#81

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 16:45
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #79
nie einen Personalausweis wie es die in der BRD gegeben hatte? Gab es damals schon Bezirksämter? Wo wurden die Berliner Ausweise ausgegeben?

Gruß Reiner


Das wurde bereits gestern (?) lang und breit zum Abschluss meines "Eckermann"-Threads behandelt,.
Westberlin war eine "selbständige politische Einheit" aus Sicht der DDR und unterlag dem alliierten 4-Mächte-Status der Stadt, war also auch aus westlicher Sicht, formal juristisch, kein direkter Bestandteil der Bundesrepublik. Deshalb auch der Zusatz: "Behelfsmäßiger" Personalausweis, der grün war. In der BRD grau. CDU-Politiker sahen das allerdings ein bisschen anders. Bezirksämter gab es schon immer, aber die Ausgabe erfolgte, glaube ich, damals noch durch Polizeidienststellen, Meldestellen, die der Polizei unterstellt waren.


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.12.2014 16:58 | nach oben springen

#82

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 16:53
von der glatte | 1.356 Beiträge

Danke Dir, dort werde ich mich Einlesen.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#83

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 17:11
von Gelöschtes Mitglied
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Mal von fb aus einer bestimmten, hier nicht genannten Gruppe, übernommen:

Hier mal eine Zusammenstellung der W-Berlin Locations:

Alter Krug, Zehlendorf
Annabelles
Annapam, Zehlendorf
Badewanne
Ballhaus Spandau
Ballhaus Tiergarten
Banana, Kantstraße
Bar jeder Vernunft
Bellevue
Benedens
Big Apple
Big Eden
Big Sound
Black Bird
Blauer Satellit
Blechtrommel
Blow Up
Blue Note
Bott
Cafe "Kaputt"
Cafe Oliver/New York, Lietzenburger Straße
Cartoon
Casaleon
Cha Cha
Champagnerbar, Fasanenstraße
Cheetah
Chez Alex
Chic
Ciro
Club 10, Schöneberg
Club 24
Countdown
Coupe 77
Dachluke, Mehringdamm
Die kleine Philharmonie, Schaperstr. 15
Donkey
Downtown
Dschungel
Eierschale Dahlem
Erbsenpaule
First
Flashdance
Flash Point, Kudamm Karree
FoFi, Fasanenstraße
Gamba Stuben, Hundekehle
Gamasche
Guidos, Meierottostraße
Hardi's, Uhlandstraße
Harnack House Officers Club
Hasenstall
Heck Meck 1, Uhlandstraße
Heck Meck 2, Fasanenstraße
HiFi
HI-FLY, Lehniner Platz
Icepalast
Jakobi-Kirche (nur Freitags)
Jetpower
Jockey-Club, Rudow
Joe am Kudamm
Joe am Wedding
Joe Boulais
Joe Hasenheide, Herrmannplatz
Joes Schnapshaus
Joes Biersalon
Joy
Kalle Gaffkus
Kleine Weltlaterne, Karl-Marx-Straße (Hermannplatz)
Koralle - Bleibtreustraße
Komma Melina, Fasanenplatz
Kuckucksnest, Rudow
La Belle
Las Vegas
Le Beau, Motzstraße
Le Punch, Passauer Straße
Le Tabou, am Kutschi
L'inconnue, Goethestraße
Linientreu
Lorettas Garten
Loretta am Wannsee
Maxim, Hasenheide
Madow
Mau Mau, Motzstraße
McNair Barracks
Metropol
Midnight
Milli Vanilli, Knesebeckstraße
New Eden
Old Eden
Only Ladys
Palais Madame
Pal Joe
PaReSü, Steglitz
Pickelhaube
Pick Up
Pimms Club, Knesebeckstraße
Pink Elephant, Martin-Luther-Straße
Pop Inn
Prisma
Quartier Latin
Quasimodo
Riverboat
Route 66
Safari
Sappho, Uhlandstraße
Schatulle, Fasanenplatz
Schaukelpferd
Schwoof
Sector
Shalamar
Silver Wings
Silver Shadow
Sound
Space
Sperlingsgasse
Stadtcasino, Donau/ Ecke Weichselstraße
Sugar Shake
Sweet Beat
Take Off
Tempodrom
Tiffanys
TimeCafé, Meierottostraße
Top Disco, Rudow
Tolstefanz
Twenty Five
Vagabund/ Keller, Knesebeckstr
Yesterday
ZigZag, Adenauerplatz
Zwicke (Zwickauer-Damm, kurz vor der Grenze)

Die fett gekennzeichneten wurden alle von mir besucht. Es fehlen aber noch etliche, spezielle Läden,
die ich aus der Erinnerung ergänzen werde. An fast jeden kann ich gewisse Erfahrungen knüpfen.


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 17:22 | nach oben springen

#84

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 17:28
von Gelöschtes Mitglied
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@Reinhardinho , das ZK 120 T ist wie oben beschrieben ein polnisches Gerät. Es ist eine Lizenz des "Grundig TK 120" und wurde von der Firma "Unitra" hergestellt. Ich hatte so ein Teil auch als "Jungspund". Das ZK 120 T war eine Weiterentwicklung des ZK 120, welches noch wie "Grundig" mit Röhren bestückt war, das "T" stand für Transistor.
Vortteil des Gerät: robust, mechan. nicht kaputtbar
Nachteil: halt nur 2 Spur, kein Stereo und auch kein Zähler für Bandlaufwerk, der Drehknebel war auch gewöhnungsbedürftig- man mußte um zwischen Vor- und Rücklauf schalten zu können über alle Schalterstellungen.

Die "Tesla" B - Serie fand ich besser, aber ohne Beziehungen, null Chance. Der Preis für das ZK lag zwischen 600,00 und 700,00 Mark der DDR.


der glatte hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#85

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 17:37
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #84
@Reinhardinho , das ZK 120 T ist wie oben beschrieben ein polnisches Gerät. Es ist eine Lizenz des "Grundig TK 120" und wurde von der Firma "Unitra" hergestellt. Ich hatte so ein Teil auch als "Jungspund". Das ZK 120 T war eine Weiterentwicklung des ZK 120, welches noch wie "Grundig" mit Röhren bestückt war, das "T" stand für Transistor.
Vortteil des Gerät: robust, mechan. nicht kaputtbar
Nachteil: halt nur 2 Spur, kein Stereo und auch kein Zähler für Bandlaufwerk, der Drehknebel war auch gewöhnungsbedürftig- man mußte um zwischen Vor- und Rücklauf schalten zu können über alle Schalterstellungen.

Die "Tesla" B - Serie fand ich besser, aber ohne Beziehungen, null Chance. Der Preis für das ZK lag zwischen 600,00 und 700,00 Mark der DDR.



Und zur AUFNAHME zeitgleich den Knopf drücken, sonst wurde es nix.

Gruß Reiner


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#86

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 17:57
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #84
Der Preis für das ZK lag zwischen 600,00 und 700,00 Mark der DDR.


Kleiner Spaß am Rande. Mehr war das ZK auch nicht wert. Ich meine das Zentralkomitee.


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 17:58 | nach oben springen

#87

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 17:58
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #6
Im letzteren Fall hat mich hundert pro KARNAK kontrolliert und die Chance seines Lebens verpasst, ein geistreiches Gespräch bei seiner sonst so öden Tätigkeit zu führen :-)


.

So öde war die Tätigkeit eigentlich nicht. Wenn ich ehrlich bin, es hat mir durchaus auch Spaß gemacht. Die Möglichkeiten"geistreiche Gespräche" zu führen waren durchaus reichhaltig. Solche zu führen, zumindest vorzutäuschen, es war durchaus vorgesehen, ich war damit betraut und beauftragt. Wenn auch der Gesprächspartner wahrscheinlich von dem Sinn für das Gespräch nicht so begeistert gewesen sein dürfte wenn er ihn gekannt hätte.
Hast Du nicht mal Philosophie studiert? Wäre es mir bekannt geworden und Du mir vor die "Flinte" gekommen, sicher hätte ich es mit Dir"getrieben", rein platonisch natürlich. Ansonsten, da Du damals sicher schon ein flotter Käfer warst, auch wenn Du Küchenhilfe gewesen wärst, ich hätte mir für Dich schon etwas Zeit genommen.
Um mich mal menschlich etwas zu auten. Heute bin ich beruflich ab und an am Bahnhof Zoo unterwegs. Unter anderem in dem Ullrich Verbrauchermarkt unter der S-Bahnbrücke. Vor kurzem habe ich einen Bericht zu den Studentendemonstrationen in WB gesehen. Von einem Zeitzeuge wurde eben diese Brücke erwähnt, dass man dort besonders laut skandiert hat weil es so schön geschallt hat. Damals hätte ich es vor mir selbst nie zugegeben, ich hätte schon gerne mal in diese Szene geschnubbert, wäre gerne mal ins Quartier Latin gegangen, zu einem Konzert von Pannach und Kuhnert. In heimlicher, fast selbstverleugnerischer Sehnsucht habe ich schon mal in Fahndungsmitteln nach den Namen gesucht und diese auch gefunden. Was soll es, ich habe es verpasst, meinte einen anderen Weg gehen zu müssen, wollte Minister für Staatssicherheit werden, zumindest möglichst nahe ran kommen Jedenfalls, wenn ich heute unter dieser Brücke stehe, die Geschichte und diese alten Sehnsüchte kommen mir dann immer in den Kopf und ich mus grinsen über den ganzen Blödsinn. Was soll es, das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, manchmal kommt es anders als man denkt, mit dem Minister ist es nichts geworden, mit dem Quartier Latin auch nicht, aber wenigstens kann ich mal unter diese Brücke.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 03.12.2014 18:01 | nach oben springen

#88

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:02
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KARNAK im Beitrag #87
Zitat von Barbara im Beitrag #6
Im letzteren Fall hat mich hundert pro KARNAK kontrolliert und die Chance seines Lebens verpasst, ein geistreiches Gespräch bei seiner sonst so öden Tätigkeit zu führen :-)


.

So öde war die Tätigkeit eigentlich nicht. Wenn ich ehrlich bin, es hat mir durchaus auch Spaß gemacht. Die Möglichkeiten"geistreiche Gespräche" zu führen waren durchaus reichhaltig. Solche zu führen, zumindest vorzutäuschen, es war durchaus vorgesehen, ich war damit betraut und beauftragt. Wenn auch der Gesprächspartner wahrscheinlich von dem Sinn für das Gespräch nicht so begeistert gewesen sein dürfte wenn er ihn gekannt hätte.
Hast Du nicht mal Philosophie studiert? Wäre es mir bekannt geworden und Du mir vor die "Flinte" gekommen, sicher hätte ich es mit Dir"getrieben", rein platonisch natürlich. Ansonsten, da Du damals sicher schon ein flotter Käfer warst, auch wenn Du Küchenhilfe gewesen wärst, ich hätte mir für Dich schon etwas Zeit genommen.
Um mich mal menschlich etwas zu auten. Heute bin ich beruflich ab und an am Bahnhof Zoo unterwegs. Unter anderem in dem Ullrich Verbrauchermarkt unter der S-Bahnbrücke. Vor kurzem habe ich einen Bericht zu den Studentendemonstrationen in WB gesehen. Von einem Zeitzeuge wurde eben diese Brücke erwähnt, dass man dort besonders laut skandiert hat weil es so schön geschallt hat. Damals hätte ich es vor mir selbst nie zugegeben, ich hätte schon gerne mal in diese Szene geschnubbert, wäre gerne mal ins Quartier Latin gegangen, zu einem Konzert von Pannach und Kuhnert. In heimlicher, fast selbstverleugnerischer Sehnsucht habe ich schon mal in Fahndungsmitteln nach den Namen gesucht und diese auch gefunden. Was soll es, ich habe es verpasst, meinte einen anderen Weg gehen zu müssen, wollte Minister für Staatssicherheit werden, zumindest möglichst nahe ran kommen Jedenfalls, wenn ich heute unter dieser Brücke stehe, die Geschichte und diese alten Sehnsüchte kommen mir dann immer in den Kopf. Was soll es, das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, manchmal kommt es anders als man denkt, mit dem Minister ist es nichts geworden, mit dem Quartier Latin auch nicht, aber wenigstens kann ich mal unter diese Brücke.



Sehr schöne Selbsteinschätzung. Hut ab und tröste Dich. Ich wollte als Kind in der DDR Offizier werden oder Papst. Aus beidem ist nichts geworden. Evangelischer Papst wäre zur damaligen Zeit in der DDR schwierig gewesen. Im Quartier Latin war sein erstes öffentliches Konzert (icke war natürlich dabei, ca. 20 Zuschauer/-hörer) , Hannes Wader >

http://www.myvideo.de/watch/7743759/Hann...iel_vorgenommen

Ick höre jerade, im Lied kommt auch das Cafe Kaputt vor, in dem ich aber nie war.

Liedtext "Ich hatte mir noch so viel vorgenommen..../Hannes Wader

Es begann alles damit, das ich einen starken Schnupfen bekam.
Ich bin dann auch zum Arzt gegangen und habe mich untersuchen lassen.
Und er machte so'n merkwürdiges Gesicht dabei, ich fragte ihn: "Isses denn was Schlimmes?"

"Tja", meinte der, "sie haben Krebs, sie leben nur noch ein paar Tage!
Am besten sie legen sich jetzt schön ins Bett, machen sich'n paar feuchte Umschläge.
Sie haben eben zu wüst gelebt, jetzt haben sie den Salat!"
Ich war natürlich völlig durcheinander und als ich erst wieder einen klaren Gedanken fassen konnte,
Bin ich dann zum dummen Bruno gegangen – ich wollte mich mal richtig aussprechen!

Ich hatte mir noch soviel vorgenommen –
Vielleicht wäre doch
Vielleicht wäre doch
Manches dabei herausgekommen!
Aber jetzt denk' ich wohl besser daran
Wie ich mir noch
Wie ich mir noch
Einen guten Abgang verschaffen kann!

In der Straße in der der dumme Bruno wohnt, gibt es besonders viele Tauben und fast jeder dritte dieser Vögel, trägt ein buntes Papierhütchen auf dem Kopf.
Der dumme Bruno, der steigt jede Nacht aus'm Fenster, grapscht sich so ein paar schlafende Tauben aus der Dachrinne, kleidet sie neu ein und lässt sie morgens wieder fliegen.

Und als ich bei ihm eintrat, hatte er grade wieder so'nen Vogel in der Mache.
Ich sagte: "Bruno, ich habe Krebs, ich muss bald sterben!"
"Oooch!", meinte Bruno, "bei deinem gestörten Verhältnis zur Umwelt ist das doch das Beste für dich.
Das muss gefeiert werden! Wir laden noch'n paar Halbtote ein und dann machen wir'n schönes Fest!"

Ich hatte mir noch soviel vorgenommen –
Vielleicht wäre doch
Vielleicht wäre doch
Manches dabei herausgekommen!
Aber jetzt denk' ich wohl besser daran
Wie ich mir noch
Wie ich mir noch
Einen guten Abgang verschaffen kann!

Zuerst gingen wir dann gemeinsam zum schönen Alfred, dem Kinderschreck.
Es ging ihm garnicht gut. Er lag schon seit einer Woche im Bett und schämte sich1
Noch vor wenigen Tagen hatte er sich, schamverletzend, aber guter Dinge einigen Kindern gezeigt, die zu seiner größten Bestürzung ganz anders darauf reagierten als er gehofft hatte.

Die Kinder umringten ihn laut lachend und schrien, er solle sich mit seinem blaugeäderten Unding begraben lassen.
Als er dann weglief, verfolgte ihn die Horde noch bis vor seine Haustür!
Bruno und ich versuchten ihn zu trösten und erzählten ihm von meinem Krebs – das brachte ihn wieder auf die Beine!

Gegen Mitternacht landeten wir dann alle im Café Kaputt. Es war sehr voll da und wir mussten uns zu Kurt an den Tisch setzen.
Der Kurt, das ist so einer, der malt naive Bilder, besitzt nebenher noch 'nen Trödelladen und 'ne Kneipe, gibt sich als armer Künstler mit Fellweste und offener Hose – hat aber dreihundertfünfzigtausend Mark auf der Bank.

Und als er von meinem Krebs hörte, schlug er mir gleich ein Geschäft vor und legte eine uralte Null-Acht auf den Tisch.
"Da", meinte er, "zwanzig Mark weil du's bist! Drei Schuss Munition gratis dazu.
Wenn du erstmal Schmerzen hast, schiebst du dir das Ding ins Maul, drückst ab – fertig, aus!"

Ich hatte mir noch soviel vorgenommen –
Vielleicht wäre doch
Vielleicht wäre doch
Manches dabei herausgekommen!
Aber jetzt denk' ich wohl besser daran
Wie ich mir noch
Wie ich mir noch
Einen guten Abgang verschaffen kann!

Ich fragte erstmal die Anderen, was sie von Kurts Angebot hielten. Die Waffe ging von Hand zu Hand und wurde für minderwertig befunden!
Man warf dem armen Kurt betrügerische Absichten vor und entweder sollte er mir das verrostete Ding samt zwanzig Schuss Munition umsonst überlassen oder 'n paar in die Fresse kriegen.

Aber nach 'ner Weile waren alle besoffen. Besoffene langweilen mich und wenn ich mich langweile, fang ich immer gleich an zu grübeln!
Die Anderen hatten ihre Zerstreuung. Der dumme Bruno vorneweg waren sie alle Mann auf die Strasse getorkelt und wollten meine Pistole ausprobieren.

Außer mir saß jetzt nur noch ein Mädchen da, mit Rändern unter den Augen. Es war die Ausländerin mit den schiefen Zähnen und den Sommersprossen!
Ich forderte sie gleich auf, mit mir nach Hause zu kommen – es sei der letzte Wunsch eines Sterbenden, den sie auf gar keinen Fall abschlagen dürfe!

Sie war begeistert! Aber als ich erfuhr, dass auch sie schwer krank war, zog ich meine Einladung sofort zurück. Ein Zigeuner aus der Carmague hatte sie angesteckt.
Ich wollte sie auch nicht beleidigen und überließ ihr, als Entschädigung, die Adresse eines Freundes, dem ich gern etwas Bleibendes vermitteln wollte!

Ich hatte mir noch soviel vorgenommen –
Vielleicht wäre doch
Vielleicht wäre doch
Manches dabei herausgekommen!
Aber jetzt denk' ich wohl besser daran
Wie ich mir noch
Wie ich mir noch
Einen guten Abgang verschaffen kann!

Und während wir beide noch so dasaßen, ballerten draußen die Säufer mit meiner Null-Acht auf die Fenster des Altersheims gegenüber!
Plötzlich hörte ich jemand brüllen: "Die Bullen kommen!" und als ich auf der Straße stand, sah ich die Horde nach allen Seiten auseinander spritzen!

Auch das Mädchen drückte sich hinter mir aus der Tür und verschwand, ohne sich von mir zu verabschieden, um die nächste Ecke1
Das Fest war zu Ende! Die Pistole lag auf dem Bürgersteig, ich steckte sie in die Tasche und bin dann auch nach Hause gegangen.

Ich hatte mir noch soviel vorgenommen –
Vielleicht wäre doch
Vielleicht wäre doch
Manches dabei herausgekommen!
Aber jetzt denk' ich wohl besser daran
Wie ich mir noch
Wie ich mir noch
Einen guten Abgang verschaffen kann!


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 18:13 | nach oben springen

#89

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:23
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Icke war selbstredend ein Fan der Alternativen Szene! Fan des als Kommunisten bezeichneten Franz-Josef Degenhardt, den ich allerdings nie "live" erleben konnte, u.v.a.m.

Hier mein Favorit von Degenhardt, "Deutscher Sonntag", ein bitterböser, schöner Song >



Einfach zeitlos.


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 18:25 | nach oben springen

#90

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:29
von Gelöschtes Mitglied
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Noch eins, die "A.....kriecherballade" (Afterkriecher, wie Hannes Wader es ausdrückt) von Hannes Wader >

https://myspace.com/gacyjohnw/video/hann...allade/40328189

Kein Offtopic, sondern Teil meiner Anfangszeit in WB.

Bei YouTube leider nicht erhältlich. Es gibt ja dennoch Mittel und Wege....


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 18:33 | nach oben springen

#91

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:35
von damals wars | 12.186 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #90
Noch eins, die "A.....kriecherballade" (Afterkriecher, wie Hannes Wader es ausdrückt) von Hannes Wader >

https://myspace.com/gacyjohnw/video/hann...allade/40328189

Kein Offtopic, sondern Teil meiner Anfangszeit in WB.

Bei YouTube leider nicht erhältlich. Es gibt ja dennoch Mittel und Wege....

Funzt nicht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#92

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:37
von damals wars | 12.186 Beiträge

Zitat von Reinhardinho im Beitrag #89
Icke war selbstredend ein Fan der Alternativen Szene! Fan des als Kommunisten bezeichneten Franz-Josef Degenhardt, den ich allerdings nie "live" erleben konnte, u.v.a.m.

Hier mein Favorit von Degenhardt, "Deutscher Sonntag", ein bitterböser, schöner Song >



Einfach zeitlos.

HAbe ihn in Halle erlebt, ziemlich verbittert.😔


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#93

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #91
Zitat von Reinhardinho im Beitrag #90
Noch eins, die "A.....kriecherballade" (Afterkriecher, wie Hannes Wader es ausdrückt) von Hannes Wader >

https://myspace.com/gacyjohnw/video/hann...allade/40328189

Kein Offtopic, sondern Teil meiner Anfangszeit in WB.

Bei YouTube leider nicht erhältlich. Es gibt ja dennoch Mittel und Wege....

Funzt nicht.



Keine Ahnung, bei mir schon. Habe eben noch einmal auf den Link hier im Forum als Test gedrückt und es funzt. Hast Du Lautsprecher? Firewall verbietet? Ich weis es nicht.


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#94

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:42
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #92

HAbe ihn in Halle erlebt, ziemlich verbittert.😔


Es war und ist in westlichen Gefilden auch nicht alles Gold*, was glänzt....

Sein Lied, mit dem er berühmt wurde >

http://www.izlesene.com/video/franz-jose...kindern/6220833

*was man (oftmals) vor der Wende in der DDR nicht hören wollte und später erst recht nicht. Heute vielleicht schon?!
Ich habe bei Besuchen mit vollen Einkaufstüten nicht angegeben und immer auch auf die negativen Seiten im Westen (soziale Probleme, Arbeitslosigkeit) verwiesen, was man in meinem kleinen familiären Umfeld aber gepflegt überhörte. Ich war dort, tolle Sachen mit gebracht und über Politik sollte ich gefälligst den Mund halten. So war es bei mir.


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 18:58 | nach oben springen

#95

RE: Mauer > [ Westberlin ] < Mauer

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 18:50
von andyman | 1.880 Beiträge

[quote=Bahndamm 68|
Hallo @andyman
Na, ist ja schön, wenn du lachen kannst. Hier werden so viele ironischen Sachen geschrieben, die auch 2, 3x gelesen werden müssen, um sie zu verstehen, wie sie gemeint sind.
Ich möchte jetzt hier nicht wieder auf meine Flucht eingehen, aber nur so viel, ich habe in der Vorbereitung meiner Flucht eine Menge Fehler begangen. Aus heutiger Sicht unvorstellbar meine damalige Handlungsweise.
Was nun Berlin anbetrifft, es gab die Mauer und selbstverständlich war sie auch für Ratten durchlässig, egal ob von Ost nach West oder umgedreht.

Was ich aus damaliger Sicht richtig gemacht habe, ich war und bin es heute noch ein kleines unbedeutendes Licht.

Ein Lutz Eigendorf ist einen anderen Weg gegangen, er musste es mit dem Leben bezahlen, weil er die DDR öffentlich angeprangert hat.

Ich bin meiner Arbeit nach gegangen und wäre auch nach 20Jahren nicht in die Öffentlichkeit gegangen, wenn ich meine Stasi-Akte nicht gelesen hätte.

So ein Staat, er nannte sich Arbeiter und Bauern Staat, war ein diktatorische Gebilde. Ähnliches gab es schon mal in der deutsche Geschichte. Hattest du den Bonbon am Jackenrevers, sichtbar oder auch unsichtbar, und bist fleißig mitmarschiert, dann hattest du deine Ruhe, dann hattest du auch deine Vorteile und dennoch bist du unbewusst überwacht und kontrolliert worden.

Deine Worte hier nochmals zitiert: “wahrscheinlich nicht bedeutend genug“, zeigt doch die Bekämpfung der Gegner dieses Unrechtssystems.

Lachen kann ich über die Zeilen hier nicht.

VG Bahndamm 68
[/quote]

@Bahndamm 68
Hallo.Nun hast du es ja doch persönlich genommen.Meine Feststellung zielte in die Richtung das nicht jeder Übersiedler politisch verfolgt werden konnte aus welchen Gründen auch immer und ist keine Schmälerung deiner Erlebnisse und Erfahrungen.Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#96

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 19:14
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von KARNAK im Beitrag #87
Zitat von Barbara im Beitrag #6
Im letzteren Fall hat mich hundert pro KARNAK kontrolliert und die Chance seines Lebens verpasst, ein geistreiches Gespräch bei seiner sonst so öden Tätigkeit zu führen :-)


.

So öde war die Tätigkeit eigentlich nicht. Wenn ich ehrlich bin, es hat mir durchaus auch Spaß gemacht. Die Möglichkeiten"geistreiche Gespräche" zu führen waren durchaus reichhaltig. Solche zu führen, zumindest vorzutäuschen, es war durchaus vorgesehen, ich war damit betraut und beauftragt. Wenn auch der Gesprächspartner wahrscheinlich von dem Sinn für das Gespräch nicht so begeistert gewesen sein dürfte wenn er ihn gekannt hätte.
Hast Du nicht mal Philosophie studiert? Wäre es mir bekannt geworden und Du mir vor die "Flinte" gekommen, sicher hätte ich es mit Dir"getrieben", rein platonisch natürlich. Ansonsten, da Du damals sicher schon ein flotter Käfer warst, auch wenn Du Küchenhilfe gewesen wärst, ich hätte mir für Dich schon etwas Zeit genommen.
Um mich mal menschlich etwas zu auten. Heute bin ich beruflich ab und an am Bahnhof Zoo unterwegs. Unter anderem in dem Ullrich Verbrauchermarkt unter der S-Bahnbrücke. Vor kurzem habe ich einen Bericht zu den Studentendemonstrationen in WB gesehen. Von einem Zeitzeuge wurde eben diese Brücke erwähnt, dass man dort besonders laut skandiert hat weil es so schön geschallt hat. Damals hätte ich es vor mir selbst nie zugegeben, ich hätte schon gerne mal in diese Szene geschnubbert, wäre gerne mal ins Quartier Latin gegangen, zu einem Konzert von Pannach und Kuhnert. In heimlicher, fast selbstverleugnerischer Sehnsucht habe ich schon mal in Fahndungsmitteln nach den Namen gesucht und diese auch gefunden. Was soll es, ich habe es verpasst, meinte einen anderen Weg gehen zu müssen, wollte Minister für Staatssicherheit werden, zumindest möglichst nahe ran kommen Jedenfalls, wenn ich heute unter dieser Brücke stehe, die Geschichte und diese alten Sehnsüchte kommen mir dann immer in den Kopf und ich mus grinsen über den ganzen Blödsinn. Was soll es, das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, manchmal kommt es anders als man denkt, mit dem Minister ist es nichts geworden, mit dem Quartier Latin auch nicht, aber wenigstens kann ich mal unter diese Brücke.



Mein Satz oben war nicht so ganz ernst gemeint, wobei ich dich mir als gestrengen PKE ehrlich gesagt sowieso nicht vorstellen kann, das geht mir aber bei einigen anderen TN hier genau so, die ich persönlich kennen gelernt habe.

Sogar Minister wolltest du also werden, vielleicht wärst du ja sogar die bessere Wahl gewesen und alles wäre anders gekommen :-)

Ja klar Kristian, du hättest doch auch ganz prima nach WB gepasst in die durchaus lebendige linke Studentenszene, die ich selbst ja nicht kennen gelernt habe, weil ich a) nicht nennenswert in Berlin war und b) zu jung für die 68er.
Zu meinem Studienanfang in Köln (sehr viel konservativere Uni als Berlin oder Frankfurt) waren andere Themen wichtig, wobei es natürlich die entsprechenden linken Gruppierungen hier auch gab, aber wie gesagt, aus meiner Sicht alles Salonkommunisten, sehr dröge und ziemlich Frauen-diskriminierend. So habe ich es mir erzählen lassen, ich selbst habe darum einen großen Bogen gemacht. :-) Außerdem bin ich genau in der Hochzeit des RAF-Terrorismus nach Köln angekommen (Schleyer-Entführung knapp 1 km meines jetzigen Wohnortes) und das war alles andere als lustig. Mich hat das extrem abgeschreckt.

Und sicher hättest du deinen Spaß in W-Berlin oder anderswo gehabt, zumal ich dich als ziemlich humorvollen Menschen kennen gelernt habe.
Der Zufall hat uns doch in Ost oder West aufwachsen lassen, darüber muss man sich bei allem immer im klaren sein.

Ich habe im übrigen neben Philosophie auch Politik-Wiss ("Die deutsche Frage"!). studiert, war - bin! - eine glühende Brandt-Verehrerin und wäre somit ein gefundenes Fressen für den "festgeschraubten Stuhl" gewesen, das hatten wir ja schonmal :-)
.


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#97

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 19:24
von KARNAK | 1.694 Beiträge

für das guter Cop,böser Cop Spiel hatten wir auch einen Unangeschraubten


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#98

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 19:26
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Barbara im Beitrag #96

Zu meinem Studienanfang in Köln ...................
.


Kölner können ganz schön links sein, besonders auch im Karneval. Eine meiner Lieblingssendungen >

http://www.stunksitzung.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Stunksitzung

Mediathek > http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendu...sitzung100.html


zuletzt bearbeitet 03.12.2014 19:29 | nach oben springen

#99

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 19:28
von Barbara (gelöscht)
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Ich hätte dich - so oder so - in Grund und Boden gelabert :-)
.


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#100

RE: > Westberlin <

in Leben an der Berliner Mauer 03.12.2014 19:31
von Barbara (gelöscht)
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Oh weio Reinhardinho, die "Stunksitzung" ist aber jetzt eine echte Steilvorlage :-)

(inzwischen extrem schwer Karten zu bekommen


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