genannt wurden. Wikipedia, mal wieder nicht ganz korrekt: Ein Morgen (Mg) war ein bis etwa 1900 in Deutschland verwendetes Flächenmaß von 2500 bis 3500 Quadratmetern. Bis 1900? Da lebte ich noch gar nicht. Es muss 1968 gewesen sein, da hieß das in der DDR auch noch Morgen. Ich bekam den halben Morgen. Montags früh ging es los. Gummistiefel von Vater oder Mutter, olle Trainingshosen, denn im Spätherbst waren die Blätter der Rüben morgens sehr nass vom Tau. Eine schöne Machete bekam ich auch.

Zunächst überschaute ich den Morgen, den halben, und bekam eine leichte Krise. Er erschien mir unendlich und ich zweifelte, ob ich dieser Aufgabe gewachsen sei. Einfach anfangen und ich fing an. Ich bin von anderen, einsamen Rübenfrauen ein bisschen in die Materie eingewiesen worden. Als erstes einmal die Dinger heraus ziehen und alle ordentlich nebeneinander platzieren und Kraut und Rüben stets alle in einer Richtung. Manche dieser Knollen wollten gar nicht so leicht aus der Erde. Meine Pfoten sahen schwarz aus. Frühstückspause mit Stulle und Thermoskanne. Weiter, Reinhard. Nachdem nun eine lange Reihe gezogen war, kam etwas Abwechselung in die Arbeit und die Machete zum Einsatz. Kraut vom Kopf abschlagen und die Rüben auf Haufen werfen, die eine bestimmte Höhe nicht überschreiten durften. Nach dem ersten Tag als Bauernverschnitt fiel ich tot ins Bett. Trotz Gummistiefel waren meine Socken immer nass. So ging es nun die ganze Woche über. Ziehen, abschlagen, Haufen machen. Freitag endlich geschafft. Zum LPG-Büro gegangen und die 50 M abgeholt. Ich war stolz auf meine Leistung. Samstag zur Freilichtbühne nach Friedrichshagen und ein oder zwei Bier zum Stückpreis von 49 Pfennig getrunken.


Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.12.2014 11:36 | nach oben springen

#129

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 29.12.2014 10:29
von maxhelmut | 614 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #128
Bleiben wir also beim Land. Das Staatswappen der DDR mit Ährenkranz (Weizen, Roggen oder Gerste) für die Bauern der LPG, Hammer für die Arbeiter und den Zirkel stellvertretend für die Intelligenz, haben wir alle noch in Erinnerung. Offiziell heiß der Staat aber nur Arbeiter- und Bauernstaat. War das Absicht? Fürchtete man damals bereits die Intelligenz? Arbeiter und Bauern sind hier im Forum doch eher die Minderheit, denn die Intelligenz, ob nun bei der Stasi oder als Offiziere, dürften hier doch dominieren. Das ist aber nur mein ganz persönlicher, subjektiver Eindruck, der durchaus täuschen kann. Nun, das war mir wichtig und nun komme ich zum Thema Land.

Ein halber Morgen Rüben

Ich schreibe erst einmal in einer Word-Datei als gebranntes Kind und falls die Forensoftware mir übel gesonnen ist. Gleich geht es also weiter.


Futter oder Zucker Rüben na Bärliner ?????

gruß maxhelmut


zuletzt bearbeitet 29.12.2014 10:33 | nach oben springen

#130

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 29.12.2014 10:44
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von maxhelmut im Beitrag #129
Zitat von Reinhardinho im Beitrag #128
Bleiben wir also beim Land. Das Staatswappen der DDR mit Ährenkranz (Weizen, Roggen oder Gerste) für die Bauern der LPG, Hammer für die Arbeiter und den Zirkel stellvertretend für die Intelligenz, haben wir alle noch in Erinnerung. Offiziell heiß der Staat aber nur Arbeiter- und Bauernstaat. War das Absicht? Fürchtete man damals bereits die Intelligenz? Arbeiter und Bauern sind hier im Forum doch eher die Minderheit, denn die Intelligenz, ob nun bei der Stasi oder als Offiziere, dürften hier doch dominieren. Das ist aber nur mein ganz persönlicher, subjektiver Eindruck, der durchaus täuschen kann. Nun, das war mir wichtig und nun komme ich zum Thema Land.

Ein halber Morgen Rüben

Ich schreibe erst einmal in einer Word-Datei als gebranntes Kind und falls die Forensoftware mir übel gesonnen ist. Gleich geht es also weiter.


Futter oder Zucker Rüben na Bärliner ?????

gruß maxhelmut



Danke für den Hinweis, habe gerade noch ergänzt.


maxhelmut hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 29.12.2014 11:43
von GKUS64 | 1.609 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #128
Weiter, Reinhard. Nachdem nun eine lange Reihe gezogen war, kam etwas Abwechselung in die Arbeit und die Machete zum Einsatz. Kraut vom Kopf abschlagen und die Rüben auf Haufen werfen, die eine bestimmte Höhe nicht überschreiten durften. Nach dem ersten Tag als Bauernverschnitt fiel ich tot ins Bett. Trotz Gummistiefel waren meine Socken immer nass. So ging es nun die ganze Woche über. Ziehen, abschlagen, Haufen machen. Freitag endlich geschafft. Zum LPG-Büro gegangen und die 50 M abgeholt. Ich war stolz auf meine Leistung.



Ja @Reinhardinho, hättest du diesen Elan bei der Rübenschlacht beibehalten, hätte der Sozialismus auch bald gesiegt! Leider hast du rübenmäßig dann stark nachgelassen und nun haben wir die Probleme!

Auch einen guten Rutsch wünscht der

GKUS64


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#132

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 29.12.2014 12:33
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #131
Zitat von Reinhardinho im Beitrag #128
Weiter, Reinhard. Nachdem nun eine lange Reihe gezogen war, kam etwas Abwechselung in die Arbeit und die Machete zum Einsatz. Kraut vom Kopf abschlagen und die Rüben auf Haufen werfen, die eine bestimmte Höhe nicht überschreiten durften. Nach dem ersten Tag als Bauernverschnitt fiel ich tot ins Bett. Trotz Gummistiefel waren meine Socken immer nass. So ging es nun die ganze Woche über. Ziehen, abschlagen, Haufen machen. Freitag endlich geschafft. Zum LPG-Büro gegangen und die 50 M abgeholt. Ich war stolz auf meine Leistung.



Ja @Reinhardinho, hättest du diesen Elan bei der Rübenschlacht beibehalten, hätte der Sozialismus auch bald gesiegt! Leider hast du rübenmäßig dann stark nachgelassen und nun haben wir die Probleme!

Auch einen guten Rutsch wünscht der

GKUS64


Dir auch einen guten.....Igualmente = Gleichfalls, wie die Portugiesen sagen....nun bin ich mal wieder Schuld, nur weil ich die Rübenfront vorzeitig wieder verließ?


GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.12.2014 12:34 | nach oben springen



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