#181

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 23:15
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Je näher es zur Grenze ging, desto mehr waren da die Organe in den Häusern und so. Es gab aber immerhin einen Sportplatz.

Hier ein gutes Museum, direkt neben der Brücke:
http://www.villa-schoeningen.org

Und noch eins, nicht weit:
http://www.gedenkstaette-leistikowstrasse.de


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 23:18 | nach oben springen

#182

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 23:27
von Barbara (gelöscht)
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Danke für die ganzen Info. Hab echt was gelernt heute.
.


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#183

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 01:54
von Gelöschtes Mitglied
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Unsere Flucht habe ich hier noch gar nicht so genau beschrieben. Es war hier:



Am Grenzübergang Bornholmer Straße konnte man den vielzitierten "Eisernen Vorhang" scheinbar tatsächlich sehen - in Form eines hohen Metallzauns, der zwischen den S-Bahn-Gleisen im Westen und den Ferngleisen im Osten errichtet worden war. Am 3. 4. 1975 hatte ein 275er Halbzug, unterwegs von Lichtenrade nach Berlin-Heiligensee, soeben die Brücke passiert.

Nähe der sog. Ulbrichtkurve?!.> Geisterbahnhöfe in der Berliner S- und U-Bahn (31)

#612 Dieses Foto trifft die Situation mit der Beschreibung #612 vorstehenden Links sehr gut, allerdings zwischen Bornholmer Brücke und Grüntaler Straße. Der Zaun auf dem Foto passt auch, allerdings war er 1970 noch nicht so hoch. Absprung vom Güterzug unmittelbar vor dem Zaun auf der östlichen Seite. Überwindung des Zaunes durch Geräuschkulisse des fahrenden Güterzuges und Sichtschutz zum Wachturm auf der Bornholmer Brücke. Danach, mit gewissen längeren Pausen, robben bei Schutz vorbeifahrender S-Bahnzüge in Richtung dieser heute nicht mehr vorhandenen und damals schon außer Betrieb befindlichen großen, hinteren Brücke (Foto). Überqueren der Brücke, Beobachtung des Abschusses einer Leuchtkugel (Fachausdruck Leuchtspurmunition?), weiter auf der Höhe (Westen) Grüntaler Straße überwinden von Zäunen der Kleingartenanlage "Grüntal". Zeitraum zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr am 20.9.1970.

Fluchtgeschichte hier > www.doncarlos-berlin.de/Deutschland/Flucht.htm

Die Jahreszahl Springer/Rolling Stones, wurde hier reklamiert, ist noch nicht korrigiert.


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zuletzt bearbeitet 04.12.2014 02:36 | nach oben springen

#184

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 09:58
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #181
Je näher es zur Grenze ging, desto mehr waren da die Organe in den Häusern und so. Es gab aber immerhin einen Sportplatz.

Hier ein gutes Museum, direkt neben der Brücke:
http://www.villa-schoeningen.org

Und noch eins, nicht weit:
http://www.gedenkstaette-leistikowstrasse.de

Diese Villa war zu DDR-Zeiten ein Kinderheim, die Grenztruppen fungierten dort als Paten und einer von den GT spielte immer den Weihnachtsmann, die passenden Stiefel hatte man ja schon mal.
Und wie gesagt, einer der Jahre lang auf der Brücke gestanden hat fungiert dort als Hausmeister, er kann ein Haufen zu der Brücke erzählen, auch zu den Grenzdurchbrüchen. Wer mal in Potsdam ist und das Museum besucht, er kann nach ihm fragen, er nimmt sich immer gerne die Zeit für ein Gespräch und das nicht aus kommerziellen Gründen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 04.12.2014 10:02 | nach oben springen

#185

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 10:13
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #141

Hast du auchmal diese "Romeo"-Nummer gemacht?
.

Keine unsympatische Vorstellung. Ich befürchte aber fast mein sexuelles Leistungsvermögen hätte dazu nicht ausgereicht. Und Du bist eben etwas in diesen Klischees gefangen die man Dir beigebracht hat. Wie man sich die Stasi so vorstellt, entweder ein "Romeo" oder ein"Bluthund" viel mehr dazwischen soll es nicht gegeben haben. Deswegen kannst Du Dir wohl auch so schwer vorstellen, dass ich mal ein Stasi-Mann war.
Aber mal im Ernst, ich war an dieser Güst ein OKE, ein operativer Kontrollermittler, das MfS liebte solche Definitionen. In der Praxis war ich der nette junge Offizier der Dir bei Problemen bei der Abfertigung und mit den Dokumenten Hilfestellung geleistet hat, dem Du dafür dankbar warst. Der sich auch mal mit Dir unterhalten hat weil er bei seiner"öden" Tätigkeit Langeweile hatte. Der, wenn es keine Probleme mit Deinen Dokumenten gab auch mal welche"organisiert" hat um einen Grund zu haben sich mit Dir zu unterhalten.Ich hatte manchmal einfach die Rolle eines Labersacks. Aber es ist platonisch geblieben, nicht auf eine private Ebene gehoben wurden und wir hatten auch kein Liebeszimmer mit am Boden verschraubten Betten.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#186

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 10:25
von damals wars | 12.113 Beiträge

Das Karnak ganz OK ist, kann ich bestätigen.
Den Romeo in ihm musst Du schon selber ausprobieren.
Westernstiefel an und los geht's.😜


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 04.12.2014 10:26 | nach oben springen

#187

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 10:35
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #120
[quote]

P.S. Da fuhren auch komplette Abendgesellschaften hin, wenn Party oder Empfang war, nicht nur die Jeeps.
Als hättet Ihr das nicht genauestens beobachtet....

Ja und nu, das Beobachten lies sich ja faktisch nicht vermeiden wenn man auf der Brücke rumstand. Man hat die Kennzeichen aufgeschrieben und die Leute in den Fahrzeugen gezählt, das war es schon. Für die Alliierten waren wir eh Luft, sie lebten in dem Bewusstsein Besatzer zu sein und wir waren die Besetzten. Wenn sie gute Laune hatten haben sie mal aus dem Fahrzeug gegrüßt.
Ich kann mich entsinnen, wenn in diesen Villen Abendgesellschaften auf Grund irgendeines Feiertages war und auch die Russen geladen waren hing über dem Eingang der jeweiligen Villa immer ein Schild mit den entsprechenden und gekreuzten Fahnen, eine dann immer die sowjetische.
Übrigens hatte jeder MfS-Mitarbeiter immer einen kleinen vorgedruckten Block dabei, zumindest sollte er das. Wenn er irgendwo ein Fahrzeug der Militärmissionen erblickte sollte er immer in Kurzfassung Fahrzeug Typ, Kennzeichen und Besatzung aufschreiben.Die Zettel wurden dann wohl irgendwo ausgewertet und man wollte sich sicher eine Vorstellung verschaffen über die Bewegungsmuster dieser Fahrzeuge.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#188

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 10:44
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KARNAK im Beitrag #185
...In der Praxis war ich der nette junge Offizier der Dir bei Problemen bei der Abfertigung und mit den Dokumenten Hilfestellung geleistet hat...


Als ich zu meinem im sterbenden liegenden Vater die Einreise bekam, ich schrieb ausführlich darüber, lernte ich ja auch so einen netten Offizier an der GÜST Bhf. Friedrichstraße kennen und glaube dem KARNAK aufs Wort. "Bluthunde", "Romeos"? Nein, würde ich niemals sagen. Ich verstehe mich eigentlich sehr gut hier mit KARNAK, weil auch er sehr viel Verständnis für mich aufbringt, obwohl wir ja auf gegensätzlichen Seiten damals standen. Man sollte jedem Menschen einen Umdenkprozess im Leben auch zugestehen und diesen anerkennen. Nur bei dem Ober-Herrn der Partei DIE LINKE tue ich mich sehr schwer, weil dieser einsichtsresistent zu sein scheint.

Das ich mich hier mit einem ehem. Stasi-Mann schreibe, ist auch so ein Kuriosum der Geschichte. Wer aber kann meine Handlungsweisen besser verstehen, bewerten, als einer, der damit beruflich beschäftigt war.

Gruß Reinhard

P.S.: Da die Stasi in der DDR ja die eigentliche Macht im Staate war, frage ich, ob sich eine gewisse Machtbesessenheit bei dem einen oder anderen so ausgewirkt hat, das er seine persönlichen Minderwertigkeitskomplexe mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl kompensiert hat und dies auch anderen deutlich zu spüren gab? Bei der Staatsführung war dies so der Fall aus meiner Sicht. Kollektiver Minderwertigkeitskomplex kompensiert mit übersteigertem Selbstwertgefühl, was letztlich blind für die Sicht auf die Realität macht, das wiederum ein Scheitern (in diesem Fall eines ganzen Staates) zur Folge hatte. Bei der Staatsführung der DDR kommt noch der geringe Bildungsstand dazu, von Intelligenz gar nicht zu reden. Es waren halt richtige alte Kerle, Holzhacker- und Jäger(-meister?)typen. Rauhe grobe Gesellen halt. "Wer so blöd kommt, den bestraft das Leben!" Die Intelligenz auf nachgeordnet unteren Ebenen hat die wahre Logistik für diesen Staat geliefert, ihn eigentlich am Leben gehalten. Eben auch solche netten Offiziere wie KARNAK, der allerdings eines der wohl letzten Glieder in der Kette war. Das ZK nickte nur oder schüttelte den Kopf. Die hätten sich hier in diesem Forum nicht 5 Minuten in einer Diskussion halten können. Howgh, Dr. Freu(n)d Reinhard hat gesprochen, dem im Nachsatz (P.S.:) mehr eingefallen ist, als im Hauptteil dieses Posts.


zuletzt bearbeitet 04.12.2014 11:37 | nach oben springen

#189

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 11:42
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KARNAK im Beitrag #187
Die Zettel wurden dann wohl irgendwo ausgewertet und man wollte sich sicher eine Vorstellung verschaffen über die Bewegungsmuster dieser Fahrzeuge.


Graue Vorzeit. Steinzeit. Heute machen das (Bewegungsmuster) die NSA, Google und facebook viel effektiver. Sie sammeln allerdings dabei so viel Datenschrott, Milliarden von Daten, das sie sich dabei auch verheddern, verheddern müssen. Die DDR hatte ja bei ihren hunderttausenden Karteikarten auch ihre "Durchläufer", mich zum Beispiel. Bis der Suchlauf nach Verdächtigen abgeschlossen ist, ist das mögliche Attentat bereits Geschichte. Keine wirkliche Terroristengruppe würde sich per E-Mail, SMS oder facebook verständigen, sich organisieren. Da wäre die gute, alte Brieftaube sicherer. Der Übereifer macht sie alle platt. Das ist mein Trost in der ganzen Sache.

Nicht, das man denkt, ich rechtfertige terroristische Aktionen. Aber ich denke, die uns als breite Masse bekannten Abwehrmaßnahmen dienen nur als Opium fürs Volk.


zuletzt bearbeitet 04.12.2014 12:00 | nach oben springen

#190

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 12:22
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von KARNAK im Beitrag #185
Zitat von Barbara im Beitrag #141

Hast du auchmal diese "Romeo"-Nummer gemacht?
.

Keine unsympatische Vorstellung. Ich befürchte aber fast mein sexuelles Leistungsvermögen hätte dazu nicht ausgereicht. Und Du bist eben etwas in diesen Klischees gefangen die man Dir beigebracht hat. Wie man sich die Stasi so vorstellt, entweder ein "Romeo" oder ein"Bluthund" viel mehr dazwischen soll es nicht gegeben haben. Deswegen kannst Du Dir wohl auch so schwer vorstellen, dass ich mal ein Stasi-Mann war.
Aber mal im Ernst, ich war an dieser Güst ein OKE, ein operativer Kontrollermittler, das MfS liebte solche Definitionen. In der Praxis war ich der nette junge Offizier der Dir bei Problemen bei der Abfertigung und mit den Dokumenten Hilfestellung geleistet hat, dem Du dafür dankbar warst. Der sich auch mal mit Dir unterhalten hat weil er bei seiner"öden" Tätigkeit Langeweile hatte. Der, wenn es keine Probleme mit Deinen Dokumenten gab auch mal welche"organisiert" hat um einen Grund zu haben sich mit Dir zu unterhalten.Ich hatte manchmal einfach die Rolle eines Labersacks. Aber es ist platonisch geblieben, nicht auf eine private Ebene gehoben wurden und wir hatten auch kein Liebeszimmer mit am Boden verschraubten Betten.



Oooch KARNAK.... zwischen Romeo und Bluthund :-)))

Ja so war das Bild bei uns und da ich jeden Tag und zwar ausschließlich die "Bildzeitung" gelesen habe und das natürlich dort jeden Tag großformatig auf der ersten Seite stand - hatte ich nur dieses Bild von euch, ich armes Ding :-)
Das klischeehafte Gegenbild waren natürlich die smarten Ami-Agenten die andauernd euer perfektes Grenzregiment unterlaufen haben - zu hunderten ;-)

So ist das mit Klischees.

Apropos Klischee: du warst doch nun auch voll auf das Bild des irregeleiteten Klassenfeindes trainiert, wie war das denn, wenn du diese Exemplare kennen lerntest, auch durch Abschöpfen, hast du da nicht vielleicht irgendwelche Zweifel an dieser Darstellung bekommen? Waren das nicht ganz normale Menschen wie du und ich?
Wie war das eigentlich, nicht nur jeden Tag an der handfesten sondern auch an der ideologischen Grenze zu stehen? Hat man darüber nachgedacht? Widersprüche empfunden? Vor allem weil du doch - nachgewiesener Weise - so gerne quatschst. Kannst du nicht mal ganz konkret darüber was erzählen wie so ein Gespräch ablief, wenn du dein Plan-Soll erfüllen solltest im Hinblick auf eine bestimmte "von oben" gewünschte Klientel?
.


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#191

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 12:32
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Reinhardinho im Beitrag #188
Zitat von KARNAK im Beitrag #185
...In der Praxis war ich der nette junge Offizier der Dir bei Problemen bei der Abfertigung und mit den Dokumenten Hilfestellung geleistet hat...


Als ich zu meinem im sterbenden liegenden Vater die Einreise bekam, ich schrieb ausführlich darüber, lernte ich ja auch so einen netten Offizier an der GÜST Bhf. Friedrichstraße kennen und glaube dem KARNAK aufs Wort. "Bluthunde", "Romeos"? Nein, würde ich niemals sagen. Ich verstehe mich eigentlich sehr gut hier mit KARNAK, weil auch er sehr viel Verständnis für mich aufbringt, obwohl wir ja auf gegensätzlichen Seiten damals standen. Man sollte jedem Menschen einen Umdenkprozess im Leben auch zugestehen und diesen anerkennen. Nur bei dem Ober-Herrn der Partei DIE LINKE tue ich mich sehr schwer, weil dieser einsichtsresistent zu sein scheint.

Das ich mich hier mit einem ehem. Stasi-Mann schreibe, ist auch so ein Kuriosum der Geschichte.
Wer aber kann meine Handlungsweisen besser verstehen, bewerten, als einer, der damit beruflich beschäftigt war.

Gruß Reinhard

P.S.: Da die Stasi in der DDR ja die eigentliche Macht im Staate war, frage ich, ob sich eine gewisse Machtbesessenheit bei dem einen oder anderen so ausgewirkt hat, das er seine persönlichen Minderwertigkeitskomplexe mit einem übersteigerten Selbstwertgefühl kompensiert hat und dies auch anderen deutlich zu spüren gab? Bei der Staatsführung war dies so der Fall aus meiner Sicht. Kollektiver Minderwertigkeitskomplex kompensiert mit übersteigertem Selbstwertgefühl, was letztlich blind für die Sicht auf die Realität macht, das wiederum ein Scheitern (in diesem Fall eines ganzen Staates) zur Folge hatte. Bei der Staatsführung der DDR kommt noch der geringe Bildungsstand dazu, von Intelligenz gar nicht zu reden. Es waren halt richtige alte Kerle, Holzhacker- und Jäger(-meister?)typen. Rauhe grobe Gesellen halt. "Wer so blöd kommt, den bestraft das Leben!" Die Intelligenz auf nachgeordnet unteren Ebenen hat die wahre Logistik für diesen Staat geliefert, ihn eigentlich am Leben gehalten. Eben auch solche netten Offiziere wie KARNAK, der allerdings eines der wohl letzten Glieder in der Kette war. Das ZK nickte nur oder schüttelte den Kopf. Die hätten sich hier in diesem Forum nicht 5 Minuten in einer Diskussion halten können. Howgh, Dr. Freu(n)d Reinhard hat gesprochen, dem im Nachsatz (P.S.:) mehr eingefallen ist, als im Hauptteil dieses Posts.




fett:

ja ne?

Bestimmt wirst du den Kristian mal kennen lernen, er ist ein offener und interessanter Gesprächspartner und wir haben noch einige mehr davon im Forum, gerade auch bei den ehm. MfS-Offizieren.
Der differenzierte Blick ist hier - wie überall - sehr angebracht, zumal nach all den Jahren.



korr


zuletzt bearbeitet 04.12.2014 12:33 | nach oben springen

#192

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 16:01
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #190




Apropos Klischee: du warst doch nun auch voll auf das Bild des irregeleiteten Klassenfeindes trainiert,
.



Was soll ich machen, dass ist schon wieder so ein Klischee. Die Vorstellung, jedes Parteimitglied, in jedem Fall jeder Funktionär war einer den man heute als Betonkopf definiert, ein MfS- Mann sowieso, der war so was von ausgesucht und einer Gehirnwäsche unterzogen, überwacht wurde der besonders intensiv trotzdem noch, man tat das gegenseitig. Einer der treu und brav jeden Tag das ND nicht nur liest sondern studiert, so sage man, diese Zeitung las man nicht nur, wenn man es richtig machen wollte musste man sie studieren. Einer der die Heftchen zu den Reden auf den ZK-Tagungen und Parteitagen wochenlang durcharbeitete, die wichtigen Stellen rot unterstrich und sein entscheidendes Wissen zum Gedeihen und Gelingen der Welt daraus schöpfte. Der sonst nichts anders an sich ran ließ. Natürlich gab es die, aber es war nicht der Standard und es wurden mit der Zeit immer weniger. Die Widersprüche wurden auch für SED-Mitglieder,Funkionäre und MfS-Mitarbeiter immer offensichtlicher.
Und einer wie ich, der 13 Jahre lang an dieser Nahtstelle gestanden hat, nicht nur am Kanten wo er vielleicht mal einen Westler am Zaun hat rumschleichen sehen, sondern an einer Stelle wo er tagtäglich denen gegenüberstand, irgendwelche Gespräche auch für den kleinsten Passkontrolleur unvermeidlich waren. Er sehen und feststellen konnte wie die ausgebeutete Arbeiterklasse im Westen zu leben schien, was sie für Autos fahren, was sie sich offenbar leisten können, gerade was ihre Reisetätigkeit angeht, natürlich hat Dich das geprägt, Dein Denken beeinflusst. Unter Umständen viel mehr als einen der so heiligen, bewunderten HVA, der Elite beim MfS von der man meilenweit entfernt war. Auch mich hat das beeinflusst, sicher viel mehr als mir das damals bewusst war. Es kam ja noch dazu, nebenbei war ich noch der Parteisekretär der ganze Truppe, hatte den Auftrag hinter der Rotlichtlampe zu stehen und immer"voll drauf zu halten" Natürlich hatte man da Widersprüche auszuhalten und für sich selbst zu verarbeiten, die Grundlagen in seiner Überzeugung wollte man sowieso behalten.Wenn nicht hätte man auf die Seite der Opposition wechseln müssen und wohin? Zu den "Langhaarigen" und denen mit "dekadenten Äußeren" in den Kirchen, bei den Pfarrern die mehr oder weniger offen oder geschickt den Sturz des vermeintlichen Sozialismus forderten, also die Abschaffung meines Vaterlandes, nicht vorstellbar und mach bar.
Wie auch immer, dieses jahrelang stehen an dieser Nahtstelle, letztendlich ist es mir zum Vorteil gereicht, der Sprung in die neue Welt ist mir leichter gefallen, ich habe mich nicht in irgendeine Schmollecke von irgendwelchen MfS-Bünden zurückgezogen und meine Wunden geleckt, bedauert und gemahnt wie ungerecht man uns doch behandelt und bewertet hat, ich habe einfach einen Neuanfang gestartet und so bin ich ein Einheitsgewinner geworden. Wenn das auch so manch einem meiner alten Feinde und meiner alten Freunde zu ärgern scheint, es war mein Weg den ich gegangen bin und ich hatte durchaus Erfolg damit, bin ohne Not über die Zeit und durch den Kapitalismus gekommen und stehe 5 Jahre vor der Rente, was will man mehr.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Harzwanderer und Waldmeister haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2014 16:05 | nach oben springen

#193

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 16:27
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #190
Kannst du nicht mal ganz konkret darüber was erzählen wie so ein Gespräch ablief, wenn du dein Plan-Soll erfüllen solltest im Hinblick auf eine bestimmte "von oben" gewünschte Klientel?
.



Wie soll das schon abgelaufen sein, wesentlich unspektakulärer wie Du Dir das vielleicht vorstellst. Ich hatte die Arbeit eines Geheimdienstmitarbeiters zu machen, Informationen zu beschaffen, heute sagt man spitzeln dazu. Wenn nicht gerade eine Standardmaßnahme zu realisieren und abzuhandeln war, ein Verlust eines Reisedokumentes,ein"Aufsässiger" ruhig zu stellen, eine Fahndungsmaßnahme-Reisesperre zu realisieren, bis hin zu einer Festnahme(was sehr selten vorkam), war ich mehr und weniger "freiberuflich". Ich bin überall auf der Güst umher gekrochen und habe mir Arbeit gesucht. Habe mich in den Bereich Einreise in die DDR begeben und habe den Posten der Dokumentenannahme übernommen, habe mir die Dokumente und die Leute angeschaut. Und wenn eben eine junge Frau auf ihre ausgefüllte Zählkarte Politologie-Studentin als Tätigkeit geschrieben hat habe ich versucht sie irgendwie charakterlich einzuschätzen und auf dieser Grundlage versucht ein Gespräch zu führen. Durchaus auch mal den naiven, wissbegierigen Ossi raushängen lassen, der nichts von der Welt weiß, der auch ein bisschen neidisch ist. Ich habe an dem Ego des Betreffenden gekitzelt sich vor so einem Zonendödel etwas darzustellen. Die Variante hat bei Euch "Brüdern" am ehesten funktioniert. Die Passkontrolleue haben in der Zeit alles an Personalien gesichert was zu bekommen war. Dann habe ich meinen"Spitzelbericht" geschrieben und in die Mühlen des MfS geschickt. Ob man irgendwann mal einen meiner Berichte verwendet hat, keine Ahnung, sowas habe ich nicht erfahren, eher selten kam mal von irgendwo her noch eine Nachfrage.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.12.2014 16:29 | nach oben springen

#194

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 19:02
von Georg | 1.003 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #190
Zitat von KARNAK im Beitrag #185
[quote=Barbara|p419001]
Hast du auchmal diese "Romeo"-Nummer gemacht?
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Keine unsympatische Vorstellung. Ich befürchte aber fast mein sexuelles Leistungsvermögen hätte dazu nicht ausgereicht. Und Du bist eben etwas in diesen Klischees gefangen die man Dir beigebracht hat. Wie man sich die Stasi so vorstellt, entweder ein "Romeo" oder ein"Bluthund" viel mehr dazwischen soll es nicht gegeben haben. Deswegen kannst Du Dir wohl auch so schwer vorstellen, dass ich mal ein Stasi-Mann war.
Aber mal im Ernst, ich war an dieser Güst ein OKE, ein operativer Kontrollermittler, das MfS liebte solche Definitionen. In der Praxis war ich der nette junge Offizier der Dir bei Problemen bei der Abfertigung und mit den Dokumenten Hilfestellung geleistet hat, dem Du dafür dankbar warst. Der sich auch mal mit Dir unterhalten hat weil er bei seiner"öden" Tätigkeit Langeweile hatte. Der, wenn es keine Probleme mit Deinen Dokumenten gab auch mal welche"organisiert" hat um einen Grund zu haben sich mit Dir zu unterhalten.Ich hatte manchmal einfach die Rolle eines Labersacks. Aber es ist platonisch geblieben, nicht auf eine private Ebene gehoben wurden und wir hatten auch kein Liebeszimmer mit am Boden verschraubten Betten.



Oooch KARNAK.... zwischen Romeo und Bluthund :-)))

Ja so war das Bild bei uns und da ich jeden Tag und zwar ausschließlich die "Bildzeitung" gelesen habe und das natürlich dort jeden Tag großformatig auf der ersten Seite stand - hatte ich nur dieses Bild von euch, ich armes Ding :-)
Das klischeehafte Gegenbild waren natürlich die smarten Ami-Agenten die andauernd euer perfektes Grenzregiment unterlaufen haben - zu hunderten ;-)

So ist das mit Klischees.

Apropos Klischee: du warst doch nun auch voll auf das Bild des irregeleiteten Klassenfeindes trainiert, wie war das denn, wenn du diese Exemplare kennen lerntest, auch durch Abschöpfen, hast du da nicht vielleicht irgendwelche Zweifel an dieser Darstellung bekommen? Waren das nicht ganz normale Menschen wie du und ich?
Wie war das eigentlich, nicht nur jeden Tag an der handfesten sondern auch an der ideologischen Grenze zu stehen? Hat man darüber nachgedacht? Widersprüche empfunden? Vor allem weil du doch - nachgewiesener Weise - so gerne quatschst. Kannst du nicht mal ganz konkret darüber was erzählen wie so ein Gespräch ablief, wenn du dein Plan-Soll erfüllen solltest im Hinblick auf eine bestimmte "von oben" gewünschte Klientel?
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[/quote


Bluthund - Romeo ?

Boshaft könnte man sagen: Halsbandlemming !


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#195

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 20:03
von Gelöschtes Mitglied
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Aber weiter zu Westberlin anfang der 70er. Wir ließen uns die Haare ganz lang wachsen. Ich war oft in Szene-Kneipen. Zunächst in Kneipen, wie Cafe Bleibtreu, Schalander und Oma Plüsch. Leydicke war Pflicht. Nächtelang diskutierten wir über Gott und die Welt. Oma Plüsch war besonders gemütlich. Im hinteren Raum gab es alte Couchen, aus den schon die Sprungfedern heraus schauten. Sah man uns auf dem Kudamm, wurden wir sofort von älteren Mitbürgern angesprochen. Wir diskutierten heftig und heiß. "Geht doch rüber, wenn es Euch hier nicht gefällt", waren die Standardsätze der Alten. Einer der ersten Joints, die ich rauchte, war in der Nähe der Berliner Straße in Wilmersdorf. Es war im Cafe "Black Corner". Ein schwarzer Raum, dröhnende Psychodelic Music, z.B. der Youtube-Song, den ich hier zum Schluß des Posts poste. Im hinteren Raum waren dann die Hardcore-Leute mit den Spritzen. Das war z.B. auch genau so in der "Dicken Wirtin" am Savignyplatz. Ich bin immer ich geblieben und habe mich nie mit Drogen oder anderen Sachen in irgend einer Szene verloren. Probiert habe ich allerdings einiges. Auch LSD Lucy in the Sky with Diamonds, Beatles, die wohl ähnliche Erfahrungen, z.B. mit Ravi Shankar, machten. Ihre spirituelle, indische Phase. Die LP "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club" stammt aus dieser bunten Zeit. Hippie-Ausläufer auch in WB. In dieser Zeit las ich auch das Buch "Siddharta" von Hermann Hesse. Hier mal was aus damaliger Zeit.



Mögt Ihr, das ich noch ein bisschen weiter von Westberlin erzähle?

Claus hatte damals so ein Auto, wo mit man auf dem Wasser und auf der Straße fahren konnte. Ein Amphicar. Damit war er sogar auf dem Plattensee in Ungarn. Wir fuhren auf dem Wannsee spazieren und alle Leute schauten verdutzt, als wir aus dem Wasser heraus kamen und auf der Straße weiter fuhren.



Kledungstechnisch war ich eher der Edel-Hippie. Weißer Parka, weiße ADIDAS-Stoffturnschuhe, neuste Levi's Jeans 501 und eine weißen Nicki-(samtähnlichen) Rollkragenpuli. Langschäftige Lederstiefel, die ich einmal mit der Geflügelschere aufschneiden musste, weil ich nicht mehr raus kam. Die hatten damals schon 140 DM gekostet. Das war hart. Unterwäsche von HOM war angesagt. Die Mercedes unter den Schlupfern. Falke-Socken. Eben ein Edel-Marken-Freak. Ein bisschen tuntig, gebe ich ja zu. Ich war keine Tunte, aber das wusste oftmals nur ich. In den einschlägigen Kiffer-Kneipen mied man mich zunächst, weil man dachte, ich wäre ein Zivilbulle. In der DDR ein vermuteter CIA-Agent, hier ein Zivi? Warum können die Menschen mich bloß so schlecht einschätzen? Weil ich es ihnen so schwer mache und eigentlich in keine Schublade gesteckt werden möchte. Einen Brösel haben sie mir dennoch verkauft. Ich wollte mich ja mit vielen auch gar nicht fraternisieren. Es war wieder so eine Provokation, wie viele von mir. Herrenduft? Hatten mir meine beiden schwulen Arbeitskollegen empfohlen. War damals "in". Lange überlegt und gesucht.


zuletzt bearbeitet 04.12.2014 21:02 | nach oben springen

#196

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 04.12.2014 21:29
von Gelöschtes Mitglied
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Ich kann es beim besten Willen nicht mehr chronologisch weiterführen. In den 70ern konnte ich ja oft nach Ostberlin und in die DDR einreisen. Da war ich fast mehr drüben als in WB. Ich musste viel lernen. Ich wollte viel lernen müssen. Im Osten war ich im Tal der Ahnungslosen. Fernsehtechnisch ja nicht im Berliner Raum. Ich war anfangs im Westen auch der doofe Ossi, wie sich nach der Wende viele auch vielleicht gefühlt haben könnten. Ich nur 19 Jahre früher. Das hat richtig weh getan. Durch Claus und sein Umfeld konnte ich recht schnell eine Menge lernen. Wir sind als Clique öfter bei Nobel-Italienern essen gegangen. Da waren es noch richtige Italiener, später, als sie es geschafft hatten, wurden die italienischen Pizzerias dann von nordafrikanischen Arabern übernommen, ich glaube es waren hauptsächlich Tunesier?! Als die Kumpels dann beim Essen von ihren Reisen nach Italien oder Südfrankreich, Cote da Azur, sprachen, musste ich ganz kleinlaut still schweigen. Konnte bei vielen Dingen nicht mit reden. Da wuchs der innerliche Entschluss, aufzuholen ohne einzuholen oder so ähnlich und lernen, lernen, lernen, wie Lenin so schön sagte. Die Allgemeinbildung war in der DDR nicht schlecht, hatte aber auch ihre ideologischen und geografischen Grenzen. Also lernte ich. War viel unterwegs. Redete mit vielen Leuten. Probierte dies und das auch aus. Ich arbeitete auch immer. .


zuletzt bearbeitet 04.12.2014 21:41 | nach oben springen

#197

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 01:32
von Gelöschtes Mitglied
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gelöscht


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 07:04 | nach oben springen

#198

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 10:21
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #195
(...)
Claus hatte damals so ein Auto, wo mit man auf dem Wasser und auf der Straße fahren konnte. Ein Amphicar. Damit war er sogar auf dem Plattensee in Ungarn. Wir fuhren auf dem Wannsee spazieren und alle Leute schauten verdutzt, als wir aus dem Wasser heraus kamen und auf der Straße weiter fuhren.
(...)



Sowas von offtopic. Aber mit einem tauchfähigen Amphicar über die Ostsee fliehen. Das wäre es doch gewesen...

Theo


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#199

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 15:11
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von KARNAK im Beitrag #193
Zitat von Barbara im Beitrag #190
Kannst du nicht mal ganz konkret darüber was erzählen wie so ein Gespräch ablief, wenn du dein Plan-Soll erfüllen solltest im Hinblick auf eine bestimmte "von oben" gewünschte Klientel?
.



Wie soll das schon abgelaufen sein, wesentlich unspektakulärer wie Du Dir das vielleicht vorstellst. Ich hatte die Arbeit eines Geheimdienstmitarbeiters zu machen, Informationen zu beschaffen, heute sagt man spitzeln dazu. Wenn nicht gerade eine Standardmaßnahme zu realisieren und abzuhandeln war, ein Verlust eines Reisedokumentes,ein"Aufsässiger" ruhig zu stellen, eine Fahndungsmaßnahme-Reisesperre zu realisieren, bis hin zu einer Festnahme(was sehr selten vorkam), war ich mehr und weniger "freiberuflich". Ich bin überall auf der Güst umher gekrochen und habe mir Arbeit gesucht. Habe mich in den Bereich Einreise in die DDR begeben und habe den Posten der Dokumentenannahme übernommen, habe mir die Dokumente und die Leute angeschaut. Und wenn eben eine junge Frau auf ihre ausgefüllte Zählkarte Politologie-Studentin als Tätigkeit geschrieben hat habe ich versucht sie irgendwie charakterlich einzuschätzen und auf dieser Grundlage versucht ein Gespräch zu führen. Durchaus auch mal den naiven, wissbegierigen Ossi raushängen lassen, der nichts von der Welt weiß, der auch ein bisschen neidisch ist. Ich habe an dem Ego des Betreffenden gekitzelt sich vor so einem Zonendödel etwas darzustellen. Die Variante hat bei Euch "Brüdern" am ehesten funktioniert. Die Passkontrolleue haben in der Zeit alles an Personalien gesichert was zu bekommen war. Dann habe ich meinen"Spitzelbericht" geschrieben und in die Mühlen des MfS geschickt. Ob man irgendwann mal einen meiner Berichte verwendet hat, keine Ahnung, sowas habe ich nicht erfahren, eher selten kam mal von irgendwo her noch eine Nachfrage.





Kannst du das mit der "psychologischen Gesprächsführung" nicht mal ein bisschen mehr konkretisieren?
Es war doch an der Grenze für einen Westler eher eine angespannte Situation, wenn man aus der Routine "Passkontrolle" zu einem "netten Gespräch" herausgezogen wurde. Wie hast du sowas zB demjenigen gegenüber begründet?
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#200

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 05.12.2014 16:34
von Gelöschtes Mitglied
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Dieser Beitrag von mir zum Thema "Wahl in Thüringen" gehört unbedingt auch hier hinein.
Henry Frankfurt - Ein Berliner Original

Wahl in Thüringen (39)

FRANKFURT, Henry 1919-2000

Veröffentlicht: 30 Apr 2000 06:00 GMT
Klassifizierung: Nachruf
Bearbeitet: 11 Jan 2003 07:47 GMT
Nachnamen: FRANKFURT, BRATT, HAMANN
Berliner Morgenpost, Berlin, Germany, April 30, 2000
Wir trauern um
Henry Frankfurt
geboren 15. November 1919
gestorben 27. April 2000
Inhaber des Kleiderparadies Henry Frankfurt
Als die Kraft zu Ende ging, war’s kein Sterben, war’s Erlösung.
Familien Frankfurt und Bratt und alle Angehörigen
Betreuerin: Sieghild Hamann
Straße 345, Nr. 13 a
13591 Berlin
Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 3. Mai 2000, um 10 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof Stolzplatz, 14055 Berlin statt.


zuletzt bearbeitet 05.12.2014 16:44 | nach oben springen



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