#101

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 01:49
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #99
Nun doch noch ein Wort zu dn Schweinen Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der DDR soweit gedacht hat. Wenn ja, dann wäre es eine große Überraschung.

Die besten Schinken wachsen unter Eichen http://www.waldwissen.net/waldwirtschaft..._eiche/index_DE

Ganz im Gegenteil zur weit verbreiteten Meinung einer devastierenden Waldbewirtschaftung auch durch Schweinebeweidung stehen Handlungsanweisungen etlicher Autoren im 18. und 19. Jahrhundert zur natürlichen Regeneration von Wäldern. Den Waldbesitzern wird dort die Waldweide mit Schweinen zur natürlichen "Besamung der Eichenbestände" sogar dringend angeraten. Die Schweine durchwühlen den Boden nach essbaren Wurzeln, Würmern, Insekten und Kleinsäugetieren. Sicherlich zerstören sie auf diese Weise gelegentlich junge Bäume, gezielt wühlen sie aber die Pflanzen nicht aus, die keinen ernährungsphysiologischen Wert für sie haben. Mit ihrer Wühltätigkeit verwunden sie aber den Waldboden und schaffen offene, vegetationsfreie Stellen. Zusätzlich verwühlen sie einen Teil der auf dem Boden liegenden Eicheln. Auf diese Weise schaffen sie hervorragende Keimbedingungen für Eichen

Und so würde das Fleisch aussehen


http://www.eichelschwein.de/

Geliefert kann es aber erst wieder ab Herbst 2015

Klasse statt Masse? Wäre das in der DDR durchsetzbar gewesen? Oder wurden die Schweine für den Export im Wald gehalten?

Obwohl ich gerade beim Schweinefleisch gute Erinnerungen an die DDR habe - es schrumpfte nicht so schnell in der Pfanne. Oder spielt mir da meine Erinnerung einen Streich?

LG von der Moskwitschka


Mag sein, da spielt natürlich auch die Pfanne selbst, die Hitze und das verwendete Fett in der Pfanne eine Rolle. Dann erst das Fleisch.

Gruß Reiner


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#102

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 01:53
von der glatte | 1.356 Beiträge

@Moskwitschka

Was macht der Eierlikör, schon ausprobiert?

Gruß Reiner


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#103

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 01:55
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich hab jetzt alles besser wie vor 25 Jahren Bessere Pfannen, besseres Fett, Internet für Fragen zum richtigen Braten - und trotzdem

Was wirklich Form und Größe beim Braten behalten hat, war letztens der Rehrücken. Mit eben dieser Pfanne, eben diesem Fett gebraten.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 22.12.2014 02:01 | nach oben springen

#104

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 01:56
von Gelöschtes Mitglied
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Eierlikör und Bratpfanne, und mir wirft man gelegentlich vor, ich komme vom Thema ab....da bin ich ja in bester Gesellschaft....


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 01:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von der glatte im Beitrag #102
@Moskwitschka

Was macht der Eierlikör, schon ausprobiert?

Gruß Reiner


Noch nicht. Ich überlege noch was ich mit den 10 Eiweiß mache. Makronen wie mein Oma, aber die mag keiner so richtig. Übrigens weiß ich jetzt, warum es bei meiner Omi immer Makronen gab. Auch eine schöne Erinnerung, die Du mit Deinem Rezept geweckt hast.

Danke @der glatte

LG von dr Moskwitschka


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#106

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 02:06
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Reinhardinho im Beitrag #104
Eierlikör und Bratpfanne, und mir wirft man gelegentlich vor, ich komme vom Thema ab....da bin ich ja in bester Gesellschaft....


So abwegig ist das nicht. Ab wann gab es in der DDR Teflonpfannen?



Herbert Häber: Raketen zu Teflonpfannen

LG von der Moskwitschka


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#107

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 02:15
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #104
Eierlikör und Bratpfanne, und mir wirft man gelegentlich vor, ich komme vom Thema ab....da bin ich ja in bester Gesellschaft....



Mein Beitrag zur Planwirtschaft. Eierlikör war schon oft bei uns in Sachsen Mangelware. Also, selber gemacht.

Wir haben beim OGS noch in den 80er Jahren viel schönere Dinge machen müssen. Weil die Zitronen solche kleinen Aufkleber dran hatten und nicht aus Spanien kamen, mussten wir die Kisten von 22 Kg alle öffnen und dort die Zitronen nach solchen Aufklebern absuchen und dann abpopeln. Klasse Arbeit hat man sich da ausgedacht.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#108

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 08:51
von furry | 3.580 Beiträge

Kurz zur Waldmast von Schweinen in der DDR.
Auf diese Weise sollte bei fehlender Behausung zusätzlich Fleisch produziert werden. Das gibt es auch heute, Outdoor-Haltung genannt.
Bei der Waldmast sollten die Tiere in der letzten Mastphase in Waldgebieten, die anschließend abgeholzt werden sollten, aufwachsen. Problematisch dabei war u.a. der überhöhte Futteraufwand und die mangelnde Gesundheitskontrolle.

Was die Fleischqualität anbelangt, könnte der Kunde auch andere Qualitäten bekommen. Er muss es verlangen und auch bezahlen.
Für Interessenten ein Versuchsbericht, in dem es um die Verbesserung der Fleischbeschaffenheit geht. Bitte langsam und gründlich lesen.
Bei Fragen helfe ich gern weiter.


Dateianlage:
"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 22.12.2014 08:52 | nach oben springen

#109

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 09:29
von Gelöschtes Mitglied
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Da es in dem Thema um die "Kuriositäten" der Planwirtschaft gehen sollte, ein abwegiger Aspekt war die Produktion von Konsumgütern. In mancher Werft wurden dann PKW Hänger gebaut (müßte @Rostocker wissen), im Schwermaschinenbau wurden Blecheimer "gebastelt" und anderes.

Eigentlich ein altes Sprichwort "Schuster bleib bei Deinen Leisten". So wurden hochwertige Produktionszeiten für Industrie- u. Anlagegüter verschleudert, statt dort den maximalen output einzufahren und mit dem Gewinn die Konsumgüterproduktion mit zu steigern.

Nur heute in der Marktwirtschaft sterben täglich Firmen und Arbeitsplätze, das ist für die Betroffenen wenig lustig.


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#110

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 18:21
von Gelöschtes Mitglied
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Wie wir mit unseren Nutztieren umgehen das ist schon abartig, aber Geiz ist geil. Das wir aber bei unserer Nahrung weniger wählerisch sind als beim Klamotten oder Autokauf ist aberwitzig. Ein Nahrungsmittelskandal jagt den anderen und die Grundnahrungsmittel sind so billig wie noch nie. Qualität ist für viele zweitrangig, Hauptsache die Portionen sind groß und kommen möglichst fix und fertig aus dem Gefrierschrank über die Mikrowelle auf den Tisch. Durch die Zusätze bei den Lebensmitteln werden Abhängigkeiten erzeugt. Wir machen zwar noch relativ viel selber, aber alles kann man leider nicht selber machen, noch dazu wenn man noch berufstätig ist.

Der Hesselfuchs


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#111

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 18:30
von furry | 3.580 Beiträge

@Merlini , Du hast ja an irgendeiner Stelle Recht.
In Nordhausen am "Gambrinius", eine ehemalige Gaststätte zur Pferdetränke, heute unter chinesischer Verwaltung, steht ein Brunnen für die Fuhrwerke, die damals in den Harz fuhren, mit der Inschrift "Der Gerechte erbarme sich seines Viehes".
Heute reden viele Menschen über das Wohl der Tiere, nur bezahlen will es niemand.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 22.12.2014 18:31 | nach oben springen

#112

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 18:40
von Gelöschtes Mitglied
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Wenn das Thema in Richtung Tierschutz geht, damals wie heute wird das Tier nur als "Ressource" gesehen. Wenn ich sehe wie tiere gehalten werden, dann bekomme ich das kot...... Aber im Supermarkt wird das Fleisch im Angebot gekauft, ohne zu hinterfragen woher dieses Fleisch kommt, und wie die Tiere gehalten wurden.


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#113

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 18:40
von Gelöschtes Mitglied
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Ich würde für Wurst, Fleisch, Milchprodukte auch das doppelte bezahlen, wenn ich die Garantie für tiergerechte Haltung und ökologisch erzeugtes Futter hätte. Voraussetzung wäre auch eine dezentrale handwerkliche Schlachtung und Verarbeitung.

Der Hesselfuchs


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#114

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 18:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von furry im Beitrag #111

In Nordhausen.............eine ehemalige Gaststätte zur Pferdetränke, ....... Inschrift "Der Gerechte erbarme sich seines Viehes"


A righteous man cares about his animal's health...

Saloon? Nordhausen das deutsche Dodge-City?


zuletzt bearbeitet 22.12.2014 19:05 | nach oben springen

#115

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 19:05
von furry | 3.580 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #114
Zitat von furry im Beitrag #111

In Nordhausen.............eine ehemalige Gaststätte zur Pferdetränke, ....... Inschrift "Der Gerechte erbarme sich seines Viehes". Heute reden viele Menschen über das Wohl der Tiere, nur bezahlen will es niemand.


Saloon? Nordhausen das deutsche Dodge-City?




@Reinhardinho , kannst ja ein Späßchen daraus basteln. Das ändert aber nichts an dem Ernst der Inschrift an dem Brunnen.
Aber schön, dass wir mal lachen konnten.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#116

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 19:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von furry im Beitrag #115

@Reinhardinho , kannst ja ein Späßchen daraus basteln. Das ändert aber nichts an dem Ernst der Inschrift an dem Brunnen.
Aber schön, dass wir mal lachen konnten.


Sollten meine Späßchen nicht auf einem Fünkchen Wahrheit beruhen?

A righteous man cares about his animal's health....< habe doch gerade noch ergänzt, denn dieser Spruch, ganz bekannt, stammt offenbar auch aus einer US-Bibel, wurde aber garantiert nicht in Nordhausen erfunden!!!.???

http://biblehub.com/nasb/proverbs/12.htm


Deshalb meine Gedankenverbindung zu einer Westernstadt mit Pferdetränke...

(Wer zuletzt lacht, lacht am besten) < Nur mal so nebenbei.


zuletzt bearbeitet 22.12.2014 19:29 | nach oben springen

#117

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 19:11
von Gelöschtes Mitglied
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Da der Mensch sich ja als am höchsten entwickeltes Lebewesen fühlt, wundert mich sein Umgang mit Flora und Fauna nicht, da er ja mit seinen eigenen Artgenossen auch nicht besonders gut auskommt.

Der Hesselfuchs


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#118

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 19:44
von Gelöschtes Mitglied
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Am simplen Beispiel Stroh kann man die Umschwünge in der soz. Landwirtschaft darstellen.
1. Bis Anfang der 60 iger Jahre war Stroh noch ein Teil der Futterration für die Rinder und diente als Einstreu bei allen anderen Tierarten und kam mit dem Mist wieder als Dünger auf das Feld (Kreislaufwirtschaft).
2. Dann kam eine geniale Idee - Stroh wurde zum Abfall erklärt und auf dem Feld verbrannt.
3. Da das auch nicht das gelbe vom Ei war wurde Stroh wieder zum Futtermittel, aber erst nach Zerkleinerung mit Hammermühlen und Pelletherstellung.
4. Der starke Einsatz von Pellets bei der Rinderfütterung hatte Folgen für die Tiergesundheit. Rinder sind ja Wiederkäuer und brauchen Futter mit Struktur und keine Pellets die im Magen zu Brei werden und nicht zum Wiederkauen heraufgewürgt werden können.
5. Nach dieser Erkenntnis durften die Kühe wieder das Stroh fressen wie in den Jahrhunderten vor der LPG Gründung.

Über diese irrsinnigen Entwicklungen könnte man Bücher schreiben.

Wir sind aber heute auch wieder so weit, dass die Rinder nur im Stall gefüttert werden und am liebsten nur mit Kraftfutter.

Der Hesselfuchs


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#119

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 20:09
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Merlini im Beitrag #113
Ich würde für Wurst, Fleisch, Milchprodukte auch das doppelte bezahlen, wenn ich die Garantie für tiergerechte Haltung und ökologisch erzeugtes Futter hätte. Voraussetzung wäre auch eine dezentrale handwerkliche Schlachtung und Verarbeitung.

Der Hesselfuchs

Wie sieht's denn bei euch mit Hofläden aus, die gibt's doch. So kann man die dortigen Erzeuger und damit auch ihre Produktionsmethoden unterstützen.
Das ist doch eine Alternative!
Hier in Brandenburg existieren solche Angebote schon in großer Zahl (man muß halt hinfahren!)

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
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#120

RE: Planwirtschaft DDR – 720 starben täglich

in DDR Zeiten 22.12.2014 20:18
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Elch 78, mit Hofläden sieht es bei uns nicht so rosig aus. Bei uns gibt es viele große Agrargenossenschaften und wenig Wiedereinrichter.
Ich kenne einige Bio Landwirte, bei denen ich nichts kaufen würde, ohne die Gründe hier näher darzulegen.
Ich glaube auch nicht dass es der richtige Weg ist, wenn der Erzeuger einen eigenen Laden betreibt. Lieber sind mir da regionale Zusammenschlüsse der Erzeuger, für eine gemeinsame Vermarktung.

Der Hesselfuchs


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