#21

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 13:37
von bingernhier | 246 Beiträge

Hallo Dandelion
Diese überquellenden Tempel, wie du sie bezeichnest, darauf habe ich heute noch Frust. Was hier an Nahrungsmitteln z. Teil weggeworfen wird, ist nicht normal. Das Obst(Äpfel Pflaumen ect.) wächst hier in Deutschland sehr gut, werden aber zum großen Teil aus Italien ect. importiert dazu ordentlich Sprit in die Luft geblasen und wir müssen das Ganze wieder ausbaden( verfaulte Äpfel ect. entsorgen)
Wenn ich noch an meine Arbeit auf der LPG denke, da mußten wir Rosenkohl hinter den Maschinen nachstoppeln (damit kein Röschen liegen bleibt u. vergammelt) bei eisiger Kälte. Rosenkohl sollte einmal vor der Ernte Frost bekommen haben. Und hier im goldenen... wird das irgendwie mißachtet.
Vielleicht gewöhne ich mich in den nächsten 25 Jahren mal an diese Wegwerfgesellschaft damit das Kapital ordentlich wachsen kann.
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#22

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 14:57
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Da bin ich wohl atypisch.

Um dem Gedrängle an den (Begrüßungs-)Geldinstituten zu entgehen, bin ich bis nach Wedding gefahren....und kam mir dort vor wie im Osten: keine bunte Glitzerwelt, kaum Geschäfte.

Und das KaDeWe hatte für mich einen altmodischen Charme. Ich hatte Glas und Beton erwartet.

Die erste "richtig westliche" Ansicht bot sich mir am Kudamm-Eck.
Das war aber kein Schock, sondern entsprach endlich meinen Vorstellungen.

Und von wegen mit der DM gibt es alles: Weder Plüsch-Krümelmonster für unseren Sohn, noch die Schallplatten, welche ich dringend suchte, gab es.

Die Saisonbereinigung war mir ebenfalls neu.....In der DDR gab es Wintersachen auch im Sommer ...auch wenn die Auswahl nicht so groß war.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 03.12.2014 15:04 | nach oben springen

#23

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 15:13
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von bingernhier im Beitrag #21

Vielleicht gewöhne ich mich in den nächsten 25 Jahren mal an diese Wegwerfgesellschaft

Bloß nicht !
Bei uns ist es mittlerweile eine Art "Sport" geworden, keine Lebensmittel wegzuwerfen. Noch nicht einmal Brot ist davon ausgenommen, auch wenn es alt, hart und trocken geworden ist: Entweder es wird zu Semmelknödel verarbeitet oder eine Bekannte bekommt es für ihre Kaninchen.

In einem anderen Thread habe ich es schon mal geschrieben: Rest-Tage sind meine Fest-Tage (gab mal ein Lied mit diesem Titel). Ich bin immer wieder fasziniert, was die @Moskwitschka aus irgendwelchen Resten oder Dingen, die "weg müssen", zaubert. Das macht ihre Küche auch ungeheuer abwechslungsreich, denn Art und Menge dessen, was verarbeitet werden soll oder was hinzu kommt, sind nie gleich. Und so schmeckt es auch nie gleich - aber immer sehr gut.

Aber jetzt bin ich etwas auf ein Nebengleis geraten....


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#24

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 15:30
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von bingernhier im Beitrag #1
Vor fast 25 Jahren war ich das 1. mal in WB. Ich möchte euch meine Eindrücke schildern und fragen, wie habt ihr das 1. mal erlebt.
An der GÜST Warschauer Brücke bin ich das 1. mal nach WB gegangen.Dort angekommen, es war wie ein Kulturschock. Viele Autos vestopften den Verkehr und Autos, die es bei uns nicht gab, dann die ganzen unbekannten Düfte lagen in der Luft. Habe mich zum KADEWE aufgemacht, um zu schauen, was es dort alles gibt. Dort angekommen, habe ich es keine Stunde drin ausgehalten. Das ganze Flimmern der vielen Lichter( es war ja Vorweihnachtszeit)
war ich als DDR-Bürger nicht gewöhnt. Das riesige Überangebot an Waren, kannten wir nicht in dieser Form. Mich hat es dort gerade mal 3 Stunden gehalten und ich bin auf ganz schnellen Sohlen wieder zurück nach Hause.Als ich die Grenze wieder erreicht habe und den Fuß wieder auf Ostdeutschen Boden hatte, mußte ich erst einmal tief durchatmen. In diesem Moment dachte ich, schön wieder zu Hause zu sein. Es waren einfach zu viele Eindrücke auf einmal.
Erst im neuen Jahr(1990) bin ich wieder dort gewesen, da wußte ich, was auf mich zu kommt.Dann sah ich das auch alles mit ganz anderen Augen.
Was mir dann sofort aufgefallen ist, wie sich dubiose Schmuckhändler auf den Straßen das Geld der Ossis absahnen wollten. Viele von uns sind darauf reingefallen, weil wir so etwas bei uns nicht kennen gelernt haben.

Liebe Grüße
bingernhier



lila Meinst Du damit den Übergang Oberbaumbrücke? Gab es etwa damals den Stempel zur GÜST "Warschauer Brücke"?
Sorry mein altes Leiden (Sammler, hier Stempelsammler von GÜST)

Meine Erlebnisse dazu schildere ich gleich.
Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#25

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 16:10
von der glatte | 1.356 Beiträge

Mein erster Besuch in Westberlin war kein langer Besuch. Ich bin am Übergang Bernauer Straße über die Grenze und dann zu Fuß entlang der Mauer weiter zur Voltastraße. Nun endlich stand auch ich auf einem hölzernem Podest und schaute über die Mauer nach Ostberlin und den Grenzanlagen.

Die Banken waren voll mit Menschen und an der Brunnenstraße stand ein Container für das Begrüßungsgeld. Aber auch voll. Um die Ecke fand ich dann eine Post und dort bekam ich die 100 DM ohne Anstellen. Ich bin dann mit der U-Bahn bis zur Residenzstraße gefahren und habe dort eine Runde um den Schäfersee gedreht. Da waren die Flugzeuge zum greifen nahe, was mich besonders beeindruckte. In einem Spielzeuggeschäft kaufte ich einige kleine Matchbox-Autos für meinen Sohn (die liebt er noch heute).

Danach ging es schon wieder zurück und dabei wurde ich auf den U-Bahnhof das erste mal in meinem Leben angebettelt. Auch so eine Art Kulturschock, den ich bisher noch nicht erlebt hatte. Dabei sah der ältere Man auch ziemlich bedürftig aus, also es war für mich kein Schnorrer. Ostmark wollte er aber nicht, obwohl ja auch für ihm die Grenze offen war! So musste es eine DDR-Zigarette auch tun.

Ein weiterer Schock war für mich das große Obstangebot und deren Vielfalt. Ich konnte mich an einigen Stellen durch noch unbekannte Früchte kosten und probierte meine erste Sharon-Frucht.

Später machte ich noch spezielle Touren durch die Stadt und habe dabei natürlich Geschäfte mit elektronischen Artikeln, sowie Baumärkte besucht. Es machte schon auf mich einen großen Eindruck, allerdings wie schon bei @bingernhier war es ja Vorweihnachtszeit und da ging mir das ganze gefunkel sehr schnell auf die Nerven. War einfach zu viel. Bin auch heute keiner der sich lange in Geschäften aufhalten kann nur um zu stöbern. Nee, schnell Einkaufen und weg. Die Busse und Bahnen in Westberlin waren meist sehr voll und ich bin wenn es das Wetter erlaubte oft zu Fuß unterwegs gewesen. So lernte ich so langsam den anderen Teil von Berlin kennen.

Ich bin Anfangs oft in die Museen sowie Ausstellungen von Westberlin gegangen, bin gleich in den Bibilotheken der Stadt gewesen, war immer alles hochinteressant und ich glaube für DDR-Bürger sogar noch eine geraume Zeit kostenlos. War eine feine Sache damals, die heute oft nicht mehr erwähnt wird oder schon vergessen ist. Das gilt auch für die kostenlose Benutzung der Verkehrsmittel damals in Westberlin, auch vor der Maueröffnung. Dafür sollte man einmal DANKE sagen, ich habe es nicht vergessen!

Gruß Reiner


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zuletzt bearbeitet 03.12.2014 16:14 | nach oben springen

#26

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 17:08
von bendix | 2.642 Beiträge

Zitat von der glatte im Beitrag #24
Zitat von bingernhier im Beitrag #1
Vor fast 25 Jahren war ich das 1. mal in WB. Ich möchte euch meine Eindrücke schildern und fragen, wie habt ihr das 1. mal erlebt.
An der GÜST Warschauer Brücke bin ich das 1. mal nach WB gegangen.Dort angekommen, es war wie ein Kulturschock. Viele Autos vestopften den Verkehr und Autos, die es bei uns nicht gab, dann die ganzen unbekannten Düfte lagen in der Luft. Habe mich zum KADEWE aufgemacht, um zu schauen, was es dort alles gibt. Dort angekommen, habe ich es keine Stunde drin ausgehalten. Das ganze Flimmern der vielen Lichter( es war ja Vorweihnachtszeit)
war ich als DDR-Bürger nicht gewöhnt. Das riesige Überangebot an Waren, kannten wir nicht in dieser Form. Mich hat es dort gerade mal 3 Stunden gehalten und ich bin auf ganz schnellen Sohlen wieder zurück nach Hause.Als ich die Grenze wieder erreicht habe und den Fuß wieder auf Ostdeutschen Boden hatte, mußte ich erst einmal tief durchatmen. In diesem Moment dachte ich, schön wieder zu Hause zu sein. Es waren einfach zu viele Eindrücke auf einmal.
Erst im neuen Jahr(1990) bin ich wieder dort gewesen, da wußte ich, was auf mich zu kommt.Dann sah ich das auch alles mit ganz anderen Augen.
Was mir dann sofort aufgefallen ist, wie sich dubiose Schmuckhändler auf den Straßen das Geld der Ossis absahnen wollten. Viele von uns sind darauf reingefallen, weil wir so etwas bei uns nicht kennen gelernt haben.

Liebe Grüße
bingernhier



lila Meinst Du damit den Übergang Oberbaumbrücke? Gab es etwa damals den Stempel zur GÜST "Warschauer Brücke"?
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Meine Erlebnisse dazu schildere ich gleich.
Gruß Reiner

Nicht "Warschauer Brücke" sondern "Oberbaumbrücke"
Siehe Bild 1:
#241 Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten (13)

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982
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#27

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 22:30
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo,

mein erster Besuch in WB ist nicht so spektakulär.
es war kurz vor Ostern 1994.
es gab keine GüSt mehr und auch der Ostteil der Stadt hatte die DM.
Besuch des KaDeWe war auch Pflicht.
Hätte man nicht gewusst das man in WB ist, hätte man das damals gar nicht mehr mitbekommen.
Es gab nämlich keine Grenzanlagen mehr.

MFG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
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#28

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 23:04
von Gelöschtes Mitglied
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Als ich von der Entscheidung des Bundestags gehört habe, den Sitz zukünftig nach Berlin zu verlegen, habe ich die Berliner erst einmal bedauert: Mir schwante schon, was das bedeuten würde: Baustellen ohne Ende, sowohl im Hoch- wie auch im Tiefbau.

Und so kam es auch: Als ich mal wieder zum Kongress in Berlin weilte und vom Hotel am Gendarmenmarkt zur Budapester Straße, dem Tagungshotel, mit dem Taxi gefahren bin, hat sich mein Repertoire an Flüchen deutlich vergrößert: Die Fahrer schimpften alle wie die Rohrspatzen, wenn Straßen, die sie vorgestern noch fahren konnten, plötzlich gesperrt waren, wenn die Verkehrsführung wieder mal kurzfristig geändert wurde.

Dennoch verbleibt ein hoher Respekt vor diesen planerischen Leistungen, denn es ging ja nicht um den ungestörten Aufbau auf einer grünen Wiese, sondern um die Umgestaltung eines ziemlich großen Stadtbezirks mitten im aktiven Leben.

Aber zum Glück ist das ja vorbei.


Paramite und bingernhier haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 10:58
von bingernhier | 246 Beiträge

Zitat
lila Meinst Du damit den Übergang Oberbaumbrücke? Gab es etwa damals den Stempel zur GÜST "Warschauer Brücke"?
Sorry mein altes Leiden (Sammler, hier Stempelsammler von GÜST)

Meine Erlebnisse dazu schildere ich gleich.
Gruß Reiner



Hallo Reiner,

ich habe noch mal in meinem PA nachgeschaut , du hast völlig Recht. Es war die Oberbaumbrücke. Stempel ist vorhanden.
Sorry mein Fehler
Liebe Grüße
Kerstin


zuletzt bearbeitet 04.12.2014 11:13 | nach oben springen

#30

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 11:09
von bingernhier | 246 Beiträge

Hallo, Freienhagener,
da hattest du also keinen Kulturschock eher ein Traurigkeitsgefühl gegenüber dem, was es nicht gab.
Wolltest du auf Grund deines Erlebnisses auch sofort wieder rüber?
Gruß bingernhier


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#31

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 11:15
von bingernhier | 246 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #23
Zitat von bingernhier im Beitrag #21

Vielleicht gewöhne ich mich in den nächsten 25 Jahren mal an diese Wegwerfgesellschaft

Bloß nicht !
Bei uns ist es mittlerweile eine Art "Sport" geworden, keine Lebensmittel wegzuwerfen. Noch nicht einmal Brot ist davon ausgenommen, auch wenn es alt, hart und trocken geworden ist: Entweder es wird zu Semmelknödel verarbeitet oder eine Bekannte bekommt es für ihre Kaninchen.

In einem anderen Thread habe ich es schon mal geschrieben: Rest-Tage sind meine Fest-Tage (gab mal ein Lied mit diesem Titel). Ich bin immer wieder fasziniert, was die @Moskwitschka aus irgendwelchen Resten oder Dingen, die "weg müssen", zaubert. Das macht ihre Küche auch ungeheuer abwechslungsreich, denn Art und Menge dessen, was verarbeitet werden soll oder was hinzu kommt, sind nie gleich. Und so schmeckt es auch nie gleich - aber immer sehr gut.

Aber jetzt bin ich etwas auf ein Nebengleis geraten....




Hallo Dandelion
Das mit der Widerverwertung von Lebensmitteln ist sehr gut und wir wissen auch wie es geht, kann man unser Wissen nicht auch mal an die Industrie und Wirtschaft Deutschlands weitergeben und so, das sie es auch verstehen?


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#32

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 13:02
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von bingernhier im Beitrag #31
kann man unser Wissen nicht auch mal an die Industrie und Wirtschaft Deutschlands weitergeben und so, das sie es auch verstehen?

Oh, das mit dem Verstehen dürfte nicht das Problem sein: Ich halte die Produktentwickler bei den Nahrungsmittelkonzernen für alles, aber nicht für blöde.
Da halte ich es eher für wahrscheinlich, dass sie dieses neue Wissen (sofern sie es nicht bereits haben) dafür nutzen, ihre Packungen und noch mehr ihre Produkte so zu "designen", dass eine Weiter- oder Wiederverwendung schwieriger wird. Zum Beispiel mit einem fett gedruckten Warnhinweis, dass das Fertiggericht nur einmal erhitzt werden sollte. Und im Kleingedruckten auf der Rückseite könnte dann stehen, dass dadurch Geschmackseinbußen entstehen könnten. Der gesetzlichen Informationspflicht wäre damit Genüge getan - und wer liest schon das Kleingedruckte....


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#33

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 16:29
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Zitat von bingernhier im Beitrag #30
Hallo, Freienhagener,
da hattest du also keinen Kulturschock eher ein Traurigkeitsgefühl gegenüber dem, was es nicht gab.
Wolltest du auf Grund deines Erlebnisses auch sofort wieder rüber?
Gruß bingernhier


Nicht doch.
Wie gesagt habe ich das W-Berlin meiner Vorstellung doch noch gesehen, aber eben nicht in Wedding. So kam es zu keiner Enttäuschung.

Als Musikfan war ich später im WOM im "Paradies".


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 04.12.2014 16:29 | nach oben springen

#34

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 19:27
von Schakal | 271 Beiträge

Der besondere, weil andere, Geruch der Autoabgase in Westberlin ist mir noch in Erinnerung. Bin damals (Ende November) glaube ich über die Oberbaumbrücke nach Kreuzberg. War schon was besonderes nach Passage der GÜST plötzlich in einer ganz anderen Welt zu sein, die man nur aus dem Fernsehen kannte. Ich schien aber nicht wie ein typischer Ossi ausgesehen zu haben. Dauerte nämlich nicht lange und ich wurde von einem Paar im schönsten sächsisch nach der nächsten Bank gefragt.


--- Ex oriente lux.---
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#35

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 22:16
von der glatte | 1.356 Beiträge

Stellt sich für mich die Frage, wie sah denn damals ein "typischer Ossi" aus?

Wir kannten ja unser Outfit und daran waren wir gewöhnt. Doch wie haben das unsere Nachbarn in Westberlin erlebt?

Also, mir ist ein Westberliner wohl nicht so richtig aufgefallen, wenn er über den Alex gelaufen ist.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#36

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 22:19
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Als Westler wurde man bei eventueller Brille, bei Haarschnitt und Schuhen im Osten genauestens abgecheckt und daran schon 100 Meilen gegen den Wind erkannt. Ich hatte mal eine Zeit lang derartig merkwürdige Sachen vom Trödelmarkt an, kratzige alte Wollhosen der französischen Armee, kombiniert mit sehr kurzen Haaren, so dass ich zur gleichen Zeit in West-Berlin auf amerikanisch und in Ost-Berlin auf russisch angesprochen wurde, als Berliner. Das fand ich sehr lustig. (Seitdem bin ich aber äußerlich verspießert) Mein "Undercover"-Trick im Osten war, bei Ost-Besuchen bestimmte alte Lederschuhe anzuziehen, die offenbar nicht als westlich galten, obwohl sie aus Italien waren.

Die Ostler hatten damals viel "Marmor washed" an, das war im Westen schon "out". Und die hatten damals oft sehr schlecht sitzende, quetschend enge etc. Jeans an, Hauptsache Jeans eben.
Ich saß mal mit meiner Freundin auf der Parkbank am Wittenbergplatz (West-Berlin), aß Bananen, unseren Proviant, und eine nette alte West-Dame kam an, "ich sehe sie sind von drüben". War natürlich der Brüller.


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.12.2014 22:44 | nach oben springen

#37

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 22:30
von der glatte | 1.356 Beiträge

Naja, stimmte ja wenn sie sagte "von drüben". Das sagte man im Osten ja auch.

Ja, das sehe ich auch so, die "Marmor washed" war in Ostberlin noch angesagt. Lag aber auch sicherlich daran, dass unsere Gastarbeiter aus Vietnam, solche Stoffe hatten und auch gut im Schneidern waren und noch immer sind. Wie war das beim Haarschnitt?

Gruß Reiner


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#38

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 22:32
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Dieser Jürgen-Karney-Look. Hatten wir hier schonmal irgendwo, das war typisch Ost. So Richtung Vokuhila.
auf die Schnelle:


zuletzt bearbeitet 08.12.2014 22:37 | nach oben springen

#39

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 22:45
von der glatte | 1.356 Beiträge

Wie habt Ihr das bei den Frauen mit der Frisur? Da muss es doch auch Unterschiede gegeben haben.

Ist schon komisch, gerade in Berlin war ja ein gewisser täglich aktueller Einblick in das Westleben durch z. B. Fernsehen (Abendschau) möglich. Eventuell wollte man aber auch nicht alles Nachmachen? Ich meine bei der Frisur wäre das ja möglich gewesen. Aber der Geschmack spielt dabei ja auch immer eine Rolle.

Meine Frau hat sich ja schon immer für Strickmode interessiert und ich denke da war sie wohl meist modisch aktuell, was die Muster betrifft.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#40

RE: Am 05.12.1989 das erste mal in Westberlin

in Leben an der Berliner Mauer 08.12.2014 22:47
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Frauen? Meiner Meinung nach gab es im Osten viele natürlich schöne Frauen, die nicht so westschminkmäßig aufgemotzt waren, aber dann gabs auch auch echt fiese Blond-Haarfärbeexperimente mit rauswachsenden Strähnen und Brutal-Dauerwellen mit zerfressenen Haaren.

Kleidungsmäßig fand ich immer die Sowjetfrauen beeindruckend, also die Offiziersfrauen aus der DDR. Eher rundlich, mütterlich und dann möglichst leuchtende Kunstfaserkleidung. Wahnsinn. Die Russinnen in Moskau sind ja dagegen alle ultrahübsch und aufwändigst zurechtgemacht.


zuletzt bearbeitet 08.12.2014 22:49 | nach oben springen


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